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Full text of "Ulrich Füeterers Prosaroman von Lanzelot"

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PROTECTOR 

DES LITTERARISCHEN VEREINS IN STUTTGART : 

SEINE MAJESTÄT DER KÖNIG. 



VERWALTUNG : 

Präsident: 
Dr W. Lb Holland, professor an der k. Universität in Tübingen. 

Kassier: 
Kansleirath Roller, uniyersitäts-actaar in Tübingen. , 



GESELLSCHAFTSAUSSOHUSS : 

Professor dr Barack, oberbibliothekar der kais. nnivendtäts- und 
landesbibliothek in Straßburg. 

Geheimer hofiräth drBartsch, ordentlicher professor an der g. Univer- 
sität in Heidelberg. 

DrBechstein, ordentlicher professor an der g. Universität in Rostock. 

K. Gotta freiherr v. Oottendorf in Stuttgart 

Bibliothekar dr Klüpfel in. Tübingen. 

Director dr 0. v. Klump p in Stuttgart. 

Dr K. Y. M a u r e r, ordentlicher professor an der k. Universität in München. 

Dr Sievers, ordentlicher professor an der k. Universität in Tübingen. 

Dr Vollmer in Stuttgart 

Geheimer regpierungsrath dr Waits, ordentlicher professor an der k. 
Universität in Berlin. 

Dr Wattenbach, ordentlicher professor an der k. Universität in 
Berlin. 

Geheimer hofrath dr Za rucke, ordentlicher professor an der k. Uni- 
versität in Leipzig. 



La.ir\c.{Llot. 

ULRICH FÜETERERS 



PROSAROMAN VON LANZELOT 



NACH DER DONAUESCHINGER HANDSCHRIFT 



HERAUSGEGEBEN 



VON 



ARTHUR PETER 



GEDRUCKT FÜR DEN LITTERARISCHEN VEREIN IN STUTTGART 
haoh bb80hlü8s dbs au88qhü88b8 tom jühi 1885 

TOBINGEN 188& 



^ 



ALLE RECHTE VORBEHALTEN 



STANFOftO 



:^ 






^CLIBKÄRY>'^' ) 
ERS' 



P^. '^'liUSl 



PRVCK VON H. LAVPP IN TÜBINGEN, 



VORREDE. 

Wenn ich es unternehme, die handschrift F* der redaktion 
F* von Ulrich Füeterers prosaroman von Lanzelot herauszu- 
geben, so ist es überhaupt das erste mal, dass derselbe im 
druck erscheint. Bis jetzt hatten wir F* nur in handschrift- 
licher Überlieferung. Aber auch die vorläge von redaktion 
F*, der große deutsche prosaroman von Lanzelot (= redaktion 
P*), welcher eine vollständige, ziemlich getreue Übersetzung 
des französischen Originals (= R) ist^, ist noch nie durch 
den druck veröffentlicht worden. Wenn wir die anderen 
deutschen prosaromane des 15 Jahrhunderts dagegen halten, 
z. b. Tristan und Isolde u. s. w. , so bemerken wir, dass 
diese im drucke meist in form der Volksbücher erschienen 
sind. Wie kommt es nun, dass man zu ende des 15 Jahrhun- 
derts und im darauf folgenden den druck der Lanzelotromane 
unterlassen hat ? Diese frage kann in verschiedener weise 
beantwortet werden. Was zunächst die figur des Lanzelot 
betrifft, so war sie vielleicht gerade in Deutschland nicht 
so allgemein bekannt, wie z. b. die des Tristan. In Frank- 
reich wurde der roman von Lanzelot viel gelesen , wie die 
große anzahl drucke aus dem ende des 15 und dem anfange 
des 16 Jahrhunderts beweist. Ein anderer grund , weshalb 
die deutschen prosaromane von Laiizelot nicht gedruckt 
worden sind, ist vielleicht der umstand, dass es in Deutsch- 
land mit dem rittertum schneller abwärts gieng, als in 
Frankreich; man verlor demzufolge auch in Deutschland 



1 Näheres hierüber in meinem aufsatze »Die deutschen prosaromane von 
Jiianzelot« in Bartschs Germania XXYI, 1883. 



n 

die lust an den endlos langen ritterromanen , von denen 
der Lanzelotroman einer der hauptvertreter ist. Wäh- 
rend man in Deutschland gemeiniglich kaiser Maximilian 
als den letzten ritter ansieht, ragen in Frankreich noch 
ritterliche gestalten , wie Bayard , könig Franz I und 
Heinrich II, bis tief ins i6 Jahrhundert hinein und sind 
volkstümlich geworden. Man fand demnach naturgemäß 
in Frankreich an solchen litterarischen produkten, die das 
rittertum widerspiegeln, noch lange geschmack. 

Nur wenige worte sind über die handschriften zu sagen, 
über die man sich eingehend in meinem schon angeführten 
aufsatze »Die deutschen prosaromane von Lanzelot« unter- 
richten kann. Ich habe hier dieselbe bezeichnung der hand- 
schriften beibehalten, wie ich sie dort eingeführt habe. F^ 
ist die Donaueschinger handschrift nr 141 , die ich in dem 
vorliegenden bände herausgebe. Zur vergleichung sind her- 
beigezogen die beiden anderen noch erhaltenen handschriften, 
F^ die Münchner handschrift nr 593, und das bruchstück f , 
ein teil der Donaueschinger handschrift nr 142. Da wir ver- 
hältnismäßig wenige litteraturdenkmäler des 15 Jahrhunderts 
besitzen, so ist wohl die Veröffentlichung von Ulrich Füeterers 
prosaroman von Lanzelot kein ganz nutzloses unternehmen. 
Auch als Sprachdenkmal ist die hier herausgegebene hand- 
schrift nicht ohne Interesse für die deutsche, insbesondere 
die baierische grammatik des 15 Jahrhunderts; der Wortschatz 
bietet manche erscheinungen , die Schmellers baierisches 
Wörterbuch noch nicht aufweist. 

Richtiger wäre es gewesen, wenn ich mit der Veröffent- 
lichung der Heidelberger handschrift P^ aus der redaktion P* 
begonnen und dann handschrift F^ aus der redaktion F* hätte 
folgen lassen. Da handschrift P^ jedoch zu umfangreich ist, 
als dass ich dieselbe bei meiner beschränkten zeit hätte ab- 
schreiben können, und da sie auch eben wegen ihrer großen 
ausdehnung den rahmen der publikazionen des litterarischen 
Vereins überschreitet, so habe ich die herausgäbe von hand- 
schrift F^ der redaktion F*, welche ein auszug aus redaktion 
P* ist, vorgezogen. Ich behalte mir vor, später einmal 
Füeterers prosaroman die poetische bearbeitung desselben, 



m 

wie sie im sogenannten »Buch der abenteuere von Ulrich 
Füeterer * enthalten ist, folgen zu lassen. 

Brake a. d. Weser, Juli 1885. 

Dr Arthur Peter. 



I Eine ausführliche und gründliche arbeit über Uhich Füeterer von Rein- 
hold Spiller findet sich in Haupts Zeitschrift fiir deutsches alterthum, Jahr- 
gang 1883. 



-Dem durleüchtigen hochgebornen fürsten und herren, 
herren Albrechten, pfalluntzgraven bey Reyne, hertzogen in 
obern und nidern Bayren etc. , hab ich Uolrich Füettrer, 
ein maier zu Münichen, ersamlet mit ainer ainvältigen stümpel 
Teiitsch aus ettlichen püechern dye gesta oder getat von 
herren Lantzilet vom Lack mit dem kürtzisten synn , doch 
unmanglend der awentewr, die dar zue gehören: Von erst 
von dem kiinig Bann von Bonewick , wie der von rewen 
starb; von dem kiinig Artus aus Prittania, von Lioiiell und 
Bohort; wie Lantzilet im lack erzogen ward und was er in 
seiner ritterschafft pegieng, und vom ancfang des heyligen 
gralls, wie und wardurch er und was er gewesen ist; auch 
wie Galaat, Parzifal und Bohort die awentewr des gralls zu 
ende prachten und wie es yedem in seiner suechumb gieng; 
von dem sorgclichen sess zer taveirunnd, auch wie sich die 
von der tavelrund hielten und wie si ennd nam; wie si all 
erschlagen wurden an aine Gifflett; von Artus und fraw 
Ginoffern tod , herren Gabanes , Lantziletz , Rohortz etc. 
[Bl. i''] tod unnd von gar vil wunderlichen geschichten, dy 
sich hierunnder vergangen haben ; auch das alle dise her 
nach geschribne lanndt irer rechten herren verwaist wurden, 
Prittania, Logors, Gawle, Bonewick und Gami ^. Und dise 
gross manslacht ', da ye man von gehorte, pracht alles zue 
ain arger verrätter, genanndt Morderot, des kunig Artus 
kebss sim. Unnd hebt sich an mit Claudas , dem verrätter, 
und enndt sich mit Morderot, dem verätter. 

In der marck Gallia in ciain Prittania waren zwen ge- 
priieder, ainer genannt künig Bann, der annder genant Bo- 
hort, volkumen an eeren und guetten sitten. Inn der gegent 
was ain provintz, genant zum wüesten lanndt, zuegehorent 
dem künig , Claudas genant , der was der zwaier prüeder 



' I F' [Bl. ib]: Gani. 



» [Bl. ih]; 



man und was vertriben von Aramund, des künig Banns 
vatter, umb sein untrew. Alls Aramund starb, da pracht 
Claudas zu samen sein fursten und mag, aus Italia Pontus 
Anthonius, der kam mit Römer macht. Claudas hett sein 
lanndt wider erkobert, wann [Bl. l^] er ain gerechter richter ^ 
was und vernünftig und het sein lewt lieb. Und hueb an 
mit grosser macht ain urleüg wider den künig Bann von 
Bonewick und Bohort, seinen prueder ; die waren paid mann 
künig Artus. Sy gewunnen dem künig Bann all sein lannd 
an pis an ain statt, genant Trebe ; die was nit zu gewynnen 
on erhüngrung oder verretnüss. Der künig Bann erhueb 
davor ain scharmüczeln mit sein veinden. Im wurden sein 
gesellen vast all erschlagen und gefangen. Bann erschlueg 
Ponthum Anthonium und cham sigloser nur selb dritt in die 
statt. Inn dem jagt mit grossem zoren nach Claudas und 
want, sein mag zu rechen an künig Bann. Der chünig Bann 
erkannt in und wand frölich umb des, das er vermaint, räch 
an im zu begen, unnd stach den chünig Claudas vom pfärd, 
also das menigclich wand, das er tod war. Nu hett Bann 
künig Artus umb hilff angerueft ; da het Artus auch in der 
zeit so vil urleügs, das er im chaynerlay weis zu statten 
mocht chumen. So lag auch sein prueder, Bohort, auf den 
tod siech, dem auch sein lanndt ser gewüestet und verhergt 
was ; von dem mocht [Bl. i"*] Bann auch kain hilff gehaben. 
Nun vernam künig Claudas, wie er die statt nicht gewynnen 
möcht und macht mit künig Bann ainen tag und frid. Auff 
den selben tag cham chünig Bann nur selb dritt. Die chünig 
clagten auf ainander und sunder künig Claudas begerung 
was, das im künig Bann sein lanndt, purg und statt auf geh 
und sein man wurd, so wolt er in widerumb damit belehen 
und mit sampt anderm guet reichen. Künig Bann antwurt 
im, wie er künig Artus man war, und ob er sölichs tätt, so 
wurd er maynaidig an Artus. Do sprach chünig Claudas: 
»Vart hin zue Artus unnd sagt im, das er euch in vierzig 
tagen zue hilff chumic Mit dem abschid ritten si von einander. 
Künig Bann trugseß verhindert sich; zue dem cham künig 
Claudas und redt: »Merck! sich mag Artus, noch dein herre 

I F^ [Bl. 2a]: gutter ritter. 



nicht erweren Vertreibung seins lannds und verhergfung ; dann 
ich hab geschworen, wen ich mit gewallt betwing, der mueß 
sterben , oder in vengknüß hertigclich gehalten werden. 
Darumb wiltu mir getrew sein und mir helflfen, die purg 
und statt zu gewinnen, ich gelob, dir das lanndt zu leyhen, 
das du mein man seyest.c Er globt im, alles das zu thuend, 
da mit er im hilff [Bl. 2*] beweysen möcht, on zu verratten 
seinen herren. Nach dem schieden si sich von einander. 
Claudas was on massen fro, das im der trugkseß so vil 
globt hett. Der trugkseß kam zue seim herm, künig Bann, 
und riet im an künig Artus. Im riets auch sein aigne haus- 
fraw ; dann die enterbnüß gieng ir vil nach. Er zoch hin 
zue künig Artus, mit im sein hausfraw und ir sun, Lantzilet, 
mit dem zuenam getauffl: Galaat, und auch mit in ain chnab, 
der in dient. Der chünig bevalch sein guette statt unnd 
was er hett dem schnöden, argen und ungetrewen truchsäß. 
Nun cham er auf dem weg an ainen schönen lack pey aynem 
hohen perg. Da erpaist er an ainem morgen und sach gen 
Bonewigk wertz, da er wol mocht gesehen sein guette purck 
und statt Trebe. 

Wie der ritter Banym kampfft mit dem ungetrewen 

marschalck. 

Inn der zeit und der künig Bann aus der stat zoch, het 
der mörder truchseß nicht vergessen seiner verreterey und 
was hin aus geriten zue künig Claudas, ob im der noch den 
vorigen gehaiß halten wolt, der im nu bestätt ward. Nun, 
alls er zer stat ein rait, begegent im Banym, der ritter, und 
fragt, wann er ritt. Antwurt [Bl. 2^] im der trugksäß : »Ich 
pin gewesen pey Claudas und hab den frid gantz bestätt, 
das wir nicht mer sorgen bedürffen; sich mag menigclich 
zu gemach beraiten.« Banym erkaltet sein hertz unnd sein 
sorg was nicht ciain. Zernacht entschlos der verretter und 
Übergeber dy porten, das Claudas mit allem seinem volck 
cham in die statt. Banym gewaret des und ruefft mit lautter 
st)mim: »Verratten, verratten.« Er cham under die veind 
und tet vil mit dem wappen, es enhalff aber ciain. Das 
schlos ward zu allen orten angezündt und das volck zu tod 



geschlagen und ward Banym belegt auf ainem hohen turn, 
den hielt er, piß er in von hunger muest aufgeben. Claudas, 
wie wol er in berget, so hett er in dannocht vast lieb durch 
sein frümkait, redt mit im , er sollt im den turn auf geben. 
Er jach: »Nain, ir verhaist mir dann, das ir mir recht wider 
varen last gegen allen den, zue den ich vermain sprüch zue 
haben mit recht.« Er verlob tz im; sunst gab er den thurn 
nothalben auf. Nun cham am dritten tag nach der thatt 
der schnöd trugksäß und ermandt Claudas seins glübs. Des 
ward Banym gewar unnd sprach: »Herr, der chünig, ich er- 
man euch ewers gelübs, auch alls ir mir [Bl. 2*^] verhiest. Ich 
pitt gerichtz über ain verrätter, der sein aigen herren ver- 
ratten hatt. Und diß ist der truchsäß gegenwürtig, von dem 
mir söUichs begegent ist; ob er diß in laugen stund, ich 
bezewgs mit meinem. leib kempflich auf in.« Künig Claudas 
sprach: »Trugksäß, hörtt, was ir geczigen wert!« Antwurt 
im der trugsäß: »Diß beschicht mir durch euch.« Der künig 
Claudas gab im das lannd auf, ob ßv sich der inczicht un- 
schuldig machet. Thett er des nicht, so wolt ers Banym, 
dem ritter, leyhen. Der trugksäß verwilligt sich ains kampfs. 
Banym der gesiget an dem ungetrewen und schlueg im das 
haupt ab ; des danckt er got. Der chünig wolt im das lanndt 
leyhen. Banym wolt das aber nicht aufnemen und schied 
von dannen. Da sprach Claudas zue den sein, er hiet nye 
so tewrn ritter gesehen. 

Wie chünig Bann von rewen und laid starb. 

Alls nun alle vorgemelte ding ergangen waren, inn der 
zeit was chünig Bann auf den perg komen und sach sein 
statt dannocht vallen und prinnen. Do ward sein clag über- 
massen groß, so das er in grossem laid erstarb. Sein pfard 
cham ab dem perg gelauffen. Der chnecht lief [Bl. 2*^], 
zu sehen, wie es seinem herren gieng; die chünigin lieff 
auch nach und ließ das chind pey dem lack. In dem 
schrick ^ , do der chnab oder knecht sein herren tod fandt, 
ließ er ain grossen schray. Den erhört die chünigin und 
cham zu in. Da si diß laid an irem herren ersach, zerraiß 

I F^ [Bl. 4a]: vnd liesz das kind in dem schricken bey dem lack ligen. 



5 

si ir gependt und har und gedacht in dem irs kinds. Do 
ward allerst ir laid zwifaltig und loflf eylent zu dem lack 
und sach, das ain clare fraw ir kind in ir schoß hett und 
es dick küsset. Sy pat, ir das chind wider zu geben. Das 
frewlein stund auf und sprang mit dem kind in den lack 
oder see. Do die chünigin diß ersach, allerst ward ir jamer 
unnd clag mer dann groß. In dem chumpt her ain äbtissin 
mit ir gesind , funden die frawen in amacht ; die ward ge- 
labet und getrost, das ir aber ir clag noch laid nicht be- 
nam. Di chünigin clagt der weite unsichers leben und nach 
irem laid und der weite Ion betrachtung pat sie sich zu 
weylen. Das beschach. Do ward der chünig an der statt 
gefuert in das frawen closter und nach küniglicher wirdikait 
bestett und besungen; und an dem end, do er gestorben 
was, thett die frawe einlöblichs wolgeziertes gotz hauß [Bl. 3*] 
pawen und fliert den künig dar und pawt ain frawen closter, 
all da sie pelaib in clösterlichem leben hüncz in ir end. Diß 
beschach alles bey dem lack. 

Nun hört fiirbaz, wie es der chünigin von Gami gieng 1 
Do der künig Bohortt erstarb, er ließ hinter sein zway chind, 
Lionell und Bohortt. Claudas gewan auch das lanndt, so 
das im die chünigin aus dem lanndt entweichen muest. Si 
vemam, wie ir Schwester inn dem closter künigs wal war. 
Zu der wolt sie mit iren zwain kinden und cham auf der 
rais in ain wald, dar inn jagt Claudas des tags für lange 
schwär. Ir becham ain ritter, den Bohortt vertriben hett; 
der vieng die chünigin mit ir zwain kinden. Die fraw ge- 
part so, das si in hart gund erparmen, und schwuer ir, er 
wollt den chinden wol thuen und in hinter ir lanndt und 
lewte widerumbe helffen und si vor Claudas verhelen. Dye 
chünigin pat in waynend, im dy kind bevolhen lassen sein. 
Er fliert die künigin durch den wald zu ainem prueder hoff, 
pis Claudus enweg kam. Do die künigin also wegk kam, 
so das Claudas si, noch ire chind nicht [Bl. 3^] finden chund, 
dann si im verchuntschafTt worden, ward er vast zürnent ^ 

* 

I F* [BL 4b]: Als er nu die künigin vnd yre kind, die im dann ver- 
kuntschafit waren, nitt vinden kundt. 



Da der ritter das vemam, das der chünig der frawen nach 
stellet, sanndt er ainen sein nefen zu ir; dem bevalch er, 
si zu flieren zu ir Schwester in das closter künigs wal; das 
der also volpracht. Da nu die zwo Schwestern zu samen 
chamen, clagten sie paid sef ir chinder verlust, und nach 
dem si söUiche dag nicht helffen kund noch mocht, thetten 
si iren willen in den willen gottes seczen und gar seliklichen 
leben. 

Nun Lantzilet ward in dem lack erzogen zärtlichen und 
im peschach kain laid, dann es was doch nur ain zauber. 
Die junckfraw vom lack hett es durch mynn von Mörlin 
gelernt. Weitter sag wir von dem ritter Phariens ; der hett 
die zway chind in grosser huet und er zoch die gar zärtlich. 
Er hett ain hausfrawen ; die puelt Claudas, so das si im sagt 
von den chinden. Er uebt ein ritter, der Phariens veindt 
was, er solt in berueffen für ain verrätter. Es beschach. 
Pharienns entschuldigt sich söUicher inzicht und schlueg sein 
widertail in aim kampflf zu tod. Pharienns verlaugnet nicht 
der chinder , nur der verrettnüss , so in jener zigen hett. 
Künig Claudas pat, im die chinder zu lassen und globt 
[Bl. 3^] im, den wol zu thuen und, so si zu jaren chämen, 
in ire lanndt wider zu geben. Des schwuer er dem ritter 
zue den heiligen. Er glaubt im der wort unnd des aids. 
Claudas fuer zue und verschlos Pharienns, Lambegum, seinen 
nefen, und di zwai chind alle in ainen thuren ^ und ließ doch 
erbercljch und redlich halten. Nun was Claudas ains mals 
verdacht in dem, wie er künig Artus wolt urlewgen und, 
ob er im angesigt, wie er als dann der gröst herre inn der 
wellte war. Er beschicket sein fiirsten und sprach zue in: 
»Ich wil auf ain wal vart ; desshalben hab ich euch beschickt 
und bevilch euch meinen sun Darium zu sampt dem lanndt. 
Ich beger auch von euch, mir zu geloben, ob ich auf diser 
walfart sturb, ir wellet Lionell und Bohortt irs vattem und 
vettern lanndt Gami und Bonewigk wider geben, seit doch 
Bannes sun in dem lack ertrunken ist.c Si globten im des 

I F' [Bl. 5a]: vnd verschloss die kinnder vnd Phariens neffen, genant 
Lambegum, in einen turenn. 



und waren sein vast fro. Claudas hueb sich auf und wolt 
hin in Prittania, listigclich zu ervorschen des chünig Artus 
gelegenhait. Der was noch dann junck und allerst bei siben 
monaten fraw Ginoferen genumen. Er nam ainen knaben 
mit im, der des leibs stolcz was und des herczen küen 
[Bl. 3**]. Sy erkanten und funden an Artus di grösten miltig- 
kait, tugent und weißhait, des si über all maß verwundert. 
Si erlernten, wie ser er ert die ritterschafft, wie wol er re- 
giert die lannd. Sy erkunneten sein reiche messenney, sein 
wolgeordnten hof und die gepluemptist ^ ritterschafft. Clau- 
das fuer wider haim. Ains tags fragt er sein gesellen und 
sprach: iWaistu, umb wew ich an Artus hof pin gelegen?« 
Er sprach: »Nain«. »Das wil ich dir sagen: An Artus pin 
ich der reichist künig in der wellt. Nun ist mir zu muet, 
in zu urleügen; dann, wo ich in zu man betwingen möcht, 
so wurd ich vorchtig allen chünigen in der werlt. Nun 
fiirsich ich mich vil weißhait zu dir und beger dar inne deines 
ratts.« Der jüngeling sprach: »Nach dem und ir mich rats 
pitt, so rat ich euch in trewen, ob ir änderst ewer eere und 
lanndt behalten wellt, das ir söllichs urleüg gegen im meidet ; 
dann es doch zu unrecht war; wann ich gelaub, das er dy 
hilfT und mynn gottes hab, der sein räch schnell senndt über 
all des künigs widerwertigen , das ir doch selbs dick ge- 
prüefet habt.« Der chünig ward ungemuet ab dem ratt unnd 
schuldiget in für untrew und jach, wie [Bl. 4*] er künig Artus 
lieber het, dann in. Er sprach: »Nain, herrl sunder ich hab 
euch die warhait gesagt ; dann ir mich pat, euch getrewen 
rat zu geben, das ich getan hab.« Dem chünig behagt sein 
rat und erkant in ie mit trewen. Noch denn wolt er in 
verrer versuechen und sprach: »Nu wil ich Artus hergen ^, 
wie wol ich dein untrew spür, das du in wirst warnen«. 
Do sprach der jüngeling: »Seit ir mich ungetrew haisset 
und ich euch, noch yemandt anderen nie kain untrew be- 
wisen hab , noch nie getet , so sag ich euch auf all ewer 
manschafft an diser statt und sprich : »Wer und welcher 
man mich untrew zeyhet, der ich nye getett, gen dem wil 

* 

I F* [Bl. 5a u]: tewrest, z F* [Bl. 5b]: kriegen. 



8 

ich bewären mit meinem leib, das er mich valsch zeichet«. 
Claudas sprach: »Du redest all zu gever mit deinem herren; 
wiltu dichs entschuldigen, du vindst michgen dirkempfende«, 
und was doch vast fro des chnaben unerschrocken herczen. 
Und si entporten dy schwert; da schlueg der chnab Clau- 
dassen, das er nicht trawt genesen. Er ruefft den chnaben 
an, das er hört und jach: »Welcher den anderen hie tod 
siecht, so waist nyembt die schuld des Streits und wirt man 
jehen, wir haben ein ander ermördt; der champf hab sein 
anstannd [Bl. 4^] und werd in meinem hof, .so wir zu lannd 
chumenU Der chnab sprach: »Nain, ich leg euch champfes 
tag von hewt über fiinfzehen tag an des künigs Artus 
hof, der durch chaynerlay niempt zu unrecht thuet. Ich 
hab euch auf geben ewer manschafft. Und ich reit und 
wartt ewrs gewetz und begeren bey Artus.« Künig Claudas 
sprach: »Ich sag dir, das ich das alles getan hab durch ver- 
suechen, und ich gesach nie so trewen man, als du pist;« 
und gehieß im nu grossen reichtumb, das er den zoren und 
kämpf verkür. Das geschach und also ritens mit einander 
zue lanndt. * 

Nun merckt ettwas von LantziletI Als in sein junck- 
fraw in den lack gefiiert hette, ward er von ir mit schönem 
fueg gezogen und lieb gehabt von menigclich , da von vil 
zu sagen war, das ich laß beleiben. Dann an ainem tag 
fliegt es sich , das die chünigin von Bonewick saffs all ser 
wainende pey dem lack umb iren man und chind. Inn dem 
reit her ain waldprueder selb ander ; der grüest die chünigin. 
Alls er si betrüebt sach, fragt er si umb ir schwer. Si saget 
im alle vorgemelte geschieht und wie nu siben jar das war 
und das ir kind ertruncken wer. Der prueder was der 
frawen geistlichs leben vast fro und sprach zu [Bl. 4*^] ir: 
»Fraw, für war tröst ich euch mit der warhait, das ewer sun 
noch lebt ; das sait mir ain magt, die in alle tag sieht ; die 
sagt mir vil seines vermügens.« Die fraw fragt: »Wo?« 
Er antwurt ir : »Des entar ich euch nicht gesagen. Ich 
wurd mainaidig; ich habs verschworen.« Die chünigin ward 
an massen fro. Er sagt auch mer irer Schwester, wie Lio- 
nell und Bohort wol bewaret wären und wol mügent, und 



sprach, er wolt zue Artus und dem verweisen, warumb er 
dise tatt nit räch an künig Claudas ; doch so hiet er pis her 
so vil zu hergen gehabt , das wunder war , das ers ersten 
möcht. Er nam urlab und rait zu Artus ; da er für in cham, 
grüest er in und sein messeney und jach im vil grosser tu- 
gent und eeren. »Jedoch ain gross laster ewem preis ains 
tails verschneidt.c Artus schambt sich diser leczer red, und 
menigclich ward sprechent, wie er so getürstig war söUich 
rede ainem künig under äugen zue reden. Artus thet den 
prueder fragen, was doch diß laster war, das im sein preis 
schwechet. Der wald prueder sprach : »Da haben zwen 
prüeder, die chüenisten ritter aus allen lannden, mit namen 
künig Bann von Bonewick und Bohort, sein prueder, 
kü[Bl. 4**]nig zu Gami, ire lanndt, leib, weib und dar zue ire 
chinder verloren von dem ungetrewen Claudas von dem 
wüesten lanndt und si sind dein man gewesen und wolten 
dir nicht mainaidig werden. Diß laster stet von dir noch 
unerrochen; das verschneidt dir deinen preis.« Der chünig 
sprach zum prueder: »Für war, von mir sol söUichs nicht 
angerochen peleiben.« Nun und der prueder sein sach ge- 
endet het, rait er mit hulden weg und cham zu den zwain 
chüniginnen, sagt in Artus fiirnemen, des si zu mal fro 
waren. 

Wie Lionell des chünigs sun, Darium, erschlueg. 

Inn der zeit berueffet Claudas ainen grossen hof, dar zue 
cham grosse ritterschafft und flirsten manigerlay lande. Nun 
het dy fraw von dem lack grossen Vleiss mit bedencken, 
wie si di zwai chind Lionell und Bohort zue Lanczilet precht 
aus des wüettrichs künig Claudas vengknüsse, und schickt 
ain magd zue dem hof mit irem gauckel. Als an Sannd 
Maria Magdalena tag Claudas der künig zue tisch saß, die 
junckfrauw cham für in gegangen und redt : »Künig , die 
aller schönst junckfraw von der wellt schickt mich zu dir 
und lat dich grüessen , umb das si vil eeren [Bl. 5*] ains 
mals von dir hat hören sagen, der ich doch zwar nicht an 
dir spür. Unnd ich wil dein gross laster da haim nicht un- 
verchündet lassen meiner frawen.« Der chünig fragt, was 



lO 

das war. Sy antwurt im und sprach : »Du siczst hie in aim 
frömden lanndt, dich unangeporen, und die chind, der lannd 
und guet du herschest, sein dein gefangen; des ist menigk- 
lich fro mit dir, dann si nicht. Diß ist dein laster.« Mit 
den Worten beweget si künig Claudas, das er zu hand seinen 
truchsessen nach den chinden thet schicken. Nun was Lio- 
nell der chünist ritter, der one Lantzilet zer wellt lebet ; der 
ward seins lannds ermandt und gewan in seinem herczen 
ein söllichen gähen zoren, den er vor den lewten chaum 
enthalten mocht. Die chind und ir maister kamen für Clau- 
das, den künig, der sich ir hoch frewet, und manig man 
ward da waynen, da si ir recht natürlich herren ersahen. 
Claudas hett seinen sun Darium des tags ze ritter gemacht, 
also das der künig saß in ainem hohen gestüel vast kost- 
lich, zer ain seitten stund die chünigclich chron und swert, 
zer anderen seitten das zepter. Nun stund Lionell pey dem 
chünig auf der seitten, do das schwert lag. Auf der [Bl. 5**] 
anderen seiten stund Bohortt pey dem zepter. Lionell 
stunden dy äugen allzeit nur auf das schwert; dann sein 
hercz was alles erfüllt mit zoren. Sam was auch Bohort. 
Die junckfraw vom lack gieng dar, saczt ir yedem ain dar 
schappel auf und henckt ir yedem für sein prust ein reich 
fiirspann mit edelm gestain mangerlay tugendt. Von dem 
ward ir paider hercz vol manhait gestossen, und warden ir 
krefft über aHe waflfen schneiden. Claudas hueb ainen 
grossen guidein kopflf auf und pot Lionell zu trincken. Er 
nam den chopf und schlueg in dem chünig under das ange- 
sicht, da von er ain grosse wunden entpfing, und der wein 
beflecket im seine claider. Von disem schlag lag Claudas 
unwissent. Lionell begraif das schwert und Bohortt das 
zepter. Do ward ain gross gerueflf. Des künig sun Darius 
loflf schnell mit ainer parten an Lionell und vermainet seinen 
vatter zu rechen. Lionell chort frölich an in und schlueg 
im den linken packen mit oren und äugen durch den hals 
weg, da von er tod pelaib an der stett. Die junckfraw 
laitt behendiclich di chnaben ab dem weg. Nun het si zwen 
gezaubert wind an silbrein [Bl. 5^] ketten; daran legt si die 
chind und ledigt die hund. Inn dem cham der chünig wider 



zue chrefflen , und alls er seinen sun tod sach , er ward 
laidig on mass und grimig in zoren und loff mit aim erpor- 
ten schwertt den chinden nach. Zue handt verwandelt die 
magt di zwen wind inn gestallt der zwaier chind und die 
chind in gestallt der wind. Do loff er auf die wind, die er 
vermaint, chind zu sein. Die winden fluhen in ain chamer, 
er loff in nach und schlueg nach in und traff ain palken 
mit söllichen chrefften, das sein schwerl zue stucken sprang. 
Er was fro, das er chainen geleczt het, und jach, wie ims 
got also zu eeren hett gefiiegt und hieß si gefangen legen ; 
und er wollt über si richten vor aller menigklich etc. Und 
also pracht die junckfraw mit iren listen die zwen herren 
zu iren frawen und iren nefen Lantzilet. Der chünigin freüd 
von der geschieht was an massen groß, und entptieng si 
liepUch und tett in wol. 

Nun alls Claudas die zway verwänten chind verschlies- 
sen ließ, das müett gar ser Pharienns und mengen guetten 
ritter; er besannt di pesten und die getrewisten, also wur- 
den ir pey dreissig tausent wol [Bl. 5''] verwappent, cha- 
men mit Pharienns für das palas. Claudas ließ fragen, was 
si da mit mainten. Pharienns der sprach: »AUain ir gebt 
unnser zwen herren . änderst chumpt ir an miie nicht von 
hynnen.« Darauf antwurt in Claudas, der künig, und sprach: 
>Ir seit all mein man und habt mir ewer hendt gefallen.« 
Phariens sprach: »Ir habt mir pey ewern kiinigkhchen wir- 
den verhaissen , mein herren in meiner gewalt zue lassen 
und in wol 2u thuen; dar zue so hab ich ir manschafft nie 
verlaugnet; darumb hilfft euch all wider red ciain. Und 
wir wellen unnser herren wider haben , es sey oder ergee 
aiit Heb oder layd.« Claudas schambt sich, das er si 
cfwungelich solt widergeben. Nun under der red und wider 
red hett Claudas bestellt die seinen , zu iren wappen und 
wer zu trachten, und thett sich also verwappen mit den sein 
und ward dar aus ain michler streit. Phariens nef, Lam- 
begus, cham mit ainer slarcken giävien und randt an Clau- 
das mit söllichen chrefflen , das ros und man zer erden 
la^en und sein sper dem künig Claudas durch die lingk 
achsel fuer, Claudas lag alda unwissent, ettlich der seia 



12 

peschuczten in; der streit ward eben gross und lang. In 
dem cham Claudas widerumb [Bl. 6*] zu chrefften und loff 
an Lambegum und schlueg in mit ainer helmpartten durch 
heim und schilt ser wunden. Claudas, dem künig, cham in 
dem ain ritter zue hilff in mainung, Lambegum gar zu 
tötten. Phariens sach sein nefen in den nötten und arbait 
mit chreften zue im, also das er den ritter angesicht künig 
Claudas zue tod schlueg und dem künig Claudas ain michle 
wunden in sein lingken packen, davon er zer erden viel. 
Lambegus viel über in, wolt in enthauptet haben. Des ward 
Phariens gewar und cham dem chünig zue hilff und ernert 
in vor Lambego; des beruefft in Lambegus für ain verrätter 
und was grimmigs muets. Claudas was fro und jach, das 
Phariens der getrewist ritter war, der ye lebt, wann er ge- 
sprochen het, das niemant solt an seinem herren übel thuen. 
Claudas gab im auf sein schwert und jach, er wolt im die 
chind wider geben; Phariens berueft das mit heier stymm; 
mit dem nam der streit ain end. Je doch so zürnet Lam- 
begus ser mit im, umb das er dem chünig nicht das haupt 
lie nemen. Man pracht die zwen wind in gestallt der chin- 
der. In dem was die junckfraw mit Lionell und Bohort 
chumen [Bl. 6*»] zu dem lack und hett das zauber wider 
tan. Alls die diet ir herren wolt pesehen, warens verwan- 
delt zue winden. Do erzaiget menigclich grossen jamer und 
war das gröest hende winden und har rauffen, das ye man 
gesach. Aller erst ward in ze muet, künig Claudassen zue 
tödten, das er in hundt für ir herren gegeben hete. Clau- 
das ward der clag gewar, und zu erfaren dise clag, schickt 
er ain potten zue in. Als jene Claudas poten erkanten, sy 
luffen in an und schluegen im ettlich wunden und wolten 
in zu laid Claudas, seinez herren, zu tod geschlagen haben, 
der in aber entran und sagt seinem herren dise mär von 
den hunden und irer clag. Er hieß, im pald heim, schilt 
und schwert raichen und pat all die sein sich zue wer be- 
raitten. Er clagt an maß, das er die chünig ye enterbt 
hett und was im Übels dar aus chömen war und noch chu- 
men möcht. Phariens cham mit all den seinen, und er pat 
si halten, er wolt sich mit dem künig besprechen. Claudas 



13 

pot sein unschul4 und jach, das es im die j'unckfrauw zue 
vor hett getan mit ir zauber und sprach; »Phariens, durch 
vorcht deiner lewte sag ich dir icht, [Bl. 6'] sunder durch 
dein lieb schwer ich dir zu den heiügen, das ich die chind 
Bohortes weder getött noch in vengknüss hab, noch das in 
von mir noch durch mein haissen kainerlay übel beschehen 
ist. Ich enwaiß auch nicht , wo si sind , alls war mir all 
heiligen helffen.s Phariens gelaubt im der red und sprach: 
»Herr, das volck wirt mir nymer gelauben noch euch.« Er 
sprach: »Herr, ich chan euch nymer befriden, ir gebt euch 
dann in mein gefencknüss ; so ichs euch erman, so glob ich 
euch trew und helff, so ferr mir leib, leben und macht wert.« 
Er verlobtz im auf sein trew. Phariens rait zu den seinen, 
sagt des künigs Unschuld. Es enhalff gar nicht, sunder si 
gelten seinen tod; sie wollen nur streitten, Phariens sprach: 
»Diß beschäch an eer, wir wellens dem kiinig sagen.* Er 
gie zue im und sprach: »Herr, die pest hoffnung ewrs lebens 
ist ritterliche wer.» Claudas was unerschrocken starck und 
küen ; diß was in ainem engen weg und der streit was 
gross. Claudas lie machen vil fewr, das man die nacht wol 
gesäch ; dann der streit was pey der nacht. Und Larabegus 
volck ward ser dar nider geschlagen und berueften Phariens 
für ungetrew, Er antwurt in und [Bl. 6''] sprach: 'Wer 
mich ungetrew haist, den wil ich des an aller stat wider 
treiben ; Claudas ist ye mein und ewer herr und ich , noch 
haben im unnser manschafft nye auf gesagt. Auch seit 
ir aus meinem rat gangen. Ich hab ain purgk, dar auff wii 
ich kiinig Claudas pringen sunder ewern danck, pis er sich 
wol erkobert; nachdem gedenckt, wie es euch bechämen 
wirt, so er mit gewallt euch und die statt gewinti« Si er- 
dachten wol ir unrecht und sprachen, ob der künig sich 
noch wolt geben in ir gefencknüss , alls er dann vormalen 
in furgehalten hett, so wolten sis zu guet nemen. Phariens 
sprach, er woltz mit vleis werben. Und also warb ers zum 
chiinig, das er sich selb dritt in sein gevencknüss seit ant- 
wurtten , wenne er des ermant wurd. Mit vil raer rede 
ward diss zu letzst gelobt so verr, piss man erfiier , ob die 
chind tod oder lebend wiiren. Auch das all die pesten 



H 

schwüerend zu den heiligen, kayneiiay arg an im ze tuend, 
war sein begerung. Lambegus und drey baronen namen 
sich aus dem aide doch betrc^enlich. Diss merckt wol Pha- 
riens und sprach zue künig Claudas, [Bl. 7*] das er war von 
dem volck an massen ser gehasset. >Darumb ratt ich euch, 
so ir das glübd vor dem volck thuen wert, das ir den herren 
von Sant Zieron und den herren von Dann zu mir schickt 
und legt ainem andern ewere wappen und kovertewer an, 
so das si wänen, ir seitz.« In dem rat spürt er aber wol 
Phariens trew und gab im auf sein schwert. Der künig ge- 
lobtz vor allem volck dise vencknüss ; hie mit zoch menigk- 
lich von dem streitt. Der künig legt aim andern seine 
Wappen an, und chamen zue dem thum Phariens. Nun alls 
si in den tum chomen, so laufft Lambegus her an den mit 
ainem erzogen schwert, den er vermaint, der künig zu sein ; 
den stach er in sein prust ain vast tieffe wunden. Da Pha- 
riens das ersach, der zuckt ain helmparten und schlueg sein 
nefen hart wund zue der erden; da wolt er in gar ertödt 
haben. Das ersach Phariens hausfraw ; di lieff eylent hin 
zue, viel über iren nefen und pat umb gnad, wie wol er ir 
manig ftial übel gethan hett. Die andern zwen werten sich 
manlich und vermainten, si wären verraten. Phariens der 
sprach : >Ich dacht, ich biet euch hinter frumm lewt gefüert 
und nicht hinder mainaidig verrätter und dieb.« Noch dann 
[Bl. 7**] stritten die vier mit aller craft an das volck. Do 
luiTen si mit hauff an Phariens ; das ersach Lambegus, den 
er erst newlich nider geschlagen het; der war zue im selb 
chumen. Der sprang in sein helflf, und schluegen mit macht 
das volck von dem turn. Wie dem die fiinff wurden in 
dem turn verschlossen und wol bewartt. 

Wie die junckfraw vom lack gen Trebe kam. 

Nun was Lionell und Bohort vast in grossem laid umb 
lannd und lewt und sunder umb ir maister. Die frawe von 
dem lack pat si, frölich zu sein ; si waren statt sunder essen 
und trincken ^ und wurden plaich. Die fraw sprach: »Ob 

I F* [Bl. loa]: sy wöltenn weder essen noch trinncken. 



ir euch wol weit gehaben , so wil ich nach ewern maistern 
schicken, das ir si gesecht und besprecht.« Sy vielen für 
die frawen und paten si , nach in ze schicken. Zu band 
bevalch si ainer magd, die ding zu volenden, auch zu ver- 
schweigen und pey irem leben nicht zu sagen, wo die kind 
wären. Si rait zu hant zu Gami. Da hört si aller sach 
mittel und end. Si fragt nach dem getrewisten man in der 
stat. Der wart ir geweist , Leontes von Poerne. Sy nam 
den sunder und sprach: »Ich sag euch, das euch wol chumpt, 
ob ir mir sichert, das ir nicht aus [Bl. 7^] den dingen redt, 
dann nach meinem ratt.« Er gelobtz. Si sagt im aller 
ding von den zwain herren, auch wie si Phariens und Lam- 
begum mit ir solt fiieren, ' das sis sehen und besprechen ; der 
ding het si worzaichen ^, ir herren zwo gürtln. Er sprach : 
»Durch got sind si in Claudas gevencknüss oder anders 
oder tar ichs nicht den lewten sagen.« Si jach: »Ja wol, 
doch das ich nicht benant werd«, und pat in, das er si solt 
füeren zu den maistern. Ab der red ward er so fro, das 
er ain zeit vor freüden nicht kund geparen. Man fiiert si 
zu dem turn; da sagt si in, wie ir herrn gefiieren. Des 
ward gross freüd under in. Die lewt wolten doch den vollen 
nicht gelauben und wolten auch Phariens nicht dar hin las- 
sen, sunder Lambegus müest enweg, mit im der ritter Leon- 
tes. Die junckfraw fiiert si zu dem lack. Da torst si den 
ritter nicht fiirpas fiieren an ir frawen erlauben, sunder 
Lambegum fiiert si gar mit ir. ' Als er zu der frawen vom 
lack kam, die entpfieng in wierdiglich, fiiert in zu ir herren, 
die wurden so froe , das da von nicht zu sagen ist. Und 
da aber Lionell befannd, das sein maister Phariens nit chu- 
tneji was, des ward er ser zürnen und schuldigt in grosser 
untrewen, pis [BL 7^] man im sagt, wie es im ergieng, und 
was si erliten betten seit irs dannen schaidens. Auch ward 
Leontes frölich gehalten und wirdigclich entpfangen *. Nun 
ward und si di sach alle warhafticlich sahen und erfueren, 
zohen si wider von dannen ; mit den ain chnab was ir gelait, 

* 

I F^ [BL lob] : warzaychen. 2 F* [Bl. lob] : Do sannte die frawe nach 
JLeontes; der ward auch wirdigklich empfanngen. 



i6 

der solte Phariens pringen. Si chamen zu Gami und sagten 
menigclich, wie si ir herren gesehen und mit in red gehabt 
hetten. Do ward erst mengklich fro und glauben in und 
hiessn die in dem tum der vengknüss ledig gezelt werden. 
Nun wardens über ains , das man solt geparen , gleich alls 
ob man die drey tötten solt, und den künig da mit bewegen, 
das er durch der herren frist in ain statten frid gab. Clau- 
das hett nu besamnet ain gross her, da mit er für die stat 
wolt durch räch. In der zeit gedacht sich Phariens und 
enwest, wie er die gefangen weg prächt. Nun hetten die 
von der stat drey Strassen besüt ^ und bey ainer nacht legten 
die drey ir wappen an, mit in Phariens, der wolt sie auf 
sein haus pelaiten. Die purger und ir gehelflfen chomen an 
si. Do ward ain newer streit erhaben ; si werten sich man- 
lich, aber es enhalf nicht. Sie wurden wider gefangen und 
auf den thuren gelegt. Mit dem viel Claudas [Bl. 8*] für 
die statt ; die was beschlossen. Die purger erschracken an 
massen und trawten sich nicht zerneren. Die pesten baronen 
und ir genossen giengen zu Pharienns und paten gnaden 
und mainten, solt yemandt der statt von Claudas süen er- 
werben, er möchtz thuen. Nach dem giengen die von der 
stat zue im, paten in gnaden. Er begnadt si also und sprach : 
»Gelobt mir, herr, all dy pesten pey trewen, ob mich Clau- 
das zue tod schlieg, das ir die drey auch wellt zu tod schla- 
gen!« Sie globten ims. Phariens rait hin zue Claudas; do 
ward er wol entpfangen. Claudas sprang auf, wolt in ge- 
küsset haben, das Phariens nicht thun wolt und sprach: 
»Ich thu sein nicht, pis ich mein sach volendt, und ist die 
sach, das ich euch flechlichen pitt, das dise ewer her chumende 
raiss diser statt nicht zu var sey, noch den lewten, die dar 
inne wanend ; dann ich mangen mag und man dar inne han ; 
wann solt ir si zu var mainen, das chäm von meinen schul- 
den.« Claudas sprach: »Nain, ir aigne schuld süUen si er- 
arnen. Si sind all mein man und verschliessen mir mein 
stat, so ich chum.« Phariens sprach: »Die gähe ewrs zorns 
und die unwissenhait ewers hers hat si dar zu pracht.« 

I F« [Bl. IIa]: besetzt. 



[Bl. 8^] Claudas sprach: »Nain , ir aigne schuld stillen sie 
eramen.« Und er wolt ir entschuldigung nicht, sunder sie 
müesten all sterben und gefangen sein. sUnd ich erman 
dich des alls ain meiner man , das du mir des helffest.a 
Pharienns sprach: »Ich hab nye gelaugent ewer manschafft. 
Seiten mal und ir dann der statt ye nicht gnad weit thuen, 
so sag ich euch hye vor allen fürsten mein manschafft auf 
und wisst, das ir den ergisten veindt solt an mir haben, 
ewer leib und ewer guetl da vor wist euch nu für an zue 
hüettenl* Der wexel wort waren vil. Claudas was ain tails 
laidig , dann er west woi Phariens stolcz hercz und auch 
sein trew. Phariens rait ein zer statt; dem volgten nach 
pey vierzig ritter mit glävi und swerten. 

Als er si nach im sach eylen, rait er destür gmecher; 
urbering warff er sich umb und randt ain mit seiner glävi 
durch, so das er zu stund todt viel. Darnach gewann er 
sein schwertt und weret sich manlich. Lambegus sachs auch 
und die sein. Claudas hctt ain stecken in der handt. Mit 
dem randt er zu dem streitt und schlueg vast in die seinen 
und sprach in übel zue; wann er den streitt gen Pharienns 
[Bl. 8''] nicht geren sach. Doch mocht der streit nicht woi 
ergen, dann Lambegus cham mit den sein dar ein alls ein 
grimmiger leo. Mit dem cham Claudas her; ail erst ward 
der streit starck. Lambegus cham mit ainem sper an Clau- 
das und ranndt im durch schult und halsperg vast ser, ver- 
wundt in einer starcken wunden und wolt in gar ertött 
haben; das erwendet aber Phariens; er ward darumb hart 
ser zornig. Er pracht in mit im zu der statt, änderst wers 
sein end gewesen , so hart hetten in die veindt umbgeben. 
Er wer vil geren darumb erstorben, das er nu Claudassen 
ertött hiet. Phariens antwurt im ; »Lieber nef, es ist vil 
Wäger, ainer sey ain maister des zorens, dann das der zo- 
ren sein maister war ; wann nyemant sol seinen herren zu 
tod slachen, ob er joch grosse schuld gegen im hat.« Man 
Verpand im die wunden und pflag sein woi di nacht. Mor- 
gens cham Leontes von Poerne mit anderen baronen zue 
Phariens , paten in umb ratt ; der sprach zu in : »Was sol 
euch mein ratt? ir woltet mir vor nye gevolgen.« Claudas 



i8 

beschickt aber Phariens und aischet sein gefangen, ob die 
lebent oder tod wärent. Pharienns [Bl. 8*^ sprach: >Si be- 
stend noch wol, aber weUt ir diser statt nicht frid geben,* 
so wil ich in die haupt nemen und si in ainer pleiden her 
aus werffen, und ich erman euch ewer eeren und küngklicher 
trewen , alk ir in mein gevencknüss geschworen habt , so 
wenne ich euch erman, das ir dar ein chömen wellt; nu 
Süllen ye königs und fursten wort und trew statt und ge- 
recht sein.c Er sprach: »Ich gelaugen sein nymer, ich thue 
des, ob du mir zu den heiligen schweren macht, mich vor 
dein lewten zu erneren.« Phariens ward ser ab diser red 
betrüebt, dann er in nicht trawt vor sein lewten zu beschir- 
men. Da wolt er in auch nicht in tod geben und rait ein 
zer statt und enwest, wie er geparen oder was er tun solt. 
Claudas schickt nach Leontes und den pesten; dy paten 
auch frids ; er schwur zun heyligen, das si nymmer frid noch 
gnad pey im funden, si geben im dann einen man, mit dem 
er gefaren möcht, wie er wolt. Si fragten, wer das möcht 
sein. Der künig Claudas sprach: »Das ist Lambegus, mein 
aller gröster veindt in der wellt.« Si sprachen, ee das be- 
schäch , ee müest statt und purg zu hauffen geen , und si 
alle wollten ee dar inn ersterben. Si riten an frid von 
[Bl. 9*] ein ander. Diß alls prachten si an Pharienns ; der 
was dar umb hoch bechümert. Lambegus erfuer auch die 
täding. Der peschickt all die pesten und sprach: »Diß ist 
mir ein stieß sterben, da mit ich euch alle und dise guete 
statt erner. Es muess pey nam peschechen.« Phariens 
was traurig und fro durch sein manlich hercz, traurig umb 
sein sterben und jach doch, nie ritter ersturb eerlicher. Er ^ 
wappent sich und sprach zu den herren: »Haist euchs 
gewishait thuen, das nach meim sterben ir erledigt seit!« 
Es beschach. Er schwuer zue den heiligen. Lambegus rait 
zu <ies Claudas pavilun. Da safs der künig mit vil verwap- 
penten mannen sorghalb auf Lambegus. Er stund unspre- 
chent für in und nam sein schwert und warffs für Claudas ; 
sam thett er heim unnd schillt und was seiner varb uner- 

I F' [Bl. I2b]: Lambegus. 



19 

plichen. Mang rittcr erwaint ob er ersterben solt; er wolt 
nie den chUnig an gesehen. Der chünig schueff, das et den 
harnasch von im tliet. Es peschach. Er stund da in ainem 
kurczen röchklein und was wol gestallt. Ciaudas nam sein 
Schwert und sdilueg im nach dem hals und wolt in doch 
nicht schlahen ; er gewanckt nye. [Bl. 9''] Ciaudas sprach: 
sWie dem, her Larabegus, ob ir mein wert gewaltig sam ich 
ewr, was wolt ir thuen?« Lanibegus antwurt: »Hiet ich von 
gut das hail, ich wolt für euch nit aller weit guet nemen, 
ir müest sterben.« Ciaudas sprach: »Wie türt ir so stolczlich 
reden mit mir und stet doch an dem tod.s Er sprach: 
>Das macht, das ich wenig sorg auf ewer dro hab, und ir 
enwert nymer so küen, das ir mich slacht.« Ciaudas wundert 
ser seiner manliait und mer seiner trewen , das er sich in 
den tod gab für diß volcks genist. Er graiff im an den 
chinpacken und sprach; »Herr Lambegus, umb aller wellt 
guet wolt ich euch nit zu tod slachen und han hewt die 
stund gesehen , das ich euch umb aller weit guet nicht 
hiet lan genesen. Nun wais ich, wer euch zue gesellen hat, 
der hat ain der küenisten ritter, so er zer wellt lebt, und 
den getrewisten, Darumb nempt von mir ewer manschafft I 
ich mach euch vast reich an lehen und gut,« Lambegus 
sprach: >Ich wird nymer künigs man, es enwcrd mein neff 
ee.« Ciaudas schickt zu Phariens; er cham und sach die 
mynn zwischen in; er verwundert sich und gnadt dem künig 
hoch; da ward vor Heb und freüd meng aug nas. Ciaudas 
pegert, Phariens [Bl. 9=] solt sein manschafft wider nemen. 
Er antwurt im : »Zu disen zeiten nicht, ich muess mein herren 
ee gesehen.» Sunst schieden si sich mit grosser mynn ' 
und ritten paid verwappent in die statt, da sie wol ent- 
pfangen wurden. Auch wurden die drey aus der fencknüss 
gelassen und alle ding waren nun befridt. 

Wie Phariens zum lack Cham mit seiner gesellschafft. 
Phariens zoch mit seiner gesellschaff't zue dem lack mit 

t P' [Bl, 13a] : mit grosser liebe und gulten willen. 



20 

sampt seiner frawen. Do ward vil freüd durch in gemacht. 
Uonell was ains tails zornig durch seins maisters langes ab- 
wesen. Da thett in der chnab, der nach im gesandt ward, 
verantwurten und sagt das alles mit dem streitt und was 
sich sider ergangen hett. Phariens starb pald darnach. 
Umb in ward gross clag durch die lanndt. Sein fraw pelaib 
pey der künigin vom lack mit zwain ir sünen. Und zu ainer 
zeit fliegt es sich, das die künigin von Gami ser rewet umb 
ire chind. Ir traumbt, si chäm in ain wuniklichen garten 
und säch aus ainem haus kumen drew wimnder schöne chind 
und zwen herren, ir maister, si kant vil wol; Phariens und 
Lambegus waren si und ain man gelait si zue ir closter. 
[Bl. 9*^ Und wider si hett si* rewen, das si nicht solt wissen, 
wer die chind wären. Alls sie erwacht, da fand si in ir 
hant geschriben: Lanczilett, LioneU und Bohort. Si ward 
hart fro und erkannt, das ire chind waren und ir Schwester. 
Si kam pald zu ir Schwester gegangen, zaigt und sagt ir 
diß groß wunder. Si wurden fro an maß. Pald darnach 
starb die chünigin von Bonewigk. Nun hört von Lantzilet ! 
Des gewonhait was, das er alle tag rait in ainen wald zue 
jagen. Und so er nun von dem gejaid cham, begegnet im 
die frawe und vieng in [in] ir arm und kust im äugen, wang 
und mund. An ainem tag verdacht sich die fraw vom Lack 
und wag sein sterck manhait, schön und all sein ritterlich 
gepär und dacht [in] ir selb : »Ich sorg, das du die leng nicht 
pey mir peleibest, und so du ritter wirst, zeüchstu dein 
awentewm nach, ulid sol ich mich dann dein bewegen, so 
wirtt mir benumen aU mein wunn und frewd , die ich zer 
wellt solt haben, c Und in dem petrachten ward si pitter- 
lichen wainen. Inn dem chumpt Lanczilett von dem gejaid; 
er sach, das sein fraw nicht gen im gieng, sunder si floch 
in ain kamer; da eylt er pald zue ir und fannd [Bl. lO*] si 
in aim pett, ligent auf ir antlütz, ser wainend. Er erschrack 
und fragt si von ir schwär. Si antwurt im und sprach: >Get 
von mir! dann disen jamer allen hab ich von euch.« Er 
thet nach ierem haissen und eylt schnell aus der chamer, 
gieng zu seinem pfärd. Er nam zu im pogen und schwert ; 
die fraw loff im pald nach; da wolt er gleich auf sein ors 



sein gesessen. Inii dem rueffl sie im , das er schnell zu ir 
chum. Nun und er zu ir kam, fragt sie in, war er wo!t. 
Antwurt er ir und sprach: »Fraw, seitten mal das ich euch 
söllichen jamer mach, da mit ir söllichs furo entladen wärt 
und pey guettem muet behbt, wolt ich gleich aus dem lannd 
sein geriten. Si fragt in, welcher end er muet hiet zu reiten 
gehabt. Antwurt er ir und sprach: »In Pritani zu dem milten 
künig Artus; dem wolt ich so lanng gedient haben, hincz 
er mich ritter hett gemacht.» Si sprach: »Senestu dich 
dann nach ritterschafftf« Er sprach: Ja, fraw! für alle frewd 
auf discr erd nära ich die ritterschaffl und hab mein wol- 
gevallen ganczlich dar inn.t Si sprach zue im: »Lieber 
künigs sun, es ist der herttist orden von der wellt, a und 
erklärt im gancz, was ain guetter ritter tugent, zucht, man- 
hait unnd anders an im haben müest. Er [Bl. ro''] antwurtt 
ir unnd sprach: »Seit dann ain ritter so hohe wirdikait auf 
im hat, so liebt mir die ritterschafft noch vil mer, dann vor 
ye.< Si sprach: »So du dann ye nicht erwinden willt, so 
berait ich dich dar zue nach deinem begeren auf den künf- 
tigen sannd Johanns tag.« Und also berait si in zue oa 
massen reichlich mit allem zuegehören. Sy hueb sich auf 
mit schöner messeney und rait mit Lanczilett in Pritone. 
Nun hett er chain wissen seines namens, dann allain seiner 
frawen war er kundt. Nun- was Artus mit der chünigin im 
lanndt zue Gamahclot ' und vil grosse ritterschafft mit in 
und rait allda an ainem tag für lange schwär zu vertreiben 
mit seiner messenney zue walld, Da sach erausdemwald 
gegen im her chomen zwai ors; die prachten ain ros par, 
dar auf ligent ainen ritter ser verwundten. Er rait hin zue 
und fragt den ritter seins gevertz. Da antwurt im der ritter 
und sprach: »Ich besprech geren Artausen von meiner nott.* 
Künig Artus sprach: »Den findt ir an mir hie.a Er sprach: 
»Da pin ich umb helff an ewern hoff chumen;« unnd pat 
Artausen, er solt im zwai glävi stuck auss seinez leib ziehen, 
[Bl. ro*^] da mit er durch stechen was. Der künig sprach: 
»AU geren." Nun und der künig nach den stucken greiffl, 



lil F' [Bl. 14a]: Kamalott. 



22 • 

SO spricht der ritter: »Herr, ir müest vor zu den heiligen 
schweren , das ir mich rechen wellt an allen den, die da 
jehen, si haben jenen lieber gehabt, dann mich, der mich 
gestochen hat.« Artus fragt in fiirpas, welcher weise. Er 
wolt im nicht mer sagen. Das zieehen der glävi ward auch 
künig Artusen wider ratten, und sprach: »Es ist meng tewr 
ritter hie, der euchs villeicht, durch seinen preis zu meren, 
zeucht,« und hieß den ritter zu gemach fiieren und rait er 
zu wald. Nun alls er zu abent wil haim reitten, so sieht 
er die frawen von dem Lack da her zieehen mit ir gesind, 
das wunder schon gezieret und geordnet was und an maßen 
kostlich, all in weiss. Der künig reit dar und entpfachtz 
nach dem gruess und fragt si irer darchumenden raise. Da 
sagt si im, si prächt da ain man; da war ir begeren, das 
er den zu ritter machte. Er erpots sich gegen ir, söllichs 
mit willen geren zu thuen. Nun was der chnab schön, züch- 
tig und volkument, das si alle von schön wunder an dem 
chnaben sahen. Da begert die chünigin von dem [Bl. lo*^] 
Lack von künig Artusen, das er von irer kostung und an 
sein schaden in ritter machet. Des er sich aber chaum 
Hess überreden und pat nach den Worten Urlaubs. Er pats 
hart ser, mit im zu reitten. Sy enmocht und nam urlab 
von all der messeney und gie mit Lantzilet sunder und be- 
richtet in da, wie er sich zue höf halten und tugentlich und 
ander gutten sitten sein solt, das er ir allso verhieß. Si 
waynet hart ser ; sam thett ir messeney, und kust in manig 
mal; sam thet er Lionell und Bohorten, die sich widerumb 
mit der chünigin dannen schieden. Er zoch mit Artus da 
hin und war Iban bevolhen, der sichs an massen frewt. Diß 
was an ainem freitag. Am andern tag begeret er, das man 
in am suntag solt ritter machen. Diß verhieß im der chünig. 
Sich ward reichlich dar zue gericht; dann im die chünigin 
vom Lack ettlich säum von allerlei clainät und notturfft da 
gelassen het. 

Die chünigin begert , in zue sehen. Er cham mit herr 
Iban auf den sal vast reichlich. Do ward das gedreng an 
massen gross all durch sein wunderpare schön. Do in die 
chünigin entpfieng und sach und er die chünigin, da kam 



23 

[Bl. ii'] fraw Venus, Amor und Cupido und entzündten ir 
paider hertz*. das si nach paide ir synn vergessen hetten, 
Si was wunder schön vor allen frawn an Kundwuramurs. 
Si was weis und kant an Lantziletz gepärd, Verwandlung 
seiner varb seinen gedanck und gieng zer kemnaten, das 
sein die lewt nicht war nemen. Nun alls der suntag kam, 
gieng er von geschieht mit Herrn Iban durch die chamer, 
vandt den verwunten ritter. Er fragt in seiner schwär; er 
sagtz im alles. Er sprach, er wo!t der sein, der im die glävi 
her aus thet ziechen, und sagt im, wie er an dem tag ritter 
wolt werden. Her Iban füert in zue dem thuemb. Nach 
der mess waren ir vil da, die des tags auch ritter wurden. 
Nun alls Lantzilet den halsschlag von dem chünig entplieng, 
macht er sich von aller dieth und schwuer dem ritter zun 
heiligen, zue rechen, alls ir dann vor habt gehört. Nun alls 
der künig den allen ire schwert umbgiirtt, das hett er ver- 
saumpt, und alls der künig sein understannd erfuer, do ward 
her Iban von künig und künigin ser gehasset. Er pot sein 
Unschuld, das er darumb nicht enwest. Nun hett Lantzilet 
dem ritter die gläviep zogen und wurden im ärczt gewunnen 
und gehailt. Und [Bl. ii''] alls man zer tavel sass, so chumpt 
ain ritter und spricht; »Gott hallt den chünig Artus und sein 
edle messenneyli Der künig und si all naigten seinem gruess. 
Er sprach : »Euch entpewt mein fraw, die künigin von Noans, 
dienst und gruess. Da pey clagtsie euch auch den chumer, 
so si der künig von Norchumerlandt an legt. Der zeyhet 
si seines willens und ist an das kumen , das er ain ritter 
wil streitten lassen wider der frawen ritter ainen, der sich 
dann umb si an nimpt, wo si den finden mag, alder alls 
mengen si gelaisten mag, so vil wil er auch han,* Da stuend 
an der tavel auf Lantzilet und ward Artus so lanng an rueffen 
und pitten, im die rais vergünnen zu reitten, hincz in der 
künig gewert. Alls pald begert er urlabs; da wolt in her 
Iban verwappen; da begert er, sich vor ze Urlauben von 
der künigin. Das geschach. In füert Iban zer künigin. Er 



1 F' [Bl. 15a]: do entzunnte sy Venus, und Cupido ttaff ir beydet lierU 
seinemjpfeyl. 



/ 



24 

• 

urlaubt sich mit schönen züchten und sprach: Ar süllt mein 
fründ und ritter sein, war ir hin kert.« Der wortt erfrewt 
er sich mer, dann der im alle reich geben hiet. Nach dem 
urlaubt er sich zue ritter und frawen. Er hett mit jenem 
ritter ain chnaben geschickt und pey dem alle sein gewaffen. 
Her Iban sprach, der [Bl. ii<^] chünig hiet in noch nit vol 
ritter gemacht; dann er im das schwertt noch nit umb ge- 
gürtet hat. Er sprach : »Ich wils von meinem chnaben holen 
und mich vol ritter lassen machen.« Es was im aber wenig 
ze muet; dann er wolt von annder handt ritter werden. Er 
rait seiner gesellschaft nach und erfuer si pald. Er acht 
nit, wie lanng her Iban wartt sein gevertt. Der ritter rait 
ains tags von dem weg; Lantzilet, den man noch chnaben 
nandt, fragt , warumb er nicht pey der Strassen pelib. Da 
sagt er im, das auf disem weg ain starcke awentewr war, 
und der ritter mustz im bezwungen sagen. Sy riten und 
chamen zu ainem stain pey ainem prunnen ; nach da pey 
sahen si ain pavilun. Der ritter sprach: »Under dem zellt 
ist ain die aller schönst junckfraw von der wellt. Aber ain 
ritter hüet ir und lat si nyemandt sehen ön streit.« Lan- 
zilett wollt si ye besehen und nam sein glävi, rait zue dem 
zellt und wolt hin ein gan. Der ritter wider redts; nun 
woltz Lanzilet ye besehen. Do sprach der ritter, si schlieff 
und er wolt si selber erwachen lassen ; so das geschäch, 
wolt er ins sehen lassen. Der chnab sprach: «So globt 
mirsi« Der ritter tett das; also rait er furpas. Do sahen 
in zwo dar mägt, spra[Bl. ii^Jchen: »War diser ritter alls 
chüen, alls klar sein vel ist, unterwegen Hess ers nicht, er 
besähe unnser junckfrawen.« Er hett das erhörtt und sprach: 
»Wärlich, frawen, ir sagt all war,« und er rait wider umb 
zue dem gezellt und enfannd weder ritter noch junckfrawen. 
Des ward er betrüebt und unfro. Er rait widerumb zue 
den frawen, da er sie vor lassen hett; er fannd ir auch nicht 
mer. Er rait zu seiner ^esellschafft und pat den ritter reitten 
zu Noans, das er der chünigin sagt sein dienst und schnelles 
dar chumen; dann er nu die awentewr erfaren wollt, und 
rait fort. Do pecham im ain ritter, vorseht in seiner rais. 
Er jach: »Ich reit suechent umb ainen ritter; der hat mir 



aus jenem pavilun ain magt enpfuertt-t Der ritter sprach: 
»Her, ir süllt mit mir reiten, ich laß euch ein schönre * sehen. 
Darnach zaig ich euch moi^en den ritter und die magt. 
Nun merckt, wie wir die junckfraw gewinnen müessen ! zwen 
ritter , die füerent ain magt all abent aus dem lack und 
morgens füeren sis wider wegk. Wer die magt gewynnen 
wil, der muess der ritter ainen bestan ; wolt ir den ain be- 
stan, so bestee ich den andern ; doch globt mir, ob wir die 
junckfraw gewunnen, das ir mirs gebt !« Er globt ims. Nun 
und si entsamen reitten [Bl. 12"] zu dem lack, so reitten her 
die zwen ritter; die beraitteten sich zer thjost. Und der 
chnab nara sein just sunder schillt ; des ward er zer achssel 
durch rendt. Doch stach er sein gestreitten , das er un- 
wissent lag. Der ander ritter stach sein gestreitten auch vom 
ors. Lantzilet iesch von seinem gatten ein schwcrt und hieß 
in auff halten, er wo!t si paid bestan. Der ander ritter lech 
ims schwertt. Der ritter cham zue chrefften , den er der 
nider gestochen hett ; und sprach, das er nicht mit im stritt. 
Er aischt die magt. Der ritter sprach; »Nempt hin die 
Bchiüssel, haist sich die magdt aus der parken entschliessen 
und nempt ewer gewinU und es beschach. 

Die zwen ritter ritten weg ; Lantzilet gab die junckfraw 
seinem gatten. Er fuert si zue gemach. Morgens fiiert in 
der ritter zu jenem pavilun. Der chnab gurt sein ors, nam 
sein schillt zu hälls, die glävi in die handt. Er rait zu dem 
grossen ritter und gert der magt zu sehen, alls er si im globt 
hett. Der ritter sprach : sDas beschicht sunder streit nicht.« 
Der chnab sprach : sSo verwappent euch schnell I« Der ritter 
sprang sunder wappen auf ain ors. Im verschmacht sein 
streitt; er fiiert nur schillt und he!m und sein glävi. Si 
ranndten [Bl. 12''] zu hauff, und der chnab stach dem ritter 
durch den schillt, so das dem ritter ain arm abgestochen 
ward, und viel unwissent. Alls er zu chrefften kam, sprach 
der chnab, das er gelobet, nymer an harnaach zu streiften; 
er thets und gieng ins pavilun und fannd die magdt wunder 
reichlich geclaidt, und was an massen dar '. Er gabs jenem 



I I F' [Bl. i6a]; schöne. z F' [Bl. 17a]: schön. 



26 

ritter; er fragt, was er mit tun solt. Der chnab sprach: 
»Füertz hin zu der chünigin Ginofferen und schenckt ir die 
gab meiner ersten gewinnumb und sagt ir, das si mir ain 
Schwert schick und mich dar mit vol ritter 'mach, seitten 
mal und ich doch ir ritter sein sol und wil.« Der ritter vol- 
prachtz al^es, unnd die chünigin schickt im ain schwert, das 
wunder starck und schön was. Hie mit ward er genandt 
ain ritter und nymer ain chnab. Er zoch zu der chünigin 
von Noans, die in vast frölich entpfieng; dann man ir vil 
von im gesagt hett. Sy wundert ab seiner clarhait. Er 
gert des streitz. Die chünigin enwolt, so lang hüncz er von 
seinen wunden gar gehailt war, und ward sein mit vast gutter 
erczney gepflegen, so das er in vierzehen tagen hail ward. 
Inn der zeit ward pey Artus gesagt , wie der champf zue 
Noans noch unerstritten war. [Bl. I2<=] Kay, der kam mit 
verworner red und pat im den champf zue erlauben. Es 
peschach. Er cham zu Noans und gert zu streitten. Der 
her Lantzilet, der nu genendt wirt »der weiß ritter,« sprach 
gen Kay: »Ritter, das mag nicht gesein.« Nun wolt ye 
yeder streitten; demnach verainten si sich, mit ein annder 
zue streitten ; wem dann gelung, der solt den kampff besten. 
Dy fraw sagt: »Nain, ir solt zwen kempffen han.« Und es 
beschach. Mit kürcz, si gesigten paid ritterlich; die fraw 
ward ledig ; Kay, der rait mit danck zue Pritania ; der weiß 
ritter gert auch urlabs zer chünigin. Man gab im newe wappen. 
Die chünigin pelaitt in ettwo verr. 

Awentewr von der künigin fürt und warumb er ge- 

haissen ist der künigin fürt. 

Er schied von ir mit hulden. Aller erst sagt im der 
ritter, der im das schwert pracht, das die drey ritter durch 
sein versuechen auf das veld geschickt waren worden. »Der 
gross ritter mit der junckfrawen vor derp pavilun hieß Man- 
dragois ; hiett euch der überwunden , so war im meiner 
frawen mynn zu miette^ worden und dar zue ir lannd.« Si 

I F* [Bl. 17b]: zu mutU 



versprachen zam cumpanie mit allen trewen und schieden 
sich. Er rait und cham in ainem wald zu ainem [Bl. 12^] 
schönen hof und closter ; darinn waren gar geistlich Icwt. 
Inn dem closter lag Josephs nef von Aromathia, dem got 
den Gral bevalch , auss dem der gross edel stamen auss 
groß Pritani chömen ist. Da ließ er sein gesind , und 
suecht er abentewr und cham ains tags an einen fürt pey 
der Humber; diser fürt hieß der künigin fürt. Da pey 
beschach Artus ain schöne abentewr. In hergten siben chii- 
nig. Ains mals erpaniclite sich Artus und die künigin, mit 
in Lott Uriens, sein pruedcr (Gaban und Iban waren junck) 
und her Kay. Diß namen war die siben künig und yeder 
sass gewappent auf sein ors und randten auf die sechs. Die 
kiinigin floch an das wasser und fandt den fürt vergebens; 
sunst halst er noch der künigin fürt. Uriens jach : >Lat 
unns auch hie über den fiirt reitten!« Kay der sprach: 
»Des eer unnd ritterschafft sey ewig geschant, der hie fliech ! 
Was ist ir siben und imnser sechs? Ich'slach ir ain zum 
minsten oder zwen.« Es beschach auch also, das ieder ain 
tod schlueg vmd Kay zwen und umb dise tat do macht in 
Artus zu seim truciisäß. Nun cham der weiß ritter auch 
ains mals durch abentewr an den fürt und sach ain ritter 
an dem [Bl. 13°] gestat halten, genant Alibors. Der fieng 
in mit dem zaumb auf Der weiß ritter fragt, warumb er 
in auf hielt. Er sprach; »Da ist ewer ors mein. Ich hüett 
der chünigin diss furts.« Er sprach: »Welcher chünigin?« 
Alibors sprach: *Der von Pritani.« Der weiß ritter sprach: 
»Der wil ich geren wandlcn * und sunst chainem mann.* 
Alibors sprach: »Das wände! wird mein und vergich euch, 
das ich der chünigin nicht zue gehör.« Er hett mit dem 
ain fuess schon geraumbt den stegraif, und da er die wort 
hört, saczt er sich wider eben. Nun wolt jener das ros 
haben , so wollt ims der nicht geben. Si naigten ire sper 
und ward Alibors hinters ors gestochen. Jener pracht im 
das ors wider und Alibors fragt seines namens. Er woltz im 
nicht sagen. Er jach: »So wil ich wolreitten, da ichs erfar,* 



1 F' [Bl. 18a]: gefangen s 



Er rait zer chünigin und sagt ir alle ding von dem weißen 

ritter. 

Awentewr von der purg ' dar auf der gegossen man 
war. 

Merckt, wie der weiß ritter fiier an gefar. Er rait fiir- 

paz. Da begegnet im ain clare fraw, die wainet pitterlichen. 
Er fragt si von ir schwär. Si sprach: »Hie vor nach ügt 
ain statt und wunder schöne purck ; da vor ist mir mein 
ameis erschia[Bl, I3'']gen von pöser gewonhait der innwoner.» 
Er pat sich dar weisen. Si wider riet ims, et* wolt sein 
nicht entperen. Sie zaigt im den weg. Er rait dar, zue 
der pui^; die was beschlossen. Er war geren dar ein ge- 
wesen. In dem reit her ain junckfraw , hett ir haupt be- 
wunden, er biet sie sunst wol erchant. Und si sprach, er 
möcht nicht süss inn die purck, alls er vermaint, und sprach : 
»Ich sag euch die awentewr, wie es stet. Wer die purck 
gewinnen wil, der muess zu zwain porten streitten und ye 
pey ainer porten zehen ritter zwingen nach einander, Es 
ist auch noch hie ain zauber, das st chain man erstreitten 
mag, er sech dann den gegossen man auf der maur mit 
ainer streit axt. Wann der chumpt , der die purck ge- 
wynnen sol und das zauber erstören, so vellt der gross 
man umb und sinckt in die erd; so er die purck gewint, so 
muess er vierzig tag dar inne beleiben; nach dem so hat 
erst das zauber enndt.s Nun ersach in der portner; der 
pließ ain hörnlein; nach dem cham aus zer porten ain ritter, 
der fuert ein starcke glävie. Der weiß ritter perait sich zu 
wer. Si namen ain thjost ; der weiß ritter stach den an- 
dern [Bl. 13=] von dem ors , so das er tod belaib. Also 
bctwang er den abent ir fünf zue sicherhait; hie mit ward 
es gar nacht, und di porten beschlossen. 

Die magdt rait zue im, pat in mit ir zu herberg reiten. 
Er hiet geren mer gestritten und sprach : »Alls vi! ich ir 
heint bezwing, so vil hiet ich morgen dester mynder.« Die 



ä F' [Bl. iSa 



4 



junckfraw sprach, es enhulff nicht ain har, er müest ains 
tags mit in allen streitten. Sie riten zu gemach, mit im die 
vier ritten Der fünffl lag tod auf dem anger. Man erpot 
in grosse wirtschafft, und di junckfraw leget sich kostlich 
an, und er ward sie kennen. Da nam er si an sein arm 
und kust ir wang und mund. Er vorseht, wie sich sein fraw 
gehueb. Si sagt: sWol und entpeiit euch vil griiess, sam 
thuend paid ewr öhaim und sunst die messenney; ich sag 
euch, das ir morgen die purgk gewinnet ee vesper und 
werdet dar inne finden ewren namen.t Er sach da in ainer 
kamer hangend drey schillt, waren weis. Die magt sprach : 
»Herr, so ir morgen streitten wert, so nempt den ersten 
schillt mit der ainen parren, da von gewint ir zu ewer chrafft 
noch ains mans chrafft. Der ander mit den zwain parren 
ha[b]t ir zwair mann chrefft. Sam ist der mit den drein 
parren für den [Bl. t^^] drey mann sterck.c Nu morgens 
cham er für die portten. Der porttner pliess das hörnlein, 
und ain ritter cham herfur und sprach; sEs enstreit hie 
nyemant mit euch , ir gebt unss dann di vier ritter wider, 
die ir nachten fiengt.« Er gabs in wider. Also viengens 
an zu streitten. Der weiß ritter stach Jen ritter, das er zu 
mal hart viel. In dem chamen die acht mit all. Doch ainer 
kam aus den andern. Den stach er auch von dem ora. 
Des cham der dritt und sprach: »Zwar törst ich dem ritter 
helffen, ir betzwungt in nymmer.« Der weiß ritter sprach: 
»Mir sind drey alls zwen; ich gcbs euch an urlab.« Hie 
mit nam yeder ain sper. Do ward der ritter von der purck 
auch von dem ors gestochen. Er erpaist und gewan sein 
Schwert; sam theten Jen paid. Er schlueg den ain zu tod, 
der ander fioch inn die purck; sunst überwand er si all 
zehen. Des hört man pey der ainen prugk ' ain gross ge- 
schray und ward geöffnet. Der held was wund und müed. 
Des gab im die junckfraw ainen schillt mit den zwain par- 
ren in bellunck, Do ward ze unrecht volch her für an in 
gesannt. Er hett von dem schillt al! newe crafft, schlueg 
mengen tod und wundet ir vil, so das si all fluchtig wurden. 



I F' [Bl. 19a]: polten. 



Er rait in die purck; [Bl. 14'] so sieht er zer andern porten 
dy zehen ritter verwappcnt halten. Die junckfraw gab im 
den dritten schult. Er ward vast starck und manhafift. Si 
jach , das er den erein man an säch. Und alls er in an 
sach, viel der valant ab dem thurn, und erschlueg der zehen 
ainen. Hie mit rait der held under si alle und schlueg tf 
vier tod, die andern sicherten im. Do hortt man aber aio | 
schcüczlich wüeffen und gross geschray. 

Awentewr wie Lanczilet seinen grab stein erhucb. 

Die von der statt chamen , all frawen und man , vast 
frölich und sprachen, er müest mit dem wirt auch streiften ; 
davon gewann ir chumer gar enndt. Er sprach: »Geren.« 
Ain chnab sprach; sich han in yetz den perg mit söUichem 
jamer sehen ab reitten, das ich glaub, er werd im selb den 
tod thuen.* Und si prachten in auf ain den aller kostper- 
lichistefa palas von aller weit. Nach dem cham er auf 
ain kirchhof; der stund in der rinckmaur, und vil greber 
stunden da, und war auf iedem sein stain; darauf st uend 
des rittera nam, der under dem stain lag, und sper, schillt 
und heim da pey hangent. In yedem heim lag des ritter.s 
haupt, der dar pegraben läge. Und füerten in verrer [Bl. 14''] 
da er ain wunderreich grab fanndt , das nyempt bewegen 
mocht, und stuund dar auf geschriben : In disem grab sol 
ligen der, der dise purgk gewynnen sol, des art und namen 
stet innen geschriben. Er vcrsuecht, ob er den stain er- 
wegen möchte. Er hueb in zue hanndt hoch auf Diß sach 
die maid und laß die geschrifft. Und alls er verlesen hett, 
do laut die schriffl also : »Dise awentewr so! erstreitten 
Lantzilet vom Lack, des künigs Bann sun von Bonewick 
und Elonie, seiner frawen.* Zue handt thet er das grab 
wider zue, und er pat die magdt , das si in mit sein nam 
und art unvermeldt ließ, pis es sein zeit hiett. Diß versprach 
si im zu halten. Nun was ain chnab, der het ain prueder 
und ritter an Artus hof , hieß Aglius , und der chnab wolt 
die fremden awentewr zu hof pringen. Er cham auf dem 
weg zue der chünigin fürt. Da sach in der ritter 



m aul dem 1 



und tragt in , war er wollt. Er sagt im diß mär , das im 
doch ungelaubig was. Er cham fortt zue Karidol, sagt diß 
mer dem künig und aller messenney; die verwundert darab; 
und Aglius was seins prueders gewer , das er war sagt. 
Artus woltz selbs erfaren ; das wider riet Gaban, und er wolt 
selb ze hent dar, dar nach im die mär pietten oder sagen; 
sunst riten si weg. [Bl. 14=] Und ward dem weißen ritter 
zu hof groß danck gesagt und preisten in zu mal ser. Si 
chamen nach ettlichen tagraisen zu Dolorose Garde und die 
purger waren gar zu mal fro und mainten, das es Artus 
selb war; und Gaban rait zu der portten und fands beschlossen. 
Der portner hieß in morgens chumen. Er cham morgens 
mit seiner messenney, auch mit den von der stat, und funden 
die porten versperret. Der portner tett auf ein türlein; dar 
durch giengen si in den freithof und funden mangen ritter 
geschriben, den si wol erkanten und den maisten von der 
tavelrund. Diß was doch ain tail von zauber und nicht war, 
umb das si vil jamers sollen haben. Auch was pey dem 
hohen grab geschriben , das der ritter tod war geschlagen, 
der dise purg gewunnen het; si machten grossen jamer. 

Si giengen für an und funden in aim palas ein wunder 
schöne junckfrawen ser waynend ; die grüesten si. Si sagt 
in, wie der chiienist ritter von der wellt erschlagen war, und 
si gedachten, das es der weiß ritter were. Sie sandten Artus 
ainen poten, der im sagen solt, wie der weiß ritter tod er- 
schlagen wäre. Des erschrack der künig und all dy messen- 
ney. [Bl. 14''] und sprach zer chünigin : »Fraw, beraitt euch 
mit ewem frawenl wir müessen zu der Dolorosen Garden.« 
Si zugen weg und kamen an einem tag zu ainem wasser, 
und die sunn was haiß. Da rieht man auf ain pavilun, und 
er erpaist und gieng zue dem wasser, saczt sein fuess durch 
küelen dar ein, und vier ritter stunden pey im. So reit ein 
ritter verwappent jensit des wassers und fragt, wer er war. 
Da sprach der chünigi sich pin Artus.« So sprengt jene[r] 
in das wasser und rendt auf Artus mit der glävi, gert, in 
zu erstechen. Do sprang Artus ritter ainer inn das wasser 
und vellt jenem in den zaumb ; und wers an Artus gewesen, 
so hiet er jenen ertrenckt; der pot im frid. Es was der 





N 32 

herr von Dolorose Garde und dacht, das Artus den weißen 
ritter dar geschickt hett. Artus cham zu der purck und 
legert mit seiner messeney auf ainem weyten plan, und er 
nam die chünigin zu im und rait zu der porten. Im jach 
ain allt man, er chünd nicht dar ein chumen. Er solt morgen 
umb preim, tercz, sext oder non zeit zu im schicken, so wollt 
er guetten vleiß thuen durch in und die chünigin, damit er 
ein gelassen wurd. 

Awentewr, wie Gaban mit seinen gesellen verraten und 

gefangen wurden. 

[Bl. 15*] Nun was Gaban vor der zeit mit sein gesellen 
aus dem schloß geritten, und in becham ain man erberger^ 
gestallt, pat si mit im herbergen, und er wolt in guetz thuen, 
und sprach: »Herr, seit ir es, Gaban? Ich laß euch ewer 
peste freund und ritter sehen, die ir wänend, das si tod 
seyen, als irs gelesen hand, das doch nur zauber und nicht 
war ist.« Gaban und sein gesellen waren fro. Er fiierts zu 
einer wynder vesten purck, si fueren über das wasser, und 
er fiiertz zu gemach. Si wurden entwappent und auf ainen 
plan gefiiert. Zu handt luffen wol vierczig in wappen an 
si, und si hatten nicht wer und wurden gefangen und in ain 
kärcher verschlossen. Dar inn funden si ir pest ritter, die 
sie wonten verloren han. Sie wurden ir gesellen leben yast 
fro; da pey hetten si auch grossen jamer, das si suns ver- 
raten waren. Nun hett sich alls der weiß ritter enthalten, 
das in niempt erkennen wurd, und ass an ainem tag mit 
der junckfrawen vom lack ; so chumpt ain chnab ser wainend 
für den tisch. Er fragt in, was sein clag maint. »Herr«, 
sprach er, »es rait ain clagende junckfraw für mich, ser 
wainend; die sagt mir, das si clagte , das her Gaban mit 
neun seiner gesellen gefangen sey.« Er erschrack an maßen 
ser. Er hieß im zu [Bl. 15*»] stund sein gerait pringen und 
wolt nach eylen. Er ereylt die clagendt magdt, frag^ si 
diser ding. Si jach: »Ich han es gesehen.« Si weist in 
die Strassen, und leget sich verholen in ain lag. 

I F* [Bl. 20b]: erberer. 



Nach^clainer weyl fueren ir zwantzig über die Humbro; 
er rait si manlich an und schlueg ir sechs zu tod ; die an- 
dern jähen im sicherhait mit tiefifen wunden. Und er ward 
die magdt erkennen ; die hett sein fraw vom I^ack dar ge- 
sendt. Er fing si in sein arm und ward an massen fro und 
fragt si, wie fraw und sein ncfen sich gehüeben. Im ward 
gesagt: iWol.« Er (uertt sie auf die Dolorose Garde. Die 
zwo mägdt waren an ander zu sehen fro. Nun was auch, 
das Artus den vierden tag zu der clausen het geschickt; 
das erfuer der weiß ritter und rait für Artus her und sach 
die chünigin. Er grüest si und fragts, obs icht geren in 
dem schloß war. Si sprach : »Sicher, Ja.« Er sprach: »So 
kumpt dan ich schaff die porten zu entschU essen.« Sie hueb 
sich auf mit ir gesind, und der weiß ritter was so ser von 
seinen synnen chumen durch der chünigin schön, das er 
nicht umb sich west. Alls er durch die porten chumpt, zu 
hant schlos man nach im zue. Er sach zer künigin wertz; 
und Kay sprach: »Der ritter hat euch ser gehont.» So 
chumpt [Bl. 15'] ain ritter, pracht in ausser seinen gedäncken 
und sagt im alle geschieht. Er was an massen zornig, das 
der porttner das tor het verschlossen. Diß sahen die von 
der statt, ruefflen Artus, er solt zer purgk reitten. Artus 
cham mit der chünigin und aller messenney in die vordem 
purck zue dem freithof und sahen die epitavia auf den gre- 
bem. Si machten all den grösten jamer von allem wunder, 
das si lasen von Gaban und allen den von der Tavekund. 
Der porttner sagt in, er möcht inn die purck nicht pis aber 
zu drein tagen. Die zwo mägt wären geren wegk gewesen. 
Er jach: iNain, ir müest sehen das end diser ding. Artus 
rait wider auf Jens veld. Der weiß ritter wollt ye zu endt 
umb her Gaban chumen. Er rait wider in jenen pusch. Im 
becham ain ainsidel; der sagt im, wie es inn der purck 
stuend aller ding. Der ritter fragt, wie er her Gaban ge- 
wynnen mÖcht. Der ainsidel sprach: »Herr, ich hab ver- 
numen, das si auf Artus heint zue nacht wellent ziechen, 
und Artus ist des ungewarnt.» Der ritter danckt im ser 
und legt sich aber verholen in jenem pusch und den schillt 
pey im mit den zwain parren. Si kamen zernacht über das 



34 

Wasser mit zwaihiindert mannen. Als si [Bl. 15**] weg zugen, 
erstapst er in nach. Si stunden ab und teten ire ors pas 
gürtten. Nun alls sie undter kümg Artus her ersprengten, 
so reitt si der weiß ritter an mit ainem hohen geschray 
und randt ir etti^'o mengen zu tod undter die gewl imd ge- 
wan sein schwertt und machet si pald flüchtig. Des heres 
geschray erhal in Artus her. Und si vorchten verrettnüss 
und teten sich schnell an in ire wappen. Ir vil entnmnen 
in ire schiff, N^il lagen tod auf dem veld erschlagen, und im 
becham Behandies, des zaubers her; und der weiß ritter 
stach in under sein ors und twang in sicherhait an, das er 
in Artus gevencknüss nicht chäm ; so wollt er im zu miet 
geben herm Gaban, Iban und ir gesellschaSt; des schwuer 
er zun heiligen. Sie saßen paid auf. Er fiirt in zu dem 
ainsidel. Das sach her Kay; der reit in geschwind nach 
und kant den ritter von Dolorose Garde und jach zum weißen 
ritter: »Ir gebt mir disen man und graiff in an durch ge- 
vencknüss.c Der weiß ritter sprach: »Ob ir in nicht palde 
lasst, ich slach euch den arm ab.« Er jach: »Ich pin des 
chünigs geschwomer dienär, ich wil in euch mit streitt an 
gewinnen.« Hie mit si kerten zer thjost, und Kay ward 
hinters ors gestochen, das [Bl. 16*] er lang unwissent lag. 
Also ritten die zwen zue dem ainsidel. Zu handt ward nach 
herren Gaban und sein gesellen geschickt und wurden auch 
pracht. Da waindt der weiß ritter vor g^roßen firewden, und 
er wollt sich nicht erkennen lassen und pat, das si da pe- 
Üben, er chäm den tag wider zu in oder den andern onver- 
ziechen. Si globtens, und ließ er ledig den ritter Behandies 
und rait durch Artus her und hieß in nach im kumen. Er 
rait ein zer purck und sagt dem wachter, wann her Kay zu 
vor ritt mit der chünigin, so sollt er si all ein lassen, suns 
kam der künig etc. Alls sich der Kay meldet, do wurden 
si ein gelassen mit all ein die puigk. Der ritter entpfieng 
in wol und genadet im; sam peschach in allen; doch was 
er in unerkant und hett sich verpunden und wolt wegk. 
Alk volck schray: »Herr, vahet in!« Artus sprach zu im: 
»Herr, höret, was die le\i't rueffent ! « Er sprach: »Herr, hab 
ich euch ye petrüebt, ir mügt es wol gewallt haben zu 



thuen.* Die künigin jach, das si geren wissen wolt, wie 
diß wunder der purck war. Er jach: sEs ist mir zu mal 
laid, das ich euch nit sagen sol von ettlichen dingen ; es hatt 
ett nit sein zeit.« Er rait wainend zue ainer pastein aus und 
[Bi. i6''] kam zu herren Gabanen, Iban und andern und 
ließ die ledig, das si ritten zu der Dolorose Garde und den 
chünig und chünigin von im grüesten. Morgens wolt der 
chünig dannen sein. So chumen si den perg auf geriten. 
Des ward der chünig an maßen fro. Gaban sagt im , wie 
er gefangen was worden und wie ain ritter si widerumb 
erledigt hette, der sich nicht zerchennen wolt geben. Man 
erpot dem chünig groß eer auf dem schloß di nacht. Die 
zwo junckfrawen vom Lack clagten der chünigin ir gefenck- 
niiss und kiinig und künigin hetten in geren geholffen ; si 
sagten, das es nyemant tätt dann der ritter, der diß schloß 
gewan. Der chünig fragt, wo er den ervorschen möcht oder 
in bekennen. Dy mägt sprachen: »Zu dem ersten urleug, 
so jnn dem lanndt zu Logors beschicht, zu dem andern und 
dritten wert ir vil von im innen. Ich enwird nymer ledig, 
er kum dann selber«. Gaban sprach: »Der künig von über 
Denmarck bergt statt auf Logors. Ir enpiet im, ir wellt in 
suechen in vier wochen mit her.»^ Diß beschach. Gaban 
urlaubt sich, wolt in auch suechen. Artus zoch haim und 
schickt ain junckfrawn aus, den ritter zu suechen. 

Nun und der weiß ritter [Bl. i6'] zu ettlichen tagen 
von dem ainsidel rait, rait er ains mals durch ainen wald. 
Da becham im vil volcks, Under den was gar zu mal ain 
großer ritter; der furtt ain den schönsten ritter von allen 
mannen, dem was ain frawen haupt mit den zöpffen an den 
hals gehenckt. Er fragt den großen ritter unib die schuld 
dises ritters. Er sagt im, er hett den tod verdient; er hiet 
in und dise fraw gelestert. Jener mit schwüeren pot sein 
Unschuld. Der weiß ritter jach: »Herr, so er laugent, so 
bezeugst mit ewerm leib auf in, nicht sunst mit gewallte 
Er fragt den gepunden ritter, wer er war. Er jach, er war 
der künigin von Prittani ritter ainer. Er pat, den ritter ledig 
zu lassen ; der groß wolt nicht. Da graiff der weiß ritter 
nach dem gepunden und rais im seine pand auf und fiiert 

3* 



36 

in mit gewalt weg. Und der groß ritter nam sein sper, des 
geleich thett der weiß ritter; und er stach den großen ritter, 
das er in amächt lag. Die sein selten in gerochen haben 
und Schüssen auf in und gerten im doch nicht zu thuea; 
sunst pracht er in auf des großen ritters ors, und riten weg 
zu ainer purgk, da man irer kunft fro was. Der ritter gert, 
wem er sein sicherhait solt pringen. Der weiß ritter [Bl. i6*] 
sprach: sDer chünigin von Pritani; sagt, ir seit durch si 
erlöst!« Er fragt nach seinem namen. Der weiß ritter 
sprach : »Des enmügt ir nicht wissen , sunder sagt ir das 
zaichen von meinem schult!» Alsus beschachs. 

Er rait mit hulden dannen und rait ain lange tagraiß 
und viel ain ungehewren val von dem ors, das im seins 
leibes crafft: entgieng. Sein diener prachten in mit müe wider 
auf sein pfärtt, und rait zu ainem gutten man, pey dem er 
sich enthielt, pis er widerumb zu leibes chrefften cham. Zum 
aindleften ' tag rait er wider weg, und sein chnaben theten 
im wider machen einen roten schillt mit weißen parren, umb 
das er sich wider wart zaichen wolt. An aineni tag, als er 
also umbe rait, becham im ain ritter gewappent und fragt, 
wer er war. Er jach : sich pin ainer des chünig Artus ritter.« 
Jener sprach: »Ir seit des pesten ritter von der weit.« Nun 
cham zu im ain gewundter ritter, und ainer schwuer Artus 
ritter, er wolt rechen, wer sprach, das er den lieber hett, 
der in gewundt hett, dann in. Der weiß ritter sprach : *lr 
seit doch kainer, der das gicht.s Jener sprach: »Ja, ich 
hett den lieber, der in verwundt.« »Das sol ich rechen, 
ob irs nicht widerredt.« Jener [Bl. 17'] sprach: >Nain, 
nymmer mer.» Der weiß ritter sclilueg jenen tod. Doch 
ward er durch den leib gestochen , das er nicht fort reiten 
mocht; und ließ sich fürpas füeren auf ainer rosparen. 

Nun was in der zeit Gaban von Artus geriten, den weißen 
ritter zu suechen; und rait ains tags durch ain wald und 
sach da vil pavilun. Dar under was ain chünig von De- 
fragos , den man allzeitt nent den chünig mit den hundert 
rittem. Und zwen fragten Gabanen seins gevertz. Er jach, 



1 F« [Bl. 23a]; X. 



er suechte ainen ritter und rait fort. Vor dem wald sach 
er die rospar, darauf man in fuert, Gaban rait hin zue und 
vorseht die chnaben , wer inn der rospar lag. Si sagten : 
»Es ist ain kranck, verwuodter ritten» Der weiß ritter hueb 
die deck auf und erchant wol herren Gabonen und wollt 
sich nicht kennen lassen. Gaban rait von im. Nach un- 
langer kamen her Gabonen ettüch durch ain wald her; die 
fürten ainen totten ritter. Gaban vorseht si, durch was er 
erschlagen w-äre. Si sprachen: »In schluog ain ritter, durch 
das er jach , er hiet ainen totten ritter lieber gehabt, dann 
den, den der tott ritter mit ainem sper verwundt het ; doch 
ist auch er zu verch wund , so dals man den selben ritter 
auch [Bl. 17^] auf ainer rospar mueß fiieren.« Do gedacht 
wol her Gaban, das es jener ritter was gewesen, und rait im 
eylent nach und cham zu aim gezellt und fannd dar inn 
vier herren; und er bechant si wol. Der herr von dem ge- 
zellt entpfieng Gabonen alJs von dem tod, Diß was Eloys 
Liblois. Es was spat, darumb pat er Gabanen, pey im zu 
benachten. Also sagt im Gaban, was er suecht ; sie hatten 
sein aber nicht gesehen. 

Inn der zeit reit her ain wunderschöne frawe mit schönem 
gesind. Das vernam der chünig mit den hundert rittern, 
schickt ir zwen reitend nach ; si solt in gesehen. Der frawen 
gesind wollt nicht und viengen an zu streitten. Gaban und 
Eloys randten dar und schieden si pald. Und si paten die 
frawen, das si zue dem chünig rait. Da fragt er si nach ir 
art und rais. Si sprach; »Ich pin frawe zu Noans ynd wil 
zue Artus und im mein hilff beweysen wider den kiinig von 
der Marck.« Do sprach der chünig; »So reit ich zu hilff 
dem kiinig von der Mark.« Sunst schieden si sich. Und 
der ritter mit der rospar cham an ainem tag zu ainem 
prunnen; da staig er zu der erd durch lufft inn die küel 
nider ' und schickt inn die statt umb herberg. Inn der zeit 
chumpt zu im ain chnab; den [Bl. 17*^] fragt er seins ge- 
verts. Er sprach: »Ich wil meiner frawen von Noaas umb 
hilff; die hat der kiinig mit den hundert rittern aufgehalten.« 



I F* [Bl. 13b]: umb sich m kielen. 



I 



3S 

Er jach: »Der wil ich helffen, pis ich erstirb.« Er staig 
wider auf sein rospar und hiesch sich dar werte fiieren. 
Und also becham im die fraw von Noans. Der chnab sagt 
ir, was der ritter geredt hett. Sy rait zu im, dancket im 
ser diser trewen , und si hiet in geren erkannt ; er enwolt 
aber. Sie rait fiir wertz. Und der weiß ritter rait inn die 
statt zu aim wirt, dem er vast wilkumen was ; der sein so 
pflag, das er pald hail ward an sein wunden. Er heß im 
ain rotten schult machen mit weißen parren in bellunck, 
und rüst sich all dar. Artus und der chünig von der Marcke 
lagen gerotiert zue dem streitt. Er raitt dar noch mit schwacher 
crafft und kam pey der statt in ain closter, da sein wol ge- 
pflegen ward. Morgen do macht man muster zue dem streitt, 
und meng ritter cham zue veld durich thjost. Dar cham 
auch der weiß ritter und thet des tags so vil der guetten 
thatt, die nie kain man von ains mans chrefft mer erfaren 
hette. Zum jüngsten stach er den chünig mit den hundert 
rittem so geschwind von dem ors , das im all sein vorder 
wunden auch auf prachen; [BJ. 17''] wann er sach, das im 
die chünigin zue sach. Artus und die sein verwunderten 
sich all ab diser tat und enwesten, wer er was. Man halff 
dem chünig weg; sam thet auch Gaban dem ritter, und er 
lie sein chnaben fragen, wo sein herberg war. Si sagten: 
»In ainem munichs closter;* in dem het er sich verpluet, 
das er in großen unmächten lag. So chumpt dort her Artus 
und die chünigin. Man sagts im. Er warff sich umb. Die 
chünigiii fragt in, wie er sich gehueb. Er antwurtt ir: »Fraw, 
wol und mir enwirt nicht.« Mengelich vemam in allem her, 
wie das er tod solt sein. Der chünig mit den hundert rittem 
warff Schwert und schillt vor zoren zer erden, umb das von 
seinen schulden ein sölJicher ritter ersterben solt. Nun schied 
die chünigin von im durch seins leibs rue und schickt im 
zu dem pesten artzt, den man west vinden. Gaban fragt 
in nach dem ritter von der Dolorose. Er sprach, er chünd 
im diß mal da von nit antwurtten. Sunst schied Gaban 
auch enweg pis zum andern morgen, Der ritter sprach gen 
dem artzt, er wolt nämlich des tags enweg, er solt im ratten, 
und ob er nicht mit im möcht. Der artzt zoch mit aller 




beraitschafft der ertzncy mit im. Nun ward der streit zwi- 
fBl. iS'Jschen den vorgenanten kiioigen ettliche monat auf 
geschoben , das yeder wider zu landt rait. Gaban geriet 
wider an sein suecli umb den ritter, do er befand, das er 
weg was ; und cham zu einer junckfraw, die grüest er und 
fragt si nach dem ritter. Si waint hart ser und sprach: 
ijawol, wist ir aber icht oder' der ritter tod sey, der gestern 
gestritten hat mit d^m rotten schult und weißen parren fi 
Er sprach: »Nain, nicht ist er tod, aber scr was er wund.« 
Si sprach: sEs was der ritter von der Dolorose Garde, und 
ist mir gesagt worden, wie er tod sey,* Si ritten entsanien 
zu suechen den ritter und chomen zu ainer clausen ; da saß 
ain closnerin an ir gepett; die fragt Gaban, ob si in icht 
weste. Si sprach: »Nain, dann allain vermeidet disen weg; 
wann Priin , den man nendt den held sunder parmherczig- 
kait minnet dise magdt.« Er sprach, durch nicht wolt er 
den weg meyden. Nun hört: Da der verwunt ritter von dem 
wal schied , da ließ er sich füeren, da in nicmpt erkennen 
solte. 

Ains tags durch rue kam er zu ainer linden. Do rait 
die chiinigin von Noans von geschieht für und fand den 
wunden ritter; der thet ir ser erparmen und pat in, mit ir 
zu faren durch gemach. Er fuer [BJ, 18''] ettlich tag, so das 
si chamen zu der Dolorose Garde. Si pat in, mit ir inn 
die purck zu faren. Er wolt durch nicht. An dem ver- 
maint si , das er der wäre , der die purck gewunnen hette. 
Si kust im äugen und mund und fuer fiirwertz. Er ersewft, 
alls er die porten an sach, durch das er die chiinigin her 
auß verschlossen hette. Die chiinigin von Noans fürt in auf 
aia ir purck, do sein vast wol gepflegen ward. Nun rait 
Gaban und di junckfraw in suechent und sahen das pavilun, 
da Prüne under lag. Er enpot Gabonen, er solt über aia . 
di magt im senden, oder er schlüeg in zu tod. Gaban wolt J 
uns nicht schicken noch pringen. Priin rait im nach, Ga- 
ban chert sich umb und ranndt in von seim ors, und Gaban 
gab im sein ors wider und fragt in umb den verwundten 



I F" [Bl. 24b]; ob. 



ritter. Er jach : »Welt ir mich ainer gab nicht \ieneyhen. 
der ich pitt? Ich waiß euch den ritter.« Gaban sprach: 
»Was ich mit eeren wol thuea mag, das sol sein.« Er fiiert 
in zu einer purgk, da er zu nie inn lag und schier was ge- 
nesen; dann er sich dick übet in den wappen von tag zue 
tag. Nun ward er der suechung gewar und patt den aitzt, 
das er sprach, es möcht niempt mit im geraden vor übriger 
chranckheit. Doch ließ er die magdt [Bl. i8*] rue im. Wie 
er sich wert, so deckt si in doch auf und kust im äugen, 
\*-ang und mund und gab im ain brief %on der junckfrawen, 
die er im hett paiten haißen nie der Dolorose Garde. Und 
er dacht sich erst und sprach : > Juncküau*. reitt zu ir ! sprecht, 
das si reitt. war si well!« Si sprach : >Si enthuet sein ni<^ 
ir chumet dann selb dar oder schickt ir den ringk ab ewer 
hanodt.« Er gab ir den rii^k und patt si, seiaen oamen 
me verfielen- Si paten Urlaubs. 

Gaban fragt si , wer doch der rftter war. Si sprach : 
»Chumpt! ich (uer euch, do iis innen wertt.« Prün rait mit 
in, und cbamen zu der Dolorose Garde. Und si gab der 
juDckfraw den rh^, und Gaban erkant sich wol. Er cfaam 
auf dot km:hbof. Die tnägdt sagten im , n-as voa im und 
n gescfaribeo was gewesen. Alls si (ur die porten 
, Frün gcxt der gab von herren Gaban und gert der 
juDckfirawen. Gaban sprach: >Si enist nicht mein.« Des 
ward am kan^>& tag für Artus beschtden. Inn der zeit gert 
der weiß ritter uilaubs xa der chun^in von Noans. Si pat 
in ToOeo dar genesen, so das er zue Anas annderm streit 
wol gesnndter mochte chomen. Er giobte ir, so \\\ er mit 
creo thuen möclit. woh [Bl. iS*] er die zeit niCD. Also ur- 
laubt er sich und rait zue dem aiandeL der sein zu mal &o 
was; wann Bonutdes oodi dar gc&^^en was von der Do- 
loroGC Garde. Der sdben zeit rait Gahaa und Prün mit 
der migt, suedtten den ritter wider, do a in vor \-erlasse)i 
ImKc- Do si in nicht fiutdai. des wurden st unfro. Si riten 
w«^ kainen m wnem gqud. Da hied si ain ritter zu her- 
htsg, d» in «Us gut besdiacfa. Morgens alb si unferr waren 
geziten. c hamea in nKh iweo ritter durtA streitt. Gaban 
schidt sidt «r Üijost. stacb den «in von dem ors. Prünn 



hielt still. Der aonder cham und stach Gabanen sein ors 
zu tod; und si drey stritten ser. Die junckfraw rueffi: »Ey, 
ir mörder, wellt ir so unritterlich den pesten ritter ermor- 
den?* Der ain sprach: »Wer ist er dann?* Si sprach: »Es 
ist mein herr Gaban,» Do wurffen si ire schwertt aufs den 
handen und paten in gnaden, und was sein wirt gewesen. 
Und sprach, PrLin hiet im in nicht so genant, und schuldigt 
in grosser untrewen. Er gab Gabonen sein ors, und schieden 
sich. Prün wolt aber mit im reitten.' Gaban sprach : »Ir 
verretter, ir enreittet nymmer mer mit mir, und wellt ir euch 
des bereden, ich pewt euch champf ietz an diser stat.« Prün 
rait pald wegk. [BI. ig'] Gaban rait mit der magdt , und 
sahen ain schöne purck; dar zue gieng ain lange prucken 
über ain wasaer. Nun und er zer prucken wil, so reiten 
wol zwanczig nach im, gerten in zu vahen oder morden. 
Er schob die magtvor sein hin und nam die glävi undj-andt 
den ersten zu tod. Die andern prachten in zu nötten ; doch 
schlueg er ir vil tod und wundet ir vil und gesiget in man- 
lich an. Inn dem thet-man jenset die porten auf, zuckt die 
magdt ins schloß, dar inn was mang gewappent man; die 
magdt clagt Gabones ungemach. Alls der purck herre bort 
Gabonen nennen , er rait zer purck zue im , hieß in willi- 
chumen sein und sprach: »Ob ich euch die magdt wider 
gab, so wurd ich mainaidig ; aber ich schwer euch zun heiligen 
pey mein ritterlichen wirden, das ich si eerüch halten wil 
alls mein Schwester, t Des danckt im her Gabon ser. Er 
zaigt im die recht straß ; auf der vand er in ainem wald 
ain clagende frawen pey ainem verwundten ritter. Er fragt 
si , ob si iendert chain ritter säch zwo mägt fiieren. Si 
sprach: >Ja, des ist mein ameis ser wundt.> Si pat ain 
chnaben pey dem ritter beleiben und zaigt im durch räch 
die nach rais. Do fannd er ain ritter [Bl. I9''] zer thjost 
halten pey ainem wasser. Der fragt herren Gaban, von wann 
oder wer er wäre. Er antwiirt im: »Ich pin ain ritter an Artus 
hof und suech ritter.« Jener sprach: »So reit mit fridl ich 
wil ewer gelait sein.« Sunst ritten si. Und unferr sahen si 
ain schloß. Do sprach der ritter: >Ob wir dar hin wellen, 
so mueß wir streitten; doch habt ir mein hilff mit trewen.« 



42 

Nun laß wir diß am weil ruen und sagen verrer von 
dem weißen ritter. Der hett sich nu seiner sucht erkobertt 
und war wider zu sein krefflen chumen , in der zeit und 
ain frid zwischen chunig Artus und dem chünig von der 
Marck ein zeit gemacht ward. Nun und di selb zeit des 
frids vei^angen war, hueb sich der .weiß ritter auf, sich zu 
dem streitt zue fliegen. Da wider rait im an ainem tag ain 
knab ser eylent. Er fragt den chnaben seiner fert. Der 
chnab sprach: »Ich ?uech den ritter, der Dolorose Garde 
gewan; dar auf ligt gefangen dy chünigin von Pritani. Ob 
si nicht pald erledigt wirt, so wil man sie geben und schicken 
Borandes, der des hauses herre vormaln gewesen ist, und 
der wil durch si das zauber alles ab thuen und si zu laid 
Artus uneren.i Der weiß ritter sprach: >Reit pald eylent 
wider [Bl. 19'^] und sag der kunigin , das der ritter heint 
dar well seinl wann er was unferr.« Der chnab eylt frölich 
da hin. Der ritter saunipt sich auch nicht lenger und kam 
zernacht in die purck. Do bekam im der chnab; den fragt 
er, wo die chünigin war. Er sagt im, si lag in ainer prisaun. 
Der chnab pracht vil Hecht und sprach: »Herr, wellt ir zu 
ir? in disem gwelb ist si verspert.t Er thett im auf die 
ihür. Der ritter eyllt pald hinein. Der chnab was auch 
nicht unbehend und schloß pald nach im zue. Da mit wart 
er betrogen, wann die chünigin was in Pritonia. 

Awentewr, wie der vciü ritter das scheüczlich zauber 
zerstörtt. 
Do Cham ain magt zue im in die thür gegangen und 
sagt im, er chäm nymmer herauß, er schwiier in dann zu 
den heiligen, diß zauber zu erstören. Des verwilligt er sich 
geren zu thuen, ob er möcht. Sunst schwuor er. Darauf 
ward er aus gelassen. Si erpoten im grosse Wirtschaft und 
eere und sprachen: »Herr, ir müest vierzig tag inn der purk 
beleiben oder aber mit grosser raüe zwen Schlüssel holen.« 
Er sprach: »Zaigt mir an stund, die schlüssel zu holen 1 dann 
ich vil zu schicken hab.« Er ward gefuert auf den kirch- 
hof zue [Bl. ig''] aim vinstern einganck. Er segent sich un'd 
gieng in dem namen gottes durch ain wunder graussame 



43 

vinster und cham an ain liecht. Da sach er zwen erein 
man, die mit zwain helmpartten streittlich zuesamen schluegen. 

Dar zwischen soll er ein. Er nam sein schult auf sein haupt 
und sprang under die thür. ledoch ward im sein schult 
entzway geschlagen , und ward da das gröst hewlen , erd- 
pidem und ungewitter von all der wellt. Er gieng fiirpas 
und cham an ain gemach; da vor was ain vast aisliche 
proczen «er stinckent, jenset der proczen zwen ungehewr 
man mit zwain cholben , aufgehalten zue dem schlag. Er 
nam recht aincn just und sprang über die proczen. Die zwen 
schluegen so geschwind , so das si die cholben in die erd 
schluegen. Er was fro. Darnach cham er in ain chamer, 
da stuend von metal! vast ain schöne junckfraw, geleich alls 
ob si lebend war. Die hett in der ain handt zwen Schlüssel, 
mit der andern handt zaigt si zu ainer eren sewl. Dar an 
stuend geschriben ; Mit dem grossen Schlüssel entschleüst 
man mich , mit dem chlain den schrein , der dar inne stat. 
Der ritter nam die schliissel und entschloß die sewl und 
fannd [Bl. 20^] den schrein ; den entschloß er auch und vand 
den vol rören. Er segnet sich dick. So chumpt aus der 
laden ain ungestüemer wind , die rören wurden schreyen, 
das raengclich want, perg und tal schriren und wolten zu 
hauffen vallen. Der ritter wart hart da von betört, und alls 
er weg woit gan , nam diß ain end und verschwand sewl 
und magt, auch di puczen und man. Er gie auf den kirch- 
hof. Do waren die greber und die heüpter auf den zynnen 
alls enweg. Do cham er in ain cappel, opffert die schliissel 
auf ain altar. Do erzaigte im alles volck von der statt grosse 
eer mit frolocken umb das er si erledigt het von disem 
zauber. Unlang darnach ließ er im silbrein schillt beraitten 
mit schwarczen parren und ward sich in den turnay oder 
streitt vergalten. Nun chum icli wider an den ritter und 
die magt, die den weißen ritter in der zeit suechten, alls ir 
vor ains tails gehört habt. Der ritter und die magt chomen 
auf die prugk. Der ritter sprach zu her Gaban: »Herr, lat 
mich ein die purck, und so ich durch helff rueifte, so kumet 
mir entzeit!' Diß verhieß er im. Nun alls der ritter durch 
Jens thor chumpt, so springt ein verwappenter ritter her für 



46 

ander ritter, das er den rechen wolt an allen den, die jehen, 
er hiet den lieber, der in gewundt het, dann jenen, der wundt 
was.« Der weiß ritter erschrack des an maß. Man weist 
in schlaffen. Umb diß waint er die ganczen nacht, das er 
mit dem streitten sollt, der im so vil liebs thet. Morgens 
stuendens auf. Als LantzJlet sich urlaubt, er pat den wirf 
durch sein ere willen umb ein gab. Er globt ims. Lantzilet 
sprach: »Ich pitt, das ir das jehet, weil ich pey euch pin, 
das ir den gewundten ritter lieber habt, dann den, der in 
wundt, seid ich der pin, der in rechen sol.< Das globt im 
"der wirtt. Nun alls er mit den mägdten über die [Bl. ai""] 
pruck rait , ranndt er im verwappent nach und vermaint, 
seinem geliibd gnueg gethan haben, und sprach: »Wist, 
ritter, das ich den ritter lieber hett , der den ritter wundt, 
dann jenen, der wundt was ! das ist mir la'id. Ich gethet 
doch streit nie ungerner.« Lantzilet sprach : »Ich pitt euch, 
enpert der red!« Er sprach: »Nain« und schliieg sein glävi 
under; sam thet jener, und stachen zu hauff, so das paide 
ors dar nider viellen. Si Sprüngen schnell auf, und Lantzilet 
pat, das er seiner woit laugente. Er enwolt aber. Do zuckt 
in Lantzilet auf und warff in ein den wag, so das er er- 
tranck. Do das Lantzilet befand , rait er weg und wainet 
pitterhchen. 



Awentewr, wie Lantzilett die zwen riaen erschlucg- 

Inn der weil het nu Gaban des ritters nam zu hof g^' 
sagt und sein art geoffenbart. Nun was Artus und Ginof*^ 
zu Gamaheloth, und alls er aina tags zu tisch saß, gic*^ 
für in ain ritter mit gegürttem schwertt und sprach gedürsticlic^ **', 
»Künig, dich grüest mein herr, der chünig Galahutt, (S-* 
pest ritter von der weit, und spricht, das du im deine laoii- * 
auf gebest und si wider von im eutpfahest. Thustus nic^ J 
mit willen geren , du wirst gar von dem lanndt gejagt^ 
Artus sprach: [Bl. 21'^] »Ich hab ainen herren, das ist gcr 
von dem hab ich meine lemdt ; der sol mein vogt sein, sun— 
acht ich auf kaines manoes dro.« Der ritter schied on 
laub dannen. Nu cham von geschieht der weiß ritter dt 



gegent und reitt ains morgens pey ainetn wasser und sach 
dy chiinigin an ainem venster. Nun was ain ritter vor im 
zu wald; dem rait er nach. Er fragt [ein] wescherin, ob 
si den icht gesehen hetten. Dye chünigin sprach : »Herr, 
er reyt newes vor euch hin.* Alls er die chünigin hört, do 
chund er nicht geparen. Er sach zu ir , und sein ros wolt 
trincken, er chund es nicht enthalten ; er sprang ins wasser, 
das was so tieff. War her Iban nicht so schnell im zu helffe 
kumen, es war sein letzstz ende gewesen. Iban weist in zue 
wald. Er sach als hinterwertz nach der chünigin. Im be- . 
gegnät Dagenot ; der was an manhait der prödist ' man, der 
im lannd ie gesehen ward *. Der fieng in mit dem zäum 
und fiiert in zu hof. Der ritter sach al!s zu dem venster, 
do die chünigin inne lag. Dagenot sagt, wie er in zu veM 
gefangen hett, und wann er sein schult pey im gehabt hiet, 
war er in allen erkant worden , den er aber nicht pey im 
bet. Man lachet Dagenotz gewden vast ser, wann [Bl. 2i^] 
er zu mal pröd ° was. Die chünigin und Iban porgten in 
aus, weisten in zu wald. Im becham jener ritter und wolt 
'öl seine wappen nemen. Er daucht in ain tor. Der weiß 
ritter was nu ausser den gedenken kumen und sprach : 
»Niempt hab des muet mir meine wappen zu nemen, so verr 
ichs weren mag. Si justierten. Der weiß ritter zwang jenen 
^ue sicherhait, Si riten darnach unferr; da sahen si zwo 
wonumb. Do sagt jener ritter, wie zwen risen alda wonten, 
iie haste Artus ser und die chünigin und all messeney. Er 
sprach; »Das wil ich rechen.« Er rait zu in; diß chund 
im nyempt erweren. Diß alles sach her Iban. Mit kürcz, 
sr schlueg paid risen zue tod; das sagt man zu hof für 
Wunder. Do sprach Dagenot; »Sollich ritter kan ich vahen, 
die risen todt slachen;« und ward grosse (rewd zu hof umb 
der risen tod. Ferrer der weiß ritter rait ains tags mit 
seiner junckfraw und cham an ain prugk * , pey der hiellt 
verwappent ritter und der fragt den weißen ritter, wer 
Er antwurtt im: »Ich pin ain ritter ab Artus hoff.« 



» pl. zga]; plödest. 2 F' (Bl. 2gn]: 

~t e^^isch. 4 F' [Bl. 39b]: bui^. 



3 F' 



Jener sf>rach : >So laß ich euch umb nicbte über. Dann icb 
haß Artus und sein messenney, umb das es cbam aio ge- 
wundter [BI. 22*] rittcr an sein hof; dem zoch ainer zwai 
glävi ätuck.i Der weiß rittcr patt jea. das er den gen-undteu 
ritter lieber hett. Jener sprach aus zoren , er enwolt. Mit 
dem achlueg in der weiß ritter zue tod. Damach kam er 
zuc der statt Moloandt, Do bestunden in wo! vierczig ritter, 
Er schlueg ir vil zu tod. Zue jungst kam di fraw von der 
statt. Die ersach in vil dick nider reittea und sprach, er 
solt sich ir ergeben ; mit kürcz, er gab ir sein schwertt auf, 
Si fuertt in in ir gevencknüß. 

Awentewr, wie der weiß ritter in wreis und rot den streit 
behuob. 
Inn der zeit waren zu ve!d kumen Artus und Galahutt, 
wann die chünigin von Noans vil nach vertriben was. Artus 
chain in ir helff mit siben tansent mannen. Galahutt hett 
pey hundert tausent mannen. Nach dem hueben si den 
streitl. Inn dem worcht Gaban ains tags so vil wunder, das ' 
nie man von mannes chrefften vor mer ersehen hett. Doch 
zernacht muest Artus her weichen über das wasser. Diß 
ward von her Gaban gesagt vor der frawen von Moloandt. 
Und er [Lanzelot] hört inn der prisaun , das man von dem 
streitt sagt. Er patt die fraw im erlauben zue dem streitt. 
Und si was doch in Artus helff und sprach zue im, wolt er 
ir sein namen sagen, si wollt in zue dem streitt lassen. Er 
sprach, so das gepürliche zeit eraischet, wolt ers mit willen 
gcren thun. Si ließ in zu dem streitt. Artus vergatt sein 
ritterschafft. Her Gaban was ser wundt, und wolt in Artus 
des tags nicht streitten lassen. Der chünig mit den hundert 
ritlcrn cham her für mit ainer glävi, gert ainer thjost. Der 
riltcr, der ee weiß fürt, het nu rot, durch das man in nicht 
erkennet, sprangt her für und stach den chünig hinter ors. 
All erst ward sich der streit mischen, also das der rott ritter 
über grosse wunder worcht mit dem wappen, das er den 
preis zu paider seit behielt, Zernacht schied sich der streitt 
Er rait wider zu der frawen von Moloandt und maa sagt 
ir da die grossen wunder und manhait, die er bezeugt hett. 



49 

Morgens alls man aber zu streitt wollt, ward ain frid 
auf ain gancz jar angetragen. Nun alls sich di her ertranten, 
kam zue Artus ein gar sälig und heyliger mensch; dem 
clagt Artus ain grosse vorcht durch ainen trawm, den man 
im außgeiegt hett, wie er von all seinen eeren solt chumen. 
Der sälig vater sprach: »Es ist war, Ja, ob ir nicht über 
ewer schuld peicht und pueß entpfacht.« Artus sprach, er 
wollt nach seinem ratt gefaren. [Bl. 22^] Er lert in, wie 
er tugent solt walten und gen den seinen millt solt sein und 
si lieb haben, und underweist in vil anders und sprach da- 
rauf, ob er das volprächt, so wolt er sein gewer sein, das 
got in und all die seynen Heb gewunn. Er verhieß im und 
volprachtz. Auch wen er vor gelaidigt hett , dem pessert 
ers hoch. Hie mit gewunnen [in] frembd und chund vast 
lieb, das si durch seinen willen sterben wolten , ee dann si 
im icht laid wolten lan peschehen. Nun was der weift ritter 
noch in der künigin von Moloant vengkniiß, und Artus hof 
ward dick gefragt nach im. Her Gaban und mit im wol 
vierczig suechten in durch mangc lannd. Und nahet ^ der 
zeit, das sich Artus widerumb zum streitt sollt rüsten. Sam 
thet auch Galahutt, Dy fraw von Moloandt ließ den ritter 
ledig auf das, ob er in Artus helff wolt sein. Des was er 
zu mal fro. Die fraw rüst in vast kostlich aus mit wappen 
in schwartz, so das in aber niempt erchante. Der streitz 
tag ward gesprochen, Estorranus rait mit seiner schar zu 
veld. Des wartet auf in mit thjost der küen Galegwiand 
von Artus gesell schafft. Die zwen vertetten ire sper ritter- 
lich. Der streitt vergatt sich. Der erst gewunnen chünig 
cham pald in Esteramus helff". [Bl. 22''] Sunst cham aus 
dem andern her ' Gaban und umb kertten Jens her. Des 
ward Galahutt von herczen zornig, und Gaban thett die 
grösten wunder von der wellt, Inn dem so chumpt der künig 
von der Marcke ; gen dem kam geschwind her Iban mit 
schöner ritte rschafTt. Der streitt wart starck. Zue abcnt 
zoch mengclich zu hcrberg, und plaib der sig diß tags auf 
Artus tait, Gaban warn drey ripp im laib zerquetscht, so 



I Ff [Bl, 30b]; nachent, 2 F= [Bl. 30b]; 



50 

das er under seim pavilun in amacht lag. Alls er aus dem 
Wappen cham, mengclich was laid umb in. Und chomen 
über in vil ärczt. Dise clag durch sein grosse manhait cham 
für die fraw von Moloandt, wann si auch pey dem urleüg 
was. Diß vemam der ritter in der poye und bestuend di 
frawen und sprach: »Ir habt mir doch verlobt, so diser streitts 
tag chum, wellet ir mich vertigen auf das veld.c Si sprach: 
»Ob ir so girdig seit, es beschicht zum nagsten.c Sunst 
ward er in schwarcz auf das veld gesant. Alls der Streits 
tag cham, di künigin und die frawen von Moloandt waren 
entsamen in aim venster. Des gewaret der ritter und sach 
dar wertz, das er geleich hiellt in ainem trawm * ; und man 
spotte sein. Die ritter waren zu velde chu[Bl. 23*]men. 
Do ward das sper chrachen laut. Die fraw von Moloant 
sprach zer chünigin : »Fraw, entpiett im, das er justier durch 
ewem willen Ic Wann si erkannt in. Die chünigin was ser 
petrüebt; si vorcht auf den tag eere und lande zu Verliesen, 
darumb so wolt si im irenthalb nichtz entpietten. Also sanndt 
im die fraw von Moloant ain magt zue, die sprach, er sollt 
durch all frawen und junckfrawen, die inn dem venster pey 
der künigin sässen, auch justieren. Und her Gaban sandt 
im drew sper pey ainem chnaben. Nun alls in die magt 
ausser seinen gedencken pracht hett, und die chünigin ge- 
nent ward, so schambt er sich ser, das er die ritterschaffi 
so lanng versessen hett, und rait, was er ymmer mocht, zue 
dem streitt, und thett so gethane ding, das alles dar gegen 
enwicht was, das da vor ye man gethan hett. So wenne 
er ain sper verthet, schlueg er mit den drunzun zue, das 
ros und man vor im lagen. Diß alles sach Artus, dy frawen 
und auch Gaban, den trueg man in ainem pett zu ainer 
lenen. Und diß ritters manlichs streitten, gedaucht in, gab 
im mer gesunthait, dann alle ertzney, und sanndt dem ritter 
aus zu veld fiinflf geruete ors und zehen starcke sper , und 
der chnab sagt [Bl. 23^] im, das ims her Gaban hett ge- 
sannt. Nun hett er vor nämlich vemumen, wie Gaban seiner 
wunden todt wäre. Er ward nie so fro, dann do er hört, 

* 

I F* [Bl. 34a]: gedancken. 



51 

das er noch lebt, und übet sich aller erst nier, dann vor. 
Des verwundert all ritter. Kay verwunderts ser, das er in 
auf Gabones ors sach. Er kert im alles nach, sam thet her 
Iban; und wo die gröst rott was, die zertranten si , unnd 
mengclich sprach, alls er ye raer stritt, so im ye raer chrefft 
wuechs. Er pehueb das wal ^ mit gewallt. Ze abent rait 
mengclich ze herberg. Der ritter in schwarcz rait nach aim 
rivier. Galahutt wards gewar und volgt im nach. Er grüest 
in, des danckt im der ritter in schwarcz. Galahutt sprach : 
»Herr, ir habt mir hewt mangen schaden gethaii und Ar- 
tausen auf den tag landt und ere pehalten , und darumb 
sach ich nye man, des kundt und gesellschaffl ich lieber 
wolt haben, dann ewer ; darumb pitt ich euch , mir ewern 
namen zu sagen und ewer gesellschafft geben.* Er sprach: 
»Meines namens mügt ir über ain nicht wissen, pis es sein 
zeitt hat ; aber west ich , das ir alls wol gelaiaten künnet 
a!ls geloben, ich gab euch vil geren mein gcsellschafft und 
dienst* Der künig jach: >Ich kan nicht vil geloben, sunder 
mer laisten.« Auf das raitt er mit dem [Bl. 23*^] kiinig under 
sein pavüun und sprach, er wolt in seins geJübs gewiß machen. 
Er sanndt nach zwain künigen und sprach : »Ir wert mein 
gewer sein und mit mir geloben disem ritter; ich hab im 
versprochen, wes er mich pitt, in des zue geweren, ob ichs 
zue gebalt hab, umb das er mir sein gcsellschafft geb.* Und' 
er schwuer des zun heiligen. Morgens alls man zue veld 
durch streitt zoch , nam der ritter di künig und gieng für 
Galahutt und gert seiner gab und sprach: >Herr, ich wi! in 
ewrem wappen durch mein verhelen streitten und ich ger 
von euch, so wir Artus her schumpfiern und sein volck umb 
keren , das ir zu künig Artus wellt reiten und in gnaden 
pitten, das er euchs vergeh und im lanndt und lewt last.* 
Nun het Galahutt zehen man an Artus ainen. Der chünig 
schwaig. Die zwen chünig sprachen, es war ain all zu spate 
rew. Er gelobtz, an stund zue thuen. Des envaint doch 
der ritter an stat der ritter " und nam zue sich ain schar, 
die er aus suechte. Artus ritter kamen an das wasser und 

a F' [Bl. 31b]; des kunigs. 



^ 



52 

diser rirter rait mit seinem grossen schwader auf si. Dy^ 
Artus halb waren noch ungeschart und waren nicht pey 
ander, wann ir waren [BI. 23''] vast liiczel. Und hueben 
hinderwertz zue fliechen. Des rueft der ritter mit lautter 
stymm dy seinen an , sunder die zwen chünig , des streitz 
wer genueg, seidt jene geflohen waren. Also ward der streitt 
erwendt. 

Awentewr, vric Galahutt gnad von Artus pat von liebC; 
imd pet willen L.antzllets. 

Der ritter mant aber den chiinig; er sprach: »Wol aufl 
ich wiils geren thuen,« Die chünigin was nu weg, und Artus 
wolt geleich auf gesessen sein zue der flucht, und Gabanea 
wolt man auf ainer rospar dannen gefuert haben. Inn dem 
reit kiinig Galahutt für Artus und sprang von seim pfärd 
und viel für in und pat in gnaden ; und was er wider in gc- 
than biet, war im laid, er woltz hoch pessern. Des ver- 
wundert Artus ser; der sprang auch von seinem pfard und 
hueb jenen chünig auf, und si paid under kusten sich. Diß 
kam lur herren Gabanen. Do ward er so fro, das in dauch^ 
er war mit all gesunt. Es ward zue handt der chünigii 
entpoten ; die kert wider und ward auch an massen fro. Do 
der ritter sach, das Galahutt so ein groß ding durch in ge- 
than hett, ward er an massen ser wainen. Galahutt was des 
laidig und fragt in ursach seiner clag [Bl. 24"]. Er sprach, 
das er im das nymmer ab erdyenen chünd, das er durch 
in gethan hett. Er sprach; »Wist , lieber herrl mich rewt 
für war, das ich ye wider Artus gethet.« 
Awentewr, wie Galahutt Lantziletten in seinem her pe- 
hueb. 

Galahutt schickt alls sein her haini zue lanndt und Ar- 
tus pat in , ajn zeitt pey im zu beleiben. Das beschach. 
Da erpot im Artus aus der massen vil eer und frünt- 
schafft. Die chünigin nani in aines mals sunder und sprach; 
aHerr, ich pitt euch durch die liebst früntschafft, so ir 
zer weilt ye gewunt, mir zu sagen, wer dise ainikait ange- 
tragen und gemacht hab.« Er sprach: »Fraw, ir habt mich 
hoch ermant; es thet der, der mir der liebst ist; ob ers 



53 

begett, ich gab alle meine lannd dem. dem er si giindc.« 
Si sprach widerumb : »Alis lieb euch der ist, pitt ich euch, 
mir zu sagen seinen namen.* Er sprach: sFraw, ich enwaiß 
weder sein namen, landt noch art; es ist ett der, der mir 
mein her am meisten schumpfieret.« Si sprach : »Seit dem 
mal und ich durch euch alles das thun wolt, das ich chund, 
on zu verrücken mein ere, so pitt ich euch, mir doch zu 
sagen, ob er in meines herren lanndt sey.« Er sprach: 
»Fraw, er ist in meinem ianndt und ich hab in haim ge- 
schickt.* [Bl, 24''] Si pat fiirpas, ob ers gefijegen möchte, 
das si in sähe. Er sprach: sich wil vleiß thuen, ewer be- 
geren zu erfüllen.« Er rait fürpas über das wasser zu seinem 
gesellen und sagt im alle der chünigin wort und ob er si 
besprechen wollt. Da war im nach geschwunden vor frew- 
den und sprach: sja, doch das ich von euch unvermeldt 
beleih;« und' sprach: »Es mueß sunder beschehcn.t Gala- 
hutt, der schön risin sun , sagt der chünigin, wie er nach 
im geschickt hiet; 'die was nach im in grossen verlangen. 
Und er pracht in doch zum jüngsten verholen zu der chüni- 
gin, die in lieplich entpfieng und ser wundert ab seiner schön. 
Nu gieng si, zu erpanichen ire glider, in ain schöne wisen, 
mit ir Galahutt und sein truchsäß und ir junckfrawen, deß 
gleich die künigin von Moloant. Die chünigin nam chünig 
Galahutt sunder und den ritter, saczten sich an ain hainilich 
zue samen. Der ritter was zu mal pleid ^. Galahutt ge- 
dacht, er törst vor im nit sprechen ; er verstund sich zu mal 
wol ir paider hercz und sprach, er wollt zer frawen von 
Moloant und der kürtzweil machen. Si zwai lie er ain. Die 
chünigin sprach und pat in, seinen namen zu sagen. Er 
sprach: »Zu andern [Bl. 24=^] zeitten, fraw, mügt irs gewar 
werden^.« Si verstund, das es Lantzilet was, der sich nye- 
mant wolt nennen, des namen her Gaban zue hof het pracht. 
Und si sprach: »Herr, ich beschwer euch pey dem liebsten, 
so irs zer wellt habt, wer die rain sey, die ir mynnet, und 
schwer euch hie wider pey disein pand, das es von mir ver- 
holen pleibt; ich wais ewer ritterschafft mer, dann ir wänet.« 



1 



t F- [Bl. 32b]: und in stille bescheclie. 
schamhaffl. 3 F' [Bl. 32b]: niemen. 



, 32b]: plod und 



54 

Er entfärbt sich und sprach: »Thar ichs mit gnaden sagen?* 
Si sprach: »Ja, frölich.c Er sprach: »Pey gottes hulden, so 
seit ir die allain von dem tag her und euch meine äugen 
ersahen und ir mich ritter machet. c Si sprach: »Hab ich 
euch ritter gemacht? Des enwaiß ich nicht. c Er sprach: 
»Fraw, gedenckt ir, das ain gewundt ritter an ewrn hof 
cham etc.; und alls ich der abentewr zu Noanns begert, sant 
mir ewer genad nach mein ritterlichs schwert, des der künig 
hett vergessen mir umb zu gürtten. Ich sandt euch zwo 
mägt meiner ersten gewynnumb.c Si sprach: »Entsacht ir 
mich seyd nye?€ Er sprach: »Ja, zu der Dolorose Garde; 
ich was der, der euch ein lie. Ich sach euch auch vert, do 
ir mir ewer hilflf thet, da ich nach ertruncken war, war mein 
her Iban nit gewesen.c Si sprach: »So seit ir der gewesen, 
der die risen schlueg?c Er sprach: »Ja, fraw,€ und sagt ir 
gar [Bl. 24**] alle ding piß dar, auch das er den frid het 
gemacht. Si sprach: »Herr, wie chumpt das, das ir so vil 
durch mich gethan habt on mein wissen, durch was geviengt 
ir zu erst mein mynn?€ Er sprach: »Do ich zu dem streift 
gen Noans fuer, do kust ir mich und spracht:« »Var hin, 
mein schöner ameis, und pis mein ritter Ic »Des worts vergaß 
ich seid nie tag noch stund.c Und si sprach: »So sey sälig 
der tag und di stund, inn der ich sölliche wort geredt und 
gedacht hablc Sie rueft zu in den künig Galahutt, der schön 
risin sun. Nun und er cham, fragt si in, ob er den ritter 
kennet. Er sprach: »Wärlich, fraw, nain.c Si sprach: »Er 
haisset Lantzilet und ist chünig Bannes sun von Bonewick.« 
Do ward er on massen fro, dann er hett vil der dinge ge- 
hört. Si schwuren ein mynne pundt zu samen, und die 
chünigin sagt aller ding von im und wie er si minte und 
auch si in michels mer. Mit vil worten etc. ward ir traut- 
schafft versigelt. Si giengen entsamen zue hof und der 
truchsäß und Lantzilet ritten under Galahutts gezellt. Di 
fraw von Moloant het die wort und ir paider mynn wol ge- 
merckt und ward sagen, wie si den ritter ain jar pey ir 
gehabt hiet, und sprach : »Ich erkenn ewer paider [Bl. 25*] 
mynn, darumb mugt ir mir gantz vertrawen, und nempt mich 
in ewer gesellschafft !c Die chünigin Ginofier prachtz zu 



SS 

wegen, das Galahutt und die von Moloant söllicher mynil 
auch in ain kumcn, Dy viere erpanichten sicli dick zu veld 
und wald. Nun wolt Artus und Galahutt zum lannd ver- 
sprechen grosse trew und einander dick sehen und zue samen 
raisen. Nun alls Artus zue landt was chumen, saß er 
ains tags verdacht. Und was in der"zeitt her Gaban genesen; 
der sach den chünig verdacht siezen. Gaban pat ain junck- 
fraw, in zue fragen, wes er gedächt, wann er saß am essen. 
Er jach: »Aus unmuet zu herren Gaban, Iban und Kay, ich 
gedetichk ewer schänden.« Der red wolten si ain gantz 
wissen haben. Do sprach er: »Ir schwuerent vor einem Jar, 
ir wollet nicht erwinden, ir woltet den guetten ritter von 
der Dolorose Garde erfaren und des wortzaichen pringen.« 
Gaban sprach: »Herr, es ist war,« und vieng widerumb an, 
zu schweren, on dancks nymer zu erwinden, noch an Artus 
hof zu chumen, so lang hintz er den ritter erfuer; sam 
schwueren ander vierzehen. Artus erschrack des und pat 
51 beleiben. Des geleich pat si die chünigin [Bl. 35'']. Es 
enhalff nicht. Und nun die kiinigin söllichen iren willen 
ersach, nam si Gabanen sunder und peschwuer in, das ers 
änderst nicht enmelt, er fund in pey Galahutt. Gaban was 
fro und schied sich mit seiner geseUschafft dannen. Si tauten 
sich und j'ahen, wo sie die grösten turnay horten, da solten 
si zu samen chumen, da mit si sich alls dann undcr redten. 
Es beschach. Gaban, Kay, Segrimors, Iban und Gifflet pliben 
pey ein ander. 

Awentewr von dem hönig pninnen und dem lachenden 
ritter. v 

Ains tags chamen si vor ainem wald auf ain gar schönen 
anger. Da stuend zue mal ain schöner und vast hoher pawm ; 
undter dem entsproß ein prunn, den man nent den hönig 
prunn. Nach kurczer weil chumpt ain zwerg mit ainer glävi 
pluet var und mit ainem schillt. Di glävi laint er an den 
pawm und hieng den schillt an ain ast und rait weg. Nach 
dem cham ain ritter und rait under Jen pawm, saß von 
seinem pfärd und tranck von disem prunnen. Alls pald 
sach er den schillt. Da hueb er an die grösten clag und 



1 



56 

wand sein hend. Nun er diß ein guette zeit traib, hueb er 
wider an, zue lachen und zürnet wider sich selb, das er so 
gewaint het. Nach [Bl. 25*^] kurczer weil hueb er wider an 
zue lachen und zürnet wider sich selb, das er so gewaint 
het. Nach kurtzer weil hueb er wider an die clag und macht 
si vil grösser dann vor. Damach thet er wider lachen und 
frölich zu sein. Die fiinff held verwundert der gepärd, und 
Kay wolt diß wesen erfaren. Segrimors pat in zu dem ersten 
zu im lassen zu reitten, das im Kay nach gab. Segrimors 
rait zu im, fragt in, wie er suß wexelich geparet mit lachen 
und wainen. Er wolt im nicht antwurt geben. Do sprach 
er: »So müest ir mit mir vechten.c Der ritter sprach : »Ee 
ichs euch sag, ee gewer ich euch Streits, so irs gert.€ Si 
peraiten sich zu ainer thjost. Der ritter stach Segrimors 
unders pfärd; das wolt yeder gerochen han. Do peschach 
in gleich wie dem ersten. Und alls Gabon ersprengen wollt, 
so reit dort her ain twerg, türr, kurcz und gantz ungeschaffen, 
fiiert in seiner hant ain knütel, starck und dick, und kam 
zue dem pawm und nam den ritter, warff in von seim ors 
wider die erd und schlug in an massen hart, das der ritter 
nye wort gesprach noch weren thett, und fiiert in mit im 
Wf^ unbeschaidenlich on erparmung. Die beiden luffen in 
den wald, viengen ire ors wder. Gaban [BL 25*^] eylt dem 
twerg und ritter nach und benachtet in dem wald. Morgens 
cham er wider auf der hueff schla , und zu imbis fand er 
gar ain reich gezellt. Er rait dar zue und sach dar inne 
siezen ain wunder clare junckfirawen. Ain andre junckfraw 
kempt ir har. Gaban pot ir ain saligren tag, und si sprach : 
»Got bcwar euch, ob ir nicht ainer seit von den pleiden 
rittem, die ainen ritter pey ainem prunnen haben schlahen 
lassen!« Er sprach: »Fraw, pey namen ich hab es wol ge- 
sehen und reit in darumb nach, das ich der ding geren zu 
ennd woh chumen.« Inn dem stet das iwerg hinter im imd 
stach Gabonen sein ors mit dem spidL Alk her Gaban das 
getwerg ersaclu er ^grai^ \»m pfard und jach : Nämlich du 
muest mir sagen« umb wew du den ritter schlugt, der sunß 
waint und lacht.« Er jach: >Ich thu es geren, ob ir mir 
gelobte mit ainem zu »cditeiu der kuencr ist» dann er, und 



ir habt des streitz cer und recht, so wil ich euch den ge- 
schlagen ritter weisen.« Her Gaban pald sprach, er woltz 
thuen. Er schickt ain magt nach dem ritter; der cham, 
Und was vast ain schöner man. Er sprach: »Herr, mein 
prueder straitt durch ain frawen und ward erschlagen. [Bl, 26'] 
Als er zum champf wollt reitten, bevalch er mir sein tochter, 
dise schöne magt, die hie siezt, mit sampt dem lande. Nun 
dienet diser ritter nach ir niynn , und ich sprach , was si 
thät, solt si nach meinem rat thuen, oder si gefüer übel. 
Si verachteten mein rat und si verhieß im mynnc Ion; da- 
rumb hab ich ir genumen gut und lanndt. Ich sag euch, 
wie mein prueder gefuer. Ain frawen von einem lanndt 
sprach ainer ir under genossen an, si hiet im verlobt; das 
wider redt si ser und er berget si ser. Es ward zu dem 
pracht, ob si in ainem jar ain kempffen fund, der si erlost, 
so solt er si (urpas sprüch erlassen. Er nams auf. In dem 
ist mein prueder erschlagen, und si ist noch unerlost.c 

Hie endet das erst puech und volget nach das ander 
puech herren Lantzilets. 



[Bl. 27*] Hie vahet an das annder puech herren Lantzilets. 
»Nun hab ich diser frawen und auch dem ritter , die 
paide hie stand, gesagt, ob si ain jar verhartten, er weit si 
zu hauff geben. Die zeit daucht si zu lanck. Mein niftel 
fragt disen ritter, ir ameis, Hestor genant , ob er mit Sigu- 
rastes durch si wollt streitten , ob sis in hieß. Er sprach : 
>An massen geren, got wollt, das ir mtchs an stund hiessetlc 
Si sprach: »Ich verpewt euch streitt gen im, ich haiß es euch 
dann mit meinem mund.« Diß gelobt er ir. Disen ritter 
beschwäret die lang zeit des jars und gert dick, mit Sigu- 
rastes zue vechten. Mein niftel hat sein michel sorg und 
ließ im machen ainen schwarczen schult mit silbrein tropffen; 
das schwarcz bedewt sein clag des lang peitens, die tropffen 
pedewten die zälier seiner äugen flüzz. Hestor traumpt zu 
aincr nacht, wie er zue dem pinen pawni auf den primnen 
chömen wäre und wie er säch Sigurastes und in auch mit 



58 

ritterlichem streitt überwunden hette. Den trawm sagt er 
seiner ameyen. Sy jach: »Der ritter lebt nicht, der Sigu- 
rastes überwind, c Morgens nam er verholen seine [Bl. 27^] 
Wappen und cham zu dem prunnen. Mein niftel sagt mirs 
pey der meß. Ich schickt im nach disen schwarczen schillt 
und di sper. Mein knecht hiengs an den pawm, ee das er 
cham, wann er sich lang wappent. Alls er zum prunnen kam 
und den schilt ersach, er dacht, er hiet übel gefaren und 
enwest, ob er fiirpas solt reiten, und umb sorg der unge- 
naden von seiner ameyen hueb er an, zu wain^p, und durch 
die kument hoffnung des schier vergangen jars ward er über 
alle maß erfrewt. Sunst waistu nun sein wainen und sein 
lachen. In dem hastu sein streitt und sein vengknüß ge- 
sehen. Umb das er sich gen mir nicht enwert, waist er, 
das ich in in hohe frewd wol seczen mag oder in gar von 
frewden stossen. Nun hastu mir gelobt, sag ich dir von 
disen dingen helffe, du wellest streitten mit ainem, der pesser 
ritter sey, dann er; dar inn furcht ich dein pleykait *.€ Er 
gab herren Gabonen vast ein guot roß; si giengen essen. 
So kumpt ain junckfraw, mit ir ain twerg; di grüest den 
wirt mit schöner zucht und auch die andern. 

Awentewr, wie der twerg Gabonen hont. 

Si gab im ainen brief; alls er den verlaß, da lacht er 
und thett der [Bl. 27*^] frawen spotten und sprach: »Mein 
pitt mich an Artus hof zu reitten nach herren Gabonen, wann 
die zeit des kampfs ist nu all zue nahent, auch ist mein her 
Gaban alls leicht nicht zu finden; darumb so mag dise 
Werbung nicht als schier geschehen. Aber ich pring ir an 
her Gabans statt ainen ritter, der doch pey nam ain rechter 
zag ist.« Si Sassen alle auf und riten zu Rodestock wertz. 
Ains tags sach das getwerg zwen ritter und drey sarianden. 
Er sprach zu Hestore: »Dise sind von Siguraste; ob ir unn^ 
nicht nertt, so sey wir dises schmidels halb di verloren. »Hestor 
rait zue herren Gabanen, pat in durch sein gesellschafft, das 
er sich der rede nicht bekümem ließ, es war ett sein sitt, 

I F» [Bl. 35b]: plödigkaytt. 



auch das er im den atreitt am ließ durch sein ameyeo. Hie 
mit pat er sein ameyen urlabs zu disem streitt, Si gewertt 
ir; er machet sein thjoat vast guet und thett si all flüchtig 
machen ; er ward vil ser darumb gepreist, Si chamen fur- 
pas zu ainem stain weg; jennset hielten drey ritter imd fiinff 
sariand. Das twerg hont aber Gabonen. Hestor pat in wie 
vor und begert aber urlabs zue seiner ameyen und rait die 
manlich an und schlueg ir zwen zu tod; die andern ent- 
runnen im mit schäntlicher flucht. [Bl. 27''] Her Gaban 
preist in ane massen ser. Ains mittags chamen si zu ainer 
prugk; da hiellt ain ritter verwappent, bey im dreissig sa- 
rianden. Das twerg redt wie vor, Hestor patt in ett, aber 
die red vertragen und jach, ob Artus oder her Gaban hie 
wären, so verpär es doch die wort nit, und patt, ob es im 
nott thuen wurd, das er im dann zu hilff chäm. Er ver- 
sprachs im, und mit Urlaub seiner ameyen nam er sein thjost 
auf den ritter, stach in ab der prugken in das wasser. Er 
stund ab ze fueß und loff an die sariand, schlueg ir zehen 
zu tod; die andern fluhen mit tieffen wunden. Sam thet 
auch der ritter, do er aus dem wasser kam. Hestor ward 
ser gepreist von herren Gabonen, Sunst kamen si zu Rode- 
stock. Das twerg Grohadein sprach, die fraw solt sein nifteln 
pitten, das si Hestoren vechten ließ mit Sigurastes, er war 
küen und starck genueg. Dy fraw von Rodestock pat di 
nifteln Grohadines, umb das si Hestoren vechten ließ durch 
si, Si jach, umb all die wellt wolt si Hestoren nicht streitten 
lassen wider Sigurastes. 

Si vernam , das Gaban umb streitt durch si dar was 
kumen, und ratt zue im und danckt im seiner trewen. Er 
sprach , das er vast geren durch si [Bl. 28'] vecht. Also 
chamen si zu hof, und der streitt ward auf den dritten tag 
beschaiden, wie doch Gaban des ersten tags geren gevochten 
hiet, Alls nun der dritt tag kam, Gaban hört meß und ward 
wol verwappent. Die fraw, durch die er vacht, gab im ire 
clainat, Hestor saczt im den heim auf, der truchsäß hieng 
im den schilt zu hals und si paid und mengclich verwundert 
ab seiner manlichen gepard. Er rait in den rinck mit schöner 
cumpanie und zwischen Gabonen und Sigurastes beschachen 



6o 

vil wexel wort; dann Sigurastes sprach, ob Gaban selb da 
war, er möcht in des Streits nicht erwenden. Si riten paid 
mit söUicher craflft zue hauff, das man und ors in den pluemen 
lag, und mengclich maint, das si paid tod wären. Si Sprüngen 
auf, do ward der streitt vast hertt und so lang, pis si gunden 
zu müeden. Gabanes gewanhait was, so es nahet dem mittag, 
und darnach gewan er ye sein kraffl: zwivaltig. Diß ward 
auch hie schein ; dann er traib Sigurastes so mit ungefiiegen 
schlegen, davon er sich in der frawen gnad muest geben. 
Hestor und der truchsäß fuerten in zu hof; dy fraw rait 
frölich nach in. Inn dem ward herren Gabones zu veld 
vergessen [Bl. 28^]. Er rait von in zue wald; ain chnab, 
der im sein ors hiellt, volgt im von verren nach. Im be- 
cham ain ritter in dem wald, der gedacht, seit er hette mit 
Sigurastes gestritten, er war so müed, das er im leicht an- 
gesigte. Er hueb an, mit im zu streitten, und der chnab 
sach, das Gabon nie schwert gezoch, sunder er prach jenem 
ritter den heim vom haubt, schlueg in da mit, so das er 
sich ergeben muest in der frawen von Rodestock gevenck- 
nüß. Die fraw vorst erst, wo ir ritter were; man sagt ir 
seinen abschid. Da erhueb sich grosse clag umb in. Hestor 
und der trugksäß Sprüngen auf ire ors und eylten zue wald 
nach Jens ritters sag, Gabanen zue suechen, und funden in 
nicht. Si chamen wider zu der frawen ; die waint hart sere, 
das si den pesten ritter von der wellt verloren hett. Si 
vieng den zwerg, der im nun allzeit übel sprach, und schwuer 
den ritter in allen lannden zu suechen. Dy herren schueifen, 
das Sigurastes herr des landes ward durch sein manhait. 
Morgens beraitt sich mengclich, mit der frawen und Sigu- 
rastes zue varen an Artus hof, zue ervorschen seinen namen. 
Inn dem was her Gaban mit dem chnaben zuherberg chumen; 
da ward es im [Bl. 28^] zu mal wol erpoten und ward allda 
von des chnaben schwester wol gehailt. Der knab sprach: 
»Lieber herr, ich hab starckes guet, und mengclich schillt 
mich, umb das ich nit ritter pin. Zue ainer zeit traumpt 
mir, wie mich der schönste ritter pey meiner nasen truckte; 
ich fragt in, warumb er mirs thät. Er antwurtt mir: »Ich 
ergecz dich sein wol, wann ich wil dich noch darumb ritter 



machen.« Ich fragt in seines namens und er jach: »Ich haiß 
Gaban.« Der knab jach: »Ich muest meiner muetter mein 
trew geben, das mich nymer man ritter machte, dann herre 
Gaban; ich hab in dick zu hof gesuecht. Man sagt mir vor 
(unff tagen, er war aus durch suechen den pesten ritter zer 
wellt. Nun pitt ich euch durch got, seit ich Gabonen nicht 
find, ir wellet mich ritter machen 1« Er jach: »Seit irs gert, 
so mach ich euch morgen, zue ritter , ee dann ich hynnen 
schaid.« Morgens wurden alle ding berait. Als Helanys den 
halsschlag entpfieng, Gaban schied dannen. Der knab fragt 
durch got seines namens. Er jach: »Sagt menigclich, euch 
hab Gaban zu ritter gemacht U Helanys ward des überniassen 
hoch erfrewt. Er pat her Gabonen seiner ersten pet, das 
er ain den pesten harnasch von [BI. 28^] im nära, den er 
ye gesähe, und im den seinen ließ zu urkund , das er in 
ritter gemacht hette. Es beschach und er gab der junck- 
frawen den kostlichen gürtel und fiirspann, des im die fraw 
von Rodestock geben hett, und urlaubt sich von in. 

Die fraw von Rodestock kam' mit ir messenney zu hof 
und ward herlich entpfangen. Der chünig fragt si von irer 
rais. Si sagt, wie si ain ritter suecht, den pesten etc., und 
sagt aller ding enndt piß dar. Das twerg cham mit dem 
trugsässen für die künigin und pat wainend , das sie die 
frawen von Rodestock für in päten, das si in gnadet, und 
sagt auch sein schuld, wie er Gabanen beschallt: darurab 
ließ in die fraw durch all stett an ainem sail gepunden zu 
ainem roß schwancz füeren. Die von Rodestock cham zer 
chünigin und sprach : >Fraw, er hat ain prueder tochter, die 
hat aineis [?] ' ; ob in die ledigen woUt und iren ritter Hestoren 
nach dem ritter wolt senden, der mich erlöset hat, ich wollt 
' in dicz alls ergeczen. Si jach, si wolt ee gottes verlaugnen, 
ee das si Hestoren von ir wollt lassen.« Die künigin sprach 
zu der frawen. »Das si iren öhaim nicht so lösen wü, des 
sol si ir untrewen entgelten* [Bl. 39^], und sprach: »Sagt 
all ewerm gesind, Ir weilt morgen über ain wegk, des müg 
euch nyempt erpitten I so wil ich vast pitten, das ir hie be- 
leibt; nach dem wil ich si auf ain ort nemen und si -wo! 



eriareD.c Diß beschach. Mengdich gieng nach urlaub. Die 
chüaigin nam Hestores ameyen sunder und sprach: »Mich 
hat die fraw von Rodestock gepeten, das ich für das ge- 
twerg nymer pitt, noch denn enlaß Ichs nit. Ich wil ainer 
pet zue ir geren, so wänt si, das ich si pitten weli umb ir 
peleiben; sunst pitt ich euch, ir verlobt mir auch ain pett, 
nach dem alls ich ewrn öhaim erpeten hab.* Si sprach: 
»Ir habt wol gesprochen, ich so!, es auch geren thun.i Mit 
dem berait sich zue die fraw von Rodestock. Die chünigin 
gieng zu ire und sprach: »Fraw, ich pitt euch paid, von 
jeder ain pete mich zue geweren.« Die fraw jach: >Ich 
versags euch nicht; ich hoff, ir pitt gefüeglich.« Sam sprach 
auch ir niftel. Die chünigin pat die frawen umb gnad dem 
twerg und pat die ander, das si ir ameis, Iren herren Hestoren, 
pätt, den ritter zu suechen. Des erschrack si so ser, das 
ir an stund geschwand. Nach dem berueft si die künigin 
grosser untrewen und nant si ain petriegerin. Si waint 
pitterlich und rait zu [Bl. 29^] herberg. Mit pet noch dro 
wolt si ir gelübdt nicht lösen, sunder ee sterben und von 
lannd vertriben werden. Hestor pait der raiß ser und ver- 
hieß ir sein schnelle widerkunft; es halff nicht. Hestor nam 
für sich; ee er sein ameyen von trewen mit rede wolt ent- 
seczen lassen, ee wolt er on ir uriaub reitten. Si sprach, 
er müest darumb, ob er rit, ir amorschafft entperen. Die 
chünigin von Moloant gelait si mit vil trostlichen wortten 
für die chünigin, die ir vil ergeczens pot für ir beschward, 
doch das si Hestoren reitten ließ. Di junckfraw saß all 
sunder antwurt. Inn dem chumpt ain ritter an den hof ge- 
riten, mit im ain clare maget. Dem ritter was ain arm ent- 
zwai gestochen. Er grüst die chünigin und sprach: »Euch 
grüest ain ritter, dem ir halben dienst gethan habt ; darumb ' 
gibt er euch halben loii< etc. Dy magt nam von im ainen 
schilt, der was oben gancz und unden durch aus zerspalten. 
Die magt gieng mit schöner zucht für die chünigin und 
sprach: >Metn fraw schickt euch mit vil grüeß disen schilt, 
den haltet durch des liebsten willen, den ir zer welit habt.c 
Dye chünigin fragt, wer ir fraw wäre. Si sprach: »Es ist 
mein fraw vom Lack , die ser mynnet den , den ir auch 



63 

minnet, und an disem [Bl. 29*^] schult ligt ewer pestes hail 
und wisst, das euch der ritter noch lösen wirt aus dem 
grösten jamer, da ir ye ein chament , und wirt euch hoch 
erfrewen! Der prochen schult bedewt ewer halbe mynne 
mit halsen, küssen. So aber ewer paider mynn volkumen 
ist, wirt diser schillt sunder massen gancz.« Die chünigin 
danckt der junckfrawen und irer frawen zu mal ser und 
verstuond nun wol, was die sach was. Der wundt ritter 
nam urlaub ; die chünigin pat in peleiben, pis er hail würde. 
Er sprach: »Ich mueß zu der frawen von Rodestock.« Si 
jach: »Die vindt ir alhie.« Er. ward zu ir gefiiert; da grüst 
er si von dem ritter, der im den arm abgestochen hett. 
»Doch entpewt euch der ritter, ob ir für an icht zu nötten 
kämet, er wollt ewer vergessen, wie ir sein an der kämpf 
stat vergassent, und wisst, die gürtel und fiirspan fiiert er 
nicht lenger durch euch, wann die ersten nacht 1 darnach gab 
er si ainer claren junckfrawen, damit er ewer auch dester 
pelder vergaß, als ir sein.« Die fraw viel von diser red in 
amacht und erzaigte grossen jamer. Der ritter rait zu Hestor 
und dem truchsessen; er jach gen dem truchsäß, das der 
selb ritter in in sein vencknüß hiet geschickt und im [Bl. 29^] 
zue hant; und sprach weitter: »Hestor, diser ritter haist 
euch zu mal vastgrüessen und schickt euch diß schön schwert ; 
wann er waist, das es zu euch wol bewandt ist.« Si danckten 
im paid ser. Mit dem die amey Hestoris gie zu der frawen, 
die noch ser wainte umb verlust dises ritters. Do pat meng- 
clich, das si Hestori urlaub gab oder im doch verhängte, den 
ritter zu suechen. Nach vil pete ließ sis doch beschehen. 
Hestor ward nie so froe und hieß zu hant seine wappen 
pringen. Also saß er auf und bevalch der chünigin sein 
ameyen und schied mit hulden von in allen. Die fraw von 
Rodestock gert urlabs. So chumpt ain chnab zue hof ge- 
riten und fiiert ain gancz zerhawen schillt. Er cham hin 
für auf den sal und sprach: »Mein herr Gaban enpeut euch 
sein dienst und ich sag euch, das er gesund und wol varend 
ist ; auch hat in meines herren Schwester von seinen wunden 
schon hail gemacht ; er gab ir auch den gürtel und fürspann^ 
den im mein fraw von Rodestock gab, als er für si vacht 



64 

mit Sigurastes. Er hat auch meinen herren Helanys ritter ge- 
macht, als er pegert.« Der künigpat in umb den schillt, er wolt 
in im aber nicht geben. Als nu die fraw von Rodestock hört, 
das [Bl. 30*] es her Gaban was gewesen, da hueb si an söiiichen 
jamer, dem gleich nie man vor ie gesach. Sy nam dem 
chnaben den schillt mit gewallt, daraus seid vil Übels ergieng. 

Awentewr, wie es Gabonen ergieng, alls er strit mit den 
zehen bey seinem krancken prueder Egravim. 

Nun höret, wie her Gaban gefuer I Alls er nu von He- 
lanys sich urlaubte, den er ritter het gemacht, rait er und 
pelaib die nacht in ainem closter. Damach rait er zum 
andern tag durch ainen wald, da hört er ain junckfrawen 
zu mal wol singen in ainem tal. Er rait für, do ersach er 
vor im ain clare magt, und ain schwert hieng ir an irem 
halls. Er rait zue ir und sprach: »Das euch got säligen tag 
müeste geben I« Si jach: »Got geb euch gute awentewr !c 
»Ja, ob irs verschult habt, wie verschult, c sprach er. Si 
jach : »Ob ir ie kainer junckfrawen zer not bey seit gestanden, 
so das si aus laid in frewd geseczt seye.c Er jach: >Wil 
es got, so mag ich ewern grueß und antwurt zu recht han.« 
Er fragte si, was alhie ir handel were. Die magt gieng alls 
für sich und sagt, das si geen wollt zu dem pesten ritter, 
der nu lebet an ainen. Er pat die junckfrawen, das si im 
sagte, [Bl. 30^] welcher der were. Si sprach, si tätz, ob ers 
gerte. Er sprach : »Ja.« Si hieß in mit ir chumen; da sahen 
si schier ain purck vor in, und er fragtz, wann sis im sagen 
wollt, wo der ritter wäre. Si sprach: »Auf jener purck.« 
Sy komen dar und her Gaban gieng mit ir in die purck. 
Da stuend ain gewappenter ritter, der schoß ain glävi herm 
Gabanen durch den schillt. Zu hant ruckten si paid ire 
schwert. Gaban gesigt an dem ritter und kam fiirbas auf 
ain schönen palas; do waren zwen verwappent ritter, den 
gesigt er auch paiden an und er hört die junckfraw mit 
dem schwert gen ainer andern sprechen und er gieng zue 
in. Und ain andre clare magt ruefft in an: »Herr, gewinnet 
mich!« Er gieng zue ir und sprach: »Wie gewynn ich euch?« 
Si jach: »Ich wäne wol, ir habt mich gewunnen.« Er jach: 



65 

>Enwenet nicht, sagt, was ich mer dar zue siille thuen ! des 
sten ich alhie berait zue thuen.« Er sprach gen der andern 
jimckfraw : »Wenn sagt ir mir, alls ir mir gelobt habt?« Si 
jach: »Es sol in ainem dem schönsten gemach beschehen, 
der hynn in disem schloß ist.« Er pat si zue hant, das si 
in dar weiset , und fragt si , ob er die magt erlöset hette. 
Si jach: »Nain, so ir in die kamer kumpt, so wirt si erlost.« 
Si fuert in in ain kamer, dar inn stund ain wunder schöns 
pett. Die magt gieng für wertz zue dem pett und zehen 
gewappent rittet huetten des petts. Alls in die ritter er- 
sahen , si saczten ir heim auf und enporten ire schwertt. 
Ainer under in sprach: »HUettet euch, das ir icht zu dem 
pett chumpt, ee und ir das recht dar auf wisst 1« Er fragt 
des rechtens. Jener sprach: »Wellt ir unns alle hie pestan, 
so ir zu dem pett get, so mügt ir wol schawen, was under 
dem golter lige.* Auch sprach die magt: »So ir besehen 
habt, was hie ligt, so ist die c!ar junckfraw erledigt.« Er 
gieng zue dem pett und hueb zu hanndt den reichen goher 
auf und sach da ligen den schönsten ritter von der wellt, 
und der hett ainen siechen arm und ain schenckel ; die waren 
an maß faul, vol löcher und ser stinkend. Er dackt in schnelles 
wider zue. Hie mit zuckten die zehen ire schwertt und luffen 
an Gabanen. Dy magt ruefft si an und sprach : *Vart schon 
und nempt von im den gleichen zol ewer gewonhaitU Ga- 
ban fragt des zoUes. Si jach: »Das ist ewr heim, vol pluetes.c 
Gaban sprach: »Ee ich disen zol gebe, ich vächt ee mit ir 
dreissigen.a Hie mit ward der streitt erhaben und Gaban 
schlueg ir vier zu todt und lembte zwen. [Bl. 30''] Di magt 
muest dem ritter das haupt auf heben , das er disen streitt 
sähe. Er lachte und sprach: »Die unwerden ritter mügen 
disen ain nicht über winden.« Man dackt in wider zue. 
Erst hueb Gaban mit newer craft an zu streitten , und die 
magt, die inn dem sessel, thett ain tür auf und vieng Ga- 
ban die hant mit dem schwertt. Da hueben Jen an zue 
stachen; er pat, das si im das schwert ließ; si enwoit. Er 
ließ ir das schwert und über warff ir ainen und nam im sein 
schwertt und schlueg in fraislich wunden. Die magt lof aber 
dar, nam im aber das schwertt. Er nam seinen schult und 



stieß ir ainen, so das im der heim ab dem haupt fiier und 
im raund und nass ser zerquetscht ward. Er nam im auch 
das schwertt und weret sich manlich. Di magt lieff her 
und pat in stille stan und hieß jen von dem streit gan. Es 
beschach. Die magt füert in [in] ir kamer und jach: »Herr, 
ich wil euch schäczen, wann ir gefangen seit.» Er fragt 
nach der schaczung. Si jach: »Alls jen ritter wellen.« Er 
jach: »Si gerent meines pluettes; ee ich mir das bezwungen- 
lich ließ schäczen, ee sturb ich gar.c Si jach: »Ir redt, alls 
ainem frummen ritter wol zuegepiirt,* und jach: »Hörtt! es 
ligt dort ain siecher, [Bl. 31'] ails irs gesehen habt. Nun 
ist unns zue gesagt, wann er der pesten zwaier ritter pluett 
hett, die zer wellt leben, und sich da mit bestriche, er wunj 
hail. Darumb beger ich ewrs pluetts; wann ir ainer der 
pesten ritter seilt.« Er jach ; »Guct ritter enpin ich nicht; 
aber ich wils unbezwungen geren versuchen;« und nam sein 
schwertt und stach sich da mit in ain diech. Das pluet 
ward schon auf gefangen und dem siechen sein schenckel 
da mit bestrichen; der ward an stund gesund und ward fro. 
Ain junckher hört Gabones stymm ; der thett pald alle venster 
auf. AJls er Gabonen sach und sein wunden, da hueb sich 
ain großer jamer umb in. Der siech ritter pat ainer rue. 
Nun alls der jüngeling söllich clag erzaigt und rauft sein har 
und erzart seine claider und gedacht , wie her Gaban gar 
tod wunder wäre, er ruefft laut. Der herr gie pald über in, 
der mocht nun fröelich gen, fragt den chnaben seiner schwär. 
Er schray: Ȇ got, die ritter haben unns unnsern prucder 
Gabonen ertott und ermört.a Der ritter sprach: »Des en- 
welle got!« Der chnab, der sprach; 'Si band.* Der ritter 
viel in unmacht ; man halff im wider auf. Die junckfraw, 
die auff [Bl. 31''] dem sessel saß, lofF über in mit pittemi 
wainen und vieng in [in] ir arm und jach : 'Herr, frewt euch, 
der ritter hat kain wunden, man hat in schier gehallt, « Ga- 
ban erchant nu wol seinen prueder Egravin, und si machten 
wunder große frewd mit ein ander; auch ward sunst in dem 
schloß mengclich erfrewt. Gaban sprach: »Lieber prueder, 
nu wie erhueb sich ewer kranckhait ?* Egravin jach: »Alls 
ich von euch und Artus schied, als der frid zwischen im und 



■ eni 



67 

Galahutt gemacht ward, wolt ich zue laiindt ; mir Bagt diser 
junckfrawen pot, das ich chäm und si loste, man wolt st 
ainem andern man geben. Ich minte si für all ander auf 
der wellt, ich cham in ir vater lanndt, dem künig Taudernas 
von Norgallä, und gewan si mit dem wappen. Alls ich von 
ir rait, jagt ich zu einer zeit und durch müe und hicz legt 
ich mich zu ainem prunnen, und ain chnab lag pey mir in 
ainem pusch. So chumen zwo junckfrawen durch den wald 
her zu mir; die ain legt mir ain küß under das haupt, da 
von ich zue hant vast schlieff, und die ander bestraich mir 
meinen armen und den schenckel und sagten zu einander, 
das es mein chnab hört, ich geneß nymmer [Bl. 31"^] , ich 
bette dann der zwaier pesten ritter pluet von der wellt. Sunst 
pin ich an dem pain von euch genesen, got helff mir fur- 
paz auch!« »Lieber prueder, wist ir nicht, von wannen ir 
den schaden habt?« Er jach: »Ich cnwaiß; wann ich rait 
zu ainer zeitt nach awontewr, mir becham ain ritter, den ich 
mit thjost valte. Von dem val prast im ain arm; das clagt 
sein amia zu mai ser und jach, ich solte nymer ain jar er- 
leben, si wolt mir auch ainen armen erlemen. Nach dem 
pecham mir aber ain ritter, dem ich mit streitt ain magt 
nam. Ich fürt si mit mir durch den wald und sprach nach 
ir mynn. Sy wert sich zu maßen ; ich stuend von dem pfärd 
und hueb si auch ab. Als ich meinen willen schaffen wollt, 
ich sach, das si das aischlichist pain hette, das ich ye ge- 
sach. Ich entsaß es ser; si marckts und jach, ich sollt inner 
ainem jar noch vil ain aischlichers gewinnen.« Si peliben 
entsamen zu zwain tagen. Egravim trueg her ain schwertt 
td jach: sMeiner ameyen schwester, die euch flir all dise 
wellt mynnet, hat euchs gesanndt und ich sag euch sein 
ritter fiiert , an dem es bewandt ist , so 
pessert sich das schwert von tag zu tag; füert [Bl. ^i^] es 
aber ain pleyder man, so pösert es sich al!s ser.« Zum 
dritten tag wappent sich her Gaban und urlaubt sich und 
sprach: »Den pesten ritter von der wellt suech ich selb 
zwainczigister, * Sei prueder gab im zu mal ain guet ors.- 
Er saß auf, und die magt belait in pis an die stat, da si in 
fiuid, und er frc^ st, wann si im sagte, wer die zwcn pesten 



70 



1 



jagt aUs vil, alls vO ain wolgewappenter an aiaem unge- 
wappentem erlangen mag ; woltestu aber gewappent mit mtr 
streiften, das ritterlich war, wer dann den sig eming, das 
geschach.« Hestor gesigt schnei! und jach : »Nu muestu 
sagen , »i-animb die magt bey dir gewaint hat« [Bl. 32*] 
Er jach: »Si hat mit meinem vettern vcrprochen , dannnb 
ich in verwTindt hab ; umb das hab ich ir mein huld ver- 
s^t.< Hestor jach : »Alls ich vemomen hab, so ist die magt 
unschuldig; darumb wtl ich, das dtse magt dein huld hab. 
Auch spricht si, si well es gerichten. auch müest ir dem ritter 
wandlen, alls ers gert, und huldigt euch im und der magt '!• 
Des alles schwuer er zun heiligen. Und der ritter hieß 
Gw'inans vom Bleckenstain. Er lech im aincn chnaben, den 
weg zu weisen, und schieden sich. Hestor und der chnab 
ritten für wertz in ainen walde , dar inn si sahen baldcn ' 
siben und zwainczig ritter. Der chnab sprach: »Herr, diß 
sind guet freunt.« Doch gerten zwen thjost von im, er ge- 
sigt in manlich an. Er ward von dem herren under in wo! 
entpfangen und der chnab sagt in, wes sein her betzwungen 
war, und riten für. Zue nacht kamen si spat zu des chnaben 
vatters haws, do ward er wo! entpfangen. Morgens urlaubt 
sich Hestor und ain chnab weist in aber verrer. Er rait, 
pis er cham , da Gaban den ritter pey den stecken zwai%, 
der den arm ab viel. Im becham ain schüeler, der sagt im 
aller ding. Wie es ergangen was; und er reit, do er von 
verren [Bl, 33"] ain schöne purck sach, und sach, das drey 
verwappent ain clare frawen fuerten ser wainde. Er eilt pald 
nach, in ersach di fraw und viel zue hannd von dem ors 
und schray nach helff. Er nam sein ors mit den sporen und 
ranndt auf ainen, der im auch eylent begegent, und Hestor 
stach jenen, das er tod von dem ors viel. Des gert der 
ander zu rechen ; den stach er mit ors und mit all zu hauffen, 
so das im das ors sein zesmen schenckel entzway viel. Der 
dritt floch darvon. Er hueb die frawen auf ir pfärd und 
riten zer putg wertz. 



■ F' [Bl. 43b]: Ehi satt auch dem ritter sein begem nach wandet thoD, 
(Oll dich auch ime nnd diser taagL huldigen. a F* [BL 4Jb]: sitzen. 



69 

chnab sprang auf [BI. 32''] und schlueg mit ainem glävi stuck 
sein ors so, das es nahen mit im zu hauff war gangen. Er 
cham außer sein gedäncken. Die junckfraw sprach ; »Unhail, 
die müeß ewer ritterschaffi haben, das ir disen ritter wollet 
sunss ertrettenl« Er sprach: »Raine junckfraw , ich flech 
euch durch des Hebsten willen , das ir zer weilt gewunnet, 
ir wellt mirs vergeben ; wann ich verdacht rait gen dem 
liebsten, das ich zer wellt hab. Ich wil darum ewer ritter 
sein, wo irs begert.« Si vergabs im, und er fragt si , von 
wem ir ameys verwundt wäre. Si jach: »Das thett ain ver- 
rätter. Mein ameis cham von geschieht zu aim pavilun, fand 
seines vettern ameyen dar under ; er legt sich zu ir an das 
pett in rechten trewen, mit ir zu kosen. Inn dem kumpt er 
vom wald; alls er disen ritter suß vand, gedacht er im anders 
und unwidersagt verwundt er mein ameis piß auf den tod.« 
Er jach: »Ewer und ewers ritters churaer ist mir laid,« 
und er fragt den rechten weg zu Tarefost. Si jach: »Ich 
weis euch recht zue dem ianndt«, und bevalch den ritter dem 
chnaben, der pey in was, und si saß auf und rait mit im. 
Si fiiert in von der straß. Do sahen si ain pavilun, da vor 
saß ain ritter, leget [Bl. 32=] sein streitlich pain gewand an, 
und ain magt saß all wainent neben im. Die magt jach, 
die mit im rait: >Diß ist der Verräter, der mein ameys ver- 
wundt,« Hestor rait hin zue, fragt in, warumb dise magt 
so ser wainte. Erenwoltzim nicht sagen; er jach: »Durch 
die drawzerin \ die mit euch reit, wil ich euchs talang sagen.« 
Er jach: »Wärt ir nu gar verwappent, ich prächts villeicht 
dar zue, das ir mirs sagtet.« Der ritter sprach : »Ich entarff 
nicht vil Wappens wider euch,« Mit dem vasset er seinen 
schult und heim und sprang gerings auf sein pfärd und rait 
mit seiner glävi auf Hestor, der kert auch sein glävi, das 
hinter tail fiir wertz, und stach grewlich auf jenen ; der ritter 
viel vom ors, Hestor sprang gerings von dem seinen und 
schlueg mit flachem schwert jenen zu hauff; er gab sich , 
überwunden. Die magdt pat stätz , das man im das haupt 
ab schlueg. Der undcr ligent jach: »Du hast er an mir be- 



I F" [BL 43a]: lauberin. 



70 

jagt alls vil, alls vil ain wolgewappenter an ainem ui^e- 
wappentem erlangen mag ; woltestu aber gewappent mit mir 
streitten, das ritterlich war, wer dann den sig errung, das 
geschäch.« Hestor gesigt schnell und jach: »Nu muestu 
sagen, warumb die magt bey dir gewaint hat.c [Bl. 32**] 
Er jach : »Si hat mit meinem vettern verprochen , danrinb 
ich in verwundt hab ; umb das hab ich ir mein huld ver- 
sagt.« Hestor jach: »Alls ich vemomen hab, so ist die magt 
unschuldig; darumb wil ich, das dise magt dein huld hab. 
Auch spricht si, si well es gerichten, auch müest ir dem rittcr 
wandlen, alls ers gert, und huldigt euch im und der magt *I« 
Des alles schwuer er zun heiligen. Und der rittcr hieß 
Gwinans vom Bleckenstain. Er lech im ainen chnaben, den 
weg zu weisen, und schieden sich. Hestor und der chnab 
ritten für wertz in ainen walde , dar inn si sahen balden * 
siben und zwainczig ritter. Der chnab sprach: »Herr, diß 
sind guet freunt.« Doch gerten zwen thjost von im, er ge- 
sigt in manlich an. Er ward von dem herren under in wo! 
entpfangen und der chnab sagt in, wes sein her betzwungen 
war, und riten für. Zue nacht kamen si spat zu des chnaben 
vatters haws, do ward er wol entpfangen. Morgens urlaubt 
sich Hestor und ain chnab weist in aber verrer. Er rait, 
pis er cham, da Gaban den ritter pey den stecken zwang, 
der den arm ab viel. Im becham ain schüeler, der sagt im 
aller ding. Wie es ergangen was'; und er reit, do er von 
verren [Bl. 33*] ain schöne purck sach, und sach, das drey 
verwappent ain clare frawen fuerten ser wainde. Er eilt pald 
nach, in ersach di fraw und viel zue hannd von dem ors 
und schray nach helflf. Er nam sein ors mit den sporen und 
ranndt auf ainen, der im auch eylent begegent, und Hestor 
stach jenen, das er tod von dem ors viel. Des gert der 
ander zu rechen ; den stach er mit ors und mit all zu hauiTen, 
so das im das ors sein zesmen schenckel entzway viel. Der 
dritt floch darvon. Er hueb die frawen auf ir pfard und 
riten zer pur^ wertz. 



I F* [Bl. 43b]: Du solt auch dem ritter sein begem nach wandel thon, 
solt dich auch ime und diser magt huldigen, 2 F' [Bl. 43b]: sitzen. 



So begegnett in ain sariand ser wund, di fraw erchannt 
in pald und fragt, wo ir her war. Er sprach: »Layder, fraw, 
er ist bestanndcn wol von zwainczig rittem und ist von streit 
ser müed worden.« Hestor sprach: »Weis mir paid den 
weg und fUer dann die frawen zer purck!* Er weist in, da 
si vor im stritten, und er jach, ob der frawen under wegen 
icht arges bechäm, das ers im sagte. Er rait zu dem streit 
und ir aller her begegnet im mit ainem starcken sper. Hestor 
nam sein thjost so vermessen, das er jenen unter das ors 
vellet. Des erwainten ze hant all di seinen als di weib ; 
doch gerten si, iren herren manlich zue rechen. [Bl. 33*"] 
Hie mit cham Hestor under si slachent, das er ir neun zu 
tod schlueg und vier lembte. Die andern fluhen da von. 
Der ritter sprang von seinem pfärd und küsset Hestoren 
seinen fueß, des sich Hestor an maß ser schampt. So laufft 
dort her der sariand und der herr fragt in pald, wa die fraw 
hin gefüert sey. Er jach: »Herr, ich aisch poten prot; si 
war wol vanind auf der purg, west si diß hail, das ir ledig 
seit.« Er fragt, wie si auf die purck wider wäre kumen. 
Der sariand jach ; »Herr, diser ritter, der pey euch reit, der 
hat si ritterlich erledigt von ir dreyen.« Im ward groß ere 
und danck gesagt. Der ritter sagt Hestoren und sprach: 
■ Meiner frawen freünt hassen mich, umb das si mich durch 
mein rilterschafft nam; si wolten ir ainen reichen alten man 
geben haben.« Er plaib die nacht auf der purgk; der ritter 
und die frawe mit all ir messenney machten und erzaigten 
im grosse frewd. Hestor fragt in , wie er hieß ; er sagt 
Sinados. Sinador pat Hestoren, das er ymmer sein freünt 
miieste wesen ; sam thet Hestor. Er urlabt sich , da hueb 
sich grosses ciagen und wieffen umb sein manhait. Er rait 
zue hant von in unnd cham in ain lanndt; da sach er vor 
im sten ain wunfBl. 33=]derlich schön und werlichc purgk, 
di lag vast hoch. Er rait dar wertz. A!s er zcr porten 
cham, er hört, noch sach nyemant dar inn ; er rait durch 
die porten. Zu hant ward si hinder im verschlossen, Er 
rait zer andern porten, da mocht er nindert aus; er schalt. 
In dem chumpt hin ein durch ein pastein ain pawr mit ainer 
axt. Als er Hestoren sach, da floch er. Hestor ereylt in 



72 

und sprach : »Hilff mir aus ! oder du muest sterben, c Er sprach, 
er enmöcht durch nichten auß. HöStor nam im die axt und 
hew das tor auf. Do Schüssen starck schütz gattem für, 
sunss stuend er gefangen. Er warflf die axt aus der hant 
und gieng auf den pal^ast und sach da mepgen ritter, der 
noch harnasch var was; enmitten saß ain schöner grawer 
herr. Hestor gruest in und di messenney. Er antwurt im 
nicht, sunder fragt in, wannen er wäre. Er sprach: »Ich pin 
ain ritter, alls ir secht, und pin der chünigin von Logors 
diener, fraw Ginofern.« Der her sprach: »So seit got und 
mir willichumenl was ir gen mir mißtan habt, sey euch ver- 
geben!« Er hieß in entwappen und jach, si müesten der 
stat recht thuon. Er fragt, was rechtz das wäre. [Bl. 33*] 
Er jach: »Der chünig von den hundert rittem urleügt mich; 
der hat ain turchsässen hie vast piderb und küen, der hat 
mir mengen ritter ab gefangen. Ir solt schweren, das ir 
all die hassen wellt, die dise stat und mich urleügen, an 
wer euch gemaget ist. Diß mueß yeder ritter schweren oder 
hie gefangen peleiben. Es sind hie zwen ritter gevangen in 
Jens her, di küenisten von der tavelrund an meinen herm 
Gabonen.« Hestor fragt in, ob er wiste, wer die wären. 
Der her sprach : »Es ist mein her Iban und Segrimors. Als 
si her chomen und nicht schweren wolten, sunder Segrimors, 
so hören si ain gross gerueff. Do jach Iban, er möcht wol 
schweren, seid die statt irs herren, künig Artus, wäre, und 
schwuer; süss thet auch Segrimors und ieschen ire Wappen 
und viengen mir von allem her der küenisten ritter vier mit 
thjost ; doch muesten si mir schweren, das ir kainer an mein 
Urlaub über di clainen prutken cham. Margenor, des heres 
maister, iesch si über di prugken und traczte si. Segrimors 
jach : »Wurd ich nicht mainaidig, ich enließ es durch vorcht 
nicht.« Sy rueften all : »Secht zu ! der furcht seins maisters nie- 
ten, wie dieproeden ^ chinder.« Segrimors [Bl. 34*] was nach 
ertobtt nach stroitt und pat Urlaubs, auch mit im her Iban. 
Alls ich in versagt, wollt Segrimors ye nun vechten mit 
meinen rittern ; sunst muest ich in Urlaub geben. Alls si zu 

* 

I F» [Bl. 45a]: plöde. 



der ciain prucken ritten, komen vier ritter durch thjost her; 
sy valten und betzwungen die und sanndten mir si und ver- 
gatteten für an das her und si teten söUich wunder mit 
dem Wappen, das mengclich wunder nam, wie zwen man 
sölich tat erzeugen möchten, undsolt Segrimofs so beschaiden- 
hch gestritten han, alls her Ibaa, si bieten das gantit her cnt- 
schumpfiert und wären ungefangen von in allen werlich chomen 
und durch ir girhait des streitz wurden si laider gefangen.» 
Hestor gerte auch urlabs zer prugk; im ward sein har- 
□asch pracht, und er saß auf sein ors und nam sein sper 
und rait zu der prugk, doch globt er, über di clainen nicht 
zu vergatten. Margenor schickt gen im zwen, die mit ritter- 
schafft manig wunder betten tan, auch den er den sig gewiss 
schaczt. Hestor nam sein thjost weitt und stach den ainen 
flügelingen von dem ors, das er en amacht lag und prachen 
ir paide sper. Man fuert ors und maji zer purg. Der ander 
Cham her, und Hestor het chain sper, jener [Bl. 34''] zer- 
prach sein sper und zuckten paid ire schwert. Ir paider 
streitt was starck , doch ward der ritter gevangen und auf 
die purgk gefliert. Ir hardierten ettlich, der er manigen tod 
schlueg, und pracht sechs mit im gefangen von den pesten. 
Sy sahen all von der statt, was im haüs bescbacb. Margenor 
nieft im nach, das er zu im über das prücklein reit und 
ain thjost von im näm; er wollt in pey trewen sichern vor 
all seinem volck, an in allain. Hestor sprach : »Mag ich des 
Urlaub gewinnen, das ich nicht mainaidig wird, so geret ich 
nicht liebern tag.« Er pat so lanng Urlaub, piß im der purck 
herre diß erlaubte, doch vast ungern. Hestor nam sein 
ritters trew und nam ain vast starcks ors und sper und rait 
über die prugk. Des namen si die thjost weit und triben 
ungefueglich ze hauff. Margenor zerprach sein sper ritter- 
lich ; hie mit flog er auch von dem ors, das er ser gequet- 
schet ward; doch sprang er schnell wider auf. Hestor er- 
paist und ruckten ire schwert ; da ward ir paider streitt 
hartt starck. In dem ward ain anschlag gemacht, das vier 
zehen ritter die prucken ab wurffen. Das ersach Hestor 
pald und cheret an si und schlueg ir [Bl. 34=] funff zu tod 
und lembte^drey; di andern fluhen mit tieffen wunden, und 



74 

er berueffet Marginor für mainaidig und ungetrew vor allem. 
Her Marginor schuldiget in untrewen und sagt, er hiet im 
in aim frid sein volchk erschlagen. Hestor sprach, menig- 
klich erkannt wol , das er im verrettnüss hiet tan mit der 
prucken prechen, dise untrew und verrettnüss wollt er auf 
sein haupt weisen an der statt. Der purck her rueft in an : 
»Herr, verharrent pis morgen, wann ir hewt all zu vil ge- 
stritten habtif Margenor sprach: »Ich wil den valsch an 
künig Artus hof auf euch erzeugen.« Hestor sprach: »Nain, 
an diser statt wil ichs bezeugen , nach dem und wir doch 
paid zu kämpf berait sein.« Der purgk herre sprach : »Herr, 
legt den champf zwischen dise zwo prugken ! so mügt ir vor 
untrew sicher wesen.c Hestor sprach: »Her Margenor, wellt 
ir jenset der prugk vechten, da wir paid vor untrewen sicher 
wesen mügen, das kan ich ritters muet haissen;€ und er 
gelobtz. Und die prugk wurden ab geworffen, die geprüch 
waren an massen tief, das niemant daran reitten torst. In 
wurden starcke sper zu handen [Bl. 34^] geben. Hestor 
stach Margenor von dem ors, das er unwissent lag. Hestor 
erpaist paid und sprang jener wider auf und zugen ire 
Schwert; allerst ward der streit hert und wert pis non von 
preim. Margenor ward müeden. Hestor traib in pis an 
das geprüch. Er ruefft: »Herr Margenor, trett für wertz, 
das ir nicht ertrincketlc und traib in mit schlegen, so das 
er an das ander ort kam. Er warnet in aber und sprach 
im zue umb vengknüß ; er enwolt nicht. So holt Hestor ain 
fraislichen schlag und schlueg den ritter durch den heim, das 
sein schwertt hart dar inne stackte, und Margenor viel en 
amacht. Hestor prach im den heim vom haupt ; jener wollt 
durch ain nit sichern und sprang auf mit newem streit. Si 
wurden der schult par, und Hestor traib in wider zu der 
prugk und in ainem sprung so weicht im ain fueß, und er 
viel in das geprüch pis über die gürtel. He3tor sprang 
schnell dar und rüeft laut: »Helflft, Santa Maria, disem ritter 1« 
und begraif in pey ainer hant, wann Margenor versuncken 
was pis an den hals, und Hestor pracht in doch heraus. 
Margenor jach : »Herr, ich gib mich euch über wunden, wa^gtn 
ir ainer der küenisten [Bl. 35*] ritter (ainer) seitt, <ter Ätf 



7S 

lebt;« und gab im sein schwert auf und sprach, er hette 
in nämlich ertrincken lassen. Si ritten auf die pui^k ent- 
samen, Mengelich von der stat entpfieng Nestoren, alls ob 
er got wäre. Do wurden Segrimors, her Iban und wol hun- 
dert ritter ledig gemacht und auch der chrieg versiienet. 
Sy drey gerten Urlaubs, das in kum gegeben ward; wann 
der wiert hett ain wunder schöne tochter , die er Hestoren 
geren geben hette. Si wappenten sich und Margenor ge- 
hieß in gesellschafft und weist si die weg zu Norgall wertz. 
Sunst ritten sy und chamen durch ainen wald und sahen, 
wie zwen ritter mit aineni gar ser umb ain frawen striteo 
und weiten im die mit gewallt nemen, und er wert sich lang, 
zu Jüngst floch er ; und in dem wald pey neben horten si 
ain geriieff. Hestor jach: »Ir heiffet dem ritter und der 
frawen, so wil ich besehen nach jenem gerüeff.i Sunst 
schieden si sich, und Hestor rait nach dem schall und sach 
lewt nach ainer par gend und wol zwaintzig ritter da mit 
reitten, die all grossen jamer machten ; ain tzwerg rait nach, 
zue dem sprach Hestor, was ir aller dag wer. Der twerg 
sagt im wol so vil, das er verstuend, das es der was, den 
er durch Sinados [Bl. 35''] erschlagen hett. Er rait zue in 
und ain ritter erchant in und ruckten all ire schwert. Er 
wert sich manlich, schlueg ir ettlich zu tod und erlembte 
manigen. So reit ain ritter dar wertz, mit im ain clare 
frawen, und es was der ritter, den er errochen hett an Gwi- 
nans vom Eleckenstain. Die junckfraw rueft ir ameys an, 
das er im hulff sei , der er inn vor so ritterlich ervochten 
hett. Er pot in pald pey ir aller leben ainen frid und diß 
ergieng. Zu hand ain verrätter für rait im ain passeien, da 
Hestor über muest, und alls er kam, grüest in der schalck 
und fr^ft in, war er wollt. Er jach : »Zu Norgalls,* und 
der selb verrätter jach, er war nicht auf der rechten strassdn, 
»chumet! ich weis euch den weg;« und liiert in zu ainem 
prunnen, darein schnaid er prot und pat Hestoren vast essen; 
des was auch im zu ma! not. Inn dem sleicht der verrätter 
von Hestor, saczt seinen heim auf und hieng den schilt zu 
hals und sprang auf Hestors pfärd und rait weg. Hestor 
erschrack ser «nd eilt auf des schalckes runsit nach. Jener 



76 

zent in piß zu einer purck, da rait der pueb ein; Hestor 
eylt auch in die purck und cham zu ainem alten hcrren, 
der in wol entpfieng, und Hestor pat in, das er im sein ver- 
stolen guet [Bl. 35^] hieß widerumb geben, das im in die 
purck entpfiiert was. Mit dem so get der verrätter selb 
zwaintzigist zer tür ein und schray: »Erslacht den mörder, 
der meinem herren sein sun ermört hati« Er jach, er war 
frey. vor verrettnüss oder mord ; es enhalff nicht , ire schwert 
wurden erzogen und Hestor schlueg bey dem ersten dem 
verrätter sein haubt entzwai und der streitt ward groß, und 
do sich nun Hestor so ritterlich werte, da thet er dem alten 
herren erparmen, und hieß all die seinen auf höhe stan und 
iesch gefenchknüss an Hestoren , so das er seinen willen 
mit im thät. Hestor jach, des ger kain man. In dem gieng 
ein zer tür Lodomas und sein amey und sahen Hestoren 
und sprachen: »Herr, wie komet ir in dise purg?« Er jach: 
»Ain verrätter pracht mich her ein.c Der herr jach: >Lieber 
sun, er hat deinen prueder erschlagen, meinen sun.c Lodo- 
mas sprach: »Diß muest der ritter betzwungen thuen, dar 
wider hat er mich emert, ich wäre tod.« Er jach: »Herre, 
gebt meinem vatter ewer schwert auf, seid ers gertl ich 
sicher euch, des schwer ich euch pey den heiligen.« Hestor 
sprach: »Ich wills thuen, seit irs gertt.« Man verschloß in 
vor der gäbe des volcks, und Ladomas und sein amey er- 
puten [Bl. 35^] ims zu mal wol. In dem pringt man Mala- 
tryes, den todten sun; der ward mit grosse clag kostlich 
der erden bevolhen. Nun laß wir diß ain zeit ruen von 
Hestor und sagen von Galahutt, seinem gesellen. Lantzilett 
was in vil grossem verlangen nach seiner geplüemten ameyen, 
sam was auch Galahutt nach der von Moloandt, und Gala- 
hutt schickt Lionellen zu der chünigin, das si in enputen, 
wie si das gefüegen möchten , da mit sy an einander ge- 
sprechen möchten. Diß volendet Lionell. Nun hört, wie 
es inn der zeit Gabanen gieng! 

Awentewr, wie her Gaban den preys vor Loferzcpt 

erstrait. 

Alls er von dem ritter rait, dem er pey dem stecken 



den arm enzway stach, der an Artus hof chara mit der junck- 
&aweQ mit dem zerprochen schult, er rait von dem ritter 
und sach vor im ainen heremiten. Mit dem penacht er und 
er gab sich im zu erchenneti, des der hereniit zu mal fro 
ward und sagt im . wo er Galahutt und Lantzilet vinden 
möchte, dar si verholen wären, und zaigt im aiu andern 
heremitten, der sein maister was gewesen; der chund in 
wol fürpas weisen. Undter dem sagt er Gabonen, wie der 
chünig von Norgalls urleugte den herczogen von Kambonick 
und leg mit [Bl. 36*] her vor der statt Loverzept. Gaban 
fragt in, Reicher des urleugs recht hiette. Der ainsidel sprach: 
>Der hertzog hiet sein recht ; der hat auch vil guette ritter- 
schafft.* Morgens wappent sich her Gaban und nam urlab , 
vom ainsidel und er !ech im seinen schueler, der in zu dem 
urleug weiste. Und alls er zu Loverzept , der statt , cham, 
wollen paide her vergatten; da" sach er ainen ritter halten, 
dem wünscht er guetten tag. Er dancket im. Gaban fragt 
in, wes er da hiellt. Jener sprach: "Ich pin ain herkömender 
ritter und wartt, wann die her vergatten , und welÜchs den 
nach tail hat, alls dann wil ich dem selben helfTen.« tir habt 
wol geredt,* .sprach Gaban. Der schueler urlaubt sich und 
cham zu dem hertzogen, sprach zue im; >Herr, wellt ir 
disen streit überwinden, so ratt ich euch ; dort auß haltent 
zwen ritter und ist der ain her Gaban, chünig Artus nef, 
den pittet, euch zu helfTenU und zaigt im, welcher der war. 
Er schick-te ainen ritter zue im, der grüest in von des her- 
czogen wegen und pat in, das er im zer nott hulff. Gaban 
jach, er woltz geren thuen, und er rait zu dem andern ritter 
und pat in auch und sprach: »Nach dem her Gaban meinem 
herren hilff versprochen hat, dem nach so pitt [Bl. 36''] ich 
euch, auch meinem herren zu helffen.t Der ritter hieß Gifflet 
und was her Gabones gesell an der suechumb und ir kainer 
chaate den andern. Und Gifflet gedacht, das es ye her 
Gaban nicht möcht gesein, und sprach zue dem ritter, seit 
er Gabonen biete, so bedörfft er nit mer hilft", und er wolt 
pey jenem tail gesellschaff't laisten. Her Gaban und der 
ritter ritten zu ir cumpaney, sam thett Gifflet zue der andern. 
Sy ritten, da sich die schar yetz vergatten wollt. Er rait 



aus seiner schar durch thjostiem; das sach Giffltt, der ge- 
dacht: »Ich mueß sehen, was diser ritter chünd, der siel 
Gaban nent.« Hie mit namen si den just mit gleicher ger,^ 
und Gaban stach Gifflet, das er an der erden lag. Mit den-Ä. 
kamen die schar ze samen gestossen und Gaban ruckte da^^ 
Schwert und erzaigt sö^Iich ritterschafft, darab ffeünd unc3. 
veind ser wunderten. Gifflet cham wider auf sein ors ge — 
Sprüngen und erchannt nu wol Gabonen pey seiner manlicheirs. 
gepärd^ und Gaban vergatte allzeit. Do nun die nott zuit^m 
grösten was, also das er in dem gedreng verclamet [?] was. , 
diß sach da Gifflet, der slueg nu durch den hauffen und er-— 
ledigt ritterlich herm Gabonen. Diß wundert mengclich, da^^ 
er [Bl; 36*^] im sunss halff und doch newes von im und^-:«- 
das ors gestochen ward. AUerst schlueg Gaban mit new^^ 
chralft in jenen hauffen, das mengclich sein schwert vorchm.^ 
alls den gäben tod, und mit dem hueb sich des chünigs h^r 
zer .flucht. Gaban und Gifflet eylten nach, und in dem nadi 
jagen sach Gaban ainen weiten graben und er enthiellt sei :«^ 
ors alls vest, das im sein zäum entzway prach. Gifflet eyl't 
zu hant dar und chnüpfite im den zäum wider. Do spraa^ 
her Gaban: »Herr, das ir mir also dient und ichs umb euaS^ 
nye beschullt hab, nimpt mich frembd.c Da gab sich Giffl^^ 
im zu erchennen; da viengen si sich paid in ir arm un- 
wurden on massen fro, an ein ander zu sehen. Es zoch sicj 
zemacht und dise zwen verstalen sich von dem her, da^^ 
der hertzog und die sein sere clagten. 

Awentewr von den zwain junckfra^Kren auf dem pawm«r 

Si chamen in ainen wald ; alls si unferr dar ein cfaamen, 
Gifflett luegt nach dem schein des mons und er sach auf 
ainem pawm zwo schön junckfrawen und er zaigt si herm 
Gabanen ; mit dem stigen si von dem pawm und entpfiengen 
die held gar schon .und sprachen, [Bl. 36^] si hietten ir lanng 
gewarttet. Gaban sprach: »Wa von wist ir, das wir chumen 
solten?« Si sprachen: »Unns sagtz necht ain clare magt, dy 
rait ab Artus hbf.c Ir yeder nam aine zue sich; die schöener 
yesch herren Gabonen und jach, si müeste in fueren, alls ir 
bevolhen wäre. Sie schieden sich und ir yeder sprach der 



i benachteten da. Morgens 
liftel, da si auch vast schon 
1 frewden kumpt ain chnab 



79 

seinen an den leib nach ir sUessen mynne. GJffiet volpracht 
seinen willen; hie mit rait er mit der seinen enweg. Und 
her Gaban rait, alls in die sein belaitte. Als Gaban unferr 
rait, er hueb die magt von ir ors und wolt auch sein ding 
schaffen; so spricht die magt: aHerr, ich sol euch füeren 
an die endt, das ir nicht wollt, das ir ainicherlay mit mir 
geschafft biet; ich pring euch zu der schönsten frawen in 
der wellt.« Sunst riten si, pis si zu aim pavüun chamen ; do 
wards im wunder wol erpoten ; 
da riten si zu der junckfrawen i 
entpfangen wurden. Und in de 
ein gegangen ser wainende. Die frawe fragt, wie es irem 
Herren crgieng vor dem hertzogen. Der chnab jach; »Laider 
übel ; mein her mueß morgen sterben ; der verrätter, der 
truchsäß, pewt sich ?.u ainem kämpf; [Bl. 37"] da ist laider 
nyemant, der den valant pestan türr.« Do ward grosser 
jamer in dem geschloss erhaben. Her Gaban pat, das si 
von irem trawren Hessen; er wolt mit dem truchsäß vechten 
durch si und iren herren. Si sagten vil grawen von seiner 
sterck. Er sach ain alten schilt und sper vast atarck, die 
nam er, und des andern tags hortens meß; der champf 
ward dem herczogen entpoten. Er cham mit der frawen 
für den herczog; sam thet auch der truchsäß; der champf 
ward verwett und auf ainen schönen plan gelegt vor Zinka- 
veme. Ir ieder gieng sichwappen, und alls Gaban ver- 
wappent für den herczogen rait, da ward im sein pfärd durch 
die lancken ' geschossen; auch ward Gaban mit dem pfeit 
gestraift, so das er ain wenig pluette. Diß zaigt er dem 
herczogen und der schwuer zu den heiligen , wenne er er- 
fuer, wer disen mord getan woit haben , er müest darumb 
sterben. Des trugsäß prueder ward des geriiegt und in 
ließ der herczog zu hant vahen. Sunst chamens an die 
champf stat; si rannten ritterlich zu hauff und ir paider 
champf wert lanng, das si paid vast müed waren und di 
arm chaum erziehen chunden. In dem reitt Lionell [Bl. 37''] 
von Pritone in potschafft und hört, das dar ain champf solt 



I F' [Bl. 49»]: durch den rancken 



J 



8o 

sein, und rait dar, den champf zu schawen, und drang durch 
das volck. Ain ritter schlueg in mit ainem holcz über die 
schultern. Lionell sprach: »Und wäret ir nicht ritter, ir 
solt ain glid aus ewer hend geben, das ir den schlag ver- 
miten hett.« Der ritter sprach: »Wie dringstu dann so un- 
gehewrlich durch das. volck?« Lionell jach: »Ich gedacht, 
es vächten zwen guet ritter hie, ich sach zwen man nie 
pleydklicher vechten.« In dem chumpt ain fraw her geriten 
und grüest Lionellen; si was ser verpunden und fragte 
Lionellen seiner rais und beschwuerin pey der mynn. Er 
jach, er wurde mainaidig, ob er irs sagte. Si entackt sich; 
do sach er, das es Syraide was, die in und seinen prueder 
von Claudas fuert. Do erschrack er und wont si erzürnt 
haben. Dy junckfraw rueft lawt: »Gaban, sich, das du zu 
disem chnaben chömest ! der beschaidt dich deiner suechung, 
das du ii* zu end chumest.« In dem schämte sich Gaban 
gar ser, das si in nampte, und ward küen und gewan newe 
chrafft und schlueg den truchsäß zu tod. Sein todter leib 
und sein prueder wurden zu dem strängen getaut. Sein 
junckfraw her und [Bl. 37*^] fraw lufTen dar, puten sich im zu 
aigen. Er eylte zu seinem pfard, den chnaben zu suechen, 
der was nun weg; er gelobt, wider in die stat ze komen, 
wenn er den chnaben fiind. Er cham in ain wald und sach 
Lionellen vor im gend, mit ainem ploßen schwertt sich vast 
übel gehabent. Er fragt in seiner schwär; er jach: »Herr, 
mir hat ain ritter mein ors genumen; war er nicht ritter 
gewesen, ich hiet es wol vor im behalten, wann das nymmer 
chnecht sich gen aim ritter weren sol.c Gaban sprach: 
»War kert der ritter hin ?« Er zaigt im die nach fort. Gaban 
eylt im nach und sach in dort mit ainem anndem ritter 
streitten. Er cham zue in und sach des chnaben ors ; er 
pat si halden und die ritter erchanten in und jener muest 
sich dem chnaben geÜEUigen ergeben und muest Lionellen 
zun heiligen schweren, das er gewappent mit ainem unge- 
wappenten nymmer mer vechten wollt. Gaban fragte Lio- 
nellen von Lantziletten. Lionell jach: »Herr, ob ichs euch 
s^e, ich wurd mainaidig; dar zue gend fiaislich w^ dar 
hin und ettlich passeyen sind müelich zue gewinnen, wann 



[Bl. iy^] ir hüetten ritter und sariandent; und si schieden 
sich. Gaban rait wider zu der stat, als ers gelobt hett. Der 
hertzog entpfieng in anderwait und dancket im, das er im 
den sig zue Loverzept erstritten hett, und der hertzog machte 
den truchsäß, für den her Gaban gevochten hett. Gaban 
wurden sein wunden verpunden und er wappente sich und 
rait mit seiner junckfrawen weg und chamen zue Norgalis 
in ainen wilden wald und sahen da ain ritter, der mit dreyen 
strait und hett ir fünff gemaistert, das ir kainer im genachte. 
Herr Gaban rait, was er mocht, in sein helff; die m^dt 
verparg sich und Gaban valit pald den ainen, das er en 
amacht under dem ors lag. Segrimors was der ritter; der 
schlueg dem andern sein haupt pis durch den hals entzwai; 
der ander Hoch, auch fluhen die fünff sarianden. Der ritter 
rieht sich wider auf, den Gaban gevellt hett, und Segrimors 
schlueg in auch tod; und durch sein manhait preist in die 
lagt so ser, das si im ir mynn gehieß. Sy waren zu sehen 
ander hart fro, Gaban und Segrimors. 

Lwentewr , wie Gaban zu der schönsten frawen ward 
gefüert. 
[Bl. 38"] Die magdt sprach : »Her Gaban, ich füeg euch 
it an ewern arm die schönsten magdt, die von diser 
llt lebt; wier müessen aber das kündigclichen werben 
id si ist beseczt mit über grosser huet.» Ze macht kamen 
si zu ainer purgk; dy magt fuert in die ors zu stall und 
fuert si paid an ain sunder' und sprach: »Her Segrimors, 
liebster ameis, wart mein sunder sorgl so ich herren Gaban 
pring an sein ort, zu stund kchum ich her wider.« Si fuert 
Gabanen durch ain gemach, dar neben lagen zwaintzig ritter 
wol verwappent; verholen chamen si in ain gemach, da sach 
vil liecht und ain wunder schönes pett, dar an sach er 
;n den wünsch von diser wellt. Er chust si zu hant an 
Iren süessen mund und die magt gieng wider zu ir ameis 
und lebten die nacht inn den höchsten frewden. Nun Gaban 
vor dem pett stund, dy fraw erwacht und sach auf; si sprach: 



^Siaf 

PuLw 

^Meirn 
^feelh 



^.wol 
■iWren 



I F' [Bl. 50»]: 
Füetenc 



82 

»Herr, was wunders pracht euch her einen ?€ Er sprach : »Ich 
pin es, Gaban, ewer aigner dienär.« Sy vieng in ze hant 
in ir paid arm und hieß in groß willichumen sein. Sy jach: 
»Erlesch die liecht und entwappent euch schnell 1« Das 
[Bl. 38^] beschach. Er legt sich zue ir und si viengen sich 
entsamen in vier arm und spilten aller frewden, der si paide 
gelust. Nun alls si die nacht mit hohen frewden nach hetten 
vertriben, gen tag da stuend der chünig von Norgalls auf, 
sach durch ain venster in der magd chamer und sach si 
paide süess schlaffen. Er enweste vor laid, wie er geparen 
sollt, Er zaigt es der chünigin, die viel en amacht. Er 
schickte zwen dar, die in morden solten. Als die in die 
chamer giengen, ainer trueg ain spieß, der ander ain grossen 
hamer, des erwacht Gaban, sprang auf und nam jenem den 
spieß und schlueg si paid, das si im chaum entrunnen. Der 
chünig macht grossen jamer und geschray; die zwaintzig 
ritter erwachten und ruckten ire schwert und lufTen an die 
thür, die het die magdt beschlossen ; unnd her Gaban wappent 
sich. Diß hört nu Segrimors, der sich zu hant auch schnel- 
liclich verwappent, und cham binden an jene ritter, und 
Gaban warif die thür auf und mit dem spieß stach er den 
ersten zu tod und gewan das schwertt Si zwen bezeugten 
grosse manhait, das jene fluhen. Dy S^^rimors amey pBl. 38*] 
satelt in zway die pesten ors. Si sassen darauf und . des 
chünigs tochter hieß si weg reitten. Alls si zer portten aus 
chamen, eylten in die ritter nach, und do ir vier durch die 
porten chamen, schnaid die ain S^pimors amey den riemen 
ab an dem schutzgatter, der viel und verschloß die andern 
dar innen. Si schlugen der vier zwen zu tod und riten 
weg. In kcham S^rimors amey eylent nach und fiiert zwen 
chnaben und zway ors ; si entpfiengens, und si sagt Gaban,. 
das er nicht sorg hiette umb sein ameyen, sunder das er 
mit irewdcn lebte, pis es aber sein zeit hette, das er zu ir 
chömen möcht. Gaban wollt widerumb suechen den Lant- 
zilett und schieden sich mit myim. Dy firaw fuert ir ameis, 
herren Segrimors, auf ain haus« da si wol entpfaudgen wur- 
den. Diß hauß was Egraxim, herren Gabones prueder, der 
Segrimors harte geren sach, Si lech im ainen chnaben, 



der in weiste in das lanndt zc Soroleys , dar inn er den 
ritter dacht ze finden. 

Nun hört aber, wie es Hestor in der zeit gieng, den der 
herr von Mareys gefangen hett , Ladomas vater , den Gwi- 
nans vom Bleckenstain wundte, da er in pey seiner [Bl. 38''] 
anieyen fand, und was Matreleis vatter, den Hestor durch 
Sinadosen zu tod schlueg. Nun hett der von Matres ein 
prueders tochtur ; die hört, das ir vetter ain der pesten ritter 
von der weit gefangen hette. Sy zoch zu im und pat in, 
das er ir disen ritter ließ zu aineni kempffen. Er thet es 
vast geren. Si pat auch Hestoren, des er vast willig was. 
Man pracht im das pest ors und vast guetten harnasch und 
urlabten sich mit grosser mynn. Alls er weg mit der magd 
rait, becham im ain vast gross her; als er dem genachte, 
do erkannt er wol Sinados, auch erkanntt Sinados Hestoren. 
Er rait von all dem her zu im. Hestor fragt in , was diß 
her mainte. Er sagt: »Es ist der chünig von der Engen- 
marcke und Margenor, der truchsäß, und ich; wir wolten 
gen Marcs, alls wir horten von ewer gefencknüss, und wolten 
euch mit macht erledigt und Marcs zerprochen haben.« 
Hestor pat in, das er den herren allen vast danckte, der 
von Marcs hette im aUe zucht und ere getan. 

Awentewr, wie Hestor die schön Alene erlost. 

Sy schieden sich und also fragt Hestor die junckfrawen, 
war si in fiieren wolt. Si jach: »Herr, ich hab ain Schwester, 
dy hat ainen [Bl. 39"] ritter, der si durch ir grosse schöne 
nam und vcrlag durch si vil ritterschafft. Ain seiner mag 
kam und zürnte scr wider in, das sein aJIs guette ritterschafft 
und sein junge, starcke jugent so gar vernicht solt werden 
durch ain weib. Meiner Schwester anttwurt was zue schnell, und 
jach: »Hat sich mein ameis durch mich ains tails ritterschafft 
verbegen ', alsam hab ich mich durch in vil freiiden verwegen, 
und das mir meng ritter durch mein mynn gedient hett. 
Nun ger ich nicht, dann allain mit im mich zu frewen, und 
ich pin doch für ander frawen wol so schön oder mer, dann 
er für ander ritter guet ritter mag gesein.s Diß nam ir ameis 



zu var auff und schwuer, das si ymmer in gefencknüss mUeste 

sein, pis in ain ritter gemaistert ; säch aber er ain schönere, 
dann si war, so wolt er ir mynn ewig versprechen, noch si 
nymmer angesechen ; sunst ist si fünff jar gefangen, und manig 
ritter hiet sl durch ir schön wegen gern erlöst, den er allen 
angesigt hat; und durch ir schön so haist man si Alene 
ane geleichen und er haisset Persides von Gossamilde:« 
In dem chomen si zue dem geschloß, dar auf die fraw lag, 
und die magdt fuert Hestor zue der chamer, da nicht [Bl. 39''] 
ein gieng dann ain loch, dar durch man das haupt hin ein 
pietten raocht. Die magt pat ir Schwester, das si sich ainem 
tewem ritter sehen ließ, der durch si vechten wollt. Sy 
hieß in an das venster chötnen. Als er si sach, da jach er: 
>Für war, nu bin ich viermalen küener und stercker, dann 
ich vor ye was, man haist euch pilJeich die angeleichen; ja, 
ob mich ewer hant berüerte, chain fraiß war mir durch euch 
zu schwär.« Si pat, das er sein haupt durch das venster 
tätt. Das beschach. Si vieng sein haupt in iren arm und 
kust in an seinen mund. Er gnadet ir und urlabt sich zu 
dem champf Dem herren sagt man, es war ain ritter durch 
der frawen erlösung chumen. Er wappent sich zu hant und 
Cham zu veld; sam thet Hestor, und Hestor jach: »Herr, 
jehet, das ewer fraw schöner sey, dann ir guet ritter! wider 
redt ir das, ir entpfacht von mir den streitt, den ich gelaisten 
mag.* Persides sprach; >Er ist noch nicht zer wellt ge- 
poren, der michsölichs zwing.* Hestor sprach; »Si ist wol 
hundert varbe schöner, dann ir guet ritter, das weis ich yetz 
an diser stat.« Si schluegen ire sper unter und liessen zameD 
gen, was si nun aus den orsen treiben mochten. Persides 
verthet sein glävi ritterlich, er ward aber hinter sein ors 
gesant , das er in amacht lag , und all die seinen wonten, 
das er tod wäre. Nach clainer zeit sprang er manüch auf 
und ruckten ire schwerdt. Der streitt ward starck. Persides 
ward ofFt nider geschlagen. Dy fraw ersach ir paider streit 
und Hestor jach: >0b ir nicht pald der frawen den sig gebt, 
ich slach euch zu tod.« Persides wolt nicht und ward zu 
mal ser wunt. Hestor schlueg in aber nider und prach im 
den heim ab und wolt im das haupt ab slachen. Persides 



SS 

ruefft umb gnad und sprach: »Herr, ich gich euch, wes ir 
gert.« Er jach: »So sichert, das ir die frawen aus lasset 
und mit ir varet zue Artus und des Streits verjehet vor 
Ginoffer, der chunigin! nach dem sichert meiner ameyenl« 
Persides jach, er thät es geren, und sprach: sHerr, seit ir 
mein ameyen erlöset habt, so lassend si selb ausser gevcnck- 
nüss!* Si chamen auf das haws und der her gab Hestor 
die Schlüssel und er fliert die frawen auf den saj. Si dancket 
im mit mengem siiessen chus und umbvahen, mengclich sagt 
im lob und eer. In der zeit kam Lionell zu Artus und sagt 
im dienst und freunt[Bl. 39''[schatft von Galahutt und Lantzi- 
letten. Die von Moloant was hie mit und er sagt auch, 
wie mein her Gaban wol gefüer. In dem chumpt ain pot, 
sagt Artus, wte ain groß her war in Schotten lannt und het 
mit fraiß Azabeth, die statt, besessen. Artus berueffl pald 
ain samnung und Ginoffer nam Lionell sunder und sprach: 
»Sag Lantzilett, das er in des chünigs helff chuml ich wil 
durch in auch dar chumen und in besprechen. Sag auch im, 
was Gaban durch in auf seiner rais erliten hab, das er im 
darumb auch ere thuel haiß in füeren ain schwarczen schult 
mit ainer weissen parren und disen pino! Von roter seiden 
auf dem helml« Mer gab si im ring, furspann und ainen 
champ, dar inn vil ires hares stackte. Lionell urlabt sich zu 
hant. Alls nun her Gaban von Segrimors und seiner ameyen 
schied, alls ich vor gesagt hab, da rait er zu ettlichen tagen 
und cham zu ainem ainside!, da pey Lionell auch penacht 
was, upd er sagt im aller sach von dem weg, da er Lantzi- 
leten finden möcht. Morgens urlabt sich her Gaban und 
rait mit dem chnaben, der im verlihen was , [Bl. 40*] und 
cham zu einer passeien auf ainem stain weg. Jenset der 
prugken hiellt ain verwappenter ritter. Er jach zu dem 
chnaben, das er wider cherte, und der chnab segnät ; doch 
hielt er verholen, dacht im wol, her Gaban mueste da streit- 
ten. Her Gaban rait über die prugken; da muest er mit 
dem ritter und zwain sarianden vechten, und globt im der 
ritter , in sunst vor mengclich da zu sichern. Sy stachen 
zu samen und Gaban ranndt dem ritter pald durch den leib, 
da rueft er um gnad ; di zwen sariand saczten an Gabanen 



86 

und stachen im sein ors zu tod. Er schlueg den ain, das 
er zu hannt tod viel , und ir luffen wol zwelff an in. Der 
, chnab ersachs und randt pald zu in und schray : »Ir mör- 
der, wellt ir den pesten ritter von der wellt morden ?€ Ef 
nam des ritters spieß, der noch unwissent lag, stach ir ainen 
zu tod und Gaban schlueg ir fiinf zu tod, di andern rueften 
umb gnad und gaben im den Schlüssel zu dem thureii. In 
dem chumpt der ritter zu in ser zürnent, das si im sein 
gelüb zerprochen hetten. Si theten im grosse eer und der 
chnab sagt, das es her Gaban was ; des frewt sich der rit- 
ter an massen, das in doch der pest ritter [Bl. 40**] zer 
wellt * verwundt het. 

Awentewr, wie Gaban und Hestor mit ein annder stritten. 
Nun rait alls Hestor noch suechend den varenden rit- 
ter und Cham recht auf den weg , da im an der wider&rt 
Gabanes chnab pegegnät, den fragt er. Da sprach der 
knab: »Lieber her, ich reit von ainem ritter, der mit ge- 
wallt die hertisten passeyen durch riten hat, die ir ye mer 
gesahent, und sach, das er ain ritter und zwelff sariandea 
verwundt hat« ; und er zaigt im zu der passeien. Als pald 
eylt er nach. Gaban ersach in; er verwappent sich und 
sprang schnell auf sein ors und rait für die passeien. So 
chumpt Hestor manlich da her. Gaban fragt in, ob er die 
passeyen reitten wollt. Hestor sprach : »Ja.« Gabansprach: 
»Wer seit ir doch, chumpt ir ab Artus hof ?« Hestor sprach: 
»Nain, ich wil durch.« »Das wirt euch leicht erwert.« Mit 
den Worten riten si fraislich zu samen, di sper prachen si 
paid und gesassen dannocht ; des verwundert mengclich. Si 
ruckten ire schwert und striten so lanng, das si paide müed 
wurden und ser wundt. Mit dem wirt Hestoren sein hehn 
ledig; er sprang hinderwertz [Bl. 40*^] und ruckt den hehn 
recht. Alls er das schwertt inn der hennd entpor hielt, do 
chant her Gaban das schwert pey dem chnopff, wann er 
hett ims geschändet, und er sprach: »Ritter, ich pitt euch, 
sagt mir ewem namen! dann ich frag nicht an sach.c Er 

jach: »Was habt ir mit meinem namen zue schaffen? ich 

* 

I F* [BL 53a]: das iu so gutt ritter etc. 



haiß Hestor.« Da warff Gaban sein schwert auf die erd 
und pand den heim vom haupt und Hestor erchannt in zu 
hant. Sie viengen [an] ein ander in ir arm, und ieder gab 
sich dem andern überwunden. Sunst chamens in den tliurn, 
da ir hart wol gepflegen ward. Gaban sanndt den über- 
wunden ritter gen Pritani , das er Artus sicherte und in 
gTüeste , auch Hestores ameyen sagte , wie die zwen pey 
ein ander wol varund wären. Diß märs waren si all zu 
mal fro.* 

Awrentewr, wie Gaban, Hestor, Lantzilet und der chünig 
mit ein ander stritten. 
Galahutt ward diß entpoten, wie ain ritter die passeyen 
mit gewallt durchriten war und das Elynanns überwunden 
war; des erschrack Galahutt und sprach: »Lantzüet, unns 
beschicht recht, wir verligen unns hie geleich den [Bl. 40'*] 
pröeden weiben, wir versäumen menge guette ritterschafft.« 
Nun was Lantzilet in grosser sene nach seiner ameyen. Zum 
dritten tag verwappenten sich Gaban und Hestor und riten 
zu Reiois wertz und ain magt becham in' auf dem weg; 
nach grueß fragt si die ritter irer fart. Sy sagten, si suech- 
ten Galahutt mit seiner messenney. Si jach: »Verhaisset 
mir, mich ain meiner pet zue gewern! ich sag euch, wo ir 
Galahutt vindt.« Si sprachen: »Vil geren.« Sy zaigt in 
auf ainen weg, der gieng zu ainer purgk, dar war er ver- 
holen. Si urlabten sich und riten den weg unverr, pis si di 
purg in ainem werd sahen, mit ainem tieffen wag umb gürttet, 
Lantzilet sach si dort vor ainer val prugken halten. Er rueft 
pald Galahutt, zaigt im dar wertz und sprach nach seinen 
Wappen und frewet sich des Streits. Galahutt sprach: »Durch 
nicht wil ich, das ir dar reittet, ich schick von unnser gesell- 
schafft die küenisten zwen.« Sunst verwappenten sich zwen; 
die vall prugken ward nider gelassen und die ritter chomen 
hoch vertigclich. Ieder nam ain fUr und randten zu hauff. 
Gaban stach den seinen mit ors und mit all zu hauffen und 
das ors quetscht im ainen [Bl. 41'] schenckel. Gaban sprang 
von seim ors und zwang in sicherhait. Hestor stach den 
seinen flügeling wol speres lanck von seinem ors, so das er 



88 

unwissent lag. Als er nu wider zu ihm selb cham, zwang 
in Hestor vast manlich. Des wolt sich Galahutt gewappent 
han; Lantzilet woltz nicht gestatten und jach, er und der 
chünig von den hundert rittem wolten aus. Also ritten si 
verwappent über die val prugken und ieder kos den seinen. 
Lanzilet fuerte Galahutt wappen , den nam her Gaban für 
sich. Hestor stach den chünig von den hundert rittem hin- 
ders ors, so das im das eysen und ain michel tail des holcz 
durch den leib fuer; doch sprang er manlich auf und ir 
paider streit ward starck ; doch traib Hestor den künig, wa 
er wolt. Gaban und Lantzilet stachen ungehewrlich zu sa- 
men , dar von si paid mit ors und leib zu hauffen lagen. 
Si Sprüngen schnell auf und schluegen so einander, das von 
zwain mannen nie hertter champf gesehen ward. Der selb 
streit wert von preim pis zue non zeitt under in vieren und 
Gaban ward ser müeden, so das er chaum das schwertt 
erziehen chunde, und Lantzilet traib [Bl. 41^] in, wo er wolt. 
Diß sach Hestor und sprach zu herren Gabonen: »Herr, 
ich hab chain müed in allem meinem leib, nempt euch umb 
meinen an I der ist also gemafstert, das sein wer hart ciain 
ist; lat mich mit ewrem gatten streittenl« Lanzilet sprach: 
>Nain, hör *, lat den ewern an nott und chument paid heric 
Diß schampte sich her Gaban ser. Nun was das ye sein 
artt, wie vil er gestraitt, oder wie groß sein müed was, so 
es über non zeit was, so ward sein chrafft wachsent. Diß 
entpfand er und sein chrafft merte sich und ward geczwispilt 
und sprach zu Lantzilet: »Wil got, ich sol euch ain Streits 
genueg geben« , und chertt all erst mit new und starcken 
schlegen an in, und alle lewt verwundter[t] seiner manhait 
und jähen, das Lantzilet vil das erger an dem streitt hett. 
In dem reitt Lionell her und chante wol herren Gaban und 
schray zu seinem nefen Lantzilet: »Halltet all schon! ir 
streitet wider mein herren Gabonen.« Des erschrack Lan- 
tzilet und warff das schwert weg und sprang all wainent 
auf sein ors und rait weg, Gaban jach: »Wie es get, ich 
wil ewern namen wissen oder unnser [Bl. 41*^] ainer mueß 

I F%[B1. 54b]: her. 



darumb ersterbem, und sprang al! gewappent hinder herren 
Lantzilet auf das ors und umbfieng in. Galahutt preist in 
umb sein manhait ser und all, die diß sahen. Galahutt ent- 
pfieng Gabanen und auch seinen gesellen Hestor, der den 
künig verwundt hette, und sprach: »Her Gaban, diß ritters 
namen, der pleibt euch unverholen: es ist her Lantzilet.« 
Si ritten entzamen in das haws , do wurdens entwappent, 
und Lantzilet gieng sunder und waint hart ser. Galahutt 
cham zu im und sprach: »Lieber geselle, ir sütlt herren 
Gabanen ere erpietten, er hat an der suechung vil not durch 
euch erliten, alls das Lionell sagt.* Lantzilett sprach: »Mir 
pot mein fraw , ich solt im ere erpietten , so hab ich im 
mein hassen erzaigt; darumb hab ich ir hassen verdient* 
Galahutt sprach: »Daskan ich wol zu guetter suene pringen.* 
Da mit entwappent sich Lantzilet und ward im ain tail 
senfter und zwueg den eyser ram von im, und Gaban cham 
zu im und pat in selbs , im seinen namen zu sagen. Er 
sprach all schämend : »Herr, ich haiß Lantzilet.« Da viengen 
si sich lieplich in ir arm; in ward eren ein wunder erpoten. 
Mit dem chumpt ein [Bl. 41^] magt ein geriten und nach 
grueß sprach si: »Mein her Gaban, euch gruest ewer prue- 
der Egravim und lat euch wissen, das Artus belegen ist in 
Schotten mit her von der statt Astivel , und er pitt euch, 
das ir der raiß nicht aus peleibet, ir helfft im sein eer und 
lanndt retten.« Den herren allen wurden ir wunden mit 
guetter erczney gehailt; zum dritten tag Hessen si in zer 
ädern; und Gaban nam herren Lantzilets pluet und schickt 
das seinem prueder, der bestraich sich da mit, und er ward 
hail da von. Si rüsten sich nun hin zer her fart Artausen 
zue hilfF, wann er het belegt die Irlender und die Sachsen 
auf ainer wunder vesten purgk, genant Sachsenfels. Alls si 
das her ersahen, da schluegen si auf ain reich pavilun und 
woltensich nicht chennen lassen. Her Gaban rait sein gesellen 
suechent, wann si zu samen gelobten ze chumen zu der nagsten 
vergattung, die gen Logors wurde. Er vand si all ane Se- 
grimors , der belaib bey seiner ameyen. Er sagt auch in, 
das sein suechumb wol bewant war nach seinem willen. Si 
sahen, wo die Irlender und die Sachsen zue veld ritten. 



90 

Artus becham in mit meng schöne thjost; der streitt ward 
[Bl. 42*] erhaben. Gaban mit seiner gesellschafft cham in 
den hauffen slachent und worchten grosse wunder an dem 
volck. So kumpt Galahutt und Lantzilet in das her ge- 
stossen und Lantzilet thet söUich wunder mit dem wappen, 
das vor nie chain man ersehen hette. Ginoffer erchant in 
zue hant und si beschickte Lionell. Er cham und si sprach, 
das sein herr und sein nef kämen zemacht, so mengclich 
schlieff. Sy wolt mit listen zu in in ain paumgartten kumen 
mit der von Moloant. Lionell sagtz im und er ward erst 
chüen, und die Sachsen wurden flüchtig und mengclich rait 
zer herberg. Artus enweste, wer die waren, die in seiner 
hilff so vil gethan hetten. Nun was ain magt auf dem schloß 
von grosser zauberey; die macht mit ir gauckel, das si Artus 
an maß ser ward mynnen; die schickte zu Artus, das er 
zernacht cham oder si kam von iren synnen durch sein 
amorschaft. Artus frewt sich der potschafft wunnder vast 
und sprach zer chünigin, er hette vil ze schaffen mit seinen 
lieben gesten, die nacht möcht er durch nichten chumen. 
Des erschrack die chünigin zu massen. 

[Bl. 42^] Awentewr, wie Artus und Gaharies verraten 

und gefangen wurden. 

Artus cham auf das schlos, mit im Gaharies, Gabanes 
prueder ; und die magt het wol zwainzig ritter sich wappen 
lassen und verriet Artausen, so das si paid gefangen wurden. 
Nun was auch Lantzilet und Galahutt in den gartten chumen, 
dar inn si mit mengem chus umbfangen wurden und in zwo 
chamer gefiiert, und lebten allda nach allem irem willen. 
Morgens schawt Ginofer den erspalten schillt, der was nun 
all zu mal gancz worden. Dy zeit cham, das si sich schaiden 
muesten, und chomen zu ir gezellten. Nun alls mengclich 
in dem her auf was, do sahen si Artus wappen und seines 
nefen über die maur aus hangen ; des erschracken si zu mal 
ser. Si vergatteten sich aber zu veld, Galahutt, Lantzilet, 
Gaban, her Iban, Kay etc. erzeugten söUich wunder, da von 
vil zu sagen war; wann ir hercz prannt in von zoren umb 
iren herren. Wo der streit zum hertisten stuond, do macht 



Lantzilet am söUich geraum, so das sich im nyemant ge- 
nahen torst. Er vieng des chiinigs prueder von Sachsen, 
genant Aromant, der der Irlender pester trost was [Bl. 42']. 
Alls si zu abent zu den gezellten wolten reitten, cham ain 
magt zu Gaban und sprach: »Herr, wellt ir lanndt und ere 
pewaren , so volget mir ! Ich flieg euch Artus und seinen 
nefen, wann man wil si heint verholen von dem lanndt 
flieren. Nempt mit euch ewer gesellen Galahutt, LantzÜet 
und HestorU Si riten mit der Verräterin und si fuert si zu 
ainer passeyen; da sprach si : vHer Hestor, pleibet hie! ob 
ir Artausen sähet liieren , so rueffet ewern gesellen I sam 
thuen auch die andern!« Si legt yeden sunder und verschlos 
in mit ainem schütz gatter, das es ir kainer befand. Also 
chamen her wol zwainczig ritte r und zwen füertten der 
herren wappen, Artus und Gaharies, Als Lanzilet das er- 
sach, der selb was unbeschlossen, vergattet mit in, und die 
zwen stritten mit den zwainczigen. Alls obs Artus war, 
Lantzilet cham in ir helff gesprungen , so vallen die zwen 
Lantziletten umb den hals und zugen in zer erden , das er 
als wände, es war Artus. So vallen Jen all mit hauffen auf 
in. Im kam das schwert ausser handt; si truegen in in das 
schlos gefangen, verschlussen in vast wol. Mit diser leckereye 
wurden si all gefangen und ieder sunder gelait. Des morgens 
[Bl. 42''] sach man ire wappen über die maur hangen. Umb 
die geschieht machten si grossen jamer in dem her, und 
her Iban und her Kay vergatteten morgens an si und theten 
grosse wunder. Iders Silinot, der thet so vi! des tages, das 
mans im zu grossem wunder zalte. Der streit werte pis zer 
nacht, dy Sachssen fluhen auf das schlos. Nun bechümert 
die verrättnüss und die gevencknüss Lantzilet alls gar übel, 
das er weder aß noch tranck, und ward so plöed in dem 
haubt, das er ausser seinen synnen kam und pais und schlueg, 
wer sich zu im nachte. Er ward hart ungestüem. Der 
hüetter sprach zer frawen: »Was sol diser tobend, das pey 
im nyemand sicher ist noch beleiben mag?« Si jähen all 
gar, man solt in lauffen lassen, es war ain armer petschelier. 
Es beschach. Er cham in Artus her all tobend für die 
chünigin; die kant in zue hant, si fuert in sunder und hieß 



sein hart wol pflegen. Es halff alls nicht , niempt torst im 
genahen. Diß traib er zu ertlichen tagen, allain die chünigin 
ließ er pey im, Ains tags entschlieff er, des ward die 
chünigin vast fro, Inn der zeit kcham ain fraw mit zwain 
mägdten zue der chünigin; als si den held ersach, si ward 
ser wainende. In dem [Bl. 43'] erwachte Lantzilet und er 
gepart züchtigclich zue ir; des warens alle ungewan. Die 
chünigin fragt , ob si in erchante. Si sprach : >Ja wol, ich 
erzoch in und fuert in her zue hof.« Zue hant verstuond 
Ginofer, das es die fraw vom Lack was, und erpot ir vil 
eeren. Si hieß ir pringen ain püxen mit edler salben und 
bestraich dem held allenthalben sein haupt und legt in 
schlaffen und sprach: »So er erwacht, so macht im ain 
raines päd I so ist er genesen ; er sol über neun tag den 
künig und sein gesellschafft erlösen.« Unnd si gert zu hant 
Urlaubs, wie si die chünigin beleibens pat, si muest von dann. 
Als Lantzilet erv.'acht , man saczt in in das päd . er ward 
wol gesund ; und man sagt im aller ding , auch von der 
frawen vom Lack. Im was geleich, wie im dise ding alle 
erträumt wären ; er schampt sich ser und vorcht , er hJet 
der chünigin ungnad verdient; er dorstz durch nicht. Er 
gewan pald widerumb schön und crafft wider wie vor ; auch 
hetten si entsamen maniger band frewd. 

Awentewr , wie Lantzilet , Iban , Kay und Lionell mit 
den Sachsen striten. 
Ains tags vei^atte her Iban an die Sachssen und die 
slacht ward groß. Diß sach Lantzilet und pat Urlaubs so 
vil, pis in die [Bl. 43''] chünigin geweret. Er fuert den 
schillt , der vor zerspalten was gewesen ; der was für all 
Zauber. Und die chünigin pot Iban, si wolt im senden zwai 
hundert ritter; des ward her Fban gar fro. Er zoch wol 
verwappent zue veld mit seinem nefen Lionell und chamen 
under die veind mit sölHchen chrefften schlahend, so das er 
alles das nider raitt und schlueg , das im begegnät. Diß 
sach die chünigin und die von Moloandt. Der streit wäret 
hart lang. Die Sachsen und Irlender wurden flüchtig. Lantzilet 
und Lionell waren mit aller crafft binden an in, und was si 



traffen, das tnuest gar entzway. Das wasser ward dick von 
pluet. Er eylt mit in den perg auf; sam thet Lionel!, Iban, 
Chay etc. , und chamen für die porten , der hiiettent wol 
zwayhundert verwappent ritten Si chamen under si slahend, 
das hende und chöpff gen hohe Sprüngen. Die porten was 
verzaubert, das nyemant ungefangen dar durch mocht, der 
sy varen wollt. Lantziletes schult vertuembt das gauckel, 
und rait gar manhch durch die porten mit sein gesellen. 
Sy funden vil voicks dar innen und Lantzilet kannt wol 
den huetter der prisaun, den bezwang er zu haut, das er 
muest auf schhessen ; und si wurden all [Bl. 43'] ledig und 
waren an massen fro. Der frawen ameis, di Artusen minte, 
hieß Gardozelon ; der ward ir haupl entzwai gestuckt von 
Lantzilet. Die herren wurden nu wol verwappent. Die Ir- 
lender und Sachssen fluhen, wo si mochten, auß dem landt. 
Sunst ward das urleiig überwunden und si chomen wider 
zu der chünigin , die ausser massen fro was irer ledigung. 
Gaban sagt aller erst Artausen, das dts Lantzilet was, den 
er mit seinen gesellen gesuecht hett. Da muest yeder sagen, 
was er durch den andern erlitten hett. Galahutt, Lantzilet, 
Hestor, der chünig von den hundert rittern gaben gesell- 
schafft zer tavelrundt. Galahutt gert Urlaubs zu lannd ; Artus 
pat Lantzilet, das er pey im pelib, sam thett die chünigin. 
Lanziiet erschrack und was fro, wann umb aller wellt guet 
hiet ainer des andern gesellschafft nicht entporen , so gar 
waren Galahutt und Lantzilet aihs, Galahutt sprach: »Wellt 
ir meinen gesellen haben, ir müest mich auch haben.« Des 
ward Artus an massen fro. Sy gerten, zu landt zue faren, 
und wolten zu weinachten wider chomen; das ward in er- 
laubt. Also schieden si dann. Zer dritten nacht traumpte 
Galahutt ain trawm, wie [Bl. 43''] er an Artus hof wäre und - 
ain gechrönter serpant lieff auß der chünigin chamer und 
strewet auf in fewrein flamen, da von in daucht, das er ver- 
prinnen müeste. Er ervor[s]cht ' sich hart da von. Zer 
andern nacht traumpt im , wie sein pauch im auf gerissen 
war, und sach zway hertz dar innen geleich groß. An stund 



. 57b]; Et forcht sich. 



I 



94 

sprang das ain aus seinem leib und ward geleich ainem 
leopart und loff von im zu wald und ward im wild. Er 
erschrack der trewm gar ser. Morgens rait er all den tag 
denckende und Lantzilet ervert sichs, wann er was sein un- 
gewan, Si riten zue ainem seiner schloß, das peste in allem 
seinem lanndt, das hieß zu der »Hochvertigen Garde.« Alls 
er den perg hin auf reit, so vallen die thüren all dar nider; 
er rait zer porten, die viel gegen im, sam theten all mewr. 
Er rait all fürpas zuc ainer andern statt; da becham im 
seiner mag ainer, dem er das lannd bevolhen hett; der 
schlueg sein hend zu samen ser wainende. Galahutt fragt 
seiner schwär. Er sprach: »Her, dasind all thüren, porten 
und mewr in allem ewerm lannd, euch zue gehörent, umb 
gevallen.« Galahutt sprach : »Wäm nun nicht leutt verfallen, 
ich achtet diss Schadens ciain ;< die sorg [Bl. 44^] ward ser 
in seinem herczen wachssen. Lantzilet gewan im chauni 
ab, das er im sein bechumerniiß sagte, und sprach, alle 
lanndt der wellt chümerten in mynner, dann das er sein 
ain entperen solte. Im ward gesagt, wie an Artus hof wären 
philosophi, die chünden im die trewm Wol auß legen und 
berichten. Er schickt sein potschafft schnell dar unnd in 
der zeit waren frömde mär zu hof. 

Avirentewr von der grossen verräterey Barzclagks und 
seiner frawen wider Ginofferen. 

Es chani ain magdt zue hof mit ettwen manigem ritter 
und gruest den chünig und die chünigin, darnach alle messen- 
ney, doch vor behalten ir frawen recht, die si dar gesanndt 
Kette. Der chünig fragt, was der frawen recht war. Si 
sprach: »Chünig, ich ger gelaites zue reden, ob ich icht sagt, 
, das iemandt an disem hof mißhagte, das ich und mein ge- 
verten gesichert seyen.» Artus gelobt ir frid pey seinen 
trewen. Si raichte im ainen brief, den gab er zue lesen 
seinem Schreiber. Er erwainte und legt die brief von im, 
als er den lesen muest. Da stuend dar an; »Chünig Artus, 
dir beschech wol , ja ob du dich kern wild von dem ver- 
rätterischera [B!. 44''] leben, dar inn du pist ettlich jar gen 
mir betrüebten Ginofem, das ich wissen sol, das du alls ain 



prücfaiger man siezest an der kebs mit ainer Verräterin, die 
mengclich chünigin nennet 1 ja ob si ir verrättaiiss laugnet, 
ich Solls bezeugen auf si und was ich an disem brief aus 
lasß, wirt mein niftel sagen. a Darauf sprach dy magdt: 
»Wisst all die werden anfang der verrättnüssf Es ist ain 
wicht an meines herren hof gewesen, halt die mörderin ge- 
habt zu ainer tochter, die ir chünigin nent, und ist meiner 
frawen vast geleich gewesen. Alls man die mit sambt 
grossem guet [die] Artausen zu landt hat wellen fiieren, ist 
die mörderin bedacht gewesen und hat mein frawen verstolen 
enweg lassen füeren und hat si geschafft zu tötten unnd 
durch erpärmde der dienär Ist ir das leben verlassen und 
si pitt dich mit sampt all der messenney, die hie zer tavel- 
rundt gesellschafft geben, das man ir rechtens helff gen diser 
raörderiu,* Der chünig und mengclich was hart erkumen. 
Herr Gaban sprach: »Wer diß auf mein frawen gicht, den 
sol ichs kempflich lügken unnd wills bezewgen, das mein 
fraw nie valsch getett.» Do stuend her für Barzelagk; 
[Bl. 44'] der war so allt, das er chaura gereden mocht, und 
sprach: »Ich bered diß und wills auch mein herren Gaban 
innen pringen, das mein fraw und Ich recht varen.t Es 
ward den zwain frawn ain tag geseczt; die magdt schied 
weg. Und den valsch het erticht Barzelack der allt. Die 
poten, die Galahutt zu Artus gesanndt hette durch der philo- 
sophen willen, zu ervorschen die bedewtnüss seines trawms. 
Der wurden im zwelff der pesten gesanndt und durch vil 
ersuechung irer chunst in astronomia etc. funden si, das er 
durch sein lieben gesellen ersterben solt, auch das er nicht 
wann funff jar noch leben solt. Diß muesten si im alls mit 
trewen sagen. Alls si im das sagten, was Lantzilet in ainer 
sundern kamer und waint pitterlichen. Galahutt gieng zu 
im und pat in, das er sich wol gehiieb: es wären die sach 
pesser, dann er selb wänet, im hietten die maister durch 
wäre urchund gehaissen zu leben noch fünf und vierzig jar. 
Des ward Lantzilet ains tails frölicher, dann vor, und Gala- 
hutt gab den maistern vil guetz und schickt die wider haim. 
Darnach beschickt er all sein baronen und sprach, er wolt 
in ainen künig erkoren, das si nach im nicht verirrt wurden, 



I 



und saczt in [Bl. 44'^] ainen seiner nefen von hocher fürst- 
licher art, hertzog Bondemagus von Gore. 

In der zeit was der geseczte tag chumen, das die herren 
zu Artus hof sollen chumen zer weinacht meß. Nun liette 
Bondemagus ainen sun, der was groß, starck und küen für 
ander ritter; der sprach auf der vart zu dem vatter, üi ver- 
wunderte zu mal ser, das mengclich und sunder unnser herr 
Galahutt disen ritter Lantzilet so gar hoch vor andern mannen 
preist; dann im was zoren, das man yemand andern preiset 
dann in. Er was genant Meliagant. Sunst chamen si zu 
Gamahelot, da si vast ersamlich entpfangen wurden mit 
grossen eeren ; und war die chunigin nicht sunst besagt wor- 
den, es wären vil mer freüden da gewesen. An mantag 
nach dem Crist-tag turnierten die ritter vast wol ; die chuni- 
gin und die von Moloant sahen in ainera thurn zue und 
Lantzilet volpracht da so vil mandlicher ritterlicher thatt, 
das menigclich dar ab wundert. Des cham der neidig Me- 
liagant und gert sein auf ain thjost. Si namen zwai starcke 
sper und verthetten die ritterlich. Jeder het es zu unhail, 
das der ander vor im gesaß. Si verschwanten schnell [Bl, 45'] 
vier starcke sper. Lantzilet sach auf zer chunigin, da ge- 
daucht er, er war ringer auf dem pfärd, dann ain vogel, und 
nam ain sper und stach auf Meliagant, das er die pain en- 
por keret; er rait für wertz und macht grosse ritterschafft. 
Meliagant hett sich geren errochen und randt aber auf Lan- 
tzilet. Diß sach Lantzilet und überstieß in ander waid. 
Meliagant randt im zue gefär und hefte im das diech an 
den säte!. Diß ersach Lionell und verpand im schnell die 
wunden. Da fragt in Artus , ob er zue verch wund war. 
Er sprach nain ; doch pat er, das niempt Galahutt von diser 
wunden sagte. Der tumay nam end. Galahutt santt sein 
baronen ain tail haim ; doch solten si zu unnser lieben fra- 
wen liechtmeß-tag zu Badigrun chumen. Nun zu liechtmeß 
zoch Artus dar und fand Galahutts baronen, er danckt im 
der eeren. Auch was der tag chumen, das die frawen ge- 
richten solten unib die ansprach, die man auf die chunigin 
gethan hette. Lantzilett sprach zue Galahutt: »Lieber her, 
ob durch valsch mein fraw uherwunden wurde, als der chünig 



97 

geschworen hat, das ir aJne sterben solte, ich enwest [Bl. 45''] 
wie ich vor al der weilt geparen solle.« Galahutt antwurt: 
»Lieber gesell, die weil ich und ir leben, sol diß an meiner 
frawen nymer ergen,« Nun auf den benanten tag cham 
aber der vaisch Earzelack mit seiner vorgemelten clag. Bonde- 
magus stuend auff und sprach, wann er zu mal ein weiß 
her was, und sprach: sHer, der chünig, mein fraw, alls si 
lange zeit gewaltige und gesalbte chünigin gewesen ist und 
noch hewt ist, pewt gen disem vaisch, der auf sy gesagt 
ist, ir Unschuld und will das gerichten, wie des hofes recht 
ist, und pitet, das ir des dy weisen fragt, wie si es gerichten 
sol.« Der chünig sprach zue Barzelack: »Will ewer fraw 
das auch also zum rechten seczen?« Barzelack sprach: »Her, 
mein fraw hat mengen werden man, die ir thuen gar wissen, 
die Süllen euch wol sagen, das mein fraw mit recht hie ist, 
unnd das wil ich bereden, wie ich mein gewett vor gepoten 
hab.i Artus sprach : »Wil ewer fraw des hofes recht ver- 
achten, so mag man wo! bruefen , das si mit unrecht hie 
ist.' Barzilack patt umb ain gedencken; das ward im zu 
drein tagen erlaubt. Barzilack gieng sunder und sprach zer 
frawen und die mit ir waren; »Veracht wir des hofes recht, 
so spricht gar mengclich, das wir ungerecht [31.45'=] seyen; 
sollen die von der tavelrund urtail sprechen , so näm ir 
chainer aller wellt guet, das er ain valsche urtail spreche; 
sol die fraw gerichten, das mag si wol thuen, und wir wer- 
den hie mit zu spot; wann got gestuond ye dem rechten.« 
Er ward gefragt , wie man gefaren solt. Er Jach : >Fraw, 
folgt mir! ich erfind ainen guetten weg.« Si jähen: »Wie?« 
Er sprach : »Fraw , ich haiß sich vierzig man verwappen, 
die sollen sich zu wald in ain lag legen; so laß ich Artus 
sagen, das der gröst eher von aller wellt im wald sey, so 
lat er durch nicht, er wirt die seinen ermanen, das si im 
helffen den eber jagen ; alls dann well wir in mit listen hin- 
der chömen.« Wie er nun das riet, so beschach es. Des 
andern tags, alls Artus zu wald rait, ain chnab bccham im 
und sprach, er solt im ain nach volgen. Er rait im ain nach 
von all den seinen und zwen Jäger maister mit im. Alls er 
in die lag cham, die vierzig ritter chamen schnell, viengen 

Ffi.l.«t 7 



98 

die zwen Jäger und stachen Artus sein ors zu tod und viengen 
in auch und also ward er verholen aus dem lannd gefiiert 
und in ain vencknüß gelait. Alls mengclich zu abent gen 
hof Cham an Artus, do ward die chünigin und die messenney 
zue mal gar [Bl. 45**] traurig. Zue dem geseczten tag kam 
Barzelack fiir mit seiner clag. Bondemagus, der weis, ward 
zu richter erchorn, und Barzelack sprach, er wolt den chünig 
selbs zu richter haben, wann die sach in an träfF; seid er 
aber das recht geflochen war, wollt ers zu disem mal nicht 
änderst suechen. Da mit hueb er sich dannen mit seinem 
gesind. Und si vannd Artus in ir gefencknüss ; si liebt sich 
im mit Worten und werchen, das er si an massen lieb ge- 
wan, so das er seiner rechten chünigin, der" schön Ginofer, 
zu guetter mass vergaß. AU ir lewte sagten im , wie er 
mit Ginoffern betrogen war, und er ward des gänczlich ge- 
lauben. 

Nun laß wir ain weil da von und sagen, wie man inn 
dem lannd Logors und Pritonie vast urleugen ward , wann 
chünig Agwisel von Schotten sagt allen fürsten und baronen, 
das chünig Artus tod war , und schickt zwelff fiirsten in 
Pritani, das man ainen andern chünig erkür. All fiirsten 
chamen zu samen zu Gamaheloth durch erwelen ainen an- 
dern chünig. Chünig Agwisel dach[t] : »Ich wais, das Gaban 
nicht aller fiirsten guet näm, das er sich des reichs an näm; 
er und er fiir war west, [Bl. 46*] das der chünig tod wär.c 
Auff das maint er , das reich wurd dann im ; und mit ratt 
ward Agwisel gefi-agt, wem das reich am pesten bewandt 
war. Er sprach : »Zu Gabane und sunst zue niemant pas.« 
Gaban weret sich ser. Disen list mercket Galahutt wol und 
sprach: »Her, so morgen enntlich beschlossen wirt, wer 
chünig wesen sol, so wirt euch Agwisel pitten, das ir euch 
des reichs under windt ; so thuets ! änderst es wurd der öd 
Agwisel sich des under ziechen.« Gaban ward aber ge- 
peten, und näm ers nicht auf, so wolten si doch ainen herren 
haben. Gaban der sprach: »Durch ewer aller pette willen 
will ich michs underwinden.« Des ward mengclich fro an 
Agwisel, der ,rait traurig on Urlaub haim. Sust regieret 



Gaban das lannd gewaitigclich zu fünfzehen mouad und stillt 
alle zwiträcht. 

Nun sprach Barzelack zue Artus: »Lieber herr, mein 
fraw ervodert noch recht vor euch umb verrettnüss, die an 
ir begangen ist." Artus sandt zwen seiner Jäger, die mit 
im gefangen waren, zu Gaban, das er mit sein baronen chäm 
gen Talminide , da wollt er die frawen gerichten lassen. 
Also Cham Gaban, mit im die [Bl. 46''] schön Ginoffer, auch 
Galahutt und Lantzilet etc. und ander von der tavelrund. 
Artus jach, ob all der frawen baronen des schwüeren , das 
ir fraw die recht chünigin war und mit verrättniiss von im 
verstolen war, so müest dise Ginofer die verrättniiss püessen. 
Sy schwuren gar all, und er fragt dar auf die von der tavel- , 
rund gerichts. Ir chainer wolt die frawen verthüemen, zum 
andern tail ward si verthüembt alls die unschuldig Susanna. 
Barzelack solt die urtail offen, und er sprach , wie die ver- 
rättniiss gross und schwär war, doch solt man die frawen 
da mit eeren, da mit si pey leben pelib, doch solt man ir 
die schwartten von dem haubt schneiden, dar auf die chünig- 
clich chron gestanden war, und ir die gesalbten vinger ab 
hawen und si in Jens eilend schicken. Gaban sprach on den 
chünig allein: »Wer diß urtail gegeben hat und da pey ist 
gewesen, gen dem wil ich bereden, das es valsch und un- 
gerecht ist.« Also sprach auch ir menger. Kay wolt her 
fiir und das auch wider reden. So dringt dort her Lantzilet 
und stieß vor gahe manigen dar nider , sam thet er auch 
Kayen und flamt under den äugen [Bl. 46''] vor zoren und 
sprach: »Her, der chünig, war ist, das ich gesellschaffl gab 
euch und zer tavelrund ; diß sag ich euch hie alles auf und 
.sprich , das alle die mainaidig und ungetrew sein , die diß 
valsch urtai! auf mein frawen funden haben. Ist iendert ainer 
in ewr schar von Talmiride, ja zwen oder drey gar die pesten, 
die das bereden wellen, ich will sis lucken und ir urtail 
valsch machen.» Kay redt, ob er tobt, das er die pesten 
drey ain pestan wolt. Er sprach: »Ja, und ir solt nicht das 
chünigreich Logors nemen, das ir der vierd solt sein.« Ar- 
tus pat in, das er den champf verpär und sein geseltschafft 
wider näm. Er wolt nicht. In dem .sprungen drey her für 
t 7« 



lOO 

zu verwetten disen champf des tags ; er wolts nur entsamen 

bestan. Galahutt sprach: »Das beschicht nit, dann es war 

wider all ritterschafft, es solt ainer nach dem andern vechten, 

doch solt es ains tags beschecheri.« Und also ward ir gewett 

auf genomen und si verwappenten sich und zugen aus zu 

veld. Galahutt und Gaban waren grießwarten. Gaban het 

ain hörnlein; wenn er das pließ, so solten si sich beraitten 

zue dem streitt. Lantzilett pat Gabanen, das er pald pließ, 

der tag het schier end. [Bl. 46*^] Und Gaban sprach zu 

Galahutt: »Für war, umb alls Pritane wolt ich hewt der 

dreyer chainer sein.« Ir ieder berait sich zu der thjost. 

Mit dem hueb Gaban an, zu plasen. Do randten si zu samen 

so geschwind, das der ritter sein sper abstach, und Lantzilet 

ranndt im sein sper durch den leib, da von er zu hand tod 

von dem ors viel. Man trueg in mit grossem laid ab dem 

wal. Anderwait pließ Gaban, und si randten aber zu hauff; 

da stach Lantzilet den ritter, das er von dem ors in amacht 

viel, Lantzilet erpaist und ruckt sein schwertt. So springt 

jener auf; da ward ir streitt vast hertt. Lantzilet erholt 

ainen schlag aus paiden armen und schlug den ritter auf 

das haupt mit so gethaner crafft, das im das haupt zerspalten 

auf den achslen lag , und da mit viel er tod. Gaban zu 

stund plies zum dritten mal. Lantzilet nam ain sper churcz 

und starck, und randt so auf seinen gatten, das er flügeling 

hinter das ors viel, doch sprang er gerings wider auf und zoch 

sein Schwert. Diß thet auch Lantzilet, und luffen grimmic- 

lieh mit grossen schlegen da an ein ander an. Lantzilet 

zerhew im haupt, arm und achsel so gar, das nie man so 

ain zerhawen man gesach ; [Bl. 47*] noch dann wollt er sich 

nicht überwunden geben. Diß erparmt chünig Artus ser, 

und pat Lantzilet , das er im sein leben ließ. Alls er ye 

mer pat, als Lantzilet den ritter ye mer wundet. Artus 

pat die chünigin, das si fiir den ritter pät. Si sprach : »Her, 

gern,« und gieng für Lantzilet und pat dem ritter gnad durch 

irn willen. 

Er sprach : »Fraw, hart geren, ob er der warhait gicht.« 
Der ritter sprach: »Für war, das hat got pillich über mich 
verhengt, wann ich mit valsch und untrewen hie pin mit 



sampt meiner frawen.« LantzÜet sprach: »Ich wais den 
noch hie , ich wolt es für ain reich nemen , das ichs auf in 
auch erzeugen solt.« Artus verstuend wol, das er in maint. 
Nun was er so gar erplindt, das er sich seiner ameyen nicht 
verwegen wolt, und dacht, das im sunst von hail und nicht 
von gerechtigkait wegen gelungen war, und pat Gabanen, 
das er mit im war, auch Galahutt und Lantzilet, die es über 
ain nicht thuen wolten. Galahutt gab Ginofern das chünig- 
reich Soreloys für aigen ; man solt si dar inn halten, als ir 
gerechte frawen. Des danckt im doch Artus ser. Sunst 
pelaib Artus pey seiner ameyen ; und die chünigin zu Sore- 
loys, mit ir [Bl. 47^] auch die von Moloandt, Galahutt und 
Lantzilet, und pflagen da aller der freüden, der sie gelust. 
Die zertavelrundt . ritten yc zu Artus le zer chünigin , und 
ains tags rait Artus an ain gejaid, mit im Gaban, Iban und 
ander etc. ; urbäring kumpt in ' an ain geprech, das er pitter- 
lichen .schray : »Hilff, helff, reicher gotU Si randten alle zue; 
da ward ain grosser jamer. Sy prachten in mit grosser 
arbait zue ainem ainsidel und da begert er unnsers herren 
fronleichnam. Der ainside! sprach: »Wer pistu?« Er sprach: 
>Ich pin der arm künig Artus aus Pritanie.« Der ainsidel 
viel auf seine chnie und sprach: »Iler got, ich lob dich, das 
du mich erhört hast,« Er sprach: »Du verfluechter mensch, 
wie tarstu den namen gottes genennen mit deinem mainaidigem 
mund , wie das du sein begerst zue entpfachen , seit das 
du verpannen pist von der heiligen kirchen . das du dein 
recht weib last und dichvermailigest mit disempösem fleisch f» 
Artus ruefft mit andacht: »Her, pitt gott für mich! ich glob 
gott und euch, mich zu pessern.« Der ainsidel hortt sein 
peicht und sprach: »Ich wil mit dir, du wirst erfaren die 
warhait.« Unnd inn der zeitt cham die frawen und Barze- 
lagk paide ain [Bl, 47''] siechtumb an, so das si faulten und 
stuncken, das den schmack nycmpt erleiden chund. Der 
ainsidel gieng zcr frawen und sprach: »Umb das übel, das 
du gethan hast, verhengt got pilHch räch über dein leib, 
Darumb wiltu dein sei behalten, so vergich vor menigclich 



I F» [BL 62a]; i 



I02 

deiner schuld ! da mit schendest du den teüfel, und got ver- 
gibt dir dein sünd.c Also sprach er zu Barzelack. Si hiessen 
all fiirsten und baronen chumen und verjahen des Übels vom 
anfang pis dar, und Artus fragt, was si verdient hetten. 
Der ainsidel sprach: »Es ist in die gröst pein, das du si 
leben lassest *,€ und si wurden paide in ain arms spital ge- 
tragen und gelegt. Von stund schraib Artus die geschieht 
Galahutt, der zu mal fro was, und patt im sein frawen wider 
senden und pot ir zu grosse ergeczung. Galahutt sagt söl- 
lichs der chünigin. Si ward unmassen fro und ward mit 
grossen eeren, freüden und wierden gefuert zu Logors. Der 
chünig entpfiengs herlich und pat gnad; sy vieng in in ir 
arm und chust in fiir seinen mund; doch dacht si wol, si 
möcht nit alls gar wol mer pey ir ameys alls dick sein, alls 
vor ; si bedacht auch wol, das si das alles ains tails [Bl. 47^ 
mit und durch ir sünd verdient hette. Der chünig pat si, 
das si Lantzilet pätt, das er wider im und der tavelrundt 
gesellschafft gab. Diß beschach. 

Awentev^r, v^ie ain gross ritter Gabanen auf sein pfard 
zuckt v^ie ain kind und mit gev^allt v^eg füert. 

Der chünig berueft ain hof zue Lunder, allda wollt er 
Lionell zue ritter machen. Der hof ward on massen groß 
der chünigin zu eren für ir laster. Nach dem hof erpanichten 
sich die ritter, unnd man sagt in von ainem wald, wer dar 
einchäm, der gefuer nicht wol. Da sprach Gaban: »Wie 
es ergee, so wil ich ye in jenen wald reitten.« Also jähen 
ir vier, Gaban, Lantzilet, Iban und Gales, hertzog zu Clarent. 
Si ritten dar und sassen nider in ainer schönen rifier und 
haften ire ors. In dem chumpt her ain chnab und besach 
si und eyllt schnell widerumb von inen. Zer clainen weil 
trumelt ain grosser ritter her, und der chnab zaigt im, 
wellichs her Gaban was. Der ritter ranndt pald dar und 
zuckt in auf sein ors alls ain chind ; da was nott und haiff 
kain wer. Lantzilet und die andern lufTent vast nach schrey- 
ent ; es enhalf aber nicht. Si giengen zu ir orsen und schwueren 
[Bl. 48*] aber ain suechumb. Si verwappenten sich und 
chamen wider geriten an jene statt und rietten, das icder 



I03 

sunder suechte. Galoes^ fannd ain newe schla , da auf rait 
er, pis zu nacht kam er auf ain schöne purgk, er ward alda 
hart frölich entpfangen. Dy fraw auf diser purgk fragt in 
seines namens. Er sagtz ir; si vieng in in ir arm, und si 
fragt: »Lieber nef, war wiltu?« Er jach: »Ich suech ain den 
chüenisten ritter von der tavelrund, der unns hewt von ainem 
grossen ritter gefangen ist.« Si verstuend, das in Karacodes 
von dem jämerlichen thuren gefangen hett, und pat in er- 
winden; er enwoUt aber. Morgens verwappent er sich, und 
die fraw lech im ain chnaben und sagt im, durch wellich 
pascen [?] er reitten müest. 

Her Iban suecht ander end; dem begegnät ain vast 
schöne junckfraw ; pey ir cham da her ain rospar. Die magt 
rait hart unfröelich. Er grüest si und was si fragent, was 
auf der rospar lag. Sy jach : »Enfragt sein nicht ! wann mich 
kund noch nye ritter getrösten; darumb will ich zue Lunders 
auf den hof, ob ich da ainen ritter zu meiner nott funde.« 
Er pat sichs versuechen lassen. »Geren,« sprach si. Er 
tackt ain paldekin auf, er fand ain plock da ligent und en- 
west nichtz da [Bl. 48^] mit zue thuen. Si sprach: »Nun 
hebt disen plock auf!« Da das geschach, da fand er ain hart 
siechen ritter darunder ligend. Si sprach: »Mügt ir den 
ritter aus der par heben, so ist unns wol peschehen.« Iban 
versuecht es mengen weis, er mocht in aber durch nicht 
erwegen. Da ward die magd all ser wainen und sprach: 
»Nun ist es pöser, dann vor,« und rait unfrölich durch den 
wald. Nun rait Lantzilet vast ser trawrent umb herren Ga- 
bohen und cham auf Ibans schla. Im becham die magdt, 
die fragt er ir schwär; si sagt im, wie her Iban mit ir ge- 
worben het, und er woltz auch versuechen und hueb in ge- 
ring aus der rospar zer erden. Der ritter danckt got und 
im; die magdt viel im an den fueß, der ritter pat in mit 
im herbergen; er gehieß im. Si chamen auf die schönsten 
purgk von der wellt, do ward Lantzilet vor malen pey seiner 
zeit nie so erlich entpfangen alls von des ritters vater und 
prüedern. Er ward auch entwappent und gefüert auf das 
palas. Des ritters vatter fragt, obs mit gnaden möcht sein, 
er weste hart geren seinen namen. Er sprach: »Herr, ich 



104 

haiß Lantzilet vom Lack.« Er fragt für pas und sprach: 
»Mich dunckt wol, ich sol euch fiirpas chennen [Bl. 48*^]. 
Herr, habt ir icht gehört sagen, wie zu ainer zeitte ain ver- 
wunter ritter an Artus hof cham, und ain ander schwuer, 
,in zue rechen an allen den, die sprechen, das sie jenen lieber 
hetten, die in wundten, dann in?« Lantzilet jach : »Ich hab 
darumb ettlich nott erlitten.« Der her mit sein sünen vielen 
im zu fueß und sprachen: »Ir seit unns allen zu sälden zu 
diser weite geporen,« und er zaigt im die masen, dar aus 
er das sper zoch und des Schwertes stuck. Er sagt in von 
seiner suechumb. Si jähen, das war ein hart schwäre sach; 
si sagten, das Karacodes muetter die gröest zaubrerin von 
der wellt wäre, und wie si den ritter in den plock ver- 
zaubert hett, in müest der pest ritter von der wellt lösen. 
Si paten in, die fart zue meiden und verperen; er enwolt. 
Trahen von Jal hieß der vatter, der verwundt sein sun, und 
der dritt Melians de Jal. Nun sag wir widerumb, wie es 
her Iban die weil ergieng. Er hört zernacht ain hörnlein 
plasen und er cham der endt; in rueft ain chnab an und 
sagt im, wie ettlich dieb im sein muetter hetten gefangen 
und verstolen, und wolten auch sein Schwester unern, und 
si wären noch all in dem haws, und ir waren dreizehen. 
Iban eylt pald dar und cham [Bl. 48^] under si slachent 
und schlueg ir aylff zu tod. Die andern fluhen ; da viellen 
im das haws volchk zu fueß mit grossem dancksagen, und 
ward die nacht vast wol beherbergt. Morgens rait der chnab 
mit im der endt, dar er wolt. Da cham er inn ain schönes 
tal zue ainem wasser, genannt Tamise, und sach ain schön 
pavilun auff geschlagen und sach alda ain clare frawen pey 
irem har auf gehangen und ain ritter zu ainem pfal gepunden. 
Er rait zer frawen und wolt si lösen : so reit auß jenem ge- 
zellt ain ritter verwappent, der es im wem wollt. Si thjo- 
stiertn. Iban stach in, das er in amacht lag, sam beschach 
ir fiinfen. Er hew den ast ab, da die fraw an gehangen was, 
und wolt Segrimors, den ritter, auch lösen. Do chamen ir 
flinff, unter den halflf im ainer haimleich, der nicht gern sein 
schaden sach ; so chumpt Lantzilet zu dem chnaben , der 
Iban dar geweist het ; der zaigt im den weg nach her Iban. 



Lanzilet urlaubt sich von Melians und cham zue dem streit; 
da erchant er Ibati wol und nam sein glävi und ranndt zu 
stund ain durch den leib, der pelaib tod ; die andern fluhen 
zu wald. Segrimors ward geschickt mit seiner ameyen zue 
Lunders. Es was die niagt, die [Bl. 49^] Gaban durch oder 
für die zwainczig ritter geholffen hett zue der chünigin, seiner 
ameyen. Galoes»von Clarent rait von seiner nifteln hauß 
und cham in ain tal und fannd ettlich ritter und ors tod 
ligent. Ain garzun sagt im, das her Gaban für gefüert war 
und hartt gegaiselt. »Sein fraw von Trisand wolt in be- 
schüczen; der wurden ir ritter gefangen und tod geschlagen, 
als irs da secht.i Inn dem so laufft ain magdt über jene 
wisen. Ain ritter loff ir nach. Si ruefft den herczogen an : 
»Der mörder wil mich unern.« Der hertzog sprang zu seinem 
pfärd, also thett jener; und er stach den ritter zu haufF und 
zwang in. das er den herczog gnaden patt. Der herczog 
gab der junckfrawen das schwert, das si da mit schüefF, was 
si wollt. Si gab es irem knecht, der ainer grossen wunden 
verwundt was; der schlueg in tod. Dy magt jach: »Chumpt 
zu meiner frawcn, die sich verporgen hatt k Unnd die fraw 
von Trisand sagt, wie si zu Artus hof wolte sein, und Galoes 
hieß si reitten an den hof Si thet das und sagte zu hof 
alle dise mär. Der chünig Artus pat Im all sein mag helffen, 
seinen nefen und gesellen zu sueclien. Melioans lait si, wann 
er es wol west, war si solten. [Bl. 49''] Alls der hertzog 
von Trisannd von der frawen geschaiden was, begegnet im 
ain clarc junckfraw, die er grücsst. Si sprach: »Herr, ich 
suech ainen ritter, der ain awentewr zu ende soll pringen.« 
Der chnab chante wo! die magdt und jach: »Her, si verlaitt 
euch dar, das nye ritter enden mocht« Er sprach: »Fraw, 
reittet fiir! ich volg euch.« Si chamen zu ainer pui^k; do 
wurdens wol entpfangen. Morgens verwappent sich der 
herczog und wollt reitten; dy magt sprach: sHer, ich laß 
euch hie die gewonhait sehen.« Si füert in zu einer pastein 
vor der purgk ; da waren vier gross gepawrn mit fraißlichen 
cholben und schilten. Dy magt sprach: »Mügt ir durch si 
chumen , so habt ir die awentewr zu ende pracht.* Er 
ruchkt sein schwertt und si luflfen mit grossen schlegen zue 



io6 

hauff ; er schlueg dem eitern den rechten arm mit dem kolben 
weg, darnach spiellt er im das haupt inzway. Das gertten 
sdn sün zu rechen und schriren zetra; da erlangt er ainen 
und schlueg in, das man im das hercz zum pauch aus sach 
hangen. Er schlueg ett drey zu tod, der vierd begert ge- 
naden. Die magt gnadet im und sprach: »Herr, ir habt 
dise purgk und lanndt erstritten.« Si lawt ain glogken, die 
man gar weiten hört. [Bl. 49*^] Der herr von dem lanndt 
cham mit den seinen, danckt dem herren und gab im purck 

und lannd auf; er enwoltz und fragt nach awentewr. 

» 

Awentewr, wie der herczog zu der schwär czen statt 

Cham. 

Die magt sprach: »Unferr ist aine, die niempt gewinnen 
chan dann der ritter, der den jämerlichen thuren gewinnen 
sol.« »Dar laitet mich«, sprach der ritter. Die magdt fuert 
in weg zu einer statt, der was die mawr schwerczer dann 
ye kain hartz, und innen was si so vinster, das nyemant 
gar nicht gesehen chund. Si gab im pey der portt ain ketten 
und sprach: »Dy ketten laytt euch, dar ir chömen sollt.« 
Er raitt nach der ketten und cham, da es vast liecht ward, 
auf ainen chirchof vor ainem münster. Si jach : »Secht ir 
jene leuchten pey der thür ? Ob ir die thür auf gewint, so 
seit ir an zweifei der peste [ritter] von der wellt.« Er sach 
nichtz, das in irren sollt, und gieng in das münster. Do was 
der stanck und über grosse keltin so aißlich, das im nye wiers 
beschach ; auch so chamen auf in die gröesten schleg mit 
Stichen, glävien und kolben, so das er nider viel und in un- 
chrefften lag. Zerweil kroch er auf allen vieren wider her 
aus. Die magdt begraif in und half im wider auf sein 
[Bl. 49**] pfärd. Er sprach, umab aller chünig guett wollt 
ers nymer versuechen. Er fragt, war von diß alles chäm. 
Si jach: »Es was hie ain herr, der warb lang nach einer 
magt, und si chunden vor grosser huet nichtz schaffen In 
ainer karwochen an dem donrstag zue metten zeitt, alls man 
die liecht lescht, zuckt er die magt, und volprachten Iren 
willen. Das vernam ain heilig ainsidel; der cham dar mit 
ainem liecht, da fand er si paide tod; seid ye ist die statt 



vinstcr, und diß alles waist nyemand end, dann das es ain 
ritter enden sol.« Si riten wider auß der statt und wurden 
auf aincr purck wol empfangen. Morgens fragt er des wegs; 
man pat in wider zu keren ; er enwollt und cham in ataen 
wald, nannt man des tewfela weg von fraiss wegen. 

Lantzilet und Iban ritten auch suechent; in becham auf 
ainem wald der niagt Schwester, dje Galoes gelait het, und 
fragt, war si woltten. Si sagten von ir suechumb. Si sprach: 
>Er ist noch leicht ungeporen, der Gabanen lösen solt; er 
ist, ob got wil, lebent;« und si jach, ob si abentewr be- 
gertten. Si sprachen paid; »Ja.« Also fliert sis zu dem 
münster, sagt in, wie si dar inn [Bl. 50^] gefaren selten. 
Iban versuechtz vor; es ei^ieng im wie dem hertzogen. 
Lantzilet gieng mit gerücktem schwert dar ein. Im thett 
keilt und stanck so wee, das er nicht maint genesen, und 
gieng alls für sich slachent ; im wurden so groß schleg, das 
er nicht want, ain glid gancz zu haben, Er ward zwier 
nider geschlagen und sprang ye wider auf; ze jüngst chroch 
er zer thür, stieß mit aim fueß daran, so das die thiir weit 
auf schoß, und fuer ain söUicher glanst her aus, da von all 
die statt erleücht ward, und alls volck von der statt loff got 
lobent zue dem münster und theten Lantzilet grosse eer. 
Er lag in grossen unchrefften. Iban lofif über in , wollt in 
auf den kirchof tragen. Ain allt man hieß si paid in ain 
grunft gan und auf ain grab siezen, das dar inn war. Si 
thetten also , und da wurden si paid gesundt und frisch. 
Man pracht in ire ors ; si sassen dar auf und riten zue ainer 
purgk, da ir wol gepflogen ward. Die statt hett sibenzehen 
jar gehaissen die »traurig Aschalun.c Nun hieß si wider 
die »fürnemend Aschalun.* 

Alls Karacodes Gaban gefangen hette unnd im nackent 
seinen leib durch schlahen ließ, do cham des [Bl. 50''] wichtz 
muetter und pracht ain püchsen vol vergifft und hieß sich 
in bestreichen, er wurd zu hand gesund. Man warff in in 
ain kercher vol gewürbms, die stachen in vast ser. Er be- 
straich sich ; da geschwal er , das nye man wierser ward. 
Diß erparmt gar hartt ainer schönen magdt, die cham zue 
im und sprach: »Herr, ich hab vil gehört von ewer piderb- 



io8 

kait, darumb wil ich euch nicht verderben lassen.« Si ma- 
chet proet von chrewtern und warff das ciain geprochen in 
den thurn. Das gewürm eylt vast dar zue; all zu hant 
stürben si, und die wurden nu ser stinkent. Si thett im hin 
ein ain edle salben, da von er gancz gesundt ward, und er 
dancket got und ir. Si pflag sein wol mit essen, trincken, 
claidern von newer leinbat, das si heimlich zue im warflf. 

Awentewr von dem tal genant das tal an widerker oder 

der valschen mynner. 

Nun sagt die hystori, das Galoes von Clarent cham 
inn den wüesten wald, da von im vil gesagt was; und 
cham mit dem chnaben zu ainer cappellen, do zwo weg- 
schaid waren; er wollt ye den verpoten. Der knab sprach, 
er wollt sein pis zer nacht da wartten. Er rait zu ainer 
portten von zauber und [Bl. 50*^] kam zu ainer gruft, dar- 
durch muest er gan. Er pand sein ors an. Unnd in der 
gruft lagen vier aischlich tracken an ketten, die schussen 
auf in ; er cham unter si slachent y es halff nicht. So holt 
er ainen Sprung zer thür für aus und cham an ain schnelles 
wasser; er gieng über ain gar schmalen steg. Ain ritter 
stach in mit ainer glävi in das wasser. Des luffen vier ge- 
wappent pawm über in und prachen im den heim vom 
haubt, und er ward von in zue andern gefangen rittem ge- 
fiiert. Diß hieß das tal an widerker oder der valschen myn- 
ner; wann Artus Schwester Morgena hett von Mörlin vil 
Zaubers gelert; die minte ainen ritter und er ward ain andre 
mynnen. Si raiczt in in das tal und bezaubert in sunst dar 
inn. All chnaben und maegdt mochten wol aus und ein 
reitten. Der ritter lagen da vierhalbhundert und betten doch 
kurczweil genueg von jagen und paissen. Lantzilet cham zer 
pui^, da Galoes gewesen was. Im ward auf sein schia gezai- 
get, und ain magt rait mit in. Si chamen zer cappellen und 
sahen den chnaben. Si fragten, was er schüefT; er sagtz 
im. Iban pat Lantzilet umb die awentewr; er erlaubtz im. 
Es ei^eng im in aller mass wie Galoes. Die magt sagt es 
Lantzilett. [Bl. 50^] Der rait auch dar mit der magt; er 
schlueg die tracken zu tod, und, do er auf den st^ cham, 



^^^^ 109 — I 

ain ritter stach in durch den schillt; er sprang gen in und I 

si entpfluchen im durch das wasser. Er cham aber an ain 1 

wasser, da betwang er drey ; der vierd floch davon. Er I 

cham im nach; da loff er zu ainem pavilun, darunder schlieff 1 

Morgena , Artus Schwester, Er eyüt nach ; vor gähe über I 

stieß er das pett mit all, und er ervolgt den ritter und I 

schlueg im ain diech ab , darnach das haupt und gab das I 

Morgena für die Unzucht. Ain fraw gab im mit aim schwert 1 

ain Stareken schlag über sein achseln. Er sprach: »Fraw, I 

ob ir ain ritter wärt, ir schlüegt mich nymmer.« Si sprach I 

ser waynende: »Ir habt mir mein ameis erschlagen. c Er I 

sprach: »Diß argen zagen mügt ir leicht ergeczt werden.« I 

Er sprach zu seiner frawen: »Sol ich mer hie zue thuen, I 

ich pin berait.a Si sprach: »Ir habt genueg gethan.« Die I 

Htter chamen ail, der gar menger in wol erkante, sunder I 

sein gesellen waren zu mal fro. Man pot in allen groß ere ; I 

zemacht legt man si schlaffen. Morgena cham leis in die I 

chamer und machte Lantzilet ain grossen schlaff und trueg I 

in weg , legt in auf ain ors par un fuert in auf ain ander 

geschloß. Die magt [Bl. 51"] ward des gewar und ervolgt 

Morganen, patt, das si den ritter ließ unbekümert. Si jach: 

»Des habt zu meinen trewen, das er piß freitag mit seinen 

gesellen vor dem jämerÜchen turen müeß sein!« Si rait ■ 

fröHch zu den rittern ; ieder rait nun , war er wollt. Mor- I 

gena legt Lantzilet in ain kärcher unnd verschloß in, und I 

sach an seiner hant ain vingerlein , das im die chünigin I 

geben hett ; sie hett ains dem vast geleich. Alls er er- 1 

wachte, er enwest, wie im beschehen was. Die fraw gieng J 

zu im und sprach: »Wellt ir gern ledig sein, ich schäcz I 

euch.« Er sprach : »Was wäre die schäczung?* Si sprach: I 

»Nur das ringel an ewrer hand.« Er jach: iFraw, ob euch 

der ring wurd , so müest auch ir den vinger auch da mit 

haben.« Morgena sprach: »Pis samstag wirt der jämerlich 

thuren gewunnen und Gaban erlöst von ewern gesellen.« J 

Des want Lantzilet ersterben , ob er nicht dar pey wäre. I 

Si mercktz und sprach: »Welt ir globen, so Gaban erlöst! 

ist, das ir in mein gevencknüss wider kumet?» Er sprach: J 

»Ja.« Mit dem ließ si in reitten und schickt ain magdtj 



HO 

mit im, auch ettlich ir dienär und ein' pavilun. Si pat haim- 
lich die magt, das si in vil versuechte. Si benachten in 
ainem wald [Bl. 51^], und im ward gepett, auch der magdt, 
iedem sunder. Alls er lag, gie die magdt zuo im, wolt sich 
zue im legen ; er enwoltz nicht gehabt haben, wie sis in pat. 
Si sprach : >Ir seitt ain ritter, darumb so pitt ich euch, das 
ir mir helfft aus ainer grossen nott ; wann es zer tavelrunnd 
recht ist, wer si zer nott anruefft, das si ye den lewten 
hulffen.« Er jach, er woltz auch geren thuen, fragt si, was 
si nott hett. Si sprach : »Ich hab nott nach ewrem schönen 
leib.« Er sprach, von diser nott gehulff er ir nymer. Si 
jach : »Ligt all schöne zu guett nacht 1 ich wil euch ain ciain 
sagen, dann schlaffen. Er jach, was das war. Si sprach: 
»Piet her ewre oren;« si naigt sich und schnell chusst si 
in an den mund. Er lieff pald aus dem pavilun und wuesch 
seinen mund. Si sagt im erst, wie si der ding gepeten 
war von ir frawen, und pat in schlaffen. 

Morgens stuend er auf, wappent sich, und chamen zu 
tercz zeit zue dem jämeriichen thuren, und vand da all sein 
gesellen mit grossem volck. Si fuert in zu ainem wasser, 
dar inn sach man ligent ain ritter und ain frawen minncklich 
umb schrenckt. Er fragt, wie si dar chumen wären. Di 
magt sprach: »Daran hat sich meng ritter versuecht, das 
man si nye [Bl. 51*^] her aus chund erheben; ain ritter sol 
den jämeriichen thuren gewynnen , der sol auch si her aus 
heben.« Er sprang schnell von dem ors, loff in jenes wasser, 
tuckt sich und begraiff den ritter und trueg in sunder nott 
an landt und darnach die frawen. Des verwundert sich die 
magt und sprach : »Bey nam, kain pesser ritter lebt auf erden 
nicht, dann ir seit.« 

Man sagt in dem her, das Karacodes gen Lorgors wertz 
war und machte ain starcke pastein wider Artus und die 
sein. Lantzilet sprach, er wolte nach im, und im volgt 
maniger ritter. Iban und Galoes pliben auf dem wal. Dem 
hertzogen hett sein nifftel vor gesagt von der purgk und 
sprach, zer weitten portten möcht nyemandt ein, er müest 
mit zehen rittern vechten. Er gab der junckfrawen von der 
purgk ain ring zu worzaichen von ir nifftel, das si im hulff. 



Si jach, si thätt es geren, wo sis möcht. Iban wolt ie zer I 
maisten portcn und der hertzog zer andern. Iban rait zer J 
maisten porten; im bechamen wol vcrwappent fün ff ritte r, I 
und funff verhielten sich. Er vergaltet manlich an si, und 1 
die funff chamen binden zue schlahend. Ainer stach in 1 
hinderwertz, das er vor auf jem ors lag, und stachen im | 
sein ors zu tod ; sunst ward er gefangen. Sy wolten im das I 
haupt ab schlahen, da sprach [Bl. $1''] die magt: »Durch J 
nicht thuett söllichs, pis der herr chumptl« Man legt in in 1 
ainen kercher. Galoes gieng über ain schmalen tillen, pis I 
er über ain ser tieff wasser cham zue der ersten pastein. 1 
Da was ain gewappent ritter, wollt im den weg weren. Er 
bezwang in schnell zue sicherhait ; sam thet er zer andern ; 
zer dritten fannd er ir zwen, die hueben mit im an zu streitten. ] 
Er verwundt si hartt ; es halff nit ; si scliluegen in zer erden 1 
mit heim axten. Die junckfraw loff dar, das si in nicht tod j 
schluegen. Er ward gelegt zu herrn Iban. I 

Nun raitt Lantzilet mit seiner ritterschafft Karacodes I 
auf seiner schla nach, der auch sibenhundert ritter pey im 1 
hette und sich mit Artus in ainem stain weg vergattet, Artus 1 
strait vor an si, und Lantzilet hinden. Da er hört, das Artus ] 
da was mit den sein, do cham Lantzilet so zue schlahent, 1 
das er man und ors dar nider schlueg, und rait Lantzilet, 1 
do er sach Karacodes dort halten. Er schray des chüniges 
herzaichen und ruckte sein schwert und cham mit söllicher 
chrafTt an in, das die funcken da von stuben. Galahutt, Ar- 
tus und Lionell horten Lantzilet ; des wurden si fro[er], dann I 
vor ye. Karacodes wolt fliechen zue der purck wertz, Lantzilet 
[Bl. 52"] ruefft im nach : >Ey, verzagter ritter, nicht fliechet 
ain, der mynder ist dann irl« Si unters chluegen sich 
aber; Karacodes ward vast und ser wund und floch, was 
er mocht. Lantzilet jagt alls nach pis zer purck. Die 1 
zehen ritter ersahen, wo ir herr her fliechent cham, und 1 
eylten für die pastein. Lantzilet ervolgt in und vie! im J 
umb sein hals, wollt in von dem ors zucken. Da randt j 
Karacodes alls ser, das er Lantzilet aus dem satel rait, | 
und er hieng im noch alls umb den halls und schwang | 
sich hinter In auf das pfard; sunst eylt er durch die pastein, J 



durch die ritter alle. Alls das die magt ersach, si schnaid 
behend die strick ab, das die schuczgattern für viellen, und 
die ritter muesten da vor beleiben. Si viellen von dem pfärd, 
und Lantzitet schlueg sich ser müed an dem Herren ; zue 
jungst schlueg im Lantzilet ain achsel ab ; da wolt er fliechen 
gen dem thuren; er schlueg im nach und vällt sein vor 
gähe und schlueg auf ainen stain sein schwert entzwai. Die 
m^ pracht im pald ain anders vast gut und starck. Karacodes 
zuckt Lantziletz scliwertz drum, wolt Gaban da mit erstechen 
und loff gen dem thuren ; da ereyllt in Lantzilet und schiueg 
im das haupt [Bl. 52''] ab, darnach nam er die Schlüssel 
und thet den thurn auf, so sieht er ainen man da siczent. 
Er fragt, was da war. Gaban sagt: »Ain gefangen man.* 
In erchennet Lantzilet an der styni und sprach ; »Lieber herre, 
got, seyestu gelobt, das ich euch noch lebend find! ich piß 
es, Lantzilet, ewer freund und gesell.* Er fuert in auf Jens 
haws. Also thett man auch Iban und Galoes ; die magt 
ward hart fro umb si , und chusten sich manig mal. Mit 
dem cham Artus für die purgk gerant. Man pracht den 
helden pald ir streit gewant. Sy wappneten sich. Die 
magt sprach: »Ich wil die zehen ritter versuenen mit euch;« 
si sprach zu den au.ssern: »Wellt ir den leib belialtten, so 
pitt genadi* Si sprachen; sGeren.i Die port ward aufge- 
than, si gaben Lantzilet ire schwert auf und schwueren ge- 
vencknüss. Er rait zue Artus und gab im lannd und purgk 
auf, die er ervochten hette, und sprach: »Herr, die m^fdt 
hatt wol an unns gethan, die gewert ainer pet.* Artus 
jach: >Geren.t Er patt für si, das er ir purgk und lanndt 
gab. Diß beschach mit willen, und ir ward zue man geben 
Melians de Jal. Do ward under in allen vi! freüden. Die 
magt, [Bl. 53'] die mit im chömen was von Morgena, er- 
mant in, das er wider in ir frawen gevencknüss cham. Er 
sagt es herren Gabanen , doch das ers verhäl , pis er weg 
kam, und darnach sagte, wie er wollt. Sunst rait er mit der 
magdt weg. Do si diß befunden, do machten si grossen 
jamer nach im und riten zue Lunders wertz. Lantzilet was 
in fraw Morgena geväncknüss ; si kund im den ring mit pet 
noch dro nicht angewinnen. Alls sis befannd, si macht im 





n3 

ainen schlaff, in dem si im das vingerlein ab zoch, und stackt 
im das ir daran, das dem sein geleich was. Alls er erwacht 
und nichtz prüefet, da schickt si ain magt an Artus hoff und 
gert gelaitz, zu reden von Lantzilet. Ir ward frid gepanen ; 
si sprach vor allen rittern: »Herr, euch entpeüt Lantzilet 
seinen grueß und pitt euch und alle ritterschafft zer tavel- 
rund , das ir im verleihet , ob er yemandt gelaidigt hette, 
sunder den chünig, dem er mit valscher mynn sein frawen 
geunert hat; des zue worzaichen sagt er Gabanen sein ge- 
vencknüss haimlich und schickt der chünigin disen ring,« und 
warff ir den ring dar. Die chünigin sprach: »War ist das, 
das ich disen ring Lantzilet durch wäre (rechte) mynn gab, 
aus getrew frawen guttem ritter [Bl. 52''] schuldig sind ; es 
wissen all baronen und ritter, wie vil er durch euch und 
mich gethan hat.« Der künig sprach : sFraw, enlürcht nicht, 
das ich die wort zu var auf nem ! ich waiß in so guet, das 
er ee sturb, ee er sollich wort thäte.« Mengelich englaubet 
nicht diser magdt red und ward ir red zu nicht. Si ward 
hart unfro , das si nicht sollt werren stifften zwischen dem 
chünig und der chünigin, und nam urlaub. Galahutt, Gaban, 
Lionell, Iban und Galoes schwueren aber ein suechunib und 
schieden sich in dem wald. Galahutt cham zer statt der 
Aschalun und fannd pey aynem pawn ain gar schönen tancz. 
Ain schillt hieng an dem pawm; so si da fiir tanczten, so 
naigt sich mengcHch dem schult. Er beschawt den schult 
und erchantt in; er fragt, wie er dar cham. Ain alter ritter 
sprach : »Herr, der herr des schiltz hat unns von dem grösten 
unhail ernert und erlöst ; er ward unns tod gesagt, wir betten 
grossen j'araer ; piß necht pracht man unns den schillt und 
sagt unns da pey, das erwol hier.« Des ward Galahutt on 
massen fro und nam den schillt von dem pawm und fuert 
in weg. Do ward pald nach harnasch geruePft [Bl. 53']. nod 
vierzehen ervolgten in zue wald. Er rait all gemach; er 
strait vast mit in und erlembt fünff. Der allt ritter cham 
dar gerant, pott all den seinen, das chainer auf disen rittgt 
raer schlueg. All sein watt was durch runnen mit pluet. 
Er sagt im, wie Lantzilet das liecht der statt praciit hette, 
aber er west nicht , wo er wäre , auch war der schult wol 



114 

zue im bewannt. Er urlaubt sich und cham zu ainem prueder 
hof, do ward im alle eer gethan, und si verpunden im sein 
wunden mit guetter erczney. 

Gaban cham ains tags zu ainer pastein, und ain ritter 
versagt im den weg. Er schlueg das ors mit den sporen 
und stach den ritter under das ors. Da rueft er: »Herr, 
ich pin hartt gequetscht , ich pitt euch , helfft mir auf das 
orsi ich gich mich überwunden.« Alls Gaban erpaist, jener 
thet, a^s er cham leben mecht; als er aufs ors nun cham, 
er nam das ors mit den sporen und über stieß herren Ga- 
bonen und rait von im, was er mocht. Gaban sprang auf 
sein ors und jagt im geschwind nach und cham in ain ge- 
prüch, das er und das ors über ein ander viellen. Diß sach 
der verrätter, ranndt wider auf in und randt in zue drein 
malen [Bl. 53^] nider. So chumpt von geschieht her Iban 
her reitend. Der rait auf in, und jener enpfloch im in dem 
wald. Gaban cham mit nott aus jem geprüch, und si chan- 
ten sich pald. Gaban sagt, wie er in mit valsch betrogen hett. 
Si ritten zu einem prueder hof, funden einen alten auf dem 
kirchof Er sprach: »Lieben herren, warumb tragt ir diß 
zeit Wappen an dem sambstag?« Er sagte Gabanen alls vil, 
das er unnser lieben frawen globt, das er chain sambstag 
mer an nott wappen tragen wollt affter non zeit. 

Awentewr, wie Morgena Lanziletten in manig weis ver- 
suocht, sein messenney verkiesen. 

Nun sagt die hystori, das Morgena Lantziletten fragt, 
ob er umb sein erledigung Pritani und Artus gesellschafft 
ewig vermeiden und versprechen wollt. Er sprach, er wollt 
ee lieber sterben; »aber ob irs nicht entperen wellt, wil ich 
versprechen pis weinechten.« Margena versuocht mengen 
weis, wie si im die chünigin zue veind machte; und zue 
ainer nacht macht si im ain trawm, wie er die chünigin under 
ainem gezellt fund bey ainem ritter, der mynn spilent. Er 
zuf kt ein schwertt, wolt den ritter zu tod schlahen, und die 
chünigin pat in gnaden. [Bl. 53^] Er erwacht und fannd 
sein Schwert in seiner handt. Dy fraw cham, fragt, ob er 
noch die messenney verkiesen wolt. Er sprach: »Nain.c 



»So müest ir immer gefangen sein.t Er jach; »So wil auch 
ich gott geloben , das ich auch nymmer mer esaena noch 
trinckens enpeissen wil in ewrm haus.« Margena erschrack 
und west die wortt gewiß ; si sprach, das er die gesellschaffl 
verschwiier pis weinachten, in maß er sich selbs vei-willigt 
biet. Er thets. Da wurden im all sein wappen und pessera 
_ pracht; er saß mit ir aller urlab auf und schied von dannen. 
Inn der zeitt was auch Gaban und Iban zu rue chomen 
pey den pruedern. Si urlabten sich, ritten zu drein tagen 
und sahen auf ainem schönen veld ainen tumay , und ain 
ritter entworcht allain den turnay, wie er wolt, und si preisten 
disen ritter und sprachen , si hietten ane Lantzilet küener 
man nye gesechen. Ain ritter pat dise zwen auch vergatten. 
Si thetens und hulffen in wider den ritter, der chund nu 
nicht so gar mer seinen willen volpringen wie vor. Der 
ritter rait all wainende weg und schlueg in den wald und 
warff seinen schillt von im. Gaban und her Iban eylten im 
schnell nach, hueben [Bl. 53''] seinen schillt auf und sprachen, 
das nymmer so guettes ritters schillt zer erden sollt ligen. 
Si ervolgten in und wurden an ein ander kennen ; si viengen 
in inn ir arm und hetten grosse frewd mit im. Seiner nott 
ward dester mer. Er sagt in, er möcht in nit gesellschaffl 
thuen zue disen zeitten, er wurd mainaidig; diß war ain ur- 
sach seiner chlag; »doch sagt ewer gesellschafft , das ich 
gesund und ungevangen sey! aber frölich pin ich nicht.« 
Si schieden von ein ander und bevalhen sich got. Lantzilet 
rait zue Soreloys ; alls er Galahutt da nicht enfand, des was 
er zu mal laidig. Man thet im groß ere. Er verdacht sich 
ains nachts so ser, das er maint, die chünigin undwider- 
pringlich verloren haben, das er tobsüchtig ward ; und sprang 
durch ain venster auß mit ainem paren schwert und iof zu 
wald, Sunst was er aber verloren. 



Awentewr, wie Galahutt, der edel künig, umb Lantzilets 

verliesung vor rewen und laid starb. 

Da Gaban die mär zu hof pracht , das er ungefangen 

was und gesund , des was mengclich fro und doch laidig, 

wann er nicht chund sagen, wo er hin was. Galahutt ge- 





n6 

dacht in zue Soreloys vinden und [Bl. 54*] nam urlab. Alls 
er zue lannd cham und die mär vernam, wie er verloren 
war, man zaigt im schillt, heim und andre wappen ; er hiengs 
für sich zue seiner pesten frewd , und vor senen leget er 
sich nider und starb, der edlist chünig, der ye lebt, und der 
weisist an Salomon. Di histori sagt, das die von Moloand 
auch starb vor laid. Umb in ward on maß grosse clag. ^ 
Lantzilet was auch verloren; diß alles machte grossen unge- 
mach in allem Pritanie. Dise mär veriesch di fraw vom 
Lack, di macht grossen jamer und suecht in mengen enden; 
zue jungst fand si in in ainem wald ser zue ungemach, Si 
erchannt in nur pey ainem vingerlein , das si im gab ; si 
fuert in mit ir zum lack und machte in wol gesund. Si er- 
kannt auch wol, was sein betruebnüss was, und sprach: 
»Mein liebster sun, ich wil dir geloben, das dir die chünigin 
grosse und holde mynn tregt dann ye vor, und du wirst si 
von einer grossen nött lösen in ainer kürtz.« Der red ward 
Lantzilet an massen fröelich, wann er was schön und wider- 
umb volchumen. Si sprach: »Reit hin zue Gamahelot an 
die stat, da ich dich von erst dem chünig bevalch, da er 
dich ritter macht I [Bl, 54^] Alda wirstu die chünigin finden 
und ain ritter wirt si herren Chay mit thjost nemen. Das 
wirt beschehen am donrstag vor Pfingsten umb tercz zeit.« 
Er verwappent sich und nam zue seiner frawen Urlaub und 
rait zue Gamahelot in den wald. Artus hett grossen hof. 
So chumpt ein gewappent ritter ein geriten und grüest all 
die zer tavelrund und was Meliagans, der chünig, Bonde- 
magus sun von Gore. Er sprach : »Artus und all die messen- 
ney sol wissen, ich pin her chumen, mich zue entschuldigen, 
das Lantzilet geredt hat, das ich in ungetrewlich oder var- 
lich dye wunden stach.« Artus sprach: »Ir und ander ritter 
wissent, das Lantzilet in maniger zeit an meinem hof nicht 
gewesen ist; war er hie, ir verpärt alle dise wortt; er hats 
dick auf pessern ritter erzeugt, wann ir seit.« Meliagans 
sprach: »Zu diser wellt wollt ich auf kainen man lieber er- 
zeugen, dann auf Lantzilet. Ich sag euch mer, ich sich, das 
ich von hynnen ungestritten mueß reitten, das ist mir laid; 
ich gedacht, das pesser ritter hie wären ;« und saß auf und 



sprach: »Mein vater hat mangen man, die ir nymmer er- 
lesen getürtt, und im sunder danckes dienen müessen. Nun 
wi] ich all gemälich reitten. [BI. 54'] Ob ein ritter war, 
der die chünigin törst iiir den wald fiieren und mir ange- 
sigte, so wolt ich euch alles volck wider geben; überwund 
aber ich in, so fiier ich die chünigin hinnen wider all ewern 
willen.« Ir vil paten des Streits. Kay patt so vast durch 
des hoves ere willen, das die andern den künig auch warden 
pitten, das es Kay erlaubt wurd. Das beschach. Chay ver- 
wappent sich, und die chünigin saß auf mit im, ser wainde, 
und cham dem ritter nach. In dem wappent sich her Ga- 
ban, der erst chömen was, und nam mit im zwai dy pesten 
ors, das dritt rait er selb, auch zwen chnaben, ob Kay miß- 
lung, das ers im nemen wolt zue Gore. Unnd inn der selben 
zeit was Lantzilet in den wald chömen, da die chünigin durch 
gefiiert ward. Er grüest si paide und fragt herren Kay, 
war er die frawen füeren wolt , und er sagt im aller ding. 
Sust ließ ers paide reiten. Nun alls Kay durch den wald 
zue veld cham , sach in Meliagans , und also peraiteten si 
sich paid zer thjost ; die ergieng gar hartigclich, da von viel 
her Chay, das er in amacht lag. Meiiagant bevalch die 
chünigin den seinen, der ob hundert was, das sis weg füer- 
[Bl. 54'']ten, und er erpaist und wolt Chayen zue tod schlahen, 
Lantzilet sach die chünigin weg fiieren; er nam sein ors 
mit den sporen und schlueg under si, was er gelaisten mocht, 
und stiffte söllich wunder, das die chünigin in durch sein 
that ward erchennen. Diß hört und vernam Meiiagant und 
ließ von Kay, der hart wund was, und kcret an Lantzilet, 
der sein auch pald gewar ward und rait mit gezogem schwert 
Meiiagant an, so das er in von seinem ors zer erden schlueg. 
Die seinen beschütten in pald und prachten iren herren 
wider auf ein ors. Lantzilet stifft grossen jamer, also das 
Meiiagant die seinen anschreyen ward , si selten im sein , 
ors erstechen. Das beschach, und er cham ze fuessen. 

Awentewr, wie L>antzilet mit Meiiagant umb die chüni- 
gin stritt. 

Si ritten mit der chünigin weg vast eylent. Er lotf nach, 



Ii8 

alls er vestist mocht. Diß enhalff in aber nicht, darum hett 
er grossen jamer. In dem chumpt her Gaban durch den 
wald und sach den ritter zu fueß lauffen. Er sprach : >Her, 
nempt hie ain ors, das peste.« Da' saß er auf und eylt nach, 
so er peldist mocht, und cham [Bl. 55*] aber under si schlahent 
und was im zue schlachen cham muest alles vor sein zu 
hauffen gen, und cham aber an Meliagant, und si under- 
schluegen sich sere. Meliagant begund ser müeden und 
schueff im aber sein ors tod slachen, so das Lantzilett aber 
zu fuess cham. Si muesten im aber flüchtigclich entweichen; 
er loff aber nach zu fueß. So fert ain getwerg mit ainem 
karren her und sach den ritter zu fueß lauffen und hört in 
umb die verlust der chünigin sere clagen. Der twerg sprach: 
»Siezt auf meinen karren! ich glob, euch die chünigin morgen 
vor preim zeit zu weisen.« Lantzilet sprang gering auf den 
karren. Nun was sit, wen man sach auf ainem karren faren, 
want mengclich, das man den tötten wollt ; dann man fuert 
nun ^ dieb und mörder und annder übeltätter darauf zu der 
marter und zue dem tod; und wer in also sach, fraget den 
twerg, was er verschuldt hette. Gaban sach in sunst varen 
verpunden und gedacht, das es ye Lantzilet müest sein, der 
so gross wunder in dem her hett gestifft, und pat, das er 
auf ein anders ors sässe. Er enwoUt umb des twergs gt- 
lübde. Si chamen zu ainer schönen purgk, sahen zwo dar 
mägd, [Bl. 55^] die herren Gabanen entpfiengen und paten 
in da benachten. Er enwollt, es plibe dann der ritter auf 
dem karren auch dar. Das twerg pat in, das er da benachtc. 
Er thett, alls er im gelobt. Lantzilet sprang ab dem karren; 
der twerg fuert in in ain kamer, da stuend ain schön pett 
Er ward entwappent und verpand sein antlücz, das in Gaban 
nicht chante. Gabanen ward vil eeren erpoten; zue jungst 
wurden si zue pett gelaitt. Der Lantzilet sprang gar an ain 
kostlichs. Di magdt sprach: »Ritter, auf ainem karren ge- 
schlaipft wie ain dieb zu dem galgen, wie getürtt ir an ain 
soilich gan?« Er sprach: »War es noch kostlicher, ich torst 
dar an wol gan.« »Das wil ich versuchen, c sprach die magt, 

I } nur. 



"9 

und hieß in mit it chumen und fuert in in ain wunder schöne 
chamer; da stuend ain pett von grosser reichait. Er legt 
sich daran. Zue halber nacht ward die chamer pidmen 
und ward das gröst gerueff von all der wellt inn der chamer, 
hageln und stain polen, das er gedacht, das haws wollt zue 
grund gan. Aufs jüngst schoß ain starcke glävi von oben 
her ab und schoß neben im durch das pett piß auff den 
podem. Er zuckte die glävi, [Bl. 55*^] ob yemandt das ge- 
rueff machte. Gaban ftagte , was die sach wäre. Er jach, 
das er got bevolhen schlieffe. Er legt auch sich ser ver- 
dacht nach der chünigin. 

Morgens do cham der twerg, rueft zu seiner chamer: 
»Ritter, auf dem karren geschlaipft in diebes weis, luegt zer 
leyen ^ aus, secht, als ich euch gelobt habi« Er sprang 
eylent auf, sach auf jenem veld die chünigin fiieren und 
^ Chay gefangen. Er sach und hielt sich als vor aus und 
* gedacht, was im zu thuend war. In dem stürczt er über 
die loyen her aus, und Gaban was ungevarlich da und vieng 
in in sein arm und gedacht im, weyl er under dem laden 
gelegen wäre, die magt zue gefaren, und hiet in her aus 
gestossen, und er erkannt in nun wol. Da ward grosse 
frewd gemacht und mit im gehabt über alle wunder. Ga- 
ban sagt der magt von semer manhait; sy chniete für in, 
pat in gnad umb ir mißhandlung. Er hueb si auf Also 
verwappneten si sich ; die magt gab Lantzilet gar ein guet 
ors, auch glävien und was er bedorfft, und rait mit in zu 
einer passeyen; da gesigt Lantzilet ainem ritter, ob das er 
genaden gert; chomen [Bl. 55*^] darnach zu einer wegschaid. 
Da sprach die magd, dar gingen zwen weg vast sorgclich, 
ainer zer verlornen prugk, der ander zer schwert prugk. 
Da bevalch ainer den andern got. Die magdt sprach zue 
Lantzilet, ob er si befriden törste, si wollt mit im reitten 
und in gelaitten. Er sprach : »Vor ainem oder zwain dürfft 
ir nicht angst haben.« Si ritten den tag all sprechent pis 
gen abent. In becham ain gewappent ritter, der schlueg 
die hend vor freüden zu samen: »Willikumen got und mir 

* 

I F* [Bl. 69b]: Uenen, 



120 

die liebst, so ich zer weite gewani« Die magt rueft zu 
Lantzilet; »Her, erlöset mich von disem ritteric Si floch. 
Her Lantzilet pat, das er die magt unbechümert ließ. Er 
sprach: »Dise magt ist mein; der mich des irren wollt, der 
müest mit streitt von mir darumben Ion entpfachen.« Lantzilet 
sprach, er wurd verirrt, das er si on iren willen nichtes 
zwung. Er jach , wes er zu thuen gedächte ; er war auf 
ainem karren geschlaipfft wie ain dieb, das er anders ritte, 
er war der Schacher genoß. Sy namen ire sper und stachen 
zue häuf. Lantzilet bezwang in , das er der magt sichern 
muest. Si ritten zu ainer purgk, Lantzilet und die magdt; 
da wurden [Bl. 56*] si wol entpfangen von diser magdt 
niftel. Lantzilet ward entwappent und im ward grosse wirt- 
schafft getan. Dy magt von der purgk gieng in ain kamer; 
zerweil hueb si an ze schreyen. Lantzilet sprang' auf und 
het weder wappen noch schwert, loff zer chemnat und sach, 
das si ainer an ain pett warf und wollt si twingen seines 
willens; zwen ritter verwappent stuenden vor der thür mit 
geruckten schwertten und zwen sariand mit heim axten. 
Er zuckt ain schult ab ainer wandt, loff under si und stieß 
ain ritter zu hauff, loff dar pald an die sariand und stieß 
den ain mit seinem schillt inn die prust, das er tod nider 
fiel. Er sprang zu jenem an das pett; alls der sariand nach 
im slachen wil, so wirfft Lantzilet im den ritter under den 
schlag. Der sariand chund den schlag nicht wider halten 
und schlueg seinem herren das haupt entzwai piß auf &^ 
schultern. Lantzilett zuckt des andern heim axt und schlueg 
den pawm zu tod und zwang den andern ritter, das er i 
sein schwertt auf gab. Di magd viel im umb den hals, ufl 
dancket im ir erlosumb. Morgens schickten si mit im ain^ 
chnaben, der in gelaitt. Zemacht chamen [Bl. 56^] si ^ 
ainem closter; er ward gefragt von dem maister von seii%^^ 
rais. Er sagt, das er von Artus hof war und gert, die chül^^ 
gin und ir volck zu erledigen. Da bey fragt er nach anci^ 
awentewre. Der abbt sprach: »Hie sind zwo awente^V^ 
nemlich wer der aine gewint, der erledigt auch die rittet' 
Er pat sich der end weisen; man fuert in zu ettlichen g<^ 
bem, dar under was ain gar reichlich gezierd. Der a 



sprach: »Wer diß grab geöffnen mag und den stain erheben, 
das doch meng ritter versuecht hat, der hat die awentewr 
gewunen.« Lantzilet gieng dar, er hueb den stain sunder 
arbait über sein haubt ; dar inn lag der leib Galas, Josephus 
von Aramathia sun, der den Gral von erst pracht in Galüam, 
wann das lannd den namen nach im hette. Er ward da 
erhaben mit grossem iobgesang; sein lob ward groß. Da 
ward er fragen nach der andern awentewr. Der abbt sprach: 
»Kain ritter möcht si paid erwerben, sagt ir prophezey.« 
Si chamen zu ainer gruft, dar auß groß fewrein fiamen 
schluegen, und ain stimm ruefift: »Lantzilet, ich sag dir, das 
du paid awentewr nicht erlösen macht; es wirt ain ritter 
nach dir chömen, der noch [Bl. 56*=] ungeporen ist und pesser 
ritter wirt, dann du; der sol mich erlösen;« und diß was 
Simon, Galas öheim, Lantzilet sprang inn die flamen und 
chund doch nichtz geschaffen. Morgens rait er mit iirlab 
weg und cham zu abent zu ainer schönen purg. Der herr 
deßselben geschloß pat in, das er bey im benachte; Lan- 
tzilet tet das mit willen. Alls nun er entwappent ward, so 
chunipt ain ritter, des wirts sun, dar gerandt, vast grosse 
freiid machent, und .sprach: »Her vatter, ich aisch reich 
potten prot; di awentewr von Gallas ist erholt von ainem 
ritter.« Do ward sölich frewd erhaben, der geleich Lantzilet 
nye mer gesehen hett. Nun gieng der jung ritter sich zu 
entwappen und sieht Lantziletz schillt und harnasch ; er loff 
für den vatter sprechent: »Herr, es ist pesser, dann vor; 
diser ritter ist der, der die awentewr erholt hat; ich habs 
von im gesehen.« Darumb ward im vil eeren erpoten. Inn 
der pesten freiid get ein ain ritter verwappent und spricht 
zu Lantzilet: 'Du ritter, auf ainem karren gesciilaipft gleich 
ainem dieb und Schacher, du pist in diß lanndt chumen, 
die chünigin und mengen ritter zu erlösen; gee zu dem 
karren, laß dich zum galgen füeren I du entarst nymer [Bl. ^ö"*] 
SO keck gesein, das du mich zu veld türrest bestan.« Lan- 
tzilet sprach: »So du deinen willen geredt hast, so wirstu 
mir der wort zu pueß stan; reitt weg! du wirst mich an stat 
finden, a Er iesch sein wappen; des machten si alle in dem 
haws den grösten janier, wann der wicht groß und starck 





122 

was. Er cham verwappent zue veld und si ritten zue hau£f. 
Der ritter verstach sein sper; Lantzilet stach in aber ge- 
schwind von dem ors, das er in unmacht auf der erden lag, 
und die messenney gedachten all, wie das er tod gevallen 
war. Lantzilet erpaist zer erden. Si sprachen: »Herr, es 
was der gröst verrätter von all disem lanndt.c Er sprang 
schnell wider auf und si luffen mit den schwertten zu samen. 
Lantzilet schlueg groß schleg , das sich jener im auf gnad 
ergab. So laufft ein clare magt her und sprach: »Edler 
ritter Lantzilet, durch dein tugent pitt ich ainer gab.« Er 
jach, er woUtz geren geweren oder thuen, und dacht, si 
wollt umb den ritter pitten. Sy pat, das er dem verrätter 
das haupt ab schlüeg und ir das gab. Er sprach: »Ich 
wurd darumb mainaidig; ich verhieß im gnad, do er ir be- 
gert ; aber wollt er noch mer vechten, ich verhieß noch geb 
im nymer genad.« [Bl. 57*] Der annder sprach gen Lant- 
zilet, er war nun wol geruet; er woltz geren thuen, ob er 
mit im vechten wollt. Lantzilet sprach : »Gar geren.« Man 
raicht iedem ain sper; si ritten aber zu hauff und Lantzilet 
stach den ritter aber verr hinter das ors. Darnach wurden 
ir schleg on massen groß. Der ritter wart so vertortt von 
schlegen, das er sich nicht trawt zemeren. Lantzilett holt 
ainen schlag auf jenen ritter , das im das haupt vom Icfb 
sprang. Lantzilet hueb es auf und gab es der magd; si 
fiel im zu fueß und sprach : »Diser verrätter hat mein schwester 
lang umb ir mynn gepetten und umb das si im versagte 
seiner valschen pett, hat er si verlogen gen irem ameis , si 
hab ir stätigkait verruckt mit ainem andern.« Si nam das 
haupt und warffs in ain wild geprüch, do es mit grossem 
unwerd lag. Lantzilet ward vil preises gegeben und sein 
ward gar hart wol gepflegen , wann der wirt und die seinen 
auß Pritania waren. Morgens ersamleten sich wol mit zwai 
hundert ritter, die mit im wolten zer schwert prugken. Diß 
alls erhal all umb in dem lannd zu Gore. Si riten zu ainer 
pastein ; do hiellt auf dem stain[Bl. 5 7^] weg ain ritter wol 
verwappent zu ainer thjost; bey im zehen sarianden. Lantzi- 
[le]t wert ims und sprach, er hiett diser nott mer erstanden, 
und schlug sein glävi under den arm und stach den ritter, 



123 

das er von dem ors cham. Da zwang er in sicherhait und 
schickt in zu Pritane. Darnach gewan er sein schwertt und 
loff under die sarianden, vallt drey zu tod und lembte zwen ; 
die andern fluhen mit tieffen wunden. Sy verwundert all 
seiner manhait. Sunst ritten si maniger hand von im sagent, 
pis si chamen zer prugken von dem schwert. Der wirtt 
halfT im, wes er mocht; er gurt im ain pruch gürtel von 
ringen vol gepickt umb, an fuessen und henden versach 
man in zue vleiß. Er macht ain zaichen des heiligen crewtz 
für sich und saß gritling auf die scharff schneidenden prugken. 
Diß sach die chünigin auf der purgk, auch ward er si sehent 
und ruckt für an. Die prugk was hoch, dar durch loff ain 
schnell und tieffs wasser. Alles volck auß Pritani erwainte 
umb in ; er sach stäts auf zer chünigin und ruckte alles für 
und für, pis er cham zu end der prugken. Er kam an lannd. 
Mang süesser mund ruefft zu got gnaden, danck. Meliagans 
erfuer sich der ding und hieß sich verwappen vierczig ritter 
[Bl. 57*^] und si wolten Lantzilet zu tod schlachen; des 
ward Bondemagus gewar und gepot in an den leib, das si 
im nichtz täten; wann also die awentewr geseczt war, die 
er alls ain held zu end gepracht hette. Diß was Meliagans 
vast laid. Lantzilet und die aus Pritonie riten auf zer purck, 
und Bondemagus entpfieng in mit vil eeren alls den pesten 
ritter, der lebet, und fuert in, da er entwappent ward. Im 
wurden auch newe claider gepracht. Der wirt thet im alle 
eer und fuert in auch zu der chünigin, die in inn ir arm 
vieng und chust in für seinen mund. Kay hieß in auch groß 
wilichumen sein. Der wirt und die chünigin fuertten in 
mengen enden; die fraw nam in sunder, fuert in in ainen 
paw[i]ngartten, zaigt im ain venster; dar sollt er zer nacht 
chömen und si besprechen. Meliagans möcht erstorben sein, 
umb das im sölich ere erpoten ward. Der vatter wollt in 
die chünigin nye besprechen lan; er chant sein gefert, alls 
si auf den sal chamen. Meliagans cham für den tisch und. 
sprach: »Her ritter, auf dem karren geschlaipft wie ain dieb 
und mörder zu dem galgen, sagt ir noch zer tavelrund, das 
ich euch zum turnay vor Lunders värlingen hab gestochen, 
[Bl. 57*^] so stan ich hie und wil es euch mit champf lügken.« 



124 

Lantzilet sprach : »Es sach diß gefär meng weraer ritter 
und fraw, die euchs mer für laster jähen, dann ich; doch 
wellt irs euch mit kämpf bereden , ich bin allhie perait.c 
Meliagans schlueg im diß gewett dar, sam thett auch im 
Lanzilett. Bondemagus sprach zue Lantzilet: »Her, ruet 
heint piß morgen ! ir habt hewt und gestern mengen streitt 
volpracht.« Lanzilet sprach: »Herr, ich pin so müed noch 
so wund nicht, ich getraw gen ainem man mein gewett wol 
bewären.« Sy verwappenten sich und chamen zue veld. 
Es ward mit trewen verpfendt, das Lantzilet ausserthalb des 
chraiß versichert wäre. Si riten mit grossen chrefften zue 
samen, und Lantzilet stach Meliagans flügelingen von dem 
ors. Er sprang auf und ruckte sein schwert, dem gleich thet 
auch Lanzilet und schlueg grosse schleg. Der streit werte 
lang, und Meliagans begund vast müeden, wann das wetter 
haiß was ; und Lantzilet ließ in nie ruen vor seinen schlagen. 
Bondemagus pat die chünigin, das si Lanzilet pätt für seinen ^ 
sun. Diß beschach. Er warff sein schwert aus der handt 
und naigt dem chünig und der chünigin. Meliagans schambt 
sich ser und wollt 'gestritten haben. Der [Bl. 58*] vatter 
sprach: »Mengelich sieht, das du überwunden pist; als lieb 
dir mein huld sey, so gang weg sigloz und entwappen dichl 
sam sol auch diser herr thuen.« Man fuert in zu gemach 
und die chünigin entwappent in. Als nun der tag end hett 
und mengclich zu rue cham, Lanzilet gieng leis in de»- 
pawmgartten zer künigin venster; si stuend auf, alls sisg^" 
wäret und rackt im ir hend durch ain eisinn gitter und vi^ 
in umb den hals und redten menger hand. Lanczilet sprach ' 
»Fraw, günt mir, zue euch inn die chamer zu chumen!« ^^ 
sprach: »Wie möcht ir das zu wegen pringen?« Er spracV^* 
»Get schlaffen! ich sols wol zue richten.c Lantzilet weg^^ 
ain eysnein gitter, chraczet mit den vingern und raumt> ' 
pis ers gewan; sunst cham er durch das venster und ^ 
hetten die nacht manger hand frewd. Die chünigin spraG^^ 
»Ewr trew ist so gantz nicht gegen mir, alls ich hab ^^ 
wänt.« Er sprach, das ernye sein trew noch mynn verrück*^ ^ 
Si sprach: »Wo ist der ring, den ich euch gab?« Er zai 
ir den vinger, daran er want den ring han. Si zaigt im d 



rechten. Er erschrack, nam jenen ring und warff in in ain 
hör mit grossem unwerd und sagt der chiinigin Morgena 
begeren für [B!. $S^] sein gevencknüss. Da verstuend si 
an stund die trugnüss. Nun hett er die vinger zerchreczt, 
das si im ser plutteten, und das pett ward ser besolget. Am 
morgen gieng er von der frawen und saczt gefuegclich das 
gitter wider an sein statt. Morgens gieng Meüagans mit 
ettlichen herren zer chünigin und sach das pett pluttig. Er 
beruefft die chünigin, es war die nacht her Kay pey ir ge- 
legen; wann er noch seiner wunden imgehailet was, und 
gedacht, si wären im auf geprochen , und benieffet si vor 
dem hof, darumb si pot ir Unschuld und wollts ilir herren 
Kayen gerichten; und sprach, ir bette die nacht ir nasen 
geschwaisset, I-antzilet stuend her für und sprach: »Wer 
disen valsch auf mein frawen sagt, den wil ichs mit champf 
innen pringen, das er mein frawen unrecht zeichet.« Meüa- 
gans sprang gerings dar, pot im aber kämpf Das was dem 
vatter inniclich laid, wie doch er muest ir paider gewett auf 
nemen. Sy giengen sich paid wappen und chamen in den 
ring. leder nam sein sper und randten mit grosser krafft 
zue hauff. Meüagans stach Lantzilet durch den schillt und 
Lantzüet stach in wo! speres lanck hinter sein ors, iedoch 
sprang er zue liant auf mit [Bl. 58'] erpo[r]tem schwertt und 
loff grimmiclich an Lantzilet, der auch erpaist was, der auch 
sein Schwert geruckt het, und si schluegen geschwind zu 
hauff. Si stritten von preim pis auf non, so das si ser paid 
pluetten. Die chünigin sach irem streit zue mit andern 
frawen, und Lantzilet sach die chünigin, war in ir mynn en- 
zUnnt, so das er nichtz thct, dann das er dar wertz sach 
und wert sich nicht Meliagans schlueg auf in, was er ge- 
laisten mocht von chrefTten. Diß erchannt wol her Kay, 
der ruefft in dar: »Herr, entpfahet mannes muet, gedenckt, 
das ir vor Gamahelot den turnay zu paider seit gewunt, 
auch das ir ains tags drey durch die chünigin überwunden 
habt, do si Barzelack mit valsch verriet!« Aller erst versan 
sich Lanzilet und schanibt sich, das er sunß geworben hett, 
und nam das schwert zue paiden banden und schlueg so, 
das die plech von Meliagans in die höech sprungen. Meha- 



126 

gans ward ser müeden, so nam Lantzilett alls an chrefften 
zue. Er traib Meliagans, das er alles hinter sich weichen 
muest und hett chain hilff dann wenchken und weichen. 
Bondemagus, sein vatter, pat aber die chünigin, das si im 
den sun frischte. Das beschach. Meliagans dem [Bl. 58**] 
thet man den heim ab, und er pluet an massen ser. Alls 
er erkuelte und wider macht gevieng, er iesch seinen chempfeu. 
Lantzilet was schnell berait. Der her sprach zue dem sun: 
»Es hat meng guet ritter und werd frawen wol gesehen, 
das du überwunden pist, und ich gelobt für dich viantz, die 
halt mir ungevelschtl oder du wirst meinen Unwillen darumb 
sehen; ja, ob du auch noch ainest mit im streitest, er ließ 
dich durch aller wellt pet nymer genesen.« Nun dacht Melia- 
gans mengen weg, da in der vatter nicht streitten wollt 
lassen, wie er den held haimlich ermorden möchte. Bonde- 
magus lued all, die aus Pritane gefangen gewesen waren, 
und machte in allen grosse frewd. Morgens pat Lantzilett 
urlab von der chünigin , Gabanen zu suechen pey der ver- 
lornen prugken, und sagt ir, wie si von ein ander geschaiden 
waren. Si erlaubtz im; er saß auf und der pesten von 
Pritane volgten im zwai hundert nach. Sy ritten und chamea 
in ainen wald; in wider rait ain chnab, der fragt, wellicher 
der ritter war, der die Schwerts prugk gewunnen hiet. Lantzi- 
let fragt, was er wolt. Er sprach : »Her, ich sag euch dienst 
und grueß von meinem herren Gabanen , der noch wol va- 
rend ist, und er pitt euch, das ir in in [Bl. 59*] sunderhait 
besprecht.« Er sprach: »Wo ist er, das ich in besprechen 
mag?« Da sprach der chnab: »Reittet mit mirl ich pring 
euch pald zue im.« Er rait mit dem chnaben und jach 
zue den seynen ,. er wolt pald zue in chömen. Nun alls si 
in den wald chomen etc. 



Hie enndet das annder und volget nach das dritt puech 

herren Lantziletz. 



127 



1. 6o*] Hie vahet an das dritt puech herren Lantzilets 
und wie Bohortt zu hove cham. 

Si ^ sahen ain zu mal schöne purgk. Der chnab jach, 
ais Gaban auf der purgk wäre. Si riten dar werts und 
er chnab fuert in auf ainen schönen palas ; si funden nicht 
lar auf. Der chnab jach : »Her, verharrent hie I ich sol euch 
vol zu her Gabanen fiieren.« Alls er ain claine zeit allain 
saß, so vellt der podem under im wegk, er viel durch ab 
in ain grosse pfliczen und erkantt , das er verratten was ; 
er enkund auch wider noch für. Des chünigs truchsäß cham 
zu im und sprach: »Ir ritter, ir seit gevangen.« Lantzilett 
sprach: »Ir habt mich verrätlich und dieplich gefanngen.« 
Der truchsäß sprach: »Her, globt mir gefencknüssl ich sol 
euch vast wol thuen, mir war auch laid, solt ir verwundter 
her sein chomen.« Lantzilet globt im, wann es muest sein. 
Der truchsäß zoch in aus jener pfliczen und legt in in ain 
schönen gemach und pflag sein zu mal wol. Nun all die 
seinen wartteten seih ettwie lang, zer letst ritten si zu der 
verlornen purgk und funden her Gabanen mit vil ritterschafft, 
die er mit grosser notte [Bl. 60^] erledigt hette; die ritten 
ßu entsamen zu Gore. Und alls sie Lantziletten nicht fun- 
ken, da sach man si all zu mal in grosser clag, sonnder 
die künigin. Bondemagus pott in allem lannde, wer Lantzi- 
letten weste und in nicht zu hove prächt, ob ers immer her- 
^ch innen wurd, so wurd er den mit allen seinen geslächten 
vertreiben. Auff das beruefft er ainen hof, das all baronen 
dar chämen. Mit dem errichtet der ungetrew Meliagant 
^inen brief, alls er von Artus dar gesendet wäre, das Gaban 
^^d die chünigin mit aller messeney chamen und Lantzilet 
^äre bey im gesund und wol mügent. Des ward aller 
^^nigclich fro und gerten von dem chünig Urlaubs zu landt 
^^d danckten im manigveltiger eeren. Sy kamen gen Kari- 
^^1 zu chünig Artusen, und da si nun Lantziletten an dem 
^^f nicht funden, all erst hueb sich ain grosse clag ; dann 

I Hier setzt hs. f^ ein, s, weiteres darüber A. Peter, Die deutschen prosa- 
^i^ane von Lanzelot u, s. w., Germania XXVIII, s. 149 bis 155. 



128 

si erkannten, das jener brieff durch lug und verrättnüss war 
gemacht worden. Nun chamen zu dem hof, den Bonde- 
magus beruefift hett, grosse ritterschafft und menigclich rüsst 
sich dar zue. Lantzilet ward das gewar und ward betrüebt 
on maß. Des nam war des truchsässen weib, die in an 
[Bl. 60*^] maß ser minte. Er chlagt ir, das er die zeit auch 
nicht ritterschafft solt treiben und allso verligen. Do sprach 
si: »Her, frewt euchl mit meiner pesten macht hilff ich euch 
zu disem turnay.« Und als man nun den hof tailet, da kam 
die fraw Lantzilet in sein helffe, doch muest er ir globen 
wider in ir vengknüß. Nun alls die vespereye erhaben ward, 
da thet yeder ritter das peste nach seinem vermügen. In 
dem chumpt Lantzilet in den turnay schlahent und so mand- 
liehe ritterschaffte treibent, das von kainem andern nie schöner 
ritterschafft gesehen ward. Er überwandt den turnay zu 
paider seit mit gewallte. Nun alls man zu herberg zoch, 
da rait Lantzilet verholen zu seiner frawen und danckt ir an 
massen sere. Niembt west zu hof, wer diser ritter gewesen 
wäre. Meliagant gedacht wol, das kainer wäre, dann Lantzi- 
let , und nam in aus des trugksässen gewalt und legt in 
in ain vermaledeiten turn, dar inn im aller unrat peschach. 
Des ward gewar ain magdt, durch die er ains mals aifl 
verrätter zu tod geschlagen hett und ir sein haupt gab; 
die was muetterhalb ain Schwester Meliagant; die pfiag 
sein wol, wo si mocht. Nun alls sich der turnay zerließ, 
[Bl. 60"*] da rait Meliagant an Artus hof und saget da, 
wie ain kampfs tag zwischen sein und Lantzilet dar ge- 
leget wäre, und sagt, ob Lantzilet nicht da wäre, so wolt 
er doch allhie sein warten vierczig tage, und ob er in diser 
zeit nicht chäme, er solt in allen höfen geschuldigt werden ; 
sust belaib er pis leicht zue drein tagen vor dem zil. Da- 
hett Gaban sorg , das Lantzilet nit chäme , und gieng för 
den künig und pat in, das er diß gewette umb Lantzilet 
in ^ volpringen Hesse ; dann er weste, das er * aller verrätt- 
nüss frey war; und also schlueg er disen kämpf Meliagant 
dar. Da sprach Bohort: »Enwelle gott, das disen kämpf 

I f^ [S. 403]: nit. 2 F2 [Bl. 75a]: LanUelot. 



120 

chain ander für mich vechte. seid er mir magschafft halben 
pillich ist zu versprechen ! « In der zeit het Meliagans schwester 
lüanige betracht, wie Lantzilet aus der väncknüss käme, und 
ließ im ain sail in den thuren mit ainem chnebel, darauf er 
saß, und ließ im auch da pey ein ander sail hin ab, da mit 
er sich behelfen mocht, das si in 'dest leichter her auf prächte ; 
und also theten si so arbaitten, da mit er aus dem thuren 
Cham. Da das geschach, da Hassen si in ain senftin ' und 
fueren zu ainem geschloß, dar [Bl. 61"] auf die junckfraw 
wonet. Meliagant hett si alles irs erbs Verstössen biß allain 
an das gschloß. Da hiellt si ain monat, biß er widerumb 
zu leibes chrefften cham ; da gab si im- ors unnd wappen 
nach dem pesten. Da begeret er mit grossem danck sagen 
Urlaubes zue der frawen und rait weg und versprach ir da 
sein dienst mit trewen zu beweysen, wo si sein nottürftig 
wurd. Nun fuegt sich zum leisten tag, alls Meliagans zeit 
was, und Bohort und Gaban ir yeder für Lantzilet vechten 
wollt, alls voi^emelt ist, inn dem so reit über den hof der 
stolcz ritter Lantzilet; des ward gar menigclich erfrewt an 
allain Meliagant. Der erschrack on massen ser und enwest, 
was ze tuen. Do erkant in pald Lantzilet und sprach: »Ir 
verrätter Meliagant, was ir mit untrew und grosser verrätt- 
nüss ye auf mich geticht habt, darumb süllt ir hewt ewrn 
Ion entpfachen, und ich löz auch das gewette meiner nefen.« 
Und zu handt ritten si paid verwappent in ainen ring und 
Hessen ire ors ze samen lauffen, was si mochten. Meliagans 
sper fuer zu clainen drümern, da mit flog er vom ors, das 
er hart gequetscht lag. Lanzilct erpaist gering zer erden 
[Bl. 61'']. Jener sprang auch auf, und luffen zu samen mit 
den schwertten und stritten hart lang, das im Lantzilet zer- 
hew schilt, heim und die prünn so gar, das si im zu nichten 
mer tochten. Da ward das pluet an mengen enden von im 
gen, so das er nymmer hertten mocht. Er thet Artausen 
erparmen und pat in gnaden. Die chünigin Ginoffer winckt 
Lantzilet mit den äugen, als das er in nicht solt begnaden, 
und zuckt in dem ain schlag, da mit er in zer erden leget, 



I F' [Bl. 7sa]. P [s. 404] : 



130 

das er sich gab überwunden, des aber in wenig halfT; dann 
Lantzilet sprach : »Dein verrättnüß und schalckhait ist sunder 
endt, des sol dein nott auch sunder ende sein;c und mit 
den Worten schlueg er im das haupt von dem körpel und 
saget da menigclich alle sein verrätnüss, wie er mit im so 
ungetrewlich umgangen wa^. Darnach gie er sighaffter zu 
künig Artausen, der in anderwaid entpfieng; sam thett auch 
die chünigin. Er ward entwappent, und vil freüd erhueb 
sich zu hof von seiner kunft. Da ward er der chünigin be- 
volhen, die sein mit ertzney solte pflegen etc. Inn dem so 
chumpt aber ain ritter an den hof geriten, der schuldiget 
aber Lantzilet für ain verrätter, das wollt [Bl. 6i*^] er auf 
in bezewgen in Bondemagus hof, und gab des dem chünig 
sein gewett; sam thett auch Lantzilet; und die zeitt stuend 
in ainem jar. Agrandes, der ritter, sprach, Lantzilet hette 
Meliaganden erschlagen, nachdem und er gnaden gepeten 
hette , das doch wider all ritterschaßl wäre. Sunst rait er 
weg. Dise ding wurden all ein geschoben von Lantzilet, 
die er piß dar begangen hette. 

Nun hört auch, wie Bohort von erst an Artus hof cham. 
Unns sagt die histori, die weil und Lantzilet gefangen was, 
das ain twerg hofrot und ungeschaffen mit ainem karreflan 
den hof cham und fuert einen ritter. Die messenney fragt, 
was er Übels gethan hette. Alls man zu tisch saß, er giei^ 
auf den palast und saczt sich sunder; si verschmächtcD ia 
gar. Diß sach her Gaban und saß zu im, gab im sein ge- 
sellschaffl; das was in allen unwerd. Und fuer nach dem 
wider aus dem hof. Das twerg ruefft, ob yemant zu im auf 
den karren wollt siezen. Er ward verspott, und wurffien ifli 
mit hör nach. Er fuer weg. Nach dem chumpt ain magdt, 
rueffl, ob yemandt si erlöst. Si fragten: »War mit?« Si 
sprach : »Nicht anders dann das ainer zu mir auf den karren • 
[Bl. 6i^] saß.« Si enwoUteu all. Gaban jach: »Seit das der 
pest ritter in der wellt ist auf aim karren gefaren , wil ich 
sein auch nymer laster haben.« Mit dem sprang er auf den 
karren, fuer mit der magt weg. Zu hant hieß in die magt 
wider zu hof chumen. An stund so reit ain ritter an den 
hof und nam an Artus das schönste ors, das er fand, und 



sprach: »Geschenot mueß dise messenney sein, ob ich das 

ungestritteii mueß hynnen fiieren ; des chiinigs guet sol mir 

auch noch vil werden, wie ichs gefiiegen chan; ich sol auch 

meinen haß euch allen pietten, sunder außgenomen meinen 

herren Gabanen,« Do ward ain michel gahen, und rucfften, 

wo hamasch und ors. Sunst ritten vierzehen nach einander, 

die er alle fallt; und nam in ire ors und zochs weg. Artus 

ward zornig und wollt sich verwappent haben. So reit der 

I ritter wider zu hof, patt Gabanen, im von dem chünig gnad 

[ zu erwerben, und gab die ors in allen wider, sagt, er hiet 

[ den spot vergolten. Der chünig und die messenney ge- 

I wunnen sein genad , er ward gefragt seines namens und 

Er sagt, er hiesse Bohort von Gami, Lantziletes nef. 

Do machten sy groß [Bl. 63'] frewd durch in. Artus pott 

im gesellschaflft zer tavelrund. Er enwoUt, jach, er wäre ir 

noch nicht wirdig, Artus sprach: »Es sind die pesten drey 

ritter von der wellt auf dem karren gesessen,« und sas in 

zu eeren auch auf ainen. Also thett auch gar die messenney. 

Lantzilet danckt im seiner ritterschafft. Diß alles ward ver- 

zaichnet und eingeschriben, Lantzilet urlaubt sich von chünig 

und chünigin und aller messenney, rait verwappent all den 

tag an awentewr; zum andern becham im ain ritter wol 

verwappent, der fragt Lantzilet von seiner raiß. Er sprach: 

•fcl) pin ain ritter von der tavelrund. Der ander jach: >So 

seit ir der chünigin dienär.« Er antwurt ja, er war. Der 

per jach: »So seit ir der ungetrewisten frawen dienär, die 

t diser wellJt lebt, umb dks si minte ainen ritter, den 

ifristen von der wellt, gab im ain vingerlein ; er verjach 

I seinem endt der mynn , und ain magt pracht den ring 

[ hof. Do bechannt si vor Artus der mynn und jach, das 

^ vil durch si getan hette. Dartunb wer si für getrew hallt, 

r gen wil ich bezewgen, das si nie getrew ward.« Lantzi- 

t sprach: »Her ritter, ir schuldiget für ungetrew die wier- 

"1. 62'']digist und getrewist frawen, die nun lebt; das erzeug 

'ch hie an diser statt.« Mit dem pand yeder sein heim zu 

"*upt, und Morgendes, der ritter, gab sich überwunden, 

Wann er ser gequetscht was. Lantzilet schickt in zer chüni- 

^'"i und sollt si gnaden pitten. Er jach, er tatt es geren. 




Er rait von dann in ^nen wald ; da becham im ain schult 
knecht, der fuert ainen gewundten ritter. Lantzilet fragt, 
wer der ritter wäre, oder von wem er sunst gewunt wäre. 
Der chnecht sagt, das er ain ritter ab Artus hof wäre und 
hieß Dodinell. »Vor jenem wald stand vier gezellt, dar pey 
hat in ain ritter verwunt, der die chiinigin von Pritani fiir 
alte weib hasset.- Lantzilet rait schnell dar werts , fannd 
pald . alls im gesagt was, Ain ritter rait ver\vappent für 
das gezellt, fragt seiner rais. Er jach: »Ich pin ain ritter, alls 
irs secht, und pin der chiinigin von l'ritani dienar.t Jener 
ritter sprach: >So sey euch von mir widersait.« Si schluegen 
ire sper under ir arm und ritten mit grosser chrafft zu samen, 
und Lantzilet stach seinen gestreuten , das das sper durch 
in fuer und der ritter tod von seinem ors viel. Zu handt 
bestuenden in zehen sariand mit heim axten. [Bl, 62'] Da 
sprang Lantzilet von seinem pfärd, lof under si ; in kurczer 
zeit het er ir drey tod geschlagen, die andern ser verwundt. 
So sieht er ainen grossen ritter verwappent chömen , pott 
den sarianden, si solten nicht mer dar zue thuen , er wollt 
si all rechen. Diß erhört Lantzilet und sprang gering auf 
sein pfärd und nam die glävi, und randten mit grosser chraffl 
zu samen, das paiden ir sper zu drunzun zersprungen. Si 
griffen zue den schwettcrn, und ir yedes preis gelag unsanft. 
Si zerhewen ir paider schillt bis zu den riemen. Lantzilet 
undersprang jenem sein schwert und warf in mit chrefflen 
auf die erden, das er hart gequetschet vor im lag; er prach 
im den heim von dem haupt," enport sein schwert. Jener 
vorcht den tod , gab sich überwunden. Lantzilet jach , er 
soh zu Pritani der chiinigin sein viantz pringen. Meliadan 
der schwarcz pat Lantzilet seins namens zu wissen. Er 
sprach: »Sagt mein wappen zu hofi so wird ich euch wol 
genent.« Lanzilet fragt, war mit die chiinigin seinen haß 
verdient hett. Er sprach: »Ich vieng zu einer zeit ainea 
ritter, der mich zu mal ser hasset; da fuegt sich, das die 
chiinigin mir [Bl. 62''] auf dem veld becham mit irer ritter- 
schafft. Ich fuert den ritter all nackent an aines pfärdes 
schwancz geschlaipfft; diß gieng ir zu herczen und schuef. 
mir den ritter zu nemen; umb diß hab ich si ye seid ge- 



133 

hasset.« Lantzilet jach : »Es ist ye sölich gevencknüss wider 
ritters recht oder Ordnung gewesen, hierumb ftiert ewer viancz 
hin der chünigin und pittet si gnaden!* Meliadan jach, das' 
ers gern thät. Sunst urlaubten si sich paid. Lantzilet rait 
den tag sunder awentewr, benacht bey ainem vassanär oder 
vorster in ainem wald. Morgens frue rait er und cham auf 
ain weits veld und sach, das sich zwo parthey geschartt 
hetten zu tliurnieren. Im sagt ain clinab von wappen, ein 
parthey wären ritter von der frawen purg, die annder von 
der junckfrawen purg. Er enwest, welchem tail er helffen 
solt, sach, das die ritter vergatten. Si thetens zu mal wol, 
sunder zwen ritter überwunden den turnay zu paider seit. 
Ain magdt raitt zu Lanzilett und sprach : »Her ritter, langt 
mir ewrn schillt ! ich sol in meinem pfard underlegen , das 
er dar auf stallen sol , ir turtt in doch nicht zu disem oder 
pessern ceren geniiczen.« Mit söllichem spot rait si wider 
[Bl. 63*] weg. So chumpt ain wol gezierte fraw und gruest 
in, pat in durch seiner eeren willen da ir und aller frawen 
ritter da sein, wann ir parthey von den weissen zwain rittern 
gar entschumpfiert waren. Er jach , er thät es vast geren. 
Mit dem kam er ein schlahent und thett so vil rait dem 
wappen, das mengclich verwundert söllicher ritterschafft von 
aines niannes leib. Er umbkert der junckfrawen ritter gar, 
das si nicht mer kovern mochten ; er überwand auch die 
weissen zwen ritter und fragt si irs namen, Do was es der 
edel verrüembt Hestor, der ander Lionell, Sy drey umb- 
fiengen sich mit armen und waren fro [an] einander zn sehen. 
Ain wunigcliche frawen schar holt si mit grossen freüden, 
fuerten die beiden auf ir purgk, danckten in und sunder- 
lichen Lantzilets des sigs. 

Uns sagt die histori ein weil von Bohort. Der urlaubt 
sich nun von hof und rait ains tags durch ain wald ; im be- 
gegnet ain ser clagende magt , die gruest er und fragt si 
von irer schwär. Si jach: »Her, ich suechte geren gnad 
und hilff, wo ich die west zu finden ; ich hab ain schwester, 
die und ich sein vertriben von unnserm erb pis an ain zu 
mal vestes schloß. Sunst berget unns [BI. 63''1 Galindes, 
wil seinen truchsäß beraten mit meiner schwester , des si 



L 



M 



134 

• 

durch ain nit wil, und menger fürst gert ir mynn.c Er jach: 
»Fraw, fiiert mich dar wertzl durch ewer recht und mit 
gottes hilflf schaff ich villeicht , das er euch für an an nott 
latt.« Sunss fuert in die magt auf jenes schloß, da sein zu 
mal wol gepflegen ward. Morgens alls er messe hett ge- 
hortt, raitt er verwappent für das schloß ; diß erschal in dem 
her. Zu hant verwappent sich der truchsäß, naigt sein sper; 
allsam thett auch Bohortt. Der truchsäß verthett sein sper 
ritterlich, des ward auch er hinders ors gevellt, das er sunder 
sprach und wicze lag. Sein her gesell mainte, das er tod 
da beliben wäre , und nam sein thjost auf Bohortt, maint, 
seinen gatten zu rechen. Bohortt stach in durch den schillt, 
das er auch von dem ors flog ; doch sprang er gerings auf, 
und si paid griffen nach den schwertten. Do ward ir kämpf 
hart starck; doch chund der ritter die leng nicht hertten, 
er muest sich überwunden geben und sein sicherhait auf 
das schloß der magt von Ungefort pringen. Inn dem cham 
der truchsäß wider zu seiner chreffl und lieff Bohortten an 
mit erportem schwertt, und schluegen zamen, das die funcken 
von ir hehii sprun[Bl. 63*^]gen. Bohortt nam an seinen chreff- 
ten zue und schlueg dem held durch den heim ain michk 
wunden, da von er aber zer erden viel. Bohort prach im 
den heim ab und sprach nach viantz; der truchsäß gabsidi 
überwunden, nur das er zu der magt auf [das] schloß nid^ 
chäme. Es muest ett sein, er muest der magt sein sicher- 
hait geben. Er schickt seynen schilltknecht mit im, pott 
der frawen, das si sein eben und wol pfläg. Er harret, wer 
im noch streit wollt pietten. AUs di fraw den truchsäß er- 
sach, si ward ergrembt auf in mit prinnendem zoren, wann 
si in hasset fiir all die wellt; und ließ spannen ein pleiden 
und warff den ritter in jenes her, das er Galindes nach vor 
den fuessen zu stucken prach. Des ward Galindes so unfro, 
das er sich want erwüeten vor zoren. Er rait verwappent 
und vol zoren» da er Bohort halten sach noch thjost war- 
tend. Si Hessen die ors geschwind zu samen lauffen. Ga- 
lindes verthet sein sper ritteriich, unä Bohort stach in durch 
den schillt« das im ain stuck seins spers inn der achsel pe- 
laib steckcnt. Si griffen zu den schwertten und* ieder maint 



den andern seins hohen preis zu entseczen. Dy schleg Bo- 
horts waren groß und schwär, und Galindes ward ser miieden 
an seinen chrelften. So reit ein [}!l. 63''] magt vcrpiinden 
da her und patt Bohortten, das er ir sein schwert gab. Kr 
sprach: »Fraw, ir secht doch, das ich sein zu nott bedarff.« 
Si sprach: »Durch des liebsten willen, das ir zer wellt 'habt, 
gebt mir ewer schwert!« Zu hand gab er irs on wider red. 
_Po Galindes diß ersach, das er sunder schwert was, loff er 
: mit grym auf in. Bohort beschuczt sich alls mit dem 
; auf jüngst stieß er in mit dem schult vor an die 
das sich Galindes übei^ab. Boliort prach im den 
i vom haupt ; des muest er sich überwunden geben ; er 
st auch sein geväncknüss schweren, der magt auf das 
[jloß zu fiieren, Galindes jach : »Wer sol ir sölich ere er- 
seid si im seinen truchsäß so ui^etrewlich hiet 
kien ermorden. Bohort fragt, was dise wort solten sein, 
1 war ir doch von im hoch und zum pesten bevolhen. Ga- 
Sdes sagt im, wie er aus der pleyden in Jens her geworffen 
Des ward Bohort so erzürnt, das er chaum sprechen 
chund vor unmuet; doch patt er den ritter, irfrid zu geben, 
Er jach , das ers durch in geren tätte. Bohort schied von 
dannen on Urlaub, Galindes rait zu den mägten; er ward 
wol entpfangen. Si fragten, wo ir ritter wäre. Er [Bl. 64'] 
sa^. das er in grossem zoren hin weg wäre von des truch- 
sässen wegen. Das clagten die mägt an massen hartt; die 
fraw von Ungefort schwuer, das si ain nacht nicht beleiben 
wollt alis die ander, si wollt auch nymer sunst ligen noch 
wein trincken, si hett dann iren ritter funden. Sunst ver- 
traib si die nacht mit grosser clag ; morgens rieht si sich 
auf ir suechung. Do Bohortt weg raitt , reit die magt zu 
im, der er das schwert in seinen nöten gab , entpandt sich 
und gruest in. Er erchants an stund : es was die magt, die 
in und Lionel! von Claudas fuert in hundes gestallt. Er 
macht grosse frewd mit ir. Si sagt, das sein fraw wol farend 
war, und si sagt, das er an der nächst körnenden suntag 
nacht zu vesper sein sollt in dem ein ganck des landes zu 
Ronand. Si ritten mit einander den tag sprechent. Zu abent 
sach er drew schöne pavüun, Margendes cham aus ainem, 



136 

der entpfieng die chömenden gest mit schöner zucht. In 
ward guet gemach gethan. Der wirt sagt Bohort vil zucht 
und manhait von Lantzilet. In dem hört er ain stym unter 
aim gezellt ser clagend ; er vorseht von disen mären. Mar- 
gendes [Bl. 64^] jach: »Es ist ain ser betrüebte magt.c Bo- 
hort pat sich dar weysen. Er gieng zu jenem gezellt und 
fannd an ainem pett ligent ain clare magdt, di vast jämer- 
Hch gepart. Er gieng dar wertz und deckt die junckfrawen 
auf; da was si mit henden und füessen verschmidt, und die 
eysnein ring hetten ir das fleisch piß auf das par pain hin 
gefressen. Er sprach : »Fraw, lat euch die pandt entschliessenic 
Sy jach: »Das wolte got, das ich den ritter fiind, der es 
getörste thuen !« Bohort sprach : »Fraw, ich thue mein peste 
macht dar zue.« Si jach: »Wer mich entschliessen wil, der 
mueß mir vor schweren, so ich in erman, das er mit ainem 
ritter vechten well für mich, der starck und wunder küen 
ist.f Er jach: »Fraw, ich schwer euchs zu den heiligen, 
das ich es thue an allain für meinen nefen Lantzilett.c Sunst 
schloß er die magt auß den panden. Der wurden si all 
erfrewt, sunder die magt; die ward auch zu hant mit edler 
salben verpunden. Er fragt, wie si zu diser nott war chumen. 
Si sagt: »Herr, ich häb einen vatter, vast reich eeren und 
guetz; do was ainer seiner untergenossen, der warb und 
wollt mich durch ain haben. Alls mein vatter mich im ver- 
sagt, gewann er im verrättlich all sein lannd ab [Bl. 64^] 
und schlueg sich für ain vest, dar auf wir waren : mein vater, 
muetter und ich, umb legt unns, das unns aller leibs nar 
geprach; niempt mocht weder ab noch zu unns chumen. 
Als wir sunst nach gar verdorben waren, wir hetten ainen 
quellenden prunnen, des Aus gieng durch die wisen. Von 
dem fluß si wasser holen muesten zu ir leibs nar, trincken 
und anders. Do macht ich ain starcke gifl und verunraint 
den prunnen, da von stürben in dem her mer dann zway 
hundert ritter: also vertraib ich das her. Als wir nun ab 
und zu wandlen mochten, wolt ich zu Artus sein, unnser 
nott clagen, da vieng mich der verrätter und Schmidt mich. 
Ich muest mein lebtag schweren den chumer zu leyden, 
mich loste dann ain ritter mit dem gelübd, alls ich euch vor 



137 

sait.« Die riaclit ward im vil eeren erpoten. Morgens rait 
er weg , und die magt gert urlaub , und si schieden sich. 
Bohortt raitt gen ainem wald. So chumpt im sein schult 
knecht nach im gerandt und sagt im der frawen von Unge- 
fort clag. Er rait pis umb tercie und cham zu ainem pa- 
vilun; darunder fannd er ainen krancken ritter, dem [Bl. 64"*] 
stackt ein lanngs schwerts drumb in seiner stieren. Bohort 
fragt, wie im zu helfifen wäre. Er jach : »Es mueß mirs aus 
dem haupt ziechen der pest ritter von der wellt, sol ich 
ymmer mer genesen.« Bohort sprach: »So pleibt es meinent- 
halb stecken, wann ich entpin sein nicht.« Es stuend ein 
ritter da, der jach : »Bey namen, so mueß es euch her Ga- 
ban ziechen, der ist ye der pest.« Bohort jach: »Er enist; 
es solt ziechen Lantzilet vom Lack , der ist der pest , alls 
man das manichen enden waiß.« leder wolt seinen fiir den 
pesten han, das wolt ainer gen dem andern mit champf er- 
zeugen. Der wund ritter kund in chain weis si des champfs 
erwenden. Sy chamen verwappent zu veld , und ir paider 
streit ward hertt ; iedoch gesigt Bohort, und jener gab sich 
überwunden. 

Awentewr, wie Bohort den turnay überwanndt an Bonde- 

magus hof. 

Nun hett der zeit Bondemagus ain hof thun berueffen : 
wer den höechsten preis erwurb , den saczt man auf ain 
hohen guidein stuel und des künigs tochter muest im dienen 
und solt in auch zu ainem ameis haben; nach dem solten 
aber siezen zwelff der pesten, [Bl. 65*] die wollt man be- 
ratten mit zwelff fiirstinnen. Bohortt rieht sich auf ^ zu dem 
turnay. Alls der nun getaillt ward und die ritter an hueben 
ir vespereye, da ward manig starckes sper zerbrochen. leder 
man thet das pest, so er mocht. Da cham Bohort zue 
slachent , wie der habich chumpt under ain trümen ^ der 
tauben und si zerstrewet. Also überwandt er den turnay 
zu paider seit. Seiner ritterschafft verwundert ritter und 
frawen. Noch waren zwelff ritter, die es zu mal wol theten. 

* 

I F* [Bl. 79b]; f^ [S. 413]: auch. 2 P [S. 413]: ainen trümb. 



138 

Alls man zernacht zu herberg zoch, mengcfich sagte, das 
Bohort des tags vil preises het erstritten. Morgens rieht 
man den stuel, und Bohorten ward von des chünigs tochter 
mit fleiß gedient zu dem essen, des er sich zu mal übel 
schämbte, wie dem es was des hoves recht. Alsus niderpas 
sassen die zwelff, den auch von zwelff claren junckfrawen 
gedient ward. Alls der dienst ende hett, iede magt fragt 
ir ameis, was er durch si und ir zu eeren irs diensts thuen 
wollt. Do sagt yeder, was er thuen wollt, und sagten aller 
und menger hannd awentewr. Die jung chünigin fragt auch 
Bohort, was nach ir willigen diensten ir Ion wäre. Bohort 
jach: »Fraw, durch euch will ich nach meiner [Bl. 65^] macht 
kain frawen oder magt in nötten lassen.« Sich hueb über 
hof vil freüden. Bondemagus gert sein tochter zu geben 
Bohort. Des antwurtt Bohort: »Her, ich pin nicht genueg 
ritter und hab die ere mit dem wappen noch nicht verdient, 
so werdes weibes mynn sol chain man mit so clainer ritter- 
schafft verdienen.« Hie mit versagt er mit schöner zucht 
Nun minte in aber die junckfraw so ser, das si want ausser 
iren synnen ze chömen. Dise grosse mynn merckte wol ain 
ir maistrin und jach : »Diser beschwärd schaff ich euch schier 
end, ob ir mich darumb mietten wellet.« Si erzürnt, yedoch 
unemstleich ; aufs jüngst verjach si der mynn. Die allt chund 
manger hannd zauberey. Alls Bohortt zu pette wollt gan, 
Cham si und pracht im ainen ring ,. jach , die jung chünigin 
hette in im geschickt, er solt in durch si zer hende tragen. 
Er jach, das er es geren thett, und hieß ir ze mal ser tiancken. 
Alls er den ring zer hend hette, ward er in ir mynn so ent- 
zündt, das er wont ersterben. Mit dem chumpt aber die 
allt, sagt im guette nacht von ir frawen, raiczt in mit wortten. 
Er sprach, er wollt ir selb geren danck sagen [Bl. 65*^] menger 
eeren, die si im thätte. Si jach: »Ob ir das wellt, ir mügt 
sunder sorg mit mir chumen.« Sunst gieng er in der magt 
chamer ; do ward er mit gar schöner zucht entpfangen. Die 
allt gieng weg. Do machten si den marckt, des man jenset 
der prugken pfligt zu thuen, da von die edel chünigin aines 
suns geschwengert ward, der darnach chaiser zu Constanti- 
nopel ward, genant Helian. Si schieden sich morgen mitt 



etttichen zähem vor verlangen. Als er an sein pett cham, 
da cham im von geschieht der ring von der hannd, davon 
er vergaß der grossen mynn, die er vor nach der chünigin 
hatte, und rew in sein rainikait vast und ser. Nun morgens 
gert er Urlaubs, des sich mengclich betrüebt, sunder die 
magt." Si gab im ain reich fürspan, pat in, pald wider ze 
chomen. Er verhieß ir, aus er sein icht stat gewunn; sunst 
schied er weg. Im bccham die fraw von Ungefortt in armer 
wat , und der knecht kantt si wol. Als sein aber Bohort 
gewart, beschopt er sich , das si in nicht chante , und rait 
ab ain halden und cham an ain tieffs wasscr. So sieht er, 
das vier ribalden ain wunder schöne frawen her fuertten 
und si schluegen die mit gaiseln. Sy woltens [Bl. 65''] auch 
yetz ertrenken. Die fraw ruefft Bohortten in iren nötten 
an. Er sprengt schnell an das wasser und cham mit nötten 
über. Er rufte sein schwert und schhieg der pueben zwen 
zu tod, die andern fluhen ser verwandt. Er enpandt die 
frawen. Ain ritter rait ab dem schloß verwappent und vol 
ungestüems zorns, er chunt vor unmuet nicht sprechen. Er 
naigt sein sper gen der thjost, diß thett auch Bohortt; des 
ward der ritter von Gordon hinterm ors ains speres lanck 
gefunden zer erden. Bohort prach im den heim ab und 
zwang in, wes er wollt; er muest sich der frawen überwun- 
den geben. Si riten entsamen, Bohort und die fraw. Si 
sagt, das ir der ritter ir ameis erhenckt hett und wolt si 
ertrankt han. In dem chamen si zu ainem der frawen schloß, 
da si mit grossen freüden entpfangen wurden. Durch die 
erlösung der frawen ward im groß zucht erpotten. In dem 
cham ain pot, sagt, das die fraw von Ungefortt daf wolt 
penachten. Die fraw frewt sich ser irer nifteln ; si patt den 
ritter, an ir statt wirt zu sein, si wolt ir nifteln entgegen 
reitten. Nun aus si aus cham, hieß er im sein pfärd satteln, 
jach, er wolt sich ain ciain zu wald erpanichen. Sust rait 
er gar weg. Alls die [Bl. 66^] frawen chomen und der ritter 
weg was, machten si grossen jamer; man suecht in lanng 
zu wald, es enhalf nicht. Fraw Benigna von Galazida schwuer 
die suechumb mit irer nifteln, pis si in funden, 



140 



Awentewr, wie Lantzilet die magt erlost, die man wolt 

verprennen. 

Under der zeit raitt Lanzilet durch den Serpinde Wald. 
Ains tags begegnät im ain magt, die an massen ser wainte. 
Her Lantzilet fragt von irer schwär. Sy sprach: »Her, da 
wil man aine die schönsten magt von der wellt morgen ver- 
prennen, die ein schwester Meliagants muetter halb gewesen 
ist, umb das si herren Lantzilet aus der värigknüss half, von 
dem Meliagant erschlagen ward ; des alles schuldigt si ain[en] ^ 
ritter und pewt sein champf , des sterck und manhait ist 
groß.« Lantzilet jach ; »Ich wil dar und der magt von diser 
nott helffen, alls verr mirs got gan.« Er rait dar wertz, 
benacht bey ainem heremiten; er gieng des abents in ain 
cappellen und fand ain zu mal wol geziertes grab, dar pey 
sassen vier gewappent ritter. Lantzilet fragt, wer in dem 
grab läge. Si sprachen: »Das thuet der edlist chünig, der 
zu seiner zeit ye lebend ward [Bl. 66^] und starb vor laid 
nach seinem gesellen, den er für die liebst creatur zer wellt 
minte ; uns ist news geprophezeyet , er sol unns churczlich 
genomen werden; der hie begraben her haisset Galahutt, 
der schönen risinen sun de Sorelois.« Zu hant machte Lan- 
tzilet den grösten jamer, den ye man gesehen hett; er be- 
graiff sein schwertt, wolte sich da mit erstochen han. Des 
Cham ain magt und erwendts in und beschwuer in pey dem 
liebsten, das er zer wellt hette, das er nicht so thätte. Er 
sach si an, und si was zu im geschickt von der frawen zum 
Lack. Er wappent sich und sprach zu den rittern, das si 
im den man an nott geben, es müst über ain wesen. Sy 
jähen, das es chaynen weis beschäch. Er ruffte sein schwert; 
sam theten si auch ; und er schlueg ir zwen zu ^ tod und 
zwang die andern, das si schwueren, im den man zu fiieren, 
war er wolte. Die magt vom Lack jach , ir fraw hett in 
gehaissen, das er in fuert gen der Joiose Garde, »legt in in 
das grab, dar inn er seinen namen von erst gelesen hatt!« 
Sunst part man in auf, und die junckfraw vom Lack rait 

* 

I f^ [S. 416J: ain. 



141 

mit 7M der Joiose Garde; er ward allda reichlich bestätt, 
alls er des wol werd und wirdig was. Morgens rait er 
[Bl. 66"^] verwappent der end, da man die magt verprennen 
wolh. Diß was so lang auf den tag, das die magt gar ver- 
zweifelt het und bevalch sich got. So reit Lantzilet zue 
und jach: sich hab gehört, was lasters und mords man hie 
volpringen gedacht hat; ich hör, das ain verrätter si valschcs 
zeyhet; diß bewär ich an diser statt auf seinen nacken und 
sag dise junckfrawen unschuldig«. Valadan der starck trat 
her für sprechent: »Was sagt ir, ritter, wellt ir dise ver- 
rätterin, das alles land wot wais, ledig oder unschuldig 
,tnachen ? Si hatt doch Lanzilet aus der gefencknüss lassen, 
der darnach Meliagant in Artus hof erschlagen hat, Hette 
sie es verlassen, es war Meliagant ungestritten von Pritani 
geriten und lebte noch.« Lanzilet jach: »Meliagant redt 
seinen valsch auf Lantzilett. Das beredt doch mein her 
- Gaban, der der pest ritter von diser weilt ist ; also thet auch 
Bohort, und yeder pot seinen champf für Lantzilets Unschuld ; 
alsuss ist er seiner aigen missctat erstorben. Wer die schuld 
auf dise frawen legt , den voder ich champflich als ain un- 
getrewen verrätter.« Des ward Valadan hart erzürnent, ver- 
wappent sich gering und rait an den ring zu Lan-[B1. 66''] 
ziletten im vast troend. Si sanckten ire sper und Hessen zu 
samen lauften , was ire paide ors mochten. Valadan stach 
Lantzilet, das sein sper zu mangen stucken fuer; do traff 
aber in Lantzilet, das er im den schillt zu der achsel heffte 
und ain michel truczun pelaib im in dem leib steckent; hie 
mit viel er als der den sack zer erden wirft. Er sprang 
unverzagt widerumb auf und ruffte sein schwertl , loff an 
Lantzilet, der sprang schnell von seinem ors und entportt 
auch sein guet schwert. Da hueb sich ain manÜchs chriegen, 
leder war gern pey dem sig peliben. Si zerhewen die schillt 
biz an die hant. Ir häßlicher streit wert lang. Auch warens 
ser verwundt und verpluet; aufs jungst erzürnt Lantzilet und 
nam sein schwertt zu paiden henden und schlucg Valadan 
durch den heim , da von der starck man zer erden viel. 
Lantzilet zuckt in auf, loff mit im zu dem fewer, das in helen 
flamen pran und wartf den ritter dar ein an der junckfrawen 



142 

stat. All frawen und mang werder ritter frewten sich ser 
der erlosumb diser junckfrawen, und ward im darumb groß 
danck gesagt. Er nam die erlosten frawen und fuert si zu 
irem saß und schloß Galefort , da [Bl. 67^] im zu lieb vil 
freüd gemacht ward. Sein wunden wurden im mit edler 
erczney verpunden. 

Es nachnet der kampfes tag, der in dem lannd zu Gore 
werden sollt,, als in vor Artus ain ritter angesprochen hette. 
Und gerte Urlaubs von der magd und irer messenney, de 
was mer chain verziechen. Im ward her getragen schillt, 
sper und ander wappen nach dem pesten, wann seiner gar 
verhawen was. Er ward zu wünsch wol verwappent. Alls 
er messe hört, rait er von dann, hett den tag nicht awen- 
tewr. Zernacht sach er ain reich pavilun. Als in der harr 
des zelts körnen sach, er entpfieng in mit frewden, pat in 
bey im herbergen; er jach, das ers gern thätt. Alls Lant- 
zilet entwappent ward und darnach über tisch saß , kumpt 
ain ritter verwappent für den tisch und zuckt ain junckherm, 
des wirts prueder, und mit dem springt er auf sein pfärd 
und rait ser eylent weg. Des sprang Lantzilet auf, wollt 
sein Wappen an thuen ; er fund weder jenes noch diß. Der 
ritter het ors und anders mit im. Er hett nur das par 
schwertt. Er loff dem ritter zu fueß nach, so er maist mocht. 
Mit dem begegnet im ain ritter, der erchant sein gird und 
sprach zu Lantzilet: »Herr ritter, [Bl. 67^] wellt ir mir globen, 
ob ich euch her nach Wappens und ains ors pätt, so es mir 
not beschäch, so wil ich yetz euch mein ors und wappen 
geben.« Lantzilet sprach, das ers geren thätt. Sunst ward 
er schnell in jenes ritters prünn verwappent ; er sprang gering 
auf Jens pfärd unnd jagt geschwind nach. Er ereylt den 
ritter, und der warff sich gen im umb. Sy machten ir thjost 
guett. Lantzilet stach seinen gestreitten hinters ors ; er er- 
paist auch zer erden. Ir streit was hertt. Aufs jüngst unter- 
gieng im Lantzilet das schwert und warff in auf die erden, 
das im das plut zu mund, nasen und oren aus drang. Er 
prach im auch den heim ab, wolt im das haupt ab geschla- 
gen han. Der ritter jach: »Herr ritter, gnadt mir durch 
meins öheims willen, der euch zum liebsten man mynnt auf 



diser wellt!* Lantzilet fragt, wer der wäre. Der ritter jach: 
»Herr Traheodor de Yai, dem ir zu ainer zeit ain stuck ains 
Schwerts auß seiner hirn schal und ain drunzun von ainem 
sper aus dem leib zugt.« Lantzilet warff sein schwertt aus 
der hant, umbfieng den ritter mit armen, schallt sich, das 
er ye schlag auf in getet. Er fragt, warumb er den chnaben 
gezuckt hett. Der ritter sprach: »Herr, ich het [Bl. 67'] 
ainen prueder, der rait nacht lur des ritters, ewrs wirts, 
pavilun. Diser, der hie stat, gieng vor dem zellt und mein 
prueder rait dir und gruest disen jungen nicht. Durch das 
nam er ainen pogen und schoß meinen prueder zu tod. 
Umb diß wollt ich ewm wirt tod geschlagen han und disen 
gefangen und mich räch an im nietten. Do aber ich euch 
pey im siezen sach, hieß ich euch ewrn hamasch weg füeren 
mit dem ors; ich kant euch wol. Sust zuckt ich den chnaben, 
wo ir joch hinter wappen so schnell seit chömen.« Lant- 
zilet patt durch seinen wirt dem chnaben frid. Der ritter 
Jach, er woltz durch seinen willen thuen. Sust schieden si 
sich mit grosser mynn. Und diser ritter was genant Agranand. 
Nun hett Bondemagus ainen hof thuen berueffen auf 
Sannd Maria Magdalena tag ; darauf wolt er pechrönet gan. 
Er west auch nit noch von dem tod seines suns. Alls er 
vor allen fiirsten zer tafel saß, tratt Lantzilet für den chiinig 
und sprach: sHerr, der chünig, mich hat ainer vor Artus 
verrättnüss geschuldiget, ob der hie wäre, ich woltz in vor 
euch und allen fürsten liicken und auf seinen hals war machen, 
das ich nie valsch gethet. Diß gewett ist zwischen unnser 
an ewem hof gelegt.« [Bl. 67''] Agrandes sprang auf von 
der tafel und jach auf in söllichs war machen. Schnell cham 
er wol verwappent auf den hof Si naigten mit grossem 
haß ire sper and randten zu hauff, was paide ors ervolgen 
mochten. Agrandes stach Lantziletten durch schillt und 
prünn pis auf das par hembd. Lantzilet vermist auch sein 
nit: er stach in durch schillt und wappen, das im das sper 
durch die lingk achsel auß prach. Da mit fuert er in an 
dem sper über das ors auß, das er hart gequetscht in den 
pluemen lag. Er prach die glävi auß seiner schulter und 
loff mit geruftem schwertt Lantzilet fraidi geliehen an, Diß 



144 

thett auch I^antzilet. Sy schluegen auf hawt und schultern, 
das si paid ainander ser verwundten. Lantzilet nam alls 
an streitt und chreften zue und traib alls den held über den 
ring und entzwer, das er sich nindert behelffen mocht; er 
ließ auch im der rue nicht, das er zu schlag chäm. Er was 
so ergrempt auf in und legte alle seine macht daran und 
nam das schwert zu paiden handen und schlueg mit söllicher 
craft, das er Agrandes das haupt piß auf die schultern spielt; 
sunst viel er vor im tod. Er gieng sighafter über den hof, 
sprang auf sein pfärd und patt urlabs. Der chünig pat in 
ser dar pe[Bl. 68^]leiben. Lantzilet sprach: »Her, ich hab 
wider ewer huld gethan, das ich doch nicht übrig mocht 
sein ; so ich das gepüest hett, wollt ich mich mit willen ewr 
gesellschafft nyetten.« Der chünig jach: »Das ist nicht so 
groß, dar durch ich euch hassen wollt, ob ichs joch weste, 
oder ich wil von euch noch yemant hören zu disem mal, 
was ir wider mich gethan habt.« Was in der chünig pleibens 
pat, so sprach er, das es zeit nicht enhett noch fueg zu 
disem mal. Im wurden seine verhawne wappen verkert, 
und schied sich mit mynn von dem chünig und der messen- 
ney. Er raitt an awentewr piß zum dritten tag. Im be- 
cham ain clare magt, die pat in, das er ir gelait durch den 
wald wäre. Er jach nach grueß, das ers gern thätt. Sunst 
rittens ein weil ; in becham ain ritter, der si gruest und rait 
zu der junckfrawen. Er viel si an frävelich, auch sunder 
irs undancks. Lantzilet jach: »Her ritter, wie dem, das ir 
dise junckfrawen varlich sust in meinem gelait angreift?« 
Jener ritter jach: »Her, ich chan sein nicht vil geachten, ob 
ir dar auf zürnet ; wann ich fiier si ewers undancks mit mir.« 
»Das sol ich wol sehen, ob irs gethürret tbuen.« • Sy ver> 
punden ir heim und Hessen [Bl. 68^] ire pfärd zu hauff lauffen. 
Lanzilet stach den held Patrides, das er sunder macht auf 
dem velde lag, und zwang in, wes er wolt. Lantzilett sprach: 
»Her ritter, fliert ewer sicherhait zu Gore, dem chünig Bonde- 
magus sagt, wie ich in ainem champf seinen sun Meliagant 
erschlagen hab! das hat meng hundert ritter und frawen 
gesehen.« Er gelobt und hielts. Als er die mär zu hof für 
den chünig pracht, do ward die clag on massen groß. Auch 



HS 

bechant der chünig, das sein sun diß nicht entperen wollt. 
Lantzilet und die magt ritten zu der Joiegarde. Do ward 
von einem alten man im ain grab von eytel clarem gestain 
gezaigt ; dar ein ward der edel Galahutt gelait nach grossem 
jamer, den Lantzilet do macht. Er rait zu Karidol, da ward 
er mit über grossen freüden entpfangen, sunder von der 
chünigin ; und alle die getat ward an stund vermcrckt und 
ein geschriben. Hie sweigt die awentewr von Lantzilet und 
sagt fiir an, wie es Bohort ergieng. 

Alls er von fraw Beningna von Galaada schied , als er 
verholen weg kam, als ich vor jach, rait er die nacht aus 
und morgens den tag wider pis zernacht. Da cham er zu 
vesper zeit zu ainem heremiten, [Bl. 68'^] der in wol ent- 
pfieng. Er cham in ain cappellen; alls er ain ciain pet, so 
hört er ain groß gerueff, unter dem hört er ainen herren 
an massen sere clagen. Er gieng für die cappellen und sach, 
das man ainen totten ritter her fuert, und hinden nach- fucrt 
man ainen nackenden ritter ser zu ungemach mit gepunden 
henden. Als in Bohort sach, er kant in zu hant, das es 
sein maister Lambegus was. Bohortt loff zu seinem ors und 
sprang gering dar auf. Er rait zue den, die in fuertten, jach: 
»Ir herren, ich pitt euch, das ir durch ewr piderkait mir 
disen ritter gebt.« Si sprachen: »Des hab nyemant muett, 
das diß beschech; er mueß in ainer hertten vengknüss jämer- 
lich ersterben.« Bohort sprach: sAlls verr und ich das er- 
weren chan, füert ir in nymer über acker; hierumb sey euch 
widersagtls und cham mit söUichen chrefften under si slahend, 
das er an stund zwen tod schlueg, die in fuerten, und lembte 
wol vier. Si Hessen Lambegiim und fluhen. Bohort rait 
pald zu im und entpandt in. Als er den heim von dem 
haupt pand, erkant in Lambegus zue hant, das er sein herr 
vtfas, und si machten grosse frewd mit einander. Bohortt 
fragt, wie es im so chumen wäre. Lam[Bl. 68'^]begus jach: 
»Her, ich rait mit ainem meiner mag in disen wald nach 
awentewr. Nun jagt diser herr, der clagend her cham, und 
von ungeschicht laufft ein tier gegen unns ; mein nef springt 
auf, wann wir hetten unsere pfärd angehefft, sassen pey 
ainem prunn , und er zuckt seinen pogen, schos das tier zu 



148 

Druas viel den zesmen arm entzwai und ain lang stuck von 
seiner gleven was in im steckend peliben, da von er mit 
clainer macht vacht. Egrafim schlueg in zu [Bl. 70*^] hauff, 
prach im den heim vom haupt und aischte viantz, und das 
er jener magd umb den ritter zu pueß stuend umb iren er- 
schlagen ritter. Er enwoUt kainem sichern, sunder ee sterben. 
Egrafim schlueg im das haupt ab und pracht es der clagen- 
den junckfrawen, die nach der gestallt vil freüden darumb 
macht. Der ritter rait wider an den perg und vand ob dem 
totten Druas ain mägt und ain zwerg grossen jamer pey im 
machend. Das gezwerg het ain hörn an im hangen, sprach: 
»Ritter, getürt ir diß hörn plasen, man sol euch dester werder 
halten.« Egrafim saczt das hörn zu mund, plies, das all der 
wald erschal. Diß erhört Sornechus, Druas, des risen, prueder, 
verwappent sich wunder pald und cham auf ainem starcken 
ors. Egrafim vand ain ^tarckes sper laynend an Druas 
wonumb. Si riten paid zu hauff, was die ors gelaisten mochten 
und stachen sich paid mit ors und all zu hauff. Ain michel 
glävi stuck verlaib in Sornecho steckend. Egravims ors viel 
auf in so, das es im ain schenckel zerquetscht; sunst lagens 
paid sunder krafft. Sornechus stund auf mit clainer chrafft, 
gieng zu Egrafim , der an dem sckenckel nicht auf mocht, 
prach im den heim von dem haupt, entportt [Bl. 70^] das 
schwertt, wollt im das haupt abgeschlagen han umb seins 
prueders tod willen. So ruefft ain magdt, die Egrafim kannt: 
»Nicht, held, ich flech dich umb dises ritters leben.« Dise 
magt mynnt der riß an massen ser. Er gab in ir, doch das 
er in sein geväncknüss muest. Also ward er mit nöten ge- 
holt und im ward durch die magdt guet rat getan mit ar- 
czney und annder. Er ward in ainen turn gelait. Hie schweigt 
sein die awentewr. 

Die awentewer von Gwerches, herren Gabones prueder. 

In diser zeitt rait auch Gwerches , cham auf ainen tag 
in ainen grossen wald. So sieht er ainen mit ainem esel 
holcz fixeren. Der ritter ruefft jenem nach. Alls er des 
geward, der arm man hueb an zu fliechen. Der ritter volgt 
der grossen Strassen. Zu ainer weil hört er ain ser clagende 



an 



149 

stim unferr ; er eylt dar gegen , sach , das ir ettwo vil ain 
alten ritter wollen getött hao, der in erpärmiclich an rueffl. 
pwerches rait zu in, wollt si den ritter pitten in der mynn. 
versagten in im, »So entöltet ir in nymmer, alls verr 
tcHs macht hab,« Er chani auf si geriten mit seiner glävie, 
stach ir ainen lod. Er rüffle das schwertt, schlueg zwen 
tod, lenibte ir drey; zwen [BI. 71"] fluhen ser wundl. Er 
entpandt den allten ritter, legt im seine claider an, und er 
pat in mit im reitten. Er wards erpeten , wie es in all zu 
friie daucht. Er ward von einer magt herlich empfangen, 
die sich zu all seinem gepott gab. Er fragt den ritter, durch 
was si in sunß erlött wollen han. Er sprach; »Herr, si sind 
all meins prueder siin ; meiner sün ainer suechte awentewr 
in disem wald und vand von arger awentewr ir Schwester. 
Si floch und in aim gepruech viel si und quetscht sich; alls 
si für ir porten cham, do starb si. Man pegrueb si nachten, 
Hewt morgen chamen si in mein haws und ertotten meinen 
sun mir vor den äugen und viengen mich; also ist es mir 
piß diser zeit kumen.« Im ward gross wirtschafft getan. 
Zu mitnachl wollen die prueder das schloß erstigen han; 
man gewartz, viengs mit all an der wer; si wurden in ge- 
fencknüss gelegt ; doch macht er si zu fründ , das si mit 
aiden globten, frid und früntschaffl zu hallen. Nu morgens 
saß ain allt man an der porllen ser wainde ; man fragt seiner 
schwär. Er sprach: »Ich hab zu narung nu ainen esel ge- 
habt, der mir holcz und anders zu markt trueg, da von pin 
ich nacht gejagt, unnd [Bl. 71''] alls ich mein esel wider 
suechte, da helfen in die wolf gefressen : sunst mueß ich 
mein narumb haischen an den venstern, des ich sunst nicht 
getan hiet.« Gwerches pat, im für den esel ain ros zu geben, 
das all so ward gethan. Er urlaubt sich und rait den tag 
an awentewr. Zum andern lag umb die non rait er durch 
ain wisen, sach ain gar schön quelenden prunnen under ainem 
paum. Er rait dar wert, sich von seiner starcken hicz 
erchüelen. In dem chumen zwu erberg frawcn und mit 
zu mal ain schöne junge fraw; er pol in guctten tag. 
danck was von schöner zucht. Si hallen mit in wein und 
ander guet speiß, paten in mit in essen ; si fragten in und er 



y 



ISO 

si menger band. Die jung fraw was zu mal ser petrüebt, 
was man si getroste. Der ritter fragt irer schwär. Si sprach: 
»Herr, ich wills euch nicht helen; ich hett vor zwain jaren 
meinen vatter reich eeren und guetz, der starb. Nu hatt 
er ainen marschalck vast reich, doch ist er von grober ge- 
paurs art ; der über cham mit meinen magen, das man mich 
im gab meins undancks. Nu hat er mein sorg, das ich durch 
sein grobhait und akust mein statt gen im verrück. Nu cham 
villeicht pey zehn wochen [Bl. 71*^] ain ritter zu im, genant 
Lantzilet vom Lack, dem er doch guot handlung pot. Ich 
sach den durch sein schön und manhait zu fleis an. Diss 
verwiß er mir zu argem. Alls er weck cham, kiblet mich 
mein man lang, durch was ich in hett angesehen. Zu einer 
nacht wollt ers nicht entperen; ich redt durch seinen statten 
kif aus zoren: »Ich sach disen ritter an durch sein schön 
und frümkait, doch hat er nicht so vil preises, du habest 
mer lasters.« Diss hat in so erzürnt, das er mich von seinem 
tisch und pett geschaiden hat und mues pey meinem guet, 
das er von mir hat, ermiklichen leben ; und hab seid dem 
selben ritter nye so werd red gesellen gehabt alls ir.c Er 
jach ; »Fraw, ob irs gepiet, ich penacht auf ewer purg.c Si 
sagt, das sis vast geren sach. Under den worten chumpt 
ain pot zu der alten frawen ; ainer spricht: »Fraw, ain ritter 
ist zu ewerm schloß chumen, zu aischen von euch, alls ir 
im in dem wald versprochen band.« Die fraw macht von 
disen Worten den maisten jamer zer wellt. Er ff'agt, was 
ir peschwärde war. Si sagt: »Ich rait durch ainen wald, 
mir pecham ain vermaledeiter ritter, vieng mich, drot mir, 
das er mich in gevencknüss wolte legen , ob ich im nicht 
schwüer, [Bl. 71^] ain sein gelübd zu laisten ; ich muestz von 
not im globen. Er sprach: »Ich wil, das ir mir gebt ewer 
tochter, so ich die aisch.« Nu ist er layder chumen. Ach, 
das ich nicht vor meiner tochter vergraben pin, die doch 
der schönsten magt aine ist, dy ye aug gesach!« Gwerches 
jach : »Fraw , haltet pessern muet I wils got , ich sol euch 
diser sorgen end schaffen.c Si pot sich zu seinen fuessen. 
An stund rittens entsambt in ir haws mit urlaub der andern; 
doch sagt er der jungen frawen, das er zernacht auf ir purg 



schlaffen wollt. Nu alls si zerpurg chamen und den ritter 
sahen, si erwainte hart ser. Er jach: »Fraw, löest ewer aid 
und glübd, alls ir wisst! ich sol ewer tochter yetz hynnen 
fiieren, es mueste sein.« Der ander ritter sprach: »Herr, 
ir pittet ungefuegclich.« Er antwurt, was er dar zue zu thuen 
hett. Gwerches sprach : »Ir fürt si talang ain halb meil meins 
undancks.« Jener acht nicht ain har auf sein red; er fuerte 
die magt ser waint mit im da hin. Gwerches rait im nach ; 
in ainem wald ervolgt er in und rüefft in an: »Ir ungetrewer 
verrätter, wert euch mein!« Si triben mit den orsen zu hauff 
und stachen sich von den orsen, Sprüngen gering wider dar 
auf und rufften ire schwert und machten [Bl. 72*] groß ge- 
kleng mit den schwerten, das der dos widerhal. So erzeucht 
Gwerches einen schlag, schlueg jenem die faust und schwert 
von dem armen und verwundt in mengen enden, da mit er 
in zu der flucht petwang. Also was die magt mit ritter- 
schafft erledigt. Wie er nach ir süessen mynn sprach, si 
pewart ir er mit schöner red, zucht und gepär. Sunst pracht 
ers wider zu ir muetter hauß, do im an mass ser gedanckt 
ward. Er gerte Urlaubs, des man in doch chaum werte, 
und cham zu des ritters hauß , alls ers der jungen frawen 
gelobt het. Die fraw gewartz, schueff, in pald ein zu lassen. 
Er ward entwappent, und im ward guet gemach gethan. 
In dem chumbt ain ritter an die porten, gerte auch herberg. 
Er ward durch haissen der frawen auch ein gelan. Als er 
entwappent ward, do kannt in Gwerches und viel im umb 
den halls mit den armen. Dy fraw fragt, wer er war. Er 
jach: >Es ist ain der küenisten ritter, ainer von der tavel- 
rund, her Segrimors.« Des ward die fraw vast fro und achte 
nu nicht vil irs mannes eyfer; si erpot sich in erlich mit 
aller kurtusey. Der wiert gieng in ain sunder chamer, schickt 
nach zehen sarianden, sprach: [Bl. 72^] »Ich sorg, das die 
zwen ritter nicht umb meiner eren willen her ein chumen 
sein, sunder auf mein laster; verwappent euch, ob ich ayni- 
cherlay mit in pegün, das ir perait seit in meiner helff!« 
Si teten, alls er schueff. Ain knecht sagt dise ding in ge- 
haim der frawen; si sagtz auch den zwain rittern. Segrimors 
jach: »Hett ich meine wappen, ich sorgte lüczelewres mannes 



152 

dro.c Gwerches jach: »Ich wil mich chranck sagen und 
schlaffen geren, so süllt ir gutz muetz wesen; inn der weil 
wil ich meine wappen an legen und ewer wartten ; peschicht 
euch icht not, ir sollt mich schnell pey euch vinden.c Nach 
dem anschlag peschahen alle ding. Alls nu die zeit was, 
zu dem essen zu gen, man hieß Segrimors zu tisch siezen 
und man gab im gnueg guet wirtschafft. In dem sach die 
fraw vast an den ritter , wann er zu mal ain hübsch man 
was und wol geparend ; so kumpt ain ir magt, pracht zway 
schappel von pluemen. Die fraw nams, saczt her Segrimors 
ains auf, das ander ir selb. Alls das der wirt ersach, er 
hueb die hant auf und gab ir ainen packen straich, das si 
von dem tisch tamellt, sprach : »Set, habt euch den Ion für 
ewer huer tüchkl« [Bl. 72^] Zu stund nam Segrimors die 
faust, schlueg den wirtt zu den oren, so das er sich über- 
gab , sprach : »Alls ir mir vor tanczt , also sol ich nach 
springen.« Er nam in fiirpas pey dem har, diens in über 
den palas mit vil schlegen. Er rueffl nach helff. Ir waren 
zehen.an stat da verwappent. Alls das Gwerches sach, er 
sprang her für mit ainer heim axt, schlueg ir pald drey tod 
und auch den wirt; die andern gerten all gnaden. Sunst 
nam der streit ain end. Die nacht ward ir wol gepflogen. 
Am morgen chamen der frawen frewnd, auch die pesten 
von dem lannd, danckten den zwain mannen, sagten in vil 
pöser untugent von im. Si urlaubten sich von dann, ritten 
den tag an awentewr ; zum andern tag umb tercie sahen si 
auf ainem veld zwelff zellt stan, an yedem vier schillt hangend, 
und ain gezwerg rait zu in, sprach: »Ir wert nicht so für 
reitten, es mueß ewer ainer wider ain ritter zer thjost halden.« 
Gwerches pat Segrimors, das er in die erst thjost ließ nemen. 
Es peschach. Er stach seinen gestreitten, das er von dem 
ors viel. Das twerg rait zu im, sprach: »Her, ir habt es 
gnueg wolgethan.« Segrimors gertauch ainer thjost. Das 
twerg jach: »Man [Bl. 72^] sol euch geweren, habt nicht 
verlangen!« Er sagtz zu hant under Jens gezellt. Ain ritter 
cham schnell verwappent. Segrimors vellt in , das er un- 
wissent lag, und das zwerg jach: »Ir habt paid ritterlich 
ewer awentewren voUenpracht.« Si fragten, wer der herr 



des gezellts war. Er sagt, das es Gwinans von der newen 
pui^ wäre und hett die awentewer durch herren Gaban 
auf gefangen. Si riten mit Urlaub weg, chamen , da in ain 
maget widerfuer; si fragten, war si wollt. Si sprach: »Ich 
suech durch not ain ritter, und ob ich in nit in Artus hof 
find, so peschicht mir übel.« Si fragten, wer der ritter wäre, 
Si antwurt : »Es ist Lantzilet vom Lack, der wennd mir mein 
petrüebte, das wais ich; wann ich tett im ain dienst, da er 
tod muest sein.« Si sagten auch, das si in suchten, er war 
pey nam nicht an Artus hof der zeit, und yeder pot sich 
zu champf für ir nott. Si erwelte Segrimors, und urlaubten 
sich, und Gwerches rait den tag; zemacht cham er an ain 
eingang ains walds und es was vinster worden. Er sach 
ain gezellt, und er rait dar wert durch herberg und haffte 
sein ors. Nu alls er ins gezellt kam, er vand aller kost vollen 
rat sunder lewt. Er het es fiir ain [Bl. 73^] gotz gab, er 
as und tranck wol, pewart sein pfärdt und kumpt für das 
zellt; da waren ir noch drew da. Er gieng in ains, vand 
ain pett und ain clare frawen dar an schlaffend pey ir anieys. 
Er gewart nicht, das nyempt pey der frawen lege; er ent- 
wappent sich, verlascht die Hecht, legt sich zer frawen. Nach 
clainer weil , so kert sich die fraw umb , dacht nicht dann 
irs ameys , viel im mit ir armen umb den hals; si kust in, 
erzaigt sich freuntltch. Er hette alls willens verhenckniiß, 
Nach ainer weil erwacht der ander ritter, legt sein arm über 
die frawen, fiilte, das ainer an ir arm lag. Er sprang auf, 
zoch Gwerches pey dem har ab dem pett. Si underraufften 
sich wol ; Gwerches erwischt sein schwert, schlueg den ritter 
tod. Des clagt die fraw jamerlich. Er wappcnt sich, pat 
die frawen mit im reitten, er wollt sis ergeczen und lieb 
haben flir alle weib. Si wesst allain da nicht zu schaffen, 
pefalch herren und zelit irem twerg, rait mit im all wainend. 
Er sprach dick nach ir mynn. Si jach : »Zu disem mal nicht.« 
Si ritten; im pechamen ir prüeder vier, die er zu sicherhait 
zwang; chamen zu abent inain abtey; darinnen nünnen waren. 
Si hatten guet Handlung. Die nacht redt die fraw mit der 
äptissin , das si ir [Bl. 73^] den orden gab. Diß peschach. 
Meißens- wollt er mit der frawen reitten ;~man sagt, das 



154 

si geweylet was, si wollt in nicht gesehen, und- er schied 
traurig enweg. Er rait an awentewr ainen moned. Aines 
tags cham er an den fueß des pergs Mallureis, vand ain 
tracz prieff an ainer sewi, den Sornechus daran gehenckt 
het, das nyempt an den perck solte reitten. Gwerches wollt 
CS darumb nicht lassen und rait an den perck. Alls das 
ain gezwerg ersach, er plies zu hand sein hören. Diss er- 
hörte Sornechus, cham schnell verwappent. Alls si paid 
an ander sahen, si Hessen zu samen laufTen und stachen sich 
von den orsen, das si paid vertumellt lagen. Doch sprang 
Sornechus auf, lof zu dem ritter, zerschnaid im die riemen 
von seinem wappen, so das heim und kürsit von im viel, 
und zwang in sicherhait. Er fuert in auf sein schloß und 
legt in in ainen tum, dar inn sein prueder Egrafim lag. Si 
erkanten sich paid ; yeder clagt des andern nott. So chumpt 
ain madt si ser tröstend , versprach in , so es sein zeit ge- 
winnd, wollt si vil dar zue thuen, das si loß wurden, ja ob 
es joch wider iren herren war; wann Gwerches het ir zu 
einer zeit von grosser npt geholffen. 

[Bl. 73«] Awentewr, wie es inn der zeit herren Gaharies 

ergieng. 

Nue sagt die hystori, wie es Gaharies gieng, alls er von 
seinen gesellen rait. Es fuegt sich, das er ains tags rait; 
im pegegnet vor ainem wald ain clare magt; er vorseht, 
war ir rais sollt. Si jach : »An Artus hof nach ainem ritter, 
genant Lantzilet, von ainer meiner an ligender not-c Ga- 
haries jach: »Fraw, unnser sind vierczig in der suechumb 
nach im, ir vindt in durch ain nicht an Artus hof; ich pitt 
euch, ir fiiert mich mit euch.c Si jach: »Her, ob ichs er- 
pitten möcht, ich sächs zu mal geren.c Er gelobtz ir. Si 
riten, chamen, da Gwinans die zellt aufgeschlagen het, alls 
ich vor jach. Eis cham ain gew^appent ritter, und Gahanes 
gesigt im an ; also tet er auch Gwinans, der seines prueders, 
herren Gabanen, warte. Er penachte dar; sein handlung 
ward guet; und rait mit der magt fort. Alls es tag ward, 
chamen [si] in ainen w^ald, sahen, das ir drey ainen ritter 
fuerten und den nackent mit gaiseln schlu^^, das er ser 



verpluetet schain; auch fuerten ander drey ain magt, die 

auch mit rutten hart geschlagen ward. Er sprach: »Fraw, 
ich sol mein macht dar zue thuen, da mit der ritter [Bl. 73''] 
erlöst werde und die magt.s Er rait zu in, pat für den ritter. 
Si versagten in im zornigclich. Er jach: »Euch sey durch 
in wider sagtl« Er sanckte sein glävi, rait ainem durch den 
halls, vellt in tod von dem ors; die zwen schluegen sich 
mit im, und er bezwang si paid zu sicherhait, die si zu Artus 
muesten füeren, und er entpandt den ritter. Do erkant er 
in, das er Brandelies was, auch ain ritter von der suechumb. 
Er legt im des totten ritters wappen an und saczt in auch 
auf das ors ; er nam auch dy giävi. Nu sagt sein junckfraw, 
si wartet sein vor dem wald; si riten paid nach ir. Mit dem 
reit auch ir her geseJlen ainer her, hett den andern dreyen 
die nackent und zerschlagen frawen genomen. Sunst chamcn 
si drey zu samen und machten groß frewd von den guetten 
awentewrn. Gaharies sprach: »Her Brandelies, wie chumend 
ir zu den pösen awentewrn, das ir sunß poslich gehandelt 
seit?« Er jach: »Her, ich sag es euch geren. Ich cham 
necht all spat in ain diser frawen gezellt, ir ameis was in 
dem wald. Alls ich si ain sach und in schöne, pat ich die 
süessen umb ir mynn; si versagt mir. Durch das ließ ich 
nit ab, piß si mir ir mynn gehieß. Mit dem chumpt ir ritter 
von wald ; alls er mich sprechent mit [Bl. 74»] ir vand , er 
erzürnt ser, jach, ob ich mich nicht paid dannen machte, er 
schlueg mich tod, und gab der frawen guet kluden zu dem 
kophff. Ich gieng mich schnell wappen. Alls ich wol perait 
ward, sprach ich; »Her ritter, ir habt ser missetan an der 
frawen, auch an mir.« Er sprach, das ich paid sunder peiten 
mich dannen machte, mir peschäch änderst vast übel. Ich 
öprach, das ich durch ainicherlay dro diß nachts von dannen 
wolt reitten. Des rufft er seinschwert; also tet auch [ich] das 
mein, und ich schluog in tod. Ain getwerg jach, ich sollt 
nu leben sunder alle sorg. Ich thet mein wappen wider ab 
und ich lag die nacht pey der junckfrawen. Morgens, alls 
wir noch schlieffen, chamen sein mag und viengen unns in 
dem pett, Sust sey wir zu disen nöten chumen.* Si riten 
zu einer wegschaid und yeder kert ain sundern weg wider 



156 

an ir suechumb. Gaharies rait zu der magd, die sein dannoch 
alles warte. Si riten den tag sprechendt ; zu nacht kam er 
auf ain wisen, vand ain reich gezellt und ain twerg dar innen ser 
unmüessig mit essen peraitten. Er gerte von im der herberg. 
Es sagt, es war im lieb, ob es seinem herren gemeint war. Er 
hueb die magt von ir pfärd und si giengen ins gezellt. So chumpt 
der her [Bl. 74^] desgezellts. Alls er den ritter sach, er sprach 
aus grossen zoren zu dem getwerg : »Sagl wer hat die^ gewallt 
geben, frömbd lewt zuherbergen an mein erlauben ?€ Mit dem 
nam ers pey dem har und warffs wider die erd, das es pey 
nach zerbrochen was. Gaharies jach : »Her ritter, ir habt mir 
die grösten schand gethan, die mir ye mer peschach.c Der 
ander jach : »Des enacht ich hart ciain, ob irs zürnet, c Er graif 
hie mit zu dem schwert ; das thet auch Gaharies und stritten 
des hart. Doch bezwang Gaharies den wirt, das er in gna- 
den pat und dem twerg frid muest geben. Mit dem wollt 
er enweg sein mit der magdt. Der wirt pat in so lang; 
auch trueg er der magdt gereit weg, so das er im globt, zu 
beleiben, und der wirt sprach : »Herr, ich sag euch, warumb 
ich zürnte. Gedenckt ir, das euch heut drey ritter pegegenten, 
die ainen nackenten ritter und magt fuerten? Ir stacht ainen 
meinen mag tod, den andern lembt ir, der dritt floch und 
ich pin, der euch entran; do aber ich euch in meinem ge- 
zellt sach, do erzürnt ich mich ; der zom sey meinhalb gäncz 
verkoren !€ Er tet in paiden guet nacht seid. Morgens 
rittens mit Urlaub weg, chamen in der magt purg aine, do 
si zu guettem gemach lebten. Man entpot irem schwager, 
[Bl. 74*^] das si ir lannd mit champf lösen wolte. Gwidan 
schickt nach seinen lehen herren, solten den champf sehen. 
Es ward zum dritten tag das gewett, und si chamen hoch- 
gemuet an die champf stat. Nach vil hochfertigen werten 
sanckten si ir paider sper, und Gwidan vertett das sein ritter- 
lich, das es zerstuckt an der erden lag; hie mit viel auch 
er von Gaharies lancz , das er sich hart quetscht und lag 
zer erden an macht. Alls er sich wider versan, sprang er 
mit grossen schellt worten und dro auf; si erzugen paid 

ire schwertt und zerhewen paide schillt und platten, das si 

• 

I Für die ist wohl dir zu lesen. 



157 

paid vil guetz * vergussen. Zum jüngsten erholt Gaharies 
ainen schlag , dar an er all sein macht legt , und schlueg 
Gwidonen mit söllicher chrafft auf den heim, das das schwert 
auf den zenen widerwandt, und Gwidan viel an stund tod. 
Er ward auf erhaben und dannen getragen; die clag umb 
in was zu massen [groß]. Er ward ze münster pestatt. 
Menigklich gund der junckfrawen und auch dem ritter sigs 
und der eeren wot. Si ward in ir lannd nu fröelich geseczt, 
und si danckt dem ritter, der ir das lannd erstritten hett. 
Er gerte Urlaubs, des man in nicht weren wollt, piß er seiner 
wunden wol hail was. Er wappent sich und rait [Bl. 74''] 
mit Urlaub dannen. Umb non sach er in ainer wisen ain 
reich gezellt; er hafft sein ors, gieng dar ein, sach ain junck- 
frawen , die vor ainem spiegel und zwain junckfrawen vil 
frewden macht. Er grüest si; si sprach: olr ensollt unns 
nicht grüessen , ir hand sein kainen danck von unns durch 
ewer gepewrischait und poshait.« Er pat si im sagen, wie 
der red war. Si jach: »Was das nicht pewrisch, do ir den 
ritter und die magt nackent und zerschlahen fiieren sähet 
und die magt ruefft euch an in not, ir hulffet dem ritter und 
liest die magt zerschlagen für reiten?« Gaharies jach: sFraw, 
ich war mainaidig worden, wann wir zämen mit aiden ver- 
punden sein, wo ainer den andern in nöten sieht, er sol im 
helffen vor andern awentewrn; und si ward doch von meiner 
gesellen ainem erledigt.« Si sprach: »Das was an ewer 
schuld ; auch wo ward ye grösser poshait , dann so ayner 
seiner prüeder zwen so in gevencknüss lat, alls ir thuet und 
nicht dar zue tuet?* Er sprach: »Fraw, durch got sagt, war 
hab ich prüeder in gevencknüss oder welcher end ? Got wais, 
das ich yetz zum ersten dar von hör sagen.« Si sprach: 
»Sorneclms hat si gefangen auf dem perg Mallumen, [Bl. 75*] 
da er mit Egrafini und Gwerches gestritten hat* Gaharies 
pat durch got sich der end weisen. Diß teten si. Er rait 
mit gnaden von in, cham an den fueß des pergs, sach jene 
zetel, und das zwerg hueb an, zu plasen. Somechus cham 
verwappent, Alls si an ander sahen, si naraen ir thjost mit 
ganczer macht und randten so vermessenlich auf ein ander, 



I 

I 

I 



mit seinen werden gesten in die stat ; die sün machten sich 
ledig mit Egrafim, den si in wider schickten. Die drey ritter 
wurden umb ir manhait ser gelobt, (umb ir grosse manhait) 
und si peliben, piß ettlich hilff im mer kam. 

Awcntewr, was in der zeit clag zu hof was umb Lan- 
tzilet, den yeder man want, das er tod wäre. 

In aller der zeit, sagt die hystori, kam an Artus hof 
ain ritter, sagt, das im ain ander ritter gesagt hett, wie 
er ainen ritter hett an seinem satelpogen sehen füeren Lan- 
tzilet?. haupt. Dise mär sagt er zu hof mit vil näher ver- 
giessen, dar zue was er zu ferch verwundt, das er an dem 
hof ser zu ungemach lag. Von des sag ward die aller gröst 
clag zu hof, die ye man vor gehört hette. Alls chünig und 
roesseney in der höechsten betrüebt was, so churapt LioneD. 
Er ward wol empfangen , und alls er entwappent ward, 
vorseht er, was dise groß clag pedewte. Die chiinigin nam 
in sunder und sprach mit zäher reichen äugen: »O Lionell, 
unnser [Bl. 76''] paider grossen peschwärdi Ich sag dir, der 
pluem aller ritter, ich main Lantzilet, ist tod. t Hie mit viel 
si en anmacht. LioneU vieng si in sein arm. Alls si zu 
chrefften cham, sprach si : »Es ligt ain ritter hie , der hat 
unns diß gesagt.s Er sprach: »Ob got wil, den mären ist 
nicht also.« Er pat sich zu dem ritter füeren. Nu hett sich 
der ritter entscapt, das in nyemant an dem hof kante. Im 
wartten ettlich megdt und Lionell fragt si, ob der ritter 
schlieff. Si sagten: «Nain, im band sein wunden erst vast 
gepluett.« Alls der ritter hört, das in ain frömder ritter 
suechte, er kert sich umb und Lionell erkant in, das es 
sein prueder Bohort was. Er was sein fro zu sehen und 
laidig umb sein schmerczen. Im ward guet gemach gethan, 
so das er darnach pald gesunt ward, das er harnasch mocht 
tragen. In der zeit cham ain magd auf den hof und gieDg 
für den chünig Artus, grüest den von ir frawen, der chiinigin 
von Galnoye. Vor clag enhort es der künig nicht. In er- 
mandtz ainer seiner kamrär, Lucas, Der künig sach auf 
und hieß die raagdt ir potschaüft werben. Si jach; »Her, 
euch enpeut die fraw von Galnoye dienst und wünscht euch 



i6i 

guet awentewr [Bl. 76=] und pitt euch, das tr alls ain ge- 
rechter chünig ir ainen ritter schickt, der si versprech und 
si pewar für unrechten gewallt, den man ir thuet, und pitt 
euch umb herren Gabanen oder Lanzileten.t Der chünig 
ward ser seüfczend, jach : )Mein Öheim Gaban ist in suechumb 
mit vierczig rittern nach Lantzileten und man sagt mir newes, 
das Lantzilet tod seye, das die wellt pillich petriieben sol.« 
Die magt erschrack ser, yedoch sprach si: »Mich hieß mein 
fraw, ob ich der chainen vinden möchte, das ich päte umb 
Lanzilets nefen, genant Bohort.* Er hört dise wort und 
sprach: »Junckfraw, ich reit mit euch und hilff ewer frawen 
nach meinem pesten vermügen.« Die chünigin erschrack, 
das Bohort noch so ungesunt von ir wollt. LioneSl jach: 
»Prueder, ich reit mit euch; nach disem streit ker wir ent- 
samen an die suechumb nach unnserm nefen.* Nyembt 
mocht si des willens erwenden. Die chünigin rueffte Bobort 
zu ir, sprach: »Lieber Bohort, nym diß vingerleinl ob das 
wäre, das Lantzilet im leben wäre, so du das erfundest, so 
gib im diß ringel von mir, das er wol erkent, und sag im, 
das er sich an stund zu mir fiiegeU Si namen uriaub von 
künig, künigin und aller raesse[Bl. 76'']ney und riten weg 
an ir suechumb. 

Hie latt es die ritter und sagt, das die chünigin ser zu 
Ungemach lag. Ains nachts traumbt ir, wie Lantzilet zu ir 
in ir kamer gieng , vast wol gemacht , das si in nye fröer 
gesach noch schöner. Die chünigin hett grosse frewd da 
von. Mit dem gieng im ain junckfraw nach, die gar zu mal 
schön was. Die junckfraw legt sich an ain pett sunder, 
Lantzilet entpfett sich und legt sich zu der junckfrawen, ent- 
schlief pey ir. Die chünigin stund auf und vand in pey 
der, und si hett den maisten jamer ob im von aller der wellt. 
Mit dem erwacht Lantzilett, die künigin versagt im all ir 
amorschafft. Lantzilet schwuer, das er nicht enweste, das 
sich die magt zu im gelegt hette. Mit disem trawm erwachte 
die chünigin, enwest, wie ir peschehen was, sach weit umb 
in ir kamern und saß denckend an ir pett , versan sich so 
lang, das si pey nach unsinnig war worden. Es stund ain 
geschniten pild wie ain wäpnär in der kamer , si sach diss 



l62 

pild so ser und lang denckend an, das ir zu synn cham, 
wie es Lanzilet wäre. Si redt vil mit dem pild und jach: 
»Wildu nicht zu mir chumen, so wil aber ich zu dir.c Hie 
mit gieng si zu dem [Bl. yy^] pild, viengs in ir arm und kust 
meng mal. Nu hett si ain nifftel, die ir vast gehaim was, 
erwacht von disen dingen, merckt ir gepärd und jach: »Fraw, 
legt. euch, mein herr, der künig, ist ander thür.c Hie mit 
nam si ir das pild, und die chünigin entschlieff piß zu hohem 
tag. Alls si morgens erwacht, rufft si ir nißtel zu ir, sprach: 
»Ob du mein gesunt und leben lieb hettest, auch das ich 
dir meiner gehaim vertrawen mochte, wollt ich dir ain pe- 
felch thuen ; ob du mir der zu recht volendest, darumb woDt 
ich dich reichen für all ander. c Si schwuer ir, was si ir 
sach helen sollt, das wollt si sunder zweifei in stiller gehaim 
pehalten, si wollt sich auch zu all iren gepoten willig er- 
zaigen. Die chünigin jach: »So rieht dich darnach! ich wil 
dich mit ainem getwerg aus schicken. c Si jach: »Fraw, 
geren.« Die fraw sprach: »Du sollt reitten in Galle, frag 
zu dem closter, das genant ist künigs münster I Dar inn ligen 
pegraben der künig von Bonewick und der künig von Gami 
mit iren frawen ; pey dem closter ist ain lack , darein reit 
unerschrocken! wann es ist nur ain petrügd und zauber. 
Frage zu fraw Helene oder der frawen vom Lack, sprich zu 
ir , ob si mein leben lieb hab , das si zu mir chum durch 
[Bl. yy^] des willen, den si so werd erzogen hab pey irlc 
Die magt rüst sich zu der pottschafft reichlich und urlaubt 
sich von meniklich. 

Awentewr, was in der zeit Lantzilet gethan hat mit 

awentewern. 

Uns sagt die history, das Lantzilet hart gequetschter 
zu einer abteye cham und was dar, piß er gesundt ward 
und wol Wappen getragen mochte. ^Er wappent sich ains 
tages, pefalch die junckfrawen got und schied mit erlauben 
von in; ein allte fraw gelaitt in. Alls si riten gen ainem 
wald und in pegegent ain magdt ser wainde und petrüebt, 
er fragt von ir schwär. Si jach : »Mein chumer ist zwifeltig, 
mir hilfft auch meng tausent mensch chlagen, das ain fraiß- 



sanier ritter mein Schwester sunder ir und unnser aller un- 
dancks enweg gefuert hat ; umb diß pin ich an Artus hof 
gewesen umb ainen ritter, der mein Schwester ledigte; so 
ist die klag zu Gamahelot so groß von chünig und messen- 
ney, das ich der gleich nye mer gehorte ; ich fragt von ir 
aller peschwärd. Mir ward gesagt, das Lantzilet tod wäre, 
das manig tauscnt hercz peschwärt. Ich wais, solt ich herren 
Lantzilet funden han, so erparmherczig er gen allen frawen 
ist, hab ich nit zweifei, er het meiner [Bl, 77'^] betriiebt rat 
gethan.t Er jach: »Fraw, fürt mich, dar ewr Schwester 
wontU Si jach: »Ob ir mir sicher gelait möcht halten, ich 
rit mit euch.« Lantzilet Jach: »Seit sicher, das ain oder 
zwen euch nindert getürren undancks an gerüerenl« Si sahen 
jene purck, dar ein si solten. Alls si zer porten riten, si 
haffien ire ors, giengen entsamen in den palast, funden den 
ritter zu verch verwundt und die junckfrawen petrüebte pey 
im siezen. Er nam si pey ir klaren haut und fuorte si zu 
ir Schwester. Der ritter an dem pett sach auf, sprach: »Her 
ritter, ir nembt dise magt mir mit gewallt; möcht ich wappen 
getragen, ir müest darumb ersterben,« Lantzilet sprach: 
»Ir habt si undanks und mit unrecht her gefuert , so füer 
ichs mit recht wider hynnen; so ir aber zu ewer pesten 
macht chumen seit, ich verantwurtz gen euch, alls irs pe- 
gert.« Sunst ritens wider weg; Lantzilet pat si die mär 
zu hof sagen, auch das si dem künig und all der messenney 
dienst sagen von im, auch das er vast wo! varend wäre. Si 
jähen, das si es geren thäten. In dem fragt er die gefangen, 
wer den ritter so newes verwundt hette. Si sagt , das an 
dem andern tag vor zwen ritter mit im gestritten hetten, 
die in wundten; doch het ersi paide [Bl. 77''] tod geschlagen. 
Er rait mit urlab von in. Si sagten die lieben mär zu hof, 
das Lantzilet noch lebte. Da wurdens so fro, das der frewd 
geleiche an dem hof nye in langer zeit gesehen was. Er 
rait mit der frawen, die in gelaitte. An dem andern tag 
chamen si von awentewrn, da si pey ainem schönen prunnen 
pey ainem pusch sahen , do ain wol gelewberte hnden ob 
stuend; er vand pey dem prunnen ain ritter und zwo dar 
mägdt. Si paten in erpaissen und mit in essen. Er tet 



i64 

das, hefft sein pfärd, tet den heim von dem haupt, wann 
es gar zu mal haiß was, und saczt sich nider. Si machten 
vil frewd mit im. Nu was die jünger junckfraw so schön, 
das er von aller der wellt nye schöner magd gesehen het; 
die sach in so vast an sunder alles verwencken, das si ir 
pey nach selb vergessen het. Ir hercz wart gen im in rechter 
lieb entzündt. Er asß und in Verluste des schönen fluß 
von dem prunnen zu trincken, hoUt ain guidein cupleten 
von Wasser und tranchk vast ser, wann in nach der hicz 
ser durste. Alls er getruncken het, ward er so kranck, das 
er wonde, sunder peicht zu sterben. Der ritter erschrack 
ane mass und west nicht, wie im peschechen was. So sehen 
si zwen aiter sch[B1.78*]langen in dem prunnen an ander 
umb jagen. Do erkanten si, das die würbm das wasser 
vergifft hetten. Da sprach der ritter: »Liebe Schwester, 
eyl wunder pald und sich, das diser ritter nit sterb!« Si 
loff, suechte krewter und wurczen, das si den ritter nerte, 
wann si zu mal ain grosse maistrin der erczney was. Si 
sprach zu ir prueder: »Reit pald und pring die püchs in 
meiner kamer I auch schaff, das mer gezellt her chumen! 
wann ich fiier den ritter von diser statt nicht, pis er mit 
gotz hilff emert ist.« Der prueder tett, alls si in hieß, kam 
pald, wann in vast laid was. Si leg^e ir erczney an in, so 
das er schlaffen ward. Er was so durch gifft, das im die 
negel ab vingem und zehen vielen; auch viel im aus all 
sein har, alls ob er peschoren war. Er pat, im das har zu 
behalten in ain püchs. Si legte wunder fleiß an in durch 
sein genist. Zum andern tag zu abend kamen zwen ritter 
und ain magd, gerten herberg. Der ritter von dem zellt 
entpfieng si vast erlich und pot in guet herberg. Ob tisch 
fragt der wirt, war ir rais sollt, oder wie si hiessen. Si 
sagten, das ainer hieß Bohort und der ander Lionell. Bohort 
sagte auch, wie er mit der magdt zu der frawen zu Galnoye 
umb ainen champf, auch sagten si, das si in ainer suechumb 
wären [Bl. 78**] umb ainen ritter, der Lantzilet hieß. Nu 
west der wirt, das der siech Lantzilet was, gieng zu im, 
sagt im alle dise mär. Lanzilet het ir in lang nicht gesehen 
und ward ane massen fro und hieß si zu im fiieren. Nur 



alls si in an sahen, kanten si in, wurden so &o, das in nach 
geschwunden was, an das in vast laid was sein kranckhait. 
Er sagt in aller ding , wie im peschehen was , auch wie in 
die magt ernert hett, das er guet hoffnung hette seins leibs 
genist. Si vertriben die nacht mit frewden. Morgens pat 
er, das Lionell pey im peüb, Er Jach, er woltz geren tun, 
und pat Bohorten , das er mit der magdt rit nacli seinem 
preis. Bohort sagt im, das im die chünigin den ring ge- 
schickt hett. Er kannt in an stund und was sein fro, kust 
in raenig mal. Bohort nam uriaub mit der magd. Noch 
was die junckfraw , die in arcznte , so ser in seiner raynn 
entzündt, das si ye wont zu sterben. Si gieng zu im, sagte 
im ir grosse lieb, die si im trüege, und sprach: »Lieber her, 
so ich euch vollen ernere , pitt ich euch , ir wellet mein 
ameys sein und mich mynnen, alls ich euch tliue, und an 
aller statt mein ritter sein.i Lantzilet jach: >Fraw, ich pin 
ainer amorschafft verpunden. Ee ich der untrew peweisen 
[Bl. 78'] wollt, ee wollt ich sterben; so aber ich die nicht 
hette, wollt ich euch haben für all fraweii, die ich piß her 
ye gesach mit äugen.* Der rede erferte oder petriiebt sich 
die fraw so ser , das si sich zu pett legte und wonde zu 
sterben. Sunß lag si zum dritten tag in grosser kranckhait. 
In der zeit stuend es so übel umb Lantzilet und ward sich 
sein sach zu pösem, das menigclich nicht zu im versach 
wann des todes. Lionell gieng dick zu der junckfrawen, pat 
si ratz zu Lantziletz sewchen, Si jach : »Ich kan im nicht 
ratt schaff'en, er möcht aber mir zu meiner kranckhait wol 
rat schaffen und er enthuet.« Er fragte, wie dem wäre. 
Si sprach; »Lieber her, er wil unns paid tod haben.« Si 
hueb an, alier ding zu sagen , wie si in gepeten hette umb 
sein amorschaffl, sdie er nicht untrewen well; darumb ich 
in schäcz für frum und getrew; doch wollt ich nicht sein 
mynn haben mit söUichen wercken, alls ainer fraw zu ge- 
hört, sunder dann er mich mynte, alls ainer keuschen magdt 
gepürt, und unverruckt meiner megtlichen krön, so wollt ich 
got und im verloben , das ich in mynte für all mann diser 
wellt und dapey mein junckfrewliche kewsch pewaren und 
all mannen entpfrömden.t Lionell jach: »Ich schaff, daß ir 



i66 

dise amorschafft [BI. 78*^] gewiß sunder kunderfaid sollt haben; 
des gewartt zu meinen trewenU Sunst gieng er zu Lanzi- 
lett, sagt im aller ding, da pey sprach er: »Lieber herr, in 
mass, alls si ewr mynn pegert , sollt ir ewr amorschafft ir 
geben, auch sunder darumb das nicht peschech, so stirbt 
si und ir müest dann auch ersterben; wann si ewer mit 
ertzney nicht gepflegen mag; so ir dann sturbt, so sturb 
auch mein fraw, das ist an zweifei.« Lantzilet jach: »Sagt 
ir, das ich si ausser ainer andern amorschafft lieb hab fiir 
all junckfrawen diser wellt und auch ir ritter haissen und 
sein, die weil ich und si leb, also ferr das ich die andern 
nicht untrewen well! Doch reit zu meiner frawen, sagt ir 
alle dise ding von anefang zu orttl Si sol auch sich nynimer 
untrewen zu mir versehen. In kainen weis secht, ob si mirs 
vergünnen well ! zu ainem warzaichen pring ir mein har, das 
mir in diser kranckhait ausgevallen ist!« Dise amorschafft 
ward von Lionell der junckfrawen zu gesag^. Do ward si 
so fro, das si wonde, si war mit all genesen. Si rieht sich 
auf. Lanzilet sagt ir irer grossen mynne danck, die si im 
noch unverdienet trüeg etc. Die junckfraw graiff wider mit 
ir helffe zue mit ir aller pesten vleis. In der [Bl. 79*] zeit 
rait nu Lionell zu Gamahelot und ward wol entpfangen. 
Er sagte alle ding der künigin. Er sprach, auch ob dise 
mynn wider si wäre und si es im nit erlaubte, das er an 
zweifei sterben müeste. Si sprach: »Lieber Lionell, du waist 
unnser mynn ; so verr alls du mir gesagt hast, gan ich im 
diser mynn und pitt in, schier zu chumen, und das er auch 
sein trew halte.« Mit dem nam si sein har und kuste das 
menig hundert mal, alls ob es ain hailtum war. Lionell 
urlabte sich und eylte tag und nacht, piß er wider zu Lan- 
tzilet, seinem nefen, cham, der in mit allem vleiß entpfieng. 
Lionell sagt im vil mynne und grueß, auch sagt er sunst 
alle ding, die im pevolen wurden. Die junckfraw macht die 
gröste frewd mit ir ameys von allem wunder, so das er nach 
ainer wochen ward, das er wol harnasch mochte fiieren. 
Er pat sein ameyen, das si im erlaubte, war in die allt fraw 
wollt fiieren, das ers zu ende- keme. Si erwainte ser; mit 
mengem süessen kusß und haissen zäher erlaubt sis im und 



«er 

pat, ir zu lecz ain seiner klainäd zu geben. Er nam ainen 

tewrn gürtel, den im die chünigin geschickt het, gab ir den, 
und si gab im ain reich fiirspann. Er danckt [B], 79''] dem 
ritter ser seiner guetten Handlung, und ob es sich noch ge- 
püren wurde, er diente es. Er wappent sich; das tett auch 
Lionell. Die allt gelait sich ' zu den prüedern, die mit ir 
aigen vatter kriegten. Si sagt in vil warhafiliger märe. Alls 
si zu den kamen , wurden si gar freilich entpfangen. Nu 
hetten die drey prüeder Egrafim, Gaharies und Gwerches 
dem herczogen nach all sein lannd wider gewunnen. Zum 
andern tag samelt Lantzilet, was er voicks gehaben mocht, 
zoch zu Vüld. Alls der herczog das vernam und die drey 
prüeder, si zugen auch verwappent gegen in. Do ward der 
streit sich mischen. Lionell thett es vast wol. Gaharies 
verwunte Lionellen; alls das Lantzilet ersach, er kerte an 
Gaharies , verwundt in zu mal ser. Das wollt der herzog 
gerochen han, kerte mit starcken schlegen an Lanz.ilet, aber 
er genoß sein klain, wann Lantzilet schlueg in tod. Er fieng 
auch die drey prüeder. Man fuerts auf ein schloß. Do das 
des herczogen volck ersach, das ir herre erschlagen was und 
die drey prüeder gefangen , kerten si an die flucht. Hie 
mit was der streit und das lannd gewunnen. Lionell ward 
guet ertzney [Bl. 79''] getan. Alls si aber die drey prüeder 
erkanten, ward Lantzilet zu mal laidig und pat die prüeder, 
durch die er gestritten hett , das sis muesten ledig lassen, 
sagten auch, das si prüeder wären des tewrn herren Ga- 
banes. Hie mit riten si weg, Lantzilet und Lionell etc. 
Zum andern tag riten si an awentewr, sahen ein schöne 
linden ; si hefften ir ors, legten sich under den pawm. Lan- 
tzilet entschlief an stund, Lionell wachte. So reitten zwen 
ritter mit ainer junckfrawen; nach dem riten siben aus dem 
wald , under den was gar ein grosser, der kerte aus dem 
haußen an die ritter. Yeder naigt sein sper. Er stach den 
ain, das er sunder krafft under dem ors lag; er zuckt in 
auf, gab in den seinen, die fucrten in weg. Der ander hub 
an zu fliechen. Der gross ritter ervolgt in mit erzogem 
Schwert; alls in jener sach, er viel von dem ors. Des het 



i68 

der groß den schlag entport und schlueg mit söIHcher krafft 
nach im, das er das ors ob dem ritter mitten entzwai schlueg, 
dacht, das er den ritter mit dem ors tött hette. Er rait zer 
junckfrawen, zuckt si auf sein ors , die vil ser erwaint und 
schray zu got umb hilff. Des springt Lionell gering auf 
sein ors, wollt Lantzilet nicht [Bl. 79**] wecken. Alls der 
groß ritter diß sach, wendt er sich, und Lionell stach im 
durch schillt und hamasch. Des port der gross sein schwert, 
schlueg Lionellen, das er under das ors viel, er zuckt in 
auf sein pfärt und fiiert in sunder wer weg. Hie lat die 
history ein weil von Lantzilet und Lionell etc. 

Awentewr, wie Hestor gelang, alls er von Karidol rait. 

Under dem, alls Hestor von Karidol schied, pecham 
im an einem tag ain magd all ser wainde. Hestor fragt, 
warumb si so betrüebt wäre. Si sprach: »Her, Triquans, 
der herr diß landes, fürt ainen ritter von Artus hof schänt- 
lichen gefangen, hat in aus gethan, lat in nackent mit dorn 
hawen, nach dem legt er in in ain gefencknüß. Der ritter 
haist Lionell. Diss erparmt mich so übel, das ich wainens 
nicht mag auf hören.« Hestor jach: »Fraw, weist mich zu 
dem valand I ich thu mein peste macht dar zue, ob ich den 
ritter möcht erledigen.« Si sprach: »Her, das tat ir an 
meinen rat?« Er jach: »Fraw, weist mir nu, wie ich in er- 
kennen und nach im fragen soll« Si sprach: »Her, wellt 
irs nicht entperen, ir sollt in leicht vinden. Ir secht zu hant 
das schloß. Alls er euch dann sieht, er kumpt [Bl. 80*] 
euch all zu zeit; er ist vast groß und seine wappen schwarcz.« 
Hestor danckte ir und rait, alls im peweist was, vand ain 
Stareken, vast schönen tum, da vor ain kostlichen prunnen 
gericht in ain groß pleyeine twahel under ainer grüenen 
linden, und an der linden hiengen wol vierundzwainczig 
schillt, heim und schwert, die er maistig erkente, das si 
ritter von der suechumb waren, an ander, die er nicht kante. 
Hestor rait darwertz, ließ sein ors trincken. \ Mit dem reit 
Triquans aus der purg verwappent; sich rüsst auch Hestor 
mit ainer starcken glävie. Sie randten geschwind zämen. 
Triquans verstach sein sper ; do traf aber in Hestor, das er 



I69 

über rucken Bog von seinem ors. Der wirt sprang gering 
auf, zuckt Hesloren sunder danck von seinem ors, warf in, 
das er nach erstorben war und ane macht lag. Er furt in 
in das schloß, legt in zu andern gefangen. 

Aiwentewr, wie Lantzitet verzaubert ward und wie im 
darnach gelang zuni tumay pey Bondemagus. 

'Alls nu Lionell von seinem nefen schied und in schlaffen 
ließ, alls vor gesagt ist, kam mit dem her durch den wald 
die chünigin von Sorkord '. Wol [Bl. 80''] vierczig ritter, 
die si gelaitten, mit ir zwo ander frawen aus künigs kün, 
sahen den ritter dort schlaffen pey seinem pfärd. Si drey 
riten dar, in zu peschawen. Si sahen ire wunder von seiner 
schöne ; ir yetliche wollt in haben zu ameis für aUs Artuses 
künigreich. Sust machten si ain krieg wie vor Venus, Pallas 
und Juno umb den apffel. Nu waren die zwo frawen von 
grosser zauberey vil kiinstig, Morgena und Sibilla, Morgena 
sprach : »Wir machen im ainen schlaff und fiieren in auf 
ainer ors par, wen er dann selb kewst, sey unnser willl* 
Der rat pehagt in zu mal wo). Sunst ward er gefiiert zu 
der purg von Karren, die het den namen seyd der zeitt, 
das er auf dem karren dar gefuert ward. Si legten in in 
ain zu mal schöne chamer und teten im das zauber ab. Er 
erwacht, sach umb sich, enweste von aller wellt, wie im pe- 
schehen was. Er segente sich leicht tausent mal. Mit dem 
gat zer tliür ein gar ain klare magd ; er grüeste si und sprach: 
»Junckfraw, ich sich euch gar gerer durch frage ; durch got 
und das liebst", das ir zer wellt band, sagt mir, was mich 
her an dise stat pracht hab, oder war ist mein öheim Lionell 
chumen!« Si antwurtt: [Bl. 80''] »Für war, her, ich erkante 
pey meinen tagen, euch oder Lionel nye, oder wie ir her 
ein seit chumen, der enwais ich kains.a Mit dem gJeng si, 
im essen zu holen, hieß in darnach schlaffen gan. Er lag 
die nacht ser betrüebt durch Lfoneil willen, Morgens früe 
gieng die junckfraw wider zu im, vand in ser petrüebt, das 
ir vast vtl peschwerde macht. Mit dem giengen ein die 
drey frawen reichlich peklait, Die fraw von der purg redt: 
' [Bl, 91h]: Sorkeld, 



I/o 

»Her ritter, ir seit in unnser gefencknüss, und ob ir dar aus 
wellet chumen, ir muessend euch schäczen lassen.« Er fragt, 
was die schaczung wäre. Si sprach : »Ir mügend diser scha- 
czumb wol fro wesen, ich sag euch, wie wir chumen zu 
euch, welliche under unns dreien euch pehag^, die mügt ir 
nemen zu ainer ameyen, und für war, es ward nye ritter 
mer söUich schaczumb getan, das er fröer sein mag.« Er 
fragte , ob er nicht änderst ledig sollte werden. Si jach : 
»Durch ain nicht.« Er sprach: »So versieh ich mich, mein 
lebtag gefangen zu sein; wann es peschicht kain weis.« Si 
giengen ser zornig von im ; die magd verlaib ainig pey im, 
pflag sein zum pesten. Er macht vil unfrewden. Alls diss 
die magt sach, si sas zu im, jach ; »Her, was gebt ir ainem 
zu miet, [Bl. 80*^] der euch auß der gefencknüß hulff?« Er 
jach: »Ob alls lannd zu Logors mein wäre, ich gäbs darumb.« 
In dem hört er ritter, die von ainem turnay chamen, sagten, 
was yeder ritter preis pejagt hette, von dem er nach ertobt 
wäre, das er die ritterschafft versäumen solte; so spricht 
die magd: »Her, ob ir mir globd, ain sach zu enden, ich 
hilff euch hynnen, wann ichs wol macht hab.« Lantzilet 
sprach: »Was ich mit meinen eren gethuen mag, das hilff 
ich euch.« »Lieber herr, ich sag euch mein chumer. Alls 
ich noch pey den fünf jaren was, het der chünig hie ain sun 
pey den sechs jaren; mein vater, der herczog von Norche- 
don, urleugt vast mit disem chünig. Der künig Artus suente 
si, so das ich gelobt ward des chünigs sun. Mit dem starb 
mir vater und mueter ; ich ward dem chünig zu sambt dem 
lannd pevolhen zu ziechen. Also starb auch der chünig. 
Mein ameys wollt ritter werden , zoch zu Karidol ; alls er 
her wider wollt auf unnser paider prautlauf, laider ward er 
vor Kassilon erschlagen. Ich ervorderte mein erbliche lanndt 
an dise frawen, darumb si ser ervert ward, jach, si gab mir 
nymer ainer hannd prait n:\eins lands, ich tat iren willen, 
so das [Bl. 81*] ich iren prueder näme, der ain der gröste 
Verräter ist, alls er ye manns namen gewan. Nu sagen si, 
ich hab mich im gelobt und zeichen mich valsch daran. 
Nu ist das mein gerde von euch. Alls si di prawtloflF haben 
wellen, das ir in das ansprecht kempflich alls ain Verräter 



und mir wider zu meinem lannd hulffend.« Lantzilet sprach: 
»Für war, jimckfraw, ich thue mein peste macht dar zue.« 
Mit dem gieng si weg, pestailt alle ding; zu abent pracht 
si im all seine wappen verholen. Er legt sich an. Si jach: 
»Her, Voigt mir sunder sorgl« Er tet. Si fuert in durch 
ainen schönen pawmgartten; do stunden zway ors zu wünsch. 
Si Sassen auf und riten weg ; doch rait si unferr und pe- 
falch in got und das er seins gelübdes nicht vergäsß zu 
seiner zeit. Er hieß si sunder zweife! sein. Die magdt rait 
zerpurg wider. Er cham auf ain ciain pfädlein , sach ain 
wol gerüsst gezellt; er empfette dem ors, gieng in Jens ge- 
zellt, sach nicht dann zwo prinnend kerczen pey ainem vast 
reichem pctt. Er entwappent sich, stackt das schwert zu 
seinem haupt , er verlescht die kerczen , legt sich zu pett. 
Nach clainer zeit chunipt der herr des gezellts, legt sich. 
Alls er fLilte, das yemand an dem pett lag, [Bl. Si""] gedacht 
er, wie sein amya vor im dar chumen war. Er vieng Lan- 
tzilet in sein arm, wollt in küssen. Lantzilet sprang auf; 
Jener thet auch also und schlug Lantziletten in sein ange- 
sicht, das er pluette. Lantzilet vieng in pey seinem har, 
warf in auf die erd, lof zu seinem schwert. Der ritter floch 
zu wald , Lantzilet ervolgt in , schlueg in tod , gieng wider 
in das gezellt, legt sich anderwaid und schlief piß früe. Er 
rait weg; im pegegneten sechs, er grüst si, und si sagten, 
das si zu dem turnay wolten. Er rait von in, cham, da er 
ain kirch vand ; er hört mess. Nu was des chünig Bonde- 
magus tochter auch in der kirchen; si erkante an stund 
Lantziletten. Nach der mesß gieng si zu im, vieng in in ir 
arm, hieß in groß wiilichumen sein got und ir. Er wünschte 
guetten tag und danckte irs grueß. Si fragte in manicher 
hande, wie er seyd varend war und er si' erledigt hette von 
dem ungetrewen Valedon. Aller erst kannt er si zu recht. 
Si hatten groß frewd von ir paider gesunt. Die junckfraw 
sagt im aller ding von dem turnay, der gewesen was ; auch 
klagt si, das ir vatter vil das erger des tags gehabt hette; 
doch war zum dritten tag ein ander gelegt, [Bl. 8i*] pat in 
vast . das er auch dar auf eherne irs vatter halb wider den 
chünig von Norgalls. Er verhieß ir, das vil gern zu thuen. 



172 

Die junckfraw pot diß irem vatter, wie si Lantziletten funden 

und pestallt hette , er het ir auch versprochen sein hilff zu 
dem turnay, das er eherne und im ere erput. Des ward 
der chiinig so fro alls ye kains dings. Er nam mit im drey 
fiirsten der getrewisten und sagt in, das si es verbalen, er 
wollt in den pesten ritter zaigen, der -nu lebte. Si riten, da 
si Lantziletten funden ; er ward mit den maisten frewden 
entpfangen von in allen, alls ob er von himel kumen wäre. 
Bondemagus daucht, das er den turnay gleich yecz über 
wunden hette. Man rüste sich zu dem turnay mit allem 
gerätt. Die junckfraw sprach: »Herr, ir sollt zu guettem 
muet sein, ich mueß zu den frawen, das mein nicht vermisst 
werde, es wurde mir zu dem ergisten gehalden,« Si schickt 
im ettlich piderb ritter, die im zu sampt den dreyen fürsten 
guet gesellschafft tetten. Ir vatter und si riten zu haus. 
Alls sich die vesperey erhueb , ward in gesagt. ■ Si rüsten 
sich mit dem wappen und riten mit schoy zu der letz. Do 
vertet manig ritter sein sper wol. Es kumen nu die par- 
theyen zu samen , [Bl. Si"*] vergalten manlich. Man horte 
da sper krachen , alls wollten al! wäld zu hauffen prechen. 
So chumpt Lantzilet mit seiner gesellschafft zue schlahend 
in dem an rennen ainen, das er tod von dem ors viel. Alls 
er sein sper aus jenem zuckt, an dem umb werffen seina 
spers schlueg er fünff, das si under dem ors lagen. Er ju- 
stierte anderwaid, do zersprang sein sper in stuck. Er graif 
zu seinem schwert , stallte das gröste gevell von ors und 
lewten, den ye kain man mer gesehen bete. Er w^ard in 
kurczer zeit so gar erforcht, das seiner schleg in dem turnay 
nyemandt erpeiten wolte. Er verwandt den turnay, so das 
menigklich sprach, das er zu seiner hant allein den höechsten 
preiß erworben hett : er schickte dem kunig Bondemagus 
von Gore künig, ftirsten und baronen gefangen etc. 

Awentewr, wie Lantzilet gelait ward zu Comebrat und 
wie es im ergieng pey dem künig Pelas. 

Lantzilet macht sich verholen von dann, wann er uner- 
kannt wolh sein. Aus das der chünig Bondemagus vernam, 
er ward an massen ser betrüebt , das er Im nicht vil eren 



mocht erpieten, nach dem ers umb [Bl. 82'] in gedient het. 

Nu het Lantzilet ain fursten gefangen; do er aber vernam, 
das es Lanzilet was, schwuer er, jar und tag in zu suechen, 
so ferr in got gesunt ließ. Nu rait als Lantzilet durch ainen 
wald; das pfärd und er waren vast müed , wann si paide 
den tag vil arbait hetten gehabt. Zu abent cham im nach 
reytend ain clare fraw und zwen ritter die in grüesten. Er 
pot in guetten danclt. Die fraw fragt in, wer oder wannen 
er wäre. Er sprach: »Fraw, ich pin ain ritter, aus ir secht.i 
Si antwurt: »Ja, liinvar, ir seit wol ain ritter, der peste von 
aller der wellt, darumb pitt .ich euch, das ir heint pey mir 
herberg nemet , so wil ich euch morgen ain das schönste 
clainad weisen von diser wellt.« Er sprach, er tat es geren 
durch ir gelubd. Sunst rittens piß verr nachtes. Alls si zu 
der frawen purck chamen , was es zu mal vinster worden. 
Si chamen in die vesst; man entpfieng si herlich. Seins 
pfards ward wol gewartt und er entwappent. Man trueg 
sein harnasch weg, das alls zerhawen was. Si machten im 
vil freüden. Mit dem cham der wirt; die fraw und Lantzilet 
stuenden gen im auf Er entpfieng den ritter und erpotz 
im wol. Alls si ober tisch sassen, fragt die fraw iren herren: 
[Bl. 82''] »Jach, lieber her, was sagt ir von dem ritter, der 
den turnay hewt überwunden hat H Der her sprach, er hette 
pey seinen tagen von ainem man nye sölhch wunder ge- 
sehen; ob ers mit seinen äugen nicht gesehen hette, so hiet 
ers aller wellt fiir lugen gezellt , der ims hett gesagt. Die 
fraw sprach, ob er sichs nicht ser frewet, ob er so werden 
gast hette. Er sprach: sSichl sollt ich in zu haus ain mal 
haben, ich nems für der pesten purck aine, alls si in dem 
lannd zu Logors wäre, ich volgte im umb den wunder nach, 
das er hewt in dem turnay stallte.* Die fraw jach: »Her, 
fiir war, es ist diser ritter, der hie siezt;« und mit dem trueg 
man seinen schillt her. Der wirt erkannt erst , das si war 
sagt. Er tet im die gröst er, alls ers doch erdencken mochte. 
Man fuert in zu pette ; er entschlieff pald , wann er was 
wunder müed. Zu morgens pat in der wirtt, zu peleiben. 
Er jach , das ers über ain nicht gethuen möchte , und er J 
saß auf sein pfärd, mandt die wirtin irs gelübdes, alls si gei 



174 

than hette. Si antwurtt: »Es sol wesen, alls ich gelobte 
Si hieß ir zu hand ain pfärd pringen ; si sagt dem wirtt, das 
si in füren wollt zu Cornebrat. Er sprach : »In gottes namen ; 
got gelait euch I « Sunst riten si weg. Umb den mitten tag 
[Bl. 82^] chamen si in ain schöns tal und sahen aine purck, 
die wunder reiche erpawen was. Si riten dar ein, giengen 
entsamen auf den grossen palast; in pekomen ettlich megd 
und frawen, die sprachen : » Willichum her ritter 1 der kärcher 
hat ewer lang gewartt.« Er gieng fiirpas, sach gar ain reichen 
turn. Da hört er pey seitt ain vast klägliche stym schreyen: 
»Hilff, Sante Maria, hilffl« Er gieng zu hant der stym nach, 
sach ain zu mal schöne junckfrawen siezen in ainer potten 
verzaubert. Si ruefft in an : »Her ritter, versuecht, ob euch 
got und mir das hail günnen well, das ir mich müget nemen 
aus diser potten U Er gieng und hueb si gering dar aus. 
Alls das peschechen was, viel die junckfraw im an den fiieß, 
wollt den geküsst han; er woltz ir nicht gestatten. Erst 
machten si groß frewd durch in; si sagten, das es manig 
ritter versuecht het, sunder mein her Gaban. Diser magd 
Zauber was, das si nicht mynner nott hette, dann ob si an 
ainem starcken fewr war gewesen. Got zu lob fürte man • 
si in ain reiche capell. Er vänd ain schon gewelb ; in mitten 
lag ain stainein sarch, auf dem geschriben stund: »Disen 
stain mag nyembt erheben, pis kumpt der leo, [Bl. 82**] aus 
dem kumpt von des künigs tochter der starck leopart.« Er 
gieng dar und stallt sich zu dem grössern ortt und hueb 
den stain gering auf geleich ainem pett. Er sach dar under 
ligen ainen fraislichen tracken, der zu handt an in schoß 
mit auß geworffen stinckenden flammen und zerspraitten 
klatten. Diß ersahen die ritter von dem schloß, wurffen im 
schnell schillt und schwertt dar. Ir wol zwainczig giengen 
sich Wappen, im zu helffen. Lantzilet zuckt den schillt für 
sich ; alls er sein schwertt hat, was er unervorcht. Er hüy 
so vil auf den wurbm, piß er in zu tod scblueg. All ritter 
und frawen rackten ir hende zu himel got lobend. Er ward 
mit grossen eren gefuert auf den palast; si sagten, das in 
got zu säliger zeit in zer wellt hiet lassen kumen, nu sollt 
all ir kumer ende haben. Alls si in disen freüden waren, 



so chumpt ain der schönste herr ein gangen, mit grosser 
ritterschafft, alls er in ye gesach. Er stund gegen im auf, 
der herr entpfieng in mit schöner karthausey. Aliso tetten 
auch gar die ritter. Der herr seczt in zu sich, fragt seiner 
art und namen, auch sunst manger hande. Er sagt auch im, 
was er des wesst. [BI. 83"] Die tafeln wurden gedeckt. So 
sieht er, das ain taub durch ain venster ein chumpt geflogen ; 
die fuert in ir schnabel ain väsßlein von gold. Von des lustigen 
riechen ward all der sal und haus erfüllt. Nach dem gieng zer 
thiir ain vast schöne junckfraw reichlich peklait; die trueg in 
ir hende ain kiainad geleich ainem kelch , gen dem knyete 
menigclich nider mit gefällten henden, von dem erfüllt waren 
alle assis von speis und tranck nach dem lustigisten. Alls 
geessen was und lobt got mit dem gracias, saß aber der 
chünig Sprechern mit Lanzüet; so chumpt ain fraw ein gangen 
mit reichen claidern, doch von dem allter pey den hundert 
jaren, sagt dem chünig in gehaim: »Herr, ir hört, das die 
prophezey sagt von disem ritter, von dem ewer tochter ge- 
peren sol den pesten ritter von der wellt , der in weit an 
preis und frümkait übertreffen sol. Nu näm er nicht alle 
künigreich , das er mit seinem willen pey ir lag; darumb 
müeß wir in petriegen ; wann sicher des künig Artus weib 
ist sein amya.* Der künig sprach: »Thuet, alls euch guett 
pedunckt!" Damach schueff die fraw ir [Bl. 83''] ding. Si 
cham schnell wider, saczt sich zu Lantzilet, fragt in manicher 
band ; under dem fragt si, wie Artus und die chünigin möch- 
ten. Er sagt, das er in lang nicht zu hof gewesen war. Si 
sprach : »So wais aber ich es pas , dann ir. Ich was vor 
zwain tagen pey der chünigin, die was wol varund und si 
ist hie pey naher, dann zwo meil, zu ainer meiner Schwester 
mit vast lüczel volcks.« Er sprang auf von frewden; wann 
die fraw het im gesagt, si wollt die nacht pey ir sein. Er 
pat, das si in mit ir fuerte. Si jach: »Her ritter, hart geren.« 
Er yesch seine wappen, wann es noch zeit was. Alls er 
sich wappent, der zeit rieht si, das man des künigs tochter 
fiierte der end. Er saß auf sein pfärd und urlaubt sich von 
menigklich; sam thett auch Prisana, die fraw. Alls si chamen 
zu der purck, genanndt Casse, wurden si wol cntpfangen, 



Nu was es nu spat worden. Man hatte die junckfrawen ge- 
legt. Nu was ain tranck von zauber gemacht; des gab man 
im zu trincken ; wann nach der hicze in ser dürsten ward. 
Diß tranck verkante so gar seinen syn. das er nicht änderst 
wondt, dann das er [Bl. 83=] allen den tag mit der chünigin 
junckfrawen ritt, die in fuerte zu Gamahelot. Er ward schlaffen 
gefuert, des er sich ane massen frewte. Alis er ans pett 
trat und die junckfrawen vand, wurden si vil lieplich und 
frewntlich kosen, mit plancken armen umbschrenckt, wie dem 
si spilten söllicher schancz, da von die zart junckfraw aines 
suns auf dise nacht geschwengert ward. Nu morgens alls 
es tagt, wollt Lantzilet die chünigin pesehen, thet die venster 
auf. Alls er erkante, das er petrogen was, erschrack er so 
übel, das er nicht weste , was er pegynnen solt. Er lof in 
seinem zoren, zuckt sein schwertt, loff an die junckfrawen 
und wollt si zu tod schlahen. Sy knyet nider für in, pat 
in gnaden mit genaigtem haupt und gevallten henden. Er 
enthielt sich kaum, das er si nicht totte und stieß das 
schwert inn die schaiden, gieng zornig verwappent in den 
hof, vand sein pfärd gesatelt stan. Er saß darauf und rait 
mit grossem unmuet weg. Alls in der zorn und betriiebt 
nich[t] ruendt wollt lassen , rait er denckent der geschieht, 
so das er nicht umb sich enwest. Zu abent cham er zu 
ainer purck, dar [Bi. 83^] vor hiellt ain ritter verwappend 
pey ainer prucken, die über ain wasser gieng; pey im waren 
drey sarianden. Lantzilet rait aUs denckend zu der prucken; 
der ritter ruetit in an , das er nicht über die prucken rit, 
er wolte dann justieren. Er enacht nit, was jener sagt; 
er rait zer pruck, stallt sich gen kainer wer geleich. Jener 
ritter ließ gen im her lauffen, was sein ors ervolgen mocbt, 
stach Lantziletten von dem ors, das er in Jens wasser viel, 
war ertruncken , hetten die sariand gethan, die in aus dem 
wasser zugen. Der ritter fuert Lantzilets ors mit im in die 
purck; nach im luffen die sarianden, verschlussen die porten. 
Alls sich Lantzilet nassen ersach, cham er ausser sein ge- 
däncken und enwest, wie im peschehen was. Er gieng zer 
purg, gerte herberg. Sie jähen, das si chainen so torochten 
ritter hcrbergten, der zu fueß luff wie ein ribald. Lantzilett 



m 

sprach: »Durch got sagt mir doch, war mein ors sey chumen, 
das ich wunderleich verloren habU Si jähen, si enwesten 
nicht von seinem ors, man hiet im ains mit thjost an ge- 
wunnen, das betten si wol in der purck, das er vermaledeyet 
gieng, wo er zu schaffen hette. Er hueb sich zu fueß dannen, 
[Bl. 84^"] kcham, da er ainen schönen prunnen in ainem 
wald vand. Er legt sich pey dem in seinen schult. Nach 
ainer zeit chamen drey ritter, sassen zu dem prunnen; nach 
den an stund chamen aber zwen, fuerten mit in ain ser cla- 
gende magt. Si Sprüngen von iren orsen, hueben die junck- 
frawen auch ab irem pfärd, Diß sach alls Lanlzilet, lag in 
ainem pusch wartend, was si pegynnen weiten. Der her von 
in vieng die junckfrawen in sein arm, patsi, imirsüesse [mynn] 
mit tailen, si wurds änderst bezwungen. Si Jach mit grossem 
waynen: »O ir dieb und verrätter, wellt ir mirs an dancks 
abertwingen ? ir müest mich pey nam ee tötten, ee ir mich 
■•meiner keusch enterte, die ich versprochen hab dem küenisten, 
^öensten und pesten ritter diser wellt, gelobt hab zu halten. 
piLantzilet, wärestu hie! dise pösewicht törsten deiner schlege 
iit erpeitSn umb alls künigreich zu Logors.« Lantzilet 
annt wol , das es sein junckfraw was , die in pey dem 
L ernert hot von dem gifft ; doch wollt er mer sehen. 

■ her hieß die andern weg gen, und er ward mit ir ringen. 
^iwertt, alls vestist si mocht mit pittem schrayen. Mit dem 

|fint Lantzilet das schwert und [Bl. 84''] springt aus jener 
Ituden. Der ritter sprang auch auf, ward schreyen: sHelfft 

irch got, helfft!« Jen randten aus den puschen. Der herr 
fcch; wie dem in ervolgte Lantzilet, schlueg im von den 
¥n die recht achsel mit hend und seit weg, das er tod 

ind zer erden viel. Diß gerten Jen zu rechen. Er schlueg 

■ auch zwen tod ; die andern fluhen. Er gieng zu ir. An 
dd erkannt si in. Si viengen sich in ir arm. Die junck- 

■ sprach wainde: sü herczen lieber ameys, got und mir 

pessend ir willikumen sein, wann zu säliger zeit seit ir mir 

^ trost geporen.« und jach; »Lieber freund und ameys, 

fezent auf des Verräters ors und reitend zu ainer meiner 

nifftel haus, das nach hie pey statls Er saß aufs ors, rait 

mit seiner ameyen sprechen[t], pis si zu einer purck chomen; 



ii.8' 

die junckfraw ruefit. An stund erkannt si der wachtet, IieS> 
ein. Da die fraw vom schloß und der her ir gest inneit 

wurden, hieß man kerczen entzünden und entpfiengens mit 
frewden. Die junckfraw sagt ir nifftel, wie mit ir gehandelt 
was, darumb Lantzilet ser gepreiset ward. Nu was auch 
zeit , schlaffen zu gen. Man zuodt in zu pett. Lantzilett 
[Bl. 84''] schlieff piß tag; er stund auf, satelt sein ors, legt 
sein Wappen an. Der wirt fragt in, war er wollt. Lantzilet 
sprach: »Her, ich was nacht pey ainer purck, verloß i(* 
mein ors wunderlich, ich wil pey namen sehen, war es cham.t 
Do sprachen si, her und frawen, das er durch ain das nicht 
tätt. Er wollt durch nicht lassen. Der wirt jach: »So wS 
ich mit euch und ennd ewers streitz sehen. i Sunst riten 
si. Der wirt jach : »Her, seit ir ab Artus hof seit, so er- 
kennt ir auch die ritter von der tavelrund.« Er jach: >Ich 
kenn ir zu guetter massen vil und doch nicht all, das mir 
laid ist.s Der wirt jach: »Her, erkennt ir nicht ainen, ge- 
nant Hestor von Marcs?« Lantzilet sprach: »Ja, gar wot, 
er ist ainer der pesten ritter von der wellt.« Der wirt jach: 
»Her, wisst ir, wie er euch gemaget ist?* Lantzilet jach: 
»Für war nain, her, so hclff mir got I sollt er mein mag sein, 
ich näms für das künigreich von Logors, alls guet ritter, 
alls er ist." Der wirt sprach: sHer, für war glaubt I es erfit 
in an, wann er ains des pesten ritter sun ist, der zu seinei 
zeit lebt und wisst, das er ewer prueder ist und des kün^ 
Bann von Bonewick suni Diß sag ich euch. Wie das kam 
die zeit und er ein wandlender [Bl. 84''] ritter was, dient 
er ye nach hoher mynn. Er cham aus ainem tumay von 
Karidol und het den preiß mit ritterschafft da er^vorben. 
Nu was diß lanndes fraw zu dem hof gewesen und het den 
wunder seiner manhait gesehen ; er kam mit diser frawen 
her und wurden so in niynne verstrickt, das ains nach dem 
andern want ausser seinen synnen chumen, Allso schueff 
ir paider amorschafft, das die fraw kindes schwanger ward. 
Sust gepar si den Hestoren, alls ich euch gesagt hab.« Mit 
dem chamen si zer prucken. So hellt der ritter mit auf ge- 
worffem sper, Si namen ir glävien, und ir tlijost ward gfuet, 
zerprachen paide sper. Lantzilet gewan sein schwert ; jener 



179 

ritter ruefft in an: »Her ritter, nembt ain ander sper und 
lat unns noch ain thjost reittenl« Lanzilet jach, das ers 
gern that. Si Hessen aber zämen gan. Mit dem stach Lan- 
tzilet den ritter von dem ors, das er ab der prucken in Jens 
Wasser viel ; hette man im nicht an stund gehoifFen , er 
mueste ertruncken sein. Alls er aus dem wasser chani, gab 
er sich überwunden. Si drey riten auf das schloß, da si 
zu mal wol entpfangen wurden. Lantziletz wirt sagt der 
frawen, das diser ritter kiinig [Bl. 85"] Bannes sun war. Do 
macht si die gröest frewd mit im, alls si es erdencken mocht. 
Si pat in zu mal ser, das er iren[i] sun Hestoren, seinen 
prueder, im entpfolchen ließ sein. Er sprach: »Fraw, wisstl 
ich hab in zwayen monaden in nicht gesehen , so ich aber 
in vind, ich laß in von mir nicht in guetter zeit.« Nu mor- 
gens urlaubt er sich, des si alle ser petrüebt waren. Er rait 
piß mittag an ainen wald ; im pegegend ain jiinckfraw, fuert 
ainen krancken ritter. Er grüeste si. Si sprach nicht, dann 
si sach im nach, wundert von seiner schöne. Nach dem 
hueb si an zu rueffen: »O edler ritter, nicht reit so gar sunder 
not zu ewer leibs ennd!* Er fragt si, warumb si das sprach. 
»Herr, umb das. Wer durch disen wald reit, der chumpt 
chainer nymer her wider; darumb haist auch er der ver- 
loren wald.« Lantzilet sprach: »Fraw, wie es get, ich wil 
durch den wald,» und pat si got pefolhen zu sein. Er rait 
in den waid ; zu abent cham er zu ainem wald prueder,. 
vor des zell stuend an ainem krewtz, an dem was geschri- 
ben: »Ich verkiind allen rittern, disen weg durch den walld 
zu meiden so vil, ob er an im selb nicht laster haben wil.« 
Der walld prueder pat in, den weg zu meyden [Bl. 85''] und 
die nacht mit im herbergen. Er fragt vil, ob er wesst, was 
jenset dem wald war. Der prueder sagt, das er nicht änderst 
wesst, dann das kain ritter wider chäm, der dar rite. Lan- 
zilet jach, das er nicht erwunde, er wolte der awentewr zu 
ende chumen. Morgens urlabt er sich. Im cham ain schillt 
knecht, der in gelaitt. Alls .si durch den wald chamen, 
sahen si gar auf ainer schönen wisen mer dann dreissig zellt, 
■ dar zwischen ainen reichen stuel, ob dem schwebend ain 
krön an ainer guidein ketten; vor den zellten auf ainem 



i8o 

schönen wasen sach er tanczen viUeicht zwai hundert ritter 
und frawen. Lantzilet stuend von seinem pfärd, gab das 

dem chnaben zu halden, heim, giävi und schillt, gieng zu 
der gesellschafft und hueb an, auch zu tanczen und singen, 
traib das so lanng, das den chnaben verdros. Er gieng zu 
Lantzilet; er hett zeit zu reitten. Er jach, das er rit, war 
er wollt , er müeste tantzen. Der chnab merckte wol , das 
er verzaubert was, heffte das ors und rait weg. Nu laß wir 
ain weil von Lantzilet, sagen, wie es her Yban gieng die zeit 

Awentewr, wie her Yban gelanng in seiner suechung. 
[Bl. 85"^] Nu rait Yban in seiner suechung ettlich tag, 
das er nicht von awentewr vannd. Ains t^s vor ainem 
walld begegent im ain twerg ser wainde. Er sprach zu dem: 
»Sag mirl hastu icht vernumen von Lantzilet vom Lackf« 
Das zwerg jach: »Mir hat ain magdt ain präcklein genomen; 
ob ir mir den mochtend wider gewynnen, ich sagte euch 
guette mär von herren Lantzilet.« Her Iban jach, das er 
in dann der ende füertc. Si Hten, da si die magd ersahen 
und ainen ritter, der si gelaite. Yban jach zu dem zwerg; 
sReit, nym ir deinen hundl Obs der ritter zürnen wil, ich 
sol dich vor im wol sicher machen. s Der zwerg rait zu 
der magdt, nam ir den hunt so untugenthch, das er si pej 
nach ab dem ors gezogen hiet. Der ritter zürnt des, w(Jlf 
ims weren. .Yban sprach: »Her ritter, lat den hund dem 
chnaben ! wann er hat pesser recht, dar zue ist er in meinem 
gelait,« Sunss hueben si an ainen starcken streit, stritten 
so, das si paid ser müed wurden. Si gerten zemen ainer 
rue , ir atem zu erholen ; si sassen paid nider und plueten 
ser. Her Yban sprach: »Lieber herr, ir seit aus guet ritter, 
alls mir ye mer zu banden chumen ist, ich nams zu guttem 
danck, [Bl. 85''] das ich ewrn namen solte wissen.« »Lieber 
herr, seit irs gert doch unaberzwungen , so sag ichs euch; 
ir sollt wissen, das ich haisse Bohort von Gami, herren Lan- 



tziletz neff.« »Her, so gib 
Bohort jach: »Was sollt mir ai 
han ? durch got , her , sagt mi 



ich mich euch überwunden.« 

in preis, den ich nicht verdient 

Herre, ich 



haisse Yban.« Do nam Bohort sein schwert und sprach: 



iSi 

»Her, zu vor gib ich euch mein schwert auf und gib mich 
euch über wunden.« Der eren pat ainer den andern genueg, 
teten ir heim ab und waren fro, zu sehen an einander. Yban 
fragte vil umb Lantzilet, ob er den icht gesehen hette. Bo- 
hört sait ; »Es ist leicht zwo wochen, das ich in ser kranck 
ließ, doch hoff ich, das er wol genesen sey.e Der twerg 
jach : >Ks ist leicht hewt der sechste tag, das er ain tumay 
überwand, der vor Gore was; der was zwischen des chünig 
vor Gore, genant Bondemagus, und des künig von Norgalls. 
Er rait dannen, da mit er allen fiirsten und baronen groß 
unfrewd machte.« Yban ward ser fro, das er noch lebte. 
Er rait von Bohort und urlaubten sich, ainer pefalch den 
andern got in sein peschucz. Her Iban penacht in ainer 
abteyen. [Bl, 86^] Im ward guet erczney zu seinen wunden 
gethan. Alls er genesen was, rait er von dann und danckt 
in ser seiner guetten handlung. Er rait den ersten tag sunder 
awentewer ; zum andern tag rait er umb terczie , kam zu 
eingang eines waldes. Im pegegente ain altes weib ser häß- 
lich, fuert ainen twerg pey seinem har, dem si zu mal groß 
straich gab mit der faust. Das twerg ruefft nach helff. Her 
Yban rait zer frawen, pat umb den chnaben. Si jach, ob 
er thuen wollt, was si in pat, wollt si seinen willen thuen. 
Er sprach: >Fraw, ich thue, was ir mich haissend, alls verr 
es meinen eren gepürt.« Si ließ das twerg und jach zu 
herm Yban: »Her, thuet ewm heim von dem haupt und 
küssent mich für meinen mund und seint dann quit und 
loß!« Her Yban erschrack, das er nicht antwurtten chunde, 
wann er lieber mit zwain risen hette gevochten. Alls si 
sach, das er sichs so hart ervärt, sprach si: »Ob ir mir zu 
den heiligen schwert, das ir mir ainen schult ab ainem pawm 
holen wellt und heim und schwert aus einem zellt, so sag 
ich euch des kusß ledig.« Er schwuer, ir den schillt zu 
holen. Das twerg schray: sNain, [Bl. 86''] herr, durch gotl 
es war ain erstöning und verderbnüss all diß lannds.« Her 
Yban acht seine wort zu nichte und rait mit diser frawen, 
kamen, da si zway gezellt funden, dar inn wol zwai hundert 
junckfrawen. Vor den gezellten stund ain linden, dar an 
hieng ain weisser schillt mit schwarczen tropffen, da pey 



l82 

heim und schwert. Si jach, er sollt ir holen heim und 

Schwert und den schiUt selb zu hals nemen und seinen an 

jenes stat hencken. Er tet, alls ins die allt gehaissen hett. 

Si nam heim und schwert, pant es irem ors an den schwancz 

und schlaifft es durch hör und kot dem zu schmäch, des si 

waren. Alls die junckfrawen des gewarten , hueben si an, 

den grösten jamer zu machen, den geleich er, noch nye man 

gesehen hette. Si schriren mit gewunden henden und zarten 

ir angesicht : »We, das wir dich ye gesehen haben, du ver- 

tüemter Verräter I pfuch dich, das du ye ritterlichen namen 

gewundt umb söUich übel, alls unns von dir erstet I« Öer 

wort geleich ward im vil nach geschriren, das es in zumal 

ser geraw, das er si ye so petrüebet hett. Er rait sunß von 

in mit dem schillt, vand in [Bl. 86^] ainem wald ain mägd 

pey ainem prunnen ; die erschrack an massen ser, de si den 

schillt sach ; doch pat si in mit ir essen. Alls er zu ir saß, 

so chumpt ain ritter verwappent eylend nach im. Er sprang 

auf sein pfärtt, verpand den heim; der ander ritter rueÄt: 

»O du arger verrätter, nyemer tet chain pößwicht sölich 

schad und laster, alls du gethan hast.« Mit dem sanckt auch 

er sein sper. Si Hessen mit grosser macht zamen gan. Her 

Yban stach den ritter hinder das ors speres lanck. Er sprang 

auf, entport sein schwert; also thet auch Yban, stritten laiig; 

yedoch zwang in her Yban, das er in gnaden pat. Er frag^ 

seines namens. Der ritter sprach : »Herr , ich haiß Tridant 

von der Wollust.« Her Yban jach: »Nu schwer des 2u 

den heiligen, das du reittest an stund zu Torte zu dem risen 

Maldindl sag im, ich hab seinen schillt im zu laster ab dem 

pawm genomen, das er chum, das an mir zu rechen, imd 

lass sunst nyemandt entgelten!« Tridand sprach : »Für war, 

so pin ich tod, so er mich erst sieht.« Wie dem war, er 

must dar. Sunst rait er zu Torte, sagt alle ding dem risen, 

der an stund erzürnte, das im das angesicht grüen und gel 

ward. Si erschracken [Bl. 86**] in dem schloß, das si Wanten 

aus iren sinnen kumen. Er jach zu Dridant: »Ich sol dir 

poten prot geben, lang her die hanti« Das muest er" pald 

thuen. Der riß schlueg im die gerechten hand auf ainem 

stock ab. Yban rait von der junckfrawen, kam zu abend 



zu ainem wald prueder, der übel ab im erschrack, do er den 
schult sach , doch herbergt er in , fragt in vil ,. sunder von 
der awentewr und dem risen , wie es chumen war. Der 
prueder sprach: >Herr, ich sag euch anfang diser ding. Es 
waren risen in disem wald, die den lewten grossen schaden 
teten , auch diß lannd ödten. Dise klag kcham für Artus ; 
der kam mit grossem her, erschlueg die risen all. Si suechten 
in holen der stain wend, ob icht da verporgen wäre; si 
sahen ain die schönsten frawen, die si vor ye gesehen heten. 
Artus schueff, si und ain ir kind zu tötten, wann si hat ain 
kind von fünf jaren auf ir schoß, das zu mal groß was. Ain 
ritter von Artus hof gerte der jungen frawen zer ee ; Artus 
gewertz in, gab im das lannd zu der frawen. AUs das kind 
fünfzehen jar ailt ward, was es alls atarck, das es ain ge- 
wappenten man sunder danck auf zuckte wie ain järig kind- 
lein. Ains tags [Bl. 87*] zürnt sein vatter mit im, er zuckt 
die faust und schlueg sein steuf vatter an stat tod. Des 
strafft in sein muetter ; er zuckt sein schwert, schlueg ir das 
haupt ab; des ward er her. Wer nu icht im wider redt 
oder zu im zürnt, dem er tochter und frawen schwecht, den 
schlueg er tod, so das menigclich aus dem lannd fliehen 
wollt. Das traib er, piß er von awentewr understanden ward. 
Sich füegt, das er in disem wald seiner mörderey nach rait; 
im begegent ain die schönst junckfraw, die er mit äugen ye 
gesach. Er grüeste si und si danckte im. Er pat si ir 
.mynn. Si sprach; sHer, wer solt euch ymmer mynnen, 
seid ir so grossen mord und main an den lewten pegand?« 
Er sprach: »Fraw, ncmpt mich zu gnaden 1 ich schwer euch 
zu den heyligen, mein leben anders zu stellen.« Si gelobt 
im ir amorschafft. Er schwuer, pöse sit zu lassen, so ferr 
si sollt im günnen ainer awentewr ; er wolte disen schillt an 
einen pawm hencken; wer den her ab näm, das dann er 
ledig war. Das ward im zue gegeben ; wann die fraw maint, 
es wol zu verwaren und saczt dise frawen zu huet, die ir 
gesehen habt. Under den gezellten nu ist der tewfels man 
aus [Bl. 87''] kumen , da mit das lanndt verderbt wirt und 
die lewt ermördt.« Morgens rait er weg, ser clagend dise 
not; zu abent spat cham er zu ainer purck. Er pat der 





i84 

herberg. Alls in der wirt ersach mit disem schillt, sprach: 
»Väch, du mörder und Verräter, der gröst, da von ye mer 
gehört ward ! man herbergt hie nicht sölich schäick, aus du 
pist.« Mit dem verwappent er sich mit seynen dreyen sünen, 
kcham für das schloß. Si riten mit macht auf her Yban; 
er stach aber den wirt vom haus, das ors und man in den 
purck graben vielen, verwundt die sün, das si ein zer vesten 
fluhen. Er versach sich nicht e^uetter handlung allda; er 
rait zu wald, lag under ainem pawm, ließ sein pförd an der 
waid. Nu was, alls ich vor sagt, Maldindt erzürnt, so das 
nyemant wort zu im sprechen torst. Er rait ain starck pfärd 
und kam grisgrämend mit den zenen und fewr varben äugen 
auf den anger, suecht die junckfrawen, die under den zellten 
wonten ; die waren geflohen. Er zerhew und zerret die zellt 
zu flecken, rait für an in dem wald. Er sach ain zellt, dar 
gegen rait er. Es was zer nacht; dar under vand er ain 
ritter pey seiner ameyen schlaffen. Er schlueg [Bl. Sy^] in 
paiden die heüpter ab und zerhew das zellt. Er cherte fiir- 
pas, sach aber ain zellt von verr, er kerte dar gegen, wann 
in zu mal ser hungerte. Er vand under dem gezellt drey 
ritter und zwo junckfrawen ; an stund schlueg er si alle tod. 
Er as und tranck und vellt nach dem das zellt zer rissen 
auf si. Sunst rait er tobend umb. Gen dem morgen rait 
er her und her Yban ersach in. Er sprang auf sein pfärd, 
stürczt den heim zu haupt, rait im eylend nach und rueflfte, 
was er mocht; aber vor ungestüeme hört in der riß nichtj 
wann er verr vor im was, und kam Ybane aus den äugen. 
Er rait im alls nach. Piß er für den wald cham, sach er 
ain purg genent Trespal. Er vand dar vor sechs ritter ver- 
wappent. Alls si den schillt ersahen, sanckten si all ir 
glävi, ranten auf in, schriren: »Vach, du valscher Verräter I 
du muest umb dein untrew und übel deinen lön entpfachen.c 
Hie mit was das geprästel groß. Her Yban hett sich den 
andern tag und die nacht ervochten, auch unrue die nacht 
gehabt, das er ser müed was. Si teten groß schleg auf in; 
er werte sich auch ritterlich. Es enhalff nicht , si viengen 
in, legten [Bl. 87**] [in] in ainen turn. Im peschach grosser 
unrat. Die fraw von der purck gieng ober in, zu fragen 



rSS 

seines namen und art. Er sagt, das er wäre Uriens sun von 
Frien und hiesse selb Yban. Die fraw sprach; »Uriens hat 
mir ain mal von grosser not und armuet geholffen, ich habs 
nicht vergessen, ich sols an euch verdienen. Darumb seit 
unerschrocken! ich hilff euch von nöten.« Sunst lag er, piß 
zwen tag vermengen etc. 

Awentewr, wie Bohort mit der junckfrawen und irera 
kempffen gelanng. 

Under der zeitt rait Bohort mit der magdt, die in ge- 
worben hette vor Artus , piß si chamen zu Galnoye, do er 
von der frawen und aller messenney entpfangen ward mit 
den höechsten freuden. Er ward von klaren henden ent- 
wappent, darnach auf den sal gefuert. Er fragt si irer schwär. 
Si sprach: sLieber herr, es hat sich gefuegt, das mein vater 
und der herczog Gahenis ain schlos in ainem see gemain 
gehebt haben. Nu cham es, das der herczog von seinen 
veinten gefangen ward und mit seiner macht nicht ledig 
mocht werden. Er entpot das meinem vater und ruefft in 
an umb helff. Mein vater thet so vil dar zue, das er sein 
veindt überzoch , macht in ledig. Umb das pawt er das 
[Bl. 8S'] schloß vast kostlich und gabs meinem vater; also 
pesaczt das mein vatter und hat das lanng inn gehabt. Alls 
nu der herczog und mein vatter paid tod waren, ließ der 
herczog ainen sun, genant Manasses; hat mir verrätlich dise 
purck angewunnen und all mein volck dar auf ermördt. Diß 
klagt ich dem kimig Beles von dem lannd Foramen. Der 
Manasses sprach , das dise purck sein vatter erpawen hett 
und war nu sein erb, das wollt er ritterlich peherten. Ich 
pot auf champf im mein gewett. Also hab ich umb hilff 
zu Artus meiner nothalb geschickt.« Bohort jach: »Fraw, 
land disem streit end schaffen 1 wann ich wollt geren, giinde 
mirs got, zu Gamahelot auf ainem turnay sein.« Morgens 
an stund schickt [er] sich mit hundert rittem auf ir vart. Diß 
ward auch Manasses entpoten, der kam auch an stund. Der 
kiinig entpfieng die gest, redt vil, umb disen champff zu 
schaiden. Es enhalff zu nicht. Beles, der chünig, fragt Bo- 
hort seiner artt und namens. Er sagt es im auch, das er 




l86 

ain nef wäre Lantzilets. Des erpot im der chünig zu mal 
vil eren. Meißens ward der kämpf gestritten und Manasses 
gab sich überwunden. Bohort pat den chünig . das er die 
frawen ein saczte und si pehiellt [Bl. &&*'] pey der purck. 
Der künig jach, das ers geren täte. Im ward vil eeren ge- 
than umb Lantzilet willen; er pesach den gral in oiass wie 
vor sein neff. Bohort gerte Urlaub. Die fraw von Galnoye 
gab im gelait mit zehen rittem piß an einen wald und danckt 
im, das ir laid im so zu herczen was gangen. Hie schied 
er von ir; si wainte ser von seinem dannen schaiden. Er 
cham zemacht zu ainem heremiten , der ims nach seinem 
statt gnueg wol erpot. Under dem fragt der heremit, wannen 
er ritt oder wer er war. Er sagt im alle ding, die er in 
fragt. Alls ers hört, er ward vor freüden wainen und sprach: 
»Herr, dise cappellen hat ewer vater gestifft und pegabt 
mit ainer vast reichen chronen, auch mich her gesaczt.« 
Bohort fragte, wie sein vatter dar chumen war. Der prueder 
jach: »Ewer vatter rait von ainem turnay, im pekam ain 
seiner veindt, der künig Serses, dem er in ainem streit seinen 
mag hett erschlagen, und randt in an. Der streitt werte 
pis zer nacht. Morgens schickte ewer vatter nach seinem 
wider tail, sprach: »Was ich gethan hab, solt ir an mirain 
rechen, so das sein die andern nicht entgulten.« Sust schlue- 
gen si paid em streit zamen. Si traten in a[i]n krais, und 
ewer vater schlueg jenen tod. Man fürt [Bl. 88=] im vil 
schäcz mit, die im auch wurden; under dem was ain zu 
mal kostliche krön. Alls im got den sig hie gab, pawt er 
dise cappellen auf dem flecken , dar auf er seinen veindt 
überwandt. Ich globte got, hulff er mir von diesem streitt, 
ich wollte nymer streitt mer getliuen. Sunst saczte mich 
ewer vatter her.» Nu morgens horte Bohort mess und danckie 
dem heremiten und schied von im. Er cham zi 
dar vor vannd er clagend ain magdt ; er fragti 
Si jach: »Ich paiste mit ainem meinem prueder, r 
flog auf dise purg, mein prueder wollt in holen und si band 
mir in gefangen.«; Bohort sprach: sFraw, ich pring euci 
ewrn prueder, oder si miiessen mich tod slachen.« Mit dem 
sprengt er in die pui^, vand drey ritter, die sich entwappeten; 



ner purg, 
rer klag, 
in sparber 




er aischte den ritter von in. Si hönlachten über m. Er 

zuckt das schwert, schlueg ainen mit der fläche über das 
haupt, das er vor im gestrackter lag; dem andern thet er 
auch also; der dritt der floch. Er ereylt in, warff in under 
sich. Da luffen vier venvappent mit heim axten an in. Er 
sprang gen in, schlueg den ersten durch heim und haupt 
piß auf die zen. Sunst schlueg er drey tod; die andern 
fluhen. Er lof an die [BI.. 88^] ersten drey, jach, das si im 
ritter und sparbär geben oder aber stürben von seinem 
schwertt. Si gaben sich überwunden, prachten ritter und 
sparbär. Mit dem rait er zer magd , gab ir iren prueder 
wider ; des ward im an mass ser gedanckt. Er rait gegen 
Gamahelot, do der turnay sich schier machen wollt etc. 

Awentewr, wie Lantzilet von dem tancz, alls ir vor 
gehört habt, ledig ward und v/it im seid gelanng. Awen- 
tewr von herren Gabonen zum ersten. 

Gaban kund auch in aller der zeit hören noch vernemen, 
wo Lanzilet ye cham. Im pegegent auf ainen tag ain ritter 
und ain clare magdt, die nach grueß in fragten, war er 
wollt. Gaban jach; lUnnser wol vierzig reyten all in ainer 
suechumb nach ainem ritter.*! Die magdt fragt in, wie der 
ritter hieß, den er suechte. Gaban sprach: >Er haist Lan- 
tzilet vom Lack.« Si antwurtt: »Den ließ ich pey sechs 
tagen wol varund , wann ich ernerte in zu ainem mal von 
dem tod, da er gifft aus ainem prunnen getruncken het; dar 
' -wider ernert er mich syder von dreyen , die mich dieplich 
verstolen hetten und mich undancks genött wollen haben. e 
Er fragt, war si wolten. 5i jähen: »Zu Ga[Bl. 8g»]mahelot, 
da pey acht tagen ain vergattung wirt zu dem turnay.* 
Er sprach: »Dar wilich euch gesellschafft thuen. 

Alls ir vor [von] Lantzilet gehört habt , da er zu dem 
tancz cham, er tanczte allen den tag piß vesper. Do kam 
ain magd sprach , das er in jenen reichen stue! sässe. Er 
jach: »Dar ein siez, wer well! ich will et hie tantzen.« Si 
pat es in mer. Er sprach, das ers durch si thuen wollt. 
Sunst saß er in jenen sessel. Man saczt im ain krön auf 
sein haupt, An stund viel ain Zauber pild, das auf dem 



Sessel enmitten stuend. Alls das gefallen was, het dicz zauber 
ain end, und die menschen chamen all zu synnen. Si vielen 
all für sein fließ, sprechent; »Wilikumen got und unns zu 
trost, edler ritter! gebenedeiet sey der tag, an dem ir zu 
unns kumet ! « Man fuert in mit grossen frewden auf die purck. 
Ain allter erber man entpfieng in vast fröelich. In ward 
allen guet gemach getan. Lantzilet fragt den alten Herren, 
wie das zauber von erst dar chumen war. Er sprach: »Herr, 
es cham also. Do Artus von erst mahelte fraw Ginoffem 
und alls man in krönte zu dem lannd, rait durch disen wald 
der chünig Bann von Bonewick. Nu was die fraw von diser 
purg mit sechs junckfrawen [Bl. Sg*"] sich erpanichen gangen 
in jene wisen ; man trueg ir mit ir reich gestiiel, dar auf ir 
gesessen seyt. Si saczte sich dar ein; die junckfrawen sungen 
ain new geticht lied von Ginoffer, der künig Bann horte zu. 
Nu het er under seinen rittern ainen , der chunde vast vi! 
von zauberey ; der gieng zu der frawen ; die pehagd im so 
wol, das er wonde durch ir mynn aus seinen synnen kumen. 
Er stuend alles die frawen an sehen. Mit dem waren sechs 
ritter zu den mägden gangen, und yede magdt vieng ainen 
pey der hant und tanczten; so spricht die fraw: »Wolde 
got , das diser tancz solte weren , piß ich mir sein genueg 
sähelt Diß horte wol der zaubrär, jach: »Fraw, was wollt 
ir darumb thuen, das ir euch genueg alle tag sähet?« Si 
gelobt vil darumb. Er sprach: * Wellt ir mir Ionen mit ewer 
süessen mynn, ich schaff euch, das diser tancz kain tag ver- 
lassen wirt sunder sich nur mert.« Also versprach si im ir 
mynn. Er machte disen gauckel durch st. Der chünig Bann 
wollt reiten, ließ den rittern an dem tantz rueffen. Si jähen, 
das er rit, war er woJte, si wolten tantzen, Sust muest ers 
hinder im lassen. Der chünig fragt, ob er den zauber wider 
treiben möcht. Er sprach: »Nain, es siez dann auf [Bl. 89'] 
den sessel der pest ritter von der wellt.t Sunst seit ir in 
allen zu hail her chumen.« Im ward vil eren erpotten durch 
das ; dann wellicher ritter an den tancz gieng, der ward an 
stund tanczen alls die andern. Nach grosser wirtschaffi, die 
man im thet, hieß der allt Herr her tragen ein schachzabe!. 
Wer da mit spilte, so zoch das ain tail des spils sich selber 



tS9 

und matte ain yeglichen. Man saczte das spil, das Wunder- 
reich von gold und klarem gestain was , für Lantzilet , das 
er auch ziechen sollt. Er saczt das spi! und zoch ainen 
venden; an stund sprang ain ander vend gegen im. Er legt 
sölich fiirsichtigen vleiß auf das spü, das er dem kiinig mat 
mit ainem allten sprach. Des wundert sich alles , das in 
der purg was ; der allt herr sagt , das das schachzabel zu 
recht sein sollt wesen, wann er es mit disem spil gewunnen 
hette ; es war auch ain zaichen , das in kain ritter nymer 
matten oder überwinden sollt. Nu morgens schickt er ainen 
chnaben dem prueder, das er die geschrifit ab tätt, man 
möcht nu wol sicher durch den wald wandlen, die awentewr 
war zerprochen. Des ward der prueder aus der massen fro, 
auch pat er ainen ritter, der das schachzabel spil fiierte umb 
seinen willen zu [Bl. 89''] Gamahelot und es der künigin 
schanckt von seinen wegen und der chünigin, auch Artus, 
sagte des spiles behendikait , und wie es gewunnen was. 
Der ritter rait so peldist er ymmer mocht und sagte Artus 
dienst von Lantzilet, auch wie das spil piß dar sein recht 
war, und schanckt das an stat Lantzilet der chünigin. Ab 
des spils frenidikait verwundert sich menigclich zu hof. 

Lantzilet yesch seine wappen und gerte Urlaubs ; er pe- 
falch si got, rait in jenen walld. Alls er dar durch kam, sach 
er ainen ritter verwappent; er grüeste in. Diser redt nicht, 
dann das er fragt, wer er war oder wie er hieß. Er sprach: 
»Ich pin ain ritter, alls irs secht, und pin ab Artus hof und 
haisse Lantzilet vom Lack.« »Ja, ist das war, ir müest noch, 
ee dise nacht kumet, sterben.* Mit dem kert er sich umb, 
ze Riechen, was er mocht. Lantzilet gewan sein schwert 
und jagte nach. Jener cham im aus den äugen. Lantzilet 
rait alles für sich und sach vor ainer purg halten wol dreissig 
ritter verwappent. Er rait zu in und grüeste si. An stund 
schluegen si ir glävien under ir arbm, ranten all mit sambt 
auf Lantzilet. Er sanckte auch sein sper, stach den ersten 
tod. Si stachen im sein ors tod, das er [Bl. 90'] zu füessen 
cham. Si teten im sölich not mit Stichen und schlegen, das 
er nye sölich arbait mer gewan. Wie er ir doch vil tod 
schlueg, es enhalff nit. Si henckten sich an in wie die kletten, 



zugen im die arm nider; ainer legt sich under in, die an- 
dern stiessen in, das er sich rückling über gab. Do vielen 
si mit häufen auf in , viengen im hendt und fueß , prachen 
im den heim vom haupt und wolten in tod slachen. Der 
herr schray si an, das si es über ain nicht täten, er wollt 
in ains pittern tods sterben lassen. Si truegen in ein die 
purck, entwappenten in, auch zugen si in nackent ab an 
allain sein nider klaid, legten in in ain turn. Dar inn was 
ain pfiicz vol vergiffter schlangen und manger band aiter 
würbm, in dem er gar grosse marter laid von dem peissen 
und hecken der vergifften würbm, so das er kain hoffnung 
seins lebens nit mer het, wann er nu ser geschwollen was. 
Nach clainer zeit chumpt über den tum ain vast schöne 
magt, fragt den ritter, wie er sich gehüeb. Er sagt : »Fraw, 
alls ain man, der mit dem tod ringt von dem giffl der argen 
würbm.« Si jach, das es ir zu mal laid war. »Lieber herr, 
von wannen oder was geslechtz seit ir? sagt mirs durch got!c 
Er sprach : »Fraw, [Bl. 90^] ich pin ain ritter von der tavel- 
rund und haisse Lantzilet vom Lack, des künig Bann sun.« 
Do gepart/die junckfraw gar erpärmiclich und sprach: 
»Waffen! sol der pest ritter diser wellt an streit von den 
pösen tieren und würm getödt werden? Das erparme got! 
Lieber herr,« sprach si, »ich leg mein synn und peste macht 
daran, ob ich euch helffen müg, was ob ich mein vater da- 
rumb erzürn und mein prueder.« Si loff schnell, pracht ain 
sail, pand das an ainen palcken, ließ im den ort hin ab. 
Alls er in pegraif, er klam an dem auf über macht, alls 
ainer, der not hat. Alls er aus kam, fuert in die magdt in 
ain kemnat , salbt in mit vast edler salben , da von im die 
gifft vergieng. Er legt an claider von Scharlach. Mit dem 
fürt in die magdt in ain paumgartten, pis si im sein wappen 
und ors pracht, doch gab si im sein guet schwert. Diß 
alls erhört ein wachter, wann es nacht was, gieng zu seinem 
herren, sagt im all ding. Er stund schnell auf, weckte leys 
all sein dienär. Si luffen zu dem thor, wann si aus wolten, 
das si in erschlüegen. Mit dem get die magt zu der porten, 
wil si offen; do luffen si mit all an die junckfrawen. Si 
ward ser schreyen. Hie mit wurden vil liecht entzündt. 



191' 



Alls Lantzilet [Bl. 90=] hört der j'unckfrawen stym, das si 
schray umb hilff, er sprang her für. Nu waren sI ain tail, 
die in suechten, in der magdt chamer, ettlich anderswo. So 
waren die vierzehen pey dem tor; under die sprang er, 
schlueg in hendt und hewbter ab. Si muesten die magdt 
lassen und fluhen. Alls die andern das geschray horten, 
die luffen all zu dem schall ; da schlueg er ir so vil tod in 
der purck, das si fluhen, wa sich yeder weste zu verpergen. 
Er sach den herren von der purck. Er lof in an. Er floch 
und sprang aus durch ain venster; doch viel er sich zu tod. 
Er ruefte der magd, das si sunder sorg aufs palas gieng. 
Alls si Cham und wo si gieng, so lag es vol mit totten 
und die estrich mit pluet überflössen. Er warff si all zu 
den venstern ab in den graben. Alls si nyemand mer fun- 
denj sprach die junckfraw, das er durch rue sich ab thät 
und schlieff sunder sorg , si wollt in zeitlich wecken. Er 
thet, alls si sprach, Si schmiert in allenthalb aber mit der 
salben fiir die gifft. Er legt sich und entschlieff pald, wann 
er ser verarbait und müed was. Alls es schier tagen wollt, 
weckt die magd den ritter; er verwappent sich, gieng zu 
seinem pfärd und saß auf. Alls [Bf. 90''] thet auch die 
junckfraw, wann die vorcht, das si über vallen wurden. Si 
nam mit ir zwen säum schrein vol gestain, gold und perl; 
riten weg. Si chamen umb sext zeit in ainen wald , da 
horten si ain geschray vast umb helff rueflen. Lantzilet 
pat sein die magdt da paiten, er wollt pesehen, was das ge- 
schray machte. Si jach, das er got pefolen ritt. Er eyllt 
der stym nach, sach, das ain ritter ain magdt nacket schlueg 
mit gaiseln , das si zu mal ser pluete. Lantzilet pat den 
ritter, das er der magdt genad thate. Er versagtz im un- 
guetüch. Lantzilet sprach: »Legt ir dann mer hanndt, si 
zu laidigen, ich gib euch pueß, der ir nymer fro gestet.« 
Des zuckt der ritter das schwertt, schlueg der magt das haupt 
von dem körpel. Mit dem warff er sich umb, zu fliechen. 
Lantzilet erschrack der ding so hart, das er nach aus seinen 
synnen kumen war. Er jagt dem ritter geschwind nach; 
der ander was aber alls wol geriten, das er in nicht erreiten 
künde. Was in Lantzilet alls an schray, er eylte iiir sich. J 



^ 



192 

Si Tanten zu ainer klainen purck; der ritter schray laut, das 
man die pruk im auf tete. Si ward pald auf gezogen. Nu 
was im [Bl, 91"] Lantzilet allzeit so nach, das er in vil nach 
mit dem schwert erlangt möcht haben. Alls der ritter über 
die pruck jagt, kam Lantzilet mit ein gerant, doch liessen 
si ain schucz gattern vallen, der schlueg hinder dem satel 
Lantzilet sein ors ab, das sein voder tail innen lag ; das hinder 
tail viel in den graben. Mit dem vellt Lantzilet, und jener 
sprang von seinem pfärd, wolt fliehen. Lantzilet erloff in 
an einer stiegen; er ruffte nach helff, Ir sechs chamen mit 
heim axten, Lantzilet loff under si, schlueg ir drey tod; 
die andern fluhen. Er loff wider an den herren, gab im ain 
fraisliche wunden durch das haupt. Er viel für in, pat gna- 
den. Lanzilet wollt in nicht genaden, darumb das er der 
junckfrawen nicht genaden wollt. Der ritter warffsein schwertt 
aus der hannd, sprach mit gevallten henden: »Secht, was 
ir des er habt, das ir ain man .sunder wer ertödt!« und pat 
alls gnaden. Lantzilet jach: »So schwert zu laisten, was ich 
euch haißU Er schwuer zu den heiligen. Sust ließ er in 
auf. Der ritter pat in, dar zu beleiben; er wollt nicht. Der 
ritter gab Lantzilet das pfärd, das er selb geriten hett, und 
ain starcke glävi. Der wirt saß auch auf, wollt [Bl. gr''] in 
geiaitten. Er fragt Lantzilet, was er thuen solite. Er jach: 
sIr habt mir zu mal groß laid gethan an der unschuldigen 
frawen , das ir die erlödt hant ; darumb wil ich , das ir für 
Artus reiftet und der junckfrawen haupt an dem hallß füert 
und iren körpel vor euch und get dar mit für die chünigin 
und all frawen und gebt ir ewer schwert. Wellend si die 
räch an euch nemen, so seit ir ledig von mir. Ob si es, nicht 
rechent, so reitet zu Gore an des künigs Bondemagus hof 
und thuet, alls ir zu Artus hof getan hand! Ob es dar nicht 
gerochen wirt, so reitet zu gleicher weis zu dem chiinig von 
Norgalls, sagt an yedem, wer euch dar hab gesanndt!« D« 
ritter sprach: »Sol es dann sein, so wil ichs an lenger aul 
schüb thuen und yecz reitten,* Si riten zu der zerhawc" 
jimckfrawen, Lantzilet pand ims an den halls etc., und schiede" 
sich. Lantzilet suecht sein magdt, er kund ir nicht vindeO' 
So reit ain ritter durch den wald, Lantzilet gruest und fragi 



193 

in, ob er nicht ain magdt in sölichen claidern hett gesehen. 
Der ritter sagt, das ir leicht zwelff sl fuerten und si ruelfte 

zu got und den heiligen umb hilff. Er nam das pfärdt mit 
[Bl, 91'] den Sporen und randte nach, was das pfärd ymmer 
ervolgen mocht; zu jungst sach er ain rauch und fewer 
glensten. Er rait dar zue, sach die magdt, die nacket aus 
geschlaiffl was, die hend gepunden und was mit gaiseln 
durch schlagen, und weiten auch si hie mit in das fewer 
werfifen. Zu handt sprangt er zu in, fragt, wes si die magt 
zigen. Si schuldigten si verräterey, si miiest auch darumb 
sterben. Lantzilet sprach: »Ob got wil, nicht, die weil ichs 
erweren mag.« Si luffen zu ir schwerten, auch gewan er 
sein Schwert, schlueg under si, das er drey tod schlueg und 
fünf lembte; die andern fluhen ser wundt. Er cham zu der 
magt, entpandt si, legt si wider an. Auch namen si ir säum 
schrein , zugen dannen fröelich. Die magd sprach: >Her, 
mir träumte heint, wie mich ain wilder track an luff, der 
fewres flamen aus dem rächen strewet, so das die erd prante; 
er sprang an mich, do ich in grossen vorchten vor im stund, 
und er wollt mich in jene flamen werifen. Do kam ain 
fraissamer leopard an den iracken, der entschuczte mich. 
Secht, herr, in dem schricken erwacht ich hewt. Nu dewt 
mein prueder wol den tracken, der mich [Bl. 91''] verprannt 
wollt han, und ir den leopard, der mich entschuczte.* Hie 
mit riten si alls sprechend, pis zu abend kamen si in ain 
purck , do si erlich entpfangen wurden. I^ntzileten ward 
alls noch die vergiflTt ser peynigen, so das er vast geschwollen 
was. Die junckfraw hat ein schwester, die vil von erczney 
künde ; die ward geholt. Si legte ir kunst und fleis an Lan- 
tzilet, da mit er in vier tagen gar gesunt ward. Er danckte 
der frawen ser, wollt ir umb ir kunst gegeben han ; si wollt 
durch ain nicht. 

Awentewr, wie Lantzilet zu der purg zum Karren die 
junckfrawen lost von ainem zagen ritter und ir ir lannd 
wider geban, umb das si im aus der väncknüss vor halET. 

Er rait rait seiner junckfrawen von dannen. Aines mor- 
gens kamen si frue zu der purg von Karren ; in pegegente 




I 



IÖ4 

ain klain junckfrewelein, das si cntpfieng, wann es Lantzilet 
kante. Es sprach: >Herr, es scheinet ewer hilfif gen meiner 
frawen nicht alls wol, alls ir vleis thet , do si euch ausser 
gevencknüss hie halff.« Er fragte, was ir peschwärd wäre. 
Das junckfrewlein sprach; »Herr, da sol si den verrater 
hie vermäheln, da von si euch da vor klagt.* [Bl. 92'] 
Lantzilet sprach : »Gang zu deiner frawen, sag ir in gehaim, 
das ich hie sey, si zu versprechenl» Das frewlein giei^, 
sagt ir nifteln dise ding; die ward gar über massen fro. 
Nu alls die frawen zu kirchen giengen und der priester auf 
den warte, der dise magdt mähein sollt ; der kam auch mit 
vil frewden. Alls er ze kirchen wolte gen, sprach zu im 
Lanzilet: »Her ritter, wie türt irs so gedürstig sein, das ir 
nach so werder gemahelschafft getüret sprechen, alls dise 
Junckfraw ist, und ir sunder alle wird her seit kchumen und 
vor aller werder diet gehalten seit für ain ungetrewen Ver- 
räter? wann ich versprich dise junckfrawen vor ewr alls vor 
aim Verräter; wo oder wann ir das versprechen wellt, pe- 
zeüg icbs auf der.» Jener sprach, er wollt sich ains tag 
perat, darauf er sich unschuldig wollte machen. Der junck- 
frawen herren sprachen, das er dise magd nymer gemahelte, 
er machte sich der Sachen unschuldig. Er sprach, er woltz 
geren und an verziehen thun. Er rait, aUs ob er sich wappen 
wollt, und rait ettlich krumb gassen, pi.s er zer porten kam, 
und er rait also weg, wann er vast ein grosser zag was, 
Alls man nu lang gewarte, [Bl. 92''] so kumpt ainer, sagt, 
das er nu über zwo meylen wäre , diß warten war an not. 
Die Junckfraw gieng zu irera ritter . danckt im ser, Also 
gieng Lanzilet für die frawen, pat, das si der junckfrawen 
ir aigen landt wider gäbe. Si jach , si wollt es vast geren 
thuen. Also chamen ir lewt, namen ir lehen. Alls dise 
ding gericht waren, gieng Lantzilet zu seiner magdt, die er 
mit im fürt, und gerten Urlaubs. Alls si weg reyten, pekam 
in die zaubrerin Morgena, fragt den ritter, wer er war. Er 
sprach: »Ich pin ain ritter, alls ir secht.« Si jach: »Durch 
des liebsten willen , das ir habt zer wellt , tuet ewm heim 
abU Lantzilet thet seinen heim ab. Si jach: »Lantzilet, du 
hast mich dick petrogen; kumpt es so, ich wil dich pelonen.« 



I9S 

Er vorcht ir zauber mer, dann hundert ritter, rait nur verr 
von ir, sprach: »Moi^ena, ir habt mir mer laid getan, wann 
yemandt zu der wellt; wo ich euch petriieben mag, wil ich 
ymmer geflissen sein.« Hie mit rait er mit der junckfrawen 

zu Gamahelot wertz. 

Awentewr von dem ritter, der die totten junckfrawen an 
Artus hof pracht, v/ie dem gelanng etc. 
Under dem zeit was der ritter mit der totten [BI. 92'] 
frawen kumen an Artus hof, Alls der künig mit grosser 
ritterschafft saß , gieng er auf den palas , sprach zu dem 
chünig: »Hatst mein frawen kumen 1 so sag ich, was ich sol.« 
An stund pracht man die chünigin mit allen frawen. Der 
ritter legt die totten frawen für si all und thet den chopf 
von seinem halls, den im Lantzilet angehenckt het, legt den 
zudem leib und sprach; »Herr, der chünig, und auch mein 
fraw, die chünigin, euch haist grüessen der pest ritter, der 
lebt, und schickt mich her, das mein fraw über mich rieht 
umb mein missetat.« Und legt sein schwert für die chünigin 
und sprach: >Dise frawen hab ich im zu laid tod geschlagen, 
des nam sein werliche hannd an mir die über macht ; er 
wollt mich ye tod darumb slachen ; ich pat so lanng gnaden, 
das er mich werte; yedoch saczt er mir auf, das ich der 
frawen haubt alls lanng zu halls fuert und den körpei an 
dem armen piß her. Ob ir nicht räch an mir nembt, far 
ich zu dem chünig Bondemagus und darnach zu dem chünig 
von Norgalls. Ob das nicht dann an mir gerochen wirt, so 
pin ich meiner viancz ledig. Doch sag ich euch die ursach 
ires todes, ich pin von fürsten [Bl, 93''] art, si was arm und 
rings geslächtz, doch tugenthafft und übermasß schön. Wir 
wuechsen entsamen und mynten inniciich an ain ander, so 
das si mir die liebst ward von der wellt , und mehelet 
si. Zu ainer zeitt rait ich an ainem abent nach abentewr; 
mir pecham ain clagende junckfraw, die erlost ich ritterlich 
von nötten. Alls ich wider zu meinem gezellt cham, wann 
es zu walld was , vannd ich ainen ritter an ir arm ligend, 
dem ich auch sunder wol trawte. Alls si süesßlich schlieffen, 
mit armen umbschrenckt, ir münd hart zamen gedruckt, sach 




ich den ritter an ir armen tod und ruckt si mit dem har 
aus dem pett, fürt si also nackent pey dem har durch den 
walld. Do pekam mir der ritter, der euch das wunderlich 
schachzabel schanckt, wollt si erretten. Alls ich das sach, 
schlueg ich ir das haupt ab, Diß ist die sach irs todes.* 
Es ward umb das vil auf dem palas geredt, doch wollt oye- 
mand die räch nemen und er ward alldo ledig gesagt. Ar- 
tus ließ si Waiden von dem stanck und vol würczen machen. 
Er hieng das haupt wider zu halls, den körpel auf das ors 
und urlaubt sich, rait in söllicher niass zu dem chünig Bonde- 
magus, tet wie vor. [El. 93'] Der schickt in aber flirbas, 
Also tet auch der chiinig von Norgails. Alls er diss getet 
und genueg gethan het , pawet er ain schöne kappell , dar 
ein man si pegrueb, und pestätt si kostlich zu der erd, 

Awentewr, wie Lantzilett zu dem turnay zu Kamahelot 
rait und wie ritterlich er den preis pchueb. 
Nu hörtt auch I Alls Lantzilet rait von der Karren pui^ 
rait seiner Junckfrawen und eylte zu Gamahelot zu dem tur- 
nay, er kam zu nacht in ains. wald prueders hauß, der in 
wol herbergte. Am morgen stuend er auf, rait verwappent 
weg. Alls er der statt nahente, sprach er zer Junckfrawen: 
»Ir müest nu reiten zu der chünigin, die euch von meinen 
wegen guet gesellschafft wirt thuen. Nembt hin disen brieff. 
den gebt ir von mir und sagt ir vil getrewer dienst von 
mir, auch sprecht, das ich unerkennet in disem tumay welle 
sein, sey es mit ir willen 1 auch wissend, ob si mir icht ent- 
pietten well, man findt mich vor der statt pey Jener ab- 
teyenU Mit dem pefalch er si got und rait ze der abtey, 
die Junckfraw zu Kamahelot. Alls si zu dem palas cham, 
pefalch si ir pfärd ainem sariand und gieng, da si die chüni- 
gin und vil fursten [Bl. g^^] siezend vand. Die künigin ent- 
pfieng si erlich, pat si zu ir siezen. Si sprach: »Fraw, ich 
sol euch vor ain potschafFt sagen und ainen brief geben, 
der euch gesanndt ist von ainem ritter.« Die künigin fuert 
si sunder. Die Junckfraw sprach: »Fraw, euch haist grüesseo 
ain pluem aller ritter, her Lanzilet vom Lack, und hat pey 
mir euch disen brief gesanndt.« Si las den prief, der vol 



197 

miniklicher griicß geschriben was. Zu hant vieng si die 
junckfrawen in ir arm und jach, si wollt ir guet gesellschafft 

thuen. Nu was auch der kiinig mit kunig, fürsten etc. auf 
das palas chumen und was der turnay getailt. Der künig 
klagt vil ser, das Lantzilet nicht zu hof solt sein , wann so 
wollt er sunder zweifei den turnay überwinden. Also sprach 
auch die chünigin, ob Lantzilet nicht dar war, sorgt si ser, 
das all an der tavelrund entschumpfiert solten werden. Diss 
hört Yders Vilynot, der sprach: >Herr, ist all ewer er er- 
storben, darurab das ir Lantzilet nicht enhand ? Ir habt doch 
mengen tewren, frumen ritter, der sein lucken alls wol ver- 
stat alls er; das ist mein herr Gabon, Bohort, Yban und 
ander der geleichen ; und ob Lantzilet mit dem andern her 
wäre, was war dann darumb? Mit dem veracht [Bl. 93=] ich 
sein biderbkait nicht, doch lasß ich sunst etüichoder mengen 
frumen man wol geleich pey im.« Dise red versmachte ser 
der chünigin , das in Yders nicht wollt verr pefor fiir all 
ander ritter preisen und gieng zu der junckfrawen, sprach: 
>Reit zu Lantzilet, sagt im, ich hab im entpoten, das er 
disen turnay sey auf jener partheyen und sein macht thue 
■wider die gesellschafft der tafelrund I« Die magt tet, alls ir 
entpfolhen ward; auch het si ir pefolen, si wollt sein zu 
abent warten in dem pawmgartten, den er dann weste. Alls 
Lantzilet die potschafft vemam, der jach: »Seid es der ge- 
vellt, die mirs entpot, so wil ich mein gesellschafft geben 
dem künig Bondemagus ; sagt meiner frawen, das ich si heint 
besprechen well!« Alls si der künigin dise mär sagt, wart 
si vast fro. Lanzilet rait verholen zu dem chiinig Bonde- 
magus; der was vast fro seiner kunfft, zer andern seit er- 
schrack er , umb das er mainte gewislich, er solte sein auf 
der partheyen künig Artus, alls er auch drumb dar chumen 
was, Bondemagus jach: »Ich wir morgen mit zehen nttem 
und nicht mit mer vergalten. Was hullif, ob ich vil mainte 
ze thuen und zu nicht enhulffe, seid Artus hat den [Bl. gs""] 
keren und saym aller ntterschafft und ir nu auch in seiner 
partheyen seit?« Lantzilet jach : »Herr, ich glob euch, das 
ich morgen in ewer partheyen seyn wil und wider Artus. f 
Des gewan Bondemagus grosse freüd. Nu alls es zer nacht 



igS 

cham, der kiinig wollt durch nie ainig ligen. Dy küaigin ; 
enacht nicht vil dar auf. Lantzilet rait zu dem pawmgartten, 
heffte sein ors und gieng, alls im pcschaiden was. Alls in 
die künigin chumen sach , ist nicht fra^ , ob si paide icht 
fro wurden. Ja, da ward mang umbfang gethan mit ettlichem 
süessen kuß, Si fuert in zer kemnat , da si die nacht mit 
frewden vertriben. Si fragte , war pey si in erkennen sollt 
in dem turnay. Er sagt, er wollt in griien turnieren. Mor- 
gens gen dem tag gieng er wider weg, so das des nyemant 
gewarte. Alls sich der turnay morgens ward raofieren, sach 
man die ritter zu velld mit reichen paniern zielien. Da pot 
manig frecher ritter dem andern sein thjost. Sunst ward 
das krachen und prasteln alls groß , alls ob ain wald dar 
nider prech. In dem kumpt ein den turnay ein slachend 
her Gaban und Bohort mit ir gesellschafft von der tavelrund 
und umb kerten mit manlicher haut ali ander [Bl. 94*] par- 
theyen. Alls das nu Lantzilet crsach, der kerte an si mit 
Bondemagus gerueten scharen wie der falck, so der chumpt 
schlahend under die tauben. Gaban , Bohort auch mit ir 
gesellschafft tetens wol zu ainer seit; so rang, schlueg und 
stach Lantzilet zer andern partheyen alls das nider zu haulT, 
das sein erpeiten torst, und wo die grösten gedreng waren, 
kerte Lantzilet, so das nye me von ainem ritter so vil auf 
ainen tag ritterschafft gesehen ward ; und mit seiner gesell- 
schafft, die nur auf in sahen, umb kerte er alles her künig 
Artus. In seinem nach jagen cham er für der künigin palast 
und sach si under den andern frawen siezen an einem venster. 
Er hielit und sach alls die chünigen an, verdacht sich, das 
er nicht umb sich enwest, alls war er gefroren. Bondemagus 
hicllt neben im, enwest, was im peschehen was. Lantzilet 
saig von dem ors und war zer erden gevallen, wäre Bonde- 
magus nit gewesen, der in schnell in sein arm vieng und 
fuert in weg under sein gezellt. Des erschrack die chUnigin 
an mass, want, si gedacht, das er wunden halb erstorben 
war. Noch justierte alls her Gaban und Bohort und stallten 
sölichen wunder, [B!. 94''] da von irer nianhait weichen 
muesten ab der plan. Sunst pehueben die zer tavelrund 
das wal ritterlich; in ward auch der maist preys zue ge- 



199 

Alls si al! entwappent waren , giengen all fursten 
d baronen zu hof ; do ward mein hcrr Gabon und Bohort hoch 
Pgepreist, Artus sprach: »Für war, der ritter in den griiencn 
Wappen hat mir hewt den aller maisten schaden gethan, hett 
ich aber Lantzilet hewt gehabt, so war der tumay gar zu den 
pesten eren verwunnen.« Yders Vilinot sprach; »Herr, ir lo- 
bend für all man Lanzilet so ser, ir secht doch wol und manig 
guet ritter, das es Bohort, auch mein Herr Gabon, alls guet 
getan haben, alls er ye gethett. So hat hewt ain ritter in 
grüen geturniert, ir sähet nye, das es auf ainen tag Lantzilet 
halb alls guet thett wie dem, man fuerte in verwunnen ab 
dem wal aintweder tot oder ser zu verch wundt.» Die 
künigin hört , das diser red menig guetter ritter die volge 
gab. Das petrüebt si gar ser, wer nicht Lantzilet gar zum 
höechsten preiste. Si winckte Bohortt zu ir und sprach: 
»Lieber Bohort, erkennestu nicht den ritter, der howt in den 
grüenen wappen turnierte?« Er sprach: »Sicher [Bl. 94'] 
nain , dann für war an meinen nefen Lantzilet gesach ich 
nye pessem ritter. s Die chünigin sprach: >Ich pilt dich, 
das du die sach verhelest, wann es ist Lantzilet, dein neff. 
Das ettlich so vil gen im mit Worten schallen, darumb pat 
ich in , das er auf jener partheyen wäre. Lieber Bohort, 
reitt zu im, pitt in von meinenthalben, das er morgen wider 
ain turnay mach und seine wappen verkere I auch soltu im 
gesellschalTt thuen zer andern partheyen und sag, das er aber 
zemacht in den paumgart kuni, mich zu pesprechenU Bo- 
hort rait zu Lantzilet, das si gross frewd mit ein ander mach- 
ten, Bondemagus und der künig von Norgalls machten zum 
anderen tag wider ain turnay. In der zeit sach die chüni- 
gin under andern frawen siezen dise junckfrawen, die so ser 
minte Lantzilet, der er auch den gürtel geben hette, den im 
die chünigin gesanndt hett, und ward des ser ervert. Die 
chünigin fuert si sunder, sprach zu ir : «Junckfraw, ain schwäre 
clag ist mir zu gehörde chumen über euch. Es ist hie ain 
fraw von hoher gepurde, die vil amorschafft auf ainen ritter 
gelegt hat ; in dem seit ir chumen, habt in ir ab geworffen. 
das er sein mynn und amorschalTt an [Bl. 94''] euch wendt 
und von ir zeucht, und des alles zu warem zaichen ewer 



^b wurc 



schuld tragt ir disen gürtel, den euch der ritter geben hat 
und in im vor sein amey geschickt hat.t Die magdt sprach: 
»Genedige fraw , ich cngelaugen nymmer, ich hab in lieb 
vor allen mannen diaer wellt, wann ich in pey seinem leben 
pehalten han, alls er gifft tranck pey ainem prunnen, da er 
gewislich tod wäre, het ich [im nicht hilfe] getan. Ich gerte von 
im zu miet, das er mich minte für all junckfrawen, und gich 
sunder laugen, hette er mir sölich mynn versait, das er und ich 
müesten tod sein. Ich gehieß auch im wider, das ich umb 
seinen willen mein keusch und mägdtliche krön pehallten 
wollt, alls lanng ich lebte, und ger ander mynn nicht, daan 
das er mein ritter haiß. Ich woUt auch ander mynne ungern 
haben von im , dann da mit mein mägtliche er pewart pe- 
libe. Auch entzeuch ich in seiner ameyen mit ander mynne 
nicht; ob er gen seiner ameyen sein stät verruckte, so wolle 
auch [ich] in dester unwerder halten ; wenn ich ger nur die 
mynn rechter keusch.« Dy chünigin jach: sist dann ewr 
mynn allso, so wil ich euch disen zoren zu der frawen wol 
hin legen.« Und si fuerte si wider [Bl. 95"] zu den frawen 
und was der red harte fro. Zernacht kam aber Lantzüet 
und Bohort zer chünigin. Die fragt von seiner mynn gen 
der jenen magdt, Lantzilet sagt aller ding, alls si vor hett 
gehört. Morgens nam er urlaub mit mengem chus und umb- 
fahen. Er schied dannen, mit im Bohort, verwappenten sich, 
Lantzilet in weis, Bohort in grüen. Der tumay ward sich 
aber heben mit lawtem speres krachen. Gabon und sein 
prueder Gaharies teten grosse wunder in dem turnay. Des 
chumpt Lantzilet und Bohort zue schlahend, das das fürsten, 
ritter und frawen wunderten irer macht. Alls Gaban und 
Galiaries si soüicher wunder sahen machen, Gaban kerte 
mit ainer glävi an Lantzilet, also thet Gaharies an Bohort. 
Von ir thjost Sprüngen die glävien zu mengen stucken und 
Gaharies viel von seinem ors. Gaban und Lantzilet stachen 
sich durch die schult und prünn , das Gabon ain michel 
stuck in seiner achsel steckend plaib, da von er zu mal ser 
verwundt ward, so das er in dem turnay nicht mer geschaffen 
künde. Er mueste zu hof, da im seine wunden verpunden 
wurden. Nu werte alls die vesperey pis zu abent und 




[Bl. 95''] die von der tavelrund musten das wal räumen. 
Lantzilet rait Jageot nach piß für den palast. Artus gieng 
her ab, pat in durch des liebsten willen , das er zer wellt 
hett, das er seinen heim ab tat oder aber seinen namen 
sagte. An stund tet Lantzilet den heim ab. Artus erkannt 
in und entpfieng in mit grossen frewden , fürt in auf das 
palas , da er von aller messenney entpfangen ward, sunder 
von der künigin. Alls die ritter sich all entwappen, kumen 
si auf das palas. Da ward Lantzilet der höchste preiß zue- 
gemessen, und Bondemagus gerte der gesellschaflt zu tavel- 
rund. Lantzilet pat des auch ser für in. Der chünig Artus 
pesanndt all ritter, die statt hetten ze siezen dar an, die da 
zu hof waren. Yders jach, Bondemagus hett mit ritterschafft 
noch nicht so vil mit dem wappen gethan, das er die statt 
pesiczen sollt. Also sprachen ir auch vil. Gaban jach: 
»Lieben herren, ich rat, ir gebt im ewer gesellschafft mit 
willen; wann so Lantzilet fiir in pitt, so mueß es über ain 
peschehen.» Des wurden ir vil Lantzileten hassen. Nach 
dem fragt LanzÜet, ob yemandt weste Hestor und Lionell. 
Man sagte, das nyemand von in enweste. [Bl. 95"^] Er jach, 
er wolte morgens reiten an die suechumb und nymer wider 
chumen , er hett si dann funden. Die suechumb schwuer 
rait im Bohort, Bondemagus, Gaharies. Und her Gaban biet 
geren gesehen, das si peliben wären, piß er seiner wunden 
genesen war; so si aber nicht peleiben wolten, so wollt aber 
er von stund nach in in die suechung reiten. Am morgen 
zerließ sich die ritterschafH: , und die verwappenten sich, 
namen zu aller menig urlaub. Si wurden got pefolen. Die 
chünigin pat Lantzilet pald wider chumen. Mit dem riten 
si vom hof. 

Awentewr , wie den beiden in der suechung gelanng 
und wie si zu dem ersten Morderot erlösten, darnach 
herren Yban und wie Bohort den riaen Maldini er- 
scblueg. 
Si riten sunder awentewer pis zum dritten tag und 
sahen vor in ain schöne purck, dar under ain schönen marckt. 
Si riten dar wert. Alls si in die purck chamen, horten si 



202 

ain groß gerueff und enwesten doch was. Gaharies rait dar, 
zu sehen, was es war. Do fürt man ainen ritter, dem luffen 
leicht hundert puoben nach, die in mit holcz und kott wurffen, 
das er mit all [Bl. 95**] pesoiget was. Zu stund erkant in 
Gaharies , das es sein jüngster prueder was , Mordrot. Zu 
handt sprengt Gaharies under si und lost in ritterlich. Der 
wirt lof in die purck und schray: »Vahet die Verräter, die 
her kumensindl« Do ward wunder groß gerueff. Meniklich 
von der statt loff zue mit kolben, stecken, heim axten und 
spiessen. Des kumen die vier under si schlahend. Die weil 
pracht Bondemagus schilltknecht, wappen und ors dem Mor- 
derot; der cbam auch in den streit. Man stieß fewer in 
schlos und marckt und schluegen den purck herren tod. 
Alls volchk floch, wo sich yeder man wesst zu pehelffen. 
Sunst ward die purck zum weissen Doren zerstört, dar auf 
nicht wann rauber und Verräter waren. Morderot schwuer 
die suechumb mit in. Si riten alls fragend nach Lionell 
und Hestor. Si riten und sahen ain zu mal schöne purck. 
Si schickten Bondemagus schilltknecht zu der purck, das er 
fragte , ob man da icht fünf wandlend ritter herbergte. Er 
vand ainen herren under der porten. Der fragt, wer si 
wären. Der knecht antwurte : »Es sind ritter ab Artus hof « 
Der herr jach : »So herberg ich [Bl. 96*] ir nicht, wanii ich 
all dieselben hasse; ich hab auch der ainen in meiner ge- 
vencknüß. Ob si auch pey im lägen, si soltien nicht so 
leicht her aus chumen.« Der knecht sagt den rittem disc 
wort zu ende. Lantzilet sprach: »Seid er ainen unser ge- 
sellen hat, so entper wir seiner herberg; aber wir wellen 
nicht entperen, er mueß unns den ritter geben, wer er istt 
Sunst riten si zu der purck, sprachen zu dem herren der 
purck, das er in den gefangen ritter gab, ee si me dar zu 
täten. Er sprach: »Ir künnet nicht dar zue gethuen, er mues 
sunder ewer undancks hie gefangen sein.« Mit dem wollt 
er ein zer portten. Bohort ergacht in under dem tor. Er 
warf in under sich, zoch das schwert, sprach: »Gebt unns 
den ritter! oder ir müesset sterben.« Mit dem wollt er im 
den kopff ab slachen. Der her pat gnaden und schueff, 
das man den ritter prächt. Diß peschach, Alls si in an 



_ fürt 



sahen, do erkanten si in, das es her Yban was. Si wurden 
zu sehen an ein ander vast fro. Man pracht an stat her 
Yban all sein streitlich wal. Der herr von der purg pat si 
pey im Herberten. Si jähen, das si es geren tätten. Sunst 
fürt ers in die vesst, pot in vil eeren. [Bl. g6''] Er fragt, 
'ie yeder hieß. Si nanten sich. Er viel Lantzilet an den 
i, pat in gnaden, das er sich an im entert hette. Lan- 
tzilet hueb in schnell auf und fragt , was die sach war, da- 
rumb her Yban sein gefangen war gewesen. Der wirt jach: 
»Herr, da hat er das lanndt zu söllicher not pracht, dar ein 
es nye kam,« und sagt in aller Sachen. »Das wollt morgen 
Maldint, der riß, an im gerochen han, der in hie innen wais, 
wann er chumpt gewiß morgen her.« Bohort jach zu Lan- 
tzilet: sLieber herr, ich pitt euch ainer gab.= Lantzilet 
sprach, das ers gcren tätt. Bohort sprach: >Herr, so pitt 
ich euch, das mir erlaubt von euch allen werd, so das morgen 
der riß her chumpt, das ich mit im streit.« Die gab het 
Lantzilet ser gerawen , doch muest es sein. Ir ward die 
nacht vast wol gepflogen, Morgens stunden si auf und horten 
mess. Do was ir imys perait; nach dem wurdens all ver- 
wappent. Bohort pat, im den schult zu geben, den Yban 
ab dem pawm genomen het. So kumpt der riß auf ainem 
starcken ors schuemend und grisgramend vor zoren. Si 
paten got, das er Bohort pehüette. Er stapffte unerschrocken 
[BI. 96'^] gen dem risen, der im drote zereissen. Er sanckte 
sein sper, rante nach rechten äugen mass dem risen durch 
sein schillt und der riß traf auch in, so das si paid mit roß 
und all zu hauff lagen. Maldtndt was an mass ser gequetscht 
von dem va]l , so das er nicht weste , wo er lag. Bohort 
was ee auf, er zoch sein schwert , das scharff was, schlueg 
den risen, wo er in treffen mocht, vil tieffer wunden. Der. 
riß sprai^ auch auf, alls er mocht, trat mit grossem grim 
gegen Bohort; er schlueg vil grosser schleg auf in. Bohort 
erzürnte , holt einen schlag mit weytem schwung, schlueg 
dem Maldint ain wunden durch das haupt, das im der chopf 
pis durch die zen gespalten ward; mit dem viel der riß zer 
erden tod. Do loff der wirt mit all seiner messeney, wolten 
Bohort an den fueß vallen. Er gestatt es aber nicht. Der 



nam das ors zu den seitten, rait auf in, was das ors ei¥8| 
mocht. Alls nu das der ander sach , er wenndt sich i 
und floch. Lantzilet ruefft in ser an: »Hey, ir sdnldi 
geltet diser magde pfardU Wie jener floch, so ervoig 
Lantzilet, stach in under sein ors. Er sprach, das er 
überwunden gab, oder er schlüeg in tod. Jener chund i 
sprechen vor erschrecken. Des gewan Lantzilet sein sdm 
schlug im das haupt von seinem körpel, gab der magt 
pfärd. Si danckt im und pat die nacht in pey ir herbei 
Er jach, das ers geren thätt. Im ward groß zucht erp( 
Morgens rait er, im pecham zu abent ain magt, fragt, 
er wollt. Er sprach: >Zu jener purck wil ich heint 
bergen, ob man mirs gan.€ Si jach: »Her, ir ensoUti 
dar, wann sunder grosse schannd mügt ir nicht dai 
chumen.« Lanzilet jach: »Ich wil dar, wie es mir e 
und mein rais durch kain vorcht lassen.« Sunst [BL 
rait er zu der purck. Elr vand dar vor ain zu mal grc 
man, der graif im nach dem zäum, sprach: »Her r 
siezet von dem orsl wann es ist mein, darumb das ir sii 
gelait her geriten hand.c Lantzilet sprach: »Thuet die 
von dem zäum, ee ich mer dar zue thuenic Der pawr 
er wollt das ors haben, tet dar zue, was er möchte, 
tzilet nam das pfard mit den sporen, über sties den pi 
stach in mit der glävi durch den leib, das er an steti 
pelaib. Er zuckt die glävi wider aus im, rait durch da< 
sach under ainen linden ainen herren siezen auf ainem 
liehen sessel, der sprach: »Herr, ir habt nicht wol ge 
das ir den pfortner erschlagen hand; ich soig, ir müst 
sterben, das mir laid isLc Ain sariand ließ ain schucz g 
Valien. Zu hannd Sprüngen zwen risen verwappent he 
mit grossem zoren, sprachen zu Lantzilet, er muest seh 
sterben, das er iren torwart erschlagen hetL Lantzilet 
die glävi , ranndt auf den ainen , stach in durch die f 
das der riß sunder alle wer tod von dem stich viel 
erschrack sein prueder an alle mass, zuckt seinen cho 
schlueg nach Lantzilet, das im der schlag in die eid ff 
wann im [Bl. 98^] Lantzilet aus dem schlag sprai^. 
dem siecht auch er dem risen sein zeanen arm pey 



307 

B* «lenpogen ab. Des hueb er sich schnell zer flucht. Lan- 

• tzilet ersprang in und schlueg in durch das haupt , das im 

't auf yeder achsel ain halb tau des haubtz lag. Mit dem viel 

?* er tod nider. Pald cham ain erberge fraw, pracht Schlüssel 

$ in ir hannt und sprach; »Herr, dise purck und lannd band 

♦ ir erstriten mit manhait.t Nach dem kam ain wunikleiche 

t schar der frawen und magdt, reichlich geklait, und wol 

!■ sechzig ritter, die gefangen waren gelegen, die im groß frewd 

machten. Die nacht hatten si die grösten frewd von allem 

wunder, sprachen, das er in zu säliger zeit geboren war. 

I Morgens verwappent er sich und si paten in, bey in zu be- 

I leiben. Er jach, er woltc sich erpanichen, er wolte pald 

wider zu in chumen. Ettlich ritter ritten mit im, er schickt 

I si wider haim. Doch hett er dem allten herren purck und 
lannd wider ein geben. Sust rait er von in. Zu aubent 
cham er zu ainem heremiten, der in wol entpfieng. Er er- 

ii potz im gnueg wol. Under dem fragt der prueder, war nach 
:' er rit, oder wannen [Bl. gS*"] er war. Er sprach: »Ich pin 
: ain ritter von Artus hof und suech zwen ander, Lionell und 

II Hestor.« Der prueder sprach: »Herr Hestor ist an den tag 
gester hie gewesen und het ainer junckfrawen ainen champf 

■' gewunnen und ab ainem wüetrich ain lanndt erstriten ; seit 
wais ich nicht mer, war er cham.» Morgens verwappent 
sich Lantzilet und rait mit seines wirtes Urlaub, kam in ainen 
walld, durch den er rait sunder awcntewer. Zu non cham 
er in ainen gnmt, im pegegend ain magd, die pat in, mit 
ir an ain awentewr zu reyten. Er jach, das si vor ritt. Si 
rait, pis si zu ainer purck cham, in die si in fürte, und er 
ward wol entpfangen, darnach entwappent. Zernacht ward 
er gefuert in ain kamern, weit und lanck; er wart verspart, 
das er nicht aus kumen künde ; wann er was verraten in 
Morgena gefancknüss. Er schlieff die nacht all sanfll. Mor- 
gens, alls er reiten wollt, ward er der verrättnüss erst gewar. 
Morgena trueg im söUich mynn, das si im nicht gert an dem 
leib zu schaden, und sein ward wol gepflegen. Doch tet 
im die gefäncknüß so we, das er nach pey aus seinen sinnen 
[Bl. 98"] wonde kumen. Er sach ainen maier malen. Er 
pat, das er im werchzeüg und varben lieh. Er mainte, 



nainte, ains- J 



2o8 

was zu machen. Er hueb an, das hübschist ding von der 
wellt zu machen; er malte, wie er zu dem lack erst cham, 
piß er ritter ward, wie er dem ritter das sper zoch, auch 
wie er dy künigin segnot, do er dy frawen von Noans er- 
ledigte ; wie er die Dolorose Garde gewan, auch wie er mit 
Galahutt in dem gartten zu der chünigin cham etc. Alk 
Morgena das ersach, maint sie, dem chünig nicht mer oder 
pessere zeugnüss zu geben, wann das si im weite zaigen; 
wann er es vast wol gemacht hette. Also was er villeicht 
pey drey monad gefangen, do ward sein vast wol gepflegen. 

Awentewr, wie inn der zeit her Gaban von hoff rait 
und wie im in seiner suechung gelanng. 

Nu was auch die zeit her Gaban genesen von seiner 
wunden und urlaubt sich von hof, wolt auch die ritter suechen. 
Er rait so lanng an awentewr, piß er zu der purg Tartre 
kam. Da hört er zum ersten von den ainstails; auch sagt 
im der purck herre, wie Lantzilet die purck gewunnen hett 
und [Bl. 98**] sider nicht von im vemumen hette. Die nacht 
ward her Gabones wol gepflegen. Morgens schied er von 
dannen, rait, pis zu aubent kam er zu ainer abteye, da er 
auch wol zu gemach was. Er fragte alls nach Lantzilet und 
seiner gesellschafft. Im ward gesagt, es lag ain ritter dar 
,wundt von ir gesellschafft, >ob der selb, da von ich sagen 
chünd.« Er pat sich zu im weisen. Alls Gabaii zu im cham, 
was es Bondemagus. Si waren ser fro, an ain ander zu 
sehen. Gaban fragt nach Lantzilet. Er sprach, seid er 
schid von Trespas, het er in nicht gesehen. »Dann wir 
machten ain loß , das wir zämen sollten chumen auf der 
purck Trespas; so wollte auch er kumen auf aller heiligen 
tag, ob in got leben ließ oder gefencknüß nicht saumbte.« 
Gaban fragt in, wo er sunst wundt war worden. Bonde- 
magus sprach : »An den tag gester rait ich durch den soigk- 
Hchen wald ; ich horte ain gerueff. Alls ich zu dem cham, 
sach ich, das ain grosser ritter und vier zehen sariand ewm 
prueder Gaharies wolten erschlagen haben, und was pey 
nach verwunnen. Alls ich in erkannt, sprangt ich in sein 
helff und schlueg den ritter tod. Do ward ich wund. Die 



209 

ind fluhen [Bl. gg"] mit tieffen wunden, doch verüben 
rTvier tod. Der rait gestern morgen von mir.« Gaban 
danckte im ser. Morgens rait her Gaban wider an sein 
suechung, er kund aber nicht vernemen. Alls die geseczt 
zeit, aller heiligen tag, cham, do kamen ir ains tails zu Tres- 
pas. Lantziliit lag aber in der gefencknüss Morganen. Alls 
si da von nicht westen, schickten si ain knecht zu hoff, der 
sollt erspehen oder hören, ob man icht von im wesst. Er 
chatn wider und sagt, das man nicht zu hof von im horte. 
Ir ettlich wären geren zu hoff geriten. Her Gaban sprach : 
»Wir Süllen suechen disen winter und piß sannd Maria 
Magdalena tag, so müg wir mit eren zu lannd reiten.« Diß 
geviel in wol. Hie mit rait yeder hin an sein suechumb, 

Awentewr , wie Lantzilet aus der gefencknüß Morgane 
Cham und wie im dar nach in awentewrn gelang. 

Nu lag alls die zeit Lantzilet in der gevencknüss Mor- 
gane, darumb er im grossen unmuct nam. Ains morgens 
" stund er frue auf, alls die sunn her prehen ward, sach 
in ainen wuniklichen pawmgart ainen rosenstock und aus 
ainem hiilslein prehendt [Bl. <)g^] ain rubin rotes röslein. 
Er gedacht: «Für war, die ros sieht geleich meines herczen 
chiinigin, wie ir wängldn, mündlein und kinn lierenU und 
was pegirdig , die ro.sen zu holen. Er raicht hin aus und , 
kund ir chainen weis nicht erlangen. Er erzürnt und ge- 
dacht: »Sollen mich eysen hallten und mewren diser pe- 
girde verirren, raüeß mich für war ymmer müen,* Mit dem 
vellt er in die kitter von eysen gemacht, thet all sein macht; 
da mit rang und zoch [er], pis er ains aus der niawr würget 
und rais. Mit dem springt er in den garten, prach die rosen, 
schob die in seinen puesen, gieng zu dem turn und chamer, 
dar inn haraasch den vollen lag. Er wappent sich und gieng 
in den stal, vand zu mal zwai schöne kastelan. Er saß auf 
ir ains, rait aus zer porten, sprach zu dem torwart: »Sag 
deiner frawen Morgena, du habst mich, Lantziletten, vor def 
porten gesehen! sag auch ir, wie si mich verrättiich in ir 
gefencknüss pracht hab, so hab mir doch got geholffen, das 
ich ledig sey worden irs undancks!« Ails das Morgena g?- 

FQMerei >4 



2IO 

sagt ward, macht si grossen jamer. Lantzilet rait durch den 
wald sunder awentewr. Alls er zu ende des walds kam, 
[Bl. 99*^] pegegent im ain junckfraw. Er grüeste si und fragt, 
ob si ainich mär hette gehört von ettlichen gesellen der 
tavelrund. Si sagte: »Herr, des chünig Vagors sun peschallt 
ainen ritter, küen und piderb, genannt Lionell, verrättnüsse; 
alls er sich mit im drumb slachen wollt, ward er mit ainem 
luppigen spieß durch ain schenckel gestochen. Vagors nam 
sein gewett, das er, nach dem und er gesund wurd, sein Un- 
schuld pereden wollt oder stallte aynen fiir sich, aber er 
legte in zu Estrangot in ainen turn sorghalb, das er nicht 
wider kerne. c Si weiste im den weg. Mit dem schied er 
von ir , rait , pis zernacht pekam im ain ritter , ligend auf 
ainer rospar, der in grüeste. Lanzilet danckte im und ifragt 
in, ob er icht weste von den wandle[n]ten rittern. Der ritter 
sprach: »Für war, ich enwaiß, aber ainer von der gesell- 
schafft ligt zu mir ser wund.« Er pat Lantzilet pey im pe- 
nachten. Er sprach, er tat es geren. Also riten si sprechend 
auf des ritters haus. Alls si nu geessen hetten, fragt er den 
wirt, wie er verwundt wäre. Er sprach: »Herr, ich rait gester 
durch den walld vor Rugial, ich vannd pey ainem schönen 
prunnen drey junckfrawen, padten sich; ich grüeste si und 
si schämbten sich. Alls ich das sach, [Bl. 99**] rait ich von 
in. Mir pegegent ain ritter, der ain junckfrawen in raubes 
weis fuerte , die mich wainend an ruefft. Ich wider sagte 
dem ritter, macht die magdt ledig. Alls ich in sicherhait 
note, loff der dreyer frawen pey dem prunnen ain und luckte 
ainen pogen, schoß mich in die seit mit aim vergifften zain \ 
Ich wonde, an stat zu sterben. So chumpt ain andre, sagt, 
das ich disen schmerczen müest dulden, pis mir der pest 
ritter von der wellt das eysen zug ; dann wurd ich wol ge- 
nesen. Ich ließ mich füeren an Artus hof, ob mir dar war 
geholffen worden. Do ich meinen herren Gabanen nicht 
vand, was ich nach verzagt. Man sagt mir, er war in ainer 
suechumb nach ainem, der pesser ritter war, dann er, genant 
Lantzilet vom Lack. Sunst hab ich mich ergeben, dise not 

* 
I F2 [Bl. 104a] : pfeyl. ' 



mein lebtag zu leiden.« Lantzilet jach: »Lieber herr, lat 
mich doch auch versuechen, ob ich das eysen ziechen möchte I * 
Der wirt sprach: »Das geschieht über ain nicht, wann das 
war verloren arbait; es mueß der peste ritter thuen, alls irs 
gehört habt.« Lanzilct sprach: jSo laß wirs peleiben, wann 
der pest ritter pin ich nicht.« Man legt in schlaffen. Alls 
es tag ward, stund Lantzilet auf, verwappent sich und [Bl. loo'] 
pat sich zu dem verwunten ritter füeren. Es geschach. Alls 
er in sach, erkanten si sich, wann es was Bondemagus. Si 
linder ku.sten sich und redten vi!, wie die gesellschafft zu 
Trespas in gesuecht betten und wie si zu sannd Maria Mag- 
dalena tag wider zamen ehernen. Lantzilet sagt, das er die zeit 
in Morganen gefenckniiß gewesen were, Bondemagus was 
so ser wundt, das er nit gereiten mocht. Lantzilet urlaubt 
sich von in allen, rait weg. Der wirt von der purck jach 
zu Bondemagus: »Lieber herr, wer ist der ritter f er dunckt 
mich ain frum man zu sein.« Der künig Bondemagus sprach: 
»Lieber herr, kennt ir den pesten ritter nicht, der ye schult 
zu hails gehieng? Es ist gewesen Lantzilet vom Lack, der 
peste ritter von der wellt.« Alls das der wirt erhörte, do 
ward er zu mal ser zu ungemach und sprach: »Ach got, 
hab ich mein genist in meinem haus gehabt und hab das 
alls torlich von mir lassen, wann er mir doch geren gehoiffen 
het 1 Ich enwoUt. Ich wollt mir nicht mein gesunthait geben 
lassen für meinen schmerczen. « Der geleichen wort traib 
er vil, jach, das er auechens nymmer erwinden wollt, pis er 
den ritter fund. Er richte sich an stat von dannen [Bl. loo''] 
Lantzilet nach. Nu raitt auch Lantzilet den tag, pis er zu 
ainer purg cham, genant zu der frömden Innsel oder Hestrangot, 
da er vast wol entpfangen ward. Er cham in die purk für 
den chünig Vagors, sagt: »Lieber herr, ich pitt, das ir mich 
mit dem riter reden lasst, der hie innen gefangen leit.« Der 
chünig sprach, er wollt es vast geren thuen. Man fürte in 
zu Lionell. Alls in der erst an sach, gieng er gegen im, 
viel im vor frewden unib seinen halls. Si machten die grösten 
frewd zemen, die ye man gesach, und fragten an ein ander 
manicher hand mär. Under dem fragt Lantzilet, was ursach 
war, das in des künigs .sun Marablan verrättniiß zig. Lionell 



212 

sprach: »Lieber herr, ich sags euch. Sich fliegte, das ich 
euch suechen rait und penachte pey des künigs Vagors sün 
ainem , des amey mich pat umb die mynn ^ und mir gab, 
die suechumb umb euch mer zu schaffen. Alls si irs willens 
nicht stat vand, do sagt si dem herren, ich hette si umb die 
min gepeten. Des erzürnt er sich hart auf mich und schuldi- 
get mich verräterey. Das wider redt ich, alls ich zu recht 
sollt. Er loff mich an wol mit zehen sarianden ; ich werte 
mich, das ich den herren tod schlueg und [Bl. loo*^] verjagte 
die sarianden. Alls ich weg rait, cham ich für ain cappellen; 
[do] ward ich durch das pain gestochen. Sunst spricht mich 
Marablan an für verrätnisch. « Morgens verwappent sich 
Lantzilet, also thet auch sein kempf. Lantzilet sprach vor 
dem chünig: »Herr, ir habt mir wol gethan, des ich euch 
hohen danck sag, aber ich sag euch und allen mannen : wer 
disen ritter schuldiget verrätterey, gen dem erzeug ich, das 
er valsch sagt.« Mit dem kam Marablan her für geranndt 
und widersagte Lantziletten. Si machten ir thjost guet, doch 
viel Marablan hinders ors, das menigklich wände, das er tod 
wäre. Er lag nicht lang und loff an Lantzilet mit erportem 
schwertt. Lantzilet schont sein alls durch des vaters wiUen. 
Das merckt auch der chünig wol. Er warf in under sich, 
zoch im den heim vom haupt, tett dem gleich, alls wollt er 
im den chopf ab slachen. Marablan pat in gnaden, das er 
auch geren thet. Alls Lantzilet siglich ab dem wal gieng, 
pat der chünig, das er pelib , pis Lionell hail wurde. Des 
enmocht nit gesein. Sich wappent auch Lionell und riten 
mit Urlaub weg, kamen zu ainer abteyen, genant zer Armise, 
do si [Bl. loo**] vast wol entpfangen wurden. Morgens 
wappent sich Lantzilet und pat, das si Lionellen zu guettem 
gemach hielten, pis er seiner wunden genäß. Si jähen, das 
si es vast geren >täten. Alls er weg wollt, cham ain magdt 
und ain schilltknecht, die grossen jamer machten. Er fragt 
ainen prueder, was ir not sein möchte. Der prueder sprach : 
»Lieber herr, ain hart sorgklich awentewr ist unferr von 
hynnen, die vil red zu erzelen pedörfft.« Lantzilet sprach: 

* 

I F- [Bl, 104b]: umb der liebe spil. 



»Ich pitt, das ir mir etwas da von sagt.« Der prueder jach: 
>Herr es was in disem lannd ain junger ritter, zu mal starck 
und küen, genant Klohides, der diente aincr junckfrawen, Des- 
clamors tochter von der Roterstat, gewan si so lieb, das er 
wonde ersterben, und schickte zu ir vatter, das ers im gäbe. 
Der vatter jach, er entät es kainen weis, und sprach zu seiner 
tochter, ob er wesst, das si den ritter minte. Er Verschluß 
si in ainen turn, dar aus si nymer käme. Diß ward dem 
ritter gesagt, der sichs hart petrüebte. Er cham zu der 
junckfrawen; die sprach: sWellt ir mich haben nach ord- 
numb der cristenlichen kirchen, so wil ich mit euch hynnen.« 
Er jach, das ers geren tätt. Sust fuert er si weg mit vil 
schacz, das [Bl. lOi"] si irem vatter empfuertt. Do pawt er 
hie zum verlornen walld auf ainen starcken perg gar ain 
vestes schlos, nant es Tartre oder peschüczung. An den 
fueß des pergs macht er ain kreütz, dar an legt er geschrifft 
lautend: *Verpoten sey das allen rittern, das kainer sunder 
erlauben auf den perg chumU Ir vil haben sein hochfart 
nider wellen druchken ; was aber der gewesen ist, hat er all 
tod geschlagen und sind hie pegraben. Newes hat er sich 
angenomen, das er, die zer tavelrund gehören, gefangen legt, 
aber all ander siecht ertöd ; und wie vil der gefangen ligt, 
der aller schult hangen hie.« Und der prueder zaigt si im. 
In verwundert an massen ser, wann da was der schillt herren 
Gabanes, Yban, Segrimors, Gifflet, Hestor, Agravans, herczog 
von Ciarens, Dodynes, Madors etc. Er pat im den weg 
dar weisen. Alls im der weg gezaigt ward, das er nicht 
irren mocht, rait er mit der prueder Urlaub und vannd die 
geschrifft. Er rait an den perg und vor enge den weg nymer 
gereiten mocht'. Er stuend ab, hefft das ors an aynen 
pawm und gieng mit grosser müe hin auf. Alls er hin auf 
chumen was, sieht er ain gezellt, under dem vand [BS. loi''] 
er ain getwerg an ainem pett. Das sprang gering auf, zuckt 
ainen stab, schlueg Lantziletten über den kopff; es sagt; 
>Her ritter, ir miigt wol von ewer her körnenden rais klagen, 
wann irs ersterben müest oder schäntlich gevangen werden.« 



I F' [Bl. lOSb] : biß er vor eimge nymnier teytten mochl. 



2l6 



aus dem prunnenic Lantzilet daucht, [Bl. 102'»] alls ob er 
sprach: »Sag an, lieber herr! wer pistu?« Er sprach: »Ich 
pin dein anherr, Lantzilet von Bonewick, künig Banns vatter.« 
Lantzilet erwacht, sprach zu dem schilltknecht : »Gang, pring 
meine wappen und lasß mich verholen zer porten aus! sag 
den rittern, ich kum über den tag morgen wider U Der 
knecht pat, das er pelib. Er enwoUt durch nicht. Nu alls 
er gewappent zer porten aus cham, gieng er, da er an dem 
abent sein ors noch gepunden vannd. Er saß dar auf, rait 
in den wald. Im pekam ain twerg reitend, fragt in, war er 
wollt. Lanzilet sprach, er suechte awentewr, des das ge- 
twerg sich ser wunderte, jach : »Des ist diser wald vol und 
weren auch so lanng, pis her chumpt der pest ritter von 
der wellt, der sol die awentewer erlösen, c Er rait, pis die 
sunn her prach, sach ain zell ains heremiten. Er sach vor 
der zell ainen sarch, dar pey ^wen grimig leben, und an 
ainem krewtz stuend geschriben, das disen sarch nyembt 
erheben möchte, es tat der pest ritter, der sein zeit lebte. 
Er sach auch ainen kostlichen prunn fliessen durch ain sil- 
brein ror in ain pleyeins vaß. Alls in die leben sahen, 
stuenden si auf. Lanzilet sas von seinem ors, gewän [Bl. 102*] 
sein schwertt. Die lewen Sprüngen grimmiclich an in und 
er schlueg si paid tod. Er gieng zu dem sarch, sach in 
pefleckt mit frischem pluet. Er gieng für pas zu dem prunn, 
sach ains mienschen haupt dar inn ligen, das ain gra har 
het, und was doch zu mal schön, und das wasser söed, alls 
ob zehen fueder holcz dar under geprunnen hetten. An 
dem prunn stund in das pley ergraben puechstaben, lawtend: 
»Mich sol nyemand erheben, dann er sey von dem gesiecht 
herrn Davids und der pest ritter von der wellt, c Lantzilet 
stieß die hant also gewappent dar ein und pegraif das haupt, 
zoch es aus dem wasser. Diss sach der ainsidel , lof her 
für, pat den ritter, im das haupt zu leyhen. Er gabs im in 
dy hant. Er knyete nider und kust das haupt mang mal 
und dancket got seiner genaden; er trueg es in ain cap- 
pellen, legte es auf den altar. Lantzilet g^eng wider zu dem 
sarch, nam in pey dem maisten ortt, trueg in dannen und 
vand den leib an haupt. Diß sach aber der ainsidel, pat 



in, das er den totten leib in die cappellen trueg, Lantzilet 
trug in ein die cappell. Der ainsidel sprach: »Lieber herr, 
ich pitt euch, das ir mir ewrn namen sagt.« Lantziiet nannte 
sich. Do sprach [BI. 102''] aber der heremit: »Lieber herr, 
so sag ich euch, das diser herr ewer rechter allder an was 
und die chiinigin Martha, die auch in diser cappeilen be- 
graben ist, ewer anfraw.i Si prachen der frawen sarch auf 
und legten den totten herren zu ir, Lantzilet fragt, wie es 
zwischen in kumen war, das si paide der endt pegraben 
wären, und von dem haupt in dem siedenten wasser. Der 
ainsidel sprach: »Herr, es füegt sich, das ewer anher grosse 
lieb zu diser cappellen het; wann es was gar ain heiliger 
vater hie. So was auch ewer anherr von grosser andacht. 
Nu hett der herr ainen nefen, hertzog zu DeboU Garde, der 
hett gar ain säÜge andechtige frawen, und durch ir grosse 
tugent und guette werck gewan si der künig gar lieb und 
rait offt zu ir und schickt auch menig mal zu ir. Wann si 
zamen chamen, so redten si nicht, wann von got und sähgen 
wercken zu volpringen. Diß neid der arg tewfel, der ain 
veind ist aller gutten werck und üebung, und säte seinen 
samen des neyds in die herczen der menschen, nu die höch- 
sten und pesten von der gepurd oder gesiechten, aber die 
nydristen und ergisten von tugend, gieng zu dem herczog, 
sprach: »Herr, ir verhengt ewer frawen [Bl. 103"] zu kosen 
in ainikait, auch haimlich zu wandlen mit dem chiinig ; für 
war, ir wert mit ir paider gleichsenhait petrogen, wann, pey 
nam, ir paider amorschafft ist nicht in got, sunder aus pe- 
gird des vleisch ungeordenter unlauterkait. « Der herr er- 
schrack an massen ser von disen Worten. Die sälig gesefl- 
schafft wesst dise verrättniiß nit. Diss fliegt sich in der 
karwochen, das der chünig die erbern frawen her peschied 
zu dem säligen vatter, ir sälige werck zu neben mit peten, 
vasten, wachen, predig hören und der geleich guette werck 
zu volpringen. Der chünig pracht lücze! volcks mit im. So 
kumpt der herczog mit drey hundert rittern nach geriten, 
verparg sich selb dritt. Nu hett der frum chünig die nacht 
gewacht mit seiner sähgen gesellschafft, dem vater und der 
frawen ; a)Is si zu mittag assen ain wenig prot, da ward den 



2l8 

Herren dürsten und get zu dem prunnen. Alls er wil trincken, 
springt der hertzog, sein nef, hinder im mit erportem schwert 
und siecht im das haupt von dem körpel, so das im das 
haupt in den prunnen viel. Der herczog was grimig, wil 
in gar zerstucken, vert nach dem haupt in den prunnen ; do 
ward das wasser so hais und verprannt im die [Bl. 103^] 
bannt, das er an diser stat wont zu sterben, und seyd was 
das wasser ye haiß, das vor gar eys kallt was. Mit dem 
erkannt der herczog, das er unrecht und an alle schuld den 
frumen künig ermortt hette. An stund hueb er sich flüchtig 
von dannen. Alls er zu der purg Debolle Garde kam, sach 
er ain chind, das zu im sprach: »Herr, reittet nicht inn die 
purck ! es ist so vinster dar inn, das nyembt dar inn ayni- 
cherlay gesehen mag, und vil herren sind gächlingen er- 
storben.« Er wollt nicht lassen, dar hin zu reitten. Er fragt 
das kind, wann die vinster kumen wäre. Er sagt: »An 
stund nach mittem tag.« Alls er auf die prucken rait und 
wil durch die porten, do viel ain turn gegen im und er- 
schlueg in mit allen seinen verrättern. AUso pelaib der herr 
tod und ward vor der cappell pegraben. Ir sähet auch das 
pluet an dem stain. Nu erholen dise ding in dem lanndt 
und vil herren, ritter und knecht kamen. Was yemant het 
sewchen oder kranckhait, so er sich mit dem pluet pestraich, 
an stund ward er gesunt, sunder welich ritter wundt ward, 
der genas an allen schmerczen. Es fliegt sich ainer zeit, 
das der ain leb, der pey dem lag, ain hirssen jagt und den 
vieng; do kam zu im der ander, den auch ser hungerte, 
wollt im den hirß nemen ; [Bl. 103^] si wurden mit ein ander 
streitten, pissen und zarten sich mit den scharffen kloen, 
da von si paid hart wund wurden. Alls sy nymer vor müede 
mochten, legt sich der ain zu dem sarch, sach das pluett, 
das dar aus ran. Er leckt es ; an stund ward er wol gesundt 
und er legt sich zu dem grab. Der ander leckte auch, ward 
auch gesundt. Si verzerten das tier lieplich. Seyd. sind si 
ye pey dem sarch gelegen. So ainer zu wald nach speis 
lof, so pelaib ye der ander da ligent.« Lantzilet fragt, ob 
der prunn allzeit hais müest peleiben. Der vater sprach: 
»Nain, es sol ain ritter her chumen, der peste von der wellt, 



219 

der auch die awentewr des heiligen Grales über chumen 
sol ; der sol sein unpeflechkt von aynicheriay unlautrikait. 
Euch wäre wol dise awentewr pehalten, an das irs venvorcht 
habt mit der unlawtern unkeüsch.*; Alls diser Sachen er so 
underricht was, gert er urlabs und danckte gar ser dem 
gueten mann. Er rait und wollt zu seinen gesellen zu der 
Tartare werdt und verirte in dem wald. Im pecham ain 
knecht wider lauffend, ser schreyend: »Hilff, santa MariaU 
Lantzilet fragt in, was dise sein klag mainte. Er sagt, das 
im ain per nach luff. Mit dem chumpt der per schnaufend, 
Lantzilet nam sein [Bl. 103''] giävi under den arm und stach 
den pern zun vordem puegen ein und sprang von seinem 
pfärd, schlueg in gar tod. Er fragte den knecht, ob er her- 
berg weste. Er sprach: »Herr, nain, ynner siben meylen 
nicht. An das, aus ich her lofif, sach ich zwai gezeilt in 
dem walld; dar mügt ir keren, ich wane nicht, das si sunder 
lewt seyen.« Lantzilett pat sich derend weysen. Der knecht 
sprach: »Herr, geren.« Si riten unlang. Do sahen si ainen 
hirß, weisser, wann der sehne ; pey dem sach er sechs lewen, 
die zu ring umb in giengen und in verhuetten. Der hirß 
trueg gar ain reich furspan an ainem guidein halspant. Lan- 
tzilet verwundert ser diser sachen und sprach : »Ich ervorsche 
diß wunder, es enwisß dann nyemandt in disem lanndt.« 
Si riten fürpas, ersahen die gezeilt. Alls si dar riten, kam 
zu in ain getwerg , sprach; »Herr, ir sollt zu dem gezeilt 
nicht reitten, ir habt dann vor mit meinem herren gejustiert.* 
»So lauff schnell zu deinem herren 1 sag im, das ain ritter 
geren pey im herbergte!« Das zwerg tet, alls es her Lan- 
tzilet hieß. Der herr des gezellts wappent sich schnell, cham 
geriten her für. 

Lantzilet sprach : »Lieber herr, günnet mir zu herbei^en 
pey euch! ich pin müed von arbait [Bl, 104'] und reiten 
disen tag.« Der ritter wollt nicht, er justierte dann mit im, 
wann das wäre et sein gewonhait, Lantzilet sprach: »Ir sullt 
ewer gewonhait umb meinen willen nicht prechen.t Sunst 
sanckten si ire sper, riten mit grosser macht zu haulT; Lan- 
tziletz sper was zu mal starck, das er es unzerprochen durch 
^en herren ranndt, so das er in totten von dem ors warff, 



220 

Alls das twerg das ersach, ward es mit lautter stym »waffenc 
schreyen. Do luffen her aus den gezellten fraw und wol 
zwelff schilltknecht , die den aller maisten jamer machten, 
den er ye gesehen hette. Lantzilet rait auch traurig zu in, 
sprach: »Lieben frawen, es ist mir wärlich sein sterben und 
ewer klag an massen laid und mit diser ewer klag mügt 
ir in layder nicht wider lebend machen.« Si sprachen, das 
er den pesten, mildisten und getrewisten ritter von diser 
wellt ertött hette. Si machten ain ors par, legten in dar 
auf, fürten in mit grossen unfrewden weg, Hessen zellt und 
allen rat auf der wisen stan. Es was der herr von Quomosin. 
Lantzilet gieng ins gezellt, der schilltknecht entwappent in 
und versach das pfärd wol. Do stunden reiche liecht [Bl. 104^] 
und ain tafel schon gedeckt , dar auf voller rat , speis und 
tranck. Alls er zu tisch sas, gieng ain ritter verwappent 
zu im, pat, das er in herbergte. Lanzilet jach : »Herr, geren.« 
Also ward auch der ritter entwappendt. Alls si zu tisch 
allso Sassen und maniger hand retten, sprach Lantzilet: 
»Herr, ob es mit ewrem willen wäre, west ich hart geren, 
was ewer suechung wäre.« Der ritter jach: »Herr, ich pin 
ain ritter ab Artus hof und suech ain awentewr in diser 
gegent und sag euch, wie es was in der nächsten vasten. 
Do Cham ain ritter zu Gamahelot, sprach, das er ainen 
prunnen peschuczte mit ritterschaflfl , genennt der Lorber- 
paum Prunnen, und läge vor dem verloren wald, da pey 
hett er abgestochen herren Gabonen, Yban, Hestor und ander 
von der gesellschafft der tavelrund. Der chünig was umb 
diß ser petrüebt. Alls der ritter dannen rait, do schwueren 
unnser zehen, das wir nymmer erwinden wolten, wir funden 
dann den prunnen, das wir da pey justierten. Sunst reit 
ich hie suechent den ritter, der den prunnen beschüczt, haist 
Belias der schwarcz. So pin ich genant Saras.« Do sprach 
Lantziletz schilltknecht: »Für war, den [Bl. 104*^] ritter, der 
des prunnen huet, kenn ich zu mal wol und han maniche 
ritterschafft von im gesehen. So was auch ich vor dem tag 
gestern pey den lorber paumen, da der prunnen under fleüst.« 
Der ritter pat in, das er in der ennd fuerte; der knecht 
sprach, er woUtz geren thuen. Si waren die nacht zu guettem 




gemach. Morgens sassen si verwappent auf; Lanzilet 
laubte sich, der ander ritter rait zu dem prunnen. Nu ; 
Saras im aus den äugen cham , rait er im stat nach von 
verren, und alls der ritter zu dem prunnen cham, enpot er 
Belias, das ain ritter seiner thjost gerte. Des was er paid 
perait, kam verwappent für ain gezellt, das auf den plan 
geschlagen was. und plies ain hören. Zu hannt kamen aus 
der purg, die do lag auf ainem hohen stain perg, ritter und 
frawen, ob den zwaihundert ' , durch ir thjost zu schawen. 
Die ritter naigten ire sper und Hessen zamen lauffen, was 
die ors ervolgen mochten. Ilie mit stach auch Belias den 
andern ritter hinders ors in die pluemen , das er nach der 
ienng gestreckter lag. Do cham das stat volck zue gelauffen, 
wurffen in mit hör und kot, verspotten in zu mal ser. Diss 
alls sach Lan[Bi. i04'*]zLlet, rait ausdem walldzü dem prunnen 
und gerte der thjost. Der ander was fro und nam ain 
starckc glävi. Si namen die ors zun seilten mit den sporen 
und traffen sich auf die schult, das der walld von ir stos 
erhal. Hie mit ward auch Belias hinders ors gestochen, 
das er hart gequetscht und sunder wicz und sprach an der 
erden lag. Lantzilet nam sein ors, das wunder guet was, 
und gab es dem ritter Saras für das sein, der vast fro ward. 

Awentcwr, wie der junckfrawen gelanng, die dy künigin 
GinofTer zu der Frawen vom Lack hette geschickt, alls 
ir das vor gehört habt. 
Ir habt vor vernunien, wie die chünigin Ginofifer ain 
junckfrawen schickte mit ir potschafft zu der Frawen vom 
Lack. Si fuer über mer; nu trueg si ir weg für Gami, dar 
inn Claudas, der künig, hoffte. Er sach die junckfrawen 
über das ve!d reiten mit dem twerg. Er sanndt ir nach, 
si sollt zu hof, den künig zu pesprechen. Si sprach , das 
si vil zu thun hette und auf diß mal nicht zeit hett; so si 
ir rais volendet, wollt si vast geren zu hof chumen. Der 
knecht jach, si müest über ain dar. Alls si sach, das es 



I F' [m. loSa]: ilu kamen auß Her purg \ 
frnwen. 



sein muest. sprach [Bl. 105*] si, das er vor rit, si wolte dar, 
wie CS ir zu grossem undanck käme. Alls si zu dem künig 
cham , er entpfieng si , fragte , wannen si war. Si sagte : 
»Aus Pritane ab Artus hof.« Der chünig hieß si entpeissen. 
Si sagte alls, das si nicht zeitt hett. Er fragte si aber von 
Lanzilet, Bohortt und Lionell. Si sagt, alls si von Pritone 
geschaiden war, wären si in ainer suechumb und in vil 
zeitten hette man kain mär von in vemumen. Nu dachte 
alls Klaudas, das si es redte durch entschiiczung, und mainte, 
das S! brief hette Bohortz und Lionell etc. halben und das 
si durch spech umb das lanndt dar chunien war. Alls si 
essen sollte, gieng der künig. umb rat der ding zu erfaren, 
zu seinem marschalck . der im riet , man solte brief bey ir 
suechen und an den erfaren ir undancks , was die sach ir 
rais mainte. T)iss alls gedacht si ir, das mans nicht uner- 
suecht Hesse. Si pannd ain stain an die prieff, gabs dem 
getwerg, sprach, ob man si und in suechen wollt und er 
säch , das kain pehelltnüss da wäre , das er dann die prieff 
durch das venster in jenes wasser würff. Pald cham des 
chiinigs marschalck, sprach: »Fraw, da enist nicht änderst, 
dann das ir mües[Bl. io5'']send brief von euch geben; dan 
sunder zweifei so habt ir prief.« Si laugent ser. Das en- 
halff nicht. Man graif si frävenlichen an und suechte allen- 
thalben. Dar nach wolten si das twerg ersuechen. Nur alls 
er das sach, warff er die prieff in ain ser tieffs wasser. Das 
sach der marschalck, erkante, das die brieff verloren waren ; 
er sagt es dem chünig. Der ward des an massen traurig, 
schueff, die junckfrawen mit dem getwerg in ainen turn zu 
legen. Nu het er zwen schilt knecht, die vast kündig waren; 
die schickt er durch spech in Artus hof, was si horten, ob 
in der künig durch die drey herren Lantzilet, Bohort und 
Lionellen bergen wollt, das si auch sunst all des kiinigs ge- 
legenhait aigentlich erspechten. Alls die an Artus hof chamen,. 
sahen si alle ding in der aller pesten Ordnung. Nu het der- 
chünig hof zu der weinacht nach seiner gewonhait und^fe' 
vast reichlich, das die zwen sprachen, das si nie küj ' 
sahen so eren reichen. Si horten auch menyklich 
das al! die frewd und gab zu nicht geac'" 




223 

es war gewesen, ob die gesellschafft aus der suechumb dar 
wären gewesen. Nu wollt der ain knecht weg, fragt seinen 
[Bl. 105'] gesellen, wann es in zeit deuchte. Der sprach: 
»Lieber, zeuch, war du wildl ich wil pey nam pey disem 
Trumen chiinig peleiben.^ Alls jener das hört, nam er Ur- 
laub, zoch weg, sagte Ciaudassen alles, das er gesehen hette. 
Nu diente jener knecht an Artus hof wol zu danck. Alns 
tags fragte tn die künigin, wann er wäre. Er sprach: »Ge- 
nädige fraw, ich pin aus dem chünigreich Gami ab Claudas 
hof« »Lieber, sag anU sprach die fraw, »was pringt dich 
her?* Er sprach: »Fraw, es sante Claudas unnser zwen her 
durch ain magt, die er gefangen hat, die von ewrm hof ist.« 
- Er sagt ir aller sach, wie diß alles kumen wäre und das er 
durch spehe dar kumen war, auch ainer mit im, der wider 
zu lanndt haim wäre. Die chünigin erschrack vast übel umb 
die junckfrawen, die gefangen läge, und pat den knecht, ob 
er ir ain potschafft wolt werben zu Claudas. Er sprach: 
»Fraw, welcher end der weilt ir mich schicken wellt, pin 
ich willig und perait, euch mit allen trewen zu werben.« Si 
jach: »So rieht dich darnach, das du morgen perait seiest! 
du muest mir werben zu Claudas, durch was er mein junck- 
frawen gefangen hab. Lasß er si mir an stund nicht wider 
ledig, ich [Bl. 105''] schaff, das es im zu dem höchstes^ 
unhail gedewen sol, das im ye wider fuer; er werde auch 
darumb aus den landen vertriben.« Der knecht sprach: 
iFraw, ich wirb es euch zu danck.* Hie mit rüsst si in 
kostlich zu der vertt. Er rait und fuer, pis er zu Gami cham, 
und sagt dem chiinig, alls im entpfolchen was ; auch gab er 
im diser maynung der künigin brieff. Alls er die verlas, 
warff er si mit grossem unwerd auf die erden, und der chüni- 
gin zu Schmach tratt er mit den fiiessen darauf, sprach, das 
er all ir dro gar zu nicht achte, auch das es im gar un- 
werd wäre. Der knecht Gerwin rait wider dannen zu Ga- 
mahelot, da er die künigin fand, sagt ir den grossen hoch- 
niuet von Claudas, des si ser petrüebt was und maint, sich 
auch fürpas an im zu rechen. 



I ? hüchäten. 



224 



Awentewr, wie Lantzilet Mordrot ledig machte und 
wie es mit den herren zu Tartare gieng. 

Nu hört, wie Lantzilet pey dem prunn gelang, alls Saras 
von im geriten was 1 Nu alls er Belias den schwarczen über- 
wanndt, wollt er weg geriten sein, so hört er aber ain höm- 
lein plasen; nach dem cham ain getwerg, sprach: :>Her 
ritter, hüet [Bl. io6*] euch! ich wollt, das ir verr hynnen 
wärt.« In dem sieht er ainen ritter verwappent mit ainer 
Stareken glävie her reytend. Lantzilet nam auch seine zer 
thjost und ranndten zemen, das ir paider sper zu stucken 
prachen. Si gewunnen ire schwertt und schluegen mit grosser 
macht auf ir schillt und heim, da von si paid wund wurden. 
Lantzilet erzürnt auf den ritter und gab im sölich schwär 
schleg, das er nicht recht wider zu schlegen mocht chumen. 
Er gab im ainen schlag durch heim und hirenschal, das er 
nymer trawt zu genesen und floch zer vesten. Lantzilet 
jagt mit erportem schwertt alls nach pis in die vest. Jener 
ranndt ain stiegen auf, Lantzilet ervolgt in an der stiegen, 
schlug in, das er tod wider her ab pürczelt. Do chamen 
zwelff verwappent sarianden mit schwertten und heim axten 
an in geloffen. Mit den macht er ain groß gerueff, so das 
er ir fünf tod schlueg; die andern fluhen, ainer dort aus, 
der ander, dar er mocht. Zu jungst laufft ain grosser vast 
starcker man verwappent her, under lof Lantzilet sein schwertt, 
zuckt in mit gewallt auf, lof mit im zu ainer phüczen, wollt 
in dar ein werffen, wann si zu [Bl. io6^] mal tieff was. Lan- 
tzilet wannd sich von im und siecht im ainen straich, das 
im das haupt verr von dem körpel sprang. Sunst was der 
streit ergangen. Er sucht allen enden, do hetten sich die 
lewt verporgen. Er cham in ainen pawmgarten und sach 
ain gezellt und zwai getwerg. Er gieng unders gezellt, sach 
ain ritter gefangen in eysen halten. An stund erkannt er 
in, das es Mordrot was, herren Gabones prueder. Er halif 
im aus der gefäncknüß. Alls er ledig was, was er vast fro, 
und Lantzilet gab sich im zu erchennen. Er danckte im; 
das twerg kannt auch in , pat in gnaden. Lantzilet jach : 
»Füer unns, da wir wappen finden und glävien!« Es fuert 



225 

si , do si allen rat funden. Mordrot verwappent sich und 
das twerg fuert si, da si starcke ors funden. Si riten zer 
stat porten. Das verhüettet man. Si gewunnen ire schwert 
und machten alles vokk flüchtig. Si machten den grösten 
jamer in der stat, das Lantzilet geraw, das er ir so vil er- 
schlagen het. Si riten durch den waild; do fragt Lantzilet 
den twerg, ob er west, warumb si die awentewr pey dem 
prunnen auf gefangen hetten. Er sprach: »Herr, sich fliegt, 
das die zwen geprueder, die ir erschlagen hand, riten an 
Artus hof, [Bl. 106''] gerten geseilschafft zu der tafelrund. 
Alle die messenney jähen, man soltz in nicht geben, darumb 
das man nicht wesst von irer ritterschafft. Si sprachen, si 
woJten so vil thuen, das man si erkennen müest. Sunst 
riten si wider zu ir vater Bronadus, fragten in, wie si sich 
rechen solten an den von l'ritane. Der sprach, si selten 
dise awentewr auf vahen all. Seid der zeit haben si vil 
ritter von Artus hof entschumpfiert. Der erst, da mit ir 
justiert, hieß Belias der Schwarcz, der ander Budans; der 
ritter, der euch in die pfiicz wollt geworffen han, wa.s der 
zwaier vatter.« Alls si sunst sprechent ritten, pecham in 
der ritter auf der rospar , der alls suechent nach Lantzilet 
rait, und alls er erst Lantzilet ersach, pat er, im den pfeil 
zu ziechen. Das thet er. An stet ward dem ritter pas und 
durch guet erczney genaß er pald, Lantzilet entpot auch 
Bondemagus , das er auf die Pfingsten zu Gamahelot wäre ; 
auch schickt er den twerg zu Tartare zu den herren, das er 
nicht zu in wollt auf diß mal, sunder an verziechen zu hof 
reiten. Auch sagt in das twerg, wie er pey dem prunn ge- 
stritten hett und Morderot erlost, auch von dem siedenden 
prunn und dem haupt. [BI. 106^] Des waren si zu mal fro. 
Si rüsten sich auf, wollen zu Gamahelot und zu dem vierden 
tag chamen si in ainen walld auf ain weitz, schöns velld; 
da waren vil pavilun aufgeschlagen in mass, alls ain turnay 
sein sollt. Man sagt in, wie Golohodins, des edlisten chünigs 
sun, Galahutz, ain turnay da hin peruefft hette. Si wurden 
gemain ains, das si da verharren wolten bis zu end des 
turnay. Bohort jach , das si unerkant wolten sein ; auch 
hofften si, Lantzilet da zu finden. Si chamen zu ainem wirt, 



220 

der si wol entpfieng; wann da lag ain vast weite stat und 
purck, genant Petunge. Si wurden all entwappent. In dem 
horten si ain groß gerueff. Si losten , namen ire schwert 
und schillt zer hend. So sehen si ain ritter hart verwundt 
her fliechen, dem ain ganczer povel nach jagte; alls si in 
ersahen, do erkanten si in, Es was ainer von ir gesellschafft, 
genant Aglofal. Si chamen schnell im zu hilff. Do ward 
vast gestritten. Si schluegen ir vil tod und wandten noch 
mer der inwoner, piß si sahen, das die gest überhandt ge- 
wunnen. Do kerten si an die flucht. Nach dem cham mit 
all der stat menig. Galohodin vermaint, all die gest zu 
vahen und zu tod slachen. Alls er mit [Bl. 107*] grossem 
gerueff kumen, hiellt Gaban, Bohort und Hestor under der 
porten. So er den chünig vor sach chumen, erkannt in her 
Gaban, sprach: »Herr, höret, was wir mit euch zu reden 
han ! darnach thuet ewer vermügen mit unns ! wann wir 
nicht so leicht zu überwinden sein.« Der künig sprach: 
»Sagt ewrn willen!« Gaban jach: »Wir sein her chumen 
auf ainem turnay, den ir peruefft habt, aus frömden lannden, 
und alls wir mainten zu guttem gemach sein, horten wir 
disen straws mit dem ritter, der aus unnser gesellschafft ist; 
er was ungewappent an allain sein pars schwert, er was ser 
verwundt. Alls wir in kanten, ruefft wir im und entretten 
in; ob aber yemand anders gefers zig, wolten wir versprechen, 
es sol auch noch nyemand muet haben, das er von unns 
verlassen sey.« Der chünig sprach : »Herr, sagt mir, wannen 
ir sind oder wer!« Her Gaban antwurt: »Herr, wir sein 
ritter aus Artus hof. Diser herr ist Bohort von Gami, Lan- 
tziletz neff.« Er nant si gar. »So haiß ich selb Gaben, 
Lotz sun von Norwegen.« Alls das der chünig hört, warff 
er glävi, schillt und heim etc. zu der erd, rait zu den rittem 
und vieng in sein arm ain nach dem andern, pat si, das si 
[Bl. 107^] dise missetat in vergäben. Do ward ain gancz 
suen gemacht. Er fuert auch si in die purck mit im und 
tet in allen ratt; er gepot auch allem volchk der stat, das 
si sein lieb gest im in kainen weis laidigten sunder alle er 
puten. 

Dy awentewr sagt, das Lantzilet und Morderot ritten 



durch ainen wald zu ainem prunnen. Do kamen zwen ritter, 
die aus ainem pusch riten, entwerchs an si, das si ir nicht 
gewarten, und stachen si paid von den orsen, ee si westen, 
wie in beschehen was. Do fürten si in die ors weg. Mor- 
derot was vast und unmassen zornig; aber Lantzilet lacht 
der awentewr, an das im das zorn thet, das si dannen gen 
musten. In pecham ain schültknecht wider lauffend, sprach; 
aGot griieß euch, ir ritter zu fueß gent'! was wollt ir ainem 
geben, der euch zaigte, wo ewer ors waren ?i Lantzilet 
sprach, das er yesch, was er wollt. Er jach : »Ewer yeder 
glob mir ain gab, wann ich die aisch.« Si sprachen, das 
si es geren thuen wollen. Er fuert si , da si zway gezellt 
fiinden, und sprach: »Under jenen gezellten find ir die ritter, 
die euchs namen, in dem andern ewer ors.« Si giengen in 
die gezellt und Morderot zuckt sein schwert, wollt den ainen 
tod slachen. Das wert im [Bl. 107'] Lantzilet, all die weil 
si ungewappent waren. Si namen ire ors, sassen dar auf, 
und jene sprachen, si soltens unferr reiten. An stund ver- 
wappten si sich, ritten in nach. Morderot pat Lantzilet, das 
er im den streit allain ließ, das er tett. Er nara sein glävi, 
stach den ersten, das er ane synn und krafft zer erden lag. 
Das wollt der ander rechen, er nam sein glävi und ranndt 
den andern, das er tot von dem ors viel. Morderot nam 
paide ors, fürt si -zu Lantzilet, sprach: »Herr, diß ist zu 
recht ir wider gellt.« Si namen die zewm von den orsen 
und schluegens in den walld, das si giengen, war si wolten. 
Si riten, chamen zernacht in aines prueder mannes haws, 
und ain walld prueder was. Nu hetten auch si des tags den 
weissen hirsen gesehen mit den sechs lewen. Der prueder 
entpfiengs zu mal schon; er potz in wol nach seinem statt. 
Er erkante auch wol Lantzileten; er fragt in manger hand 
mär. Under dem sprach Lantzilet: »Lieber herr, ich pitt 
euch, das ir mir sagt, ist es nicht ewer oder yemandtz schad, 
Wir haben ainen hirsen gesehen, weisser, dann ye sehne was, 
mit ainem guidein hallspanndt mit den sechs leben, ich wollt 
zu mal geren wissen, was Wunders er mainte.* Der prueder 
■ sprach: [ßl. lO/"*] »Lieber herr, ditz ist sunder trügnüss ein 
[ötlich pedewtunib, und die awentewr umb den hirs mag 
J5* 



228 

nyembt zu ende pringen, dann der pest ritter, der die awen- 
tewr umb den heiligen gral zu ende sol pringen, auch den 
siedenden prunnen in sein rechte art, dar aus ir das haupt 
genumen handt. Sunst hannd ir gar groß ängstlich sorg 
gestillt; was aber der awentewer noch sind, werd ir nicht 
enden, das macht alb die pefleckung oder makel der un- 
keüsch. Diser ritter sol aller der sach ledig sein.« Si lagen 
die nacht, wie si mochten. Morgens horten si mess und 
wollten dannen. Lantzilet sprach : :> Lieber herr, mich haben 
etliche wort ain tail erschreckt, kündt ir mir icht etwas da 
von sagen ? Ich rait zu ainer awentewr zu dem prunnen pey 
den lorber pawmen, kam zu aim gezellt und must mit einem 
ritter streitten, der wollt michs nicht erlassen. Ich schlueg 
in tod. Do kamen zwelff junckfrawen, machten den grösten 
jamer, den ich ye gesach ; si sagten, ich müest sein ersterben, 
ee das ain jar vergieng, ich hette den pesten ritter und 
frümiöten chünig erschlagen von diser wellt.« Der vater 
jach : »Herr, ain chünig was er, aber der ergist, ungetrewist 
Verräter was er von aller der [Bl. io8*] wellt; sein- vatter 
strafft in dick umb sein grosse missetat, darumb hieng er 
in in disem walld an ainen pawm; darumb habt ir gar ain 
guet werck gethan und all dicz lannd von nöten erlost, euch 
mag nicht übel da von chumen.« Si uriabten sich, riten 
durch den walld , funden gar zu mal ain über allten man 
an seinem gepet pey ainer klausen. Si grüesten in; er 
danckte in und sprach: »O got, der ungfeleichen cumponeyl 
Lantzilet ist ain ritter aller tugent, so pistu ain man alles 
Übels,« sprach er zu Mordrot, »von dir und durch idich wirt 
die statt und edel gesellschafft der tavelrund erstört und zu 
nicht ; dein edler vatter wirt von dir ertött und du von im, 
und wiß, das Lott nicht zu recht dein vater ist! du pist von 
ainem andern künig gemacht. Es wirt durch dich laider 
grosse not ersten, ee du stirbst. Ich war auch wol erwach- 
sen, das ich sunder wafTen erstürb, war es ane dich; ich 
wais auch, das ich von dir ersterben sol.« Morderot sprach: 
»Dein war sagen sol alle erlogen sein an allain die nicht, 
das du von mir ersterben sollt.« Hie mit zuckt er sein 
Schwert, schlueg im das haupt von seinem körpel. Des er- 



239 

schrack Lantzilet vast ser ; er sach dem alltca mann [Bl. 108''] 
ain zctel in der hannt, die nam er, gicngcu ia ain kappell ; 
do stund ain priester über altar. Lantzilet laß den brief, 
daran er fannd, das Artus sein vatter was, und wie er Artus 
sollt tod sJachen und Artus in auch. Des erschrack Lan- 
tzilet zu mal übe! ; het er mit eren geniügt, hiet nye chainen 
man gerner erschlagen, auch schont er nicht, wan Gabones, 
seines prueder. Nach der meß ritten si gar zu aines pider- 
mannes hauß, der si wol entpfieng und es in wol erpot. 
Er het ain schöne tochter, die Lantzilet gar wol erkannte, 
wann si pey Ginoffer, der chünigin, erzogen was. Die sagt 
es ireni vatter, das er in zu haus het. Er fragt in, ob er 
zu dem turnay wollt zu Betungen. Er fragt, wer da wäre. 
Der wirt sagt: sGalohodin hett vil rittcr auch von der ge- 
sellschafft, die dar was chumen mit her Gaban.« Lantzilet 
verstund wol, wer si waren. Er fragt den wirt, ob er icht 
Wappen hette, das man in nicht kennt. Er sprach: »Ja wol.i 
Er rüste Lantzilet in grüen und Mordrot in weis und lech 
im prüeder und sün sechs, die im wartten sollten. Sunst 
ritten si zu dem turnay. Der chünig mit den hundert rittem 
und der von Norgalls waren zu ainer parthey und Galohodm 
zer andern. 

[Bl. 108''] Si riten mit ein ander sprechend, ptß si auf 
die wisen chamen. Da nu der ritter vil vergatt waren und 
manig schöne thjost geschach, Lantzilet sprach zu Mordrot: 
»Ich prüef unnser gesellen pey maniger guetter ritterschafft ; 
si haben yetz vil ritter entschumpfiert, volgt mir nachU Er 
nam gar ain starckes sper und rait, do das gedreng am 
dickisten was, und tet es vast guet. Des kam Gaharies, 
stach seinen prueder Mordrot von dem ors ; er warf in auf 
ain ander pfärd, fuert in gefangen zu der purg. Gaban cham 
im des zu hilff. Das sach Lantzilet, lost in ritterlich. Bo- 
hort nam wunder von seinen getaten, dacht im wo!, das es 
Lantzilet war, sagt es I-ioncU. So nympt Hestor ain punder 
auf Lantzilet, stach in von seinem ors zer erden. Mit dem 
nam Bohort sein thjost auf den chünig von den hundert 
rittern, stach in auch von dem ors und nam das ors, pracht 
es Lantzilet und sprach : sSiczt auf das pfärd 1 wann alls 



230 

guet ritter, alls ir seit, sol nicht zu fueß streitten.« Er kante 
Bohort wol an der rede. Er kerte erst in den hauffen 
schlahend und umb wendt mit seiner gesellschafft all die 
von der purck, so das man gemain sprach, er hette all den 
pesten [Bl. io8^] preis zu seiner hannd erstriten. Alls sich 
der turnay verendt, rait er verholen weg; Bohort rait im 
alles nach, wann er wol weste seinen sit. Lantzilet rait in 
dem wald, vand ainen prunnen, da pey er sich erküelte, 
zoch den heim von dem haupt, want da gewiß unerkannt 
peleiben. So reit Bohort dort her, und er mocht sich im 
nit entsagen. Si waren fro, zu sehen an ein ander und redten 
maniger hannd. Alls die ritter auf der purg reitten wolten, 
pat si Galohodin, pey im zu beleiben. Diß muest auch sein, 
er thet in wunder grosse er. Lionell, Hestor und Gaharies 
ritten Bohort suechent. Si hetten groß angst, er war er- 
schlagen; si funden Mordrot ser verwundt. Alls si in er- 
kanten, fürten si in auf die purck mit not. Si fragten, wie 
er dar war chumen und ob er icht weste, ob Lantzilet dar 
war gewesen. Er sagt, si solten es pillich pefunden haben. 
Da pey merckten si, das Bohort in erkannt hette und mit 
im war. Si waren unmuettig, das er allzeit sich verhäl und 
allzeit in ir wider partt wäre. Si sprachen, si wolten zu 
Gamahelot reiten, dar wurd er nämlich chumen. Galohodin 
sprach, er wollt auf den Pfingst tag auch sein, wo der künig 
Artus war, in saumpte dann grosse nott. 

[Bl. 109*] Morderot was ser wundt, das man in fiieren 
muest auf ainer rospar. Si urlabten sich , kamen in ainen 
wald, genant Brodoye, funden ain chreütz. Do sprach her 
Gaban: »Ich rat, wir schaiden unns und yeder chum pe- 
sunder zu hof Man schaczt es unns für zaghait, das so vil 
guetter ritter mit ein ander reiten.« Es geviel in allen wol 
und pefulhen Mordroten herren Yban, der sich durch ir pet 
underwand. Also schieden si von ein ander. 

Awentewr, wie Lanntzilet uhd Bohortt gelanng, alls si 
pey dem prunn zamen waren chumen. 

Unns sagt die history, alls sich Lanntzilet und Bohortt 
erkanntt hetten und wol erkuelt, si satleten wider und sassen 




auf, herberg suechendt. So sehen ai von verren ain groß 

liecht in dem wald, dar wert si reiten wolten. So horte 
Bohort ain stym ängstlichen schreien. Er sprach zu Lan- 
tzilet: »Lieber lierr, iat mich se)ien, was die not seyl* Er 
crlaubtz im und das er in pey dem hpcht suechte. Also 
rait Bohort der stym nach, sach auf ainer wisen, das ain 
dieb ain klare magdt ser mit seinem schwert schlueg, und 
ain ander schlueg ainen jungen ritter, der gepunden was, zu 
mal übel. Die magt ruefft zu unnser [B!. 109''] Heben frawen 
umb hilff. Mit dem kumpt Bohort zue slachend , schlueg 
den, der die magdt schlueg, durch heim und hirnschal pis 
in die zen; der viel tod. Er sprengt zu dem andern, er 
Hoch. Er über rait in, quetscht in so hartt, das er sterben 
muest. Er sach ir noch sechs; under die ranndt er, schlueg 
ir drey tod, die andern fluhen. Er cham wider zu dem ritter 
und der magdt, entpand si paide. Si vielen im an den fueß, 
gnadten im, das ers erledigt hett. Er fragt si, wer oder 
wannen si waren. Der ritter sprach : »Her, ich haisse Marans, 
mein Schwester Laudamie, sein kumen in disen walld, in ain 
unnser purg zu reitten, die unnser paider vatter, der kiinig 
von den hundert rittern, gepawen hat. Do chamen an unns 
die mörder, die waren wol gewappent. So rait ich sunder 
Wappen an mein schwert; si über vielen mich urbarling.* 
Bohort fragt, war si sein pfärd und ander ir gerät hetten 
gethan. Er jach, er weste es wol zu finden. Mit dem gieng 
er, do si es pehalten hetten. Si legten sich an und sassen 
auf, paten Bohort, das er mit in rit zu irem hauß, wann es 
was verr inn die nacht ; da sollt er gar zu gutem gemach 
sein. Er rait mit in zer purck, Alls man in aufthet, gerte 
Bohort urlab, seinen nefen [Bl. 109''] zu suechen, unnd sagte, 
das er Lantziietten lassen hette in dem wald. Marans jach: 
»Wie es sunst gang, den hilff ich euch suechen, so das er 
hient mit unns herberg.* AUso riten .si in suechendt für 
und wider mit geschray und wie si mochten ; si fiinden aber 
nicht, des si übe! erschracken. Nach lanng riten si wider 
zer purck und man klagt Lantzilet ser, das er nicht pey in 
sollt sein. Man pot Bohort vil zucht. Morgens uriaubt er 
sich, rait den tag sunder awentewr. Zernacht cham er zu 



d 



232 

ainer purck, vor der pey ayner pruck saß ain ritter, wol ver- 
wappend. Alls Bohort über reiten wil, spricht der ritter zu 
Bohort, wannen er sey. Er sprach: »Ich pin ain ritter ab 
Artus hof.« »So reit auch ,nicht über die prugklc Bohort 
fragt, warumb er nicjit reitten sol. Der ritter sprach: »Umb 
aines ritters willen, der in ewer gesellschafft ist, den ich für 
all mann der wellt hasß; das ist Lantzilet vom Lack.« Bo- 
hort jach : »So min ich in für all mann der wellt ; darumb hüet 
euch vor mir!« Si sanckten ire sper, riten mit sölicher chraflft 
zu hauff, das si paid von den orsen tumelten. Si Sprüngen 
zu hannt wider auf, gewunnen ire schwert, luflfen neidlich 
zamen, si schluegen sich auf ir schillt und heim, das ir schlag 
inn der purck erhal. [Bl. 109*^] Frawen und ritter giengen 
her aus, den streitt zu schawen. Der ritter pluette zu mal 
ser, wann er wol zehen wunden verwundt was. Das erparmte 
Bohorten ser, er het in wol tod geschlagen, ob er gewollt 
hette. Er traib in alls hin und wider. Der ritter trat hinder 
wertt, war pey nach in das wasser gefallen, das gar tief 
was. Bohort schray in an, das er nicht viel. Alls der ritter 
hinder wert sach, schrack er hart und kannt die manhait 
Bohorts, sprach: »Her ritter, habt mein gnad! ich gib euch 
mein schwertt,« und er nandt sich, er hieß Brunet von der 
Wollust, und die purck hieß Corbenye. Bohort fragt: »Wa- 
rumb hasset ir meinen nefen Lantzilet?« Er sprach: »Herr, 
ich mynn ain zu mal schöne junckfraw, die sagt, das si 
minte Lantzilet für all man diser wellt; umb das er der 
peste ritter sey, so hab si sich im geben und ir mynn. Ich 
hab ir gesagt, ob ich mit streit Lantzilet überwund, ob si 
dann mein genad wolte haben. Si verhieß es mir, wann es 
daucht si unmüglich. Umb das nam ich mir die awentewr: 
wer von Artus hof her rait, der muest mit mir streitten, ob 
ich under den Lantzilet fund. Sunst habt ir mit ewer früm- 
kait die über hannd an mir genumen.« Man fuert in ein die 
purck, da im vil gedient ward. Alls er in den palas [Bl. iio*] 
. kam, erkannt er sich. Nach klainer zeit gieng durch ain 
thür aus ainer kamer der künig Beles. An stund erkanten 
si sich und triben vil frewden mit ein ander. Beles fragt 
vil von Lantzilet, sagt, er het in dem jar zwier]]nach im zu 



233 

hof geschickt. Bohort sagt im ail ding von Lantzilet , was 
er dicz jar pegangen het und wie er im walJd von im ge- 
schaiden was , des der künig vast fro was. Da gieng auf 
das palas. Des kiinigs tochter mit vil frawen und junckfrawen 
[kam ein gangen '], die im alle er erputen. Nach dem pracSit 
ain allter ritter ain kind, in seyden gewunden, truegs für 
Bohort, sagt im, das es sein neff wäre, und es sach Lan- 
tzilet vast geieich. Der ritter sagt im, das es Lantziletz war 
und hiesse Galaat. Bohort kust es manig mal. So chumpt 
ain tauben, sehne weis, ein den sal , fuert in irem schnabel 
ain guidein masss ^ , von dem ward all der sal erfüllt mit 
süessem geschmack. All tavel wurden verdeckt und all assis 
von den aller lusthchisten speisen und tranck erRiUt. Si 
danckten got mit gepet und assen mit schöner zucht all 
schweigent; und ails das essen volenndt was und das gra- 
cias gesprochen, sprach Bohort ; 'Ist diß der sal der awen- 
tewer, so pitt ich, ir last mich hie innen peleiben.« Beles 
sprach, das es diß nacht [Bl. iio''] nicht gesein möchte; so 
ers aber nicht entperen wollt, er möcht zer andern nacht 
dar inn sein. Die nacht het er guet gemach und den tag 
morgen. Der künig wider riet im dick, das er die soigchch 
awentewr nicht pestUnd. Er enwollt kainen weis. Zer an- 
dern nacht plaib er in dem palas aller diet sunder, saczt 
sich auf ain pett all gewappent. Do cham ain windt so ' 
starck, das er maint, palast und turn wolten zu hauffen 
Valien. Nach dem chamen zwen lewen, grimig und starck, 
luffen in an. Er sprang auf, schlueg sich alls lanng mit in, 
piß er si paid ertotte. Nach clainer zeit kam ain ritter ver- 
wappent aus der kamer, dar inn der gral was, sprach: »Her 
ritter, gand von disem pett!« Bohort sprach: sDes enmuet 
kain man auf dise nacht.« Jener ruffte sein schwert, also 
thet auch Bohort. Si triben an ander, unib das der ritter 
in die kamer sprang. An stund ward er wider starck und 
all sein wunden waren im hail. Da sprang er her wider 
aus zu streit. Bohort merckt wol, wa von er sein krafft 
gewan, schlueg sich, pis im der ritter sichert, an Artus hof 



I F" [Bl, j 



ä F» [Bl. 



a]: faß. 



234 

ZU kumen, wann er wollt in nymmer in die kamer lassen. 
Nach der glübd ließ er in gan, war er wollt. Alls der ritter 
von im was , hueb [Bl. iio*^] sich aber ain ungestüem von 
windt und hagel stainen, die in hartt quetschten. Mit dem 
sach er ain glävi aus der chamer chumen, die flamet wie 
ain schöne kercz, und durch das eysen sach er fliessen pluettes 
trähen. Die glävi stach in durch schillt und halsperg in 
den leib, verwundt in ser. Die glävi wenndt wider in die 
kamer, sach doch nyemand, der si trueg. Nach dem sach 
er aus ainer kamer gan ain fraislichen trachen ; dem prunnen 
die äugen gleich zwain prinnenden kerczen. Im stund ge- 
schriben an der stiern: »Das ist die pedewtumb Artuses.c 
So kumpt ain leopart an in gesprungen und si stritten neid- 
lichen mit ein ander ; der trach warf flamen aus seinem maul. 
An stund hueb sich under in ain krieg und weiten den 
tracken tötten. Si ertotten selb an ein ander, und sein 
flammen verdarbten ir vil. Der track gieng weg. So kumpt 
ain man, kal, mager und allt, gleich dem tod, trueg ain harpf 
in den armen; der tet gar erpärmiklich mit waynen und 
klagen, saczt sich in ain sessel, hueb an spilen mit der harpf, 
das Bohort nye süesser spil gehorte; schray alls da pey 
we und awe an alls ablassen, wann zwo nagent schlangen 
[Bl. HO**] hiengen im stät an seinem hals. Er sprach zu 
'Bohort: »Her ritter, ir mügt gan, war ir wellt; wann ir her 
zue nicht mer gethuen müget.« Mit dem gieng er wider 
in die kamer, dar aus er chumen was. Do cham die taub 
durch ain venster, die er vor des sach und erfüllte all das 
hauß mit dem edlisten schmack, der in der wellt sein mochte. 
Do giengen aus einer kamer, dar inn der heilig gral was, 
vier kind von englischer gestalt mit prinnenden kerczen, 
nach den gieng ein allter , schöner man , geklait wie ain 
priester, an das er kainen kormantel trueg; der trueg in 
seinen henden ain gleissend sper, dar an die pluttigen trenen 
runnen. Der sprach: »Bohort, ir seit ain rainer ritter. Wäre 
Lantzilet von söllicher rainikait, er het des grales recht ge- 
wunnen; er ist von ritterschafft der pest, von unlauterkait 
der ergist, darumb sol die awentewr nyemand gewynnen, 
dann der dy sorgklichen seß zer tavelrund pesiczt. Ir mügt 



23S 

wol dem wunder sagen, den ir hie gesehen hand.« Er gieng 
wider in die kamer. Er sach ain glancz wie die klar sun 
und schmeckt das stieß riechen, da von er wol gesund ward. 
Er sach ain silbrein tafel, dar auf stund der heilig gral, mit 
weissem saniat verdeckt. Ain stim sprach: »Bohort, hüet 
dich, das du die ding nymer gerst zu sehen ! oder dir [Bl. iii'] 
wurd übler peschechen, dann ye man peschach.« Er pe- 
laib , piß der tag schier chumen wollt. Do sach er zwelfF 
junckfrawen für die tür des grals zu gend, die zu mal übel 
geklait waren und wainten ser. Si knyeten für die tür, 
petten gen dem gral; nach dem giengen si zu ainer kamer 
wert. Bohort fragt aine, war es sunder schaden, das si im 
sagten, was ir gefert und klag mainte. Si Jach, er war nicht 
der, der es wissen sollt. Mit dem giengens zer kamer ein. 
Morgens gieng der künig Beles auf das palas mit seiner 
tochter, mit in vil ritter und frawcn, lobten got, das si den 
ritter gesundt funden, wann vor im was nye ritter dannen 
kumen, er wäre tod oder seiner glider Verdorben. Si machten 
allen tag vi! freüden mit im. Beles sprach: »Herr, habt ir 
nicht meinen vater gesehen?! Bohort sprach: »Herr, ich 
kannt in doch nye.* Beles sprach: »Er haist Mahagines 
der sündig, darumb [das er] das schwertt aus zoch, das 
nyemandt gepürte zu ziechen, dann dem, der die awentewr 
des grales enden sol.t Er sprach, das er in nicht gesehen 
hettc. Morgens urlabt sich Bohort und rait den nächsten, 
alls er mocht, zu Gamahelot. 

Nun hört, wie es der zeit Lantzilet gieng! Alls Bohort 
von im [Bl. in''] schied, er rait zu dem glast, vand zway 
schöne zellt; in dem ainen vand er schöne liecht und ain 
pett , dar an lag ain zu mal schöne fraw ; pey ir saß ain 
zwerg. Lantzilet pat der herbei^. Si jach: sHer, der ge- 
wallt ist nicht mein, und sunder erlauben meins ameis, der 
schier kumpt, rat ich euch nit, hie zu peleiben, wann ir 
müste seinen zoreu darumb leyden,« Er sprach: »Fraw, 
war sollt ich? Es ist all zu spat, flirpas zu reiten.« Mit 
dem kamen zwen ritter. Der frawen ameys sprach; »Her 
ritter, wer hieß euch under mein pavilun gen?« Lantzilet 
sprach: »Herr, dise nacht ich mocht oder wesst nicht her- 



238 

hett. Er rait zu ainem wald wertz und im kamen ^ Gaban, 
Yban, Hestor und Segrimors; si erkannten sein nicht anders, 
dann das es Kay war. Segrimors sprach: »Pey nam, Kay 
mueß ain thjost von mir entpfachen.« Was si im werten, 
er woUtz nicht lassen. Si namen die ors mit den sporen 
und her Segrimors ward flügeling hinder das ors gestochen. 
Diß wollt auch her Yban versuechen. Dem peschach wie 
her Segrimors. Sunst stach ers all vier nach ein ander ab. 
Alls ers erkennen ward, was er an sich selb vast zornig, 
rait von in, verfluecht sein ritterschafft an der stat und vor 
zoren warff er seinen schillt von im, rait weg, das si in 
nicht kennen sollten. Die vier sassen auf, ritten nach. Yet- 
iich verwundert der schönen ritterschafft. Do sprach Hestor: 
»Gedenckt ir nicht, wer es sey ?€ Si sprachen: »Nain.« »Für 
war, so sollt ir gelauben, es ist Lantzilet, mein prueder, wie 
im die wappen sind worden.« In den Worten sahen si den 
schillt an der erd ligend. Gaban sprach: »Das enwell got, 
das so guetz ritters schillt an der erden sollt ligen!« hueb in 
auf, für seinen. Si ritten zu dem nächsten gen [Bl. 112^] Gama- 
helot, da der chünig Artus mit grosser ritterschafft lag. Das 
was an dem Pfingst abent, und die gesellen waren all kchumen 
ane Lantzilet und Kay. Es ward vil grosser betrüebdt umb 
si. Alls si an dem Pfingst tag zu tisch sassen, kam her Kay 
in Lantziletz wappen. Si waren gar an massen fro, gedachten, 
das Lantzilet kem. Ir waren auch genueg, die Kays fröer 
waren, dann Lantziletz. Nur alls her Kay entwappent ward, 
kamen drey ritter, die Lanzilet auf der prucken abgestochen 
het, giengen auf den palas für den künig und künigin, grüsten 
si und darnach all die messeney und sprachen: »Fraw küni- 
gin, wir antwurten unns euch gefangen, alls wir herren Kay 
gelobt haben, der unns drey mit ritterschafft des bezwungen 
hat.« Her Kay stund da pey, sprach: »Wie gefall ich euch 
zu ainem spil vogel, das ir mich spotz nicht erlast?« Si 
jähen: »JFraw, her Kay sagt sein er und er hat unns ye 
pezwungen.« Sunst wert der krieg mit ir Wechsel wortten. 
Nu het her Gaban den schillt, den Lantzilet het vallen lassen, 

* 

I F^ [Bl. 113b]: bekamen. 



mitten in den sal gehangen Laozilet zu ern und si sahen 
in, sprachen: »Her Kay laugend seiner eren, er fürte disen 
schult zu warzaichen, der hie hanngt.« Aller erst hueb her 
Kay an und sagt, da Lantzilet in rette, wie er [Bl. 112''] 
morgen in weg het gefuert. Des ward vil gelechter auf dem 
palast. Nu was der künig in grossem unmuet umb Lan- 
tziletz abwesen. Do nam Egrafim und Mordrot den künig 
sunder, sprachen: >Wir verhelens all zu lang, ir sent euch 
nach einem man, der euch ewrn eren all zu gefär ist, wann pöß 
wort ist der chünigin im lannd darumb erstannden.« Der 
künig sprach: sich wais alls meinen tod, das Lanzilet meinen 
eren nye gefär ward, und diser neyd chumpt aus nicht, dann 
das sein ritterschafft so furpüntig ist.« 

Nu hört, wie Lantzilet gefuerl Alls er die vier abge- 
stochen het, rait er vast, das si in nicht ervolgten, rait von 
der grossen straß und cham auf ainen perg, sach vier reicher 
zellt. Er rait dar wertt, vand under ainem die junckfrawen, 
die in für all man der wellt lieb het, die in von der gifil 
ernertt hett, pey dem prunn ; und si kant in an stund und 
macht söllich frewd mit im, da pey er ir trew wol erkennen 
mocht. Er sprach : »Fraw , es reitten in dem walld vier 
ritter meiner gesellen; ob die her kämen, wollt ich mich 
durch nichte erkennen lassen.^ Si sprach: »Mein herr und 
ameys, ich so) euch wol haimlich vor in hallten.« In dem 
chumpt ein gangen ain miciile schar von [Bl. 113*] ritter und 
frawen , prachten mit in ain kind , das wunder schön was 
von zwain jaren. Ir aller fraw kannt Lantzilet, entpfing in 
zu mal frölich ; sam teten si all. Und nam das kind , das 
kostlich geklait was , an iren arm , trueg es zu Lantzilet, 
sprach: »Herr, secht ewren nefen U Ernaras, kust das kind 
manig mal und fragt, wes es sein möcht. Die chünigin 
sprach: »Herr, ich hab es geportt und ewer neff Bohort 
ist sein vatter, alls er mich pey ainem turnay gewan.« Si 
waren die nacht mit frewden. Morgens urlaubt er sich, 
sagt, das er auf Pfingst zu Gamahelot müeste sein. Si 
wünschten im vil glucks. Sunst rait er mit langen tagraisen 
pis an den Pfingst tag. Nach essen riten die ritter zu veld 
durch justieren und her Gaban thet wunder mit dem wappen. 



240 

Mit dem reit Lantzilet zu dem turnay verwappent, und alls 
in her Gaban sach , naigt er sein sper gegen im , wann er 
aber mit dem wappen sich verkert het. Er was den tag 
verr und hart geriten. Si ranten zamen , was si mochten, 
und her Gaban stach in flügeling von dem ors; aber alls 
her Gaban gewart, das es her Lantzilet was, sprang er vom 
ors, pat in, das er ims vergab. Lantzilet sprach : »Her , ir 
habt getan alls ain frumer [Bl. 113^] ritter.c Si paid umb 
fiengen sich mit den armen und das mär erhal, wie Lan- 
tzilet chumen war. Des was menigklich fro und wart das 
gröst entpfachen, das ye man gesach. Er ward mit frewden 
zu hof gefurt und entwappent. Alls er auf das palas cham, 
ward maniger hand spil im zu lieb getriben und Lantzilet 
sach alls den chünig Artus an, nach dem den trachen Mor- 
drot, gedacht an die prophecey, die er in dem brief fannd, 
den er dem alten man aus der hannt nam. Des sehens 
gewart die chünigin haimlich. Man saß zer tavelrund und 
Lantzilet saß alls pey dem sorgklichen seß und er vand ain 
new geschrifft dar an ; er pat, die zu lesen. Man laß offen- 
lich die schrifft, lautt: »Auf hewt den tag sol sterben zer 
tavelrund der hochfertig Brumal.« Mit dem chumpt ain 
ritter auf den sal gegangen, grüest all, die hie sassen, sprach: 
»Her chünig zu Pritone, ich pin her kumen, auf hewt zu 
sterben, oder herren Lantzilet manhait über höhen, des hab 
ich geschworen. € Er sprach zu Lantzilet: »Nempt von mir 
disen priefl genys ich, so gebt mir in wider! stirb ich, so 
lest in offennlichU Da mit saß er in den sorgklichen seß. 
An stund hueb er an zu schreyen: »O we, ich pin tod.c 
Alls [Bl. 113*^] er noch redt, siecht ain flam auf in, verbranndt 
in, das man nicht, wann den aschen, vannd. Des erschracken 
si all ser. So gibt Lantzilet den brieff ainem Schreiber, alls 
vor der ritter gesprochen hett. Der laß in offenlich, der 
lawt: »Menigklich sol wissen, das Brumal hie durch sein 
hoffart tod ist, und füegt sich also : 

Lanzilet ist vor meinem nefen, künig Klaudas, so vil 
gelobt fiir all ritter der wellt, das ich es grossen has ge- 
fieng und hab dick gefragt, ob er durch sein manhait hab 
turn pesiczen den sorgklichen seß. Man sagt alls nain. 



Also schwuer ich Lanziletes manhait überhöhen, oder darumb 
ersterben. Sunst habt ir den Ion meins hoch muetz ge- 
sehen.* Si petrüebten sich ser unib des ritters jämerlichs 
sterben. Die künigin luegt der zeit, das si mit Lantzüet 
ainig red möcht haben. Alls die cronick Schreiber ir aller 
gethat ein geschriben hetten, aUs das ir gewonhait was, nam 
der kiinig Artus Lanteiletten sunder, fragt in manicher band; 
zu dem letsten gieng der künig wider in das palas, pey an- 
dern fursten zu kosen. Lantzilet , die künigin , Bohort und 
Lionell pliben entsamen. So sagt die künigin Lantzileten, 
sprach: »Lieber herr, von ewrem langen abwesen und das 
nicht vil potschaffl [Bl. n^^] von euch gehört ist, hat euch 
menigklich tod gezelt und umb des willen ist mir die gröst 
schmach von ainem mann wider faren, die ye kainer künigin 
wider fuer.t Lantzilet fragt, wer ir dise uner oder schmach 
nach gesagt hette. Si sprach: »Das hat getan der verräter 
Claudas, der ewer erb mit gewallt inne hat;« und si sagt 
im aller ding mit der junckfrawen , auch sein potschafTt. 
Lantzilet sprach: »Mir müessen all die geschweichen , den 
ich ye dienst getet, oder die mir ye dienst, oder hilff 
gelobten, ich rieh euch und mich, dar zue mein paid nefen.« 
Als globteo auch Bohort und Lionell. Mit dem giengens 
auf den sal , do ward manger band frewd getriben. Nach 
ettlichen tagen , alls sich der hof zerlassen wollt, pat Lan- 
tzilet all fürsten und baronen, auf den sal zu kumen. Nu 
alls si kamen, sprach er: e Lieben herren, künig, fürsten, ba- 
ronen , ritter und knecht , ich pitt euch , ob ich euch oder 
ewer ettlich petrüebt het an magen, fründen, oder wie sölichs 
sich gefliegt hett, ir wellt mir das nicht zu arck oder gefär 
zelen ; es ist nu an das kumen , das ich herren , mag und 
ander an rueff umb gross an ligenden chumer, der mich zu 
mal ser betrüebt.< All künig, fürsten etc. sprachen gemain: 
»Lieber herr, [Bl. 114^] war mit wir ewer er fürdern und 
höhen mügen, well wir gemain mit leib und guet tun.« 
Yeder gelobt im, sunder Bondemagus sprach: »Ich frew 
mich, das die zeit chumen sol, das ich euch gellten sol raanig 
er, die ir mir peweist habt.« Sunst ward von in allen ain 
hervart geschworen und ir samlung sollt sein zu Lunden 



an sannd Maria Magdalena tag. Nu hett Claudes zwen 
speher stät an Artus hof ; alls si sahen und horten den an- 
schlag, das man Claudas, iren herren, hergen wollt, zugen 
si eylend zu Gami, sagten alle ding. Claudas der erschrack 
zu mal übel, wie er dem nicht geleich gepart. Er pesamellt 
auch mag und man, sagt in Lantziletz und Artus für nemen, 
die im auch hilff und peystannd verhiessen. Claudas het 
ainen nefen, zu mal ain guetter ritter, sprach: »Her, thuet 
ein pot all ewrn amptlewten, das si all edel und unedel pe- 
rueffen in ir gepiet und sagen lassen, wer euch in dem lanndt 
nicht mit guettem willen helffen well, ob ettlicher sprechen 
wollt, das er nicht kriegen wollt wider sein recht erb herren, 
der sol das im unentgoltten sagen! der mag mit guettem 
frid wol aus dem lannd ziehen mit all seiner hab und guett 
[Bl. 114^] Allso liess das der künig perueffen, alls im ge- 
raten ward. Da was manig tausent man fro und zoch so 
vil volcks aus dem lannd, das nicht der vierd man pelaib. 
Alls das der küng sach, danckt [er] seinem nefen des weisen 
ratz, sprach: >Sollt diß volck peliben sein, sie hetten all 
ir macht gethan, da mit ich vpm lannd vertriben wär.c Er 
pot aus grossen sold und im kam auch wunder vil volcks. 
Er peseczt all stett und kastell nach dem pesten. Inn der 
zeit het sich in Pritone gesamellt ain vast mächtig her und 
her Gaban ward in geben zu ainem hauptman. Der künig 
und Lantzilet muesten pey dem lannd in Pritone peleiben 
und das pewaren, pis ob si hilff pedörften. Sunst schifften 
si auf das mer. Nu hett Claudas in Flandern ain provincz, 
dar kamen si , hueben da auf leib und guet ; wer sich in 
wide^seczt, der ward erschlagen. Si zugen, pranten und 
hergten in Claudas lannd an massen ser. Des künigs neff, 
Brunells brueder, der in dem sorgklichen sess tod was, fürt 
ain her gegen Gabon, der sein her in drey getailt het. Alls 
des spech cham, her Gaban, er peschickt all haupt lewt 
und ordiniert sein her aber zu drein und er zoch selb in 
dem ersten, das ander pewart Bohort, [Bl. 114*^] das dritt 
Bondemagus. Alls si Claudas her ansichtig wurden, gerten 
si ir, wie der ger falck des raygers, stapften wol geordent 
zu in, mit undergeschlagen glävien ranten 3is frischlich an. 



stiessen ors und lewt zu hauffen. Do wart das schwert 
klingen und sper auf den heilen schulten prechen alls groß 
und das kerren von ors und lewten, alls ob wälld und velß 
sich zerreissen wolten, Gaban prach durch ir her nianig 
mal und tet so vil mit dem wappen, das frewnd und veind 
gemain jachen, si sähen auf ain tag nye kainen ritter alls 
vil thuen. Er kerte auf den hauptman, der Klaudas nef 
was, und schlueg den auf seinen heim, das das schwert im 
auf dem erwandt. Sunst viel er tod von dem ors. Alls das 
die seinen sahen , das ward ain gross gerueff in dem her 
und gaben sich an stund zu der flucht. Die Prytoneysen 
jagten in eylend nach, schkiegen, viengen und verwunten ir 
Unmassen vil an der flucht und Gaban pehueb das wal. Alls 
der ander tag kam, kamen all fürsten zamen. Do sprach Bo- 
hort: »Man geb dise profincz dem künig Bondemagus, wann 
ers mit ritterschafft wol verdienet hat!' Der künig sprach; »Das 
pe[Bl. Ii4'']schäch nymer! l'arides hat vil mit dem wappen 
getan. Ob es euch geviel, man geb im dise herschafft, das 
ers verwar.* Diß was auch aUer fürsten will. Si perieten 
sich, vort zu ziechen. Si heten nicht widerstannd, wann 
alls volck was zu den steten geflohen. Si kamen fiir ain 
kastell, genant Pagon; dar auf was zu mal vil voicks und 
der her, ir hauptmann , hieß Serses , gar ein guetter ritter. 
Si vielen für das schloß, richten ir pleyden, phetrer und tri- 
boken, wurffen und Schüssen ser in das schloß. Zernacht 
wurffen si ir steig laitter an zu allen orten, wann das schloß 
weit was und der lewt zu wenig. Si gewunnen das schloß. 
Do ward das geschray groß. Si schluegen zu tod, was in 
nicht entran. Alls si das schloß gewunnen, rueten si nach 
der arbait. Des kam ain speher in Klaudas her, sagt im, 
wie alle ding ergangen waren. Der ward an massen ser 
petriiebt. Der speher sprach: »Herr, ob ir euch rechen 
wollt, riet ich, das ir euch heint mit all den ewrn in wappen 
an tätt, alls si heint zu rue lägen, das irs über ritt; wann 
si sind ser verarbait und müed, ee si sein gewarten, hiet ir 
all die pesten gefangen und die andern erschlagen.« Claudia, 
des chünig Claudas sun, sprach, [B(. 115=] er hette den pesten 
rat funden. Si sprachen all, sie wollten dem rat volgen. 



244 

Zernacht legten si sich ir hamasch an. Die Pritoneysen 
hetten sein kain sorg, Kunart rait mit zwain hundert mannen 
auf die wacht. Die von Gami tauten ir her in zwai, Claudin 
pflag des ainen tails, Quonart des andern. Claudin stieß 
auf Kunart und umb gabens so, dass kainer dannen sollt 
chumen. Da ward der streit zwischen in zu mal hertt. Si 
werten sich so ritterlich, das es die von Gami wundert, das 
sie so lanng herten mochten. Si schluegen das her all diH-ch. 
In der zeit was Claudin in die gezellt kumen mit den seinen 
und ermordt sie in den petten, stiffte grossen jamer. Si 
Sprüngen aus ir petten, schriren: > Verraten, verraten.c Si 
luffen zu iren paren schwertten, sunder ander wappen wert- 
ten sich so manlich, das man sichs ymmer wundem sollt. 
Diss gerueff erhal in das schloß, die Sprüngen auf, legten 
ir harnasch an. Bohort, Gaban, Lionell, Bondemagus, Yban, 
her Gabanes prüeder etc., vil ritter und knecht, si sprungen 
auf ire pfärd , kamen under die veind schlahend , machten 
schnell groß lucken in der veindt her. Mit dem kam auch 
Kunart auch zue schlahend; dem geleichtet [Bl. 115^] Quonart. 
Der streit werte piß nach mitnacht schray. Quonart, Klaudin, 
si hetens genueg guet gethan, si sollten weg; auch gieng 
des manes schein under, das es zu mal vinster ward. Hie 
mit gaben si sich zer flucht. Die Pritoneys jagten nach, 
schluegen ir vil an der flucht tod ; doch fürten si mit in ge- 
fangen wol zwai hundert ritter, under den was auch Lionell. 
Nu morgens , alls es tagte , giengen si auf das wal, funden 
vil tod und ser verwundt; die toten pestatens zer erd, die 
wunden wurden auf das castell getragen und gefiiert und 
mit guter erczney verwart. Alls di^ Pritoneysen sahen den 
grossen schaden und sunder, das Lionell gefangen was, 
machten si under in grossen jamer, suüder Bohort. Si 
schwuren, si wolten sich morgens rechen, oder darumb all 
sterben. Si richten ire wappen all zer not, schliffen und 
fegten schwert , spies und heim axt. Morgens rotierten si 
ir her und ainer mante den andern ritterlicher eren und das 
yeder gedächte, zu rechen dise verräterische mörderey, die 
an in volpracht ward. 

Diser anschlag ward pald verkünd Klaudas, wie die 



245 

Pritoneysen mit grossen her her zugen und mit grimmiger 
räch undprinnendem zoren die [Bl. 115=] verräterey an euch, 
den ewrn, zu rechen vermaind. Claudas rotiert sein her in 
zwainczig schar, gab yeder ainen haiiptman. Bohort und 
Gaban rotierten auch ir her in zehen schvvader. Bondemagus 
pat, das im der erst streit geben wurd durch räch umb sein 
volck, Gaban tet, als ers gert. Also pat auch Quonart auf 
der andern seitten. Paiden heren was ger zu ein ander, ir 
paider hauptleiit chamen durch thjost zu velld. Quonart 
und Bondemagus, si sanckten ire sper und ire ors luffen zu 
samen, was si von iren krefften mochten. Si stachen sich 
paid zu häuf. Bondemagus viel mit dem ors, Quonart viel 
hinder das ors ains speres lanck. Man halff dem künig Bon- 
demagus pald wider auf. Jener lag hart gequetscht, das all 
die sein in für tod hielten. Do mit vermischent sich die 
her und ward das gestös und das tämern mit den schwertten 
zu mal groß. Die Pritoneyer prachen durch der veind schar 
hin und wider; Bondemagus tett grosse ritt ersch äfft ; war 
sein durch vart geriet, da vielen ross und lewt von seinen 
Stareken schlegen. Er schlueg die ersten tot, das si herten 
oder sich kobern mochten. Sunst prach er in den andern 
hauffen, den er hurtiklich [Bl. iiS"*] durchpracii; er hiellt 
schlahend und stechend vor seinen veinten alls der küen 
eher vor gar verzagten hunden. Er stieß allzeit sich in die 
maisten und hertisten gedreng , mit söllicher fraidiger man- 
hait schiueg er vier hauffer aus der wer, des wollt maus 
über lewten. Esklamor pracht zwen hauffen. Da wollt auch 
Bohort nicht mer verziehen. Er sprengt in si. Do Sprüngen 
sper zu stucken, das die drunzun hoch auf sprungen. Do 
ward ain sölich würgen, stechen, schlahen, ringen und vahen, 
das das nye man des kerren und schreyen geJeich mer ge- 
horten. Bohort und Bondemagus stifften den grösten jamer 
von all der wellt. Do Klaudin , des chünig Klaudas sun, 
disen jamer sach, der sprach zu seinem vater: »Her, reit 
an verzicchen zu Gami, das ir ungefangen hynnen chumptl 
Solten si euch ain haben, so wären all ewer lanndt verloren. 
Diß ist nicht ain volck von menschlicher art; ich wene, das 
ii der tewfel aus der helle her geschickt hat. Es erschrickt 



246 

ab hertem streit mynner, dann ain kind ab seinen tocken. 
Dar umb schickt unns helff von Gami, alls ir aller malst ge- 
haben mügtU Der künig eylte mit zwain ritter von dem 
streit zu Gami. Nun ward die slacht ye herter und strenger. 
Klaudin [Bl. 116*] gacht mit allem her in den hauflfen. Diß 
ersach her Gaban; des kam auch er in den streit mit ge- 
ruetten scharen, die auch durch räch des chaum erpiten. 
Si kamen zue schlahend und stechend mit speren, schwerten 
und heim axten, das si Jens hers ordnumb und geschickt all 
zertrenten und zu hauffen stiessen. Klaudin, Esklamor und 
Quonart werten sich manlich. Hestor sprach zu Bohort und 
Gabonen: »Jenes sind zu mal küen ritter.« Si durch schluegen 
das her, pis si durch vil arbait und tod schleg zu in kamen. 
Da schlueg Hestor auf Klaudin so grosse schleg, das er von 
dem ors vallen mueste und ser vertumellt l^. Gaban zuckte 
mit gewallt Quonart aus dem satel, vieng in sunder aller 
der seinen undanks, schickt in zu andern gefangen. Da war 
Klaudin erschlagen, oder gefangen, hiet Esklamor ^ getan, der 
in wider auf sein pfärd pracht. Do ward das ors under 
Gabonen erschlagen ; er erschrack nicht vil und schlueg umb 
sich ors und lewt, das groß hauffen umb in lagen. Klaudin 
und Esklamor teten im groß not mit Stichen und schlegen. 
Das ward her Ybanen gesagt ; der kam under si schlahend, 
das man sein schleg vorcht alls den gäben tod. Er und der 
künig Jonys machten [Bl. 116^] umb herren Gabonen ain 
weit, prachten in auf ain resch pfärt. Aller erst kamen zu 
sammen Gaban, Bohort, Hestor, Yban, Bondemagus, Brangor 
und Karodes und stifften söUich wunder, alls hett den tag 
kainer nye schlag geschlagen. Noch verhiellt alls Gaharies 
mit ainer geruetten schar. Die von Gami viellen der nider 
alls in dem herbst die lewber ab den pawmen, so si ein 
starcker windt pestet. Das weit veld was über strewt von 
guetten rittern und werlichen knechten. Des mocht Klaudas 
her nymer herten und gaben sich in flucht. Dy Pritoneyer 
schluegen si an der flucht alls die wilden tier. Alls das 
Klaudas vernam, das die seinen zer flucht waren chumen, 

schickt er in zu gegen wol vier tausent man zu ors und zu 

* 

1 ? hett im E. nicht hilf. 



247 

fueß. Alls Hestor si ersach, sprach er zu Gabonen, in deuchte 

guet, das er schickte zu Gaharies , das er mit seinem her 
auch vergatte. Des schickte Gaban hin, hieß im die mär 
s^en ; des was er zu mal fro. In daiicht, das im wirs des 
tags war mit feyren peschehen, dann ir ainem mit dem streit. 
Sunst zoch er gemächlich gegen den von Gami , die auch 
noch geruet waren. Die flüchtigen kerten von dem trost 
wider, umb den si an den dar kumenden [Bl, 116''] heten. 
Mit dem prachen ein die zwo gerueten schar. Do strait 
Gaharies so vernünfftigclich und tet grosse wunder under 
seinen veinden und mainte, sich zu erholen, was er den tag 
versaumpt hett. Do werte die slacht piß zer nacht und die 
von Gami gaben sich zer schäntlichen flucht. Die Prito- 
neysen für kerten si dick, schluegen si alls das vich der nider. 
Si fluhen zer porten und wo si sich pehelffen mochten. Alls 
in die nacht den streit penam, kerte meniklich zu rue. Alls 
der ander morgen erschain und yeder tail sein mag und 
frewnd suechte, do ward vil petrüebde zu paider seit. Alls 
Klaudas sein volck achte, do mangellt er ob vier tausent 
mannen, Si hetten grossen jamer in der stat. Er fragte, 
wo Quonart wäre. Klaudin sagte, er war gefangen, dar zu 
ob zwain hundert rittern. Klaudas sprach: »Waffen 1 das 
ich der lant ye gedacht zu pesiczen , das mir yecz zu so-, 
lichem schaden und schannt chumpt an meinem aller liebsten 
mag Quonart und andern, die ich verloren habl Wesst ich, 
das ich so guet lewt in meiner gefenckniiss hett, ich machte 
in geren ledig, ja ob ich dar zue geben sollt die pest stat 
im lanndt.« Es ward geworben an Gabon und zu den andern. 
[Bl. ii6<'] Gaban enpot im, das er mit sicherm gelait ins 
velld zu im kam; sam wollt er auch selb ander chumeo. 
Der künig was fro. Si kamen zämen und yeder tail 
sagte sein gefangen los und ledig, Klaudas rait in die 
stat , schickt zu all den gefangen , sprach, si solten gancz 
quit und ledig sein, si möchten wol weg, wann si wolten. 
Alls er verstund, das es Lionell was, spfach er: »Her, ir 
schluegt mir meinen sun tod; sollt der gelebt haben, die 
sach war nicht an unns ergangen.« Lionell sprach: tWer 
mocht alls guettig gesein, do ich sach die unrecht hoffart, 



248 

die ir tribet in meinem erb und guet, und ich muest ge- 
fangen sein?€ Do hieß der künig in reiche klaider geben 
und schöne ors. Alls das mal volpracht ward, riten si in 
jenes veld. Also gaben si jenen auch vast reiche klaider 
und schicktens kostlich in die stat, do si vast wol entpfangen 
wurden. Bohort macht auch groß frewd durch sein prueder. 
Lionell sagt her Gabon , das der künig ein magt gefangen 
in dem turn hielte, die von Artus hof wäre. Also lagen si 
vor der stat Gami , künden ir nicht angewinnen , aber alle 
castell in dem land gewunnen si. Menigklich was zu Gami 
geflochen. In der zeit schickt Klaudas eylend poten zu Rom 
umb hilff, die in pald kam. [Bl. 117*] Der senat Pantelonar 
ward hauptmann, der Romer her zu laiten. Und in der zeit 
was die künigin von Bonewick zu dem Artus her kumen, 
fragt nach irem sun Lantzilet und iren zwain nefen. Bohort 
und Lionell kamen an stund zu ir, teten ir die maisten er 
mit all den andern, die si erdencken künden. Alls si sach, 
das ir sun Lanzilet nicht pey in was, pat si her Gaban und 
Bohort, das si nach im schickten, das si in solte vor irem 
tod noch sehen. Si sagten, das si es thuen weiten. Mit 
dem schied si wider zu ir kloster. Nach dem alls si weg 
cham , do sahen si über Jens veld her ziechen ain frawen 
mit etlichen rittem und junckfrawen. Bohort erkannt si pald, 
das es die Fraw vom Lack was. Er entpfiengs mit den 
aller grösten eren, also tet Lionell und die andern. Si 
suechte auch Lantzilet. Alls si den nicht vand, gert si Ur- 
laubs. Zum dritten tag rait si weg. 

Awentewr, wie die Römär kumen und wie si vor Gami 

entpfangen wurden mit streit. 

Nur alls die Fraw vom Lack in den wald kam, so sieht 
si vil panier der Römer. Si ervorschte all ir gelegenhait 
und anschlag und ir fiir nemen, was das si sich rotieren wolten 
in zehen [Bl. 117^] schar und pey der nacht die aus Pritone 
über Valien in ireH gezellten ; so si ungewarnet lägen, solten 
die von der stat zum andern enndt an si streitten ; sunst 
wolten si sye sunder alle wer und an iren schaden tod slachen 
und all die pesten vahen. Diser anschlag ward in die stat 



249 

die wurden gar fro. Die Fraw vom Lack entpot 
das alles in das her herren Gabon und Bohort, das si sich 
auf die nacht versähen , wann si hetten ain gewissen streit 
an der hant. Die herrn waren der potschafft zu mal fro. 
Gaban vodert all hauptleütt zu samen, sagt in dise mär und 
wurden über ain ainer ordnung gegen iren ve inten. Si 
machten neun hauffen. Bondemagus pat, im den ersten 
streift zu geben, das man also tet. Des andern pfiag Parides, 
der dritten Bohort, der vierden Lionell, der fünften Kilies, 
der sechsten ffestor, der sibenden Yban, der achten Gaha- 
ries, der neiinden underwand sich Gabon. Die siben her 
solten auf ein ander warten gen den Römern. Gaharies und 
Yban sollten mit ir zwain heren der aus der stat warten. 
Si teten den tag dem nicht geleich, allssi von ichte wessten, 
Zernacht richten si sich, alls haimÜchest si mochten, so das 
si hübschlich [El. iiy^] und haimüch zu veld chumen. Des 
lat sich. Alls es pey vier stund in die nacht was, die erst 
rot aus dem wald riten gemach gen den gezellten wert, si 
dieplich zu übervallen. So chumpt entwerchs an si der 
künig Bondemagus und mit dem ein rennen mit iren glävien 
über stieß er ors und lewt ain grosse menig und schray an 
si : »Ir dieb und Verräter, ir wollt und sunst nicht, alls piderben 
rittern zu hört und gepürt, sunder als mörder und Verräter 
ermorden. Die Römer erschracken von diser gähe alls ser, 
das si nicht nach wer trachten, sunder nur zu der flucht. 
Die Pritoneysen schluegen ir so vil tod, das all das veld 
vol von totten lag. Do kam den Römern starcke hilff ent- 
gegen und der sreit ward vast hertt , so das Bondemagus 
weichen muest von der grossen menig der Römer. Das sach 
Parides, der ain vast küener ritter was ; der kam mit den 
seinen zue schlahend, das er die Römer vast zu ruck traib. 
Aber in ward groß volck gesanndt. Die glaneister sach man 
nach den schlegen aus den heim springen pey der nacht, 
alls ob es fewer schneyet aus den lüfften. Das getamer ward 
alls groß und der val zu paiden seitten, da von [Bl. ii/''] 
tieff graben mit den totten gefüllet wurden. Die Römer 
kamen mit ganczer macht nu zu veld mit der Römer panyer. 
Do mit kam Hestor, Bohort und Lionell under si sprengend 



2 so 

mit irem volck. Erst ward das würgen und morden sich 
recht heben. Die hauptlewt chamen zu samen und durch 
schluegen all das her hin und her wider durch. Die aus 
Pritane verluren gar vil küener ritter und guter lewt. Wie 
die Römer ye vier gen der ainem verluren, so was doch ir 
Übermaß so groß, das si es im streit lüczel spürten. Noch 
hiellt her Gaban, welchen tail es not täte, dem wollt er zu 
helff chumen, wann Gaharies und Yban an die von der stat 
lanng vergatt waren, und ward der streit paiden enden groß. 
Er wollt auch nicht lenger müessig sein. Er prach under 
die Römer mit gerueter schar, über stieß ors und lewt. Sein 
ein vart erhall, als wann der starcke hagel in die rauchen 
gepirg kumpt schlahent. Der streit wert piß verr über mit 
nacht, das kainer in all dem her was, im war nötter nie 
gewesen, dann zu streitten. Die Römer trachten und doch 
werlich zu der stat portten; allso tetten auch die von der 
stat. Und die vinster, wann das liecht under g^eng, penam 
[Bl. ii8*] in den streit. Die Pritoneys zugen gen ir gezellten. 
Si heten vil küener lewt verloren, die si ser klagten. Pante- 
lonar ward in der stat wol und hoch entpfangen , si sagten 
im seiner kunfft grossen danck. Menigklich macht sich zu 
rue. Die wunden wurden mit ertzney versehen. Nu morgens 
wurden si in der stat erst achten, was si verloren hetten. 
Do hetten si so vil piderber ritter verloren, das si die zal 
nicht enwesten. Pantelonar sprach: »Ich sach auf diser wellt 
nye lewt, die pas in wappen geüebt sind, dann die äussern; 
si enfurchten waffen noch streit , auch enachten si nicht auf 
die gross menig ir veindt. Alls si ye lenger vechten, alls si 
ye pehender und geruetter werden; doch sollen si es lützel 
geniessen.« Er hieß das volck sich wappen, er wollt die 
grossen verlust seins volcks rechen. Hie mit machten si 
aber zehen schar. Gaban gedacht wol, das si ain gewissen 
streit hetten, und ordiniert aber das her und Bondemagus 
het aber das erst vechten, wenn er was gar küen und pehend 
mit sper und schwert und fürsichtig. Sunst ließ sich das 
her aus der stat mit grossen scharen. Klaudin kam vor in 
zu veld und gerte auf ain thjost ains ritters. Bondemagus 
cham mit ge-[Bl. n8^]naigtem sper für. Si verstachen die 




251 

sper, griffen si zu den schwertten und Klaudin schlueg den 
künig Bonderaagus ain so hcrten schlag, das er sunder danck 
under das ors viel. Er sprang pehend wider auf und thet 
schleg umb sich, da von ros und lewt vallen muesten. Die 
seinen hulffen im undancks seiner veindt wider auf das ors. 
Er vermaint, sich an Klaudin zu rechen, do müest ainer tod 
oder gefangen sein peliben. Ain starcker punels schied si 
von ein ander und der Römer vielen vil tod. Si schickten 
grosse hauffen mit vil volcks in zu hilff. Also schickt auch 
Gabon. Das triben si, das ye ain tail ain weil das peste 
het und dann über klaine zeit das erger. Alls all das her 
vei^attet het, kamen zämen Bohort, Hestor und Bondemagus 
und tcten so vil mit den wappen, das des tags nianig man 
von in erstarb. Alls das Klaudin ersach, Quonart und Es- 
klamor, nam er zu im wol dreissig der aller pesten ritter; 
mit den kert er an si und umb zugen si. Da ward das 
schlahen an massen groß. Klaudin rannt zwerch an Bohort, 
über stieß in, wann er sach den stich nicht kuraen. Do 
vielen ir zu mal vil auf in, prachen im das schwer! aus der 
bannt, fürten in wol mit sechzig rittern, [Bl. 118'^] die in ver- 
baren sollten, inn die statt gefäncklich. Si umb gaben mit 
aller macht die zwen. Da ward manig man erschlagen, ee 
si gefangen wurden. Die in helffen solten, waren andern 
enden ser pekümert, Sunst werte der streit pis zer nacht. 
Yeder tail zoch von dem streit und die von der stat pe- 
hueben das wal. Die innem waren ir gefangen fro, mainten 
das her nu überwunden han. Aber die Pritoneysen waren 
an alle maß ser petrüebt, si heten vi! gutter lewt verloren 
und sunder der pesten drey von all dem her gefangen. Also 
striten si fünff tag und allweg het Gaban das erger, wann 
des volcks der stat was vil an maß und zu mal guet ritter. 
Darnach schickte Klaudas zu Gaban umb ainen frid auf 
zway manedt, des die äussern zu mal fro waren, Man rait 
und gieng aus der statt, die totten auf zu heben. Sunst pe- 
stätt man payden enden yeden nach seinem stat. Zum an- 
dern tag rait her Yban in den wald, sich zu erpanichen. 
Im pekam ain knecht, den er griieste und fragt, wannen er 
wäre. Er sprach: »Herr, wer seit ir, das ich wisß, wem 



252 

ichs sagen solPc Er sagt, dass er Yban wäre. Der knecht 
sprach: »Herr, nu erkenn ich euch. Ich kum von Artus, zu 
pesehen, [Bl. ii8^] ob ir ainicherlay not habt; mangeilt ir 
helff oder anders, sol ich in und Lantzilet wissen lan.« Her 
Yban sprach : »Sag an stund deinem herren Artus und Lan- 
tzilet, das unns nye hilff nötter ward ! wann wir zu mal vil 
lewt verloren haben; doch haben wir des lannds maist tail 
gewunnen. Si haben zu mal grosse hilff von den Römern.« 
Der knecht sprach : »So wil ich an stund dem chünig sagen, 
alls mir pefolen ist«. Er hueb*sich eylend mit langen tag 
raisen, pis er zu dem künig sagt, was im her Yban gesagt 
het. Artus pesamellt ain groß volck und schied vom lannd 
mit Lantzilet, kamen in das künigreich zu Gawle. 

Wie Bohort, Hestor und Bondemagus ledig vrurden. 

In der zeit sagt Yban Gabanen , Lionellen , Gaharies, 
was er dem künig entpotten hette. Nu alls der frid von 
der stat ende het, rüsten sich paide her zu streit. Her Yban 
pat umb den ersten streit, der im geben ward. Den andern 
het Parides, den dritten Gaharies, den vierden Gaban. Die 
von der stat zugen her aus , das her laitt der held Klaudin. 
Yban gerte ainer thjost. Klaudin was der an massen fro, 
er dacht in gewiß han. Si ranten zemen mit iren orsen, was 
si von all iren [Bl. 119*] krefften gelaisten mochten, und her 
Yban stach Klaudin von dem ors, das er hart vertumellt an 
der erden lag. Her Yban rait über in, wollt in gefangen 
han, da beschuczt in sein volck. Her Yban schlueg ir vil 
tod , ee si in wider auf prachten. Do wart sich der streit 
vast ängstlich mischen. Er durch prach die hertisten ge- 
dreng an allen orten. Die Römer sahen, das die iren vast 
nider giengen, schicktens in grosse hilff. Alls Quonart und 
Esklamor zu dem streit chamen, do teten si grosse wunder 
mit dem wappen. Her Gaban pat seinen prueder Gaharies 
verziehen und er wollt in den streit. Er patt und mandt 
all die seinen , das si manlich wären und im nach volgten. 
Si jähen, das si tätten, das in zu aller piderbkait sollt ge- 
schäczt werden, er sollt sunder sorg sein. Her Gabon ließ 
under die Römer lauffen mit seinen scharffen glävien, da 



253 

von ir vil durchstochen wurden. Si griffen zu den schwertten 
und machten ain sölich geruff in dem her, das veld und 
wald her wider hal. Die Fritoneysen kamen zemen und 
hielten sich, das man leichter durch ain stain wand gepro- 
chen hett, dann in iren hautfen. Do ward von der stat der 
gancz schwader in den streit geschickt. Den pegegent 
[Bl. irg''] Gaharies und Parides und machten ain sundem 
streitt. Nu wären die Römer dick geflochen, hett Klaudin, 
Quonart und Esklamor getan. Gabansprach: »Ich versuech 
mein hail an den rittern, die unns so vü schaden.« Allso 
sprach Lionell und her Vban. Veder nam ain starck sper, 
jagten auf si, so das yeder den sein vast und hart stach. 
Gaban stach Klaudin unders ors und tret in hartt ; Vban 
zerprach sein sper an Quonart, schlueg in mit dem schwert, 
das er unders ors viel, und Lionell stach Esklamor mit ors 
und all zu hauffen. Den quetscht das ors ser. Also umb- 
gaben sis, das nyemant si mocht entretten; si wurden ge- 
fangen, schwuoren sicherhait und wurden in die zellt gefuert, 
da si vil ritter von der stat gefangen fanden. Also über- 
wanndt das klain her all die Römär mit ir hilff. Alls Klaudas 
sein volck fliechen sach, da wurden ir vil an der flucht er- 
schlagen und gefangen. Sollt es lenger tag sein gewesen, 
all die von der statt waren des tags erschlagen und ge- 
fangen. Sunst schied die nacht den streit, die äussern zugen 
frölich und mit hohem sig zu ir gezellten. Alis Klaudas ge- 
war ward, das die drey ritter nicht kamen, macht er grossen 
jamer, forcht, [BI. 119''] das si erschlagen wären. Im ward 
gesagt, das si gefangen wären. Des ward er ain tail pas 
gemuet. Er schickte zu her Gaban, das er im die ritter 
schickte fiir die .seinen. Des was Gaban fro. Also wurdeu 
si gegen ein ander los und yeder tail schickt die gefangen 
gar kostlich von im. Do ward der frid zu vierzehen tagen 
gemacht. 

Awentewr, wie chünig Artus in dem künigreich Gaule 
gelanng mit dem graff Fröten, 
Alls nu künig Artus in das künigreich zu Gawl kam, 
des het sich ain graf aus tewtschen lannden understannden. 



254 

Artus ervordert von im das reich, wann ers von im nicht 
entpfachen wollt. Nu was der graff zu mal ain starcker und 
grosser ritter, der sprach, er wollt sich oder das lannd nye- 
mand änderst pegeben, weder er woltz entpfachen noch zinß 
da von geben, sunder er woltz zu freyer aig-enschaüt pe- 
hallten. Alls Artus diß horte, er jach: »Du hast dich an- 
genomen diß lannds mit gewallt sunder alls recht, ich wil 
dirs auch weren und dich mit recht da von treiben, c Der 
graf Frölein sprach: »Was sol die verderbnüß an armen un- 
schuldigen lewten, ich wills ainig gen euch kempflich pe- 
wären«. Artus [Bl. 119**] schluegs im dar, das ers zu mal 
geren tat und morgens sollt der kämpf sein. Lantzilet pat 
Artausen , im den streitt zu geben. Artus woUtz über ain 
nicht thuen. Morgens kamen si paid verwappent in den 
rinck. Sy ranten mit ir starcken glävien auf ein ander, das 
si gar zerprachen auf ir schulten; nach dem zugen si ir 
Schwert und scfiluegen mit grosser krafft auf ein ander. Der 
streit werte von preim piß zu non. Frölen, der graf, was 
vast starck und Artus pehend und wol geüebt. Er warf den 
schillt zu ruck und gab dem ritter ainen söllichen schlag 
durch den heim , das im das schwert dreyer vinger tieff in 
dem haupt stackt. Alls Artus das schwert zucken wollt, 
rais er den grafen der nider, das er an der erd gestrackter 
lag. Artus zerschnaid im die riemen und prach im den 
heim von dem haupt, sprach, ob er sich überwunden gab. 
Der graf sprach, ee wolt er sterben. Da mit schlug im 
Artus das haupt von dem körpel. Des wurden all die seinen 
fro und die herren vom lannd schwuren im zu sampt den 
steten. Er gedacht Lantzilet dar zu künig machen. Er 
enwoltz aber kainen weis. Mit dem prach er auf, wolte für 
Gami. Nu was ein speher von Klaudas [Bl. 120*] her da 
gewesen, het alle ding von Artus gesehen, auch gehört, wie 
er und Lantzilet räch an Klaudas wollt nemen. Diß sagt er 
zu Gami von Artus, auch das er zu mal groß volck prächt. 
Klaudas erschrack ser und mit rat seines suns schickt er 
groß schäcz gen Rom und floch haimlich aus dem lannd. 
Ir vil rieten, si solten Gami, die stat, an zünden und fliechen. 
Das wollt Klaudin nicht Verheugen ; wol riet er allen gesten, 



zu fliechen, aber er, Quonart und Esklamor wolten nicht 
fliechen, sunder vou Artus gnaden pegeren, Sunst ward die 
stat vast lär an volck. Alls Artus iur Gami kam und erüch 
von den seinen entpfangen ward und alls er zu rue gefuert 
ward, so rettten kostlich und sunder wappen die drey ge- 
raellten ritter aus der stat Gami. Alls si Artus sach, fragt 
er Gabonen, wer die sein möchten. Er sprach: >Diß sind 
pey nam der pesten ritter drey, alls si ye schult zu halls 
hiengen.« Also sprachen auch die andern. Si riten für die 
gezellt, fragten, wo Artus war. Man weist in sein gezellt. 
Si giengen dar ein. Alls si Artusen sahen, knieten si für in, 
paten in gnaden. Klaudin sprach: »Herr, wir geben unns 
überwunden und entpfacht die Schlüssel zu der gutten stat 
Gami, die wir euch antwurtten! und [Bl. 120''] s^en euch, 
das Klaudas aus dem lanndt haimlich ist und nyemand 
wais,' wellicher end. Auch sind all Römer geflohen aus der 
stat.« Uer kiinig het rat mit den seinen und verhieß in 
gnad, wann all ritter für si paten durch ir grosse küenhait. 
Sunst rait Artus in die Stat und peruefft all, die vor aus 
dem lannd geflohen waren. Die kamen mit grossem hauflen 
und das lannd ward zu ma! wol peseczt. Er pat Lantzilet, 
das er sich zu künig krönen ließ. Er wollt über ain nicht. 
Er wollt Lionell künig machen zu Bonewick, Bohort zu Gami 
und Hestor zu Gaule. Ir kainer wollt noch chünig sein, 
dann si wollten mer ritterschafft versuechen. In dem kam 
Lantziletz muetter, auch die Fraw vom Lack mit vil ritter- 
schafft. Die künigin, Lantziletz muetter, het söllich frewd, 
alls si iren sun ersach, das si wont in dem paradeis sein. 
Sunst was auch die Fraw vom Lack. Si waren pey ein 
ander ain wochen. Damach urlaubt sich die fraw, zu ir ab- 
teye zu varen, und lobte got hoch, das si iren sun lebendig 
het gesehen. Auch urlabt sich die Fraw vom Lack. Artus 
wollt mit seinem her zu lannd. Alls man ir künff't vernam, 
rait man in entgegen, und wurden mit vil freüden entpfangen. 
[Bl. 120^] Nach ir sigenuft peruefft künig Artus den grösten 
hof, den ervermaint, zu haben, den er vor ye gehabt hette. 
Dar kamen gar von vil lannden herren und frawen; des 
künig Beles tochter kam auch dar mit funfundzwainczig 



2S6 

junckfrawen und ettlichen rittern, die zu mal erlich entpfangen 
ward. Do ward gar maniger band spil getriben. Under dem 
schickt die künigin zu Lantzilet; si .wollt im zer nacht ain 
magdt schicken, das er tat, was in die hieß ; wann si wurd 
in in ir kamer gelaitten. Er frewt sich des an mass. Diss 
vernam Prisana, die Weles tochter maisterin was, die in auch 
zu vor petrogen het , und sagt es ir frawen , si wollt Lan- 
tzilet zu ir pringen; des si gar fro was, wann si in minte 
für all mann der wellt. Si lag in der künigin kamer ainem 
endt, die künigin zum andern endt. Alls es zer nacht kam, 
gieng Prisana zu Lantzilet, sagt, wie si die künigin dar ge- 
sandt het, alls er wesst. Er stund auf parfueß in ainem 
hembd und gieng mit ir und si fürt in haimlich zu ir frawen, 
die in miniklich in ir arbm vieng und frewntlich kust. Er 
erpot sich ir freuntlich, alls söllicher gesellschafft gepürtt. 
Alls die chünigin nu nach im schickte und man sein nindert 
fannd, ward si vast [Bl. 120**] ser betrüebt. Si mocht nicht 
schlaffen vor unmuet. Zu mitter nacht stuend die chünigin 
auf, si ward sich melden, und Lantzilet erkantz wol pey ir 
stym. Er graif ye doch die frawen pey im, er ließ sich 
auch mercken. Die künigin hört aigenlich, das Lantzilet in 
der kamer was ; si mellt sich aber pas uö^ Lantzilet ver- 
stund wol, das er petrogen was. Er rieht sich ain wenig 
auf. Die künigin sach und erkannt in an seinem gepär. Si 
gieng dar, nam in pey dem arm, sprach: »Ey, ir dieb und 
verrätter, vind ich euch hier in meiner kamer büeberey 
treiben? get mir aus den äugen und kumpt an die enndt 
nymer mer, dar ich wonhafftig pin !« Und diser ir gäher zoren 
geriet ir hernach zu grossem laid. Lantzilet stuend auf in 
seinem parem hembd, lof mit grosser klag ab durch ain 
pawmgartten klagend mit har aus seinem haupt zu rauffen 
und gewunden henden. Ee das es tagte, was er verr ver- 
loffen in ainen walld. Morgens, alls es tagt, schickte sich 
künig Beles tochter zu ir haimfart, wie si der künig pat pe- 
leiben. Alls si weg was, schickte die chünigin zu Bohort, 
sagt im aller diser ding ort, auch wie si im aus ir gäben 
zoren geurlabt het, das ir gar zu mal laid wäre. Bohort 
^ürnt ains [Bl. 121*] tails mit ir, sprach, si hett zu mal übel 



gethan ; doch pat si , das man in schnell suechte, oder er 
verluffe sich, das er nymer mer zu vinden wäre. An stund 
gieng Bohort zu Lionell und Hestor, sagt in dise geschieht. 
Si verwappneten sich an der vart, riten sunder alls Urlaub 
in die suechumb. Nu lof Lantzilet zu walld sunder alle speis 
und von zadel der speis, das im seiner frawen lanndt ver- 
sagt was, und sunder ir gnad und huld. Die ding alle machten, 
das er ausser seinen synnen cham, lof zu wald wie ain wilder 
tor; war an er kam, lewt oder tier, das laydigt er. 

Awrentewr, wrie des morgens aber von herren Gaban und 

andern gesellen ain suechung geschworen ward von ir 

zwen und dreissigen. 

Alls man morgens wollt zer kirchen und nach dem groß 
frewd zu hof an fahen , do mangelt man et der vier ritten 
Vil ward nach in gefragt, schlecht, man vannd ir kainen. 
Nyembt wesst, wie in peschehen was. So kumpt ain ritter 
auf den hof, der gieng mit ainer j'unckfrawen für den künig 
und ander fürsten, sprach: »Herr, zu Mario! hab ich funden 
drey ritter, Bohort, Lionell und Hestor, entpietten euch und 
all der messenney vil dienst und [Bi. 121''] sagen, das si 
suechen Lantzilet, der verloren sey, und si hören kain aynig 
mär von im.c Des ward alle ritterschafift ser petrüebt. Ga- 
ban sprach: »Waffen I sol der pest ritter von all der wellt 
verloren sein? Ich glob euch allen zu den heyligen, ich wil 
all mein lebtag nit suechens erwinden, pis ich in funden hab 
oder erfar wäre mär, das er tod sey.« Allso schwueren 
dise suechumb zwen und dreissig ritter, verwappenten sich 
an stund, namen urlaub und schieden dann. Do ward der 
gröst jamer zu hof von aller der wellt etc. Agloans schied 
von seinen gesellen, suechte zway jar in manigen lannden; 
auf jungst cham er in seiner muetter lannd und hauß. Die 
fraw erkannt in kaum, wann in fünf jaren si in nye gesehen 
het. Si ward gar an massen fro. Alls sie ain zeit gcsassen, 
gieng ein zer thür ain junckher von den zehen jaren, zu 
mal wol gemacht von glidern und aller corporey, den er zu 
mal geren sach. Er fragt die frawen, sein muetter, wer der 
schön herr war. Si .sprach: »Er ist ewer jüngster prueder«. 



2S8 

Er sprach: »Fraw, er sol schier ritter werden, er scheind 
pey nam ain piderman zu werden.« Si sprach: »Er sol 
durch ain mit meinem willen nit ritter werden, wann 
her [Bl. 121''] und ewer vater, dar zu sechs ewer prüeder 
mit schult und sper vergangen sein ; darumb so! er söllicher 
not wo! sicher sein, all die weil er pey mir ist.« Agl< 
torst nicht fiirpas geren, er gieng in ainen pawmgartten 
nach essen. Parzifal, sein jüngster prueder, gieng zu im, 
sprach : »Lieber herr und prueder, ir süllt wissen, das mein 
gird und all muet strebt tag und nacht nach ritterlichem 
orden.« Agloans vieng in in sein arm, sprach: »Liebei" 
prueder, sollt ir nicht ritter werden, war mir zu mal laid, 
wann ir so, scheinet, das mich pedunckt, si werd wol an 
euch pewanndt«. sHerr,' sprach Parzifal, »so ir weg wert 
reiten, wil ich mein frawen pitten, das si mich euch ge- 
laiten lasß; nach dem reit ich mit euch an Artus hof, so 
pitt ich den chünig, das er mich ritter mach.« Das geviel 
Agloans zu mal wol. Morgens gert er Urlaubs, des in die 
fraw durch ain weren muest. Sunst rait er verwappent 
dannen und Parzifal pat die frawen, in ain weil zu gelaitten, 
das si im wol vergunde; doch muest er ainen schult knecht 
mit im nemen, dem si pefalch, das er in pald wider prächt 
Sunst riten si sprechend. Den schiltknecht ward verdriessen, 
pat den junckhem dick, umb zu keren. Aufs jungst sprach 
Parzifal, [Bl. 121''] das er rit zu seiner frawen und ir sagte, 
alls er ritter wurd von Artus, wollt er an stund wider zu ir 
kumen. Er sprach: »Herr, ich pitt euch, seid ir nicht wider 
kern wellt, so lasst mich mit euch, euch zu dienen k Er 
sprach, er woltz geren tuen, an er sollte seiner muetter vor 
die potschafft sagen. Der knecht tet, alls in Parzifa! hieß. 
Alls sein fraw und muetter vernam irs sunes für nemen und 
kurczer zeit darnach starb si. Der knecht schied, alls pald 
er die potschafft gesagt, her wider seinem herren nach und 
zer andern nacht cham er in ains ritters hauß, gerte herbeig. 
Der wirt oder herr des hauß fragt, wem er zue horte. Er 
sprach: sAgloalls und seinem jungen prueder.i Der herr 
sprach: »Agioall haß ich für all man diser wellt, daiumb 
pistu dir zu Übeln stunden her churaen.« Mit dem schlug 



259 

er den knecht tod und warfF in in den graben von der 
purck. Das fliegt sie];!, das Agioall und Parzifal riten für 
die purck und sehen iren knecht tod in dem graben. Si 
erschracken des ser. So reiten aus der purck zwen ritter 
und ain magdt; do fragte Agioall, warumb der knecht tod 
an die stat geworffen wäre. Si sagtens im gar. Agioall - 
sprach: »Ist der ritter, der in getöt hat, in der purckf« Si 
sagten: »Ja«. Er sprach zu Parzifal, [Bl. 122*] das er sein 
dar harte , er wollt in die purck. Sunst gieng er auf den 
sal, da sich der herr gewappent het, wollt zu veld reitten. 
Agioall sprach: »Wes habt ir den armen knecht gezigen, 
den ir schalcklich ermort habt?« Er sagte, er het es Agloal 
zu laid getan.» So hüettet euch vor Agioall!« AI Iso Sprüngen 
si paid mit gerufften schwerten zamen, Do schlueg Agioall 
dem wirt auf den heim, das im das schwert zu mitlem hirn 
erwaat und das er tod viel. Agioall warf in auch in den 
graben. Die weil het Parzifal ser wainde den knecht aus 
dem graben gezogen, legt in für sich auf sein ors, fürten in 
zu ainer kirchen, da man in pestate zer erden. Nach dem 
chamen si zu hoff und wurden vast wol entpfangen, Alls 
si entwappent wurden, giengens auf den sal, do Parzifal 
durch sein grosse schöne vast peschawt ward. Agioall ' 
pat den künig, das er seinen prueder ritter machte. Artus 
sprach, das ers gern tat, wann er des gerte. Er patz auf 
den nächsten suntag. Man rieht im zu sein ritters wat, alls 
er ritter was. Zu dem essen saczt er sich zu aller nydrist, 
sprach, er biet nye ritterschafft getan, darumb wollt er sich 
nicht höcher seczen lassen. Mit dem get ain niagt zer tür ein 
den palast zu den rittem , schon* für ali, die man zer tavel 
ye [Bl. 122''] gesach, und was all ir jar ain stumin gewesen; 
die ward da sprechen. Si gieng zu Parzifal, sprach: »Pluem 
ritterlicher eren, von got und mir pis gegriiest 1 und du sollt 
nicht hie siezen, siez der ennd, alls dir geordnet istl' Si 
nam in pey der hant, fürt in zu dem sorgklichen seß, sprach : 
»Du solt siezen zu der gerechten Seiten diß geseß und Bohort 



t F' hat überall die richtige foim Agioa 
bildang an Puzifal lu sein, 



AgloKll scheint f 



zu der lincken. Der ritter cliumpt schier, der den soi^k- 
liehen seß pesiczen sol , mit dem ir ,und er mit euch die 
awentewr des grals zu end werdet pringen; und ich pitt 
euch, aus ir für den heiligen gral kumpt , so pitt got fiir 
mich, wann ich schier sterben mueß!« Mit dem ^ieog si 
- wider unredent dannen. Am vierden tag starb si. Also 
pelaib er ain weil zu hof, wann in küoig und künigin nyndert 
lassen weiten. Ains tags sprachen zämen Kay und Morderot: 
»Diß ist ain ritter und er schlueg nye ellenthafften schlag, 
noch entpfieng sein schillt nye kain stich von speren.« Diß 
vernam Parzifal , sprach zu ainem schilitknecht, dem er zu 
mal wol vertrawte : »Lieber, ich pitt dich, pring mir mein 
harnasch und ors an ain haimlichl ich wil pey namen den 
guetten ritter auch suechen.« Der knecht sprach; »Herr, 
ich thue es geren und ich pitt euch, ir lasst mich mit euch 
[BI. 122'] reiten.« Er sprach: »Geren.« Allso pracht er alle 
ding zu velld. Alls Parzifal gewappent was, ritens paid den 
tag an awentewr. Am andern tag umb die non sach er ain 
haus, das zervallen was. Er sprach, si wollen sich schlaffen 
legen. Der knecht Jach : »Her, schlafft ir! ich wil wachen.« 
»Nain*, sprach Parzifal, »dir ist sein nötter dann mir.» Sunst 
legten si sich paid. Der knecht entschlieff pald. Alls das 
der ritter sach, sas er auf sein ors; er kundt den knecbt 
vor nicht von im pringen. Er rait durch ainen wald, sach 
ain schloß, dar für ain tieff wasser flos. Er vand ain ritter 
siezend, der mit einer eysnen ketten über den leib gepunden 
was. Parzifal grüest in und fragt, wannen er war. Er sprach: 
>Her, ich pin ab Artus hof und ward gester her gefangen.i 
Parzifal jach: alch thue mein macht dar zue, das ich euch 
ledig mach der gefencknüss;« und nam sein schwertt, hew 
in zwain straichen die ketten entzway. Diser krafft wundert 
an massen ser disen ritter. Das sach der wirt des hauß, 
der sich ser darumb erzürnte, eylte verwappent auf einem 
ors fiir das schlos, sprach; »Her ritter, ir muest an des 
ritters stat ewrs undancks.« Mit dem sanckt er sein sper, 
also tet her Parzifal, riten mit grosser macht [Bl. 122''] zu 
samen. Hie mit viel der wirt auf der prucken, das er über 
pürtzellt und viel in Jenes wasser. Er pehieng an einem 



schiff, er war sunst ertruncken, Parzifal nam des wirts ors, 
L-gab es dem ritter Pari des ; er sagt, er war über nacht pey 
dem ritter pehaust, und ain junckfraw pat in umb sein mynn 
und er fuertz weg. Sunst vieng der ritter si paide wider, 
-wollt in also verhungert han. Si riten weg, kamen zu ainer 
purg, da sie wol cntpfangen wurden. Parzifal fragte die 
nacht, war hin Parides wollt. Er sprach; »Ich hab lanng 
gesuecht Lantzilet vom Lack, ich höre aber nicht von im, 
darumb wil ich zu hof, wann alle suechumb verloren ist.« 
Parzifal sprach: »Lieber herr, so pitt ich euch, ir wellt den 
künig, die künigin, meinen prueder grüessen und sunst all 
die messeney.« Auch sagt er im, wie her Kay und Mor- 
derot sein gespott hetten. »Sagt, das ich suechens nicht er- 
winden well, ich finde dann Lantzilet, er aey lebend, oder 
ich höre mer von seinem tod!s Diß alls sagt Parides zu hoff. 



Av^cntewr, wie Parzifal und Hestor mit ein ander strit- 
ten und wie si darnach an ander erkanten und die 
suechumb schwuren. 

Morgens schied Parzifal mit urlab dannen, [Bl, 123'] rait 
pis an andern tag sunder awentewr. Umb terzie bekam im 
ain ritter verwappent mit auf gerichtem sper und si sanckten 
pajd ir glävi, zu justieren. Si stachen sich under die ors 
und Sprüngen schnell wider auf, griffen zu iren schwertten, 
luffen an ander mit starcken schlegen an , schluegen sich, 
das die schult zerstuckten piß an die riemen, und ir paider 
lialsperg machten si zu schirben. Si verwundten sich so ser, 
das yeder mer dann zehen wunden het, die all zu ferch 
giengen. Kayner het nye an seynem gestreiften stercker 
wer funden. Sunst hewen sie das fleisch. Der harnasch 
was so zerplawen und zerschlagen, das er für kain nott was. 
Si verpluetten sich so ser, das ir kainer die hennd erheben 
niocht und auch nymmer atem hetten. Si giengen von ein 
ander, ir atem zu schöpfien. Alls si ain klain gerueten, do 
sprach Parzifal: »Her ritter, sagt mir, wannen oder wer ir 
seiti wann ich wolte doch vor meinem tod, der pald ei^an 
sol, geren wissen, von wem ich erschlagen wäre.« Der ritter 



262 

Sprach; >Ich pin gewesen ain ritter von der tavelnind, aQ 
die weit mir got lebens gunde, das sich vor nacht endea 
wirt, und haisse Hestor, Lantziletz vom 1-ack pruedcr, den 
ich nu fünf jar gesuecht hab. Nu ist ewer werliche hanndt 
des wer, das [Bl. 123''] ich in oder meinen gesellen kainen 
nymer mer gesich, wann mir der tod ser nacht. Daxumb 
sagt auch mir ewem namen! des ger ich ser zu wiss 
»O lieber herr, ich heisse Parzifal, Agloalleo prueder, und 
pin auch in der suechumb umb Lantzilet, und haben mich 
die in Pritony in ir gesellschafft der tavelnind entpfangen. 
Danimb, lieber herr, so ich stirb und euch got mit gesunt 
zu Kamahelot pringt, das ir unnser paider streit verhelend, 
pitt ich euch.« Sunst mit vil zäher vergiessen verzech ainer 
dem andern und lagen paid auf der erd und kund sich 
kainer auf geheben; ye ainer pat den andern, got für in 
pittend. Alls si paid nymmer gereden mochten , ergaben 
und befulhen si iren geist unnserm herren. Nu was Parzifal 
zu mal ain gaistlicher man; er rait nymmer tag aus ane 
mesß, so ers erlangen oder anstellen kund , auch peicht er 
ain mal zu dem minsten in der wochen und all moned pe- 
richt er sich mit dem fronen leichnam Christi. Alls si paid 
pis zemacht lagen in grossen rewen, so kumpt ain klar liecht 
wie die sunn; in dem sahen si ain vas geleich ainem kelch. 
In dem schein entpfieng ir yeder grosse macht wider. Alls 
der schein weg kam, stuend Parzifal auf, sprach: »Ey, lieber 
herr, wie gehabt ireuch?« [Bl. 123''] Hestor sprach: »Herre 
got, hab danck I ich befind kainer kranckhait me und mynner, 
dann da ich heut an hueb, zu streitten. Herr, wie fiilt ir 
euch?" Parzifal sprach: »Ich denke nicht, das ich masen 
oder wunden hab, got hab danck durch sein erbarmherczig- 
kaitl« Sunst knyeten si nider, mit prynnender andacht got 
zu loben. Parzifal jach : »Herr, habt ir gesehen das Hecht?« 
>Ja für war,« sprach Hestor. »Herr wisst ir aber, was es 
was!'" »Für war, her, nain,« sprach Parzifal. Hestor sprach: 
»Herr, für war, es was der heilig gral;« und sagte all die 
nacht vil von dem gral, wann es so vinster was, das » 
nicht flirpas mochten. Morgens , alls es tagte, wurden si 
über ain, das si ungeschaiden wollen sein, es täte dann der 




jpcntewr, wie es inn der zeit mit Lantzilet gieng, wie 
er an Beles hof kam. 



263 

bd. Die suechumb mit ein ander wolten si für an treiben. 
: Si legten ir zerhawen und zerrissen wappen an, riten mit 
I &a ander weg, 
I 

^^V Nu lof Lantzilet, alls er von Gamahelott kam, alls ver- 
nsuret und an synn zu wald. Zu ainer zeit lof er in dem 
wald, sach ain schön gezellt ; an dem hieng ain schillt, pey 
neben ain schwert. Der tor lof dar, [Bl. 123''] zuckte das 
Schwert, hew in den schillt, das die funcken da von stuben, 
Ain tiverg sachs, wollt ims gewert han ; er lof zu im, schluegs 
mit flachem schwert, das es sich übergab. Diß sach der 
herr, lof verwappent an in. Der tor schlucg den ritter, das 
er an krafft an der erden lag. Das zwerg schray laut ob 
seynem herren, da von die fraw in dem zellt erwachte, die 
zu mal schön was, und sprang aus ainem reichen pett, loff 
über iren herren, der doch ane wunden lag. AI! die weil 
lof der tor unders gezellt, sach das pett, er was an kaines 
kumcn , seyd er von Logors kam ; er sprang an das pett, 
deckt sich warm zue, wann es gar kallt was, und hele nur 
das par hemde an. Er entschlieff an der vert hart und 
starck. Die weil kam der ritter wider zu seinen krefften, 
er fragte, war der tor kumen wäre. Si sagt, er war in dem 
gezellt. Alls er aber das schwert ligend fand, zuckt ers auf 
und het kain soi^ mer. Er gieng ins gezellt, da vil kerczen 
inn prunnen, und sach den toren an dem pett hart schlaffend 
und zu samen geschmückt; sprach er; sFür war, der ist 
aus ritterlicher art erporen und ist ausser seinen synnen 
kumen; wie es ymmer kumen ist, fiir war, es ist grosser 
schad.« Er schickte das zwerg zu seinen knechten, [Bl. 124^] 
das si an stund kernen mit einer roßpar. Das peschach. 
Er ließ in schlaffend pinden und in dem pett auf heben. 
AJlso ward er schlaffend zu des ritters hauß gefuert und 'in 
ain warme stuben gelait. Morgens verr auf den tag erwacht 
er, sach sich weit umb. Man trueg im essen und trincken 
genueg dar, er as vast und tet grosse trünck. Allso pe- 



264 

laib er pey dem ritter. Nach ain jar er ward zu mal staidkl 
und vast schön. Man gab im auch klaider genu^. Sumtl 
ward er in allen haimlich, doch lag er allzeit mit den fuessci 
in zwain eisnein ringen. Sich fliegte ains tags, das der ritte 
nach awentewr zu wald rait; do für warten in zwen, die iil 
auf den tod hassten. Alls es si zeit gedaucht, ranten sindtl 
zwain glävien auf in, zerprachens auf im; darnach gewunnes 
si all drey ire schwert, schluegen sich so hart mit im, das 
er ser verwundt ward und floch zu seinem schloß. Jene 
zwen jagten streitlich nach ; er sprang vom ors, lof ain stiq^e« 
auf in den grossen palas und der tor sach jene nach laufib 
und sich hart mit dem ritter schlachen. Er ward grimm^ 
das er nit lauffen solt, viel mit den henden in den rinde 
mit all seiner krafft, zerrais die ring, das man hernach fir 
grosse ding schaczte. Es hieng-[Bl. I24^]en vil schillt und 
schwert in seiner kamer, aber er hat nicht so vil synnund 
lof an den ainen , nam in pey dem heim und warf in in 
ainen winckel, das er nicht pald macht het auf zu stan. Er 
nam im das schwert aus der hant, schlueg dem andern ais 
ser tieffe wunden durch den heim. Mit dem was jener audi 
wider auf gestanden. Si fluhen und Sprüngen auf ire ors, 
ranten zer purck aus. Do ward er so werd in dem schlofi, 
das man im zu mal schon wartte, und er ward so schön, 
das sichs all die verwundert, die in sahen. Ains tags stund 
er an der zynnen, sach ain wild schwein dort in dem wald 
und vil hund dar mit gen ; er lof, do er ain gesatelt oß 
vannd, er gürtt ain schwert umb und nam ain starck sper 
und ranndt in den walld nach dem schwein und über rait 
es, so das er das sper in jenes schwein stach. Hie mit loff 
das schwein, schlueg das ors tod und in dem vall schlueg 
es im auch zu mal ain grosse wunden. & zuckte das 
schwert und schlueg das schwein durch den köpf, das es 
tod viel. Er gieng under ainen apfelpaum, pluette an massen 
ser, torlichait halben kund er im selb nicht ratt schaffen. 
So kumpt von geschieht ain wald prueder zu im, der in 
geren mit im gefurt [Bl. 124^] hette, in zu hauen, den er 
mit dem schwertt von im jagte. Der prueder rait zu ainem 
ritter, sagt , er hette den schönsten man von der wellt ser 



verwundt pey ainem schwein fiinden, das er erschlagen hat. 
Der ritter nam sechs sariand mit im; wann im der prueder 
sagt, das er vertort wäre. Alls er zum paum kam und in 
mit grosser unkrafft vannd, so het er sich verpluet. Si für- 
ten in sunder seins undancks zu guttem gemach, da er mit 
guetter ertzney verwart was, und in ainem raoned was er 
von seiner wunden gancz hail und starck, nur das er nicht 
so weis was, wann er von dem haws kam. So kund er 
nicht wider zer herberg, gieog alls nur für an wie ain kind. 
Ains tags was er unverwart peliben, er gieng aus der purck 
und kam aber in den wald, gieng dar inn so lanng, piß er 
aber erwildet und mager, plaich und mit zerrissen klaidern 
gieng, ains hin, der ander her wider, piß er aber auf ainen 
grossen weg kam. Dem gieng er alles nach, piß er zu Cor- 
bine kam; do Inffen im vil kind nach, auch ettlich, die sein 
durch sein gämppelweiß spotten. Do warfif er mit hör und 
stainen. Er gieng alls fiir sich, kam in die purck gleich, 
alls man asß. Er gieng ins'pa-[B]. I24'']las. Man schueff, 
das man im essens genueg gab, wann er in lanng nicht ge- 
essen het. Alls er vast as und tranck, legt er sich zu ende 
des palas und entschlieff vast. Alls man in nicht erzürnt, 
tett er nyemant ; durch sein gämlich baten in all die in dem 
schloß waren lieb. Alls er pey zwai moned pey in was, 
ward er aber vast schön und starck, und er ward sewber- 
lich peklait. Beles , der künig, macht zu aincr ostem ain 
seiner nefen ritter, der gab im ain zu mal schönen rock. 
Nu gepiirt es sich in dem selben mayen, das Beles tochter 
mit vil ritter und mägden in dem garten spilten von maniger 
bände tagald ; der tor gieng auch mit. Nach ainer weil legt 
er sich zum prunnen und ain junckfraw kam dar gelauffen, 
wann si der parr spilten; die sach in ligen. Die erschrack 
ains tails, doch gieng si wider, in zu pesehen, und si ward 
in erkennen. Si gieng an stat zu ir frawen, sprach: »Fraw, 
es ligt der tor, der hie ist, pey dem prunn dort; wisst ir 
nicht, wannen oder wer er ist?« Si jach: »Für war, nain.« 
»Kumpt dan unnd secht in ! und ich sag euch, das es Lan- 
tzilet vom Lack ist« Si sprach: »Was sagstu nu?* Die 
magt sprach: sKumptl ir vindt die warhait.« Si sprach; 



266 

>Alk lieb ich dir sey, lu^, das du es [BL 125*] haimlich 
haltest Ic »Geren, fraw, so ir michs haistc Si nam iren 
vatter auf ain ort, fragt in, ob er icht wesst, wer der tor 
wäre. Er sprach: »Nain, aber sicher ich main wol, das er 
aus edler art sey.c Si sprach: »Es ist Lantzilet vom Lack, 
und sich, das du es nyemandt sagst! des pitt dich.c Er 
gieng zu dem prunn, si zaigt im ettlich masen, dar pey 
man in manigen enden erkannte. Er gieng an ain haimlich 
und ward inniklich wainen. Alls si zemacht ober tisch sas- 
sen, sprach der chünig: »Lieben herren, es ist ain tor hie 
inn, alls ir wisst; ich denck, das er an zweifei aus edler art 
geporen sey; ich pitt euch, ir wellt got mit andacht für in 
pitten, das got und der heilig gral im von seiner sucht 
helffen well.c Si jähen all, das sie es mit andacht geren 
tätten. Alls alle ding peschehen waren, ließ der künig ain 
pett im in den awentewrlichen palast machen, ließ in die 
nacht dar inn ligen. Ritter und frawen paten got für in. 
Sunst plaib er die nacht in dem sal. Alls der morgen kam, 
hett got ain schön zaichen mit im getan, wann er vil gar 
zu seinen synnen kam, das im zu der wellt nicht geprach. 
Alls die sunn her prehnet, gieng der künig Beles ein und 
grüst in. Er danckt im mit zu mal [Bl. 125^] schönen 
züchten. Der künig fragt, wie er möchte. Lantzilet sprach : 
»Got habe danckl zu mal wol, an das mich für alle ding 
ser wundert, wie ich her sey chumen.« Der künig viel im 
wainend umb den halls, sprach: »Her, ich sagt es euch, so 
hab ich sorg, das irs zümt.c Lantzilet sprach: »Herr, durch 
got sagt an! mich hatz ye wunder.« Der chünig sagt im 
aller ding piß dar nicht hin dan geschaiden. Er verstund 
sich nu wol, was die ursach was seiner torhait, und schampte 
sich ane massen hartt. Er sprach zu dem künig : »Herr, hie 
peleib ich kainen weiß, wann ich sorg, das man mich pald 
erkennen sollt; ich wil ain end suechen, da nyemant wais, 
war hin ich kumen sey.c Do sprach Beles, der künig: 
»Herr, so ir euch ye verholen wellt halten, so hab ich manig 
frömde insel, die von aller menigklich ungesuecht ist, dar 
inn ir sunder zweifei verleibt, alls lanng euch guet dunckt.« 
Er rait mit im ; pey zwain meylen von Corbine sach er ain 



207 

purg in ainem werd, gar mit wasser umbgürtt. Dar inn 
vermaint er zu peleiben. Künig Beles rieht ims reichlich 
zue, im ain sundern palast und seiner tochter mit iren mägten 
auch ainen, Alls er ain klain zeit do wont und [Bl. 125'^] 
im die junckfrawn vil freüden machten, gedacht er , das er 
sunder ritterschafft nicht sein möchte. Er fragte ainen gar- 
zun, sprach: »Waist oder hörst icht von ainem turnay, wel- 
Hoher end das war?« Er sprach: sHerr, über acht tag wirt 
ainer leicht drey meil von hynnen.* Lantzilet sprach,' ob 
er im dar auf ain potschafft werben wollt. »Geren, lieber 
herr! die war mir durch euch nicht zu verr.« So lueg, wann 
der turnay sey! so all ritter versamelt sein, so rueff und 
sprich: »Der iibel thuend ritter von der Frewden Innael ent- 
peut euch allen , wer sein sper ritterlich verzeren mit im 
■well, das der für das schloß der frewden kum; der wirt von 
im pestannden.« Der garzun tet, alls in Lantzilet hieß. Er 
ließ im schwarcze wappen machen und in sein schillt 
(was schwarcz) ain künigin, siczent, und ainen ritter, vor ir 
knyend und genaden pittend. Durch dise potschafft suechten 
in zu mal vil ritter, die er gar alle pezwang. 



Awentewr , wie Hestor und Parzifal zu der Frewden 
^Verd kamen und mrie Parzifal und Lantzilet mit ein 
ander stritten und wie er sich in zu erkennen gab etc. 

Uns sagt die history, das, ails Hestor und Parzifal riten 
manigen en-[B!. I25^]den, alls vorsehend awentewrn nach, 
und Lantzilet sunst an auf hören suechten si zway Jar, si 
chamen der end umb Corbine. Man sagte in von der awen- 
tewr in dem werd. Si riten, das si die innsel wol sahen. 
Do wider rait in ain Junckfraw , die si griisten , fragten si, 
wa man in die innsel zu der awentewr möcht chumen. Si 
sprach: »Zer andern seitten vindt man schiff, die die ritter 
fiierend, die zu der awentewr wellen,« Si fragten aber fiir- 
pas: »Liebe junckfraw, wie nendt sich der ritterf« Si sprach: 
»Für war, das wais nyemand in disem lannd, denn er nent 
sich den übel tuenden ritter und tutt doch nyemand laid ; er 
ist der pesst ritter von der wellt, züchtig, erenreich und 



-jiicz: \ 'Ml inorETC" "irr— 
■ciu i:nuer ainem fr'iiiei 
.^ ..:l nie; ^jt siecht t.iizzZ 
.i\ '.riaubten sich, r.ztz 

- . ...liiuiis zu den schinen. Y^:- 
.11 ersten streitt ;^äb. L* 

..^r^ Wasser. Alls :a L^n- 

-i; .uisu thet auch FarzifL. 

.:^ rs lauften und Bl. 12Z\ 

M oich auf die schilh, izs 

^ -r: Sprüngen gering: au:. 

. .. • .Lilien mit grosß und un- 

. 1l j;c.stuckt hin und v.ide: 

; runn und heim wurden 

..s si paid vil phietz ver- 

. '.:lii. seyd er erst s:re:ne2 

..c^eii sich so lanng. ias s: 

V.-.. lut' /AI heben. S: cc:n;Ce!i 

: jiii ander, ir paicer /.i:- 

- .: \oii ircm pluet. L^^iil::: 
' . J.cn ritter, der mir re:h:r: 

. . : x'iiide den höchsten rrev? 

.■■' \unen gar zu mal ^erei 

■ . ■ iv:cii. Her Parziral siriri 

. •■ .ri . Ich haisse Parzif^I. .■^^.:- 

..i..i:ct den schult in i.L5 :t3^^ 

'.-.'a: -Lnd sprach: Lieber r.r.T 

j i i;jL) mich euch üh^rr^r-^-itr^i 

\> vLic im Parzifal, 5or3.cb >Hrr 

.v.-'.u . wie irs jo maint: ^ = 

..icli all guet ritter uni Tn—trL r 

l .antzilet sprach ^Her :i 

i'aizit'al pat in currh i.i^ i_li- 

■^;vL, vias or im sein re:>.-:zt z.ur.tz 

->j\J. '.V aiicli so tcwer pc^r>. . .■--::: •j.j-, 

.1. ca aaissc L. antzilet v-:n la:<. V:. 

'.: vi .il>, aiacliten die gr:>:f r —. \ : :;i: 

..-■au-a .'^■.'.chacli. Lanziiet rxc:^ v -*■ -:- 

^.1 ^ ^ - i- 



.V. . I . v\ 



269 

Jen ritter war, der noch jenset des wassers verwappendt 
hiellt. Parzifal sprach: »Herr, es ist Hestor, ewer prueder.« 
Des ward Lantzilet an massen fro. Zu hannt holt man in. 
Das ist kain frag, si hetten vil frewden, an ein ander zu 
sehen. Er fuert si in das schlos und in ward groß er ge- 
than. Si paten in, mit in zu hof reiten. Er sprach : »Laider 
ich entar, wann mir das lannd verpoten ist.« Hestor sprach: 
»Lieber her und prueder, ich glob euch, das der künig und 
künigin grossen rewen umb euch hand, und all ritter hannd 
euch ye seid in allen lannden gesuecht.« Er sprach : »So 
reit ich auf die wort mit euch.« Si verwappneten sich und 
riten zu Corbine, da si herlich entpfangen wurden. Man pot 
auch in groß er und der künig hieß Galaad für si chumen, 
der in zu mal wol gefiel. Alls er hört, das [Bl. 126*=] Lan- 
tzilet zu hof wolte, er gerte mit im zu ziechen. Der künig 
hieß Galaat in ain frawen closter fiiren, dar die äptessin 
sein Schwester was, das nach pey Gamahelot was, umb das 
in Lanzilet dick gesehen mocht. Do was ain säliger ain- 
sidel , der alle tag zu im gieng und in vil guetter werck 
lert, des alles er im auch gefolgig ward. Die ritter urlaubten 
sich und riten, pis si zu Gamahelot für den walld kumen. 
Nu hett es Hestor dem künig, Bohortt und Lionell enpoten ; 
man rait in entgegen, hoUts mit grosser kartusie. Der künig 
entpfiengs vast fröelich und die chünigin noch mer und 
riten maniger hand sprechend, pis si zu hof chamen. Auch 
het Bohort seinen sun, Helyan den weysen, auch da und 
wollt in ritter machen. Galaat wont in dem closter, piß er 
vollen fünfzehen jar allt ward. Do rait Artus an das ge- 
jaid; do pegegent im der ainsidel, der sprach: »Her der 
künig, ich sag euch, das ir zu diser Pfingst ainen hoflf sollt 
haben, wann da sollt ir den ritter machen, der die awentewr 
des heiligen grales zu end sol pringen und der den sorgk- 
lichen sess pesiczen sol; diß ist der will gottes.« Artus 
ward vast fro ; er schickt , alls weit seine lanndt waren, 
enpot in dise mär, die zu hof waren. Er wollt den grösten 
[Bl. 126^] hof haben, den er ye vor hett. Des rüssten sich 
zu dem hof man und frawen , kamen, das si nye vor auf 



270 

kainem hof so reichlich waren mer kumen. 

Hie endet sich das vierd puch von Lantinllet vom Lack 
und volget nach das fün£Ft puech und sagt vom graL 

[Bl. 127^] Hie vahet an das funfit puech von herren Lan- 
tzilet und sagt zu ennde die awente^mr des grales \ 

Alls manig hoher fiirst auf dem palas in frewden sa8^ 
do kam ain magdt an den hoff. Alls si auf das palas kam,! 
peruefft si herren Lantzilet, sprach, er sollt an vendediet 
mit ir reyten. Er sprach, das ers geren tätt. Er w^ipent 
sich an stund und saß auf sein ors und gerte Urlaubs. Des 
erschrack der künig und zu vor die künigin init aller mes* 
seney. Die junckfraw sprach, er sollte moi^ens wider kumen. 
Sunst rait er weg zu der abteye ; do vannd er vor im Lioneil 
und Bohort , die sein fro waren. Si waren die nacht zn 
guettem gemach. Morgens, alls man meß sai^, und bet 
Galaat die nacht gewachtt in der kirchen» kam ain allter 
herr, sprach zu Lantzilet, er sollt Galaat zu ritter m^^chf« 
Lantzilet macht in ritter, alls sich gepürt Alls er im den 
hallßschlag gab, gurt er im den ain sporen umb und Bo- 
hort den andern ; man pracht im den hamasch, Alls er ge- 
wappent ward pis an das schwertt und schillt» der kaines 
wollt er haben, im fiiegtz dann sunder awentewr. Er uriabt 
sich imd die an-[Bl. I27^]dera ritten zu ho£ Das was nu 
auf den heiligen Pfingstag und man wollt zu tisch siezen, 
do sprach her Kay: »Herr, mir verdenckt nye, das ir za 
tisch sasst zu so grossem hof, man veryesdi dann vch* voo 
aynicherlay awentewr.« Die gesellen sagten, das her Kay 
wol geredt hette. Inn dem chumpt ainer auf den sal, sprach: 
»Herr der chünig, kumpt mit mir, ain groß wunder zu 
schawen! Ain grosse märbelstainene sewlen ist auf jenem 
Wasser her gerunnen, die stat zu nächst dem pawn^artten ; 
in dem steckt ain schön schwertt.« Der kün^ gieng mit 
allen gesellen dar; er fand an dem schwertt geschribai: 



I vgL Birch-Hixschfeld, Die sage Tom gral ü. s. w. ^-^T'T 1^77« & 36 bis 5I1 
Inhaltsangabe der firanzösischen »Qaeste dn gralc. 



-*We!licher der guet ritter ist, der den höchsten preiß von 
der wellt hat und die awentewr von dem gral enden sol, 
der sol diß schwertt ziechen. Artus sprach zu herren Ga- 
ben: sich pitt euch, ir wellt versuechen, ob euch das 
schwertt volgen well.« Her Gaban sprach: »Ich versuechs 
kainen weis, wann ich wais, das ich der pesst ritter nicht 
entpin.« Si paten in all, das ers versuechte. Er sprach: 
»Wie es zu nicht hilfft', so versuech ich euchs zu willen.* 
Er gieng zu dem schwertt. Wie vast er zoch, es enhalf zu 
nicht. Si sprachen, von söllichen jungen jaren lebte kain 
pesser ritter, [B!. 13?'] alls her Parzifal und der auch, alls 
die history vor gesagt hat, die awentewr des grals zu end 
sol helffen pringen, umb das sol er das auch versuechen, 
ob die awentewr sein sey. Durch ir aller pet versuecht ers, 
aber es sollt zu nicht. Si giengen all wider auf das palas. 
Mit dem kunien die vier, Lantzilet, Galaat, Bohort und 
Lionel), verwappent auf den hof; do ward von irer kunfit 
grosse frewd. Alls si auf den sal kamen , versparten sich 
all thür und venster selber und was doch nicht dester 
mynder Hecht und schön dar inn. In dem kumpt ain gar 
schöner allter herr, in weys peklait, grüest den künig mit 
den andern allen, sprach: sFrew dich, künig, auch mit dir 
all, die zu der tavelrund siezen ! wann euch hewt zu kiinfiftig 
ist ewr frewden tag, umb dew ' ich pring euch den ritter, 
des ir all lanng pegert habt zu sehen, der den sorgklichen 
seß pesiczen sol, auch der die awentewr von dem gral zu 
ende pringen sol.« Mit dem hieß er alle die siezen, die zu 
den eren der tavelrund hortten. So vindt man an dem 
sorgklichen seß peschriben mit guldin puechstaben: »Hewt 
sol ich pesessen werden von dem pesten ritter der wellt,« 
Man dackt ain seidein tuech. Mit dem nam der hcrr den 
jungen ritter Galaat, fuert [Bl. 12/''] in zu dem sorgklichen 
seß, hieß in dar ein siezen, dar inn nye kain mensch saß, 
in plagte got mit seinem zoren. Er saß an stund frölich 
dar ein, Parzifal und Bohort neben im, umb das si horten 
zu der awentewr des heyügen grals , nach dem ein yeder, 



I F^ [Bl. 130'']; das. 



272 

alls es gepürtt; und der allt herr verfuer vor iren ai^en, 

Kay sprach: »Für war, man mag wol mit eren hewt siezen, 

wann guet awentewr ist hie genueg peschehen.c Nu ward 

mit schöner zucht vil gedient. Alls das mal volpracht ward, 

wesst nach dem nyemant, wie der ritter genant was. Alb 

si auf stunden und die tüecher der sess enteckt wurden, 

funden si an dem sorgklichen seß geschriben: »Nach der 

marter unnsers herren Jhesu Cristi vierhundert sechs und 

sechzig jar sol disen seß pesiczen Galaat , der da geporen 

wirt aus der lini Joseph von Armathia, der pesst ritter von 

der wellt, und er sol die awentewr des grales enden und 

des reichen vischers nott erwenden.c Diß kam in allen zu 

gehörde; des ward im groß er erpoten. Artus pat in, mit 

im zu gen zu der sewlen. Er gieng und mit im alle ritter- 

schafft von dem hof. Alls er das schwert stecken sach in 

der sewlen, sprach er : »Für war, ich hab kain schwert, difi 

fliegt mir wol.c Mit dem zoch er es pBl. 128*] sunder not 

aus der sewlen. Da stund geschriben : >Mit disem schwert 

wirt volenndt die awentewr des heiligen grales.« Man hueb 

nu an ain tumay. Do gert auch Galaat zu justieren, llan 

ven^-appent in, er rait zu veld ane schult und macüite wunder 

mit seiner thjost. Alls man nach dem tumay auf das palas 

kam, gieng zu in ein magt in vast reichen daidem, zu dem 

x-il miniklich von irem angesicht, die sprach: >Kün^ Artus, 

du magst dich firewen , das dir an deinem bof hewt die er 

perait ist, die allen deinen genossen x^ersait ist. Du hast an 

deinem hof den pluemen aller ritterschafit, das ist Galaat; 

und, Lantzilet, sich hat auf hewt an dir verkeit ain grosse 

sach : piß auf hewt den tag pist du gehaissen der pest ritter 

von der wellt, so hat dich von dem Verstössen f^ala^t^ der 

nu der pest ritter von der welk ist, und hör, Artus! ich sag 

dir, da? der heylig gral in deinem palast hevt adi sdien 

wi: lassen. Lieber Galaat, ich pitt dich, so du endest (fic 

*wente\kT des grales, das du got &r mich pattest, wann, ee 

A-ier tag sich enden, so pin ich tod,< Xach dean redt si 

fcih: voTt mer. ALs man gemacht xc t5sch saß und den 

tisch se§en sprachen, tiimpt ein g"lanst cän ät tiir: m dem 

seltnen chumpt 1^1. irS^] der hdlig gral, das a in aS k»s 



273 

■i^elchs gestallt sahen; da von ward gar ain süess riechen in 
^11 dem sal und all ir assis wurden erfüllt mit gar wol 
schmeckender speis und tranck nach allem pegirlichen Wol- 
lust. Mit dem verschwant der edel gral und si assen gar 
mit schöner zucht. Nach dem die tisch erhaben wurden, 
globt Galaat unnserm herren, die awentewr des heiligen gralls 
zu suechen sunder erwinden. Gabon stund auf, schwuer, 
dise awentewr auch zu suechen helffen ; nach dem schwuren 
si all gemain. Des erschrack der künig Artus ser , sprach 
zu her Gabon: »Lieber neff, ich tet ye, was euch zu guettem 
mocht chumen, des mir hewt übel von euch geiont wirt.« 
Her Gabon erschrack, sprach, mit wew er Im übel getan 
hette. Der künig jach: sMit dem, das ir die suechumb ge- 
schworen habt , haben si euch all nach geschworen ; mit 
dem habt ir mir meinem hof alle ritterschafFt entzogen, dar 
zu all mein frewd. Wo ward ye künig so hoch geert, alls 
I ich was, da ich euch pey mir het? Durch euch vorchten 
|( ^nich all künig, der mich nu drucken wirt, so ir all von mir 
'! reitt, und wais, das ir mir nymer mer all kumpt, alls ich 
gewon was.* Also klagt auch [Bl. 128=] die künigin. Mor- 
gens verwappenten sich drewhundert und sechzig ritter und 
nach der mess gertens Urlaubs. Do ward das geschray und 
klag groß. Si riten über den hof. Lantzilet pot Galaat, 
seinem sun, ain schillt ; er sprach, er gefuerte nymer kainen, 
er wurd im durch sunder awentewr, alls im das schwertt 
was worden. Also schieden si weg, riten den tag maniger 
hannd sprechendt; piß zer nacht chamen si zu ainer purg, 
genant Nagori. Der herr der purck pat si die nacht pey 
im pehausen ; er erpot in die nacht unmassen vil eren und 
reiche wirtschafft. Morgens nach der raess schieden si 
I dannen, kamen zu ainem krewtz; do urlaubt sich ainer von 
; dem andern, pefulgen got ir weg und suechumb, 

Avrentewr von Galaat , wie er sein suechung anrieht 

und wie es im pey dem closter mit dem schillt gieng 

und dem sarch etc. 

Ist nu die succhung und awentewr Galaatz, so vach wirs 

, mit im an. Alls er sich von seinen gesellen geschaiden het, 

FUeterer iS 



274 

rait er sunder awentewr pis an vierden tag. Zemacht cha« 
er zu ainem closter, da er wol entpfangen ward. Alls er d 
das palas cham, vand er her Yban und Bonardas ^, die a 
[se]hen [Bl. 128^] an ein ander fro waren. Galaat fragt si 
durch was awentewr si dar chumen wären. Her Yban sprad 
:>Herr, hie in disem closter hangt ain schult, der ist vö 
söllicher art, alls man unns gesagt hat, das er ainem ritte 
warttend ist, dem er vor geaigent ist ; wer in änderst fint 
der wirt da pey schadhafft; wer aber der ritter sey^ wb 
nyemandt.« Bonardas sprach: »Wie es mir kumpt, pej 
namen ich versuech mich morgen an dem schillt« Ma 
erpot in die nacht vil eeren. Morgens pat Bonardas, da 
man in den schillt fiieren ließ. Man wider riet es im ser 
Alls er nicht volgen wollt, ward in der schillt zu halls ge 
hangen, und im ward ain knecht gelihen, der pesehen sollt 
wie im gelung. Er rait in ainen wald ; an stat pegegent n 
ain ritter in weissem wappen, der im sein thjost pot S 
riten zämen mit grosser macht und Bonardas ward hindfl 
das ors gestochen, das er sich quetscht so hart, das erai 
der erd an wicz und krafft lag. Der weis ritter nieffl dem 
knecht, sprach, das er den ritter haim fürte, und hieß Galaal 
zu im chumen, >haiß in disen schillt zu halls hencken! wana 
er gehört im.« Der knecht pracht den ritter mit grossernoti 
zu dem closter, sprach zu Galaat, das im der weiß rittä 
[Bl. 129*] entpotten hette, das er zu im chumen sollt. M 
zuhant saczt. sich Galaat auf, nam den schillt zu halls, raÜ 
zu dem ritter, der in grüeste, sprach: »Wilikumen seistn 
got und mirlc Galaat dankt im, sprach: »Lieber her, wäi 
es ewer will, so wesst ich geren ewren namen, oder wannen 
ir wärt.« Er sprach: »Mein nam hat nicht sein zeit yeö 
zu sagen, aber ich sag euch, das ir zu säliger zeit und stuni 
zer wellt geporen seit, wann der schillt ewer kunft langgfr 
wartt hat.« Galaat sprach: »Lieber herr, sagt mir von dö 
art diß schilts, oder wie ist er zu disem closter kumen!« 
Der weiß ritter sprach: »Es was ain herr hie zu lannd, ge* 
nant Evaleth, der kriegt Pthulomedum aus Groß Pritonien, 

I F* [BL 132a]: Bonarduß = firz, Baudemagus. 



waren payde haiden. Inn der zeit cham Joseph von Ara- 
mathia und sein sun Joseplius in diß lannd durch Christen 
gelauben zu erweittern und zu leren. Evaleth hatte liiczel 
voick und Pthulomedus zu mal vi! lewt; er vorcht sich vor 
jener grossen menig. Do sprach Josephus zu dem chünig: 
>Wildu mir volgen , du gesigest an Pthulomedo.« Evaleth 
sprach, das ers geren tätt. Er sprach : »Du dienst ainem 
got, des hilff dir zu nicht mag hilfflich sein; wildu gelauben 
an Christum, des sterck hilff und herschafft nyemant [Bl. izg*"] 
überobem mag, in des namen sich alle knye naigen in den 
himeln, in den hellen und auf dem ertrich, ob du den glau- 
ben wild , so mügen all dein veindt nicht wider dich ge- 
schaffen.« Evaleth sprach: »Ob sein krafft alls groß ist, 
aUs du mir sagst, und mich erlediget von meinen veinten, 
nach dem wil ich erkennen sein macht.« Josephus machte 
von ainem roten zendäl ain krewcz auf disen schillt, sprach; 
»Nym war ! du wirdest drei "tag in dem gewallt deiner veindt 
sein, nach dem sprich: »Herr, in des namen ich gefuert 
hab das zaichen des krewtz, der erledige mich aus dem ge- 
wallt meiner veindt U »so wirstu die macht Jhesu erkennen.« 
Also hieng Evaleth den schillt zu halls. Er wart selb in 
dem streit gefangen und sein volck pehiellt doch das wal. 
Zum dritten tag was sein volck mit grosser klag. Evaleth 
ruefft an den namen Jhesu, alls er gelernt was. An stund 
gieng er ausser seiner veind geväncknüss sunder irs un- 
dancks, kam und erfrewt die seinen vast mit seiner gegen- 
würtigkait. Ainem ward ain hant in dem streit abgehawen; 
er gieng und perurtt den schillt, alls in Josephus hieß. Er 
ward an alls wee gesund. Von disem zaichen heß sich der 
künig und [Bl. 129''] alls volck in seinem lannd tauffen und 
er nante sich Mordolas. Nach dem predigte Josephus Chri- 
sten gelauben und ward in Pritonia gefangen. AUs das 
Mordolas gewar ward, er zoch mit seinem schwager Natagis, 
petwang das lannd und macht in ledig. Er pevalch seinem 
Schwager die lannd und pelaib pey Josepho. Alls der zum 
jüngsten sterben wollt, patt er in umb ain lecz. Josephus 
sprach : »Ich hab nicht, dann pring den schillt , da mit du 
an Ptholomides gesigt hasti« Man pracht in. Do schwaiste 



276 

im die nasen zu mal ser. Do mit machte Josephus mit dem 
pluet ain krewcz, aus ir das noch an dem schult secht, das 
ye der seyd unverplichen pclaib. Er redt fürpas. man sollt 
den schillt hencken , welcher end Natagis pegraben wurd, 
und wer den schillt fürt, der wurd schadhafFt an den, dem 
er von got geordnet war und der die awentewr des hei- 
ligen grais zu ende pringen sollt, Sunst ist er euch hie 
pehalten.c Und mit den werten verfuer der ritter. Der 
knecht pat in, das er mit im wider zu dem closter rit und 
in ritter machte durch ain awentewre, die da wäre. Er 
fragt, was die awentewr wäre. Er kunt es aber nicht ge- 
sagen, Galaat rait mit im zu dem closter. Er ward [Bl. 129**] 
wol entpfanngen und vil geert. Er macht den knecht zu 
ritter, der in alle ding sagt, die er von dem weissen ritter 
gehört hctte. Galaat fragt, was awentewr da wäre. Aio 
allter herr in weis sprach: »Ich sag euch von ir und ir pe- 
dewtumb. Secht ir, herr, jenen sarch, der ane mass schwär 
ist ? Aus dem chumpt dick aölich gcschray, das all die synn 
und ir krefft peraubt werden, die es hören. Darumb hebt 
den stain auf! wann in nye ritter erheben mocht, wann die 
awentewr was ir nicht.« Gala[a]t gieng zu dem sarch, Do 
ward ain über massen grosser schray gehört; er acht aber 
nicht darauf und er hueb sunder groß arbait den gar schwären 
stain. Do schluegen groß flammen aus dem grab; mit dem 
gieng ain gar aischliche scheiiczliche figur her für , sprach 
zu Galaat: sO du ritter gottes, du treibst mich von meiner 
wonumb , da ich lang zeit gereichsent hab ; ich kan mich 
an dir nicht gerechen , umb das got dein peschucz ist. 
Allzuhant verfuer das geschewcz. Galaat sprach zu den 
prüedern, ob er mer dar zue sollt thuen. Si jahen, das si 
es nicht enwesten. »Es ligt hie inn ain totter ritter ver- 
wappent.« Der allt herr sprach: »Herr, man sol in aus der 
kirchen werffen, wann sein verdampter [Bl. 130"] leib unns 
zu ainer pein hie ligt.t Sunst ward er aus der kirchen 
und in jenes veld vergraben. Der allt herr sprach, er hetz 
genueg getan, wann er ain grosser tyrann im leben gewesen 
war und wellichen end sich der Christen gelaub auf richte, 
thet er all sei» macht dar zue, damit er in wider verdnitdrte 



277 

mit gewallt. 

Galaat pat in, das er im die pedewtumb sagt. Er 
sprach, das ers gerne thät, er sollte es auch wissen. »Herr, 
der stain, der gros und schwär ist, pedewt die macht der 
tewflischen veint, die vor der zuekunfft Christi die wellt pe- 
lesten mit der schwären purd der Sünden. So sich icht 
erküchkte ain funck der ewigen weishait, so säte der arg 
tewfel seinen samen dar zwischen mit arger geiczigkait und 
ander akust, da mit er vertempste das liecht gütlicher mynn, 
alls an den propheten, an sannd Johanns, dem heiligen gotz 
tauffer, und andern etc. piß auf die zeit , das got sein ain 
geporen sun schickt aus seinem väterlichen herczen in die 
schoß der kewschen junckfrawen Marie, der mit seiner hail- 
wärtigen 1er die verflinsten , verstockten herczen ains tails 
erwaichte und die schwären purd der menschen sünde under 
dem joch des fronen krewczes auf seinem rucken trueg und 
entzündt mit seinez [Bl. 130^] heiligen sterben das liecht, 
das da erlewcht die vervinsterten herczen der säligen men- 
schen, das der arg helle wirtt vor lang vertünckelt hette. 
Was der leichnam des manns pedewt, sag ich euch gleicher, 
weis. Alls er tod was und sich nicht pehelffen kund, ^Uso 
waren all menschen der weishait tod; wann alls der künig 
der himel her ab kam, der si leret den weg der warhait, 
den Wessen si ain sünder , der den stummen ir rede gab, 
den tauben ir gehörde, den plinden ir gesicht und die totten 
lebend macht; fiir all die gut tat, die er in tet, schluegen 
si in mit negeln an ein krewtz und nach dem allen den 
vergab ir schuld, die schuldig waren an seinem unschuldigen 
tod. Diß halff si alls nicht, si wollten den maisten tail in 
irem sündigem leben erstocken und sterben. Die stym, die 
ir hortent, pedewt zwayerlay geschrai der sünder. Das erst : 
was got der herr das volck mit vil unrue leret, so was alls 
ir geschray und rueffen, das si sein unschuldigs pluet im 
vergiessen wolten, alls si schriren : »Er ist schuldig des tods, 
sein pluet kum über unns und unnser kinderl« und der 
gleichen geschray. Das ander geschray: so got wirt an 
seinem strengen gericht zu dem sünder [Bl. 130*^] sprechen: 
>Get, ir verfluechten, in das ewig fewr, das euch perait ist!« 



278 

etc.; so wirt ir jämerlich geschray: »Kumpt ir perg und 
verdeckt unns und wol den frawen, die nye kind geparenlt 

Allso ist diß awentewr pedewtumb. Alls aber die säligen 
alltvätter rufflend in der vorhell : »Her, zerreis die sper der 
himel, kum herab und erlöß unnsl* und alls si irs hailes 
pegertcn, allso ist nianig awentewr ewr pegerend, auch 
ist ewer zuekunfft vor lang geprophezeyet, wann ir der peste 
ritter seyet von aller der wellt. Der gnaden sollt ir an auf 
hören got danck sagen und lat den argen tewfel euch den 
schon gepflanczten tugcnt gartten nicht mit seinem gifftigen 
samen vermailigen, alls hochfart, unlautrikait ! etc.; wann ir 
die groß und schön awentewr zu endt sollt pringen.i 

Awentewr, wie es Melians ergicng im anefang seiner 
ritterschafft. 

Die nacht ward Galaat vil eren erpoten. Morgens fragt 
er den er ritter het gemacht, seines namen. Er sprach, er 
hieß Melians. Galaat hieß im seine wappen pringen. Me- 
lians pat in, das er in mit im Hesse reiten in die suechumb. 
Galaat erlaubtz im. Sunst wurden si paid gewappent , ur- 
labten sich und schieden dann, riten sunder awentewr pis 
[Bl. 130'*] an den sechsten tag, kamen vor ainem wald zu 
ainem krewtz, an dem stund geschriben: sWer den weg zu 
der gerechten selten reyt , der vert wol , aber wer chumpt 
auf den weg zer lincken seyten , dem peschicht übel ; dar- 
umb verpewt ich den rittern, disen weg zu reiten.* Melians 
sprach, das im Galaat zer linken Seiten erlaubte , umb das 
er sein ritterschafft dester pas pewären möchte und wie 
guet ritter er sein möcht. Wie ims Galaat wert und wider 
riet, er gert es mer, piß ims Galaat eriaubte. Sunst rait 
yeder sein straß. Melians rait zer lincken hant; alls er guette 
zeit rait, sach er vor im gar ain reich pavilun, vor dem ain 
tafel gericht mit maniger hannt kostlicher speiß. Ob dem 
tisch hieng gar ain unschaczparliche chron. Melians rait 
dar wert, het söllich verlangen nach der krön, er möcht aus 
seinen synnen kumen sein. Mit dem rait er zu der krön,, 
nam si und henckt si an den arm, furtz enweg. Nach klainet 
zeit kam ain ritter, sprach; »Her ritter, ir habt dise krön 



279 

liie verstolen, ich secz euch für war des raubs zu pueß, das 
ir wo! gedcncken wert, das ir übel gefaren habt; darumb 
- hüet euch vor mir!* Hie mit Hessen si zu samen gan mit 
den speren. Der ritter traf MeUans, das das eysen und 
schafft [Bl. 131^] ain michel tail im in den leib pelaib, so 
das er an krafft an der erden lag. Der ritter ruffte das 
schwertt, wollt in tod haben geschlagen. Nun füegt sich, 
^as Galaat an gefär sein weg in gleich zu dem streitt trueg, 
' sach, das der ritter in wollt tod geschlagen han, des in ain 
ander zu mal ser schüntte. Galaat rufft si an. Si Sprüngen 
auf ire ors. Veder sanckt sein sper, die zwen aui den ainen 
■verstachen ir paide sper, aber er stach den ainen, das er 
vnderm ors lag, und pegraiff sein schwertt, schlueg den an- 
<iem mit so grossen schlegen, das er schnell die flucht gab. 
Calaat jagt im nicht ser nach, er rait zu seinem gesellen, 
sach, das er hart verwundt was. Er hueb in mit not auf 
sein pfärd , er fürt in mit im zu ainer apteye , do si wol 
«ntpfangen wurden. Galaat vorschte , ob icht ain arczt da 
"Tvär, der zu seinen wunden künde. Ein allter herr kam, 
<iers zu mal wol künde. Melians sprach, er wolte sich 
yeichten und mit dem fronen leichnam Christi pewaren ; 
nach dem was got mit im würcken wollt, war seinen genaden 
jjefolhen. Der herr hört in peiclit , und nach dem er mit 
aJl pewart ward, zoch im der herr das eysen aus der wun- 
«ien; er entpfannt an [Bl. 131''] stund, das sich sein ding 
au dem pessten kert. Galaat pelaib pis zum dritten tag, 
tincz er sach, wie sich des maniis sewch stellen wollte. In 
den tagen redten si maniger bände mär; in dem sagt Me- 
lians den herren von Galaat , wie er pis dar aller ding ge- 
bandelt hette , auch wie er den sorgklichen seß pesessen 
l^ptte, auch von dem schult und der andern awentewr etc., 
^Bj^ dem der allt herr wol erkante , das der ritter kumen 
^Hb^, des man lang pegert hette. Er viel auf seine knye, 
fflat all herren , die pey im waren , das si got groß genad 
sagten, das die suechumb angefangen wäre umb den hei- 
ligen gral, und er sagt: »Nu sag ich euch wol die pedew- 
tumb, dar durch und warumb der ritter verwundt ist. Der 
in der suechumb des grales wil sein, der mueß mit grosser 



28o 

rainikait umb geben sein, und ich merck, das diser ritter 
den heiligen orden der ritterschaffl in Sünden entpfangea 
hat und sunder peicht und rew seiner Sünden in dise hd- 
ligen suechum kumen ist. Er ist chumen zu dem zaichen 
des fronen leydens Christi ; das hat im gezaigft den weg zu 
der gerechten hant, zu gottes zesem, und verpot im den weg, 
der Sünder, der zu der lincken hant get. Er wollt dem 
[Bl. 131^] gutten ritter n^cht volgen , sunder seinen freyen 
willen; er rait zer lincken hant, sach vor im petrogenhait 
der wellt ; mit der frässerey mer vacht in an die geiczigkait, 
das er raublich nam die guidein krön, das Unrechts und im- 
erlaubtz guet im zu nemen was. Alls er weg fort, kam an 
in der maister der geiczikait, stach in von seinem ors, so 
das das eysen in im steckent pelaib, das ist, das er in von 
dem tron kristenlichs glaubens vellte und in getroffen hat 
mit dem sper der stinckenden geiczikait, die im oder yedem 
Sünder in den leib sticht der arge tewfel ; so er dann so 
hart verwundt ist, sich, so mag er sich sunder hilff und an 
die genad gottes nicht auf gerichten, und dise vergifft wun- 
den mues er vertreiben mit der erczney der peicht und rew 
umb sein sünd , ob er genesen wil ; dann kumpt der war 
arczt, wirffl von im den veindt, der in verwundt hat, das ist 
geiczigkait, unlautrikait und der geleich , und macht in ge- 
sunt an s«l und leib. Der arczt ist der war fronleichnain 
Christi, dar höret zu der heiligen suechung, heiligklich und 
rainiklich zu leben.« 

Galaat urlaubt sich und schied von dannen, rait sunder 
awentewr piß den vierden tag; er sach ain purg, vor der 
pekamen in siben [Bl. 131*^] ritter verwappent, die waren all 
prüeder. Si Hessen mit genaigten glävien zu im lauffen, 
allso tett auch er. Er randt den von dem ors , und si all 
hetten ire sper auf im zerprochen. Er cham mit seinem 
Schwert under si schlahend, das er si all vast verwunte. Si 
werten sich , alls lanng si mochten^ Nach dem si sich all : 
müed flilten und irs gestreitten kraffl nur sich merte, karten 
si an die flucht. Er jagt nicht nach, an das er für sich zer : 
purck rait. Im pekam ain allter her under der porten, gab 
im die Schlüssel auf und entpfieng in zu mal schon, sprach: 



»Her, ir habt ain schöne awentewr pestannden und wol 
volendt,« Er sach all gassen der stat vol junckfrawen, die 
in mit grossem frolocken grüesten. Er fragte den herren, 
was man mit mainte. Der her fürt in aufs palas ; do kam 
all die diet von der stat, der her sprach: »Herr, diß mägdt 
all hat ewer manhait erlost ; her, ich sag euch, wie. Es was 
ain hcrr des lannds hie pehaust, genant herczog Livor, der 
zu mal klarer töchter zwo het ; die ain was noch ain kind. 
Die siben, die ir überwunden habt, chamen verrättlich in 
dise purck; der herr tet in zu [Bl. 132"] mal wol, wann er 
vast piderb was. Nach klainer weil übervieilen si den 
herren, schluegen in tod und vil seins gesinds. Das mord 
peschach durch des herczogen tochter, der elltern, die er ir 
aincm versagt het. Si starb vor laid umb dise slacht. Si 
hergten das lannd für an , wann si funden von guet gar 
grossen schacz. Do sprach ain junckfraw, des herczogen 
nifftel: »Alls diß schloß und lannd verloren ist durch junck- 
frawen, sunst wirt es durch ainen ritter euch allen siben ab 
erzwungen,« Do schwuren si , das all junckfrawen vom 
lannde hie müesten gefangen sein, piß si ain ritter über- 
wundt. Nu hat got euch her geschickt durch unnser ,er- 
losung, des wir all got und euch zu dancken haben. a Dise 
magt trueg ein hören von helffen pain auf den sal, sprach: 
»Herr, plast diß hören! das werden all um sässen hören, die 
zu mal fro werden.« Er plies es , alls maist er mp.cbt^^ 
Des kamen pald ain grosse menig, die dise frölichen a^ven- 
tcwr ervorschten ; die gcrten, ire lehen von im zu haben. 
Er hieß die junckfrawen pringen des herczogen tochter, von 
der si ire lehen entpfachen musten. Mit dem kumpt ainer, 
sagt, das die siben prüeder all tod geschlagen wären. Ga- 
laat [Bl. ißa*"] fragt, wer es getan hette. Jener sprach: 
»Herr, es hat mein her Gaban getan, Gaharies und Vban; 
si rantens an, wollten iren schaden an inen erholen, den ir 
in tetent; do kamen die drey auch mit streitt an si, schlue- 
gens tod.ä An stund must man Galaat seine wappen wider 
pringen und wollt über ain nicht peleiben und rait mit ir 
aller urlaub dannen und si hetten von seinem dannen 



282 

schaiden vil unfrewden. Hie lat es ein weil di history, sagt 
von her Gabon. 

Awentewr von her Gaban, wie im an der suechung gelang. 

Alls nu her Gaban von seinen gesellen geschaiden was, 
rait er sunder awentewr, piß er kam zu dem closter, do 
Galaat den weissen schillt genumen hett ; man herbergte in 
mit willen. Er fragte nach Galaat. Der allt herr sprach, 
was er sein wollt. Gaban jach: »Her, ich reit in suechend 
umb ainer awentewr willen, durch die unnser mer dann 
drey hundert suechen; ob ich in fund, ich wollt, alls lang 
die suechumb werte, nicht von im kumen.« Der allt herr 
sprach: »Das war vast ungeleiche, wann er ist ain ritter 
volkumen eren und tugendt, so seit ir unvolkumen und er- 
ftillt mit aller untugendt.« Her Gaban pat, das er im fiirpas 
[Bl. 132*^] sagt von seinem stat. Er sprach, er wurds her 
nach inn. In den worten cham Gaharies, sein prueder, und 
waren zu sehen vast fro an ein ander. Morgens, alls si 
mess heten vernumen , riten si frue weg und von verren 
sahen si reiten her Yban ; si rueften im und er kant si pald; 
sie ^ waren fro und fragten, was yeder erfaren hett. In iren 
Worten pekamen in die siben prüeder, da von vor gesagt 
ist, wolten streitz nicht erwinden. Sunst wurden von in die 
siben erschlagen. Si riten mit einander pis vesper, schieden 
sich. Nach dem her Gaban rait zer zesmen hant , kam zu 
ainem heremit, der sein vesper erst gesungen hett, der in 
wol entpfieng. Alls er entwappent ward , fragt der sälig 
vatter, war nach sein rais war. Er sagte im: »Nach Galaat 
und dem gral.« Der vater sprach: »War zue sol aber die 
verloren arbait? Ir seit ein man von grossen Sünden und 
iii den Sünden dise grosse heiligkait ze suechen, ist verloren 
arbait.« Gaban sprach: »Ich pitt gnad von got und euch, 
wann es mir necht auch verwissen ward, das mich ain heilig 
man grosser untrewen schulget, aber durch was das war, 
wollt er nicht sagen.« Der sälig vatter sprach: »Er sagt 
euch vil recht. Wie möcht ain man ungetrew[er] [Bl. 132"*] 
sein, das, so im ain mächtiger künig, sein herr, seinen schacz 
und kind entpfulch und er es dann verrättlich in den tod 



28j 

gab, oder des küniges grösten vemten zu peynigen?» iFiir 
war,« sprach Gabon, »das war zu mal das gröst laster, das 
yemandt gethuen künde.« »Für war,« sprach der ainsidel, 
»dise gross verrätnüß thuet ir all den tag und sag euch, wie. 
Wo ward ye mächtiger und gewaltiger chiinig, wann der 
ewig got von hiraelreich, der euch entpfolchen hat sein aller 
liebste gesponß und tochtcrf das ist die klar sei, die er euch 
und ainem yeden Cristen pefilcht auf sein trew, im die zu 
pewaren, so das er im die wider sol antwurtten unpefleckt 
und unvermailigt. Darumb hat euch der sälig vater pillich 
gehaissen ain ungetrewen verratter, wann ir pehallt si im 
nicht rain, ir entert si im mit üppiger hoffart und unlauter- 
katt und aller akust; wann seyd euch der heilig orden der 
ritte rschafft geben ward, den ir in Sünden entpfiengt, habt 
ir in mer gepraucht umb gewd der wellt, das euch vil preys 
von den frawen darumb gesagt werd, dann das ir gestritten 
habt umb notturfft der heiligen cristenlichen kirchen und zu 
scherm den armen wittwen und waissen. Wie [BI. 133'] 
dem allein kert von ewrm süntlichen leben I got wil euch 
guet williklich entpfachen. Den ritter, den ir suecht, und 
dem die awentewr des heiligen grals pehalten ist, nymbt 
ain figur nach der zue kunfft Christi , alls er die siben 
ritter über wandt , da pey die siben stinckenden tod sünd 
pezaichent sind, die all seien der menschen ein die gcfenck- 
nüss geschickt oder gefuert heten. Also Cristus getürscÜch 
die hell überwanndt und die sei dar aus nam und si fürte 
in seines vatters reich, gleicher weis thet auch der ritter, 
do er die siben ritter über wandt und erloste die gefangen 
schar der junckfrawen und hat si geschickt frölich in ir vater 
lanndt. Lieber her, ert ewrn hohen namen und edel ge- 
slächt und kert euch zu got!« Und Gaban sprach, er wollt 
sich vast pessern und rait morgens, alls er messe hört, wider 
an sein suechumb, 

Awcntewer, wie Lantzilet und Parzifal zu dem here- 
miten kamen, da her Gahan yecz gewesen was, und iwie 
Lantzilet gefur an der suechung. 

Zu der andern nacht kam Lantzilet und Parzifal, die 



284 

sich von geschieht an ein ander funden hetten, und wurden 
wol entpfangen. Es was aber an dem tag so frue, das si 
fürpas wolten. [Bl. 133^] Si schiden sich. Lantzilet geriet 
auf einen weg, dem rait er nach, pis es vast vinster ward. 
Er Cham zu einer kappell, die was aller lewt sunder. Er 
sach durch ain starck eysnein gitter vil prynnender stand 
kerczen; auf ainem alltar mitten stund verdeckt ain groß 
heiltum , er enwest was. Alls er nicht mer da von weste, 
rait er fiirpas, sach gar ain schön stainein krewtz ; da pannd 
er sein ors zu einer Stauden , saczt seinen heim und ander 
sein Wappen neben sich und entschlief!*. Nach clainer zeit 
sach er , alls ob im traumbte. Sefchs schöne Hecht kamen 
zu dem krewtz, nach dem kam der heilig gral entpor und 
nyemand dar mit kamen. Lantzilet lag, mocht hend noch 
glid rüren noch sein zungen. So kumpt ain ritter her auf 
ainer rospar, der gar und über mass grosser kranckhait wiellt; 
der ruffte mit lautter stym: »O du wirdigs heiltumb und 
heiliger gral, durch den, der dich gesegent und geheiligt 
hat, erparm dich über mein groß leyden und penym mir 
mein lang werenden schmerczen!« Mit dem hueb in ain 
twerg ab der roßpar; er kroch, wie er mocht, pis er cham 
zu dem chrewtz und naigt sich diemüettigklich mit andacht 
under den gral, ser rueffennd [Bl. 133^] umb gnad. Urbäring 
sprang er auf und sprach : »Got, dein genad ist wunderpär, 
und verzeichest die kainem sünder, der deiner gnad und 
hilff gert von herczen und der rew hat umb sein sünd; du 
hast an diser stat miltigklich mit mir gethan dein parm- 
herczigkait ; darumb sey dir ewig lob und er geisagt ! < Das 
zwerg gieng zu im, fragt in, wie er sich noch fiilte. Der 
ritter sprach: »Got habe danck! ich fiile noch entpfind kainer 
kranckhait lüczel noch vil.« Si knyeten paid und die ker- 
czen giengen weg mit dem heiligen gral. Do sprach der 
ritter: »Ich glob got an diser stat, das ich nach der suech- 
ung des heiligen grals nicht erwinden wil, pis die awentewr 
volpracht ist; hett ich nu meine wappen ! « Das twerg jach: 
»Her, hie ligt ain unwerder ritter, der sich ab disem wunder, 
das hie peschehen ist, nye geruerte, der die pesten wappen 
hat, die ye man getrueg; die leget an! wann si euch pas 



28s 

pestatt sind, wann mit im.« Der ritter legt die prünn an, 
saß auf Lantzilets ors, nam schwert, schult und heim etc. 
und rait weg. Noch lag alls Lantzilet, alls ob er schlieff; 
sunss was er vertwalemdt. Alls es nach mitnacht kam, 
der man ward schein, Lantzilet [Bl. 133^] rieht sich auf und 
sach umb sich, vannd weder ors, diss noch das ^. Erst ge- 
dacht er, was er gesehen het; er gieng wainend weg, umb 
das er die gegenwürtigkait des heiligen gralls nicht geert 
het. Er kam frue zu ainem ainsidel , der yecz mess wollt 
singen. Er horte meß ser wainde. Alls die end hette, fragt 
in der heilig vatter von seiner schwär. Er sagt im alle ding 
und peichte sich alles , des er weste , und sein gröste nott 
hiet er verschwigen, hiet in der vater nicht so vil ermant; 
da mit verjach er aller ding, die mit der künigin gehandelt 
was. Der ainsidel sprach : »Her, ir seit mit sündigem leben 
und vermaint, die grossen heilikait von dem gral zu ende 
pringen ; das ist geleich, alls ob ir ain starck fewer erleschen 
wollt mit dürrem stro. Ir hauffet alle tag auf euch mit 
Sünden ain schwäre purd, das mercket, do ir sähet den 
heiligen gral und ir euch nicht auf gerichten kuntt. Alls 
Porphirius sagt in dem puech von den gleichnüssen : »Ein 
säliger vater sach ain man laden und zu samen klauben ain 
grosse purd; alls ers auf hueb, legt ers wider nider und 
legte mer dar zu, das si im vil zu schwär ward ; er hauffte 
si ye mer und mer, pis si in gar dar nyder druckt, [Bl 134*] 
das er nicht sunder hilff auf mocht stan.« Also thuet auch ir. 
Ir seit so peschwärt mit der purd der Sünden und haufft die 
auf euch täglich, das ir sunder hilff der gnad gottes nicht 
auf mügt stan. Wie ir sähet die heilikait des grales pey 
euch, do druckte euch der schwär last der sünden, das ir 
euch nicht auf gerichten kunte[t] ; darumb habt rew ewer Sün- 
den und entpfahet pueßl so ist got allzeit perait mit auf 
getanen armen und wil euch in sein gnad entphahen und 
wil ain ungeleichen kauf mit euch märten ^, er wil von euch 
nemen ewer schwär sünd und euch für die geben das freu- 
denreich ewig leben mit im in dem fronen himelreich.« 

* 

I F^ [Bl. 136b]: noch harnasch. 2 F^ [Bl. 136b]: machen. 



286 

Lanzilet wainte ser über sein sünd und in raw, das er 
die künigin ye gesehen hette, verhieß dem vater, er wollt 
sich fiirpas vor sünden hüetten mit all seinem pesten ver- 
mügen. Der heilig vatter sprach im ablas, pat got gnaden 
für in und sagt im all den tag vil guetter 1er. Hie schweigt 
die hystori von im, sagt von Parzifal. 

Awentewr, wie Parzifal kam zu seiner niffteln zer So- 
litan, di im vil sagt von dem heiligen gral und dem 

sorgklichen seß. 

Alls Parzifal geschaiden was von Lantzilet, rait [Bl. 134^] 
er von ainem krewtz, das er den weg verloß, und kam, da 
ir ain fraw ain sunder wesen erpawen het in dem wald, 
durch die lieb gottes ir leben da yerzeren wie ain klosnärin. 
Parzifal klopfte an, er ward ein gelassen und wol entpfan- 
gen; im ward die nacht guet gemach gethan. Morgens 
hört er meß. Die fraw gieng zu im, sprach: »Lieber neff, 
warnach ist her dein rais?« Er sagte ir, das er in der 
suechumb des heiligen grales wäre. Si sagte im, wie nacht 
vor im ain ritter für ritt auch in der selben suechumb und 
war der ritter, der den sorgklichen seß pesessen het, dem 
verhaissen und pehallten war, die awentewr zu enden umb 
den gral. Er sprach, ob si icht pezaichumb weste von dem 
sess und dem gral, er wesst es vast geren. 

Die fraw sprach: »Ich sag dir die pedewtnüss. Alls 
got von himel cham umb erlösung willen alls menschlichs 
geschlächts, alls er vor seinem sterben sich leczen wollt mit 
seinen lieben jungem, gab er an dem heiligen antlaß tag 
zu nacht das abent essen. Alls das endt het, stiffl er das 
fron sacrament, prach das prot, sprach: >Nembtl das ist 
mein warer leichnam.« Damach nam erdenkeich und sprach: 
>Das ist mein pluet, das vergossen wirt umb euch und 
[BI. 134*^] vil sünd der wellt, c Alls er nu saß mitten under 
seinen jungern, der stat was kain mensch wirdig zu pesiczen. 
Nach dem und Christus den pittem tod an dem fronen 
chrewtz erlitten het und alls in Joseph von Aramathia ge- 
legt het in sein grab und er nu von dem tod auf erstanden 
was und got dem gutten Joseph aus dem kärcher geholffen 



hett, was er durch vorcht der Juden mit andern haimlichen 
jungem verporg'en. Got sprach zu in): »Joseph, in den eren, 
alls ich mit meinen jungem das abent essen gehabt han, 
mach ainen tisch, an den mach ainen seß, alls ich gesessen 
pin! Den sol kain mensch pesic^^en an ddnen sunjosephus; 
wer aber anders darein saß, dem wurd übel peschehen.« 
Ails Joseph das alls getet, gab im got der her flir sein be- 
grebde den kelch, dar inn er gesegent het sein heiliges und 
frones pluet. Nach dem Joseph von dem lannd vertriben 
ward, kam er mit grosser gesellschafft in Groß Pritanie ; er 
het dick groß mangel an speis und tranck. Do kam der 
enge] gottes , sprach , das in got durch seinen glauben pe- 
lonen wollt; wann si zu tisch wollen siezen, sollen si all- 
zeit iren tisch segen sprechen, so gewunnen si von dem 
heiligen kelch, das dann der gral hieß, ir leiplichen speiß 
an all abgeng. Sunst nert si [Bl. 134''] got mit disem wun- 
der, welicher endt si wem, auf wasser oder lannd. Diß was 
der ander tisch, der got gemacht w_as; das werte nach Jo- 
sephs tod ettlich zeit, pis das voick sich peflecken ward mit 
Sünden. Do nani got die groß heiligkait des grab ettwo 
manig jar v'on in, piß er durch gotz vürhencknüß wider zer 
wellt ist kunien, aber nyemand gancze .macht durch ain 
wunder, das peschehen ist an ainem künig, den man nenndt 
den reichen vischer. Dise tafe! ist nu auch vergangen. Nu 
alls Mörlin zer wellt cham, hueb er an den dritten. Durch 
die verhencknüss gottes macht und stifft er si und sagt dem 
chiinig zu Pritone, genant Uterpandragon, wie und welcher 
mass si sich halten sollten und mit grosser rainikait, und er 
peseczt die tavelrund mit den tewristen der wellt und ver- 
pot yedem den ain sess , den man nendt den sorgklichen 
seß. Er sagt in aber, das ain ritter kumen wurde, der in 
pesiczen sollt und die awentewr des heiligen graies zu end 
sollt pringen; wer aber den seß sider durch hochmuet pe- 
siczen wollt, über die viel zu stund die plag gotz. Lieber 
neff, frew dich und sag got danck sunder hoffart I Der edel 
ritter rait nacht für, dem die [Bl. 135°] awentewr pehalten 
ist und der den seß pesessen hat. Du und Bohort seit 
auch zu der säligen vindumb erwellt von got ; darurab pe- 



288 

hallt deinen leib in keuscher raynikaiti änderst du verlurst 
die grossen wird wie Lantzilet.« Er verhieß ir , er wollt 
got seins leib keüschait mit disen Sünden unpefleckt lassen; 
des sollt im got helffen. 

Parzifal pelaib den tag pey seiner nifftel. Morgens, alls 
er mesß horte, urlaubt er sich, rait pis umb ymmis zeit, rait 
sunder awentewr und er horte ain hören plasen, das ain 
prueder haws zu vinden, und kam zu ainem kloster, do er 
wol entpfangen ward. Er ward entwappent, und er pelaib 
durch die pet die nacht dar. Morgens wappent er sich, 
gieng in Jens münster, mess zu hören , und sach durch ain 
gitter, das sich ain her über den altar peraite. Er gieng 
dar wert, knyet nider, die mess zu hören. Er sach ain reich 
pett, dar an lag ain her verdeckt. Alls der priester das 
fron sacrament consecriert, hueb man den herren in dem 
pett auf. Parzifal sach in pis zer gürtel ; sein har was gra, 
sein angesicht und schultern mit all zerhawen und verwundt, 
ain guidein krön hat er auf seinem haupt. Alls die mesß 
ende het, tet man dem herren die krön von seinem haupt 
und der priester [Bl. 135^] gab im das heilig sacrament, 
legt in wider nider , dackt in zue wie vor. Parzifal sach 
ainen allten herren, den fragt er von disen sachen; der 
sprach, er wollt im geren da von sagen alle ding. Der 
priester fürt in sunder und sprach: »Alls got nach seiner 
fronen urstend sein junger schickt durch die wellt, zu ver- 
künden und predigen den heiligen cristenlichen gelauben, 
do cham Joseph von Aramathia mit seinem sun her und 
het vor pekert den künig Evaleth, den er im tauff nante 
Morderas, dem Thulomedus wollt sein lannd genumen han 
etc. Da was zu der zeit ain künig hie, genant Krudel, der 
zu mal ain grosser echter was der Christen. Joseph kam 
her; er wards gewar, vieng in mit seiner gesellschafft, legt 
si in ainen kärcher, verpot , das in nyemant essen noch 
trincken gab. Nu hetten si pey in den heiligen gral, da 
von geprach in nicht an ir narumb. Morderas , der künig, 
ervorscht sein gefencknüss ; der macht sich mit grosser macht 
auf und überzoch den chünig Krudel und schlueg im vil 
volcks tod, dar zue den chünig selb und erledigt mit ge- 



wallt Joseph und die seinen; und do sich Morderas entwap- 
pent, was er gar zu mal ser zerhawen und durch die frewd, 
das er Joseph sehen sollt, entpfannd er kainer wunden, noch 
schmerczens. Er umb vieng in und kust im äugen und 
mund. Joseph trueg im für den heiligen gral, umb das er 
seiner wunden genesen sollt. Der künig gieng mit andacht 
dar gegen und wollt in mit den henden greiffen und küssen. 
Da hört er ain stim, die im verpot, das er nicht naher kam 
dem gral; durch sein gähe pegird wollt er ye fiirpas, an 
stund erplindt [er]. Er patgot genaden. Do sprach die stim: 
»Du wirst verwundt und plind peleiben, doch wirstu leben 
piß der zeit, das ain ritter von dem geslacht Joseph wirt 
auf ersten und ain awentewr des heiligen grales zu ende 
pringen ; denn werden dein wunden hail und dein gesteht 
erleücht.4 Das ist dise awentewr.* 

Die frÖmbd awentewr, wie es herren Parzifal auf dem 
stain vells ergieng. 
Nu, alls der herr dise ding sagte, pat Parzifal Urlaubs 
und schied dann, Er rait pis zer vesper und cham in ainen 
grund, sach wol zwainczig ritter, die fürten all klagend ain 
rospar, dar auf ainen totten ritter. Si grüsten in und fragten, 
wannen er war. Er jach: »Von Artus hof< Do schriren 
si all geleich über in, sanckten ir glävi und gewannen ire 

E;rt, schiuegen und staciien auf in, das er [Bl. 135''] 
lu wer geschicken kund. Mit dem stachen si im sein 
ad ; si hetten in tod geschlagen , wann von geschieht 
ain ritter in rot, der kante wol I'arzifaln; auch kannt 
in Parzifal, das er Galaat was. Der cham under si schlahend 
und macht ain söllich gerueff under in, das si all sein groß 
schleg fliechen muesten. Parzifal pelaib allein da , wann 
Galaat wollt sunder gesellschafft sein. Wie im Parzifal ruefit, 
er eyllt, was er des mocht, zu wald. Mit dem reit ain knecht 
her, fürt ain ors an der hant. Parzifal pat in ser, das ers 
im lieh, ob er den ritter ereylen möcht. Er versagtz im. 
Do wollt auch ers mit gewallt nicht nemen. Nach klainer 
zeit reit der knecht ser wainende her wider, ain ander ritter 
het im das ors genumen. Er sprach: »Herr, siczent auf 

Fiieleiei 19 



290 



mein ors und reit dem ritter nach! mügt ir im jenes 
genemen, so sey es ledig ewer I « Parzifal saß pald au{ 
rait den ritter in dem wald, er rueffte in an. Er kerte 
und sach, das Parzifal kain glävien hat. Er naigt aber 
seinen, stach im sein ors tod und kert da mit an die fli 
Parzifal erschrack ser umb sein ors und enweste, was thi 
Er verlaib. Die nacht ward vinster. So kumpt [BL 13 
ain fraw her geriten in schwarcz, fürt ain groß starck 
an der hant, sprach: >Her ritter, wie ligt ir hie si 
pfärd? wo habt irs verlassen ?€ Er sagt, das er [es] an eii 
streit verloren het. Si jach : > Wellt ir mir pey ritters 
geloben, mir zu geben, was ich zu andern zeitten von 
aisch, so gib ich euch diß pfärd, das euch tregt, wari 
gert.« Er sagt, das ers geren täte. Si gab im das 
Er saß dar auf. An stund trueg es in für den wald; 
dann es über mit nacht was, hett es in durch manig 
hurst getragen; aufs jungst pracht es in in ain wilds gepi^ 
Er sach vor im ain ser groß wasser ; dar zu loff es, es 
halff sein weren nicht. Es wollt yecz an das wasser 
er hueb auf seine hant, segnet sich mit dem zaichen 
heyligen chrewtz. An stund verschwand das gescl 
under im, so das er auf dem lanndt lag, und mit 
ungestüem viel es an das wasser, macht ain groß gt 
Parzifal verstund nu wol, das er petrogen was vcmi 
veint, und danckte got seiner gnaden, das er in in diser 
peschirmt hette. Er lag, pis zu morgen dy klar sunn 
in schain. Er sach sich umb und kund nicht weg 
hinaus ; er sach weyt umb sich, sach, das das gepiig [Bl. 13 
mit wasser umb gürtt was ; er het sich verw^en, seins 
zeit da zu peleiben. Er gieng auf ainen hochen 
sach ain tracken vor im, der ainen jungen lewen in 
maul trueg, und der allt leo loff im nach, cham an 
trachen, viel an in mit streit. Das sach Pand&l ; der 
sein Schwert, loff dem lewen zu hilfT und schlug den trac 
tod. Do machte im der leo schöne gepärde , erzaigt si( 
im so lieplich, alls ye kain hündlein zu seinem herren 
Alls er den tag dar was, zemacht legt er sich, nam 
schult under sein haupt und entschlieff. bn träumte, 



zwo frawen zu im ehernen, aine rait ain leben, die ander ain 
tracken; die mit dem lewen danckte im, das er sojfrüntlich 
und frümklich den lewen errett hette; die ander sprach: 
»Parzifal, sag mir ! was getet ich dir, das du meinen tracken 
erschluegt, oder was der !ew dein ? Er het dir doch nicht 
getan. Was gieng dich der leo an? Oder sind dir die tier 
erlaubt zu erslachen in der wild?« In daucht, alls ob er 
sprach; »Mich tewret das edel tier und erparmte mich; hett 
ich gewist , das er ewer war gewesen , ich hette es nicht 
gethan.« Alls er morgens erwacht und die sunn auf gangen 
was, segnet [Bl. 136'] er sich und sprach got mit andacht 
sein gepett. So sieht er auf dem mer ain sqhiff, das alls 
gar mit sehne weissem samat umb henckt was. Es stieß 
pey dem vellsen an lanndt. Parzifal was fro, klam über den 
"vellsen ab , sach gar ainen schönen herren , den er zu mal 
ser pat, das er in ab diser stat mit im über das mer prächt, 
sagt im aller ding, wie er dar chumen was. Der her sprach: 
»Parzifal, das enist nicht zeitt ; got wil es leicht an dir haben, 
das du hie verleibst.* Das antwurtt Parzifal: »Ist es got 
gevellig, das ich hie sey, so pin ich lieber hie, dann wider 
Seinen willen alle künigreich pesiczen.« Er sprach: »Her, 
seit ir mich kennt, wundert mich ser; ob ir wisst, peschaidt 
mir ainen traumb, den ich heint im schlaff saehl« Der her 
sprach: sich wais in wol, dir traumpt von zwain frawen; 
die mit dem lewen pedewt Christum , der unns pevolhen 
hat, zu pehalten den heyligen cristenlichen gelauben mit 
etarck müetigem gemüet, so das ain yeder Krist vestigklich 
kempffen sol wider des argen veindtz stätz an vechten. So 
dewt die mit dem tracken den veindt gotz, unnser und der 
kristenlichen kirchen, die er nymer geruen lat mit pösem 
geschündt; er lagt unns tag und nacht. Nu pis ain ritter 
gotz [BI. 136''] und lasß dich valsch pekorung nit verlaitten I 
wann ich mueß von dir.« Parzifal sprach: »Ich pefilch mich 
got.« Nach dem gieng der her wider in sein schiff und 
ließ ain süeß riechen hinder im, davon Parzifal weder hunger, 
noch durstes kort. Er sach im wainend nach, pelaib aber 
die nacht auf dem vellsen. Sein gesell, der leo, kam dick 
zu im. An dem andern tag sach er aber auf dem mer 



292 



kumen ain schiff vast schwarcz in ainem nebel und ma 
grosse ungestiiem in dem mer; es stieß an lanndt. P; 
zifal kam aber dar zue und sach ain junckfrawen in d 
schiff siezen, die gar zu mal schön was. Si sprach: >Paf| 
zifal, was wunders hat dich her pracht? Wisßl alls ich hott 
das du hie sunder allen trost warst , macht ich mich ao( 
dich zu trösten, ja ob du wild durch mich wider saga 
ainem, des haß ich stät trag.« Do wundert Parzifal, dassi 
in nante und fragte si, wer si war. Si sprach: >Ich was ii 
aines küniges hauß, der mich hoch erte ; mich hielte aud 
all sein gesind für die aller schönst. Zu ainer zeit tat id 
wider den grpssen künig; des vieng er mein ungnad uoi 
jagt mich von seinem reich , penam mir all mein wird ml 
vannd nymer gnad pey im. Mit allen den, die mirge» 
stunden, [Bl. 137*] tet er, als mir. Seid ist stät mein kri< 
gegen im und han des manigen hohen künig, fiirsten, ritte 
und knecht etc., die im widerstannd thuen durch meinci 
willen. Willdu in mein hilff schweren und im abstan, so 
fiier ich dich mit mir; hast doch den ersten aid in deii 
ritterschafft geschworen, allen frawen pey stannd zu thuen!« 
Er jach, er wollt es geren thuen. An stund ruefft si zwaii 
knechten, hieß ain gezellt für die sunnen auf schlahen. D» 
peschach. Si hieß essen und trincken dar tragen, seczt sid 
zu im. Si ward mit im kosen söliche wort liepliche ußl 
in pedaucht, er hette von all dieser wellt schöner frawei^ 
noch magt nye mer gesehen. So lanng verdacht er sich ii 
irer schöne, das si im all sein synn penam, und er patsi 
umb ir mynn. Si versagtz im durch das, das si in destef 
mer raiczte. Nach dem hieß si ain reich pett peraiteiii 
sprach: >Umb das ir mir getrewen dinst versprecht, tte 
ich nach ewrm pegeren.« Si zoch sich ab; de was ir Idk 
zu wünsch. Da mit raiczt si in pas. Alls er an das pctt 
wil steigen, sieht er sein schwert, daran ain rot krewö 
stund ; da mit gedacht auch er an das crewtz Cristi uiiJ 
zaichnet sich dar mit an seiner stiem und prust. An d* 
stat viell das zellt zu hauff, und das arg gespenst verschwani 
[Bl. 137^] ließ hinder in ^ ain aischlich gestank. Er ruefite 

I F« fBl. i4obl : im. 



293 

zu got in diser nott und ward wainen und sich schämen, das 
er den hime! nicht wol getorst an sehen. Er rueffle zu got 
umb gnad an auf hören und pettete den tag und die nacht. 
Er nam sein schwert, schlueg im selb ain fraisHche wunden 
in ain schenckel, im zu einer pueß. Er pluette ser und 
pandt si im selb wider zue und stoppte das pluet. Morgens 
sach er aber auf dem mer her chumen das weiss schiff. 
Alls es zu lannd cham, loff er zu dem herren, viel wainend 
flir in. An stund hailt sein wunden, das er nicht mer kainen 
wee fülte oder masen sach; auch verging im hunger und 
durst. Der herr lert in sich hüetten vor söllicher pekorung; 
der veind wurd in manigen weis versuechen, wie er in vellen 
möchte. Er sprach : »Nu siez in das schiff! du wirst schier 
vinden Galaat und Bohort.* Da mit verschwandt der her. 
Hie schweigt die awentewr und sagt für an von Lantzilet. 

Awentewr, wie Lantzilet gelanng, alls er von dem ain- 
I sidel schied, do er zu Gangen kam. 

I Lantzilet was pey dem säligen ainsidel peliben, der im 

pis zum dritten tag nicht änderst tett, wann predigen, und 
lert in von seinen [Bl. 137*^] Sünden keren, sagt im manig 
schön exempel , so das er got grosse pessrumb gehieß in 
allem seinem leben. Nach dem schickte der wald prueder 
zu einem ritter, der sein prueder was , das er ainem ritter, 
den er pey im hatte, schickte ors und wappen. Das tat er 
mit gutem willen. Lantzilet wappent sich, sas auf sein pfärd 
und urlabte sich von dem wald prueder, pat in hais wainend, 
das er got für in pät. Sunst rait er von im, pat got ser 
genaden. Umb terczie pekara im der knecht, der dem ritter 
pey dem krewtz sein wappen und ors hette geben , sprach 
zu im; »Lantzilet, du geunerter ritter, war wildu? Du pist 
doch erschlagen von der gottes haut; vermaledeyet sey dein 
weg und succhumb!« Also rait er aus scheltend und im 
fluechend neben Lantzilet und der nye pöß wortt darumb 
sprach, dann das er gedacht, das er alle uner mit sünden 
wol verdient hette. Für ainen wald pegegent im ain 
magt, die er grüst und si in; si fragt, war er wollt. Er 
sprach: »Fraw, ich enwais nicht, dann war mich awentewr 



294 

fueret.c Die junckfraw sprach: »Lantzilet, ich wais, dasi 
reittet in der suechumb von dem gral, den ir kainen 
vindet, ir volget dann dem, dar von ir hewt geriten 
der euch lerte, das ir euch wol hüetten sollt vor \BL IJ 
tödlichen Sünden. Nu reitet got ergeben, der euch 
seinen genaden gelaitelc Er danckte ir, got sollt iren 
sälig machen. AUso rait er den tag. Zu abent sach 
vor im zwai krewtz. Er heffte do sein ors, tct im den s 
und zaumb ab. Er knyete all wainende nider, sprach: 
Jhesu Criste, alls du durch mich und all sünder an 
zaichen diß crewtzs gestorben pist, dein sterben secz zwis 
deines himlischen vatters und meiner Sünden und en 
die pannd meiner schuld, die ich ye wider dich getet, be- 
hüet und behallt mich in deinem vätterleichen segen!« Ut 
d^m was es nu vinster nacht und er legte sich und eot* 
schlieff ^ und in seinem trawm kam im für, wie vor im stund 
ain künig, des wat was durch stimet. Mit dem kamen sibei 
herren, pekrönet, und zwen ritter; die gekrönten ruefften a 
got, das er erfüllte an in ir längs pegeren. Do tet sich dtf 
himel auf, dar aus sach er ain künig kumen mit englisdxr 
gesellschafit und fuerte die gekrönten herren mit im in du 
fron himelreich. Die zwen ritter pliben da stend und & 
stim des herren jach zu dem elltem: >Du pist ye mda 
Widersacher gewesen ; noch ker her wider I du vindest g^ 
nad.« Und dem jungen [Bl. 138*] ritter wuechsenan stund 
zwen flügel, die erspraiten sich aus über alls ertreich; a 
letst flog er an allen widerstannd zu himel, do er entpfangtt 
ward von aller englischer gesellschaflft. Lantzilet erwachte; 
do was es schon tag worden. Er sprach zu got sein gcpct 
und saß auf sein ors, rait weg, er enweste war. Im pekaa 
der ritter in ainem grund, der sein ors und wappen lmg^ 
nomen hett pey dem krewtz; der ruefft in an: »LantziH 
du vertwallter ritter, hüet dich vor mir! ich enger msÜ 
lieber, dann dich tod slachen.c Mit dem sanckt er seil 
sper ; also tet Lantzilet. Si verteten ire sper ritterlich. Jß 
dem ward der ritter von seinem ors gestochen, das er sunder 

I F' [61. 141b] : entschlieff ungessen und tnincken. 



29S 

wicz und sprach auf der erden lag. Lantzilet vieng im sein 
ors, hefft es neben im, wann er auf stuend, das er dar auf 
sässe, und rait weg. Er vand den tag nicht von awentewr. 
Zu Vesper sach er ainen ainsidel vor ainer klausen ser 
schreyend und wainen. Lantzilet rait dar wert, grüest in; 
er danckte im. Lantzilet fragt seiner klag. Der. ainsidel 
sprach: »Secht, lieber her, meinen jamer!« Er fuert in in 
die kapell ; do lag ain alter her tod , neben im ain härein 
hembd und er het an seinem leib ain leinein hembd, und 
der allt vater [Bl, 138^] sprach : »Lantzilet, secht I diser man 
ist manig jar ain grosser kempffe gottes gewesen ; den hat, 
alls ich ser furcht, der veindt verraten, das er die sei ver- 
loren hab; wann er ist an seinem ennd nicht in seinem har- 
nasch erfunden alls ain ritter gotz , wann ich in in seinem 
hären hembd soHt funden han und nicht in dem leinein.« 
Hie mit nam er ain püechel und peschwuer den veind des 
menschen hails, der kam. Der prueder sprach: »Ich ver- 
peut dir all lüg pey dem gewallt deines schepffers, das du 
mir sunder trugniiss sagst, wie diser man gestorben sey 
und ob er die genad gottes verloren hab, oder pehallten.« 
Der geist sprach; »Dein starcker pan twingt mich, das ich 
dir nicht geliegen mag kainen wais. Sich hat gefuegt, das 
der her von Val! kriegte mit dem grafen Agranym und 
hergt in zu mal ser. Also kam Agranym zu dem heiligen 
mann, pat in umb helff. Der heilig vatter zoch zu im, tet 
so vil , das die herren gericht wurden. Disen frid ned ich 
mit meinen genossen, wann wir veind des frids sein, schund- 
ten den grafen von Vall, das er zwen knecht schickte, die 
den man gotz erschlugen. Alls die knecht in in der mess 
sahen sten, da si zu im charaen, verharten si pis zu [Bl. 138°] 
end der mess ; darnach luffen si über in mit iren schwertten, 
schluegen auf in so lanng, piß in ire schwert in den henden 
prachen , und er verrerte nye pluettes trophen noch fülte 
kainen wee. Si redten , er möchte nicht von waffen er- 
sterben; si wollten in verprennen. Do sprach der man 
gottes: »Mir enschadt alle ewer arbait nicht, an das mich 
got an das von diser wellt nemen wii; ir sollt auch sehen, 
das weder meine klaid, noch har nicht prinnet.« Si sprachen, 



4 



296 

das si es sehen wollen, zugen [in] all nackent ab und ir 
legt im diss hembd an und dacht, darumb es an seinal 
sündigen leib gewesen war', prunn es dester ee. All» 
machten si ain groß fewr, wurffen den man gotz dar em; 
der gab seinen geist auf in die hend der englischen geseB- 
schafft, mit den er sich pey got ewigklichen frewdt. Also 
pelaib er von dem fewr unversert, alls* du in hie siehst; also 
ist auch das leynein hembd an seinen leib kumen. Ich ha 
alle ding dir gar gesagt und gib mir urlab von h3mnenl( 
Allso ließ in der vater varen. Er hewlte durch den waMI 
mit grosser ungestüem. Alls der sälig vater das gehört 
hette, ward er aus der massen fro, pat Lantzilet, das er im 
den heiligen man hulffe pegraben und pey seiner grebnüS 
pelib. Lantzilet tet es gar geren. [Bl. 138**] Alls si in zcr 
erden pestatt hetten, vigily und vesper gesungen, hueb aber 
an Lantzilet, inniklich zu peichten mit grossen rewen seiner 
sünd und der sälig vater under wis in mit vil schöner undcr- 
weysung und gab Lantzilet das härein hembd des toten 
und heiligen mans ; das legt er an zu nächst an seinen leil). 
In dem sprach Lantzilet: »Lieber her, mir traumpte heint 
wunderlich, ich weste zu mal geren des traums pedeütnüß;« 
und sagtz im aller ding piß ennd. Der heilig ainsidel spradi: 
»Ich pedewt dir den trawm von dem Ursprung. Alls Christus 
der herr aus diser wellt gieng durch sein heiligs sterben 
und Joseph von Aramathia mit seiner gesellschafft in Grosß 
Prjrtonie und Galle kam, pekert er den künig Evaleth, den 
er nante Morderäs. Der ward zu mal ein heilig man; dem 
träumte eines nachts, wie er säch ain teich, dar aus neun 
runst giengen. Der teich was innen mit vast lautter und 
süess zu trincken, aussen umbher was er zu mal trüeb und 
stinckend ; die flüss, die dar aus giengen, waren lautter und 
rain. Do kamen vil menschen, die ir pluet vergossen hetten, 
twugen sich aus dem teich, do ward er aller schön und 
lautter. Dise pedewtnüss sagt im Josephs sun, Josephus, 
sprach zu dem kü-[Bl. I39*]nig: »Du pist der teich und der 
mittel lautter prunn und aus deinem namen werden die 
süssen flüss rynnen; die trüebe umb dich pedewt allen 
haidentumb, die noch vinster und trüeb an dem glauben 



sind, piß manig säliger Krist sein pluet vei^ewst und mit 

manigen grossen zaichen erleuchten und erklären werden 

die trüeben verstockten herczen der menschen; dann so ist 

erlewtert der teich, so all das lannd in den heyligen gc- 

lauben kumpt.i Dise heilig pedewtnüß sagt Josephus dem 

gutten künig Morderas. Nu sag ich dir, was die neun flüß 

sind. Den künig, den du mit gestirnter wat sacht, pedewt 

den selben künig Morderas mit sein manigveltigen tugenden ; 

der erst Aus von im was sein sun Narpus und des sun hieß 

Nastius, was der ander; der dritt, Nastius sun, hieß Nasiens; 

der het ain sun, hieß Eleue, was der vierd Aus; des sun 

Elauus was der fünfit Aus; der gepar ain sun, hieß Ganeus, 

der sechst Aus ; der selb ließ deinen vater Bann , der den 

sibenden Aus pedewt; die all betten got über alle ding lieb. 

Die' zwen ritter, die du sacht, dewten die andern zwen Aüß. 

Alls der künig von himel zu dem ainen sprach, das er von 

Sünden kerte, er fund gnad pey im , der ritter pistu, wann 

du noch nye künig pekrönt pist ; [Bl. 139''] danimb sachstu 

dich alls ainen ritter und dewtest den achten Auß. Und 

dem ainen ritter wuechsen sein Aügcl , das er da mit alls 

ertreich pedeckt ; das ist dein sun Galaat. Des !ob wirt sich 

praiten über alle laut und durch sein heiligs leben wirt er 

die awentewr des heiligen grales zu ende pringen und dann ] 

sunder hindernüss zu dem fronen reich gottes Aiegen und | 

der pedewt den neunten Auß. Sunst hastu anefang deines 

kuns und pedewtumb deines traumbs.* 

Awentewr, wie Lantzilet pey ainem turnay gelanng. 
Lantzilet danckte ser dem pnieder diser guter ler und 
underweisung , die er im getan het, und verwappent sich 
und gerte urlabs. Der guet prueder pat in ser, das er wol 
hielte die gepot gottes. Er verhieß es im und rait von im, 
kam in ainen watd , dar inn er penachte. Morgens vannd 
er zu ende des walds ainen grossen turnay vor ainer purck; 
ain parthey von der ritterschafft het weis, die ander schwarcz. 
Er sach, das an dem tail der schwarczen ritter dan si pey 
nach verwunnen waren. Er sprengt in ir helff und tet so 
vil mit dem wappen, das si sich kowerten und die weissen 



298 

aus ir lecze gedrungen wurden; yedoch [Bl. 139*^] ward er 
von in gefangen und weg gefiiert, so das er in viancz muest 
zwungenlichen schweren, und Hessen in reiten, war er wollt. 
Er schaczt sich selb gar für den ergisten ritter diser wellt ; 
im war doch nye in kainem tumay sunst misselungen. Er 
rait pis abent, penacht under ainem apfelpaum. Alls er 
entschlaffen was, kam im für ain her mit zornigem antlücz, 
sprach : > Ach, du schwacher des glaubens, wie volgestu so 
schier deinem tötlichen veindtl Ich sag dir, hüettestu dich 
nicht, er wirfft dich in die stinckenden pfüczen, dar aus du 
nymer mer kumpst.« Alls er erwachte, sach er den hechten 
tag ober im. Alls er auf sein ors ge[se]ssen was , do 
sach er gleich pey im ain klausen ; er segnet sich, sprach : 
»Her , alls du wild , peschech mir I Ich sich, das ich diser 
wellt gelück nicht haben sol.« Alls er zer klausen kam, 
legt sich ain priester an, mess zu haben. Er plaib piß ende 
der meß, entpfing in ain klosnerin, fragt in seiner rais. Er 
sagt ir aller ding, auch von dem turnay und was er in dem 
schlaff gesehen hett. Si sprach: »Der in diser heiligen 
suechumb wil sein, der sol rain und sunder flecken tödlicher 
Sünden sein; dir widerfert nicht auf der rais sunder pe- 
dewtnüss. [Bl. 139^] Du pist mit guettem herczen geschiden 
gester von dem säligen ainsidel und die wellt und der geist 
vechten alls mit gedencken mit dir. Das pedewt den turnay, 
den du sacht. Die weissen ritter pedewten die andächtigen 
in götlicher üebung und streitten wider die anfechtumb des 
tewfells; die schwarczen, den du halffst, tewten all sünder, 
die wider ali götlich tugent streitten und der hercz man 
nicht erwaichen mag; die aber dich von jener schar viengen, 
pedewten die säligen väter, die dich underweist haben, wol 
zu thuen, und du hast in viancz geschworen mit dem, alls 
du in versprochen hast, die sünd fürpas zu meyden; umb 
den unmuet, den du her nach bettest der väncknüß , darumb 
kam der man zu dir, der do sprach: »Du krancker des 
glaubens , volgstu deinem tödlichen veindt , das ist dem 
tewfel, er wirfft dich in die pfüczen der ewigen verdamp- 
nüss, da unns all got vor pehüet!« Lantzilet danckt ir 
gutten 1er, und alls er entpissen hett, gesegnet er si und 



rait von dannen. Am andern tag kam 'er gar in ain grosse 
gewiildniiß, er cham zwischen zwayer hochen pei^; hinder 
im was ain ser tieffs moß, vor im ain ungehewr wasser. Er 
was [Bl. 140°] umbschlossen, wesst nicht, welicher ende er 
keren sollt. Inn dem kumpt ain grosser man auf ainem 
Stareken ors aus dem wasser geriten; alls er Lantzileten 
sach, ranndt er auf in, stach im das ors tod und floch ge- 
schwind von im in das wasser , das er nicht weste , wa er 
hin cham. Sunst cham er nye zu grössern nötten, er kund 
zu kainem ennd dannen kunien. 

Awentewr, wie Gaban und Hestor an ein annder fundcn 
und wie in gelanng. 

In der zeitt aller was Gaban von Pfingsten piß sannd 
Maria Magdalenen tag geriten, sunder awentewr zu vinden. 
An ainem tag sach er ainen ritter vor im reiften. Alls er 
im näher kam, kannten si paid an ein ander und waren ane 
massen fro. Gaban fragte Hestoren , ob im ainicherlay 
awentewr wider faren war. Er sprach: »Für war, herr, 
nain.ä Also sprach auch her Gaban, das im nye der zeitt 
widerfaren war. Si wurden ains, die suechumb mit ein ander 
für an ze thuen. Si redten maniger hannd sprach. Den 
tag riten si durch den walld , piß zu abent kamen si zu 
einer klausen , die gar zervallen und erstört was. Si ent- 
wappendt[en] sich paid und sprachen ir gepet, legten sich 
schlaffen, wie si mochten. Alls si entschlieffen , [Bl, 140''] 
traumbt yedem ain traumb. Her Gaban daucht, wie er gar 
auf ain gepiüemte wisen käme , sach pey ein ander ob an- 
derhalb ochsen, die schön und wol mügend waren; under 
den giengen drey, die schön und sehne weis waren; doch 
het der ain ain schwarcz mail, nicht allzu gross ; die andern 
oxen perietten sich , an der waid zu suechen , und luffen 
ainer ain straß, der ander auch, alls in guet gedaucht ; aufs 
jungst kamen si wider und waren ser vermägert und gerten, 
sich zu erwune[n] in disem anger. Mit dem traurab er- 
wachte her Gaban. 

Hestor dem traumpte, wie er und Lantzilet ab ainem 
reichen stuel giengen, sassen auf ir ors und Lantzilet rait 



300 

so lang, pis in ain man von seinem ors stach und entplöest 
in aller wat, legt im ain rock von reben an und saczt in 
auf ainen esel ; auf dem kam er zu ainem gar wunigklichen 
prunn, er naigte sich zu dem, wollt trincken. An stat ver- 
schwandt der prunn. Do kert er dannen, von er kumen 
was. Und Hestor rait affter twer, piß er kam zu aines 
reichen herren hauß, der ain grosse prawtlof hette, und er 
klopfte an; der her sprach, das man nyemand ein Hesse, 
der so hoch [Bl. 140*^] rite. Allso kerte auch [er] wider, 
dann er kumen was. Mit dem erwachte auch Hestor und 
si wurden do reden maniger hannd. In dem si allso retten, 
sahen si durch die thür von der klausen ragen ain handt, 
die trueg ain köpf, verdeckt mit ainem scheter; unden 
daran hieng ain zäum. In der andern hand sahen si ain 
kercz, schon prinnend, und horten ain stim rueffen: »Ir ritter, 
diser dreyer geprechen euch, darumb mügt ir nicht kumen 
in die rechten awentewr von dem gral,« und geschwaig fort. 
Alls es schön tag ward, sassen si auf; so sehen si ainen 
knecht reyten, den si grüesten, und fragten in, ob nindert 
der art ain ainsidel sässe. Der knecht sprach: »Her, auf 
disem perg ist ain ainsidel gar von heiligem leben.« Si 
dankten dem knecht, Hessen in reyten. So kumpt ain ritter 
durch den wald dort her geriten, der gerte thjost. Her 
Gaban sprach: »Der awentewr wider fuer mir lanng kaine.« 
Und si Hessen zu hauffen gan , yeder stach den andern 
durch den schillt, Gaban ranndt aber seinen gestreitten das 
sper durch den leib, das er tötlich wund ward. Er ruffte 
sein Schwert und sprang von seinem ors. So ruefft der 
ritter : »Herr, ir türfft nicht mer dar zue thuen ; ich pin er- 
schlagen, ich pin [Bl. 140**] erschlagen; vol stat ewer er; 
pringt mich hie nahen pey in ain closterl« Gaban fragt, ob 
er in dar künde weisen. »Ja«, sprach er, >wol.« Er nam 
in auf sein ors, hiellt in auf seinen armen, pis si zu einer 
abteye kamen. An stat gert er, zu peichten und im zu 
pringen seinen schepffer. Alls er des gerte, sprach Gaban: 
»Lieber herr, durch got sagt mir, wer ir seitlc Er jach: 
»Ich pin ain ritter von Artus hoff und haisse Yban.« Do 
machten Gabon und Hestor de[n] maisten jamer, den man 



ye von lewten gehört. Do fragte her Yban, wer si wären. 
»Her« , sprach er, »ich haisse Gaban und mein gesell ist 
Hestor von Marcs. Verfluecht sey die stund, dar inn wir 
pegegent an ander hewtU Yban sprach: »Herr, ich ver- 
zeich es euch vor got und grüest mir all die gesellen, die 
von unnser suechung sind, auch künig und küniginU Nach 
dem peicht er, Alls er den fronen leib Christi entpfieng, 
zoch man im das sper aus seinem leib. An stund verschied 
er und ward pey dem hohen altar künigklich pestatt. 

Gabon und Hestor riten zu dem säligen ainsidel, der si 
wol entpfieng, fragt, was awentewr si dar hette pracht. Si 
sagten; »Durch pedewtnüss aines traums zu wissen. e Und si 
sagtens im. Er sprach zu her Gaban: »Die stier in dem 
gepIüem-(BL i4i']ten anger pedewten die manigen fügend 
zer tavelrund, dy die ritter heften ; aber do angefangen ward 
die suechung von dem heiligen gral, gaben si sich in die 
selben arbeit sunder alle fursichtigkait, ungepeicht und an 
alle rew ir sünden, luffen von der fruchtigen waid, von dem 
weg, an die drey, die peüben in dem gnuegsamen fügenden 
und in dem weg der tugendt. Der ain stier het ain mail, 
der pedewt Bohort, der ettwan gefallen ist mit der sünden 
der unlautrikait, dar ab er ganczen rewen nam, und ist im 
umb sein rainigkait verzigen ; die zwen stier sunder flecken 
sehne weis, das ist Galaat und Parzifal, die sich ye hielten 
in ganczer rainikait. Alls dy stier wider kamen vermegert, 
auch ir minder, dann ir aus giengen, pedewt, das si nicht 
zu der suechumb gevodert sind und ungeschafft zu hoff, 
welich nicht erstorben sind. Umb die stym, die ir hortend, 
ist mir nicht zu sagen. Alls aber Hestor gesagt hat, das 
er von dem stuel saß und ir paid auf hohen orsen säst, 
pedewt die hohen er, die man euch payden tet. Do sasst 
ir auf in hoffart ewrs herczen; do kam ain ritter, haist die- 
müetigkait , stach I^ntzilet von dem ors der pösen^ hofart, 
peklait in [Bl. 141''] mit der reben waxender tugent, saczt 
in sunder hofart auf den diemuetigen esel , er cham zu dem 
prunn. Alls er sich naigen wollt, dar aus zu trincken, ver- 
schwannd er. Der prunn ist der edel gral vol schön und 
Wollust; das ist, so er kumpt zu dem heiligen gral, so er- 



302 

plint er und wirt schwach ain zeit seiner glider. Diss machen 
alls die sünd, die in werden anvechten; dann so kumpt er 
wider zu Gamahelot und auch ir und werdt wider erfüllt 
mit Sünden, tod schlegen und der gleich. So ir dann chumpt 
an des reichen künigs hof, der hochzeit wirt haben mit seinen 
sünen, so wirt der künig sprechen: »Man lat nyemand ein 
auf den hohen rossen, c Das ist mit den hochfertigen her- 
czen. Dann kumpt er und ir in den alten stat ; dami, lieber 
Gabon, du pist nu zue gleichen dem allten pawm, der die 
frucht verleürt; thue doch so wolpehallt noch deinem schepf- 
fer den safft, der noch die pleter grüen macht, das ist dein 
edle seil Nu wil ich dir von dem zäum auch sagen, den 
ir paid sacht; pedewt, das ir ewer vernunfft laitten sollet 
nach dem willen gottes und nicht nach dem fleisch; der 
köpf, das euch all zeit dürsten sol nach dem wort gottes, 
das mit vleis zu [Bl. 141^] hören und idem volgen ; wann 
glaub an die werck ist zu nicht. Die prinnend kercz ermant 
euch, das ir nach der 1er des heiligen ewangely wandlen 
sollt im Hecht der warhait; so aber. das liecht erlischt, das 
ist nach ewers lebens end, so ist vergangen all zeit der 
gnaden. Darumb sprach die stym: »Wer diser dreyen mangelt, 
der ist nicht auf dem weg des heiigen gral zu vinden.c Das 
ist auch das frone himelreich. Das sind die ausleg ewr 
pegerde.« Si danckten im, verhiessen im grosse pessrumb 
und schiden mit urlaub von im. Nu sweigt dise awentewr 
von in. 

AwentewFy wie es Bohortt ergieng an seiner suechumb 

und andern dingen. 

Alls Bohort geschaiden was von Lantzilet, rait er für 
ainen walld ; da begegnät im ain guet prueder auf ainem 
esel. Er grüeste in, allso gab er im gutten danck. Der 
pruedec fragt Bohorten, war sein raise solte. Er sagt, war in 
awentewr trueg. »Ich merck wol,« sprach der gnet man, 
»ir seit der ritter ainer von der suchung von dem heiligen 
gral.« Er sagte: »Ja, got well mir durch sein guet gnad 
dar zu verleihen, in zu vindenl« Der prueder sprach: »Ich 
sach nye torhäfftiger lewt , die sich so hart an not müen, 



alla [BI, 141''] ir all seit; und under euch allen nur drey dar 
zue erweit sind, die seind auch von rainem leben. Got welle 
si pestätigen in ir raynigkait, das si der v^indt nicht fiier in 
pekorung 1 dann er tag und stund si mit grosser anweygung 
an vicht.« Bohort pat in ratz, wie er sollt leben und dem 
veindt widerstandt thuen. Er sprach : »Ich hier euch zu 
einem gar heiligen mann.« AUso riten si und penachten i» 
ainem kloster, do ir wol gepflegen ward; und der gutte 
prueder sagtz dem abbt, der gar von heiligem leben was. 
Er nam in sunder und Bohort peichte sich gar mit grosser 
andacht. Der abbt fragte in seines namens und kiines. Er 
sprach: »Herre , ich haiß Bohort, des kiinig Bohortz sun 
von Gami.« Do weste der abbt wol, das er was ainer der 
dreyer erweiter zu dem gral; auch merckt ers an seiner 
peicht, wann er gar raines lebens was. Der abbt pat in 
wainend, das er nicht trat aus dem weg seines schepffers; 
er woUt im guette mär sagen und sprach; »Üb ir pleibt in 
ewrm stat raynikait und diemüetigkait , alls ir euch pis her 
gehallten habt, glob ich euch pey meiner priesterlichen 
wirde, das ir der dreyer ainer seit, der die awentewr des 
heihgen gra!s [Bl. 142*] zu ende sol pringcn.» Also pflag 
man sein die nacht wol. Der abbt legt in die nacht in sein 
kamer. Morgens pat er den abbt umb ain härein hembd; 
das ward im geben. Si stunden zu metten auf und petten 
mit grosser andacht. Zu der mess gab im der abbt das 
fron sacrament, dar inn er warlich aach vleisch und pluet. 
Der abt sprach: »Herr, ich ger von euch einer pet.« Er 
sprach, er woltz geren thuen. Da pat er in, das er äß brot 
und Wasser, piß er kam für den heiligen gral und dar vor 
got fiir in pätt. AUso wollt auch er mit all seiner samlung 
thuen und sagt: >Es 'pleibt unlanng, das ir an die stat 
kumpt ewrs pegerens.« Bohort sprach, er wollt es vast 
geren thuen. Mit dem wappent er sich und schied mit ir 
aller urlaub weg. Der abbt segnät im seinen weg. 

Er rait des tags piß umb die non , sach ainen paum 
sunder lewber, der dürr was ; dar auf saß ain schöner vogel, 
und in seinem nesst lagen vil totter vögeietn. Alls er das 
sach, stach er sich mit seinem schnabel in sein aigen hercz, 



304 

dar aus gab er das pluet den vögelein allen ; da von wurden 
si alle lebend und er starb, das im ser erparmt. Fürpas 
rait er und sach, das zwen mann seinen [Bl. 142^] prueder 
Lionell nackent fürten und in ser mit dornen schlugen, das 
im all sein leib mit pluet überflos. Zer andern seit sach er, 
das ainer ain klare magdt fiiert, die in umb hilff durch got 
an schray ; der wollt si perauben ir mägtlichen krönen. Er 
enwest, wellichem helffen. Auffs jungst rannt er den ritter 
an, der die magt fiirte und stach in under sein ors, das er 
unkrefftig lag. Er nam des ritters ors und saczt die magt 
dar auf, die im ane masß ser danckte seiner gutten ritter- 
schafit, sprach: iDas ir mir mein kewsch pewart habt, des 
laß euch die künigin aller engel nach allem ewrem willen 
guet awentewr finden !c Mit dem kamen durch den wald 
her gerannt wol zwainczig ritter, wolten nach der magdt 
sein ir zu hilfT. Die magt sprach, das si dem tewm ritter 
danckten, der si erledigt het. Si danckten im zu mal ser, 
paten in ser, das er mit in rite. Er sagte, er hette vil zu 
thuen, segent si und schied von in. Er eylte ser nach seinem 
prueder, suecht in afRer zwer ; so pegegent im ain allt man 
in geistlichen klaidem, sprach, wen er suechte. Er fragt, 
ob er icht gesehen hett zwen ritter ainen nackenten fiieren 
und ser schlahen. Der allt man sprach: »Secht! hie under 
diser [Bl. 142^] Stauden ligt er tod und ir seit ein man von 
grossen untrewen, das ir durch ain junckfrawen ewm prueder 
tod liest schlahen, den ir wol errett möcht haben. c Bohort 
machte ser grossen jamer. Der allt sprach : »Diss ist umb- 
sunst.« Er fragte, ob er pey nach ein kirch weste. Der 
allt jach : lEs ist nu spat ; ich wil in mit unns tragen , da 
wir heint peleiben sollen ; morgen wellen wir in p^^ben.c 
Also kamen si zu einer purgk, dar •auf was von ritter und 
frawen grosse schar. Er ward entpfangen und entwappent. 
So fürt in ain ritter sunder, sprach: »Lieber herr, ich sach 
von aller wellt nye man lieber, dann euch, durch meiner 
frawen willen. Ich gehorte nye junckfrawen ainen man alls 
ser mynnen, alls si euch thuet und wänt von grosser lieb 
ersterben. c Mit dem fuert man in zu tisch; do kam die 
fraw mit kostlicher gezierd, die was schön, das ir von klarhait 



nit geleichte. Man pracht menger band speis. Er sagt, das 
er kainen weis die nacht ässe, noch trunck. Nach dem fuert 
man in schlaffen. Er wolte auf der erden ligen. Mit dem 
get die fraw ein, hieß si alle weg gen, si het vi! mit im zu 
reden. Allssi aus giengen, sprach si : sHerr, ich hab euch 
mit grossem verlangen lang pegert zu vinden ; nu hab wirs 
[Bl. 142''] guet stat hie. Ich engerte nye mannes mynn mer, 
wann deiner; ob ich die nicht gehaben möcht, so glob ich 
dir, das ich mich heint selb ertötte, und durch meinen tod 
wurd ersterben manig mensch. •; Er sprach: »Fraw, so sollt 
ir nicht thuen; wann in kainen weis thue ich sölichs.« Was 
si im sagt, sein hercz was vest gleich dem adamas. Si 
gieng all schreyend von im, drot, ir selb den tod zu thuen. 
Er gieng ir nach in den sal; do sprang si in ain venster 
und vil frawen mit ir. Do sprach der allt, der mit im dar 
kam; »Ee ir söllichen mort liessent zu chumen, ir soltet ee 
mer, dann ir pegern, dar zue thuen;« und riet im vast, das 
er si all erloste und schüeff mit der frawen ir pegern. Er 
jach: »So mir der helff, der für mich und all sünder starb 
an dem heiligen krewtz, ich thue es kainen weis,« und 
machte das zaichen des fronen krewtz für sich und zu 
hannd verschwandt purck und lewt , fueren weg durch den 
walld geschannt mit grossem hewlen. Do knyete Bohort 
nider, danckt got der genaden. das er im hett krafft geben, 
zu widerstan der petrügnüss; pette all die nacht mit grosser 
andacht. Morgens saß er verwappent auf sein ors und ge- 
segent im seinen weg und [Bl. 143*] pefalch sich in den 
peschucz gotes und rait weg. Den tag rait er sunder awen- 
tewr und kam zernacht zu ainer schönen purck , do er zu 
mal erlich entpfangen ward. Im ward vil eren erpoten. 
Alls man die tafel deckte, hieß in die fraw zu tisch siezen 
und ir kappelan sprach den tisch segen. Was man von 
reicher speis her trueg, so engerte er anders nicht, dann 
brot und wasser. Alls man die tafel auf hueb , kunipt ain 
knecht eingegangen und sprach: iFraw, ich sag euch pöse 
mär, dise stat ist gewunnen ; morgen verliert ir ewer lanndt 
mit all.« Die fraw erschrack und wainte ser. Bohort fragt, 
wer ir diss laster tätt. Si sprach: »Herr, alls war mir got 



3o6 



htUkn sol, aus war wü idis eudi sagten. 
rödKa- kimig, genant Amans. der enreDt im ain sdicae 
magt, dk er vast fieb het in rediter keuscher Be3>, gab r 
gvaSt, aB sein lanndt m hersrihm I>es crimc^ sidi r 
hercz in hofiart und veraidit den konig und pfrad ir titf 
an im. ADs er iren vz^sch erkennt stieß 
reidi und gab mir den gwalh. ADs der cteimg staob, tarn 
si ^cb nmb ainen ritter an, der midi bergt; liaf mir mcä 
lanndt ai^ewmmen piß nu dise pmg. Ob aber idi hett 
ainen kempfen, der es umb gottes er tat, so [M. 143*] 
woQt ancb ers mit kämpf schaiden lassen. Ee aber kk 
ainem mein mägtüche kewscbe gab , ee wollt idi gar ans 
disem reich vertriben werden-c Bohort sprach : >Ob er cod 
unrecbtlich durch seinen hochmuet enterben uril, so wfl kh 
in der er gottes cwct kempf sein^c Des wurden si aüczo 
mal fro. Man fiiert in schlaffen. Er legt sich nicht wan 
an die plossen erd in dem harein hembd und pette vi 
grosser andacht Morgens pot er seinen kämpf dem litter 
zu veld, der fro was. Si peraitten äch an die kämpf stat 
und yeder nam ain starckes sper und liessen mit grosser 
krafit zu hauffen gan. Si verstachen die sper, das paide 
ors und man zu hauffen lagerL Si rufiten ire schwert, lufla 
mit grossen schl^en zemen. Bohort ließ sich den ainen 
ritter ab arbaiten, das er zu mal müed [was]; erst schlug im 
Bohort groß wunden , er vertumelt in so gar mit grossen 
schl^en, das er in gnaden pat. Er muest schweren, der 
frawen nymer arg zu thuen; und all herren danckten im, 
das er dem rechten was gestaimden. Si entpfiengen irt 
lehen. Man fuert in auf die purck zu entpeissen, doch was 
nur ain prot sein essen. Was im an den wappen gepradi, 
da nam [Bl. 143^] er anders. Si hetten in garen lenger pe 
habt, durch das si im er möchten erpoten haben; er woDt 
durch ain nicht peleiben. Mit ir aller urlab rait er von ffl. 
Zu abent penacht er mit ainem klosner , der ains heiligen 
lebens was. Alls si vesper und complet gesungen hetten, 
sagt im Bohort von seiner suechumb und seine awentewr 
alle, sider er von dem heiligen abbt chumen was. Der säl$ 
vatter sprach: »Herr, ich lobe des got, das er euch in 



307 

alls grosser awentewr gesterckt hat; auch sollt ir für war 
das wissen, das cwer prueder lebt.a Des ward Bohort fro, 
Er sagt im auch von dem vogel, sprach: »Der vogel figu- 
riert Christum. Do er auf dise wellt kam und wir in Sünden 
erstorben waren , do flog er an den paumb des heiligen 
crewtz; dar an tet er sein gnadenreich hercz auf, nara das 
fron pluet her aus, mit dem er unns all gesunt macht , so 
verr das wir durch den pÖsen schlangen der sünnd selb 
nicht Valien in die siind. Ir pestet auch kain awentewr, si 
hab sunder pedewtniiß. Die junckfrawen, die ir erledigt 
hannd, nymbt pedewtniiß. Alls der ewig chünig sich mahelte 
der allten ee und si in grossen wirden gewaltig machte, do 
ward si an im eeprüchig mit unrainen Sünden. [Bl. 143''] 
Do vertraib si der chünig von allen eren , nam im zu ge- 
sponsen die heiligen kristenlichen kirchen, Alls Christus 
..starb, gewann si groß anfechtumb von dem veindt alls guetz, 
fech an sich manigen schartfen wütrich, piß die edel ritter- 
lafft auf stund, da mit kristeniicher predig, da mit irem 
igen pluet vergiessen, pis doch durch die gnad gottes 
F prach, das sich der gewallt erpraiten ward der heiligen 
i manigen enden.i Dise und vil ander guette Übung 
prachten si die lange nacht. Morgens alls Bohort messe 
rt, pekant er dem vater, das er vorcht übel getan haben 
\ seinem prueder und enweste, wie dem peschehen was. 
i sahen si ain sewl, die vast vaul was und zu dem andern 
l zwo lilien sehne weis; die ain naigt sich, wollt der an- 
ir weisse genumen haben. Do machte der prueder 
peschucz zwischen ir und sprach zu Bohort: »Lieber 
lierr, welichs wäre wäger, ob dise zwo lilien verderbt sollten 
werden und man es wql understan möcht, ob man die faulen 
sewl ließ vallen, oder das die sewl viel und die lilien dar 
durch verdürben?« Bohort jach: »Dise lilien naügen ander 
pringen, so dise sewl gar zu nicht sol.e Der prueder sprach: 
»Her, ir sagt war. Also ist [Bl, 144*] im gewesen, do ir die 
magt erledigte[t]. Sie gepirt mit eren noch vtl frucht, dar aus 
auch gutte werck volbracht werden und dem gleich auch 
durch den ritter, der auch noch rain ist, wie es der veindt 
gefuegt wollt han, dar durch in ir seien verloren wären; wan 



308 

got hette si geplaget mit ainem gäben tod, das ir und» 
komet. So ist, wie er ewer prueder ist, Lionell vol tod 
Sünden und sein vernunfFt erfaullt in dem gestände der Sün- 
den und hat kain für nemen, von seinen Sünden zu lassen.! 
Des ward JBohort hart ervärt, ward darumb pitterlichea 
wainen. Er wappent sich und mit urlaub rait er von dem 
guten prüder. Sein weg geriet an ainen walld und zu abent 
Cham er zu ainer purgk , genant Kuburg ; vor der pekaa 
im ain'knecht, den er fragt . von der purg. Er spradi: 
»Herr, es ist hie grosse ritterschafft, wann morgen wirt all 
zu mal schöner turnär auf der wisen.« Bohort vermainte; 
da zu beleiben pis des turnays end, umb zu vinden gesellcfl 
von der suechung, und rait in ains klosners hauß, saß von 
seinem ors. Alls er in das hauß get, so sieht er verwap- 
pent siezen seinen prueder Lionellen. Ee und er in 21 
Worten ließ chumen, sprang Lionell auf und sprach : »0 ir 
Verräter, es ge-[Bl. I44*']prach ewrn halben nicht, das ich ce 
gestern nicht von zwayen erschlagen ward, do ir mich liesset 
slachen, das ir nye dar zue geredt; darumb hüet euch vor 
mirl Ob ich euch über kumen mag, ir müesset darumb 
sterben, c Bohort viel auf seine knye und pat in gnadea 
Was er in genaden pat , das enhalf nicht. Er sprach, das 
er pald auf sein ors sässe, oder er schlüeg in knyend tod 
Bohort tet nicht anders, dann umb g^ad rueffen. Alls er 
nicht auf wolt stan, ließ Lionell zu im lauffen, was er modil; 
stach Bohorten, das er hart verwundt vor im lag. Liond 
sprang von seinem ors, schlueg im Vil tieffer wunden; wie 
Bohort alls genad ruefft, er prach im den heim von seinem 
haupt. Das sach der heremit, viel über Bohort und rueft 
das er seinem prueder, dem pesten ritter von der wellt 
genadte. Alls der guet man in ye retten wollt, schlug er 
in tod ob Bohort. Er warff in weg und wider an in. Aus 
er den schlag holt, im das haupt ab zu slachen, was gleidi 
Kologrand eingangen, sach den schlag chumen ; der lauft ! 
in pald an, zuckt im den armen, sprach: iHer, gedenckt 
er ewer prueder ist und ainer der pesst ritter Ic Lionel 
sprach: »Gerüert er ^ ymmer handt, den [Bl. 144^] zu ent- 

I F2 [Bl. 148b]: ir. 



schütten, er ^ müest sterben,« und lof mit erhörtem schwert 
. aber an Bohort. Do sprang aber Kologrand entzwischen. 
[ >Da5 geschieht nymer,« sprach Kologrand, sob ichs under- 
j kumen mag.« Mit dem schlueg Lionel! so herte schleg auf 
j in, das er in an stat tod schlueg, des Bohort an massen 
, ser erschrack. Da loff er seinen prueder aber an. sSol ich 
mich dann ye weren,« sprach Bohort, sund kan nicht gnad 
zu meinem prueder vinden, so pitt ich dich, süesser her 
'. Jhesu Criste, das du mirs verzeyhen wellest.« Da mit ent- 
. port er sein schwert, wollt in tod geschlagen haben. Do 
. sprach ain stim: »Bohort, fleuch U Do sprang er wider zu 
ruck. Lionell sprang im nach. Mit dem kam ain fewer 
flam von himei, schlueg zwischen in, das si paide zu ruck 
viellen ; und wurden Bohort all sein wunden an der stat 
hail. Do sprach aber die stim: :!Bohort, du solt an stund 
auf dein ors siezen und an kayner stat pelciben, noch deinem 
prueder gesellschafft thuen, piß du kumpst zu dem mer, da 
dein Parzifal wart.« Bohort saß petrüebt auf umb den un- 
muet seines prueders und der zwaier tod, pat in, das er in 
ain schone pegrebde macht, und rait weg. Alls es vinster 
nacht ward, kam er an das [Bl. 144''] mer , sach ain sehne 
weiß schiff. Er ließ das ors stan, wolt sehen, was in dem 
schiff war. Nur alls er dar an trat, fuer das schiff mit im 
weg. Also fuer er die nacht; morgens, alls es tagte, sieht 
er ainen ritter dar inn .siezen verwappent. Er tet den heim 
ab ; sam tet auch der ander und erkannten sich. Do was 
es her Parzifal. Si machten die grösten frewd für ain wun- 
der ; ainer sagt ye dem andern . wie es im in allen dingen 
pis dar ergangen was etc.. 

Aiwentewr von Galaat, wie er zu den zwayen gesellen 
kam und wie si das reich schiff funden. 
Uns sagt die history , do Galaat Parzifaln ledigte von 
den zwainzig rittern in dem wa!d , alls vor gesagt Ist , rait 
er eylend von im. Nach dem dritten tag kam er zu ainer 
schönen purck; vor der was ain vast schöner turnay und 
die von der purg waren nu pey nach über wunden. Da 
kam Galaat in ir hilff schnell dar, ranndt mit seinen gle'ven * 



310 



under die jenen. Mit fraislichen Stichen und starcken schl^ 
macht er, das all die von der purck sich wider koberteo. 
Gabon und Hestor tetens vast guet auf ainer parthey, also 
thet Galaat zu der andern. Der turnay mocht verwundci 
[Bl. 145*] werden, die weil Gabon und Hestor harten mochten. 
Diß sach wol Galaat, ranndt an herren Gabon , schlug in 
ain starcke wunden durch das haupt, das er zer erden vid 
Des erschrack Hestor ane massen ser, er halff herra 
Gabon wider auf sein ors und fürt in under sein paviluo. 
Mit dem hetten die von der purck all die äussern geflucht^ 
Alls aber Galaat horte , das her Gabon wund was , pefalch 
er in dem herren von der purck und rait weg, so das nye- 
mant weste, wer er gewesen was. Her Gabon ward auf die 
purck gehoUt und Hestor wartt sein mit guetter erczney 
pflegen, so das er in ainem monad wol gesunt ward. 

Galaat, alls er von dem turnay rait, kam er des andern 
tags zu nacht zu ainem wald prueder, der in mit wilki 
herbergt und gab im nach seinem stat, da von in wol pe- 
nüegte. Alls si zu ir schlaff stat giengen umb die mitter- 
nacht, kam ain junckfraw, klopfte an das tor. Der prucdtf 
vorseht, wer da wäre. Si sprach : »Haist den ritter an ver- 
ziechen zu mirkumenlc Er sagtz im. Alls er kam, sprad 
si, das er pald tett seine wappen an und mit ir kem. B 
legt sich schnell an und saß auf sein ors, rait mit der juni 
frawen. Si fuert in zu dem stat des meres. [BL 145**] ffi 
dem ward her glesten die sunn. Alls er zu dem stat kaffli 
sieht er ain schiff, das nicht, wann sehne weis, was. lÄ 
magt hieß in dar ein gan. Sunst g^eng er in das schiff 
Alls in Parzifal und Bohort sahen, hetten si die jgrösteft 
frewd mit im, die ye lewt hetten. Do sprach die jund* 
fraw: »Her Parzifal, lieber herr und prueder, got hab dandc, 
das er unns paide peruefft zu diser säligen awentewrl« ABs 
das Parzifal hört, ward er fröer, dann vor, das die junck- 
fraw sein Schwester was. Zu hanndt erhueb sich ain süessef 
wind, traib si mit dem schiff zu Orient wertz zu ainer wunif 
klichen awen. Do sahen si ain schiff, das von der reichait 
nyemand end mag geschreiben. Die magt sprach: >Wif 
Süllen zu jenem schiff gan.« Also teten si es, giengc* 



i 



311 

durch die wol riechenden awen, 
. 1 Do si an zu dem schiff chamen, fundeos an dem port 

^ geschriben mit guidein puechstaben: »Es sol in diß schiff 
nyemand kumen, er sey rain, aus ich, volkumen an rechten 
trewen; wann von trewen pin ich chumen.« Do wollt kainer " 
_ dar ein, knyeten iiider, sprachen ir gepet zu got und die 
junckfraw zaichnet sich mit dem wappen des fronen krewtz 
xind gieng in dem namen gottes [Bl. 145''] in das schiff und 
rueffle irem prueder Parzifal; der gieng auch auf die genad 
. gottea, aliso teten auch dise zwen. Mitten in dem schiff 
stund ain umbhanck vast reich; si paten Galaat, das er sähe, 
was dar hinder wäre. Er gieng und pefalch sich got, tet 
den umbhanck auf Do stund das reich[st] pett , das ye auf 
der erden kains menschen äugen gesahen ; an dem lag ain 
Schwert den dritten tail ausgezogen, des knöpf prehnet gen 
den äugen. An dem gehilcz stund geschriben; >Nyemand 
ist, der mich umb greiffen mag, piß der kumpt, dem ich 
•pehalten pin;« und sach an dem schwert geschriben: »Nye- 
mand sol mich ausziechen, dann der ritter, durch des willen 
ich her pin gesanndt; wer mich anders aus zug, der möchte 
aynen jämerlichen tod hie nicht entgan.« Galaat sprach: 
»Für war, das schwert gezeuch ich nymer, dann das ich für 
war geren weste von disem ding.« Die junckfraw sprach: 
»Ich sag euch ain tail da von. Salomon, dem got gab durch 
sein gnad ein wal , das er weite weishait , reichtumb oder 
■_sig an seinen veinten, do pat er got, das er im gab weiß- 
^pbait, da mit er sein volck mit weishait möchte regieren, 
^Darumb sprach got; »Umb das du hast verschmächt guet 
und [Bl. 145''] sig, so wil ich dir si alle geben.* Allso rieht 
er mit grosser weißhait alle ding und gedacht, im zu pe- 
hallten ain ewige gedächtnüss und tet mit vil hilff und rat 
der künigin von Saba machen diß schiff mit dem pett und 
legt daran seines vater Davides schwert und ließ durch gotz 
verhenckniiss die prophezey, das nyemand das schiff ge- 
weitigen sollt, dann der lesst ritter von seinem künn. Sunst 
ist es pis her pehallten.« Da funden si ainen reichen seckel, 
dar inn lag ain brief, in dem alle ding geschriben waren. 
Galaat sprach: »Liebe junckfraw, wie ist aber dem, das das 



312 

Schwert halb aus der schaid istPc Si sprach: »Es waren 
zwen künig, kriegten in dem ertrich Lugusen ; der ain hieß 
Barlames, der was ain haiden ; der ander Valandus, der was 
ain Cristen. Der haiden gewan über hanndt, und der kristen 
künig schlueg ainen haiden, das im sein schwert prach. 
Also ward er pis an den port gejagt. Er sprang in das 
schiff". Do sach er das schwert; er zuckt es und kam an 
den haiden künig, der im ain an dei\ port nack jagt, und 
schlueg den auf den heim, das es gieng durch den man 
und das ors, das si zu vier stucken viellen. Mit dem lof er 
wider zu der schaid, wollt es ein stecken. Ee er es vollen 
ein-[Bl. I46*]steckte, kam ain fewr von himel, verprennt in, 
das ain klain asch nach im pelaib. Sunst ist es chumen 
umb das schwertt, das es nit voll in die schaid kam. Nach 
dem kam in das land sölich sterben, das all das lannd 
verödet* ward, und man nendt es ye seid das verderblich 
lanndt. 

Nach dem Morderas und sein sun Nasiens vil lannd 
hetten pekert, das si Christum gelaubten, da kam es ains 
tags, das Nasiens gezuckt ward von dem wind und gefurt 
wol dreissig tag waid in Orient in diss schiff. Do gegnät 
im der fraislichist riß von der wellt, der in tod wollt slachen. 
Nasiens het nicht were, lof zu disem schwertt. Alls er mit 
auf den risen schlueg, zerprach es in manig stuck. Er er- 
schrack, doch gab im got den sig über den risen, das er ii 
tod schlueg. Do kam ain wind und fuert in zu diser innsel 
Tornoand; do pegegnät im auf dem mer Morderas, sein 
vatter, und ainer dem andern sagt vil Wunders. Do sagte 
Nasiens die awentewr von dem schwertt und fürte in in das 
schiff*, zaigt im die stuck. Morderas sprach: »Das ist nicht 
von ergnüss des schwertz sunder ain zaichen von got.« Si 
legten die stuck zämen. Do Sprüngen si zämen und wurden 
[El. 146^] gancz ane mail. Do kam ain stim , die sprach, 
das si in das schiff* giengen, das Morderas was, anders die 
plag gots wurd si treff*en. Si giengen an stund in das ander. 
Alls Nasiens an das ander trat, ward im ain schwert schlag, 
das er wonde , er wäre tod geschlagen. Do sprach die 
stim, er wärs- nit wirdig gewesen. Also füren si zu ir land. 



313 

Nu was ain säliger künig, got gevellig, Mahagyne ; der ver- 
rait sich an ainem gejagde von all den seinen an allain 
ainen ritter, kam an das geslad des meres. Er sach das 
schiff, gieng dar ein, sach diser reichait wunder. Er zoch 
aus das schwert , wann vor gähe hett er der puechstaben 
nit gelesen. An stund kam im ain stich durch paide knye, 
dar an er grosse pein leydet und wirt nymer hail , piß ir 
dar kumpt, und diser kiinig ist ewer mag und anherr, der 
allt reich vischer.t Die junckfraw sprach: »Herr GaJaat, 
nembt frölich das schwert! es ist euch pchalden.« Er sprach: 
»Mir gepricht des gehengs, alls die epitavy gicht, das es sol 
machen die keüschist junckfraw von allem küniges künne.« 
Die junckfraw graiff in ain laden, Do hat si das geheng 
gemacht von irem har, das da gleich sach dem klaren gold, 
und sprach: [Bl. 146'=] »Da mir erst verkündt ward von der 
awentewr, do het ich von der wellt nicht liebers, wann ain 
, mein har. Ich schnaid es ab und machte dar aus diß ge- 
heng.« Alls das schwert gehenckt was, do sprach aber die 
magd: »Her Galaat, ir seit nicht envoUen ritter, wann ir 
gnrtte nicht umb euch vollen ritterüch das schwert zu Ga- 
mahelot. Ich sol euch vollen ritter machen.« Sunst gurt 
si im das schwert umb. Er danckte ir zu mal ser und sprach, 
alls ianng er lebte, wollt er ir ritter sein. Des genadt si 
im und jach, si solten an ir schiff gan und faren, alls si 
^ot weiste. 

Si Sassen in ir scheff. Zu band cham ain nach wind, 
traib si in Schottlanndt zu Kartolack. AUs si an lannd tratten, 
kam ain knecht , fragt , wann si wären. Si sagten : »Von 
Artus hof.« Do sprach der knecht: »So seit ir euch selb 
zu unhail her chumen ; ir müessct all sterben , ir entrinndt 
dann mit gäher flucht.« »Das enwellegotU sprach Parzifal. 
Die junckfraw vorcht ir zu mal ser. Parzifal umb fieng sein 
Schwester, sprach: »Durch got enfürcht euch nicht I Der 
unns von mengen sorgklichen awentewrn hat erlöst, der 
hilfft unns mit gnaden hynnen.« Do sahen si ab der purck 
chumen wol zwayhun-[El. i46'']dert ritter verwappent, die 
si anruefften umb gefäncknuss. Die drey mit unverzagtem 
muet Sprüngen under si und schluegen dar nider ros und 



314 

lewt. Palld kamen si all drey zu rosß; wer do ir schleg 
ainen entpfieng, der viel tod von dem ors. Do ward ein 
gähe flucht zu der purck; die jagten alle nach piß in den 
palas. Galaat sach, das si also vil lewt erschlagen hetten, 
kam zu mal in gross erschrecken, umb das si so vil lewt 
erschlagen heten. Mit dem kam durch ein thür auf das 
palas ain allter her, wie ain priester. Alls er die drey er- 
sach, erschrack er ane massen. Galaat tet seinen heim ab 
und grüest in, allso tetten auch die andern. Do entpfieng 
er si mit grossen wirden. Galaat klagt umb die erschlagen. 
Der allt priester sprach: »Her, ich glob euch, das ir das 
pest werck hand getan, das ye ritter tatten. Got hat euch 
allen menschen her zu trost gesanndt, wann si waren die 
ergisten lewt und von den pösten sitten, die ye gelebten. 
Es was ain graff in disem lannd, genant Erneus; der het 
ain gar schöne tochter und drey ritter, genueg piderb. Nu 
viengen dise herren von der purck die drey ritter und 
schluegen si tod und die magt hetten ir drey, auch ge- 
prüeder, [Bl. 147*] mit ungeordenter lieb. Diß klagt si ser, 
waind irem vatter umb die entraynigung irer keusch. Alls 
si das vernumen, viengen si den grafen, legten in in ain ge- 
fancknüss und verpranten die junckfrawen. Und hewt hat 
der graff vernumen von gotz verhencknüß, das drey ritter 
sollen her chumen, die iren gewallt nydern sollen; darumb 
furcht euch nicht! wann es was der will gotz. Der graff 
leit zu mal in grosß kranckhait ; kumpt, gesehent im geben 
den fronen leichnam Christi , dem dise wicht so vil uneren 
hewt erpoten haben, alls si erdenken mochten 1« Si giengen 
in die kamer, dar inn der graff gefangen lag, der si mit 
grossen eren entpfieng, sprach: »Gelobt sey der ewig got, 
das ich die ritter vor meinem tod sehen sol, durch die die 
awentewr des heiligen grals zu ende wirt prachtlc Er ent- 
pfieng mit grosser andacht das heilig sacrament. Mit dem 
sprach er: »Reitt an alls verharren zu dem chünig Mahagine, 
der ewer wartt mit grosser pegirdeU Da mit gab er auf 
seinen geist. Si vergrueben in in ainer kappellen pey ainem 
klosnär und morgens frue riten si [durch] die gewildnüss. 
Do sahen si den weissen hirsen mit den vier lewen, den 



Parzifal und [BI. 147''] ander vor auch gesehen hetten, 
Galaat sprach : »Ich volg im nach, war er gat, oder ich er- 
vorsch von im die awentcwr, wann es ist nicht sunder groß 
pedewtnüß.« Si riten im nach. Er gieng pey ainer klausen 
in ain liappellen, Alls si auch dar ein giengen, do het sich 
ain säliger aiitvatter an getan zu ainer mess. Alls er über 
allter stund , kam ain zu mal reicher sessel auf den altar 
und der hirß ward verwandellt in ainen vast schönen man; 
die vier lewen wurden auch verwandeilt, ainer ward in ge- 
stallt aines adlärs, der ander wie ain mensch, der dritt ge- 
leicht ainem ochssen, der vird pelaib ain leo. Nach dem 
und die mesß ende hett, namen zwen den sessel vornen 
und zwen hinden und hüben den herrn auf, fürten in sunder 
alle zerprechung der mewrn oder glas zu himel. Die drey, 
aiich die magd , vielen in krewcz stal zu der erden ; der 
prueder gieng zu in, entpfieng si alls ein vater seine kind. 
Er kannt in dem gaist alls ir gewerb , pat si vol herten in 
- irem guettem flimemen. 

Si urlaubten sich und sassen auf; er gab in seinen 
segen und pat ainer den andern, das er got für si pät, 
riten durch die gewildnüss. Für sich sahen [Bl. 147=] [si] ain 
purck, genant Gieth; da von kamen zehen ritter gewappent. 
Do si die magdt ersahen, sprachen si; »Lieben herren, 
lasst hie das recht von diser purck!* Parzifal fragt, was das 
recht von der purck war. Die ritter sprachen: »Wellich 
magdt hie für reitt, die mueß hie lassen ein schüssel vol 
von irem pluet.« Parzifal jach: »Das geschieht nymer, alls 
verr und ichs erweren mag.« Also sprach auch Galaat und 
Bohort. Die sprachen, das müeste über ain sein. Do randten 
si zu hauff. Die drey machten pald , das si all under den 
orsen lagen. So chumpt von dem hauß ain michel povel, 
all gewappent; die drey machten ein groß gefeil, so das si 
nyemand schaczte illr irdisch menschen; si wären von der 
helle chumen, wann si machten all die Jenen flüchtig ; ■ und 
ir streit werte von terzie piß umb die vesper. Do kam zu 
in ain allt man, sprach, das si zu seinen trewen warten, alle 
er sollt in erpoten werden auf der purck , das si dar auf 
riten, er wollt si morgens wider nach irem willen an dise 



3i6 

statt gelaitten. Si riten mit im. Da ward in an alle maß 
grosse er erpoten. Mit dem siezt der allt man zu den 
dreyen und der magt, sprach: »Ich sag euch, wie und war- 
umb dise gewonhait hie ist, zu aischen der mägdte pluet. 
Wir haben [Bl. 147*^] hie innen ain frawen von disem lanndt, 
die ist meüsselsüchtig ; wir haben umb ir genist willen ge- 
schickt an manig ennd der wellt nach ärtzten. Die sagen, 
ob man ainer magdt pluet hette, die von aigner art und 
natur kewsch war, dar von möcht man si wol gesunt machen.« 
Mit dem sprach die junckfraw: »Seyd dem allso ist, so sol 
ir , ob got wil , von meinem pluet geholffen werden ; des 
mag mich nyemand erwenden;« und sprach zu irem prueder 
Parzifal: »Lieber her, ich pitt euch, das ir mich nicht pe- 
grabt allhie ; dann fiiert mich hynnen zu dem mer ! da wert 
ir vinden ain schiff, dar an legt meinen totten leib und lat 
mich varn, war mich awentewr wil han I dann ir werdt mich 
vinden zu Saras, da sollt ir mich vergraben in dem wunder- 
lichen pegrebd; da werd auch ir und Galaat ligen; und 
reitet dann yeder ainen sundern weg, piß euch awentewr 
wider zu samen pringt I Das hat mich euch der groß künig 
von himel haissen sagen.« Da mit pracht man ain schüssel 
und schlueg ir die ädern. Si verpluet sich so lanng, piß 
die Schüssel vol ward. Mit dem gab si iren geist auf in die 
gesellschafft der engel. Do ward die fraw von der purck 
gewaschen mit irem pluet und ward an stund rain. Do 
ward die edel [Bl. 148*] und heilig junckfraw gebalsamiert 
und in das schiff gelegt, in ain gar reich, und ain prieff ge- 
legt zu iren haupte[n], wer si war und durch was si tod was. 
Palld kam ain süesser wind, fuert si auf das mer. Do ward 
ir durch ir grosse tugent vil nach gewaint. Die drey ge- 
sellen riten von der purck und chamen zu ainer klausen zu 
ainem ainsidel. Do hueb sich all umb die purck das aller 
gröste ungewitter, das ye man gesach, und menklich mainte, 
do zu verderben. Si peliben die nacht pey dem ainsidel, 
der in tett das pest , das er mochte die nacht. Morgens 
stunden si auf und horten mesß; nach dem schieden si 
dannen. So gegent in ain ritter ser verwundt, der schray: 
»Her, kumpt mir zu hilff, das ich nicht suns verderb!« Dem 



jagt ain ander ritter nach , der in anschray : »Her ritter, 
wert euch! wann ir müest sterben.* Galaat wollt im heißen; 
Bohort jach: »Herr, lat mir den streittU Er jach, seid ers 
gerte, so wollt ers thun. Mit dem rait Bohort dem ritter 
nach und dise zwen riten auch iren weg. Hie sagt die 
awentewr ein weil von den zwayen. Alls Bohort von in 
geschaiden was, riten dise zwen , Galaat und Parzifal, zer 
purg [Bl. 148''] und fanden si von dem weter all zu hauffen 
geschlagen und kain mensch lebte mer dar innen. Alls all 
die purg durch suechten, horten si ain stym, dy sprach: 
>Diß ist die räch gottes durch ir pöß gewonhait und das 
ein heilige junckfraw getött ist durch das genesen ainer 
Sünderin. 4 Si giengen auf einen kirchhof, waren zwelff pe- 
grebde ; dar zue was nye hagel , stain noch regen kumen. 
Diß waren alls junckfrawen von künigklichem stam gewesen, 
die umb der frawen von der purck willen getött wurden. 
Ails si disen jamer gesehen hetten , riten si paß in die ge- 
wildnüß. Do sprach Galaat: »Lieber herr, mir getet nye 
ding so wee, so das ich mich von euch schaiden mueß. 
Seyd es got aber wil haben, alls dann ewer Schwester, die 
heilig junckfraw, sprach, so mueß es sein.« Da mit viengen 
si sich in ir arm und urlabten sich waynend von ein ander 
und yeder rait, dar in awentewr fuerte. 

Awentewr, wie es in der zeit Lantzilet gieng, do er in 
der wrildnüß was , alls irs gehört habt, und wie er dar 
aus kam und wie im in dem schiff gelang. 
Ir habt wol vernumen, wie sich Lantzilet verirte in der 
wildnüss und kunt nicht hinder, noch für sich. Zu einer 
nacht het er sich sein lebzeit verwegen, [Bl. 148'^] da 
zu peleiben , und er rueffte got an von ganczem seinem 
herczen mit grosser andacht, legt sich nyder und entschlieff. 
Do kam ain stym, sprach; »Lantzilet, stannd auf, gang zu 
dem stad des meres! da vindestu ain schiff; dar ein gang 
und wartt, was awentewr mit dir machen welle!* Er er- 
wachte, stund auf und legte an seine wappen, gieng zu dem 
mer und fannd ein schiff. Er segnät sich und gieng dar 
ein. An stund kam ain wind und schlueg in auf die weit 



3i8 

des meres. Er was et gar ain und die nacht was vinster. 
Nu morgens, alls die sunn mit ir Hechten prehen über die 
hoch der perg erglenste, sach Lantzilet umb sich und 
vannd in dem schiff ain pett, das gar reichlich zue gericht 
was. Alls er dar zue cham, vand er dar ain totte junck- 
frawen. Er hette ane maß geren gewisst, wer oder wannen 
si war. So sieht er zu iren haubten ainen brieff, dar an er 
alles das vannd, was piß dar peschehen was ; wann es was 
die Schwester her Parzifals. Er sagte von den dreyen ge- 
sellen, von dem schiff und schwert mit dem unpewanten 
heng, auch ir sterben. Lantzilet wainte von erpannkait ires 
todes und frewte sich dise[r] heiligen gesellschafft , die im 
got peweist het von der [Bl. 148*^] grösten awentewr. Also 
fuer er ain monad auf dem mer, piß in der wind schlueg 
zu ainem hohen gepirg; er sach do ains wald pruedCTS 
klausen. Er gieng zu im «und er ward von im wol ent- 
pfangen. Der prueder fragte in, ,wie er dar kumen war. 
Lantzilet sagt im alle ding von der junckfrawen. Der ain- 
sidel schray zu got, sprach: »Herr Jhesu Christe, ich lob 
dich, das du mich hast disen tag geleben lassen, nach dem 
ich mich ye sente. Ich pitt dich, das du mir noch günnest, 
das ich die heiligen junckfrawn gesehen müesse , die das 
wunderlich schwert henckte.« Mit dem giengen si zu dem 
schiff und er pesach die junckfrawen und las den brieff. 
Er sprach: »Sich, Lantzilet 1 durch deiner Sünden willen pistu 
gestossen aus der säligen gesellschafft; darumb ker noch 
wider 1 got hat auf getan sein arm und wil dich mit willen 
entpfachen und alle, die mit rewen irer Sünden zu im wellen 
keren. Lieber Lantzilet, darumb peleib in deinem guten 
fiirnemen stät 1 und ich sag dir, nach vier tagen wirstu sehen 
den warhafften ritter Galaat, der dir gesellschafft wirt thuen.« 
Mit dem pat ainer den andern, das er got für in pät, und 
schieden sich. 

Do kam aber ain wind, hueb das schiff von dem [Bl. 149*] 
lannd und traib es auf das weit mer, und alle tag, so Lan- 
tzilet sein gepet mit grosser andacht sprach und es got 
opfferte, so kam das taw von himel in das schiff, mit dem 
er ersattet ward aller wollust, so das in weder hungert noch 



durste. Alls fiier er pis an den vierden tag zu morgen, do 
stieß das schiff an lanndt und er horte ainen ritter kumen, 
der gieng in das schiff. Si grüsten an ein ander und si 
teten ir heim ab. Si wurden ain ein ander erkennen, Galaat 
und Lantzilet. Si machten die grösten frewd, die ye lewt 
gehorten, mit ein ander. Galaat fragt seinen vatter , ob er 
icht wesst, wer die tod junckfraw war. Er sprach: »Ja, 
alls ich an dem brieff vernumen hab.< Galaat sagt im aller 
ding anfang, mittel und end piß dar, wie dise ding pe- 
schehen waren, und von ir grossen heiügkait. Lantzilet 
sprach; »Wollt got, das ich so sälig solte sein, das ich nur 
das wunderlich schwert gesehen raöchtU Galaat zaigt es 
im, wann ers zer seitten hette hangen. AUs Lantzilet das 
ersach, do kust er es manig mal, und si fueren mit ein 
ander wol. Nach ain halb jar, do kam ain stim, sprach: 
»Galaat sol enden die awentewr von dem heiligen gral.« 
und das si sich urlaubten , wann si gesähen nymmer mer 
lebend an ein ander. Das was [Bl. 149''] in zu mal schwär 
und machten grossen jamer mit ein ander. Lantzilet sprach: 
»Lieber sun, ich pitt euch, das ir got für mich pitt.« Galaat 
jach: »Herrund lieber vatter, perewend ser ewer sündel so 
sind unnser paider pett gen got dester pas pewanndt.» Mit 
dem kam ain ritter mit gancz weissen wappen, ruftte: jGa- 
laat, kum und volenndt das werck, das von got dir pe- 
hallten istU Er uriaubt sich von Lantzilet. 

Lantzilet fuer, alls in die wind fuerten. Ainer zeit sach 
er ain zu mal schöne purck ; zu dem kam das scheff an 
lannd. Es was nacht, doch schain der man Hecht. Er trat 
ab dem schiff, so hört er ain stim sprechen : »Lantzilet, hie 
in diser purck vindestu ain tail deiner pegird von dem hei- 
ligen gral zu sehen.« Er gieng ain gassen auf zerpurg und 
sach zwen starck lewen, die ainer binden hiietten. Alls er 
dar zue kam, dacht er, wie das er all dar mit den lewen 
müeste streitten. Er zoch sein schwert aus seiner schaiden. 
Zu hanndt kam ain flam, schlueg in zu ruck. In dem sprach 
ain stim: »O du krancker des glaubens, hastu mer hoffnung 
in dein wappen, wann in die hilff und peschüczung gottes?« 
Mit dem viel er auf seine knie, got gnaden pittend, das er 



^^^^^ 320 

im sein sünd vergab. Er gieng, vannd ain tür offenn; durch 
die gieng er und kam auf den grossen paiast. Er [BI. I49'[ 
enhort, noch sach nyemand. So sieht er ain thür. Er ge- 
dacht mengen weis . wie er dar ein möchte chumen. Zu 
letst thet sich die thür auf; aus der kam ain glancz, klärer, 
dann die sunn, und ain süess riechen. Alls er dar ein sach, 
so sieht er den heiligen gral, verdeckt mit ainem roten 
samat, und ain allter herr hett sich zu einer mess angethan. 
Lantzilet stund, wolte messe hören. Alls der herr wolte 
den fronen leib Christi aufheben, gedaucht Lantzilett. wie 
zwen dem priester den dritten in die hende gäben, und er 
hueb in auf. Lantzilet mainte, er wurde vallen, wollt durch 
hilff dem alten priester zu statcn sein kumen. Do kam im 
under äugen ain windt , wie ain haiss fewr und warfT in 
hindertwert auf jenen paiast; also lag er ane alle krafft pis 
morgens , das menigklich auf das palas kam und in also 
funden. Si wonten all gar, das er tod war. Do kam ain 
allter man, zu mal ein guet arczt, der graif in, sprach, das 
er starck war, was got sunst mit im mainte. Allso lag er 
unsprechend vierzehen tag; an dem fünfzehenden sach er 
urbärling auf, sprach, warumb si in erweckt hetten, er hette 
die maisten frewd von aller der wellt gesehen, noch war im 
die maist verporgen gewesen durch seiner Sünden willen; 
und er fragte si, wellicher ende der wellt [Bl. 149''] er wäre, 
oder wie er dar kumen war. Si sagten im, er war zu der 
purck Corbine. Mit dem wurden si in der maist tail er- 
kennen und man sagte die mär dem chünig Beles, das der 
ritter, der do gelegen was, Lantzilet vom Lack wäre. Der 
künig ward vast fro und kam auf den sale. Er entpfieng 
Lantzilet zu mal schon und fürt in sunder, sagt im, das sein 
tochter, die den ritter Galaat geport hett, tod war, des 
Lantzilet ser betrübt was. In den reden chumpt ain ritter 
an die porten. Man fragt, war er wollt. Er gerte ein zu 
lassen. Ein allt man antwurt, man ließ in nicht ein auf all3 
einem hohen ors , wie das sein prueder Lantzilet d[r]innen 
wäre. Er rait schämend weg, zu vor das es sein prueder 
von im wissen sollte, und gedacht zu hant, wie im der allt 
herr es gesagt hette, da er im und auch Gabonen die iren 




j trewmb pedewte, und rait allso weg. Lantzilet gerte auch 
nu urlabs und man pracht im seine wappen. Er urlabt sich, 
rait ettlich tag, piß er kam zu einer apteyen. Er sach zu 
mal ain schön grab; er fragt, wes das wäre. Man sagte im, 
es war des künig Bondemagus von Gore ; der läge dar, und 
Gabon hett in erschlagen. Lantzilet klagt in sere, wann er 
in vast lieb hete. Morgens, alls er mess gehorte, rait er weg 
mit langen tag raisen , pis er kam zu Logers an Artus 
[Bl, 150"] hof, do si sein ser fro waren. Ir waren noch 
wenig chumen aus der suechumb , aber ir was nu vil er- 
schlagen. 

Aiwentewr, wie es mit Galaat die weil gieng, alls er ab 

dem schiff von Lantzilet schied, und wie im seider ge- 

lanng. 

Do Galaat gescliaiden was von Lantzilet, seynem vater, 
auß dem schiff mit dem ritter, do kam er in das künigreich 
von Gore, do er ein abteyen vannd, do Lantzilet auch vor 
gewesen was. Er horte von der awentewr sagen, die Lan- 
tzilet nicht mocht zu ende pringen. Es was ein grab, dar 
aus stättlichen flammen von fewr schluegen, und was auch 
der leib des heiligen ritters Sannd Symeonis. Er pat ira 
die tür auf schliessen. Man tetz. Alls er dar zue gieng, 
do verlaschen die fewres flammen. Er hucb den sarch auf 
und nam den Jeichnam Symonis her aus und er ward ge- 
legt flir den fron alltar in dem kor; und er hört ein stim, 
die sprach: »Galaat, die stund was gebenedeyet, in der du 
geporen ward; du hast mich aus einer grossen pein erhebt 
umb ain sünd, die ich verworchte an Joseph, dem ritter 
gotz; hewt wirft ich zue gesellet den englen.c Galaat danckte 
got der grossen genaden. Alls er morgens messe hett ge- 
hört, do schied er [Bl. 150''] mit ir aller segen weg unnd 
vannd in dem sorgklichen wald ainen prunnen syedend, dar 
aus Lantzilet das haupt holte. Er stieß sein hannd dar ein 
unnd zu hannd erkallte das wasser. Er rait maniger end, 
da von vil zu sagen war. Mit dem rait er ains tags zu der 
klausen , do Mordoras lag so verwunndt, der manig jar da 
gelegen was. Er penacht pey ainem heiligen ainsidel. Mor- 



322 

gens hört er messe in der kirchen und er sach den kün^ 
an dem pett ligen, wie in auch Lantzilet vor het funden. 
Alls die mess kam nach dem euwangely, alls der sälig ain- 
sidel wollt das sacrament consecrieren, do ward der chünig 
gesehen und all sein wunden wurden hail. Nach der mesß 
ruefft er zu got, lob und er sagend, und sprach: »Wo ist 
der edel ritter gottes, durch des kunffl ich genesen pin?f 
Der allt vatter fuerte Galaat zu im. Er unmb vieng in mit 
den armen und kuste im wang, äugen und mund, sprach: 
»Willikumen got und mir, wol mich, das ich dich vor meinem 
tod sehen soll« Er gerte des fronen leichnams Christi. 
Alls er den mit grosser andacht entpfieng, do verschied er 
dem ritter Galaat under den handen. Er ward mit den 
grösten eren für den hohen altar gelait, da sein leib nodi 
ruend ist und [Bl. 150*^] des jungstlichen gerichtz dar war- 
tend ist. 

Nach dem gerte er urlabs und rait ettlich zeit in der 
gewilldnüss. An ainem tag pegegent im Parzifal , der gar 
an massen fro ward, do er in kannte ; alls was auch Galaat 
Yeder sagt die wunder und awentewr dem andern, die er 
gesehen hette. Alls si ain woch riten , so pegegent audi 
in Bohort. Si kanten in an stund und waren doch fiinff 
jar von ein ander gewesen. Bohort sagt in , das er nye 
zwo nacht an einer stat gewesen war. Sunst riten si zu 
der purck Corbine, do si erleich entpfangen wurden. Man 
pracht in an stund das schwert, da mit an Salomonis schiff 
der künig, genant Mahagines, durch paide knye gestochen 
was ; das was in mitt entzway. Galaat lait die stuck zamen, 
do wurden si ane mail und scharten wider gancz. Si ruefften 
all zu got und hofften, das si die awentewr enden sollten 
umb den heiligen gral. Galaat gab das schwert Bohort 
Sunst hat yeder ain schwertt von frömden wunder, und alls 
si sunst mit ein ander redten, so kumpt ain wind durch das 
palas zu mal haiß wie ein fewr und ain stim sprach : »Wer 
nicht gesell ist zer tavelrund, der sol nicht hynne peleiben.« 
Da gieng menigklich aus an [Bl. 150*^] die drey. Pey in 
pelaib Beles, der künig, und Elies, sein sun, und ein kewschc 
junckfraw, des künigs nifftel. Mit dem kamen ein zer thür 



323 

: gangen neun ritter, wol verwappendt ; si grüesten die gesell- 
i schafft und si wurden wol entpfangen. Si sprachen: »Hört, 
ir edlen und gutten ritter, Galaat, Parzifal und BohortI wir 
£ haben ser darnach gearbait, das wir hewt das mal mit euch 
: haben ob der heiligen tafeln, c Zu hannt horten si aber ein 
stym , die sprach : »Wer sich in diser suechumb von dem 
; heiligen gral nicht gearbait hat, der sol auch nicht hynnen 
sein.c Do giengen aus dem palas all, die d[r]innen gewesen 
•waren, an die drey und die neun , die yecz kumen waren. 
. Do kam durch gancze maur ein pischoff auf ainem sessel 
siezend, der si grüest. Si naigten sich diemüetigklich. Mit 
dem thuet sich auf die tür und vier engel tragen ein ain 
tafel, sehne weis, verdeckt; nach den giengen zwen engel 
mit zwain klaren kerczen schon prinnend ; nach dem kumen 
aber zwen engel, die truegen enpor den heiligen gral, ver- 
deckt mit ainem roten samat; und aber zwen engel mit 
zwaien klaren Hechten. Die vier kerczen saczten si an die 
vier örter des tisch, die andern saczten den gral auf den 
tisch. Der heylig bischof [Bl. 151*] sagt in, das er war 
Joseph von Aramathia, und diser gral was die schüssel, dar 
aus der herr Christus Jhesus das osterlamb an dem heiligen 
antlaß tag geessen het, und dapey der kelch, dar aus er 
seinen lieben jungern zu trinckengab, do er sprach : »Trinckt! 
das ist mein pluet.« Also gieng der bischoff aus seinem 
sessel und nam die hosty, die ain engel dar legt, und segnät 
die und gab in das lebendig prot von himel. Do sahen 
die drey, Parzifal, Galaat und Bohort, das in der schüssel 
stund ain kind mit glestendem angesicht ; das prach ye ain 
stuck von seynem zarten leib und verwandelt dar ein das 
hosty, das yeder entpfieng. 

Nach dem und si die himlisch speis entpfanngen hetten, 
do sprach der pischoff: »Alls Christus, der herr, hett sein 
lieb junger gespeist, do sanndt er si aus in die wellt, zu 
leren den heiligen kristenlichen gelauben. AUso sollt ir hewt 
pey dem tag euch schaiden und den heiligen glauben pe- 
schüczen alls edel ritter gottes ; doch sag ich euch, das aus 
euch ainer vallen wirt von seiner angefanngen andacht, alls 

auch der zwelffer ainer viel aus den jungern Christi.« Die 

21* 



32+ 

neun sahen den gral und horten die stim, aber den dienst 
der engel [Bl. 151^] mochten nur die drey gesehen. Und 
alls alle dise ding volendt waren, do trueg ein engel ain 
sper her für. Der pischoff und die engel knyeten dar gegen 
nider; da ward das sper pluetten, das es an dem schafft 
herab floß; das pluet viengen die engel in den kelch. Do 
sprach der pischof zu Galaat: »Haiß her ein tragen deinen 
allter anen ^ und nym das pluet , bestreich im da mit sein 
wunden I so wirt er hail.c Zu hant trueg man hin ein den 
chünig Mahagine; mit im gieng Beles und sein sun Helies 
und aine des künigs nifftel, die zu mal von gutten sitten 
und leben was. Alls der wundt künig auf den wunderlichen 
palast kam, do nam Galaat des pluetz und pestraich im da 
mit sein wunden. Zu hannt ward er an mail und wee ge- 
sundt. Do sprach ain stim: »Galaat, Parzifal und Bohort, 
das ir drey die tafel und den heiligen gral nembt und si 
tragt zu dem mer , da ewer ain schiff wartt, und varet got 
ergeben, war euch awentewr fiieren wil und thuet es hewt 
pey disem tagl« Alls der künig Mahagine genesen was, 
ward als volck in purck und stat fro, und zu hant ver- 
schwannt der pischof mit den engein und dise neun dar 
kumend [Bl. 151*^] ritter riten wider weg mit ir aller urlaub. 
An stund nam man den heiligen gral mit der tafeln und 
prachtz zum mer mit ainer vast schönen proceß. Do sahen 
si das reich schiff Salomonis, dar auf si das schwert ge- 
numen hetten ; dar an truegen si die ding alle und urlaubten 
sich. Zu hannt kam ain windt, der si von dem lanndt 
fuerte auf das hoch mer. Nach dreyen monaden kamen si 
zu Saras an lannd. Da sprach ain stim von himel, si solten 
die tafel und den gral pringen auf den geistlichen palast, 
dar auf in lanng nye kain mensch getorste kumen. Allso 
truegen si die tavel, Parzifal und Bohort vornen, und Galaat 
allain binden. Alls si durch die porten chamen, stund vil 
volcks, dise wunder ze schawen. Under den stund ein man, 
der in vil jaren nit hette geen mügen ; den truegen zwen 
auf ainem sessel. Galaat sprach zu im, das er im hulffe 

I F' [BL 156a]: deinen altenn anen. 



die tavel tragen. Er sprach: iHer, des vermag ich laider 
nicht; got wollt, das ich euch sollt helffen I« Galaat sprach: 
»Got wil es, chum und piß gesundt in dem namen gottesl« 
Und der siech man stund wol gesundt auf, halff im die tavel 
tragen an die stat, da si es hin wolten. Si giengen aber 
her wider nider zu dem schiff, namen [Bl. igi''] ander ir ge- 
reitschafft und zu vor den heiligen gral, truegen in wird ige lieh 
auf das palas. So erhebt sich aber ein windt, schlueg das 
schiff enweg. So si allso auf das mer sahen, so kumpt ain 
schiff mit geschwindem iauff durch die unden des meres 
und stieß in die hab, da jenes gestanden was. Alls si das 
wunder sahen, erkanten si, das es das schiff was, da si her 
Parzifals schwester, die heiligen junckfrawen, heten ein ge- 
legt. Si lobten got mit andacht des schönen zaichens und 
prachten die heihgen raagt auf den geistlichen palas mit 
dem gral, allda si mit grosser wirdigkait pegraben ward. 
Nun was inn dem lannd der ungelauben zu mal groß und 
durch der dreyer ritter säligs leben wurden gar vil menschen 
pekert, auch durch die grossen zaichen von dem gral. Diu 
naid der künig ser und was in grossem widermuet gen den 
dreyen. Do ward in von der götlichen stim verkiinnt, das 
der heilig gral nicht mer sollt auf der erden sein , und die 
engel von himel chamen und fürten in zu dem reich gottes. 
Nach dem alls nu der heilig cristenlich gelaub wuechs, do 
legte der künig die drey ritter gottes gefangen und lagen 
also ain gancz jar. In dem starb der [Bl. 152^] künig und 
er ward kuniklich pestatt, Alls die herren von dem lannd 
ainen chiinig wolten welen, do geviel ir aller muet auf Ga- 
laat. Allso ward auch er dem lannd zu künig erwellt, wie 
er sichs lanng werte. Er pracht das lannd in kurczer zeit, 
das alls sein volck an Cristum gelaubte, und got tet durch 
in manig schön zaichen. Er herschte das lannd ain jar und 
pat got an auf hören , das er in von diser wellt nam und 
in füerte zu der englischen genossschafft. Diser seiner ge- 
pett gewert in got und er peichte sicli und entpfieng das 
war himelprot mit grosser andacht und naigte sich vor dem 
alltar und verschied säügklich. Er ward vil geklagt und er 
ward zu der säligen junckfrawen auf dem gaistlichen palast 



326 

pegraben. Do zoch sich Parzifal von der wellt, pawt im zu 
walld ain klausen, nam zu im ainen gaistlichen kappelan 
und verzerte da sein tag nach dem willen gottes mit vil 
guetter Übung. Nach dem wollt in got pelonen und nam 
in auch von disem eilenden leben und gab im in dem fronen 
himelreich das ewig leben und er ward pegraben in dem 
palast zu seiner heiligen Schwester und zu Galaat. Alk nu 
Bohort allain verlaib, wollt er [Bl. 152^] nymmer da peleiben 
und rait mit langen tag raisen, piß er kam zu Gamahelot 
in das künigreich zu Logors, do er mit gar grossen frewden 
entpfangen ward. Do verkünnt er in allen alle die geschieht 
und wunder, die er hette gesehen. Das ward allso von den 
kronick schreiben! ein gezaichent. 

Hie endet sich das puech von dem heiligen g^al und ist 
das lünfiEt puech herren Lantziletz vom Ltack. 

[Bl. 153'] Hie nach hebt sich an das sechste puech von 
herren Lanzilet vom Lack und ist genennt das puech 

von künig Artus tod. 

Unns sagt die history, alls Bohort zu Gamahelot kam 
und grosse frewd machte an dem hof, do kam auf den hof 
ain garzun, sagte den rittem von ainem tumay, der ge- 
macht wäre vor Gintistre; dar wiu-de grosse ritterschafft 
kumen. Des erfirewten sich die von der tavelrund und 
rüsten sich dar. Nu fii^^e sich, das Agranand, herren Ga- 
bones prueder, mit dem künig maniger hannd redte, und 
der künig redt vil von der piderbkait herren Lantziletz. Nu 
het Agranand wol gemerckt die m3am zwischen Lanzilet 
und auch der künigin, gedacht im, das er sein er pas pe- 
waren möchte, ob er es dem künig sagte, danne das der 
künig sunst gelestert da mit solte sein, und sprach: »Lieber 
herr , ob Lantzilet ab ewrm hof war , ir noch ewer gesell- 
schatll wärens nicht geschwecht.€ Der rede verwundert ser 
den künig, wollt ye über ain wissen, was er mit mainte. 
Auf das jüngst sagte er und sprach: »Her, da vart er ewr 
eren mit meiner firawen, der künigin; durch [Bl. 153^] ir 
mjTin er alle sein ritterschafit thuet;« sagt im vil, wann er 



im lang gelagt liette. Der künig ward ser petrüebt diser 
ding, wie ers nicht schnei! gelaubte , und saczte mer huet 
umb dise ding. Nu riiaten sich die von der tavelrund auf 
den turnay, der künig wolte die chünigin nicht mit im lassen, 
des si ungewan was. Er schickte zu Lantzilet, ob er icht 
wollt zum turnay, Do sagte er in allen , das er zu mal 
kranck wäre. Des erschrack der künig und ließ alle ding 
wol pesteilen und menigklich rait weg. Nach dem machte 
er sich haimlich auf mit ainem knecht und rait in fromden 
wappen nach. Nu penacht Artus auf ainem gutten schloß 
und lag an einem venster mit Gifflet. So reit Lanzilet an 
dem schloß für. Artus sprach: sDiß ors erkenn ich wol, 
wisst ir, wer jener ritter ist?t Gifflet sprach: »Für war, 
nain.« Artus sprach: sEs ist Lantzilet vom Lack.« Und 
der künig gedacht, das die wort von Agranand nicht, wann 
lüge, wären, umb das Lantzilet nicht dort was peliben. Lan- 
zilet rait den abend durch den walld , penacht auf ainer 
reichen purg, genant Kalot , do er erlich entpfangen ward. 
In entwappent ain junckfraw ; die was schön [Bl, 153"] über 
alle die, die er vor ye gesach, ane die künigin Ginofer. Si 
fragte, war er wolte. Er sagt : sZu Gintistre auf den turnay.* 
Do waren zwen jung ritter und prüeder diser magdt und 
wolten auch zu dem turnay. Der ain was kranck, das er 
nicht mocht reiten; der ander pat in, das er in in sein 
geselkchafft neme. Lantzilet sprach, das ers geren tätt, ob 
er andre wappen möchte haben. Der ritter sprach: »Her, 
fiiert meins prueder wappen! so seit ir meniküch unerkant,» 
Die junckfraw pat in, das er in dem turnay ir ritter wolte 
sein und ir klainäd wollte füeren. Er sprach , er wollt es 
geren thucn, Si machte im auf seinen heim ainen frawen 
arm von rotem samat. Also riten si morgens zu Gintistre 
und riten zu dem künig Norgaüs partheyen. An dem an- 
dern tag hueb sich der turnay an mit maniger schönen 
thjost. Die von der tavelrund teten es zu mal guet und 
Gabon wolte den tag nicht turnieren. Bohort, Lionell und 
Hestor machten wunder von gefell, Diß ersach Lantzilet 
und sein gefert und machten ir thjost hart guet, Lantzilett 
stiffte wunder. Das sach Hestor nam ain starcke glävi, 



328 

also tet auch Lantzilet und man raumbte in den punder. 
Lantzüet verstach sein sper, [B!. 153^] und Hestor stach in 
von seinem ors. Do zuckten in die seinen, prachteo in 
wider auf das ors. Er graif zu seinem scliwert und macht 
wunder. Er l^am an Hestor, schlueg in aucii von dem ors, 
doch verwundt er in nicht. Diß sach Boliort ; der kam mit 
ainem starcken sper auf Lantzilet, dem auch pald ains zer 
hende ward. Si machten den punder lanck und jagten 
zämen, was ire ors ervolgen mochten, und vertheten ire sper 
zu mal ritterlich. Lantzilet viel aber zu häuf und Bohortz 
sper steckt ain michel tail in seiner achse!. Er sprang wider 
auf sein pfärd , alls ob im nicht gepräch, und fuer für und 
wider alls, rait alles das der nider, das sich gen im seczen 
wollt, so das er den tumay zu paider seit überwannd. Man 
gab mit aller volg im den preis. Zu abent, alls der turnay 
ende het, rait er und der ander ritter weg, das nyemand 
weste, war si chumen waren. Her Gaban und Gifflet riten 
in nach , yedoch komen si in aus den äugen. Nyemant 
■ kund erfragen, wer der ritter mit dem frawen arm wäre. 
Man machte ainen andern turnay von dem tag über ain 
monäd für die purgk zu Torneburg. Sunst zeließ sich die 
ritterschafft all hie. 

Lantzilet und der ritter [Bl. 154^] von Kalot kerteo 
haim, do si wol entpfangen wurden. Nu hett sich Lantzilet 
von der wunden hart verpluet. Man pracht im ainen arcz[t], 
der in mit guettem vleis erczente. Do es was nahen dem 
turnay, do hette Lantzilet grosse pegirde, auch dar pey zu 
sein und die chünigin zu sehen. Er gunde sich zu einer 
zeit verdencken und erdent sich aus ein ander so starck, 
das im sein wunden auf raiß und gunde im newes zu pluetten. 
Des erschrack der arczt zu mal ser und Lantzilet wolte ye 
zu dem tumay, wie mans im werte. Do sprach der arczt: 
»Wellt ir ye nicht volgen , so glob ich euch, das ir nicht 
vol zwo meyl geriten seit, ir müesset sterben sunder zweifel.t 
Mit dem pehueben si in. Nu minte die junckfraw in also 
ser, das si wonde ersterben, und legte sich vast reichlich 
an, gieng zu Lantzilet, pot im ir leib und mynn. Er sprach: 
>Fraw, wer seins herczen hette gewallt, der möcht söUicher 




329 

awentewr ymmer fro sein.« Si Tragt, ob er dann seins 
herczen nicht gewallt hett. Er sprach: sFraw, nain; es ist 
in ander hant.s Si fragt in, ob si gen seiner minne icht 
pessern trost solte han. Er sprach: »Nain, pey namenU 
Sunst schied si traurig von im und hete doch noch guet 
hoffnung zu im. Und in der zeit was her [Bl. 154''] Gaban 
und Gifflet durch awentewr zu suechen in den walld ge- 
riten und kamen zemacht auf die purck, dar auf Lantzilet 
noch verwundt lag. Si wurden wol peherbergt und in ward 
mit grossen willen gedient von diser vorgemellten magd, 
Alls si her Gabon ersach, ward er entzündt in irer mynn, 
und alls man die tavel entdecket, nam si herren Gabonen, 
fürt in in ainen schönen pawmgarten; also tet der ritter, ir 
prüder, herren GifHet. Si retten entsamen vÜ schöner schal- 
wort. Under dem pat her Gabon die magt umb ir süesse 
mynn. Si sprach: »Herr, ich kenn wol ewer manhait und 
hoch geslächt, doch hab ich mein mynn gewanndt an andre 
stat, der wol alls edel und guet rilter ist, alls ir seit.a Er 
sprach: spraw, es enschadt euch nymer an kainer stat, ob 
ir mir sagte seinen namen.« Si jach: »Für war, seinen 
namen wollt er noch nye sagen in disem hauß, wie er doch 
newhch mein ritter was pey ainem turnay vor Gintistre, 
und er fuerte durch mich rote wappen, gezimiert mit ainem 
frawen arm.« »Für war, fraw, so ist ewer mynn hart wol 
pewandt, wann pey namen er ist der pesten ritter ainer von 
der wellt.« Si sprach: »Her, er p rächt aber ander wappen 
her und der schillt , den er her fuerte, hangt [Bl. 154"^] in 
ewr kamer, dar inn ir heint schlaffen werdt.« Also ver- 
triben si den abent, pis schlaffens zeit was. Do man Ga- 
bonen in die kamer fuerte, do kannt er Lanziletz schillt und 
merckte, das jener mit dem arm Lantzilet was gewesen. 
Morgens urlabten si sich und kamen wider zu hof und der 
hof sollt sein an dem vierden tag. So siezt der künig und 
die kiinigin, auch Gabon, in ainem venster, sahen in ainen 
pawmgartten, redten von raanichen sachen und sunder von 
Lantzilet. Do sprach her Gabon: sEr ligt noch verwundt 
zu Kalot an der wunden, die im Bohort machte, und er 
was der ritter, des zimierd ain frawen arm was, das im durch 



330 

mynne gab die schönste junckfraw von der wellt, der ritter 
er was, die auch in mynnt für all mann diser w^ellt-c Des 
erschrack die künigin an massen hart, das ir pey nach ge- 
schwunden war, und in dem widermuet schickt si zu Bohort 
und Lionell. Alls die kamen, sprach die künigin: >0 du 
valsche mynn, die da pesessen hat das ungetrew hercz Lan- 
tzilet! Bohort, ir sollt wissen, dass ich in nye so ser ge- 
minte, ich hasse in hundert mal mer. Auch sagt im das, das 
mein hassen ewig gen im unversüent sol sein und immer 
unverkorenU [Bl. 154*^] Bohort hette geren dar zue geredt, 
es enhalf zu nicht. Er g^eng von ir und gerte zu hant 
urlabs ; also tet Hestor und Lionell, riten an stund weg mit 
ir gesellschafft. Her Gabon sagt im wol, wo er Lantzilet 
vinden sollt. Si kamen zu im und Bohort sagt im der 
künigin unversüenten zoren und has, des er vennaint, aus 
seinen synnen zu kchumen. Bohort sprach: »Eis sol sich 
kchaum ain monad machen, si wurden dise ding gerewen.« 
Mit dem rieht man sich zu dem tumay und Pritoneysen 
pehueben den preis und ward ainer über ein monad aber 
peruefft zu Gamahelot, umb das das gesiecht von Gami 
wider zu hof keme. 

Wie Garheis von Trahenne in ainem appfel gifit aß, das 
er starb an stund, und wie sein prueder Mador die 

künigin umb verrättnüß ansprach. 

Nu was ain ritter an dem hof, der Gabonen zu vil ser 
hasste; der machte vergifft in öppflel, schanckt die der 
künigin auf den sin, was si söUicher ding hete, gab si all- 
zeit herren Gabonen zu dem ersten dar von. Do kam es 
so, das Gabon anders der zeit zu tfauen hette, und der ritter 
Garhej's von Trahenne stund vor der kün^in und si gab 
im ain appffel. Nu alls pald er den geessen het, viel er 
umb [BL 155*] und starb. Des erschrack, wer zu hof was. 
Man pegrueb in reichlich in sannd StefiEams münster und 
sein epita\y laut: >Hie ligt Garhej-s von Trahenne, den die 
künigin mit gifft ertöttet hat.« Nach kurczer zeit cham sein 
prueder, Mador von der Porzen, sach das grab und fragt 
aincn ritter, wie das zu chumen war. Nu waren die ding 



331 

so lawt mär, das nyemandt dar wider redte. Er sprach, er 
wesst nicht mer, wan das er von ainem appfel gestorben 
war, den im die künigin geben hette. Mador gieng alls ver- 
wappent für den künig, gerte rechtens zer künigin, die im 
verrätlich seinen prueder ermördt hette. Die künigin pot 
vast ir Unschuld, das si von der gifft nicht gewisst hette. 
Ir wurden geseczt vierzig tag zu verantwurtten ; funde si des 
ainen kempffen, der si versprach, war guet, funde si aber 
kaynen, si müeste sterben. Kainer von hof wolte sich des 
kampfs understan, umb das nyemand auf si redte , das si 
wider ere stritten, umb das es meniklich gesehen het. Von 
disen dingen horte Bohort, Lionell etc., sagten es aller ding 
Lantzilet. Der sprach: »So der Streits tag kumpt, ich pe- 
stee disen kämpf, ja ob Mador selb dritt wäre ; doch mueß 
das verholen peschehen.« Si fragten in, ob er doch zu dem 
turnay wolte kumen. Er sprach: »Ja, und ich kum in 
weissen [Bl. 15 S^] wappen; dar pey erkennet mich!« Ains 
tags wollt er sich erpanichen und es was zu mal haiß; er 
legte sich und schlieff pey ainem fluß. Do jagt man in dem 
wald und ain ser müeder hirs lauft und tranck aus dem 
fluß. Mit dem kumpt ainer mit ainem arm prust, wil den 
hirssen schiessen und das geschoß wundte den hirssen lüczel 
und fuer auf der erden, wischte Lantzilet in ain pain, ver- 
wundte in zu mal übel. Er sprang auf von dem we und 
enweste nit, wie im peschehen was, oder wer in verwundt 
hette, und jener hueb an, zu fliechen*. Lantzilet rait wider 
zu seinem arczt und zalt sich ungelückhafftig , das er den 
turnay aber verligen sollt. Sunst vergieng aber der turnay 
ane Lantzilet. Bohort und Hestor heten das pesst zu ainer 
seit, Gaban und Gaharies zer andern. 

Awentewr, wie Lantzilet mit Mador strait für die 
künigin und si ledig machte, das er alle ansprach auf si 

verzech. 

Nach dem alls der geseczte kampfs tag morgens sein 
sollte, was die künigin zu mal ser petrüebt und Lantzilet 
schickte Bohort und Lionell zu hof, das si sähen, was rede 
von in zu hof wären. Alls die künigin gewarte, das Bohort 



332 

an dem hofe was, schickt si an stund ain junckfraw zu im, 
und er kam zu ir. Si vieng in in ir arm, sprach: »Lieber 
her, ich pitt euch , ir helffet mir , anders ich mues morgen 
sterben. Sich wil an disem hof nyemand umb mich an 
nemen, der mein Unschuld verantwurtten well.c Bohort 
sprach , er hette durch si verloren seinen lieben herren, er 
wolte sich irs kampfs nicht an oemen. Do machte die 
künigin söUichen jamer, das es Bohort ser erparmen pegund, 
und er sprach: »Fraw, ich glob euch, ob ir morgen nit 
pesser helff vindt, danne mich, das ich den kämpf mit Mador 
für euch nym.« Des danckte im die künigin zu mal ser. 
Mit dem was die künigin wol getrost und was vil zu pessera 
frewden dann vor. Alls morgens der tag kam und man 
mess hette gehört, do kam umb preim Mador durch sein 
vodre klag gen der künigin. Der künig sprach: »Lieber 
herr, des hofes recht stat, ob hewt ee und man zu vesper 
lewt, nymant kumpt, die künigin zu versprechen, so stat die 
schuld auf ir und habt ewr ansprach wol pezeügt und si 
sol sterben, alls das recht gen ir ertailt.« Da saß Mador 
verwappent in den hof, perait zu dem kampff. Pald nach 
terzie kam ain ritter auf den hof geriten in weissem wappen, 
sprach, das man es vor aller diet horte: »Ich höre, das 
mein [Bl. 155^] fraw, die künigin, durch valsch angesprochen 
sey, das si Garheys mit verrättnüß getödt sollte han. Wer 
söUichs gen ir spricht oder si pezeicht, gen dem pewär ich, 
das er es durch valsch redt, und ich lücken in des hewt, 
wie des hoves recht ist.« Da mit gieng er fiir den künig 
und gab im den hantschuech seins gewets. In der massen 
tett das auch Mador. Si riten für die stat in ain wisen, do 
die kampfstat was, und sassen auf ire ors und machten den 
punder weit. Si Hessen zamen lauflfen , was die ors ge- 
laisten mochten, und traflfen paid auf die schillt, das die sper 
vor ir henden in spreissen zerflugen. Darnach griffen si zu 
den schwertten. Do ward ir paider streitt hertt; si zer- 
hewen die schillt vor iren henden und die halsperg an dem 
leib, das si manige starcke wunden entpfiengen; doch hete 
alles Lantzilet das pesser an dem streit. Mador ward ser 
müeden ; so vacht Lantzilet, das er alls an kreflften zue nam. 



333 

Zu jungst schlueg Lantzilet seinen kempffen, das er under 
dem ors lag, und er sprang gering auch von dem seinen, 
und alls er Mador an das pracht, das er in mocht tod ge- 
schlagen haben, dacht er wol, das er im dick manig er ge- 
tan hette, und sprach: »Mador, verzeichstu auf mein frawen 
und gichst, das du si zu unrecht [Bl. 156*] angesprochen 
hast, so lass ich dich genesen.« Do sach Mador Lanziletz 
Schwert und er kannt es. All zu hannt sprach er : »Lieber 
her, hiet ich gewisst, das ich mit Lantzilet, meinem herren, 
sollt gestritten han, ich hette disen kämpf verboren ; darumb 
sag ich quidt mein frawen und sprich, das si meinen prueder 
nicht mit ir willen getödt hat, wie es sunst kumen ist.« Do 
lieff der künig zu im und hieß in wilikumen sein. Er ward 
entwappent und die künigin fuert in sunder und pat in 
gnaden, si hette die warhait erfunden von seiner Unschuld, 
alls er perett wäre. Do was er vast fro und si sagt im 
wie und von der awentewr. 

Awentewr von dem schiff mit der totten junckfrawen. 

Die chünigin sprach: »Sich fliegt an dem vergangen 
dinstag, das ich in grossem widermuet lag an ainem venster; 
also teten all ritter. So sieht man auf dem wasser her 
fliessen ain schiflf, verdeckt mit rotem zendäl. Mein her 
sprach zu Gaban: »Gang wir und pesehen, was das seyl« 
Si giengen mit grosser gesellschaflft und dackten den umb- 
hang auf und funden an ainem genueg reichem pett ain 
tote junckfrawen und in ir hanndt lag ain brief, den man 
zu hant laß. Do was angeschriben : »Dise junckfraw von 
Kalot [Bl. 156^] starb durch mynn und entpfieng doch des 
mynn nye, den ir hercz minte; si trueg mynn herren Lan- 
tzilet vom Lack und erstarb, das er ir nye mynne Ion gab 
noch gehieß, und durch in pelaib si magd.« Do si das ver- 
lesen hetten, trueg man si und pegrueb si reichlich in sannd 
StefiFans münster. Und umb die mynn vernam ich und dacht, 
das ir mich durch si pegeben hetet ; aber alls ich den prief 
horte, das ewer mynn allso was, geraw mich zu mal ser, 
das ich so vil mit Bohort gerett hett.« Durch dise ding 
wuechsen ir mynn mer, dann vor. 



334 

Agranand und Gwerches die gewarten wol der mynn 
der zwaier geliebten, si künden sichs nicht verhelen. Si 
wurden dick mit her Gabon und Gaharies zu rat, wie si es 
mit fueg an den künig prächten. Gabon wollt dar mit nicht 
zu schaffen han. Wie dem, si sagten ye dem künig die 
ding und er englaubtz über ain nicht ; er sprach : »Ich wil 
mit ettlicher gesellschafft zu wald jagen und wil die künigin 
hie lassen und auch in; in der zeit pesecht die warhaitl 
Vindt ir in zu unrechter zeit pey meiner frawen, ir mügt in 
tod slachen, dar zue müest si auch sunder pitt sterben, c 
Morgens wollt er zu walld. Lantzilet fragt, ob er im gesell- 
[Bl. is6*^]schafft sollt thuen zu walld. Der künig sprach: 
»Zu diser zeit nicht.« Des was Lantzilet fro. Die fraw pot, 
das er zernacht kem. Und alls die nacht kam , legt sich 
Agranand in ain lag selb sechzehent verwappent und legten 
sich zu zwain seitten. Si lagen still und Lantzilet kam. Si 
Hessen in durch die thür an dem turn, und schloß zue gar 
gemach. Alls er ain klaine weil da innen was , kamen si 
an die thür, wanten si offen vinden. Mit dem stiessen si 
an die thür und machten groß gerueff und geschray. Lan- 
tzilet erschrack mer für die künigin, dann für sich. Er sach 
vor im ettlich wappen hangen; die schütt er schnell an, 
halst und kust die frawen, pat, das si sich wol gehüeb, er 
verließ si nymer in nöten, im werte es dann der tod. Mit 
dem gieng er zer tür aus mit erportem schwertt , er warff 
die tür an dem turn auf und sprang under si. Er schlueg 
zu paiden selten gross schleg. Der ritter Drahes haste in 
Wunder vasst; der sprang zu im mit grossen schlegen. Dem 
gab er ainen straich, da von im der kopff pis durch die 
zen zerspallten ward ; der viel hin tod , und die andern 
fluhen all. Er kam zu seiner herberg und Bohort erschrack 
gar ser, do er gewappent mit pluttigem schwert kam. Er 
sagt im alle ding und [Bl. 156^] sprach: »Ich wil weg reiten 
mit meiner gesellschafft.« Sunst rüsten si sich alle , weg 
riten zu Kalot, do si wol zu* gemach waren; verharten, piß 
der künig haim kam. Lantzilet schickt ainen knecht zu 
ruck, der alle ding sollt mercken, was zu hof war, und im 
das wider sagte. Si viengen die künigin, legten si gefangen, 



335 

pis der künig wider kerne etc. 

Alls der chünig an dem gejagd was , füegt sich ainer 
nacht, das er und ettlich seiner dienär sich in der gewilld- 
nüss verriten und enwesten, welicher end si waren. Artus 
hieß die gezellt auf slachen, das si da penachten. Mit dem 
hört er ain hören plasen alls pey ainer halben englischen 
meil. Er rait dar wertz und ruefft dem wachter ; der fragt, 
wer da wäre. Man sagte im, das es künig Artus wäre. 
Alls das der frawen von der purck gesagt ward, do was si 
gar aus massen fro, wann si was Morgena, sein Schwester. 
Und mit rittern und frawen kam si im zu gegen und Artus 
ward vast und wol entpfangen; man fürt in und sein ge- 
sind auf in das schloß, das si entphett wurden und frische 
klaider an legten. Nach klainer weyl wurden die tafel ge- 
deckt und aller rat was da den vollen. Alls man nach 
dem essen ain weil geredt, do weisten si yederman schlaffen 
an vil [Bl. 157*] reicher pett; und dem chünig hett man 
gepett in die kamer, in der Lantzilet gefangen was gelegen, 
alls die history vor gesagt hat. Die muet den tag lert si 
pald schlaffen. Morgens, alls die sunn mit ir Hechten prehen 
auf drang, durch schain si des künigs kamer, und er schawt 
das gemäld, das Lanzilet gemacht hette, und in wundert des 
sere. In dem kumpt die fraw Morgena in die kamer und 
si grüsten paide ains das ander. Er fragte an stund die 
frawen, wer diss gemelld gemacht het ; wann er kannte wol, 
das es alls von der künigin und Lantzilleten gemacht was. 
Si sprach: »Lieber herr, durch ewr er zu pewaren hab ich 
hie innen Lantzilet gefangen gehabt zwen winter und ain 
sumer. Inn der zeit hat er diss gemälld gemacht mit seiner 
hanndt und da pey mügt ir verstan , das er die künigin 
myndt für all frawen der wellt; also thuet auch si in fiir 
euch und all man, das auch nu ist kumen in vil menschen 
wissend und nyemand ist all küen , der euch es gesagen 
türre.« Artus ward ser petrüebt ab disen worten und fragt, 
welicher mass er aus wäre kchümen. Si zaigt im die eis- 
nein Stangen, die er mit seinen henden het aus der maur 
zerissen und geprochen. [Bl. 157^] Den tag muest Artus 
dar peleiben. Zu morgens an dem andern tag nam der 



336. 

künig Urlaub von seiner Schwester und rait zu hof. Nu 
hette Agranand und Gwerches im die mär zu gegen ge- 
sanndt. Des erschrack er ane massen hart , und alls er zu 
hof kam und die laidigen mär ervorschte, gieng er von in 
in sein kamer und machte grosse unfrewd. Nach dem schickte 
er nach allen den, die gesellschafft gaben zer tavelrund, und 
fragt si, was die künigin verdient hette umb ir grosse misse- 
tat, das si in und sich, auch das gantz lanndt entertt hete. 
Und Gaban ward auf das erst gefragt. Der sprach : »Her, 
ich gib euch auf an diser stat all mein manschafft und lehen, 
auch den sesß zer tavelrund ; ich wil mein sei nicht mayligen 
an der unschuldigen frawen.« Der künig fragt umb andern 
ring und mit gemainer volg ward si vertaillt, das man si 
umb sölich offne missetat verprennen sollt. Des ward grosser 
jamer in der stat von armen und reichen. Diss sag^ der 
knecht alls herren Lantzilet, der sich mit zwayundfiinfzig 
mannen seiner gesellschafft in dem wald verstolen heten. 
Nu het der künig pey den achzigen geschafft, mit der künigin 
zu reitten, ob Lantzilet oder yemand kam, si zu erretten. 
Sunst des [Bl. 157*^] povels lof vil mit, der chünigin 
tod zu sehen; auch was die fewr stat nu gemacht. Alls 
nu die chünigin gefuert ward für die stat, das sach nu Lan- 
tzilett, das man si im nymer entzucken mocht. Do ranndt 
er zue mit seiner gesellschafft und der povel floch gen der 
stat und Lantzilet rait mit genaigter glävien under si; allso 
tet auch Bohort, Hestor und Lionell und machten ain sölich 
gerueff under in, so das si der von der stat den maisten 
tail tod schluegen. Agranand, Gwerches werten sich man- 
lich. So reit Lionell mit ainer glävi auf Gwerches , stach 
in tod von dem ors. Diß sach Gaharies, reitt auf Lionellen, 
schlueg in durch den heim ain starcke wunden , da von er 
von dem ors viel ; und si all wonten, das er tod war, wann 
er enrüerte weder hanndt noch lid. Des erschrack Bohort 
ser umb seinen prueder und mit gerufftem schwert über 
rait er Gahareisen , der im auch nicht vertrueg , wann er 
holte ainen fraislichen schlag, durch schlueg Bohorten seinen 
schult in mitten entzway und der schlag was so schwär, das 
Bohort von seinem ors muste stürczen ; sölich wunder macht 



er in dem streit!. Das sach alles Lantzilet ; der kerte gegen 

im. [Bl. 157'*] Do ward der streitt zwischen in groß ; zu 
jungst hollt Lanzilet aineii schlag aus paiden armen, aus 
raaist er mocht, und schlueg Gaharies, das im das haupt 
von dem leib sprang; und alls die prüeder gelagen, do 
flochen si all ge[mei]n und Lantzilet fürte die chünigin mit 
gewallt mit im an sein gewar. 

Awrentewr, wie Lantzilet die chünigin pracht zu Joio- 
scgarde und wie Artus ain her pesamelte und für die 
purck viel und wie do gestritten vvard und der babst 
Leo Artus verbante , das er die chünigin muest wider 
haim mit im füeren. 
Lantzilet ward mit Bohort und den andern zu ratt, das 
er die frawen wolte flieren auf Joiosegarde. Er weste wol, 
das im chünig Artus wurde nach eylen. Das sprachen si 
alle. Es geviel in wol; wann do mochten si wol sicher 
sein, ob Artus käme. Sunst kumen si auf die purck. Alls 
die von der statt vcrnumen irs herren kunfft, waren si ane 
massen fro. Lantzilett pesanndt all die, den er ye lieb ge- 
tet, und sagt, wie in Artus pesiczen wurde. Do kam im 
über gross voick, auch ward purck und stat nach grossem 
vollen pestatt pesaczt und ge-[Bl. ijS^Japeist. Under dem 
was auch chiinig Artus nicht müessig. Er pesanndt mag und 
man und gewan ain michel her und ye nach het er sein 
spech, wo sich Lantzilet nider ließ, und schickt auch poten 
schnell für, das man si nyndert über wasser Hesse. Allso 
ervorscht er, das er zu der Joiosegarde was. Er ließ die 
totten pegraben, darob er und ander söiüchen jamer machten, 
da von wunder zu sagen war, und sunder Gaharies, herren 
Gabones prueder. Der kiinig pat herren Gabonen , das er 
sich des heres underwund zu der Garde zu füeren. Si über 
patens in und er nam sein manschafft und die gesellschafft 
wider, und er sprach, man sollte die zal der tavelrund wider 
erstatten, und der kiinig nam für Lantzilet ains künigs sun 
von Islannd, genannt Helianns; für Bohort nam man Beünot 
von der frömden innseln, fijr Hestor Vadehain der schwarcz ; 
und flir Gaharies nam man Ahares von Norgalls etc. und 



338 

sunst auch wurdens erstatt, was ir geprast. Mit dem ward 
das her sich erwegen, das lannck und prait was, und zugen 
nach der Humbre auf, piß si kumen zu der Joiosegarde, 
machten pey dem wasser auf ir gezellt. Das her von der 
statt hette vast geren gestritten, Lantzilet woUtz [Bl. 158^] 
über ain nicht lassen; wann er wolltz mit rue die nacht 
lassen , dar zue het er die von der tavelrund lieber, dann 
icht lewtt auf aller der erden. Morgens schickte Lantzilet 
in ainen walld drewhundert man, die laitte Bohort und 
sprach: »So ir auf dem maisten turn secht ainen roten 
vanen, so kumpt zu dem streit und nicht ee!« 

Alls morgen der tag her prach, schickt sich menigklich 
zu ainem starcken streit. Da zoch von der statt her Hestor 
und Lionell, den die rott entpfolchen was; allso. was auf 
der andern seit der herczog Karodas und Helians von Is- 
lannd. Sich Hessen die zwen von der schar her für, Hestor 
und Lionell ; allso tett Karodas und Helians. Yeder sanckte 
sein sper. Hestor stach seinen gestreitten hinder das ors; 
doch traf auch in Karodas , das Hestoren ain stuck von 
seinem sper in der achsel pelaib ; wann er was zu mal küen 
und starck; aber Helians stach den seinen hinder das ors. 
Si wurden paid schnell wider zii ors pracht und das prastel 
von dem sper krachen ward groß und von dem getänier 
mit den schwertten auf den helmen. Des tags viel manig 
küener ritter und der streit werte über die non. Erst cham 
her fiir mit gerueten scharen [Bl. 158*^] Lantzilet; allso 
schickt auch Gabon ain schar im entgegen ; die laite Mordrot 
und Ahares von Norgalls. Do ward das plutvergiessen gross, 
so das das veld erfüllt ward mit den totten lewten und 
rossen, und die Humbre ward gerött mit menschen pluet. 
Bohort was ang, das er so lanng verziehen mqest mit den 
seinen. Des sach er den vanen auf stossen. Zu hant macht 
er sich aus dem pusch und wände, das all Artus her nu zu 
dem streitt chumen war. Her Gabon sach, das er binden 
an sein her slachen wollt. . Do sprengt auch er aus seiner 
lecze, pegegent Bohortten mit genaigtem sper und si traffen 
paid auf die schillt , das in die sper zu stucken Sprüngen. 
Mit dem gewunnen si die schwert und schluegen mit prin- 



339 

nendeii zoren auf ein ander, das die funcken aus schult und 
Iren heim Sprüngen. Es müest auch zu dem minsten ainer 
do erstorben sein, hette si nicht ain grosser troppel under 
drungen. Si kerten paid nur, do der not am maisten was. 
Man sagt auch, das Artus des tags so wol und vil strait, 
das er in paiden heren ser gepreiset ward; es wären auch 
die seinen offt von dem velld gewichen, hett der künig und 
Gabon [nicht so vil] getan ^. Der streitt werte piß nacht 
und yedermann zoch [Bl. 158^] zer herberg. Artus saczte 
guette huet, das er die nacht nicht übervallen wurde. 

Morgens ward aber mit grossem ernst gestritten und si 
verluren zu paider seit vil volcks und der streit wert allzeit 
von morgens pis zer nacht und ward die manslacht ane 
massen groß. Und unnder dem schickte der pabst Leo 
ainen cardinal und ainen pischoff in Pritone , das si den 
künig Artus zu pan täten, er näme danne sein frawen wider ; 
si hette doch nye man an offner tat söllicher untrewen 
funden. Diss ward Artusen verkündet und auch Lantzilet, 
ob ers nicht wider gab, so sollt er und alle, die im rietten, 
das er si wider iren willen hiellt, zu pan sein. Nu was der 
künig Artus des guet zu pereden ; wann was man im sagte, 
so wollt er alles wänen, man redte es durch has von herren 
Lantzilet, wie er dem nicht geleich vor den lewten tet. Die 
pischoff hetten manig underred. Do sprach der künig , er 
wollte Lantzilet pesprechen, und sagt im glait zue. Bohort 
und Lionell rieten im alls, er sollt si mit im füeren; si 
Westen , das er sturb , wann er von ir sein sollt ain weil. 
Er wolte aber ye Artus nicht so vil uneren thuen und an 
dem andern tag morgens kam Lantzilet [Bl. 159*] und ließ 
die frawen auch zu velde pringen und er knyete fiir Artus 
und sprach : »Her, mein fraw und ich sein söllicher Sachen 
unschuldig, die auf unns gerett ist von ettlichem Verräter; 
darumb antwurt ich euch mein frawen, doch mit dem ge- 
ding, das ir si kaynerlay entgellten lasset. Ir habt mir in 
ewrm lanndt und hof vil eren getan ; darumb wil ich leiden, 
was ir mir gepietet oder schaffet.« Nu was aber her Gabon 

* 

I F' [Bl. 164a] : hett Artus und her Gawan nitt so vil gethan. 

22* 



340 

ergrembt auf in durch seinen prueder Gaharies, den er im 
erschlagen het. Der künig pefalch Gabonen, das er dar zue 
sagt, wie er wandlen sollte. Do sprach er : »Her Lantzilet 
und all sein künn sol aus dem lanndt zu Logers ziehen an 
stund und meinem herren sein frawen wider antwurten; der 
sol auch der künig nicht minder eren und sol si hallten alls 
ain künigin. So ir in Gami und Bonewick kumpt, dann 
sollt ir wissen, euch zu hüetten, wann durch nicht so wil 
er das laster ungerochen lassen, das ir im an seinen magen 
verrättlich habt gethan.« Lantzilet fragt den chünig, ob das 
also sein maynung wäre. Der chünig sprach: »Seid es mein 
nef allso gerett hatt, so mueß auch es allso peleiben.c Des 
antwurt Lantzilet: »Herr, das ist mir ser laid, nicht umb 
das ich kaines [Bl. 159^] mannes dro furcht, sunder der man 
lebt nicht zu diser wellt, den ich alls lieb hab alls euch und 
meinen herren Gabonen.« Bohortt und Hestor sprachen: 
»Lieber herr, das ir unns söUichen has wellt pietten, so 
wisst, das es unns allen laid ist, umb das ir unns vil 
eren gethan habt an ewrn hof. So wier aber hochmuetz 
nicht vertragen mügen sein, so wisst, das wir nymer hüen 
vor euch geflöchen 1 « Her Gabon ließ dise wort an antwurt 
nicht, dann das ir die herren nicht mer hören weiten. Lan- 
tzilet schied an stund dannen, alls im gepoten was; und 
alls er auf das mer kam, gesegnet er das lannd von Logors 
und Pritonye, sagt, das es wäre vol aller erep und tugend, 
es war auch das süess lannd, da von er leben, nar und all 
sein frewd hette, und machte dann die gröste unfrewd von 
allem wunder, das in nyemand getrösten künde, und sprach 
dick: »O Gaharies, durch deinen tod mueß ich diß freüden 
vol lannd räumen ; verfluecht sey die stund und mein guet 
Schwert , in der es dir dein werdes leben nam I Du warst 
doch ye ain pluem der tugent und aller ritterlicher manhait 
ain starcker adamas.« Alls Lantzilet zu lanndt cham, wollt 
er nicht [Bl. 159*^] lenger verziechen, dann Bohort muest 
sich krönen lassen zu künig dem lannd Bonewick und Lio- 
nell zu Ganii und macht groß hochzeit und all herren von 
dem lannd waren irer kunfft fro. Alls sich der hof zer- 
lassen wollt, sagt er den fiirsten und baronen, wie in Artus 



341 

mit her wolte suechen. Si verhiessen im all getreweo pey- 
stand mit irem leib und gtiet; si maurten und speisten ir 
stet und Schlösser, das si wenig sorg hetten gen allen Iren 
veinten. 

Awentewr, wie sich Artus vom lannd rüste über mer 
und wie er dem verrätter Mordrot lanndt und die 
chünigin entpfalch. 
Dise herfart was unwendig, wie dick es dem künig wider 
raten ward. Er erwegte mag, frembd und kund, den er ye 
gedienet het, und pracht ain mächtig her zu samen; mit den 
wollt er sich über mer richten. Die künigin wainte pitter- 
lichen, pat den kiinig, das er pey dem lannd selb plib und 
schickte sunst, was er wollt; si kund es, in nicht erpitten. 
Si sprach: »Her, so lat Gabonen , ewrn nefen, hie, das er 
euch die weil ewer lanndt pewarl« Er pat herren Gabonen, 
der es durch nicht thuen wollt; er [Bl. 159''] wollt sein 
prüeder und sunder Gaharies rechen, oder aber darumb 
ersterben. Da stund Morde rot her für, der verräter, sprach: 
»Herr, latt mich der lannde pflegen ! Ich sols also pewaren, 
das es euch wol zu danck wirt sein ; wann ich wil über ain 
nicht über mer; mich hasste ye Lantzilet für die andern.« 
Die herren sprachen all, das das lanndt wol zue im pe- 
wanndt wäre. Zu hannt hieß der künig all die kumen, die 
er pey dem lanndt wollt lassen; die musten all dem Ver- 
räter schweren, was er in geput und schuefT, das si das täten, 
alls im selb. Alls das die chünigin gewar ward, ward si 
pitterlichen wainen und sprach zu dem künig: »O her, ent- 
pfelcht ainem ewer lanndt, des hercz nye kain rew perüert, 
und gedenckt mein , das es euch ser gerewen wird I Und 
durch sein untrew, furcht ich, das ich euch nicht mer sech, 
alls lanng ich geleb.« Was si alls der künig tröste, es en- 
halff zu nicht. Alls sich der künig nu ward von lannd er- 
wegen, het nye man der klag gleich gehört, alls die künigin 
macht, da ir herr sich urlaubte. Auch fuer der chünig ser 
petrüebt von ir. Man fuert si wider zu hof und mang mal 
viel si in am acht , das man dick wante, das si tod i 
Hie las wir die klag sagen von Artus. 



342 

[BI. i6o*]. Nu fueren si mit wol gerüsten streit schiffen 
auf dem mer, piß si das lannd von Gawle pegriffen; und 
alle porten des mers hetten die lannt lewt geren pewartt. 
Das wert in alls Lantzilet, wann er si mit rue zu dem lanndt 
wolt lassen kumen. Also zugen si pis zu der gutten stat 
von Gami ; do was mächtig und gross voick in allen stetten 
und in den starcken castellen. Alls sich Artus nu wol zu 
velld hette geschlagen , wurden die von der statt über ain, 
das si wolten ain volck in den wald schicken und wolten 
pey der nacht si über reitten. Das alls wert in Lantzilet, 
sprach, das wäre unritterlich gestritten*, er wollt offennlich 
mit in streitten. Diß entpot er auch Artausen, seyd er ins 
ye nicht überheben wollt, so müest er mit im streitten und 
er getett doch nye ding, das er ungerner getet, und das er 
sich auch versähe ; den streit hiet er morgen an der hannt. 
Mit dem rieht sich ain yeder man mit wappen, schwertten 
und andern dem geleichen. Morgens rotierten si ir her. 
Artus pefalch sein erste rott dem hellden Ybanet, der hett 
es auch vor dick getan ; die andern dem herczog Karodas ; 
der dritten wollt er selber sein ; die vierden pefalch er Ca- 
bonen ; so das volck verarbait war , das er dann [Bl. löo**] 
in den hauffen kam schlahend. Item von der stat pefalch 
Lanzilet die ersten rot dem küenen held Hestor, die andern 
Lionell, die dritt Bohort, die vierd wollt er selber laitten. 
Alls nu morgens der tag erschain, do was yeder man in 
seiner Ordnung. Do ließ sich Hestor her für auf ain thjost; 
das merckte Ibanet, der ye ab grosser frais lüczel erschrack. 
Die naigten ire sper und Hessen zamen lauffen, was ir paide 
ors ervolgen mochten, und stiessen sich mit den glävien, 
das si paid mit ors und all zu hauffen lagen, und yeder tail 
seins heres dacht, das ir paider hauptman tod wäre. Man 
zuckt si auf, anders si wären schnell ertretten worden, und 
paide her ersprengten zämen mit spiessen, schwerten, heim 
axten. Do ward ain sölich geprästlen , krachen , klingen, 
schreyen , das die erd dar nach erwagt möcht sein. Alls 
die zwen hellden Hestor und Ybanet wider zu irer macht 
chamen, do griffen si zu iren schwertten und ersprengten in 
die hauffen und schluegen der nider ros und lewt an alle 



343 

parmherczigkait. Do viel manig küener ritter des tags. Nu 
wollte Artus die seinen stercken und schickt [in den herzog 

Karodas. Das sach Lantzilet; auch ] ^ [Bl. i6o^] 

zu dem streitt. Der küen helld Lionell der kam zue ge- 
schlagen wie ain stürm wind , der die starcken pawm der 
nidervellt. Dem pegegent Karodas auch mit vil starcker 
und scharffer wer. Ir paider gestösß was graussam zu hören 
und zu sehen. Da ward manig zimerd verhawen. Ir ge- 
schray, wueffen, kerren erlaut, alls ob perg und tal zu samen 
schriren. Mit dem kumpt auch Bohort zue schlahend und 
kert Artus volck, das er vil nach zer flucht gedrungen wäre. 
Das merckte wol Artus und rait gar mit gutter furpetrachti- 
kait an den streit. Alls er prüeffte, da der streitt an dem 
hertisten was, do kam er ein gehurtt, da von die rott, die 
Bohort in den streitt pracht hete, gar verirt und zertrennt 
ward; und der künig tet sölich wunder mit dem wappen, 
da von man in peiden heren wundert ab seiner künhait. 
Alls Lantzilet merkte, das die Pritoneisen so wol herten, so 
lat auch er sich »zu velld ^ ; doch waren all porten wol pe- 
seczt. Do her Gaban sach, das sich Lantzilet her fiir ließ, 
wollt er im pegegen und nam ain zu mal starcks sper 

Lantziletten 

[Lantzilet er]kante [Bl. i6o^] wol*seinen willen und si sanck- 
ten ir paide sper und stachen sich durch ir schillt und 
halsperg, das si paid wund waren und über stürczten mit 
ors und all. Si waren paid sölicher ding nicht gewon. 
Yeder sprang zorniger wider auf sein ors und griffen zu 
iren schwerten. Si sprengten zamen mit grimmigem zoren. 
Do ward ain gross gedös von ir paider schlegen, für namen, 
da mueste ainer tod peliben sein oder si paid, hette si nicht 
ain schar under drungen. Da künde nyemand weg vinden, 
zu reyten, noch zu gan, dann auf den totten lewten und 
orsen. Der streitt werte von früe, pis si die vinstre der 
nacht dar von nam. Do kerte yeder zu seiner partheyen; 



I Die rechte untere ecke des blattes i6o ist abgerissen ; der fehlende text 
ist zum teil, soweit es gieng, durch handschrift F* [Bl. i66b] ersetzt worden. 
2 F" [Bl. i66b] : ganz gmach stapfTende. 



I 



344 

man verpannt die wunden und yeder suecht seinen mag 
und gesellen ; der lagen vil auf dem wal. Diß geliger werte 
zwelff tag, das all tag groß schlahen was. Lantzilet entpot 
Artausen, das er so wol thät und dise stacht under kunien 
Hesse und in zu genaden näm, und was er ym ymraer ge- 
pieten möchte, wollt er laisten ; das tet er doch durch kain 
vorcht, sunder das im laid were umb die gutten und fruraen 
ritter, die allso jämerküch sollen erschlagen werden, Artus 
pesamellt all fiirsten und hauptlewt für sich , sag[t] in dise 
[Bl. i6i=] ding. Si sagten all, das er sich all zu vll erpute, 
er sollte es pillich zu danck nemen. Alls her Gaban das 
vernam, das sie all an die süene rieten, do sprach er: »Her, 
haisset in in ewrm sichern gelaitt zu euch in das velld reiten 
mit ettlich seiner fiirsten 1 aliso wellt auch ir thuen mit den 
ewrenl und da sol ain außtrag von euch und im peschehen.« 
Diss ward auch Lantzilet gesagt; der kam mit Bohortt, 
Lionell und Hestor in das velld. Alls er den künig Artus 
sach, stund er von seinem ors ; allso teten auch, die mit im 
kamen. Alls das Artus sach , tet er auch allso mit allen 
den seinen. Lantzilet sprach : »Herr, ich gediente gen euch 
nye söllichen hasß, alls ir mir peweist; ich halfif euch ye 
mit Worten und wercken , das maist ich ymmer künde, da 
mit ewer er und nam erhöcht und erweitert ward, Das sag 
ich nicht umb das, das ich vollen da mit verdienet hab die 
er, die ir mir an ewrm hof getan habt; mich jamert raer, 
das ich euch erzürnt han wider mich und das ir von mir 
glaubt ; das etüich valsch Verräter mir nicht gegundt haben, 
das ir mich ye so vil ertend, umb das haben si iren valsch 
auf mich geprawen. Umb den valsch ist manig tewr ritter 
erstorben, das mir von herczen laid ist.* 

[Bl. 161''] Künig Artus gieng sich pesprechen mit den 
seinen , fragte , was er dar auf antwurtten sollt. Karodas 
sprach: »Her, mich hat des ser und groß wunder, das Lan- 
tzilet allso naigt und von euch gnaden gertt, und er hat es 
doch mit dem streitt ser pesser, dann wir. Darumb sag ich 
euch : sWer das geslächt von Bonewick und Gami kriegen 
wü, der mues es hoch armen.« Ibonet sprach: »Durch 
disen haß ist manig küener ritter zu paider seit gefallen, 





34S 

noch haben si es vil pesser , und wais das auch wol , das 
Lantziletten aus laid ist umb die von Logers alls umb die 
seinen. Und darumb mügt ir mit grossen cren machen dise 
süen; wann sollt ir durch hochmuet sölichs verachten, sorg 
ich, ir müest es hernach mit grossen ewrn uneren thuen.« 
AIlso sprach auch Hel[i]anns. Her Gabon verstund, das si 
wol heten geraten, und er sprach: slr habt meinem herren 
weislich geraten, doch sag ich und ratt , wil sich Lantzilet 
diser ding unschuldig machen, so geh [er] dem künig sein ge- 
wett ; also wil auch ich thuen und sag, das er mir meinen 
prueder Gahariesen verrätlich erschlagen hab.« Das wider 
rietten si im all. Er wollt durch ain nicht volgen. Mit dem 
riten si wider zu Lantzilet und her Gabon sprach: »Her 
Lantzilet, [BI, i6i=] mein herr, der künig, wil dise süen geren 
machen lassen und ab ewrm ertrich an ewrn schaden haim 
ziechen; das haben auch die seinen geraten. Dann von mir 
wisst, das ich euch mer hasß, wann kainen man auf diser 
wellt I wann irs umb mich verdienet habt. Und sag vor meinem 
herren und allen den ewrn auf euch, das ir mir meinen 
prueder Gaharies verrätlich und ungetrewlich erschlagen 
habt, und ich gib des mein gewett , das ich das zu euch 
pewären wil, alls ich sol. Ob ir euch aber sölücher ver- 
rättnüß wellt entschuldigen, so gebt dem künig auch ewer 
gewett, ob irs getürttli Lantzilet viel auf seine knye und 
sprach: »Lieber herr, ich pitt gnaden und gib mich über- 
wunden und wie irs zu mir wellt geren, also piieß ich euch 
mein missetat,« Dise wort all teten Bohorten, Hestor und 
Lionell ser zoren. Bohort sprach; »Her Gabon, disen valsch, 
den ir auf mein öhem redt, sol ich gen euch pezeügen und 
gib des hie dem künig mein gewett« Allso redten auch 
Hestor und Lionell, Lantzilet sprach: »Alls lieb euch mein 
freuntschaffl sey, so redt nymer wort wider meinen herren 
Gabonen ! wann an den künig Artus ist er mir der liebst 
frewnt zu der wellt,« »Lieber herr Gabon,« sprach Lantzi- 
[Bl. i6i'']let, »es ist war, das ich Gahariesen erschlagen hab; 
das machte aber, das er mir an all erparmung meiner lewt 
so vil erschlueg, auch das ich in nicht erkannte. Do aber 
ich gewarte , das es Gaharies was , do erschrack ich alls 



34ß 

hoch, alls ob ich meinen vatter ertöttet hette; wann in all 
seinem leben erte er mich ye für all ander ritter.c >Ja,« 
sprach her Gaben, »umb all dise ere habt ir in ung^etrew- 
lieh tod geschlagen. Das ist auch mein klag auf euch und 
hab umb dise verrettnüss dem künig gegen euch mein ge- 
wett geben. Ob ir euch des mit champf entschuldigen türet, 
so gebt auch hie dem chünig ewer gewettlc Do sprach 
Lantzilet: »Seid irs durch nicht wellt enperen, so gib ich 
hie dem chünig meinen hanntschuech und entschuldig mich, 
das ich nye valsch an ewrem prueder peging.c Der künig 
mit den seinen nam herren Grabonen sunder und sprach: 
»Lieber neff, mich hatz ser wunder, das sich Lantzilet so 
vil diemüetigt gegen mir und euch, und für war wisst, das er 
klaine sorg hat unnserhalb! Ob aber ir ewrs hoch muetz 
nicht entperen wellt, so thuet ir ain sach, das euch nye 
ding höher berawen sol. Darumb , lieber neflf, durch ewer 
selbs er und meinen willen lat von disem krieg, der euch 
nicht, wan in laster, jagen magic [Bl. 162*] Gabon antwurtt 
und sprach: »Ich pewär auf in, das er meinen prueder ver- 
rättlich erschlueg; des erwenndt mich nicht, wann der tod. c 
Diß sagt man herren Lantzilet; der was des vast laidig, 
sprach: »Waffen! Sol ich dann sreitten mit dem liebsten 
gesellen, den ich ye han gehabt? Das klag ich got.c Do 
ward ir kampfs tag peschaiden auf den andern tag. Die 
nacht rüsten si sich paid und Lantzilet geschlief die nacht 
nye, umb das in Gabon allso hasste. Morgens kamen si 
paide verwappendt auf das veld, das in peschiden was, und 
Lantzilet pat aber gnaden. Das mocht durch nicht gesein. 
Do rait ainer von dem andern, zu erlengern iren punder, 
und sanckten ire sper und Hessen zu samen lauffen, was 
die*ors von all iren krefften gelaisten mochten; wann da 
waren zwen die aller pesten zu streitt auf der wellt. Si 
traffen sich, das ir starck glävien zu manigen stucken pra- 
chen, und stiessen sich mit den orsen und iren prusten, das 
si paid gequetscht auf dem anger lagen. Si Sprüngen schnell 
wider auf und yeder gewan sein schwertt. Si luffen zamen 
mit prinnendem zoren und underschluegen sich so, das nye 
man streitthaffter ritter gesehen hett. Si wurden manigen 



347 

enden wunndt, das [Bl. 162^] si zu mal vil pluetz vergussen. 
Diser kampff werte , das si vor müede und hicz nicht ir 
atem mochten haben, noch ir arm künden erheben. Si 
giengen von ein ander durch sich zu erkuelen. Nu habt ir 
dick gehört, wie vil her Gabon all sein tag gestrait, oder 
wie müed er allzeit was, so der mittag kam, so vergieng 
im sein müed und gewan söUich krafft, alls ob er des tags 
nye schlag hiet geschlagen. Diss hett im ein säliger ain- 
sidel erworben von got, der in aus der tauff erhaben hette. 
Also was es auch, das, in dem alls si rueten, gleich mittag 
ward, und Gabon ward zu mal starck. Er sprang auf und 
loflf an herren Lantzilet mit newem und starckem streit und 
pracht in an das, das er da wonte zu sterben, wann er 
ward mengen ennden wunndt. Das sach Bohort , das es 
Lantzilet alls hart lag ; der ruefft mit lautter stym, sprach : 
»O, ich wände, das Lantzilet chumen war mit herren Ga- 
bonen zu kämpf, wann er was ye her der peste ritter von 
der wellt ; so sich ich hie den ergisten und der sich zu nicht 
in den wappen pehelffen kan.« Diß erhörte wol Lantzilet 
und schampte sich ser. Der streitt het gewertt piß nach 
zu Vesper und her Gabon pegund aber zu müeden; der 
atem ward auch [Bl. 162*^] im kurcz. Do kam Lantzilet, zu 
guetter mass geruet, wann er hete sich nicht gearbait, sunder 
nur gefrist. So hett sich her Gabon müed gevochten; dem 
kam et Lantzilet mit grossen schlegen an herren Gabon. 
Zu jungst erholt er ainen schlag aus starcken armen und 
schlueg herren Gabonen durch hellm und haupt und ver- 
wunte in mit ainer vast groß und tieffen wunden und her 
Gabon mueste vallen und si gedachten all, das er tod wäre. 
Lantzilet sprach: »Lieber herr Gabon, verzeicht noch auf 
mich ewrn has, den ich zu unrecht von euch mueß dulden 1« 
Er ließ auch in auf stan. Das tet Bohorten vast zoren, das 
er in alles flehet und nicht das haupt wollt ab slachen. 
Artus sprach an stund : »Lieber her Lantzilet, ich pitt euch, 
das ir mir disen streitt ergebt, ob euch ye er oder gemach 
von im wider varen ist; ich zel euch an stat meines oheims 
unschuldig.« Lantzilet knyete nider und sprach, das ers 
geren tätt. Er macht auch michel unfrewden, das Gaben 



348 

so hartt wund was; auch het er manige wunden, da von 
ein ander man tod möcht sein. Sunst wurden si paid ab 
dem wal gefiiert und von weisen ärczten mit grossem vleiss 
gepunden. 

[Bl. 162^] Awentewr, wie es under den zeiten mit der 

künigin gienge und wie der Verräter Morderot warb in 

dem lanndt zu Logers und Pritone. 

Ir habt gehört, alls Artus von Pritone mit dem her 
zoch, das er sein lannd entpfalch Morderot, den er hiellt 
für gar getrew. Alls der nu gewalltig ward, gab er die aller 
reichisten gab von im, da mit er sich allem volck so liebte, 
das si in gar vast lieb gewunnen. Nu gieng er zu der 
künigin und sprach dick nach ir süessen mynn, das die 
künigin dick pewainte, do si erkannt sein grosse untrew. 
Er gedacht manig mal , wie er si petriegen möcht , und 
machte valsch prieff, gab si ainem, den er darumb hoch 
miete, das er vor aller diet sagt, wie das Lanzilet zu tod 
hette geschlagen den künig Artus und an seinem jüngsten 
war diss sein pegeren und lestes pet, das man täte, was er 
in disem brief gerte. AUso kam an ainem tag der pot auf 
das palas, do der Verräter Morderot ober tisch saß und vil 
der pesten von dem lanndt, alls das sein verrätlicher sin 
petracht het. Der pot sagt in, wie der künig Artus er- 
schlagen war und den fiirsten disen brieff in der gemain 
hette geschickt und päte, das man gefiier nach des priefes 
lawt, ob ir in ye in [Bl. 163*] dem leben lieb habt ge- 
habt. Morderot stalte sich grewlich, alls ob im vast laid 
wäre ; also geparten auch die andern alle. Die künigin het 
den maisten jamer, den man ye an frawen gehorte, oder 
sach. Si nam den poten sunder, fragt in maniger hande von 
disen dingen. Er sagte, das si vor Gami all tod erschlagen 
wären. Inn dem pesanndt Morderot die landes herren und 
der brief wart vor in allen verlesen; der lawte, wie er er-, 
schlagen war von Lantzilet und danckte allen landes herren 
der piderbkait und trewen, die si im ye erzaigten, und das 
si das durch seiner pet willen zu ainem loblichen endt 
prechten durch sein lieb und das war sein jün[g]ste pet, das 



349 

si Morderot, seinen getrewen frewndt, krönten zu künig und 
im getrew wären , »und gebt im zu ainer gemahel mein 
haußfrawen, die künigin Ginofern ! und ir sollt wissen , das 
er nicht ist der lini meiner magschafft, alls irs piß her ver- 
numen habt, und da von mag es hart wol gesein.c 

Die fiirsten klagten ser den künig Artus, nach dem 
giengen sich peraten umb dise ding und wurden über ain, 
das si nach lawt diss briefs alle dinge volenden wolten. 
Das ward auch allso an die künigin pracht ; die wider redt 
es zu mal ser und sprach, si weste für war, [Bl. 163^] das 
der künig lebt, und alle dise ding schraib si dem chünig 
und schickt es pey ainem haimlichen poten in das her, wo 
er den künig möchte vinden. Die fiirsten und baronen 
giengen wider zu dem Verräter Morderot, sagten, das si den 
gepoten und der pet Artus nach wolten chumen. Mit dem 
ward Morderot dem lannd zu ainem chünig pekrönt und 
schwuren im, auch pekannten si vor im ire lehen. Er pe- 
schickt die chünigin und sprach: »Fraw, so mein herr, der 
künig, tod erschlagen ist, alls ir in seinem brieff das ver- 
numen habt, und mir des reichs vergünnet, auch euch allso 
versehen, da mit ir noch gewaltige chünigin peleibet mit 
mir, so jehet mein zu man! ich hallt euch in höhern eren 
und wirden, dann euch Artus ye gehallten hat.« Die fraw 
ward von all den fiirsten des gepeten. Alls si aber sach, 
das si disen stricken nicht fiiegleich entgan künde, pat si 
peratz vier tag, das ir allso zue geben ward. Nu was ain 
fiirst an dem hof, der nach ir mag was, dem auch si wol 
getrawte. Zu dem sprach si, der Verräter wurde si Verstössen, 
ob si im nicht volgte, doch wollt si pey namen ee sterben, 
ee das söUicher sein valsch zu ende keme; »künde aber 
ich so vil lewt gehaben, das wir den grossen [Bl. 163*^] turen 
künden pehertten, ich prächte darauf meine peste klainad 
und zu speis und wer alle notturfft.c Des antwurt ir der 
her: »Wir wellen dise ding dem künig entpietten; all die 
zeit well wir das schloß wol pehallten sunder dancks aller 
der, die euch wellen has pieten.c Die chünigin was zu mal 
des trostB fro und truegen klainad, speiß, tranck, auch alle 
notturfft zu wer auf das schloß, das si in ainem jar nit not 



3 so 

torfilen haben umb nichte. Do pestallte der flirst Labor 
zway hundert ritter, die er getrew und piderb erkannte, die 
auf den tum giengen; wurffen die prucken ab. Nach dem 
kamen die herren, auch der Verräter Morderot, zu hören 
den perat der chünigin; die gieng an ain venster, sprach: 
>Morderot, der künig hat dir mer und pessers vertrawt, 
dann du im tuest, und wisß, das du umb deinen valsch 
muest deinen Ion finden, so das du darumb ersterben muest !< 
und si wollte im nymer antwurtt geben. Morderot gieng 
geschant weg und hieß den tum an stund stürmen. Das 
peschach. Aber si enachten auf all ir dro, noch arbait nicht 
ain ay. Hie lat die awentewr und sagt, wie es vor Gami 
dem künig Artus gieng. 

Awenteiprr, ^e es mit Artus gieng, alls Gaben mit Lan- 
xilet gestriten hette, und ^e [Bl. 163^] Maxencius, der 

Römer, erschlagen inrard. 

Alls ir vor gehört habt, alls der champf zwischen her 
Gabon und LantzUet gestritten was und si paid zu mal ser 
wiindt waren, sprach Lantdlet: »Ich ge\'orcht mich zu vor 
nye mer vor ainem mann piß auf hewt, wann mich her 
Gabon zu söUicher not hat pracht, das ich pcy nam wände 
zu ersterben.« Do sprach Bohort und Hestor: »Wir sahen 
euch nye mer gestreitten, da wir ewer mer sorg hetten, alls 
hewt.< Wie dem^ her Gaban ward snndo' macht ab dem 
wal gefuert und verpunden. Morgens ward er in ainem pett 
daimen gefuert zu ainer stat. genannt Moans. £>o plaib der 
künig zwen mon» piß hi^ Gabon aller wunden genesen was 
an allain die wunden in dem haupt. Ains tags kam ain 
pot« sprach zu dem chün^ : »Lieber herr» ich sag euch, das 
der RCkner Maxencius« der kaisier« mit grosser macht auf 
euch zeucht und hat pey nadi aDs laimdt Purgundia ge- 
wunnen und vü wlcfcs viar tnn erscUagi^i.« Diß sagt Artus 
$eiacm ohein. GaN>aen. der sprach: »Herr, sagt ewrem 
wick akht« das er alliS vü macht faab! i<:h flile mich, got 
hj^ danck» so gesund, dats^ ich wol wappoi mag gefueren.« 
nW. ICH*" l>es wus Artus gaur vast fro und zoch den Rö- 
iXKiftt enrgieg^fft l^ Rvi>i»er wurdei» gewar und rotierten 



35r 

ir volck. Artus schlueg auf seine pavilun und machte zehen 
rott gegen in. Nur alls si an einander ansichtig wurden, 
enpot künig Artus Maxencio , was sein rais mainte , im in 
sein lanndt zu ziechen. Der kaiser sprach, er zuge in sein 
aigen lanndt, das er im traczlich sunder lehen und abrecht 
vor pehalten hette. Der pottschafft antwurt Artus, er hette 
es von gottes lehen ; änderst wesst er kainen herren, da er 
icht von hette ; er wollt im die zinß mit Schwertes schlegen 
raichen, das in dise vartt ser rewen sollt. Mit dem schickte 
er ainen hauffen an si; die kamen under die Römer schlahend 
mit iren schwertten, heim axten und auch glävien. Die 
Römer vachten all mit ain. Das sach auch Artus und kam 
mit den seinen allen. Do ward der streitt ane massen groß. 
Artus thett grosse wunder des tags mit dem wappen; her 
Gabon rait und schlueg dar nider alles, das sich gen im 
stallte. Nu strait Maxencius und ain fiirst , sein neff , vast 
ser und schluegen manigen man tod. Diß sach her Gabon, 
sprach zu den seinen, ob dise lenger lebten, si täten grossen 
schaden an Artus her, [Bl. 164^] und hurte under si. Des 
kaisers nefe kam auch fraislich her gehurtt. Des hoUte 
Gabon ainen schlag mit grossen krefften und schlueg dem 
küenen mann den arm von der schultern und das viertail 
der selten weg, da von er totter von dem ors viel. Do 
ward ain groß geschray umb in, wann in die Römer ser 
gerten zu rechen ; und ward ain sölich slachen auf herren 
Gabonen mit schwerten, kolben, axten, das im die wund in 
dem haupt vemewet ward und cham zu grosser not. Des 
ward der marschalck inn und Gifflet ; die kamen im zu hilffe. 
Maxencius, der kaiser, sach dise ser streitten. Er cham mit 
ainem scharffen schwert her gerauscht und schlueg den 
marschalck, her Kay, tod und holte den andern schlag, 
schlueg Gifflet, das er von dem orse muest vallen. Das 
sach Artus, kam mit grimmigem zoren an den kaiser und 
schlueg in durch heim und haupt, so das er im den köpf 
durch die zung ab spiellt und das er tod under das ors 
viel. Alls die Römer iren herren tod sahen, do kerten si 
all zu der flucht. Do wurden ir an der flucht zu mal vil 
erschlagen und gefangen. Artus nam ir sicherhait und 



352 

sprach, wen die Römer flirpas nach dem zinß [Bl. 164*^] 
schickten, den wollten si suns presentieren alls disen kaiser. 
Sunst räumten si dem künig das lannd. Man fuerte Ga- 
bonen under jenes gezellt verwunt. 

Man richte die schiff, über zu varen, und Gabon legt 
man in ain pett. Der künig was ane massen petrüebt umb 
seinen neffen. Alls si gar über mer kamen, do kam der 
frawen pot für Artus. Alls er im aller ding enndt sagte, 
do ward Artus aber petrüebter, dann vor, und sprach: >0 
du arger Verräter Morderott, du pist wol der schlang, der 
mir weylend für kam, der aus meinem pauch gieng und alls 
lannd von Pritone und Logers verprannte.« Dise ding sagt 
auch er Gabonen, der sprach: »Herr, ich rat euch, das ir 
schickt nach herren Lantzilet, den irs leicht erpitten mügt; 
hab ich in torlich verloren , ir mügt in weislich wider ge- 
wynnen, anders ratt ich euch wider Morderot nicht zu 
streitten.« Und Morderot het vernumen, das Artus zu lannd 
was chumen, erschrack vast und peschickt die fiirsten all, 
sagt in sein pekümernüss. Si sprachen : »Was ligt euch an 
seiner kunft? Wir haben euch geschworen, so wellen wir 
euch auch pey dem lanndt pehallten oder darumb ersterbenc 
Auf das schickte Morderot zu Artus , war-[Bl. i64^]umb er 
an erlauben sunst auf seinem ertreich läge. Artus sprach: 
»Sag deinem herren, dem ungetrewen Verräter, ich lig in 
meinem aigen lanndt ; ich pitt got, im werd sein verdienter 
Ion, so das er von meiner hend ersterb I« Artus was ser 
petrübt diser ding. Am vierden tag, alls si zu lanndt waren 
von dem wasser kumen, schickt her Gabon nach künig 
Artus, * sprach : »Lieber herr, ich leb hewt meinen letsten 
tag auf diser wellt, nu pitt ich euch, ir pitt Lanzilett, euch 
zu helffen, änderst ir seit tod. So ir aber zu Lantzilet kumpt, 
so nembt mir von im urlab alls von dem tewristen ritter 
der wellt und pitt in, das er mir verzeihe dye unhübschait, 
die ich mit im pegieng 1 So aber ich gestorben pin, so lat 
mich fiieren zu Gamahelot und zu meinem prueder legen in 
sannd Steffans münster und mein epitafium sol geschriben 
sein : »Hie ligt Gabon, der von Lantzilet vom Lack erschlagen 
ward durch sein hochmuet.c Mit dem rufft er inniklich zu 



got umb ablassung seiner sünden und entpfalch got sein 
geist und mit zamen gelegten henden gab er auf seinen geist. 

Alls das der künig und die andern Herrn sahen, ward 
sölich jamer und laid [Bl. 165"] in all dem her, das es nyerobt 
ersagen kan. Der künig ließ in auf paren, balsamieren und 
was dar zue horte, und peschied hundert ritter, die in fürten 
zu Gamahelot. Si penachten die ander nacht auf einer purg. 
Alls die fraw des wirts auf den sal kam, si entpfieng wol 
die edlen gest und fragt, was totten si mit in dar hetten 
pracht. Si sagten, das es Gabon wäre, künig Artus nef. 
Alls das die fraw erhört, macht si vast grossen jamer und 
viel auf herren Gabonen, sprach: »O du spiegel aller ritter- 
schafft und aller tugent und der so manig piderkait getan 
hat in seinem leben, wie schad ist, das dein süesser leib 
noch erstorben isti« Alls der haußwirt die frawen ob im 
allso klagen sach, des erzürnt er und mit einem erplösten 
schwert schlueg er die frawen tod ob herren Gabonen und 
schlueg auch mit dem Gaban in paide diech ain ser grosse 
wunden. So laufft ainer von der gesellschafft dar und schlueg 
auch den wirtt, das er im den kopff piß auf den hallß zer- 
spiellt; der ward in der purck pegraben; fürten die frawen 
mit in zu Gamahelot. do si paide pegraben wurden, und ir 
epitafium lautt : »Hie ligt die fraw von Kalot, die durch 
herren Gabon [Bl, 165''] erschlagen ward.« Alls die von der 
statt ervorschten den tod Gabones, da hueb sich schreyen, 
klagen und waynen, des geleich nye man gehört hette, und 
under den zeitten het die künigin sich verholen von dem 
turn gemacht, alls vor gesagt ist, und kam mit irer hab in 
ain frawn kloster, das ir ene gestifft hett, und pat got mit 
grosser andacht, das er iren herren pewarte vor dem un- 
getrewen Verräter Morderot. Hie schweigt es des ain weil. 

Nun höret, wie es mit Artus gieng! Rieht sich mit 
seinem her gegen dem Verräter und seinen helffern. Alls 
Gabon nu erstorben was , an der andern nacht traumpt 
Artus, wie Gabon für in kam, das er in nye schöner, oder 
reicher gesehen hette, und der sprach: »Lieber herr, gewert 
mich ainer pet, ob ir ewer leben iieb habtU Artus fragt, 
was sein pet wäre. Gabon sprach : >Lieber her, so schickt 

Füsterer »3 



354 

nach Lantzilet! und streit ir änderst mit Morderot, ir must 
tod peleiben.c Artus sprach, er wollt durch vorcht ains 
Verräters nymer umb hilffe senden. Des gieng her Gabon 
wainend weg. Mit dem erwacht der künig. Zer andern 
nacht daucht in, wie ain zu mal schöne junckfraw zu im 
keme, die im zaigt ain rad von dem glück und sprach : »Du 
pist [Bl. 165*^] lanng auf dem höchsten gesessen und magst 
es noch thuen, ob du nach Lantzilet schickest; verlastu es 
aber durch dein hochmuet, dich wirfTt das rad auf das ert- 
reich, so das du von er und auch leben kumest.c Alls er 
erwacht, do was es tag. Er gieng zu ainem erczpischoff, 
sagt im dise ding. Der riet im, zu schicken nach Lantzilet; 
aber er enwollt nit. Zu abent gat er sich- erpanichen mit 
dem pischoff, sahen ainen vellsen und dar an gehawen 
puechstaben, die sagten: »Auf disem veld wirt durch aigen 
hochmuet das lannd Pritania und Logers zu ainem waisen.c 
Der pischoff sprach : »Herr , secht ir nicht so manig pey 
zaichen ewers Verderbens? Wann dise geschrifft machte 
Mörlin, der nye gelog mit prophezey.« Des alles enachte 
Artus gar ze nicht. 

Awentewr, wie der streit gerotiert ward und ^e er 

auch ergieng. 

Der künig Artus pewegt sein her gen den enden, do 
sich der Verräter auch mit grossem her versemellt hette, und 
legten sich gen ein ander pey ainer halben meyl weyt. 
Des andern tags rotierten si ir her. Nu hört von Artus I 
Der machte zehen rott. Die ersten entpfalch er Ibanet, die 
andern dem [Bl. 165^] künig Jonus, die dritt dem herczog 
Karodas, die vierd dem hellde Taborencius, die fünft Augisus, 
die sechst Gifflet, die sibent Potislier, die acht Segrimors, 
die neünd aim küenen ritter von Foramen ; der zehenden 
wiellt Artus selb. Dar gegen macht Morderot auch zehen 
hauffen, het ye in ainem zwen regierer; in dem hindristen 
was er selb. Ibanet zoch her zu velld vermessenlich ; dem 
pegegent mit ainem grossen volck der helld Senes ; der nam 
sich aus seinem hauffen für. Das ersach Ibanet, das er 
thjöst gerte. Er kerte schnell mit genaigtem sper gegen 



im ; allso thett auch Senes ; der verstach sein sper auf herren 
Ibanet, das es zerfuer. Ibanet stach aber im das sper durch 
prünn und leib, das der helld tod verlaib auf der statt. Mit 
dem sigen die her zämen; do ward das geprästel von den 
spiessen prechen und von andern hawen mit schwerten und 
hellni axten so groß, das die woicken gaben widerhal, alls 
ob es erdonret. Ibanet durch schlueg das groß her und 
nam die widerker ander waid ; des muest ros und lewt von 
im ersterben. AJls Morderott die seinen so ser vallen sach, 
schickt er in starcke hilff. Do hueb sich newes erschrecken- 
Uchs streitten. Do Artus auch [Bl. i66=] die seinen sterckte 
mit ainer scliar, die do der künig Jonus fuert, do sach 
man von Schwertes schlegen die fewres funcken mit pluet 
vermischt durch die liechten hellm auf springen. Do viel 
zu paiden [seiten] manig küener ritter. Morderott wollt den 
seinen newe hilff senden. Der kiinig von Schotten was er- 
grembt von zoren, das er allerst der dritt in den streitt 
sollte sein, und mainte alles das mit seinem volck tod 
slachen, das in allem Artus her war. Der ließ her lauffen, 
alls ob er sich gar versäumet hett. Dem gegent der herczog 
Karodas, si sanckten ir paider sper. Derkünig von Schotten 
ranndt sein giävi durch den herczog, piß die leib an ander 
stiessen. Karodas entpfannd der töttlichen wunden und 
gewan sein schwertt und schlueg den künig mit söUicher 
kraflt ain schlag, das im auf yeder seyt ain stuck des haubtz 
lag. Sunst viellen si paid tod von ir orsen. Do ward in 
paiden heren groß geschray umb ir herren. Do wurden si 
mit grossem zoren und vil tod schlegen sich vermischen 
und ir herren rechen. Des künig Artus her ward für dringen 
und manlich hertten; si umb kerten die jenen, das si sich 
gaben zu der flucht. Alls des Morderott gewart, do schickt 
er aber zwo mächtig rot zu streitt; die [Bl. 166''] wider 
wandten die flüchtigen und prachtens wider an den streit. 
Do schickte Artus auch an den streit zwo rott Taborencius 
und Angisus ; die prachen in ander , so das si ain groß 
volck über stiessen. Do ward der tötlich streitt groß. Wer 
der nider kam, der must ligend ertretten werden. Morderot 
hetz für groß unhail , das der streit so gar lanng mochte 



356 

weren ; und doch so gar vil lewt het wider Artus und schickt 
sein hauff mit alle dar. Des frewte sich Gifflet, Potislier 
und ir helffer. Gifflet, Potislier, Segrimors und der ritter 
von Foramen riten auf ain thjost und in gegente Garhier 
von Islannd, Wador von der Widen, Alhart von Mordit und 
Joras von der Insel, und die von Artus her stachen yeden 
von dem ors. Potislier stach den küenen Alhart, das er in 
tod von dem ors vellt ; der ritter von Foramen stach seinen 
durch den schillt und er zoch darnach sein schwertt und 
schlueg Jorassen von der Innsel, das im das haupt verr von 
dem leib sprang. Die vier kamen in den streit, schlahend 
mit grosser macht; allso teten auch die andern. Gahier 
von Islannd verschmacht ser, das er sunst vor aller diet 
vom ors gestochen ward. Er nam ain starckes sper und 
sach, das Ibanet da grosse wunder worcht [Bl. idö*] in dem 
streitt; er ranndt in zer seyten an, das er in nach von 
dem ors geworffen het. Ibanet kert sich gen im, und ee 
dann jener sein schwert erzoch, schlueg er im den arm an 
der achsel ab mit schwertt und all. Er hiet in an stat er- 
schlagen, ob er nicht von den seinen sunst peschüczt war 
worden. Si vielen mit hauffen an Ybanet, stachen im sein 
ors tod, so das er zu fuessen kam, und er werte sich, das 
nye ritter sich manlicher gewert in grosser not. Diß ward 
gewar Potislier ; der kerte mit ainem vast schärften schwert 
über si und macht pald, das ain grosse weit umb Ibanet 
ward, pracht in sunder dancks seiner veind auf ein pfärd. 
Aller erst kamen zu samen die gesellschaffl von der tavel- 
rund, der aller nur zwenundsibenzig lebten wol von vierhalb 
hunderten ; wellicher ende die riten, so durch fueren si das 
her, geleich alls wann der stürm wind die galeen pestatt 
auf dem mer die starcken fortunen schroten. Morderot 
mandt nu die seynen zu streitt; er mainte auch, das gar 
Artuses her zu streit war kumen. Mit manigen paniem rait 
er über jenes velld. Des ließ auch sich Artus her für und 
der Verräter ließ durch thjost sich her für. Artus nam ain 
starcke glävi, wann er erkannte [Bl. i66^] in wol, und er 
nam das ors mit den sporen und traff den Verräter so, das 
ors und man ob ainem hauffen lag. Im war pey namen 



mer getan, waan das in die seinen peschuczten und hulffen 
im wider auf sein ors , und Artus ward weit von im ge- 
drungen und ward des tags so vit volcks erschlagen , das 
nyemand die-zal künde geachton. Ybanet worcht sölich 
wunder, alls hett er den tag nyc schlag gethan. Do sprach 
Morderot: »Ob er der lanng lebte, er entschumpfiert mir 
alls her," und rait auf in, er erholt ain also starcken schlag, 
das dem edlen ritter das haupt von dem leib sprang. Des 
erzürnt sich Segrimors, stach Morderotten, das er under dem 
ors lag. Im hulffen die seinen wider auf und er kerte 
wider an Segrimors und schlueg im sölich wunden, da von 
er tod zer erden auch muest vallen. Diß ersach der künig 
Artus, kert an in mit seinem schwert und sprach: »Ey, du 
valscher, ungetrewer verrätter , was hastu hewt lewt durch 
dein verrättnüss getÖttU Morderot nam äin starcke glävi 
und ranndt die durch den edlen kiiuig Artus ; der erholte 
auch löblich ain schlag und schlueg den Verräter auf das 
haupt, das es im piß auf die prust zcrspallten was. Da mit 
viel der Verräter [Bl. 167^] tod under das ors. Do was auch 
alles volck so gar abgeschlagen, das zu paider seyt nicht, 
wann drey man, lebten. Do was künig Artus doch halb 
tod ; Gifflet und Lucas der Bucklär die machten grossen 
jamer von diser slacht, die auf den tag peschehen was. 

Sy kamen zernacht in ains wald prueders haws und 
wachten die nacht mit dem chünig, der tödlich wund was. 
Morgens sieht Artus umb und der tod rang mit im. So 
sieht er Lucas den Buckler ; er gieng zu im und umb vieng 
in mit den armen und druckt in so hart in dem wee , das 
Lucas im in den armen starb , wann er ungewappent was 
und Artus het seine wappen an und tett es doch durch 
kain arg. Gifflet sprach: »O herr , das ir den ritter, der 
euch ye getrew was, sunst habt ertött, das ist ain grosser 
schad.« Der held ward pegraben und sein epitavi stund: 
sHie ligt Lucas der Bucklär, den nach dem grossen streitt 
Artus tod erdruckt hat.« Artus pat im sein pfärd pringen, 
er wollt auf das wal. Alls si paid auf sassen und kamen 
auf ain stain pey ainem paum , do wollt der tod Artusen 
nicht mer schaffen lassen. Er sas ab zer erden und sprach; 



♦ 35» 

>Lieber herr Gifflet, netnbt mein schwertt und werffl das in 
das mer, [Bl. 167^] das es des Verräters sünen nicht nach 
mir zu tail werde!« Gifflet rait zu dem mer und warff sein 
Schwert dar ein und wollt das ander pehalten. Alls er 
wider cham, Artus fragt in, ob er es hett geworffen, alls er 
in hette gehaissen. Gifflet sprach: »Ja.« Artus fragt in, 
was er gesehen hette. Er sprach: »Für war, nicht.« »So 
habt irs nicht dar ein geworffen,« sprach Artus. Sunst kam 
er zwier, das er das schwert geren pehebt hette. Artus 
sprach: »Alls lieb euch got ist und ich euch ye ward, so 
werfft es in das wasserl« Er rait und warff das schwert, so 
verrist er mocht. Do sach er ain hanndt, die das schwert 
vieng, und sach doch nicht mer, dann den arm sunder leib 
und trueg das schwert mit im. Er kam zu Artus, sagt im 
alle ding, die er gesehen hett. Artus patt in, das er von 
im rite, und gesegent in vast und danckt im aller er und 
grosser trewen. Was in Gifflet gepat, das er in pey seinem 
ende ließ, er wollt durch ain nicht. Gifflet rait verr von 
im, verparg sich hinder ainen pusch. Do sach er, das ain 
schiff an das lanndt kam, dar inn nicht, wann frawen, waren 
und namen Artausen, truegen in an das schiff und fueren mit 
im weg. Diß verwundert sich Gifflet ser. Sunst was er 
verainet auf dem wal und [Bl. 167*^] sach seinen jamer. Er 
rait waynend, er enweste war. An dem andern tag kam 
er in dem wald zu einer kappellen, genennt zer schwarczen 
kappellen. Er heffl sein ors und gieng hin ein. Do sach 
er ain gar reiches grab; er laß die epitavy, die sprach: 
»Hie ligt pegraben der künig Artus, der von seinem sun er- 
schlagen ward, und was gewalltiger herr über zwelff künig 
reich.« Diß verwundert sich Gifflet und wainte pey dem 
grab pitterlichen. Do gieng ein ain säliger vater ; den fragte 
Gifflet, wie er dar war chumen. Er sprach: »In pracht 
nacht all spat fraw Morgena, sein Schwester, die im dise 
pegrebde her perait hat.« 

Gifflet pat in umb gottes Heb , das er im den habitt 
gab, er wollt seins lebens zeit pey im vertreiben. Das tett 
er vast geren. AUso quelte sich Gifflet mit wachen, peten, 
peichten und guetter Übung und lebte nach Artus nicht 



359 

lenger, wann acht tag, und starb mit grosser andacht. Sunst 
waren all die hin, die zu Artus hof gehorten. Und alls die 
künigin diß alles gebort, die ließ auch sich weylen und ver- 
traib ir leben gar heyligldich, das sichs all frawen verwun- 
derten. Und in disem raioen und pueswärtigen leben lebt si 
alls auf drew monat nach Artus und starb säligklich [Bl. 167''] 
mit rew und pueß ir Sünden. 

Awentewr, wie Lantzilet räch das übel, das an Artus pe- 
schehen was, und wie sich sein leben endet. 

Und in den zeitten, alls der streitt vergangen was, waren 
ettiich über mer zu Gami kummen und sagten, wie alle ding 
sich mit Artus ergangen het, auch wie her Gabones enndt 
ergangen war und wie er in het gesegen haissen und das 
er im verzeichen sollt sein grosse unhübschait, das auch 
zwen sün des argen Verräters hetten das lannd ein genumen. 
Do Lantzilet vernam die argen märe, das das lannd von 
Logers und Pritania, dar inn im so manig wird und er 
wider faren was, so ellendigklich aller ritterschafft verwaist 
was durch die verrättnüss , wollt ers die sün nit pesiczen 
lassen mit lieb die lanndt des edlen künig Artuses und er 
hueb an, söllichen jamer zu treiben, das manig hoher man 
mit im betrüeb[t] muest sein und schwur, zu hannd dise grosse 
übeltatt an im zu rechen. 

Disen grossen jamer sagt er all seinen magen. Die 
prachten zu hauff ain grosses her und rüssten sich mit über 
mer. Des wurden auch gewar die sün Morderotz, pesamellten 
sich auch, alls weit si machten, prachten auch ein michel 
her zu samen. [Rl. 168*] Alls Lantzilet an lannd kcham 
mit seinem her, do zugen in dise zwen entgegen, und Bohort 
hueb den streit von erst, nam ain rott zu im und ersprengte 
an die vaigen. Er macht ain söllich geruelT, das es wunder 
was, das ain ritter so vi! ain tag erzewgen mocht. Si waren 
all pegirdig diß streitz und ersprengten alle. Der streitt 
ward starck, hertt und gross. Lionel] tett auch grosse ding 
des. Das sahen Morderotz süne und kerten auf in und 
schluegen den tewren hellden tod zu angesicht Hestor und 
Bohortz, die im vor dem grossen gedreng nicht zu hilffe 



36q 

mochten kumen. Do si den hellden vallen sahen, aller erst 
erzaigten si grossen zoren und schluegen fiirsten, ritter und 
ander an alle erbarmung nyder alls das vich. Si prachen 
durch das her und schluegen die zwen prüeder tod. Alls 
das die von dem lannd ersahen, .die fluhen hin und wider, 
alls sich des yederman pehelffen mocht, und an der flucht 
wurden ir über messen vil erschlagen. Lanzilet jagt nach 
gepirg und wald und künde räch nicht erwinden, umb das 
das süeß genüegsam und das lannd, aller eren vol, sunst sollt 
durch solich pöse verrättnüss verwaist und verloren sein. 
Zu dem andern tag kam er zu der schwarczen kappellen. 
Er heffte sein pfärd [Bl. i68^] und gieng hin ein. Do vannd 
er zwo pegrebde und erkannt, das es Artus was. Do macht 
er den aller grösten jamer mit schreyen, hewlen und rueffen, 
das es der allt herr horte und kam zu im, fragt von seiner 
schwär. Er kund im in lanng nicht antwurt geben. Zu 
jungst sprach er : »O wellt, wie gar ist dein frewd und glück 
vergundersait I secht, hie ligt der , dem alle die wellt der 
maisten eren jach und dem ye pey seinen tagen gelück ain 
frewndin was ! Die ist im nu ain ungenädige und herte 
steufmutter worden.« In dem gieng ein ain ander prueder; 
der kannte an stund Lantzilet, viel im umb den halls. Alls 
er vil frewd mit im machte, do kannt auch in Lantzilet, das 
es der erczpischoff von Tonterwille was , der vil umb den 
frid redt zwischen Artus und im vor Joiosegarde. • 

Lantzilet sprach : »Herr, ich hab in woUust und frewden 
euch vil gesellschaft getan; allso ob es der wille gottes 
war, wollt ich euch lieber in dem dienst gottes auch thden, 
seid ich doch sich, das sich die frewd diser wellt nicht, 
dann mit laide, enndt, und ich pitt euch, das ir mir gebt 
ewer gesellschafft und den habitt.« Dicz wollten si geren 
thuen und lobten got hoch seines guten fiirnemens. [Bl. i68^] 
Sunst ward aus ainem dienär der wellt ain grosser dienär 
gottes mit grosser abstinencz des leibs und aller gutter Übung. 
Nu hörtt auch von seinen nefen und prueder I 

Alls der gross streitt sich ergangen het, machte Bohort 
und Hestor grossen jamer umb Lionellen; auch suecbten 
si Lantzilet^ in allem lannd und nyemand kund in finden. 



Do fürten si den künig Lionellcn zu Gintistre, do man in 
künigklich zu dem grab pestatte. Bohortt sprach zu Hestor: 
»Lieber ohein, seid Lantzilet ye verloren ist, so vart mit 
mir und nembt von den zwayen lannden, wellichs euch zu 
dem pesten pehag!« Hestor jach: »Herr, ich danck euch, 
ich kum pald nach euch, wil es got; doch wil ich ein zeit 
in dem lannd zu Logers peleiben.« Mit dem urlabten si 
sich und Bohort fuer zu seinem lannd. Nach dem rait alles 
Hestor suechend seinen prueder Lantzilet, enwesst nicht, ob 
er lebt, oder tod wäre. Zu ainer zeit trueg in awentewr 
durch ain wald und kam , da er dise pruedcrschafft vannd. 
Alls er in die kappellen kam , lagen si an iren gepetcn ; 
Lantzilet plickt auf und si paid erkanten an ein ander und 
viengen sich in ir arm, under kussten sich manig mal. Do 
wurden in [Bl. 16S''] auch die andern erkennen und heten 
groß frewd, ein ander zu sehen. Alls Hestor seinen prueder 
allso sach, der nu ettlich zeit priester was gewesen, pat er 
auch got umb den orden. Den gaben si im willikUch und 
lobten got. Si lebten entzamen mit grosser erwirdikait, und 
ir speis was nicht, dann prot und wasser, nuss, obs und 
wurczen. Und in dem vierden jar ward Hestor siech und 
starb säligklich. Er ward auch in der kappellen vergraben. 
Nach ettücher zeit ward auch Lantzilet kranck, das er dem 
tod nicht maint zu entgan. Do pat er umb gottes willen 
sein prueder, das, wann er tod war, das si in prächten zu 
der Joiosegarde und in laiten in das grab zu Galahutt. Das 
verhiessen si im, ob si in überlebten. Ains tags giengen der 
p^schoff und der ander prueder und laiten sich under ainen 
pawm schlaffen. Alls der ain erwachte, do schlieff alls der 
annder und hueb an, vil lachen und frewd zu treiben in seinem 
schlaff. Der ain prueder dacht, das in der veindt wollt ver- 
laitten in bekorung, gieng zu im und erweckt in. Alls er 
auf sach, sprach er: »O, ir habt mir übel getan, das ir mir 
so vil frewden genumen habt. Ich sag euch, Lantzilet ist 
tod und ich [Bl. 169'] Hab sein raine sei mit englischer glori 
gesehen zu himel varen. Wie si die genosschafft der heiligen 
hat entpfangen , von dem habt ir mich mit disem wecken 
genumen, das ichs nicht den vollen sach.< Si giengen in 



302 

die kappellen. Do lag Lantzilet vor dem alltar an seiner 
venye und was tod. Si petrawrten seinen tod und erfrewten 
sich seines säligen lebens, das er in disem leben verpracht 
het. Si parten in auf und machten ain truhen , dar inn si 
in prachten zu der Joiosegarde. Alls das volck von der 
purck und stat seinen tod vernumen, machten si grossen 
jamer. Gleich in disen mären kam Bohort zu seiner leich 
mit klainer gesellschafft. Alls der ervorschte den tod Lan- 
tziletz, ward er so petrüebd, das er nider viel und enweste 
umb sich selb nicht. Er lag den abent. Alls er zu krefften 
ain wenig kam, deckt er in auf und kust in manig mal mit 
vil vergiessen seiner zäher. Man tet das grab auf pey dem 
hohen altar und legt den leib Lantziletz dar ein zu dem 
edlen künig Galahutt. Alls man nach küniglicher wirdigkait 
in pestatt hete und Bohort ward gesagt von seinem und 
Hestores rainen leben, sprach er zu den seinen: »Vart hin, 
got ergeben, [Bl. 169^] zu dem lanndt und sagt, das si ainen 
künig machen, welcher in pehag, und ich pitt si durch got, 
das si guet gericht hallten, wann ich nymer zu in kum!« 
Mit dem pat er die zwen herren, das si im auch die prueder- 
schafft gäben, das si mit guttem willen teten. Und er lebte 
gar eins heiligen lebens pis an sein enndt und starb dar- 
nach säligklichen. Sunst wurden durch ainen Verräter ver- 
waist Pritony, Logers etc. , Bonewick und Gami und manig 
tausent man erschlagen etc.. Finis. 



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